Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Otto von Bismarck

Toplinks zu diesem Thema:
Otto, Punch, Schutz, Angst, Arbeit, Ast, Ausbildung, Bund, Online, Rahmen, Unternehmen



Der Artikel Otto von Bismarck gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, Reichskanzler (Deutsches Reich), Ministerpräsident (Preußen), Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Autor, Literatur (Deutsch), Literatur (19. Jh.), Deutsch-Französischer Krieg (Person), Corpsstudent, Ehrenbürger, Nationalheld, Geboren 1815, Gestorben 1898

Abbildung
Otto von Bismarck
Bildherkunft

Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, genannt der Eiserne Kanzler, (* 1. April 1815 in Schönhausen (heute Sachsen-Anhalt); † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg), war ein deutscher Staatsmann. Er war der Gründer und erste Kanzler des Deutschen Reiches. Vormals war er Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes und Ministerpräsident von Preußen.

Er war seit 1865 Graf von Bismarck-Schönhausen, seit 1871 Fürst von Bismarck und seit 1890 Herzog zu Lauenburg. Den Herzogtitel, den er bei seiner Entlassung erhielt, führte er niemals. Er ließ auch Post zurückgehen, die so adressiert war.

Leben

Abbildung
Bismarck 1836
Bildherkunft

Otto von Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen an der Elbe bei Stendal (heute Sachsen-Anhalt) geboren, seine Familie übersiedelte aber schon 1816 nach Kniephof in Pommern, wo er die ersten Jahre seiner Kindheit verbrachte.

Nach dem Abschluss des humanistischen Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster studierte Otto von Bismarck zunächst ab Mai 1832 an der Universität Göttingen, wo er Mitglied des Corps Hannovera Göttingen war, dann ab November 1833 in Berlin Rechtswissenschaften und schloss sein Studium 1835 mit dem ersten Staatsexamen ab. Nach dem Studium war er am Kammergericht in Berlin und als Regierungsreferendar bei Behörden in Aachen und Potsdam tätig. Im Jahr 1838 leistete Bismarck als Einjährig-Freiwilliger seinen Militärdienst zunächst beim Garde-Jäger-Bataillon ab. Im Herbst wechselte er zum Jäger-Bataillon Nr. 2. nach Greifswald (Pommern) und begann dort das Studium der Landwirtschaft.

Nach dem Tod seiner bürgerlichen Mutter am 1. Januar 1839 (Luise Wilhelmine von Bismarck, geb. Menken * 24. Februar 1790), mit der er in einem gewissen Spannungsverhältnis lebte, bezog er das pommersche Gut Kniephof und wurde Landwirt. Nach dem Tod seines Vaters (Karl Wilhelm Ferdinand von Bismarck *13. November 1771) am 22. November 1845 übernahm er die Bewirtschaftung des Bismarckschen Besitzes Schönhausen. Dass er auch darin allein nicht seinen Lebensinhalt finden konnte, zeigte sich in politischen Ambitionen, aber auch in ausgeprägter Beschäftigung mit Philosophie, Kunst, Religion und Literatur. Schon damals war er ein meisterlicher Redner und Briefschreiber. 1847 heiratete er in Reinfeld (Landkreis Rummelsburg i. Pommern) Johanna von Puttkamer (18241894), wie er es seiner wahren Liebe und Johannas bester Freundin, Marie von Thadden, vor deren Tod versprochen hatte. Dieser Ehe entstammen seine Kinder Marie (1847–1926), Herbert (1849–1904) und Wilhelm (1852–1901).

Abbildung
Otto von Bismarck
Bildherkunft

Zu dem Zeitpunkt wurde er im preußischen Vereinigten Landtag auf Seiten der Konservativen politisch aktiv. 1849 und 1850 gehörte er der Zweiten Kammer des Landtages an und war Wortführer des äußersten rechten Flügels. Während der Märzrevolution von 1848/49 profilierte er sich als konsequenter Verteidiger des monarchischen Prinzips. Einen auf Volkssouveränität gegründeten deutschen Nationalstaat, wie ihn die Frankfurter Nationalversammlung proklamierte, lehnte er ab – Preußen sollte Preußen bleiben. Obwohl Bismarck keine diplomatische Ausbildung besaß, wurde er 1851 zum preußischen Gesandten beim Bundestag in Frankfurt ernannt. Dieses Mandat behielt er bis 1859. 1859–1862 war er Gesandter in St. Petersburg, 1862 kurzzeitig Botschafter in Paris.

Am 23. September 1862 wurde Bismarck von König Wilhelm I. im Verfassungskonflikt zum preußischen Ministerpräsidenten, am 8. Oktober 1862 auch zum Außenminister berufen. Letzteres, weil Bismarck auf Grund des Kollegialprinzips im preußischen Kabinett nur so seine außenpolitischen Vorstellungen umsetzen konnte.

Da Preußen auf die angestrebte Kleindeutsche Lösung (eine Vereinigung der deutschen Länder unter der Führung Preußens unter Ausschluss Österreichs) in der Olmützer Punktation 1850 verzichten mußte, sollte dieser Lösung durch eine Niederlage Österreichs wieder näher gerückt werden. Auseinandersetzungen um die Verwaltung von Schleswig Holstein ließ man zum Deutschen Krieg eskalieren, der am 3.Juli 1866 in der Schlacht von Königgrätz zu Gunsten Preußens und seiner Verbündeten entschieden wurde. Um Österreich als potentiellen Verbündeten zu erhalten stellte man im Prager Frieden keine territorialen Forderungen, hielt sich jedoch an Sachsen und anderen deutschen Staaten, die Österreich unterstützt hatten, schadlos.

Bismarck, der seit seiner Jugend Pommern sehr verbunden war, erwarb 1867 von der ihm wegen des erfolgreichen Deutschen Krieges bewilligten Dotation von 400.000 Talern das Rittergut Varzin und ließ auf dessen Fluren die Hammermühle und weitere Papierfabriken errichten, die sich bald zum größten Unternehmen Ostpommerns entwickelten und legte somit den Grundstein für die Gemeinde Hammermühle, die heutige polnische Stadt Kępice.

Infolge der Stärkung Preußens in den 1860er Jahren steigerten sich die deutsch-französischen Gegensätze.(Motto: Rache für Sadowa ! ( Königgrätz). In Spanien kandidierte der mit den in Deutschland regierenden Hohenzollern verwandte Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen für den Thron, wodurch Frankreich Angst hatte von den Hohenzollern eingekesselt zu sein, was zum Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 führte (zu den Kriegsgründen vergleiche Emser Depesche). Vor dem Beginn dieses Krieges hatte Bismarck geheime Schutz- und Trutzbündnisse mit den süddeutschen Staaten geschlossen. Die Bemühungen Bismarcks um die nationale Einigung gipfelten nach dem Sieg der deutschen Truppen in der Kaiserproklamation des preußischen Königs Wilhelms I. am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles und der Gründung des 2. Deutschen Reiches. Der Reichsgründung waren zähe Verhandlungen mit den süddeutschen Fürsten vorangegangen, die sich dabei einige Sonderrechte erstritten. Die meisten Sonderrechte behielt Bayern, dessen Widerstand erst durch eine handfeste Bestechung aus dem Welfenfond überwunden wurde, woraufhin der bayrische König Ludwig II. im von Bismarck formulierten Kaiserbrief die Rangerhöhung Wilhelms I. vorschlug.

Bismarck erreichte durch den Frieden von Frankfurt zudem den territorialen Zugewinn von Elsaß-Lothringen. Die Gründung des 2.Deutschen Reiches wurde maßgeblich von Bismarck initiiert, wobei sein enger Vertrauter Rudolf von Delbrück die Verhandlungen mit den süddeutschen Staaten führte. Bismarck wurde erster Reichskanzler, blieb aber wie vorgesehen preußischer Ministerpräsident. In dem Zeitraum zwischen dem 18. Januar und dem Inkrafttreten der Reichsverfassung am 16. April 1871 bestand allerdings der Norddeutsche Bund faktisch weiter, nur waren nun die süddeutschen Staaten beigetreten. Bismarck, der weiterhin Reichskanzler war, kann somit als erster gesamtdeutscher Reichskanzler bezeichnet werden.

Innenpolitik

Bismarck wurde 1862 durch den Konflikt um die Heeresreform zwischen dem preußischen Landtag und dem preußischen König Wilhelm I. trotz des heftigen Widerstands von dessen Gemahlin, der Königin Augusta, zum preußischen Ministerpräsidenten berufen. Um die Heeresreform, die Preußen militärisch stärken sollte, auch ohne die Zustimmung des Parlamentes durchsetzen zu können, berief er sich auf die so genannte Lückentheorie. Nach seiner Auffassung war der Fall des unauflöslichen Dissenses zwischen Monarch und Parlament in der Verfassung nicht geregelt. Demnach läge eine Lücke vor, die durch die Prärogative des Königs geschlossen werden müsse. Diese Verfassungsinterpretation ist zumindest stark angreifbar und nach Auffassung vieler ein schlichter Verfassungsbruch. Sie ermöglichte es Bismarck aber, nach der Ablehnung des Militärhaushalts durch den preußischen Landtag, ohne formell gebilligtes Budget die Heeresreform durchzuführen. Nach dem Sieg über Österreich brachte Bismarck 1866 die Indemnitätsvorlage in das Parlament ein, um seinen Verfassungsbruch nachträglich zu legitimieren. Die Abstimmung über diese Frage spaltete die liberale Partei (in demokratische Liberale und Nationalliberale). Und Bismarck hatte durch seinen Alleingang auch die demokratische von der nationalen Bewegung getrennt.

Abbildung
Anton von Werner: Proklamation Kaiser Wilhelms I. (Gründung des Deutschen Reichs) am 18. Januar 1871 u.a. mit Bismarck in weißer Gardeuniform im Spiegelsaal von Versailles
Bildherkunft

Von 1871 bis 1878 führte Bismarck den so genannten Kulturkampf gegen die katholische Kirche und die katholische Zentrumspartei, da er fürchtete, diese seien „Reichsfeinde“ und dem Papst mehr zugetan als dem deutschen Kaiser und nannte sie „Ultramontanisten“ (von jenseits der Alpen, also vom Papst gesteuert). Besonders Ludwig Windthorst (1812–1891) ist in diesem Zusammenhang als bedeutendster Gegenspieler Bismarcks zu nennen. Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurden Rechte und Machtstellung der Kirche durch Reichs- und preußische Landesgesetze beschnitten (Kanzelparagraph, Brotkorbgesetz) und auch die Zivilehe eingeführt. In diesem Zusammenhang äußerte Bismarck in einer Reichstagsrede den bekannten Satz: „Seien Sie außer Sorge, nach Canossa gehen wir nicht – weder körperlich noch geistig.“

Bismarcks zunehmend konservative Politik (Verstaatlichungen, Protektionismus, autoritäre Innenpolitik - siehe dazu auch Tendenzpolitik) führte ab 1876 zur Kanzlerkrise: nachdem bereits 1876 sein liberaler Amtsleiter Rudolf von Delbrück unter Protest zurückgetreten war, konnte sich Bismarck im März 1877 beim Kaiser nicht mit seiner Forderung durchsetzen, den preußischen Staatsminister Albrecht von Stosch zu entlassen. Dieser war enger Vertrauter des damaligen Kronprinzen Friedrich Wilhelm und wurde von Bismarck als potentieller Nachfolger gefürchtet. Verärgert über seinen Misserfolg beim Kaiser, trat Bismarck bis Januar 1878 einen längeren Urlaub an.

1878 nahm er dann das zweite Attentat auf Kaiser Wilhelm I. zum Anlass, das Sozialistengesetz im Reichstag zu initiieren, das bis 1890 in Kraft blieb. Dieses Ausnahmegesetz, das seinen Zweck letztlich verfehlte, erlaubte es, die sozialistische Agitation zu verbieten, ließ jedoch die politische Arbeit der Sozialdemokratischen Partei in Wahlmandaten wie beispielsweise im Reichstag unangetastet. Nachdem das Gesetzeswerk den Zweck, die Sozialdemokratie zu schwächen, verfehlt hatte, verlor Bismarck das Interesse daran; in seinen Gedanken und Erinnerungen widmet er diesem Thema kein einziges Wort.

Außenpolitik

Abbildung
Berliner Kongress gemalt von Anton von Werner
Vorn mittig Otto von Bismarck
Bildherkunft

Voraussetzung für Bismarcks erfolgreiche Außenpolitik war die „Saturiertheit“ des Reiches nach der Reichseinigung von 1871, das heißt der Verzicht auf weitere Expansion und weitere Annexionen nach der Krieg-in-Sicht-Krise von 1875. So konnte er durch eine geschickte Bündnispolitik das europäische Mächtegleichgewicht der „Großen Fünf“ (Pentarchie) erhalten, einer Isolierung Deutschlands vorbeugen und Kriege der Nachbarn gegen das Deutsche Reich, aber auch gegeneinander verhindern (Berliner Kongress 1878).

Siehe: Bündnispolitik Otto von Bismarcks

Nach dem Aufstieg Deutschlands in die Gesellschaft der großen europäischen Nationalstaaten mehrten sich in den 1870er-Jahren die Stimmen, die den Erwerb von Kolonien, insbesondere in Afrika, für das deutsche Reich forderten. Bismarck stand diesen Plänen desinteressiert und ablehnend gegenüber, da er sich geringe wirtschaftliche Vorteile davon versprach, und den Konflikt mit anderen europäischen Kolonialmächten befürchtete. 1871 lehnte Bismarck das Angebot der Franzosen ab, Cochinchina – etwa das heutige Vietnam – als Kolonie im Rahmen der Reparationsleistungen übertragen zu bekommen: „O! O! Cochinchina! Das ist aber ein sehr fetter Brocken für uns; wir sind aber noch nicht reich genug, um uns den Luxus von Kolonien leisten zu können.“ Unter dem zunehmenden innenpolitischen Druck stellte das Deutsche Reich jedoch 1884 und 1885 nach englischem Vorbild mehrere Besitzungen deutscher Kaufleute in Afrika und in Neuguinea unter seinen Schutz (siehe Deutsche Kolonien). Etwa zur gleichen Zeit beschloss der Reichstag – ebenfalls nach englischem Vorbild – die Bezuschussung von regelmäßig verkehrenden Linienschiffen nach Ostasien, den Reichspostdampferlinien. In der Folge wandte sich Bismarck von dieser Politik wieder ab und konzentrierte sich auf die europäische Sphäre, die ihm wichtiger war („Frankreich liegt links, Russland liegt rechts, in der Mitte liegen wir. Das ist meine Karte von Afrika.“).

„Der Lotse geht von Bord“

Abbildung
Bismarck-Mausoleum in Friedrichsruh
Bildherkunft

Bismarcks Sturz im Jahr 1890 ist vor allem auf das Scheitern eines von ihm vorgelegten verschärften Sozialistengesetzes im Reichstag zurückzuführen, das er gegen die durch bedeutende Wahlerfolge im Januar erstarkten Sozialdemokraten einsetzen wollte. Zudem wünschte der junge Kaiser Wilhelm II. künftig eine eigene Politik, frei von Bismarcks Einfluss, zu gestalten. Nach seiner entwürdigenden Entlassung (Bismarck selbst: „...die ich ein Leichenbegängnis erster Klasse mit Recht nennen konnte.“) am 20. März 1890 durch Wilhelm II. setzte wenig später eine beispiellose Bismarck-Verehrung ein (Bismarck-Denkmal, Bismarckstraßen und Bismarckgesellschaften). Bismarck starb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh. Er wurde in einem Mausoleum auf Friedrichsruh neben seiner Frau begraben. Eine Büste wurde in der Walhalla aufgestellt und er ist außerdem Ehrenbürger der Städte Darmstadt, München, Hamburg, Wandsbek, Kassel, Köln, Moers, Detmold, Zwickau, Rathenow, Wermelskirchen (1895) sowie seit 1895 aller badischen Städte.

Bismarck selbst wurde 1891 Mitglied des Kreistages von Stormarn. Er kandidierte auch für den Reichstag, wurde gewählt, nahm aber sein Mandat nie wahr.

Abbildung
Die Punch-Karikatur „Dropping the Pilot“ (dt. meist „Der Lotse geht von Bord“) von Sir John Tenniel zur Entlassung Bismarcks 1890
Bildherkunft

Eine Karikatur von Sir John Tenniel im englischen Satiremagazin Punch vom 29. März 1890 bei der Bismarck unter den Augen Wilhelms II. das Schiff verlässt, wurde mit „Dropping the Pilot“ betitelt, was oft fälschlicherweise mit „Der Lotse geht von Bord“ übersetzt wurde, was ein eigenmächtiges Verhalten Bismarcks bedeuten würde. Gemeint ist aber, dass der Kaiser durch die entwürdigende Entlassung des Mannes, der seit nun fast dreißig Jahren erfolgreich das (außen-)politische Geschick erst Preußens, dann des Deutschen Reiches leitete, einen großen Fehler beging und damit bereits in Richtung der Untiefen seiner eigenen Weltmachtpolitik und schließlich des ersten Weltkrieges steuerte.

Bismarcks Memoiren: Gedanken und Erinnerungen

Bismarck diktierte nach seiner Entlassung seine Memoiren, die unter dem Titel "Gedanken und Erinnerungen" veröffentlicht wurden. Der zweite Teil dieses Buches, in dem er sich sehr kritisch mit seiner Zeit als Kanzler unter Kaiser Wilhelm II. auseinandersetzte, sollte erst nach dessen Tod erscheinen. Mit der Revolution in Deutschland 1918 und dem Exil des Kaisers gingen die gesammelten Memoiren aber gegen den Protest der Familie Bismarck bereits 1919 in Druck.

Als historische Quelle ist das Werk mit Vorsicht zu genießen, da es Bismarck – wie schon zu seinen Lebzeiten – mit der historischen Wahrheit nicht so genau nahm. Sein Hauptzweck war die eigene Rechtfertigung und damit die Herabsetzung von Kaiser Wilhelm II. Das Werk gilt trotzdem als lesenswert, da es Eindrücke über Bismarcks Gefühlswelt vermittelt und meisterhaft formuliert ist.

Die Nachfolge

In seinem Bestreben, so lange wie möglich selbst Reichskanzler zu bleiben, hatte Bismarck trotz seines Alters nichts unternommen, einen Nachfolger aufzubauen. 1889 erwog er kurz, sich auf das Außenministerium zu beschränken, gab den Gedanken aber bald darauf wieder auf. Es wäre in der Tat auch schwer vorstellbar gewesen, einen Kanzler unter dem Schatten Bismarcks in seinem Kabinett zu haben. Aus dem gleichen Grund war auch seine Vorstellung irreal, seinen Sohn Herbert als Außenminister oder gar Kanzler einzusetzen.

Auf einen früheren Vorschlag von ihm wurde schließlich der politisch unerfahrene General Leo von Caprivi berufen.

Personenkult

Abbildung
Bismarck-Turm am Starnberger See
Bildherkunft

Abbildung
Der junge Bismarck auf der Rudelsburg
Bildherkunft

Bismarck wurden zahlreiche Ehrungen zuteil. Schon zu Lebzeiten errichtete man viele Denkmäler, meist Bronzestandbilder, aber auch architektonische Monumente widmete man ihm (→Bismarck-Denkmal). Der Bismarckturm zwischen Allmannshausen und Assenhausen am Starnberger See wurde zwischen 1896 und 1899 errichtet. Seine Studentenwohnung in Göttingen, das Bismarck-Häuschen, ist als kleines Museum zugänglich.

In der bildenden Kunst wurde er vor allem von Franz von Lenbach und Christian Wilhelm Allers portraitiert. Häufig findet man auch Darstellungen Bismarcks als Schmied, wie z.B. in einem Gemälde von Guido Philipp Schmitt, das Bismarck dabei zeigt, wie er der Germania das von ihm geschmiedete Reichsschwert übergibt.

Nach seinem Tode wurden ihm, finanziert in der Regel durch Spenden der Bevölkerung, zunehmend auch Groß-Monumente gewidmet. Vielerorts wurden Bismarcktürme und -säulen erbaut, teils herkömmliche Aussichtstürme, teils Feuersäulen mit Vorrichtungen, die es erlaubten, ein großes Gedenkfeuer zu entzünden. Viele dieser Bauwerke waren nach dem Entwurf des Architekten Wilhelm Kreis gestaltet, der bei einem Wettbewerb der „Deutschen Studentenschaft“ 1899 den ersten Preis erhalten hatte.

Nahe der Rudelsburg wurde ihm ein Denkmal errichtet. Von den unzähligen Bismarck-Denkmälern Deutschlands war dies das einzige, das ihn als lässig dasitzenden jungen Mann mit dem Couleurband um die Brust und einem studentischen Korbschläger in der Hand zeigte. Das Konzept, Bismarck als Student in legerer Haltung darzustellen, erzeugte kontroverse Diskussionen, war aber von ihm selbst am 27. April 1895 genehmigt worden. In der DDR wurde dieses Denkmal 1951/1952 durch die FDJ zerstört. Auf Betreiben seines Corps Hannovera Göttingen wurde das Denkmal originalgetreu reproduziert und schließlich im April 2006 eingeweiht.

Abbildung
Bismarck-Denkmal in Hamburg
Bildherkunft

Weiterhin wurde Bismarck die Skulptur des so genannten Adlers zugedacht, eine etwa 18 m hohe Aufschichtung von behauenen Steinquadern, die am Rand einer Aussichtsplattform am Hang des Hoyerbergs im gleichnamigen Stadtteil von Lindau (Bodensee) errichtet ist. Erkennbar ist diese Widmung durch Einarbeitung eines etwa 1,50 m großen Bismarck-Reliefs im Sockel.

Abbildung
Bismarck als Schmied, Germania das Schwert der Einheit übergebend
Bildherkunft

Das größte Bismarck-Monument in Deutschland ist das 1906 eingeweihte Bismarck-Denkmal in Hamburg-Sankt Pauli (Entwurf: Hugo Lederer), das den ehemaligen Reichskanzler als monumentale Roland-Figur darstellt, mit Rüstung und auf das Schwert gestützt. Der Plan, ein gigantisches Bismarck-Nationaldenkmal bei Bingerbrück zu erbauen, wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs verhindert. Ein Schlachtschiff der Tirpitz-Klasse wurde im zweiten Weltkrieg nach Bismarck benannt, das Schlachtschiff Bismarck.

An seinem Geburtsort Schönhausen wurde 1998 mit Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt ein Bismarckmuseum eingerichtet.

Am 1. November 2004 wurde in Jever ein weiteres Bismarckmuseum eröffnet. In der österreichischen Stadt Linz ist eine Straße nach Bismarck benannt.

Die Bundesrepublik Deutschland errichtete ihm zu Ehren 1996 die Otto-von-Bismarck-Stiftung als bundesunmittelbare Stiftung in Friedrichsruh.

Literatur

  • Hans-Walter Hedinger: Der Bismarckkult. Ein Umriß, in: Günther Stephenson (Hrsg.): Der Religionwandel in unserer Zeit im Spiegel der Religionwissenschaft. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1976, p. 201-215.
  • Rolf Parr: "Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust!" Strukturen und Funktionen der Mythisierung Bismarcks (1860–1918). München: Fink 1992, ISBN 3-7705-2727-5
  • Klaus Hildebrand: Das vergangene Reich – Deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler. DVA, Stuttgart 1995.
  • Lothar Gall: Bismarck. Ullstein 1997.
  • Rolf Hennig: Bismarck und die Natur. Nimrod, Suderburg 1998, ISBN 3-927848-19-0
  • Volker Ullrich: Otto von Bismarck. Rowohlt, Reinbek 1998
  • Sebastian Haffner: Von Bismarck zu Hitler'. Droemer Knaur 2001
  • Robert Gerwarth: The Bismarck Myth. Weimar, Germany and the Legacy of the Iron Chancellor. Oxford University Press 2005
  • Bernd Heidenreich / Frank-Lothar Kroll (Hrsg.): Bismarck und die Deutschen. Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2005, ISBN 3-8305-0939-1

Siehe auch

 hier]}}

Weblinks

{{NaviBlock |Navigationsleiste Preußische Ministerpräsidenten |Navigationsleiste Reichskanzler Deutsches Kaiserreich }}

Bismarck, Otto von

{{Personendaten|

 NAME=Bismarck, Otto Eduard Leopold von

|ALTERNATIVNAMEN=der Eiserne Kanzler |KURZBESCHREIBUNG=deutscher Politiker und erster Reichskanzler des Deutschen Reiches |GEBURTSDATUM=1. April 1815 |GEBURTSORT=Schönhausen |STERBEDATUM=30. Juli 1898 |STERBEORT=Friedrichsruh bei Hamburg }}

ast:Otto von Bismarck nds:Otto von Bismarck scn:Otto von Bismarck sco:Otto von Bismarck simple:Otto von Bismarck


Diskussion der Autoren über den Artikel: Otto von Bismarck


Allgemein

Stimmt das, das Otto von Bismarck, den Koran als etwas Besonderes und Befürwortenswertes gehalten hat? Ich hab das mal irgendwo gelesen und möchte mich jetzt vergewissern. Kayserli

Faktentabelle für Bismarckartikel

Ich dache mir ich lege mal eine Tabelle mit den in dem Artikel enthaltenen Fakten und den dazugehörigen Quellen an, damit man schnell nachprüfen kann das diese nicht nur dem Hirn eines Wikipedianers entspringen. Die Tabelle kann ja bei Bedarf ergänzt werden. --Stefanwege 17:26, 24. Aug 2004 (CEST)

Fakt Quelle
Bismarck wurde am 1.April 1815 in Schönhausen geboren. bismarck-museum-schoenhausen.de, bismarcktuerme.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
Bismarck starb am 30. Juli 1898 in Friedrichsruh preussen-chronik.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
B. war seit 1865 Graf bismarck-museum-schoenhausen.de, bismarcktuerme.de, deutsche-schutzgebiete.de
B. war Fürst von Bismarck-Schönhausen weltchronik.de, erziehung.uni-giessen.de, deutsche-schutzgebiete.de
und zwar seit 1871
deutsche-schutzgebiete.de
B. war zwischen 1890-1898 Herzog von Lauenburg. deutsche-schutzgebiete.de
Otto von Bismarck studierte Rechtswissenschaften (Jura) in Göttingen un Berlin bismarck-museum-schoenhausen.de, bismarcktuerme.de,preussen.de

B. war Mitglied des Corps Hannovera deutsche-schutzgebiete.de
B. war als Verwaltungsbeamter erfolglos
?
B. war angehender Verwaltungsbeamter (Refendar) gilthserano.de
B. war Landwirt bismarcktuerme.de
B. übernahm die Bewirtschaftung des Bismarckschen Besitzes Schönhausen preussen-chronik.de
B. beschäftigte sich intensiv mit Philosophie, Kunst, Religion und Literatur gilthserano.de
B. war meisterlicher Redner gilthserano.de
B. war bereits als Landwirt meisterlicher Redner
?
B. war meisterlicher Briefe-Schreiber ?
B. heiratete 1847 Johanna von Puttkamer preussen-chronik.de, bismarck-museum-schoenhausen.de, bismarcktuerme.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
Marie von Thadden war B. wahre Liebe ?
Marie von Thadden war die beste Freundin von Johanna von Puttkamer ?
B. hat Marie von Thadden versprochen Johanna von Puttkamer zu heiraten ?
B. hat einen Sohn Namens Herbert bismarck-museum-schoenhausen.de
Herbert ist Johannas Sohn
?
B. hat eine Tochter Namens Marie bismarck-museum-schoenhausen.de
1847 wurde er auch Mitglied des preußischen Vereinigten Landtages deutsche-schutzgebiete.de
 ACK, ist korrekt. Habe hier die Biographie Bismarcks ("Preußische Profile", 
 Sebastian Haffner). 84.188.129.109 21:16, 25. Aug 2006 (CEST)

und zwar am 8. Mai
preussen-chronik.de
Wiederspruch: B. wurde 1849 Mitglied des preußischen Landtags gilthserano.de
 Falsch. 1849 wurde er Mitglied der 2. Preußischen Kammer, Mitglied 
 des Vereinigten Landtags wurde er bereits 1847 84.188.129.109 21:16, 25. Aug 2006 (CEST)

Während der Märzrevolution von 1848/49 profilierte B. sich als konsequenter Verteidiger der Monarchie deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
B. wurde 1851 in den diplomatischen Dienst berufen preussen-chronik.de
B. war Gesandter beim Bundestag in Frankfurt/Main
bismarck-museum-schoenhausen.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
B. war Botschafter in Sankt Petersburg
preussen-chronik.de,preussen.de
und zwar von 1859 - 1862
bismarck-museum-schoenhausen.de, bismarcktuerme.de, deutsche-schutzgebiete.de
B. war ab 1862 Botschafter in Paris
preussen-chronik.de, bismarck-museum-schoenhausen.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
1862 wurde B. preußischer Ministerpräsident preussen-chronik.de, deutsche-schutzgebiete.de
B. wird 1867 Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes bismarcktuerme.de, deutsche-schutzgebiete.de

Innenpolitik
In Folge des Verfassungskonflikts wurde das Amt des Preußischen Ministerpräsidenten neu geschaffen ?
1871 beginnt Bismarck den Kulturkampf bismarck-museum-schoenhausen.de
1878 beendet Bismarck den Kulturkampf preussen-chronik.de
Der Kanzelparagraph wurde 1871 eingeführt
fundus.org
Der Brotkorbgesetz wurde 1875 eingeführt
fundus.org
Die Zivilehe wurde 1874 eingeführt
fundus.org
B. sagte den Satz "Seien sie außer Sorge, nach Canossa gehen wir nicht - weder körperlich noch geistig." Canossa, Bismarck und die Säule von Bad Harzburg,
1878 fand ein Attentat auf Kaiser Wilhelm I statt. deutsche-schutzgebiete.de
B. nahm das Attentat zum Anlass das Sozialistengesetz zu initiierern.
deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
B. setzte von 1881-1889 weit reichende Sozialgesetze zur Kranken-, Unfall-, Renten- und Invaliditätsversicherung durch. preussen-chronik.de,preussen.de

Außenpolitik
Bismarcks Politik beinhaltete nach der Reichsgründung den Verzicht auf weitere Expansionen und Annexionen. geschichtsverein-koengen.de
Bismarck verhinderte Kriege gegen das Deutsche Reich ?
Bismarck verhinderte Kriege unter den Nachbarländern Deutschlands ?
Deutschland schloss 1873 das Dreikaiserabkommen mit Österreich-Ungarn und Russland geschichtsverein-koengen.de

Der Lotse geht von Bord
B. legte ein verschärftes Sozialistengesetz vor ?
:B. wurde aufgrund des Scheiterns dieses Gesetzvorlage gestürzt. ?
Wilhelm II entlies B. weil er eine Politik ohne Einfluss von Bismark machen wollte preussen-chronik.de, deutsche-schutzgebiete.de, preussen.de
B. wurde am 20. März 1890 durch Wilhelm II. als Reichskanzler entlassen preussen-chronik.de, bismarcktuerme.de
Bismarcks Entlassung war unwürdig. ?
Nach B. Entlassung setzte eine Bismarck-Verehrung ein. ?
B. wurde in einem Mausoleum in Friedrichsruh beigesetzt. uni-protokolle.de, stormarn.city-map.de
B. wurde neben seiner Frau begraben. ?
Bismarcks Memoiren haben den Titel "Gedanken und Erinnerungen" Das Buch hat die ISBN 3548265561
Der zweite Teil von Bismarcks Memoiren sollte erst nach dem Tod Kaiser Wilhelm II. erscheinen. ?
Der zweite Teil von Bismarcks Memoiren erschien bereits 1919. ?
Bewertungen
B. sagte den Satz:"Die Händel auf dem Balkan sind mir nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert." ?

Eine Argumentation für die Notwendigkeit von Faktentabellen siehe Stefanwege/Faktentabellen

Sonstiges

Nach ihm sind viele Schulen benannt,... Sollen die jetzt wirklich hier aufgeführt werden? Und was ist mit Straßen, Plätzen, Schiffen, Heringen? --Mikue, 21. Januar 2004


Ich habe Teile gelöscht und zwar, weil die Infos entweder auch schon weiter vorn im Text standen oder weil sie mir sehr zweifelhaft vorkamen. Zum Beispiel:

"...sein Ansehen immer weiter sank, denn es gab viele innenpolitischer Misserfolge (Steuerreform)". -- Wenn Bismarcks Ansehen immer weiter sank, wie erklärt sich dann der Personenkult nach seinem Abdanken.

"Bismarck kam es nicht auf sein Ansehen im Volk an." -- Nun die meisten Politiker sind eitel, ohne Angabe einer Quelle bin ich nicht bereit das zu glauben.

"Bismarck setzte viele Gesetzte durch um die Stellung Preußens zu stärken." -- Welche Gesezte denn? - Gibt es eine Quelle in der das steht?

Bismarck versuchte mit der Kolonialpolitik das Interesse der Bevölkerung nach Außen lenken um innenpolitische Probleme zu verschleiern. -- Welche Innenpolitischen Probleme? -- Gibt es einen Beleg (Quelle)?

Bismarck hatte am Kolonialismus nie Interesse, sondern stand ihm, was Deutschland anging, skeptisch gegenüber: Er sah das Reich als reine Kontinentalmacht (neben anderen - wohlgemerkt), die mit ihren Nachbarn auf dem eigenen Kontinent schon genug zu tun hatte. Nachzulesen bei Haffner, Von B. zu Hitler. --Strafrechtler 15:52, 25. Aug 2005 (CEST)

Die Infos über die Schutzzollpolitik habe ich nach Deutsches Kaiserreich verschoben, da nicht erkennbar war inwieweit diese etwas mit Bismarck zu tun haben.


"Ein Schlachtschiff der Tirpitz-Klasse wurde im zweiten Weltkrieg nach Bismarck benannt" <--- Die Bismarck war vor der Tirpitz (als erstes Schiff der Klasse) vom Stapel gelaufen, daher ist es ein Schiff der Bismarck-Klasse. 84.190.238.103 16:15, 12. Nov. 2006 (CET)

Der "manchesterliche" Bismarck

Ich habe folgende Zeile aus dem Text gelöscht: "Bismarck selbst hat sich bis zuletzt nicht ganz von manchesterischem Denken verabschiedet." - Es ist schon sehr putzig, was einige Menschen so unter Manchesterliberalismus verstehen. Bismarck war nicht manchesterlich! Bismarck hat doch mit Ressentiments gegen den Manchesterliberalismus Politik gemacht. Sein größter Gegenspieler im Reichstag war Eugen Richter, der - wie kann es auch anders sein - ein Manchestermann war. --Chopin 20:57, 30. Okt 2004 (CEST)

Diese Medaille hat ihre zwei Seiten. Zwar war B. sicher kein Manchesterliberaler im klassischen Sinne, dazu war er zu tief dem Landjunkertum verwurzelt. Andererseits hat er sich - seinen eigenen Memoiren zufolge - massiv etwa gegen Arbeitszeitbeschränkungen (wie das Verbot der Sonntagsarbeit) eingesetzt, mit dem Argument, wenn ein braver Familienvater eifrig arbeiten wolle, um seine Familie zu ernähren, solle man ihm diese Freiheit doch lassen. Und diese Vorstellung individueller Freiheit in Zeiten des Frühkapitalismus würde ich spontan schon manchesterliberal nennen. Hier übrigens waren die Christsozialen Kreise um Wilhelm II. die Gegenspieler. - Joerch 15:37, 1. Nov 2004 (CET)

Stand- und Denkmale

Davon gibt es doch tausende und man kann das niemals nach NPOV auflisten. --Saperaud [ @] 18:11, 10. Apr 2005 (CEST)

Dieses Kapitel ist hier ohnehin überflüssig, da es einen Artikel Liste der Bismarck-Denkmäler gibt, wo man die wichtigsten Denkmäler finden kann. Daher habe ich es gelöscht. --Jnn95 15:19, 13. Apr 2005 (CEST)

Politik

Bevor jetzt noch Sozialpolitik Otto von Bismarcks, Rechseinigungspolitik Otto von Bismarcks und Militärpolitik Otto von Bismarks auftaucht ein Vorschlag: 1. Außenpolitik Otto von Bismarcks und Innenpolitik Otto von Bismarcks oder ganz allgemein, da auch schlecht trennbar, 2. Politik Otto von Bismarcks > et finito. --Saperaud [ @] 07:53, 17. Apr 2005 (CEST) PS: Ich beziehe mich auf Bündnispolitik Otto von Bismarcks und Kolonialpolitik Bismarcks.

Pour le Mérite

Kann jemand bestätigen, dass Biskmarck Träger der Friedensklasse des pour le mérite war? Ich kann es mir nämlich auf keinen Fall vorstellen und würde es dann rausnehmen. --Koffer 00:34, 28. Jun 2005 (CEST):wenn er aus den Machtstrukturen heraus den PlM nicht geschafft haben sollte, wer denn dann in seiner Zeit? Insofern wäre ich mit dem Löschen sehr vorsichtig. Nachfragemöglichkeit besteht unter fremdlink bei Otto-von-Bismarck-Stiftung.--Kresspahl 00:48, 28. Jun 2005 (CEST)

Ich bin mir (fast) sicher, dass er ihn nicht hat, weil die Friedensklasse (um die es hier ja geht) ausschliesslich für Wissenschaft und Künste vergeben wird/wurde. Er hat natürlich den Schwarzen Adler Orden und viele andere, aber eben nicht den Pour-le-Mérite (Friedensklasse). --Koffer 01:00, 28. Jun 2005 (CEST)
Ich werde das bei nächster Gelegenheit einmal bei oben genannter Stelle nachfragen und melde mich dann.--Kresspahl 22:32, 28. Jun 2005 (CEST)

Falscher Link

Betreff : www.bismarck-museum-schoenhausen.de

Frage : Was hat dieser Link mit "Kochideen zu tun" ?

MfG

Herr.Urban@gmx.de

Sinnlose Verknüpfung

Der Hyperlink, der auf "Brotkorbreform" liegt, leitet zum bereits geöffneten Artikel über Bismarck; einen eigenen Artikel für die Brotkorbreform scheint es nicht zu geben.

Lesenswert-Diskussion

Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, genannt der Eiserne Kanzler, (* 1. April 1815 in Schönhausen (heute Sachsen-Anhalt); † 30. Juli 1898 in Friedrichsruh bei Hamburg), war ein deutscher Staatsmann. Er war der Gründer und erste Kanzler des 2. Deutschen Reiches. Vormals war er Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes.

  • Abbildung
    Symbol support vote.svg
    Bildherkunft
    Pro

    Pro . Ein sehr schöner Artikel über eine der Schlüsselfiguren der deutschen Geschichte. --Bender235 16:01, 13. Okt 2005 (CEST)

    • Abbildung
      Symbol support vote.svg
      Bildherkunft
      Pro

      Pro . Sicherlich lesenswert, aber: Keine Literatur? Was macht eigentlich die Otto-von-Bismarck-Stiftung? Soviel ich weiß, eine neue kritische Ausgabe der Werke, weil die alten geschönt waren? Diese quellenkritische Frage taucht leider nicht auf. Auch nicht im Stiftungsartikel. --Luha 00:59, 14. Okt 2005 (CEST)

      • Abbildung
        Symbol support vote.svg
        Bildherkunft
        Pro

        Pro Meiner Meinung nach lesenswert. -- Roffle 08:35, 20. Okt 2005 (CEST)

        Bismarck gegen Reichseinigung?

        Was soll dieser Abschnitt? habe ihn vorsichtshalber aus dem eigentlichen Artikel rausgenommen, da er so nicht stehenbleiben kann.

        Jedoch war Bismarck, der bekanntlich Monarchist war, nicht mit der Reichseinigung zufrieden, die mehr oder weniger auch auf Druck der Nationalisten und des Volkes auf ihn als Kanzler "erzwungen" wurde. Insbesondere bei Verlesung zur Proklamation, die Bismarck selber tätigte, soll ihm besonders die Formulierung über Kaiser Wilhelm I. als "Mehrer des Volkes und des Reiches" auf den Magen geschlagen sein, da offiziell seine Bemühungen nicht gewürdigt wurden, stattdessen fiel alles auf Kaiser Wilhelm zurück.

        Pluriscient 040744Ajan05 Bismarck war zunächst GEGEN einen dt. Nationalstaat (Zitat: Mit Dtschl. halte ich es soso lalal, was zählt ist Preußen") Er sprach bis Ende der 50'er Jahre von einem "nationalen Schwindel", aber ab den 60'er Jahren wollte er von seiner "Anti-Deutschen" Einstellung nichts mehr wissen. Für genauere Schilderung siehe Haffner: Von Bismarck zu Hitler"

        Gruss David

        Ergänzenswert?

        Imho fehlen noch einige nicht unwichtige Aspekte
        • fällt überhaupt der Begriff "Realpolitik", bei dem doch eine gewisse Verbindung zu Bismarck wohl nicht aus der Luft gegriffen ist?
        • Bismarcks Wandel vom "Krautjunker" ("Conservative Backwoodsman" ohne Sinn für die Dynamiken der modernen Zeit - so etwa schildert Enc. brit. den Bismarck der Jahre vor 1848/1850) zum - eben - geschickt taktierenden "Realpolitiker".
        • Nicht nur "Linke" kritisierten Bismarck, auch liberale und konservative Historiker z. B. äußerten sich mitunter kritisch: Wilhelm Mommsen sprach von der "entsittlichenden Wirkung der innenpolitischen Taktik des Reichsgründers". Ähnlich Gerhard Ritter, der Bismarck sonst durchaus verteidigte: "In Deutschland machte er (d. i. Bismarck) Schule gerade mit seinen funkelnden Kraftworten". Außerdem konstatierte Ritter "mangelnden Rechtssinn".
        SemiKondukator 22:12, 11. Jan 2006 (CET)
        • Im Artikel fehlt jeder Hinweis auf Bismarcks Pressepolitik bzw. Propaganda. Denn Bismarcks Innen- wie Außenpolitik war immer von scharfen Auseinandersetzungen um die öffentliche Meinung begleitet. Unter Weblinks sollte auch ein Link auf ein DFG-Projekt gesetzt werden, das zwei wichtige Instrumente der Bismarckschen Pressepolitik im Volltext und als Images samt diversen Indizes und Kommentaren ins Internet stellt: Die Provinzial-Correspondenz und die Neuesten Mittheilungen. Die im Aufbau befindlichen Seiten sind erreichbar unter: DFG-Projekt Bismarcks Pressepolitik (Provinzial-Correspondenz und Neueste Mittheilungen)

        Brands, 30.08.2006: Unter den Ehrenbürgerstädten ist Duisburg hinzuzufügen, das bereits am 1.4.1890 beschloss, Bismarck das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Möglicherweise als erste deutsche Stadt überhaupt (?). Quelle: Duisburger Forschungen, Band 17, S. 181ff., Walter Braun Verlag, Duisburg 1973

        Der Lotse geht von Bord“

        wenn da so eine Überschrift ist erwarte ich eine Abbildung dieser berühmten Zeichnung. ausserdem könnte man mal die alten Artikel hier in eine Archivabteilung schieben.Jakob Mitzlaff 09:45, 7. Mär 2006 (CET)

        Hier ist einfach das Bild von http://www.deutsche-schutzg... verwendet worden (siehe Datum und Pixel!!!) 217.85.101.224 23:20, 8. Jun 2006 (CEST)

        "Gemeint ist aber, dass der Kaiser durch die entwürdigende Entlassung [...]einen großen Fehler beging und damit bereits in Richtung der Untiefen seiner eigenen Weltmachtpolitik und schließlich des ersten Weltkrieges steuerte." --> Wenn die Karikatur von 1890 ist, können die vom ersten Weltkrieg noch nichts gewußt haben. Sollte man ändern [Paul] 14:29, 13. Okt 2006 (CET)

        Bismarck - Sozialgesetzgebung

        Obwohl zu der Zeit noch nicht die Psychologie so weit war, war Bismarck sehr gut in Menschenkenntnis und Gruppendynamik. Ein Geschichtslehrer von mir, den ich leider nicht mehr Fragen kann, hatte dazu eine Literatur und (nicht nur) ich die alten Schulsachen seit Jahre weggeworfen. Die Beteiligung Haelfte Arbeitnehmer und Haelfte Arbeitgeber hatte genau diesen Hintergrund. Er brachte damit beide ins selbe Boot, d.h. der Unternehmer hatte dadurch auch ein Interesse, dass die Kosten niedrig bleiben. Gegen die "Schwarzen Schafe" (andere gesundheitsgefahrdende Unternehmer, schlechte Mediziner und Krankenhaeuser) war damit der Arbeitnehmer nicht alleine und es fanden sich genug Unternehmer, die das dann auch unterstuetzten. Bei einem festen Prozentteil ist Ihnen das vollkommen egal und der Arbeitnehmer steht dann allein dem Gesundheitswesen, das auch Unternehmen! sind, einsamer und hilfloser gegenueber. Bismarck hatte dies mit seinen, anderen Worten geschickt umschrieben. Das ist der Hauptpunkt des Unterschiedes unseres Sozialsystems im Vergleich zu vielen anderen und politisch heute dringend notwendig dieses Wissen wieder unter die Bevoelkerung zu bringen. Ohne die Quelle wird, wenn ich das an geeigneter Stelle einarbeite, als Hintergrund Know How, warum die Regelung 50/50 ist, sicher nur geloescht. Wer diese Literatur irgendwo noch parat hat, bitte einarbeiten!

        --68.37.227.138 06:23, 29. Mär 2006 (CEST) Dieter

        Fragen zum Bismarck-Artikel in bisheriger Fassung

        Zitat aus den ersten Zeilen des Artikels: "Er ließ auch Post zurückgehen, die so adressiert war. Angeblich bevorzugte Bismarck seine schlesische Herrschaft und fühlte sich durch die ihm zuteil gewordene Herzogswürde herabgesetzt."

        Wieso "schlesische Herrschaft"? Der ganze Abschnitt erscheint mir fragwürdig. Schlicht "Hörensagen" !

        Er hatte Besitzungen in der Gegend von Magdeburg und in Pommern - aber doch nicht in Schlesien (soweit ich weiß)! Und wenn der eine Teil des Satzes schon falsch ist, dann vermute ich gleich mal, das der andere Teil auch nicht stimmt! Er erhielt seinen Herzogstitel im Zusammenhang mit der Entlassung durch Wilhelm II. Das scheint mir die wahre Ursache dafür zu sein, daß er diesen Titel nicht führte. Aber auch dies ist Spekulation. Die Wikipedia sollte sich solcher Spekulationen enthalten und nur die Fakten aufführen. In diesem Fall also nur, daß er den Herzogstitel im Zusammenhang mit seiner Entlassung erhielt und den Titel nicht führte. --Raubfisch 18:49, 30. Mai 2006 (CEST)

        Formulierung @ #Außenpolitik

        Der folgende Satz ist, mit Verlaub, schlecht: "Bismarck, der befürchtete, dass der bekanntermaßen englandfreundliche Kronprinz Friedrich Wilhelm bei seinem Amtsantritt ein eher englisch gesinntes Kabinett einrichten würde, wollte bewusst eine eher englandfeindliche Stimmung im Volk schaffen." Er könnte z.B. lauten: "... bei seinem Amtsantritt ein dem Empire freundlich gesinntes Kabinett einrichten würde,..." Vielleicht habe ich es auch komplett falsch verstanden und überlasse ob dieser Möglichkeit das korrigieren nun euch. Grüße, Pingelfred --82.83.75.2 16:03, 18. Jun 2006 (CEST)

        Ich halte die ganze Story ohnehin für unwahr. --SKopp 14:35, 15. Jul 2006 (CEST)
        Es gibt so weit sich sehe in Forschung unterschiedliche Meinungen zu Gründen für Bs Kolonialpolitik (innen- und außenpolitische - zb. Vorhandensein einer Kolonialbewegung in Deutschland die Druck machte, Teil des allgemenen Wandel von Bismarks Politik von den Nationalliberalen zu den Konservativen, aber auch Reaktion auf außenpolitische Ereignisse, Umstrukturierung der Mächtekostellation und Versuch England herauszufordern und sich Frankreich anzunähren usw) aber der im Artikel genannte Grund findet sich in Forschungsüberblick nur im Zusammenhang älterer Forschungstraditionen wieder. Scheint Eindruck zu bestätigen, dass Artikel insgesamt nicht auf Höhe der Zeit ist.--Machahn 15:00, 15. Jul 2006 (CEST)

        Review Juli 2006

        Im Artikel fehlt die Reichseinigung von 1871 - Bismarcks bedeutendste Leistung. Im Prinzip fehlt alles aus Bismarcks Leben nach 1871. Außerdem besitzt der Abschnitt "Kritik" viele Fehler. Der Artikel war mal als Lesenswert eingestuft worden bzw. ist es bisher unverständlicherweise immer noch. Der Artikel muss stark verbessert werden, um wirklich als "Lesenswert" zu gelten.--Emergenz Emergenz 01:29, 8. Jul 2006 (CEST)

        Mal ganz abgesehen vom Inhalt: Die Häufung der Bilder im Personenkult ist etwas unschön, da dadurch das Literaturverzeichnis zwischen zwei Bildern eingequetscht wird. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 08:46, 8. Jul 2006 (CEST)
        In der Tat hat Artikel gravierende Mängel. Verschiedene Kleinigkeiten: "Staatsdienst zu langweilig, daher Einjähriger-Freiwilliger" - Einjährig-Freiwilliger war keineswegs eine wirklich freiwillige Meldung sondern Ersatz für Gebildete für den längeren normalen Wehrdienst. Außerdem könnte man vom ersten Abschnitt Leben, den Aspekt Eintritt in die Politik (1848 ff.) abtrennen. Gliederung mit Überschriften in Innenpolitikteil wäre nicht schlecht. (z.B.Verfassungskonflikt, Kulturkampf, Kanzlerkrise und Sozialistengesetz).
        Inhaltlich:
        • Weder in Innen- noch Aussenpolitik wird Bismarks Anteil an Kriegen zwischen 1864 und 1870/71 thematisiert - der Weg zum Bismarckschen Nationalstaat kommt zu kurz.
        • Innenpolitik nach 1871: Es fehlen die großen Linien - zunächst Bündnis mit Nationalliberalen (Reichsgründungszeit) + im Zusammenhang mit innenpolitischen Problemen aber auch der "Großen Depression" seit den späten 1870er Jahren Übergang zu einer von den Konservativen gestützten Politik. (Stichwort "Zweite Reichsgründung")
        • Kulturkampf (im Vergleich zu anderen Teilen überdurchschnittlich lang): Es ist zu bezweifeln, dass Aussenpolitik entscheident für Kulturkampf war, wie es im Artikel scheint. Es fehlt dabei auch der Hinweis, dass dieser nicht eine Sache Bs allein war, sondern von den Liberalen mitgetragen und vorangetrieben wurde.
        • Sozialistengesetz: Im Vergleich zum Kulturkampf sehr knapp. Das wäre so weit okay, wenn nicht das Gegenstück fehlen würde - kein Wort zur Sozialgesetzgebung.
        Fazit: ein Artikel über Bismarck ohne Sozialgesetzgebung, Beitrag zur Gründung des zweiten Deutschen Reiches und die Verlagerung der innenpolitischen Unterstützer von Bs Politik von den Liberalen zu Konservativen! Dieses muss dringend eingearbeitet werden. (Bemerkungen beruhen nur auf rascher Durchsicht, es könnten wohl bei genauerer Lektüre noch mehr Mängel gefunden werden.)--Machahn 11:24, 8. Jul 2006 (CEST)
        Gut dann haben wir schonmal eine kleine Analyse des Artikels vorliegen. Nun müssen die Fehler ausgemerzt bzw. die Erweiterungen hineingebaut werden. Gibt es Experten, die besonderes Interesse an der Bearbeitung des Artikels haben ? Bismarck ist schließlich wohl eine der bedeutensten Persönlichkeiten Deutschlands bzw. Preußens ! Ich würde mich auch an der Arbeit beteiligen - kann aber aus Zeitgründen nicht den gesamten Artikel bearbeiten.--Emergenz Emergenz 03:14, 9. Jul 2006 (CEST)

        Der Abschnitt Kritik ist zusammenhangsloses Geschwalle und müsste völlig neu geschrieben werden. Ich wundere mich, wie der Artikel damit überhaupt als lesenswert gekürt werden konnte. --Decius 13:29, 13. Jul 2006 (CEST)

        Full ACK. Ich bin fürs Rausschmeißen des Abschnitts, so kann dieser Quark nicht stehenbleiben. 84.188.129.109 21:06, 25. Aug 2006 (CEST)

        Absatz Kritik

        Wie meine Vorredner (siehe letzter Absatz über diesem Abschnitt) halte ich diesen Absatz für qualitativ schlecht. Ich nehme den Absatz also mal aus dem Artikel und schiebe ihn hierher:

        Bismarck war und ist eine Ikone der Konservativen, aber eine Hassfigur der Linken. Seine Machtpolitik bereitete ihm schon zu Lebzeiten zahlreiche Feindschaften, aber auch viele Bewunderer. Seine bedeutenden Erfolge machten ihn jedoch weitgehend unangreifbar. Kritiker wenden heute oft ein, Bismarck habe jene machtpolitischen Verflechtungen geschaffen, die zum Ersten Weltkrieg führten, indem er das Deutsche Reich „nicht durch Reden und Majoritätsbeschlüsse, sondern durch Eisen und Blut“ schuf (Bismarck in der Budgetkommission 1862). Bismarck sah besondere Gefahren, die nach seiner Ansicht vom Balkan ausgingen: „Die Händel auf dem Balkan sind mir nicht die Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert.“ Wird Bismarck für „seine“ Sozialgesetzgebung bis heute gerühmt, so wird er wegen der Verfolgung so genannter „Reichsfeinde“ durch Kulturkampf und Sozialistengesetz kritisiert. Dass Bismarck die Reichsverfassung von 1871 auf seine Person zuschnitt, hat sich angesichts seiner politisch zumeist schwachen Nachfolger als fatal herausgestellt. Daher verstanden es seine Nachfolger auch nicht, grundlegende (und notwendige) Reformen der Staatsstruktur durchzusetzen, beispielsweise Abschaffung des Dreiklassenwahlrechts in Preußen oder die Parlamentsverantwortlichkeit der Regierung. Der größte Kritikpunkt vieler Historiker heutzutage gilt dem letzten Einigungskrieg und der folgenden Reichsgründung. Beide bedeuteten eine Demütigung Frankreichs, welches von diesem Zeitpunkt an auf Revanche aus war. Bismarck erkannte den Revanchegedanken und versuchte, Frankreich zu isolieren, gleichzeitig Krieg in Europa durch ein System mehrerer Allianzen unmöglich zu machen. Auf ewig war dieser Plan jedoch nicht umsetzbar und scheiterte schließlich an der Politik des Kaisers Wilhelm II., der ab 1890 direkt in die Außenpolitik des Deutschen Reiches eingreifen sollte. Recht einmütig loben Historiker Bismarcks diplomatisches Geschick, das er sich unter anderem als Gesandter in Paris und Petersburg aneignete. So geschickt, wie er in der Diplomatie handelte, so ungeschickt handelte er im Inneren, was ihn immer wieder in Bedrängnis brachte.

        Auch persönlich hatte er einige recht unangenehme Züge. Personen, die ihm seiner Meinung nach schaden wollten, konnte er mit unerbittlichem Hass verfolgen. So ruinierte er zum Beispiel das Leben des Grafen Armin, nur weil er glaubte, dieser könnte als Reichskanzler in Betracht kommen. In Wirklichkeit hatte der Graf keine Ambitionen und ließ sich Bismarck gegenüber keine Illoyalität zu schulden kommen. Selbst in seinen Memoiren, lange nach Armins Tod, widmet er diesem ein hasserfülltes Kapitel.

        Gruß Stefanwege 19:12, 30. Aug 2006 (CEST)

        Wiederwahl: Otto von Bismarck (Archivierung Abstimmung 26. September bis 3. Oktober 2006)

        Der Artikel über den Reichskanzler ist mir schon länger negativ aufgefallen. Vor allem reicht der Abschnitt "Leben" nur bis zur Reichsgründung und auch der Bereich der "Außenpolitik" ist (trotz des Verweises auf die Bündnispolitik) ziemlich kurz geraten. Im kürzlichen Review vom Juli tat sich auch nicht viel; daraus folgt meiner Meinung nach, dass dieser Artikel nicht als "lesenswert" zu kennzeichnen ist. In diesem Sinne von mir ein

        Abbildung
        Symbol oppose vote.svg
        Bildherkunft
        Contra

        Contra .

        • Abbildung
          Symbol support vote.svg
          Bildherkunft
          Pro

          Pro - dass beim review nichts rauskam, kann auch daran liegen, dass nicht jeder den artikel überarbeitungswürdig findet. sein lebensweg ab der reichsgründung ist eng an seinen beruf als reichskanzler geknüpft. insofern ist die übrige biographie im weiteren verlauf zu lesen. dem ende seines politischen werdegangs ist dann auch der bezeichnende abschnitt "der lotse geht von bord", anlehnend an eine karikatur, gewidmet. --DerGrobi 15:12, 26. Sep 2006 (CEST)

          Das Problem ist ja gerade, dass der Artikel schon für überarbeitungswürdig befunden wurde. Die Problempunkte wurden im Review (und jetzt auch hier) angesprochen, aber nicht behoben. Auch dort wurde das "Lesenswert"-Etikett bezweifelt. Und da sich jetzt längere Zeit nichts Größeres getan hat und ich glaube, dass das längere Zeit in Anspruch nehmen wird, jetzt erstmal die Abwahl. MfG, Frange 17:30, 26. Sep 2006 (CEST) (Sorry, habe vorhin beim Beitrag oben das Signieren vergessen...)

          • So wie er jetzt ist
            Abbildung
            Symbol oppose vote.svg
            Bildherkunft
            Contra

            Contra (s.auch Diskussionsseite/Review) Nur versteckt findet sich Beitrag Bismarcks zur Reichsgründung im Abschnitt Leben - hier ist eigener Unterabschnitt dringend nötig. Mir fehlen innenpolitisch grundsätzlich die großen Linie - wie sie eigentlich in der Forschung mittlerweile Konsens sein dürften. Einteilung in eine "liberale Ära" bis 1878 inklusive allerdings auch des Kulturkampfs + des Sozialistengesetz, anschließend die konservative Wende inklusive Schutzzollpolitik usw. Einiges wird zwar knapp angerissen, aber wirklich deutlich wird IMO Politik nicht. Ein Artikel der zwar Sozialistengesetz knapp benennt, aber das Gegenstück Sozialversicherung nicht berührt, läßt wesentliche Aspekte aus. Insbesondere die Abschnitte Innen- und Aussenpolitik bedürften einer erheblichen Überarbeitung + Erweiterung. Völlig unproportional lang im Vergleich zur Zeit der Ministerpräsidenten-/Kanzlerzeit ist Sturz, Nachleben + Bismarckhering! (PS wollte mich Artikel irgendwann intensiv widmen, bin aber noch nicht so weit gekommen).--Machahn 16:09, 26. Sep 2006 (CEST)

            • Auch
              Abbildung
              Symbol oppose vote.svg
              Bildherkunft
              Contra

              Contra . Schließe mich dem vorhergehenden weitgehend an. Der ganze Abschnitt Innenpolitik ist sehr schwach. Das die Sozialgesetzgebung, die noch heute wirkt, gänzlich fehlt ist nur ein Punkten. Das "taktische Verhalten" von Bismark wird auch nicht beleuchtet. Die hingeworfenen Sätze zur Trennung von Natiolliberareln und Demkratischen Liberelaen sowie der demokratische von der nationalen Bewegung ist auch dünn, die vielleicht durch eine Verlinkung gelöst werden könnte, wen diese auf Wikipedia irgendwo gut beschrieben ist. (Bei Liberalismus meiner Meinung nicht). --Chauki 16:49, 26. Sep 2006 (CEST)

              • Abbildung
                Symbol support vote.svg
                Bildherkunft
                Pro

                Pro der Artikel ist in meinen Augen immer noch lesenswert--FredericII 03:54, 27. Sep 2006 (CEST)

                • Abbildung
                  Symbol oppose vote.svg
                  Bildherkunft
                  Contra

                  Contra eine entscheidende Leistung Bismarcks war die Einführung der gesetzlichen Kranken- und Unfallversicherung, er begründete damit im Wesentlichen jenes Sozialversicherungssystem, dass wir heute D, AT und weiteren Staaten kennen. Ich habe darüber überhaupt nichts im Artikel finden können. --Contributor 15:15, 27. Sep 2006 (CEST)

                  • Laien-
                    Abbildung
                    Symbol support vote.svg
                    Bildherkunft
                    Pro

                    Pro . Habe den Artikel mit Interesse gelesen, da ich mich mit innerdeutschen Themen zuwenig auskenne, mir der Artikel aber nichtsdestotrotz sehr gut gefällt denke ich hat er ein Pro verdient. Vielleicht noch gewisse Kleinigkeiten (siehe Vorredner) ergänzen ...? --Trinityfolium Trinityfolium Trinityfolium/Bewertung 16:19, 27. Sep 2006 (CEST)

                    • Abbildung
                      Symbol oppose vote.svg
                      Bildherkunft
                      Contra

                      Contra - wird m. E. dem Thema (noch) nicht gerecht. -- SemiKondukator 21:00, 27. Sep 2006 (CEST)

                      • Abbildung
                        Symbol oppose vote.svg
                        Bildherkunft
                        Contra

                        Contra - in wesentlichen Aspekten allzu knapp, dafür einen ausführlichen Absatz über den gleichnamigen Hering. --Phi 20:39, 28. Sep 2006 (CEST)

                        • Abbildung
                          Symbol neutral vote.svg
                          Bildherkunft
                          Neutral Neutral - der ist gut zu lesen und interessant. jedoch fehlen noch einige aspekte(siehe vorredner) -- Daniel73480 17:49, 2. Okt 2006 (CEST)
                          • Abbildung
                            Symbol oppose vote.svg
                            Bildherkunft
                            Contra

                            Contra - da können Kenner noch viel machen. --Decius 22:38, 2. Okt 2006 (CEST)



                            Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Otto von Bismarck und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).