Der Artikel Normandie gehört zur Kategorie: Historisches Territorium (Frankreich), Region, Geographie (Frankreich), Wikingerzeit
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Flagge der Normandie Bildherkunft |
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Der Klosterberg Mont-Saint-Michel Bildherkunft |
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Le Havre - Brücke über die Seine Bildherkunft |
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Normanische Kuh unter Apfelbäumen Bildherkunft |
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Die Bucht von Etretat Bildherkunft |
Die Normandie ist eine Region im Norden Frankreichs. Zur Normandie gehören das untere Seinegebiet (Haute-Normandie) nördlich von Paris und das Land in Richtung Westen (Basse-Normandie) mit der Halbinsel Cotentin. Zur Haute-Normandie gehören die französischen Départements von Seine-Maritime und Eure, Basse-Normandie besteht aus den Départements Orne, Calvados und Manche.
Eine besondere touristische Attraktion ist der sagenumwobene Mont Saint Michel.
In der Normandie leben 3,5 Million Menschen. Die größten Städte sind Rouen (385.000 Einwohner einschließlich Vororten), Le Havre (247.000 Einwohner), Caen (200.000 Einwohner) und Cherbourg (89.000 Einwohner). Früher war Rouen die Hauptstadt der ganzen Provinz, heute ist sie noch Hauptstadt der Haute-Normandie; die Hauptstadt der Basse-Normandie ist Caen.
Die Normandie war im Mittelalter die Heimat der Normannen, des Volksstammes, der England zum letzten Mal erfolgreich eroberte. Die Normannen entstanden aus den frühen französischen Einwohnern und den Wikingern unter ihrem Führer Herzog Rollo der Normandie (Gånge Rolf), der das Gebiet der Seine um Paris verwüstete und daraufhin die Normandie im Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte vom westfränkischen König Karl dem Einfältigen als Lehen zugesprochen bekam (911). Dafür sollte er die Normandie gegen weitere Überfälle der Wikinger verteidigen.
Rollos Nachkommen Wilhelm dem Eroberer, Herzog der Normandie, gelang 1066 die Eroberung Englands. Er ließ sich dort zum König krönen. Die Normandie war bis 1087, von 1106-1144 und von 1154-1204 ein Teil Englands. Während des Hundertjährigen Krieges (1337 - 1453) war sie von 1346-1360 und nochmal von 1415-1450 von englischen Truppen besetzt.
Während des Zweiten Weltkrieges war auch die Normandie von der deutschen Wehrmacht besetzt. Die Küste der Haute Normandie diente den Alliierten als Landungszone für ihre groß angelegte und lang geplante Invasion. Die folgende blutige Schlacht, auch bekannt als Operation Overlord, begann am 6. Juni 1944 mit 6.400 Landungsfahrzeugen und wird heute noch D-Day genannt. Vor allem Caen litt sehr unter den Kämpfen, die bis zur Befreiung von Le Havre am 12. September andauerten.
Herzöge der Normandie
Rolloniden
- 911-927 : Rollo, Graf von Rouen, Jarl der Normannen
- 927-942 : Wilhelm I. Langschwert (Guillaume Longue Épée), Graf von Rouen, Jarl der Normannen († 942).
- 943-996 : Richard I., Graf von Rouen, Jarl der Normannen, nimmt den Titel eines Herzogs der Normandie an († 996).
- 996-1026 : Richard II., Herzog der Normandie († 1026).
- 1026 - 1027 : Richard III., Herzog der Normandie († 1027).
- 1027-1035 : Robert I. der Prächtige (le Magnifique), Herzog der Normandie († 1035).
- 1035-1087 : Wilhelm II. der Eroberer (William the Conquerer, Guillaume le Conquérant), Herzog der Normandie, König Wilhelm I. von England
- 1087-1106 : Robert II. Courteouse, Herzog der Normandie.
- 1106-1135 : Heinrich I. Beauclerc, Herzog der Normandie, König von England
Anjou-Plantagenet
- 1135-1137 : Stephan von Blois (Étienne), Graf von Boulogne und Mortain, König von England
- 1137-1144 : Eustach von Blois, Sohn Stephans
- 1144-1150 : Gottfried Plantagenet, Graf von Anjou und Maine, Herzog der Normandie, Sohn von Fulko V. und Schwiegersohn von Heinrich I.
- 1150-1153 : Heinrich II., Graf von Anjou und Maine, König von England
- 1153-1156 : Wilhelm († 1156), Heinrichs Sohn
- 1156-1189 : Heinrich II., zweites Mal
- 1189-1199 : Richard I. Löwenherz (Lionheart, Cœur-de-Lion), König von England, Graf von Anjou und Maine, Herzog von Aquitanien.
- 1199-1204 : Johann (John Lackland, Jean Sans Terre), König von England
1204 eroberte Frankreich den kontinentalen Teil der Normandie zurück. Die vier normannischen Inseln blieben unter der Herrschaft der Könige von England bis heute. Unter den Valois wurde das Herzogtum Normandie mehrmals dem Thronerben oder einem der Söhne des Königs zugesprochen.
Kapetinger
- 1332-1350 : Johann II., Herzog der Normandie, ältester Sohn von Philipp VI., als Johann II. 1350 König von Frankreich
- 1355-1364 : Karl I., Herzog der Normandie, Sohn des vorigen, Dauphin von Viennois 1349, König von Frankreich 1364;
Zwischen 1418 und 1450 war die Normandie tatsächlich in der Hand der englischen Könige Heinrich V. und Heinrich VI.
- 1465-1469 : Karl II., Herzog von Berry und der Normandie. Sein Bruder, König Ludwig XI., tauschte dieses Herzogtum 1459 gegen Guyenne; er war der letzte tatsächliche Herzog.
Literatur
- D. Strauch: Normannen. In Reallexikon der Germanischen Altertumskunde Bd. 21 (Berlin 2002) S. 365–381.
- Dominique Auzias : Normandie, Nouvelles Éditions Université, 2005. ISBN 2746912635
- Michel de Boüard : Histoire de la Normandie, Privat, Toulouse, 2001. ISBN 2708917072
- Serge Gleizes : Christian Sarramon , Philippe Delerm, L’art de vivre en Normandie, Flammarion, 2004, ISBN 2082012549
- Charles Brisson , René Herval, A Lepilleur : Légendes et récits de Normandie, Ancre de Marine, 2004. 120 p. ISBN 2841411885
Siehe auch
[Weitere Informationen zur Normandie]
ang:Normandig nrm:Normaundie simple:Normandy
Diskussion der Autoren über den Artikel: Normandie
Die Normandie ist insbesondere in der Deutschschweiz wenig bekannt. Romands sind eher bereit, nach Cabourg oder Deauville zu fahren. Deutschschweizer meinen noch immer, nur in Südfrankreich könnten sie Sandstrände, historische Bauten, fröhliche Feste, wunderbare Landschaften und unzählige Sportarten geniessen.
Dabei hat die Normandie ein ähnliches Klima wie das Tessin; hier wachsen Edelkastanien, Feigen und an der Kanalküste sogar Palmen. (Der Golfstrom hilft die Temperaturen aufzuheizen) Von Cabourg ersteckt sich ein kilometerlanger Sandstrand bis nach Cabourg, und wer 18-22 Grad "warmes" Wasser nicht scheut, findet bereits im Mai oder nach September bis Oktober genügend Bademöglichkeiten am Meer. In den Sommerferien allerdings sind auch die Calvados-Strände überlaufen.
Rund 20 zum Teil ausserordentliche Golfplätze stehen Golfern und jenen, die Golf lernen wollen, zur Verfügung. Wie wäre es beispielsweise mit einem Golfspiel in Etretat, erhöht auf dem Felsen über der Kleinstadt mit Blick aufs Meer und stets tückischen Winden, die auch Golf-Profis zu schaffen machen?
Deauville, das sogenannte 21. arrondissement von Paris: In der mondänen Schwesterstadt zum mehr rustikalen Trouville an der Mündung der Toucque in den Ärmelkanal sind praktisch alle grossen Boutiquen und Spezialitätengeschäfte der Mode von Dior bis Armani der französischen Hauptstadt vorhanden. Nur muss man nicht so weit laufen wie in Paris. Duc de Morny, ein etwas zwielichtiger Halbbruder des letzten französischen Kaisers Napoleon III. hat hier seiner Pferdesport-Leidenschaft gefrönt und den durch die Bahn ans Meer angeschlossenen reichen Parisern freie Bahn gelassen, hier ein Bijou aus Jugendstil und normannischer Bauweise aufzubauen. Noch heute bewundern wir beispielsweise das 5-Stern-Hotel Normandy, im französischen Fachwerkstil gebaut und noch immer der mondänen Welt Kulisse und Unterkunft. Die Pferderennen in Deauville und Trouville haben betreffend Qualität der Rennen und outfit der Besucher/innen den Vergleich mit Ascot nicht zu scheuen... (die besten "harras" - Pferdezuchten - stehen in der Normandie, hier decken sich arabische Scheichs mit Vollblzut-Pferden ein. Rund 2 Millionen Menschen sollen direkt oder indirekt einen Arbeitsplatz dank der normannischen Pferdezucht besitzen.
Kulinarisch bietet die Normandie nicht nur Cidre und den daraus gefertigten Calvados. (zum Beispiel der auch in der Schweiz bekannte Calvados du Château Breuil). Bekannt sind die Meeresspezialitäten, das typische normannische Rind, das aussieht, als hätten Spitzbuben es angesprayt. Erlesene Desserts, verschiedene Spezialitäten mit Äpfeln, so die berühmte Tarte Tatin (einem armen Küchenjungen mal von der Platte auf den Boden gefallen und von ihm umgekehrt wieder auf die Platte gelegt - seither d i e Spezialiät im Calvados, wobei natürlich der Küchenboden keine Rolle mehr spielt...)
Für Ferienreisende stehen Luxushotels, bescheidene Pensionen, Mittelklassehotels mit erstaunlichem Komfort, aber auch Ferienhaus-Gruppen und Zeltplätze, unzählige Ferienwohnungen und Möglichkeiten für Bed and Breakfast zur Verfügung. Vergl. zum Beispiel www.normandie.ch.
Die Anfahrt über die Autobahn von Paris aus ist unproblematisch, wenn man erst einmal rund um Paris herum ist. Und wenn man nicht gerade an einem Sommer-Freitag Nachmittag fährt. Dann wälzen sich nämlich die Pariser Autos dreispurig von Paris bis Pont l'Evêque. Wer aus der Schweiz mit der Bahn fahren will, hat bequeme Züge bis Paris Gare de l'Est. Hier aber heisst es umsteigen in die U-Bahn. Ab Gare Sait Lazare fahren Züge in rund anderthalb Stunden bis Lisieux, Deauville oder Cabourg.
Es ist erstaunlich, wie weitläufig die Normandie ist. Trotz dem Pariser Ansturm merkt man etwa im Landesinnern kaum mehr etwas von den "Fremden". BS 25.01.06
Ich habe den Satz, demzufolge die Normandie "schon immer" franzoesische Provinz war gestrichen, weil er zum einen ueberfluessig (die Geschichte wird spaeter im Artikel noch genauer geschildert), vor allem aber unsinnig ist: "Schon immer" kann die Normandie gar nicht zu Frankreich gehoert haben, da ja Frankreich erst seit der Reichsteilung im 9. Jhdt existiert. Joerg Winkelmann 21:20, 25. Apr 2006 (CEST)
Falsche Flagge
Die im Artikel enthaltene Flagge mit dem "skandinavischen" Kreuz ist nicht die offizielle Flagge der Normandie, sondern ein Vorschlag des "Mouvement Normand" aus den 1970er Jahren, der sich nie durchsetzen konnte. Quelle: "Ce drapeau a été créé par un mouvement politique autonomiste, le Mouvement normand, dans les années 1970 afin, selon ce mouvement, « de représenter la Normandie, car il a l'avantage de reproduire à la fois les couleurs normandes et d'y associer l'héritage historique de la province ». Malgré d'intenses efforts, le Mouvement normand n'a jamais réussi à l'imposer."Übersetzung etwa: "Diese Flagge wurde vom Mouvement Normand, einer nach Autonomie strebenden Bewegung in den 1970er Jahren geschaffen, um der Bewegung zufolge "die Normandie zu repräsentieren, denn sie hat den Vorteil zugleich die normannischen Farben aufzugreifen und mit Ihnen das historische Erbe der Provinz zu verknüpfen". Trotz intensiver Bemühungen, ist es dem Mouvement Normand ienie gelungen, sie durchzusetzen. C'est tout! 81.173.165.140 19:07, 11. Nov. 2006 (CET)






