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Pille danach

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Der Artikel Pille danach gehört zur Kategorie: Verhütungsmittel, Schwangerschaftsabbruch
Die Pille danach, auch Notfallverhütung oder Nachverhütung, ist ein hormonelles Mittel zur Empfängnisverhütung, das nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr (zum Beispiel weil keine Verhütungsmittel genommen, die Antibabypille erbrochen wurde oder das Kondom gerissen ist) eine ungewollte Schwangerschaft verhindern kann (postkoitale Kontrazeption). Die Pille danach muss so schnell wie möglich nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden, spätestens innerhalb von 72 Stunden, da sie den Eisprung verhindert (siehe "Wirkungsmechanismus") und dementsprechend nach dem Eisprung keine Wirkung mehr hat (ggf. Notfall-Praxis aufsuchen). Die Pille danach ist in Deutschland und Österreich (anders als in den meisten anderen Westeuropäischen Ländern wie unter anderen die Schweiz, Frankreich, England, Dänemark, Holland und Portugal) nur auf Rezept erhältlich. Bei einem Bedarf am Wochenende gibt es die Möglichkeit, sie sich in einer Notdienstzentrale oder einem Krankenhaus verschreiben zu lassen. Manchmal wird zunächst eine gynäkologische Untersuchung gemacht, obwohl dies von medizinischer Seite nicht notwendig ist. Die Pille danach enthält nur ein Hormon im Gegensatz zu der normalen Pille. Deshalb sind Nebenwirkungen selten (z.B. Übelkeit).

Wirkmechanismus

Die Pille danach verhindert oder verschiebt einen Eisprung, so dass keine Befruchtung stattfinden kann. Wird sie nach dem Eisprung eingenommen, ist sie wirkungslos. Früher wurde auch eine Behinderung der Einnistung vermutet, weshalb die „Pille danach“ fälschlicherweise auch als Nidationshemmer bezeichnet wurde. Neuere Studien belegen aber, diese Annahme falsch ist. WHO Fact Sheet: Levonorgestrel for emergency contraception (en)

Die Pille danach wirkt nur sehr kurz. Findet später im Zyklus ein weiterer ungeschützter Verkehr statt, so müsste die Pille danach erneut eingenommen werden.

Die Pille danach hat auch keinen Einfluss auf die nächste Regelblutung, die etwa wie erwartet eintritt.

Es wird nicht empfohlen, die Pille danach zur regelmäßigen Empfängnisverhütung zu verwenden. Sie kann eine reguläre Empfängnisverhütung (z. B. mit der Antibabypille, Spirale, dem Kondom oder dem Diaphragma) nicht ersetzen, weil sie nicht so sicher ist: die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent in den ersten zwölf Stunden, nach 72 Stunden nur noch bei 70 Prozent. Außerdem ist sie beträchtlich teurer.

Juristische Sicht

Deutschland

Die Pille danach ist in Deutschland verschreibungspflichtig. Obwohl das Bundesgesundheitsministerium sich im Jahr 2004 dafür ausgesprochen hat, die Pille danach rezeptfrei abzugeben, konnte darüber noch nicht entschieden werden, weil eine entsprechende Regelung durch den Bundesrat verabschiedet werden müsste. Dort aber ist die Mehrheit zur Zeit (August 2005) gegen die rezeptfreie Abgabe. In 14 anderen europäischen Ländern ist die Pille danach ohne Rezept erhältlich. Da sie sobald wie möglich nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden sollte, ist es wichtig, dass Frauen sie schnell erhalten können. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt aufgrund der guten Verträglichkeit des neuen Präparates, und weil eine ärztliche Untersuchung vor der Einnahme nicht nötig ist, die Pille danach „over the counter“ (also rezeptfrei) zugänglich zu machen. Frauen können damit ungewollte Schwangerschaften vermeiden und bekommen mehr Handlungsmöglichkeiten.

Die Einnahme der Pille danach gilt in Deutschland nach § 218 Strafgesetzbuch (StGB) rechtlich gesehen nicht als Abtreibung. Mit der Pille danach ist auch nach juristischer Definition keine Abtreibung möglich. Die Pille danach sollte nicht mit der so genannten Abtreibungspille verwechselt werden, die auch nach §218 StGB eine bereits existierende Schwangerschaft beendet.

Frankreich

Hier ist die Pille danach seit Mitte der neunziger Jahre rezeptfrei erhältlich.

Großbritannien

Hier ist die Pille danach nicht nur rezeptfrei erhältlich, sondern wird auch in den Schulen an Schülerinnen verteilt. Dadurch soll das soziale Elend verringert werden.

Niederlande

Anfang dieses Jahrhunderts schlossen sich die Niederlande der französischen Regelung an. Das Präparat ist auch hier rezeptfrei erhältlich.

Österreich

Im Jahre 2005 waren Liberalisierungsbestrebungen im Gange. Aufgrund des Einschlafens der Liberalisierungsbestrebungen in Deutschland, ist es auch im Nachbarland Österreich sehr ruhig darum geworden. Allerdings gibt es übergangsweise eine "Notfallregelung" auf Länderebene, so daß in den östlichen Bundesländern die Apotheker das Präparat auch ohne Rezept aushändigen dürfen (freies Ermessen des Apothekers).

USA

In den USA sind Bestrebungen im Gange, in einigen Bundesstaaten die Pille danach ganz zu verbieten. Diese Deliberalisierungsbestrebungen stehen im krassen Widerspruch mit den Liberalisierungsbestrebungen der übrigen westlichen Staaten.

Religiös-ethische Ablehnungsgründe der katholischen Kirche

Bevor bekannt war, dass die "Pille danach" wirkungslos ist, wenn der Eisprung bereits stattgefunden hat, und somit auch keine Befruchtung stattfinden kann, lehnte die katholische Kirche diese mit der Begründung ab, dass das Leben eines Menschen mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginne, und nicht erst mit der Einnistung, und aus dieser Perspektive der Einsatz der Pille danach eine Tötung menschlichen Lebens darstellt. Somit ist davon auszugehen, dass diese Begründung für die Ablehnung der "Pille danach" nicht mehr gegeben ist. Dennoch lehnt die katholische Kirche so gut wie jede Methode der Verhütung/Nachverhütung ab.

In Chile kam es laut Meldungen der kna im September 2006 zu einer Krise der Regierungskoalition aus Sozialistischer und Christdemokratischer Partei, weil das von der sozialistischen Ministerin Maria Soledad Barria geführte Gesundheitsressort die Pille danach per Gesetzesverordnung umfassend freigegeben hatte. Christdemokratische Parlamentsabgeordnete kritisierten scharf, dass die „Notfallpille“ ohne elterliche Erlaubnis kostenlos an Mädchen ab 14 Jahren abgegeben werden soll. Auch Vertreter der katholischen Kirche bemängelten, mit dieser neuen Normgesetzgebeung würde fahrlässig das Problem ungewollter Schwangerschaften verschärft statt gelöst. Sprecher des chilenischen Gesundheitsministeriums argumentierten demgegenüber, dass die Anzahl der Schwangerschaften im jugendlichen Alter beständig steige und man dringend wirksam gegen die dementsprechend hohe Anzahl von heimlichen und gesundheitsgefährdenden Dunkelziffer-Abtreibungen einschreiten müsse. Das gehe nur mit für jede junge Frau erreichbaren und unkompliziert gestaltetem Zugang. Die zuvor geltende Gesetzeslage hatte eine kostenfreie Ausgabe der „Notfallpille“ nur nach einer Vergewaltigung vorgesehen. Im Land zeichnet sich gegenwärtig ein „Kulturkampf“ ab, bei dem Bürgermeister der rechten Oppositionsparteien in ihrem Einflussbereich verhindern wollen, dass die Pille danach entspechend dem neuen Gesetz ausgegeben wird. Ein solches Vorgehen wurde seitens der Opposition angekündigt.

Präparate

In Deutschland ist ebenso wie in den meisten anderen Ländern seit einigen Jahren nur noch ein Präparat auf der Basis des Wirkstoffes Levonorgestrel, eines Gestagens (Gelbkörperhormon), im Handel. In verschiedenen Ländern gibt es unterschiedliche Präparate: Unofem/Duofem, NorLeva, Norlevo, Vikela, Postinor, Plan B etc. Ferner enthalten die meisten Präparate heute nur noch eine einzige Tablette mit 1,5 mg Levonorgestrel. Früher wurden 2 Tabletten mit jeweils 0,75mg Levonorgestrel gegeben. Für die Wirkung ist es unerheblich, ob die notwendige Dosis auf 2 oder nur eine Tablette aufgeteilt wird.

Bis vor einigen Jahren wurde eine Kombination aus zwei Hormonen, Östrogen-Gestagen (Handelsname: Tetragynon) gegeben. Dieses Präparat ist jedoch nicht mehr erhältlich, da es mit mehr Nebenwirkungen verbunden war. Damals wurden gelegentlich auch 4 Tabletten einer bestimmten "normalen" Pille gegeben, da diese die gleichen Inhaltsstoffe hatten. Diese Methode ist veraltet und sollte nicht mehr gegeben werden.

Siehe auch

Weblinks

Quellenangaben

Link=Wikipedia:Deutschlandlastige Artikel} Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Ländern zu schildern.

Kategorie:Wikipedia:Deutschlandlastig Deutschlandlastig

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Benutzung dieses Bausteins

Dieser Baustein soll nur als Hinweis dafür dienen, dass Wikipedia nicht die Konsultation eines Arztes ersetzen kann. Er ist hingegen unangebracht bei rein beschreibenden Artikeln, z.B. Artikeln aus der Anatomie.

Gesundheitshinweis

Rechtshinweis


Diskussion der Autoren über den Artikel: Pille danach


Sicher noch nicht fertig - u.a. Wirkmechanismus! -- Robodoc 10:32, 1. Mai 2004 (CEST)

Korrekturen

Habe einige sachliche Korrekturen vorgenommen. Bzgl. Nidationshemmung verweise ich auf die im Artikel selbst angegebenen Web-Links, die genau das Gegenteil aussagen wie der vorherige Wiki-Text. Solche Widersprüche können natürlich nicht stehen bleiben.

im absatz "Juristische Sicht" wird auf mitte 2004 verwiesen, nun ist anfang 2005, weiß irgendwer, wie sich die rechtslage geändert hat, ob sie es überhaupt hat, oder ob unsere staatslenker immer noch über die "pille danach" debattieren? -Dompfaff 09:25, 5. Mai 2005 (CEST)

Öhm...irgendwie wurde meiner Meinung nach am 23:36, 4. Aug 2005 durch 84.58.55.221 einige Sachen verschlimmbesset ;) Hab leider nicht die Zeit mir jetzt alles durchzulesen, aber evtl. solle man das neu geschriebene mit der Version von davor (1.Aug) abgeleichen. Mit ist teils schlechtes Deutsch und fehlende Infos (welche vorher vorhanden waren, zb mein letzter edit "einmal pro zyklus) aufgefallen. Wie gesagt, mir fehlt grad die Zeit;) mfg --StYxXx 23:03, 10. Aug 2005 (CEST)

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Ergebnisse von neueren Studien zum Wirkungsmechanismus werden offensichtlich nur langsam zur Kenntnis genommen. Und leider werden viele Websites nur selten aktualisiert. Das ändert jedoch nichts daran, daß es neue Erkenntnisse gibt. Und die zeigen klar, daß die "Pille danach" keinen Einfluss auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle hat. Siehe WHO: http://www.who.int/mediacen... oder Fachartikel in der Datenbank medizinischer Publikationen: http://www.pubmed.gov

Dr. Christian Fiala, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Wien, www.gynmed.at
-- 86.193.242.33 03:09, 11. Dez 2005 (CET) – Signatur nachgetragen durch Georg Messner Georg Messner 04:10, 11. Dez 2005 (CET)

Leider sind wieder einige falsche Informationen hineingekommen. Z.B.: "Die Pille danach sorgt für eine Abbruchblutung." Sorry, aber das ist total falsch und kann nur von jemandem geschrieben worden sein, der nicht weiss was eine Abbruchblutung ist und wie sie ausgelöst wird.

Im Wesentlichen dreht sich die Diskussion über den Wirkungsmechanismus. Hier hat es neue Erkenntnisse gebeben, die auch in der Fachliteratur nachzulesen sind. Aber von denen, die Änderungen auf der Seite gemacht haben, hat das offensichtlich kaum einer gemacht. Deshalb nochmal der Hinsweis auf die neue Version des Fact Sheets der WHO oder www.pubmed.gov, die Datenbank der Fachartikel in der Medizin.

Hinweise auf andere websites oder Aussagen von Fachkräften, die nicht auf dem aktuellen Stand der Medizin sind, sind nicht hilfreich. Der Hinweis auf eine veraltete Angabe ist kein Beweis dafür, dass diese Angabe richtig ist, sondern zeigt nur, wie lange es braucht, bis sich neues Wissen durchsetzt.

An alle die hartnäckig vertreten, die Pille danach würde die Einnistung verhindern, weil die Gebärmutterschleimhaut negativ beeinflusst wird: bitte bringt eine Studie, publiziert in einer Fachzeitschrift, die das untersucht und gefunden hat.

Dr. Fiala, Wien, www.gynmed.at 15:59, 17. Sep 2006 (CEST)

Kritik unverständlich

Aus dem Artikel:
Aus religiösen und ethischen Gründen wird die Pille danach unter anderem von den christlichen Kirchen, im Islam und im Judentum abgelehnt, da für sie das Leben eines Menschen mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt (und nicht erst mit der Einnistung), und aus dieser Perspektive der Einsatz der Pille danach eine Tötung menschlichen Lebens darstellt.

Das ist mir nicht verständlich: Die Pille danach wird zu einem Zeitpunkt eingenommen, bei dem noch keine Verschmelzung stattgefunden hat. Es ist nicht sicher, dass es überhaupt zu einer Verschmelzung kommt. In den meisten Fällen der Anwendung der Pille danach wird vermutlich kein menschliches Leben getötet. Wie kann dann die Kritik so existieren? Ich vermute, dass die Kritik der Kirchen nicht richtig wiedergegeben ist. Vielleicht kann jemand mit entsprechendem Wissen den Abschnitt ergänzen oder überarbeiten.

Im Artikel heißt es:
Sie verhindert entweder den Eisprung, sofern dieser noch nicht stattgefunden hat, oder sorgt dafür, dass sich eine gegebenenfalls bereits befruchtete Eizelle nicht in der Gebärmutter einnisten kann.
Daraus geht hervor, dass die Befruchtung (Verschmelzung) zumindest bei einem Teil der Anwendungsfälle bereits stattgefunden hat. Die Bezeichnung als Empfängnisverhütungsmittel ist daher irreführend. -- Robert Weemeyer 10:38, 26. Okt 2005 (CEST)

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Die Pille kann auch eingenommen werden, wenn das Ei schon befruchtet wurde, sich aber noch nicht eingenistet hat! Ich zitiere hierzu aus dem Artikel: ::Wenn sich zum Zeitpunkt der Einnahme aber die bereits befruchtete Eizelle auf ihrem 5- bis 6-tägigen Transport durch den Eileiter befindet (...):: Somit ist die argumentation der Kirche durchaus nicht grund- und bodenlos. Patrick

"weil sie nicht so sicher ist"

Mich würde interessieren wie viel Promille mit der Pille Danach trotzdem schwanger werden.

Je mehr Promille, desto größer die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft. --128.176.113.97 13:58, 22. Mai 2006 (CEST)
Aber im ernst: ca. 50-200 (!) Promille. --128.176.113.97 13:58, 22. Mai 2006 (CEST)

Wirkstoff Östrogen oder Gestagen

Dieser Artikel sollte überarbeitet werden, denn der Wirkstoff der Pille danach, die in Deutschland verwendet wird, ist z.B. nach Angabe des Roche Medizin Lexikons ein reines Östrogenpräparat bzw. Östrogen-Gestagen-Kombipräparat. In Deutschland i.d.R. kein reines Gestagenpräparat.

Quelle: http://www.gesundheit.de/ro... --Bkass 21:56, 8. Jun 2006 (CEST)

asdf

habe den artikel geändert. wundert mich, dass das nicht schon vorher getan wurde, schliesslich standen die "Religiös-ethische Ablehnungsgründe der katholischen Kirche" in krassem widerspruch zu dem vorher geschriebenen.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Pille danach und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).