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Ostblock

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Der Artikel Ostblock gehört zur Kategorie: Zeitgeschichte, Weltgeschichte, Marxismus-Leninismus, Politikwissenschaft, Kalter Krieg, Orient

Jugoslawien, Albanien, Mongolei, China, Nordkorea, Nordvietnam, Laos, Kambodscha und Südjemen sind heller dargestellt, da sie nur ursprünglich zum Ostblock zählten. Kuba, VR Kongo, Angola und Äthiopien zählten zur zweiten Welt sind jedoch nicht "im Osten"

Ostblock, oftmals auch Zweite Welt oder sozialistischer Block bzw. sozialistisches Lager genannt, war die Bezeichnung für eine sozialistisch-autoritäre Staatengruppe unter der Führung (Diktat) der UdSSR von 1947 bis 1989.

Der Begriff Ostblock wurde im Westen (Westmächte) geprägt. Er spiegelt das Verständnis wieder, das man während des Kalten Krieges von der Staatengruppe (vgl. Satellitenstaat) unter der Führung der Sowjetunion hatte. Diese erschien als einheitlicher Block, der eine in allen entscheidenden Bereichen einheitliche Politik, die sich auf der Führungsrolle der jeweiligen kommunistischen oder Arbeiterpartei begründete, verfolgte.

Mit dem Begriff Ostblock wurden die folgenden Staaten zusammengefasst: UdSSR, Polen, DDR, Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien sowie teilweise bzw. zeitweise auch Albanien und Jugoslawien. Teilweise bzw. zeitweise wurden auch noch die folgenden außereuropäischen Staaten dazugerechnet: Mongolei, Volksrepublik China, Nordkorea, Nordvietnam (später: Vietnam), Laos, Kambodscha, Kuba und Afghanistan. Auch einige arabische und afrikanische Staaten wie Südjemen, Syrien, Libyen, Algerien, Volksrepublik Kongo, Angola, Mosambik und Äthiopien zählten zeitweise dazu, da sich hier auch von der UdSSR gestützte Regime entwickelt hatten. Später aber machte sich die Politik dieser sozialistischen Staaten mehr und mehr von der Sowjetunion unabhängig oder wich offen vom sowjetischen Kurs ab.

Geschichte

Entstehung

Am Ende des Zweiten Weltkriegs drang die sowjetische Armee (Rote Armee) bei ihrem Vormarsch nach Westen in eine Reihe von Staaten ein, die westlich der alten Grenzen lagen. Bereits 1939-1940 war die Sowjetunion schon einmal weit nach Westen vorgedrungen (Finnland, Baltikum, Polen, Rumänien) und hatte diese Länder ganz oder teilweise besetzt (Hitler-Stalin-Pakt), sie aber nach 1941 wieder verloren. Nach Kriegsende errichtete die Sowjetunion in allen nunmehr besetzten Ländern sozialistische Staaten, sogenannte Volksdemokratien, verbunden mit den den entsprechenden Kollektivierungen, Deportationen und Säuberungen. Dieser neu hinzugewonnene Staatengürtel war für die Sowjetunion von erheblicher wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Daher wurde er politisch eng verflochten und entlang der Grenzlinie mit einer starken Pufferzone gegenüber dem westlichen Militärbündnis und der westlichen Marktwirtschaft, abgesichert, wobei das westliche System von den Kommunisten als kapitalistisches Wirtschaftssystem bezeichnet wurden. Der britische Premierminister Churchill sprach 1945 davon, dass nun ein Eiserner Vorhang Europa trenne.

Zusammenhalt

Der Ostblock wurde auf drei Ebenen zusammengehalten: Auf politisch-ideologischer Ebene das Bündnis der kommunistischen Parteien, das Kommunistische Informationsbüro (Kominform, gegründet 1947); auf wirtschaftlicher Ebene durch den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW, 1949; dieser hatte u.a. die sogenannten Ostblock-Fahrzeuge zur Folge); militärisch durch den Warschauer Pakt (1955). Einheitlich wurde auch die innere Staatsform als Parteidiktatur gestaltet: Demokratische Elemente nach westlichem Verständnis, wie Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Reisefreiheit etc. wurden, dem System der Sowjetunion entsprechend, nur in Ansätzen gestattet, um Opposition einzugrenzen und den Zusammenhalt zu sichern. Die ersten Auseinandersetzungen und unterschiedliche Auffassungen zur sowjetischen Führungsrolle fanden bereits 1947 zwischen der Sowjetunion und Jugoslawien unter Führung von Tito statt. 1961 brach dann schließlich auch Albanien mit der UdSSR und orientierte sich fortan an der VR China. Auf allen Ebenen hatte die Sowjetunion bzw. konkret der Generalsekretär der KPdSU (bis 1953: Stalin) absolutes Weisungsrecht. Dieses Weisungsrecht war zwar formal nicht so festgelegt, wurde jedoch immer dann gewaltsam angewendet, wenn ein Staat des Ostblocks oder deren Bürger versuchte, einen eigenen Weg zu gehen. 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn und 1968 in der ČSSR schlug die Rote Armee diese Widerstandsbewegungen gewaltsam nieder. An anderen Stellen, wie z. B. 1981 in Polen, genügten Drohungen aus Moskau, um Staatsführungen des Ostblocks wieder auf sowjetischen Kurs zu bringen. Dennoch gab es immer wieder auch die Möglichkeit für einzelne Staaten in Teilbereichen einen Sonderweg zu gehen (z. B. konsumorientierte Wirtschaftspolitik Polens nach 1970 oder Rumänien unter Nicolae Ceauşescu). Daher kann im Rückblick diese Staatengruppe, zumal in den letzten Jahren des Bestehens, nicht mehr in jeder Hinsicht als einheitlicher Block betrachtet werden, aber doch als Satellitenstaaten der Sowjetunion.

Gegenmaßnahmen des Westens

Der Westen versuchte im Rahmen des kalten Krieges unter der Führung der USA, nach den erheblichen Gebietsgewinnen der SU und des Ostblocks eine weitere Ausdehnung des kommunistischen Bereichs, die vor allem in Asien im Gange war, einzudämmen (Truman-Doktrin: Containment-Politik). Auf wirtschaftlicher Ebene wurde durch den Marshall-Plan den europäischen Ländern Wiederaufbauhilfe angeboten. Die NATO stellte ein westliches Militärbündnis gegen den Warschauer Pakt dar, obwohl sie vor ihrem östlichen Gegner gegründet wurde. Auf politischer Ebene wurden in den Ostblockstaaten Oppositionsbewegungen unterstützt. Parallel dazu versuchte man anfangs eher durch Konfrontation, später auch durch Entspannungspolitik den Ostblock aufzubrechen.

Ende

1985 wurde Michail Gorbatschow Generalsekretär der KPdSU und änderte den Kurs der Gängelung und Unterdrückung der sowjetischen Satellitenstaaten. Die neue Außenpolitik gegenüber den sog. sozialistischen Bruderstaaten, die diesen einen eigenen Weg zum Sozialismus zugestand, war Teil des Programms der Perestrojka. Während sich einige Staaten nun bis 1989 zunehmend aus dem Ostblock lösten, versuchte die Staatsführung der DDR, diesen erfolglos zusammenzuhalten. Im Herbst und Winter 1989 verloren die kommunistischen Staatsführungen in allen Ostblockstaaten (außer der Sowjetunion) ihr Herrschaftsmonopol, so dass der Ostblock auseinander fiel. Die formale Ursache für dieses Auseinanderfallen werden darin gesehen, dass die einheitlich aufgebauten Staaten einer nach dem anderen wirtschaftlich kollabierten. Für diese Entwicklung waren als wesentliche Systemfaktoren verantwortlich: wirtschaftliche Probleme durch die Staatswirtschaft, innere Probleme durch die Parteidiktatur und außenwirtschaftliche Probleme durch die Abschottungspolitik.

Mittel-/Osteuropa, Mittel- und Osteuropa

Seit 1989/90 findet statt Ostblock der Begriff Mittel-/Osteuropa, Mittel- und Osteuropa (MOE) breite Anwendung.

Siehe auch

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Ostblock


Karte

Wieso ist denn auf der zweiten Karte Bulgarien heller eingezeichnet? 85.125.152.233 17:56, 11. Dez 2005 (CET)

Weil diese Länder demzufolge nicht die ganze Zeit, während der existenz des Ostblockes, Mitglieder waren, oder nur das gleiche politische System verwendeten!

Freundliche Grüsse: 59th teegee 19:49, 11. Dez 2005 (CET)

  • Da die (Europa-)Karte (so ziemlich) fehlerhaft war, war ich so frei und habe sie durch eine neue ersetzt. Einerseits wurde Jugoslawien eingezeichnet, obwohl Jug. nie ein Ostblock-Staat war, andererseits wurde Rumänien dunkelblau eingezeichnet (obwohl sie später ausgeschieden sind), jedoch Bulgarien hellblau, obwohl das mit beiden Ländern genau anders rum war. Jonny84 01:07, 21. Mai 2006 (CEST)

Sollte nicht auch Nikaragua zum Ostblock gezählt werden? Immerhin orientierte sich das Land unter den Sandinisten von 1977-1990 in diese Richtung und wurde auch aus westlicher Sicht zumindest zum erweiterten Ostblock-Umfeld a lá Cuba gerechnet.

Quaden 15:14, 26. Dez 2005 (CET)

Allerdings war Bulgarien die ganze Zeit Mitglied und ist u unrecht heller dargestellt, dazu kommt noch das der Süd-Jemen gar nicht markiert ist auf der Karte... verbesserungswürdig!

Also in der Karte fehlen Südjemen und Mosambik, letzteres sollte auch in der Kartenbeschreibung erwähnt werden. Bulgarien, Rumänien und die Mongolei waren über den gesamten Zeitraum des Kalten Krieges mit der SU verbündet, sollten also wenn dann dunkelblau dargestellt werden.

Die Unterscheidung zwischen sozialistischen Staaten "im Osten" (blau dargestellt) und solchen in Afrika und Südamerika (dunkelgrün) halte ich nicht für sinnvoll, viel wesentlicher sollte für eine politische Karte das Verhältnis zur Sowjetunion sein.

Daher würde ich vorschlagen alle der SU im gesamten kalten Krieg nahestehenden sozialistischen Staaten (Ostblockstaaten, Mongolei, Nordkorea, Vietnam, Laos, Angola, Mosambik, Kuba, Südjemen, VR Kongo, Äthopien) dunkelblau zu färben, die mit ihr konkurrierenden oder neutral zu ihr stehenden sozialistischen Staaten (VR China, Kambodscha, Jugoslawien, Albanien, Nicaragua) dagegen hellblau. Aneka

Ich zitiere : Jugoslawien, Albanien, Mongolei, China, Nordkorea, Nordvietnam, Laos, Kambodscha und Südjemen sind heller dargestellt, da sie nur ursprünglich zum Ostblock zählten. Kuba, VR Kongo, Angola und Äthiopien zählten zur zweiten Welt sind jedoch nicht "im Osten". Wo ist da bitte Jugoslawien hell eingezeichnet???? Manuel Grbac



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Ostblock und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).