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Perchta

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Der Artikel Perchta gehört zur Kategorie: Slawische Mythologie, Germanische Mythologie, Volksglaube, Feste und Brauchtum, Volkskunde, Dämonologie
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Köck Pass aus St.Johann/Pongau
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Frau Perchta ist eine Sagengestalt, die sich in verschiedener Weise in der slawischen und nordischen Mythologie und im Volksglauben findet. Sie entspricht vermutlich der aus Grimms Märchen bekannten Frau Holle.

Die Bezeichnung »Perchta« findet sich eher im süddeutschen und alpenländischen (Berchtesgaden), aber auch im slawischen Raum, wohingegen »Holle« eher im norddeutschen und (seltener) auch im skandinavischen Raum zu finden ist.

Namensvarianten sind Bertha, Pertha, Percht, Precht und Perscht. Frau Holle ist auch unter den Bezeichnungen Hulda, Holda, Holte oder Huldre bekannt.

Mythologische Erklärungen

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Perchtenmaske aus St.Johann/Pongau
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Perchta bestraft (wie Frau Holle) Faulheit und auch unangebrachte Neugier. Die Bestrafung kann von einfachen Albträumen bis hin zum Aufschlitzen des Bauches (!) reichen. Der Bauch des Opfers wird dann gerne noch mit Steinen gefüllt, um es in einem Brunnen zu versenken. Zum Beispiel wird Kindern, die ihr Zimmer nicht aufräumen wollen, angedroht, dass Frau Perchta ihnen in der Nacht den Bauch mit den nicht aufgeräumten Dingen füllen wird. Zudem kann Perchtas Atem töten oder blenden.

Umgekehrt werden Fleiß und Hilfsbereitschaft belohnt. Neben vollen Spulen, goldenen Fäden und Flachknoten für Spinnerinnen gibt es auch Münzen, die Mägde in Eimern (vorwiegend am Brunnen) finden. Wo die Vegetationsdämonie von der Figur der Perchta und (vorwiegend) der Hulda assimiliert wird, kann bei den Begünstigten das Wachstum des Getreides beeinflusst, das Feld umgepflügt oder das Korn geschnitten werden.

Der Brunnen oder ein Teich sind auch die Orte, an dem Perchta die noch nicht geborenen Seelen hütet (vgl. Grimm, Sagen 4,4 ; Myth., 1, 222). Die Pflanze der Perchta-Hulda ist der Holunderstrauch; Perchta straft jeden, der einen Hollerstrauch fällt oder beschneidet. Während die schwarze Katze, die die Hulda oft begleitet, oder der Holunderstrauch auf die Übernahme heidnischer Attribute hinweisen, deuten der Marienkäfer und der Rosenstrauch, an dem Hulda ihren Schleier trocknet, auf die zunehmende christliche Überformung der Mythe.

Die Perchta wird – als Butzebercht – dann auch als altes, verwahrlostes Weib dargestellt, das einen verkrüppelten (vom Spinnen zu groß geratenen oder auch enten- oder gänseförmigen) Fuß hat, wie die alten Frauen in dem Märchen Die drei Spinnerinnen. Die Attribute überschneiden sich hier mit denen der Hexenfigur des Volksglaubens. Das männliche Pendant der Butzebercht ist dann der Butzemann. Seltener findet sich eine mit Rüstung versehene Eiserne Perchta. In der christianisierten Form werden der Perchta zunehmend Attribute der Maria beigefügt. Die in dieser Form auch als Weiße Frau bekannte Perchta wird nun auch als Führerin einer Schar unschuldiger Kinder vorgestellt. Ihr Tag ist vornehmlich der 6. Januar (Epiphanias bzw. Dreikönigstag). Auftritte sind aber auch Ostern oder zum Beginn des Faschings möglich. Perchta wie Hulda fahren dann durch Lüfte und müssen besänftigt werden, was bei der Perchta vor allem mit Bier und Kuchen möglich ist.

Ursprünglich scheint die Perchta (ahd. "peraht" = hell, glänzend) zur Wilden Jagd gehört zu haben, war also eine Tote Seele (ein Dämon, Geist oder Irrlicht) (vgl. HDA 5, 1782ff.). Zuerst scheint es sich dabei um eine Gruppe von Geistern gehandelt zu haben, aus denen dann zunehmend ein einzelner hervortrat. Dennoch sind die Perchten, die in der Wilden Percht durch die Lüfte schwirren, noch lange als Begleiterin der dann schon exponierten Perchta bekannt. Sie treiben im Aberglauben vor allem in den Rauhnächten ihr Unwesen (vgl. Grimm, Myth., 1, 224).

Perchta und Hulda sind auch dämonische Spinnerinnen, die mit den Schicksalsfrauen der nordischen Mythologie, den Nornen in Zusammenhang stehen. Ihre Attribute sind ein Wollknäuel, das niemals zu Ende geht und eine Spindel. Man stellt sie auch mit der Mythengestalt Nerthus zusammen. In der Figur der Perchta finden sich auch Attribute der germanischen Gottheit Frigga wieder. Perchta findet sich seltener auch als Zwergenkönigin oder Königin der Heimchen. Attribute einer Wintergöttin finden sich im Märchen von Frau Holle. Gerade in den Rauhnächten wird die Perchta so zur Erklärung für Sturm, Regen und Schnee.

Die Namensähnlichkeit zwischen Frau Perchta und Knecht Ruprecht lässt eine Verbindung zwischen den beiden Figuren erahnen. Dafür spricht auch ihr belohnendes bzw. bestrafendes Verhalten sowie dass beide bevorzugt in den Wintermonaten auftreten.

Siehe auch unter:

Geschichte des Perchten-Brauchtums

Die Percht als Teil der Wilden Jagd war bereits in der Antike fester Bestandteil der Neujahrszeremonien. Mit der zunehmenden Christianisierung im Alpenraum zu Beginn des Mittelalters wurde die Perchta-Holla dann zunehmend zur Gestalt der "domina Berchta", einer Personifierung der Trägheit und Verschwendungssucht. Eine Übertragung des Namens der Perchta auf die sie begleitenden Dämonen und Geister findet man erstmals im 16. Jh.. Deren wildes Treiben wurde in den folgenden Jahrhunderten allerdings zunehmend als unchristlicher Aberglaube abgetan und es gab Anstrengungen seitens der katholischen Kirche dieses Brauchtum zu unterbinden. Eine Renaissance erlebten die Perchtenkulte erst wieder mit der Säkularisation und einer sich ändernden Einstellung zur Volkskultur im 19. Jh.

Perchtenlaufen heutzutage

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Klossatreiben (5./6. Dezember im Allgäu und ganzen Alpenland)
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Figur aus dem Kärtner Perchten-Brauchtum
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Vermehrt bis in die 50er Jahre und vereinzelt noch heute finden sich in manchen Orten in Süddeutschland und den Alpen die Perchtenläufe, insbesondere in der Zeit um den 5. Dezember und in der Nachweihnachtszeit (den sogenannten 12 Rauhnächten von Heiligabend bis Dreikönigstag). Inwieweit das Perchtenlaufen wirklich auf heidnische Bräuche zurückgeht, ist umstritten.

In Salzburg wurde das Fest der Perchta 1941 zum letzten Mal mit Masken gefeiert. So genannte Schönperchten (Tresterer) finden sich noch heute in Zell am See, Stuhlfelden und Unken. Neben den Schönperchten treten auch Schiachperchten (von bair. schiach = „hässlich“) auf, die eine hässliche oder greuliche Maske tragen. Auch in Bayern finden noch heute z. B. in Nonn bei Bad Reichenhall und im Rupertiwinkel in Ainring und Laufen (Salzach) Perchtenläufe statt. In Kirchseeon bei München wurde, angeregt durch ältere Überlieferungsfragmente, das Perchtenlaufen ab 1954 wieder zum jährlichen Brauch. Am bekanntesten ist der Pongauer Perchtenlauf. Dieser findet abwechselnd in den vier Gemeinden: St.Johann/Pg, Altenmarkt, Bischofshofen und Bad Gastein am 6.Jänner statt. Nachweislich wurden die ersten Perchtenläufe schon vor 1850 ausgetragen. Zu sehen sind unter anderem Tafelperchten, Kappenperchten, Habergoaß, dem Bären mit Treiber, dem Rettenbachbock, Werchmandln sowie dem Jäger und Wilderer und dem Teufelsbrünnljäger als Figuren. Die Wilde Jagd findet noch immer in einem der Orte rund um den Untersberg (Großgmain, Viehausen, Maxglan, Morzg, Grödig, Anif, Marzoll oder in Leopoldskron-Moos) ihre Darstellung. Und Schnabelperchten kennen Rauris, Wörth und Bad Gastein. Viele dieser Perchtaufführungen sind aber eher als touristische Attraktion, denn als lebendiges Brauchtum zu bewerten. Es existieren jedoch noch eine Vielzahl von sogenannten Passen, Vereinigungen, die Perchtenkostüme herstellen und Perchtenläufe veranstalten.

Im Gebiet des österr. Salzkammergut und im steir. Ennstal lebt das Perchten-Brauchtum auch noch fort. Am Abend des 6. Jänner kann sich jeder, der Lust und Laune dazu hat, als Percht verkleiden, um dann von Haus zu Haus zu ziehen, wo Ihm, je nach Laune des Besitzers, Einlass gewährt wird und er reichlich bewirtet wird, oder nicht. Als "Verkleidung" dienen meist alte Stofffetzen (diese, oder im Hinterberg speziell Rosshaare, bedecken auch das Gesicht), als Außnahme gilt Altaussee, wo es auch sog. "Pelzperchten" ("Bärigln") gibt. Der Percht "kontrolliert" das Haus auf Sauberkeit - ganz im Sinne der Frau Perchta-Sage - und darf, während er sein Gesicht noch verborgen hält, kein Wort sprechen. Wichtiges Utensil der Perchten ist die Glocke, mit der der Winter "ausgetrieben" werden soll. Der Besuch von Perchten wird im Volksmund als glücksbringendes Omen hochgehalten.

Das Perchtenlaufen vermischt sich inzwischen mehr und mehr mit einem anderen Brauch der Alpenregion, dem Krampuslaufen.

In Österreich ist zum Perchtenbrauchtum ein sehr interessanter, aktueller Dokumentarfilm zum Perchten- und Krampusbrauchtum gedreht worden. "Von einer, die auszog das Gruseln zu lernen" (Österreich 2005) berichtet erfrischend unkonventionell von Akteuren und Machern eines Brauches, der zum Event geworden ist.

Liste der Perchtengestalten

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Perchtenkostüm aus dem Ausseerland
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  • Frau Bercht
  • Berigl
  • Bechtra
  • Berchtlmuada
  • Bechtrababa
  • Lutzl
  • Sampa
  • Stampa
  • Zamperin
  • Zampermuada
  • Perschtln
  • Pudelfrau
  • Pudelmuatta
  • Rauweib
  • Hovangoas
  • Läufer
  • Scheller
  • Tamperer
  • Hexe

Siehe auch

Mühlbacher Holzmusik, Sternsinger, Glöckler, Frau Holle (Grimms Märchen), Volkstum, Krampus, Winterbrentlerin

Weblinks

  • www.perchten.at Internationale Vereinsübergreifende Linksammlung zu Perchtenvereinen

Literatur


Diskussion der Autoren über den Artikel: Perchta


Yorg, es wäre nicht nur nett, sondern auch unbedingt erforderlich, wenn du dir angewöhnen könntest, deine Quellen nachzuweisen. Im vorliegenden Fall stellt dein Verbesserungsvorschlag eine mythologisierende Darstellung in alter Tradition dar, die etwa von den maßgeblichen Forschungen von Marianne Rumpf ISBN 3-88479-589-9 keine Notiz nimmt. Ich denke nicht, dass ein solcher Artikel auf obsoletem volkskundlichem Kenntnisstand eine Zierde der Wikipedia darstellt. --Historiograf 17:38, 19. Nov 2004 (CET)

Es kommt mir so vor, als hätte ich dies schon einmal angemerkt. Das eine ist die Frage, ob ich Rumpfs Ansatz hier für zielführend halte. Das andere ist, dass Dir freisteht, dies zu ergänzen. Und dies ist nicht nur möglich, sondern hier auch erwünscht. Und über die Einzelfragen, über Möglichkeiten und Grenzen volkskundlicher Erkenntnisse, über vergleichend ethnologisierende Ansätze, die unliebsame Allgegenwart der Grimmschen Interpretationen und von mir aus auch die verstorbene Kollegin Rumpf diskutiere ich dann gern auch noch - wo es Sinn macht und sofern es meine Zeit erlaubt. Bis dahin bleibe ich dabei, mir weniger Genörgel und mehr Mitarbeit zu wünschen. Viele Grüße, Yorg 00:27, 20. Nov 2004 (CET)

Deine wolkigen Ausführungen ändern nichts an der Tatsache, dass ein nicht korrekt belegter Artikel von mir nicht als hier wünschenswert eingeschätzt wird. Und wenn ich jeden solchen Artikel selbst ändern müsste, würde ich 24 h hier verbringen. Also hab bitte die Güte und halte dich an den Konsens der Wikipedia, dass Literatur und ggf. Weblinks angegeben werden, wobei bei den Literaturangaben diejenigen im Vordergrund stehen sollten, die du herangezogen hast. So etwas lernt man im Proseminar. --Historiograf 00:45, 23. Nov 2004 (CET)

Nein, mein Lieber. Abgesehen davon, dass ich dieses höchst unangenehme Vorgehen, ad personam zu argumentieren nun das letzte mal zu unterstützen gedenke: Hier ist es deine Aufgabe, zu ergänzen, was zu ergänzen ist. Alle Angaben lassen sich mit wenig Aufwand anhand LMA, HDA, RGG, TRE usw. rekonstruieren. Sollte dir das zu alt sein und solltest du neuere volkskundliche Ansätze (die soweit ich sehe auch nur in den wenigsten Fällen die Fakten, sondern vor allem die Funktion betreffen) ergänzen wollen, dann ergänze sie. Sollten dabei Angaben, die ich hineingenommen habe, belegbar perdu sein, dann raus damit. Das ist der Sinn eines wiki - und macht hieran auch Spaß. Ich habe nichts dagegen und hänge auch nicht an jedem Text, den ich vielleicht vor Jahren einmal zusammengetragen habe. Und an diesem schon garnicht. Und im Gegensatz zu manch anderem schaue ich mir auch gerne Beiträge andere Disziplinen an. Dies zu tun, so vorzugehen, dazu habe ich dich nun aber mehrfach aufgefordert. Tu dies und ändere etwas an deinem Umgangston, den hier so oder so niemand braucht - und deine Beiträge werden mit Spannung erwartet werden. Ansonsten aber empfehle ich dir, dir die Proseminare zu suchen, die man ohne Zeitaufwand allein mit Genörgel bestehen kann und dort glücklich zu werden. Dies hierzu und an dieser Stelle letztmalig -- Yorg 11:03, 23. Nov 2004 (CET)

Es hat mit einer Argumentation ad personam nicht das geringste zu tun, wenn man darauf besteht, dass wir uns nicht mehr im 19. Jahrhundert befinden, wo man selbstverständlich auf Nachweise verzichten konnte, weil die Fachwelt ohne weiteres wusste, wo man zu suchen hatte. Hier ist ein solches Vorgehen für mich nicht akzeptabel und ein Artikel, dessen Autor sich in so arroganter Weise weigert, ihn zu belegen, überarbeitungsbedürftig. --Historiograf 20:11, 23. Nov 2004 (CET)

Beleg- und Quellenangaben

Wäre es möglich Quellangaben wie (vgl. HDA 5, 1782ff.) am Ende des Artikels bibliographisch genau anzugeben. Schließlich lesen hier vor allem auch Laien, die mit den in Fachkreisen bekannten ?Abkürzungen wenig anfangen können. --Zinnmann Zinnmann 18:36, 18. Dez 2004 (CET)

Ganz genau, dem etwas pharisäerhafften und wirklich aus der Ich-Person eines selbsternannten Experten heraus gemachten Argumenten von Historiograf sei hinzugefügt, daß es in Wikip absolut üblich ist die Lit. an das Ende des Artikels zusammenzufassen in wikigerechter Form. dazu gibt es Konsens über eine Einheitsform mit möglichst wenig Varianten. Die in den Text gequetschten Anm. mit den nur in Fachkreisen bekannten Abkürzungen sind nicht zweckdienlich (das ist m.E. anmassendes Insidergehabe). Es gibt sogar eine Form im Text auf das Literaturverzeichnis zu verweisen :Vorlage:Linkbox Literatur. Ich sehe schon, irgendwann werde ich mir die Arbeit machen. Übrigens fände ich es noch einen Gewinn, wenn man formalisierte Bezeichnungen, wie sie auch in anderen Artikeln vorkommen, gebraucht. Statt "Mythologische Erklärungen" einfach "Mythologie". Weil das der übliche Überbegriff ist, nach dem jeder ersteinmal sucht, der etwas über mythengeschichtliche Einordung erfahren will.--Löschfix 16:15, 15. Nov 2005 (CET)

Es geht nicht an, im Artikel Literaturangaben zu machen, die Laien nicht verstehen. Sowieso sind solche Literaturangaben unschön, es ist immr besser, am Schluss die hauptsächlich benutzte Literatur aufzuführen. Bei sehr langen Artikeln, wozu der hier aber nicht gehört, sind Literaturangaben nach einzelnen Kapiteln denkbar. Ich habe leider nicht die Zeit hier einzugreifen, da es mit blossem Löschen der störenden Angaben im Fliesstext nicht gemacht ist, man müsste doch wohl die gelöschten Literaturangaben am Schluss anführen, schon nur aus Redlichkeitsgründen.--Xeno06 23:21, 5. Apr 2006 (CEST)

Aus dem Artikel entfernte "Anmerkung"

Anmerkung

Am Dreikönigstag (6. Januar) gehen die Rauhnächte zu Ende, die “Zwölften", wie sie auch genannt werden. Meist auch Ferien :) Ursprünglich war dies aber mal ein Tag der guten Frau Perchta, die damals vor der Dämonisierung durch die Kirche eine lichte, heilsbringende Gestalt war. Sie vertrieb die unheimlichen Mächte vom Winter und ging über die Felder, um ihnen zu einem fruchtbaren Jahr zu verhelfen. Ein letztes Mal wurden den Geistern Speisen bereitgestellt, sowie Wohnräume und Stall ausgeräuchert.

Die Kirche hat das segensvolle Wirken der Frau Perchta durch die drei Sternsinger ersetzt. Kaspar, Melchior und Balthasar übernahmen den Schutz von Haus und Hof, Werkstatt und Feld. Kaum jemand weiß, daß der lustige König Kaspar namensgebend für den Kasperl war, der sich als wienerische Variation des Hanswurst (bzw. Harlekin) seit dem frühen 19. Jahrhundert allgemeiner Beliebtheit bei Jung und Alt erfreute. Die inhaltlichen Wurzeln der Gestalt reichen bis in die englische Komödie und auch die italienische Commedia dell’Arte (so 16./17. Jh.) zurück.

-- ~~MeinSchuster~~

Liste der Perchtengestalten

Bezeichnen diese Namen verschiedene, im Brauchtum deutlich unterscheidbare Charaktere oder handelt es sich dabei lediglich um lokale Namensvarianten die Perchta? Wie hilfreich ist diese unkommentierte Liste zum Verständnis des Brauches? Ich persönlich hätte sie in dieser Form lieber nicht im Artikel. --Zinnmann Zinnmann 12:27, 14. Jul 2005 (CEST)

Warum? Sie gibt ersteinmal die Information, daß diese Gestalten mit z.T. ähnlichen oder abgeleiteten Namen zusammengehören, also ein Zusammenhang besteht. Daß damit Varianten verbunden sind, liegt auf der Hand. Eine zusammenhanglose Aufstellung in dieser Liste wäre doch absurd, gleichsam eine Nullinformation. Ist also bei irgendeinem Namen kein Zusammenhang vorhanden, darf er entfernt werden. Das alles geht auch ohne Kommentar. Ein Eingehen auf die Unterschiede der Varainten wäre zu viel für diesen Artkel und gehörte in ein neues Lemma für jeden einzelnen Name. Kannst gerne den Anfang machen. --Löschfix 16:21, 15. Nov 2005 (CET)

Artikel Mythologische Erklärungen ist falsch!!

Ich denke hier ebenso wie Historiograf: Die Herleitung hier ist kompletter Unsinn. Zitate aus dem HDA oder Grimmschen Mythologie sind wissenschaftlich überholt. Es ist scheinbar nicht bekannt, dass sich die germanischen oder keltischen Herleitungen mittlerweile erledigt haben, zumindest stoße ich bei jedem Brauchartikel in der Wikipedia darauf. Da reicht ein ganzes Leben nicht aus, um das alles umzuschreiben, zum anderen kann ich auch nicht jede Figur auswendig. Und vielleicht noch ein guter Rat: Wer aus dem HDA zitiert, der lese doch bitte auch die Vorbemerkung von Christoph Daxelmüller in der wiederaufgelegten Auflage. Und bis ich vielleicht mal Zeit finde, das hier zu ändern, wäre es nett, wenn man Frau Rumpf's Ausführungen (siehe obige ISBN) vielleicht mal hier mit einbringt und diesen germanischen Unsinn löscht. Und wem das zu lang ist: Rumpf, Marianne: Butzenbercht und Kinderfresser. In: Beiträge zur deutschen Volks- und Altertumskunde 19 (1980), S. 57 - 76. KarlNapf 21:21, 3. Jan 2006 (CET)

Percht und Mythologie

Zu dieser ganzen Diskussion um Ursprung und Sinn von volkstümlichen Bräuchen möchte ich Folgendes bemerken: Vielleicht ist es am fruchtbarsten, wenn wir davon ausgehen, dass wir heute "gleiche" Menschen sind, wie die früher (also die "Gründer" der Bräuche). Wenn wir also wahrzunehmen versuchen, was mit uns heute in den (Jahres-)Zeiten, in denen die Bräuche stattfinden, passiert, was wir da so fühlen, befürchten und erhoffen, dann werden wir den wohl meistens erfassen, wieso ein Brauch entstand. Rituale, Bräuche sind ja auf Zeiten im Leben oder im Jahreslauf gelegt, in denen offensichtliche Veränderungen stattfinden. Veränderungen verunsichern, machen Angst, wer Angst hat und verunsichert ist, ist gefährlich. Da das für das Individuum wie für die Gesellschaft unerwünscht ist, werden diese Ereignisse durch Rituale/Bräuche begleitet und abgefedert.

Im Bezug auf die Perchtbräuche möchte ich schildern, wie es einer heutigen Person zu der Jahreszeit, in der diese Bräuche (auch bei uns im Berner Oberland, Schweiz) stattfinden, heute noch gehen kann: Ich wohne etwas abgelegen mitten in den Alpen. Vom Herbst weg nimmt die Tagesdauer ständig ab, die Sonne erhebt sich jeden Tag weniger weit über den Horizont, die Dunkelheit nimmt überhand (sehr sinnlich erfassbar wird das jeweils, wenn unser kleines Wasserkraftwerk eingefroren ist und wir keinen Strom mehr haben). Durch die Nähe der hohen Berge wird der Effekt zusätzlich verstärkt, bis zu dem Moment, in dem wir an schönen Tagen noch gerade 5 Minuten Sonne sehen. Die Wälder erscheinen wie tot, das Gras liegt unsichtbar unter einer dicken Schneedecke. Es gibt nur noch Schwarz und Weiss. Sogar die Bäche frieren ein und sind starr und tot. Das wird jeden Tag schlimmer und schlimmer. Der Glaube daran, dass es wieder aufwärts gehen kann, dass die Sonne wieder kommt und wärmt und alles Leben in der Natur wieder erwacht, beginnt zu wanken. Dann kommt die tiefste Nacht, Wintersonnenwende. Aber vorerst merkt man es von Auge noch nicht, dass die schlimmste Dunkelheit vorüber ist. Das merkt man erst ungefähr eine Woche bis 14 Tage später. Da ist klar erkennbar, dass die Sonne nun schon wieder ein ganz klein wenig länger am Himmel steht, dass sie ihre Abwärtsrichtung in eine Aufwärtsrichtung gewendet hat. Das ist auch heute noch ein ergreifendes, oft sogar erschütterndes Erlebnis. Dass die ängstlichen, zweifelnden Menschen sich für diese schwierige Zeit einige Rituale/Bräuche ausgedacht haben, scheint mir logisch. Die Bräuche dienen dazu, sich selber das Gefühl zu geben, etwas zur Verbesserung der Lage getan zu haben (der Lärm soll nicht nur die bösen Geister der Dunkelheit und des Todes vertreiben, sondern wohl auch die Sonne dazu bringen, aufzuwachen; vielleicht soll das Lärmen mit Glocken und Hörnern ja auch den Eindruck erwecken, dass schon Frühling ist, dass hier schon ein Alpaufzug unterwegs ist, dass also alles Leben nun endlich wieder aufblühen soll). Zudem dienen die Festivitäten dazu, die Zeit zu verkürzen (arbeiten konnte man ja mangels Licht sowieso nur ein paar kurze Stunden, und wer schon mal ohne künstliches Licht gelebt hat weiss, dass so Winternächte länger sind, als eine schlafen kann) und die Ängste zu verdrängen.

Es ist ein langer Sermon geworden, entschuldigt. Lese eure Artikel übrigens gern.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Perchta und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).