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Platon

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Der Artikel Platon gehört zur Kategorie: Mann, Philosoph (Antike), Griechische Philosophie, Erkenntnistheoretiker, Moralphilosoph, Politischer Philosoph, Grieche (Antike), Geboren 427 v. Chr., Gestorben 347 v. Chr.
Aristokles, wegen seiner breiten Stirn Platon (griechisch Πλάτων, latinisiert Plato) genannt, war ein antiker griechischer Philosoph und lebte von 427 v. Chr. bis 347 v. Chr. in Athen. Er gilt als einer der bedeutendsten Philosophen der Geschichte.
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Platon
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Leben

Platon stammte aus einem angesehenen altadligen Geschlecht Athens, dem der Kodriden, dem auch Solon angehört hatte. Er hätte wie dieser in der Politik Karriere machen können. Aber die Hinrichtung seines Lehrers Sokrates 399 v. Chr. ließ in ihm die Überzeugung reifen, dass die Stadt von den Sitten der Väter abgefallen sei und überhaupt alle Staaten schlecht verwaltet wären (Plat. VII. Brief 325 f.; die Mehrheit der modernen Forscher geht davon aus, dass der Brief echt ist). Acht Jahre lang hatte Platon Sokrates gehört, jetzt, nach dem Tod seines Lehrers, verließ er Athen und ging auf Reisen.

Er besuchte u. a. die Pythagoreer in Unteritalien und nahm 388 v. Chr. Verbindung mit Dionysios I., dem Tyrannen von Syrakus auf Sizilien auf. Er überwarf sich mit diesem, schloss aber Freundschaft mit Dion, dem Schwager und Schwiegersohn des Tyrannen (Plutarch von Eretria, Dion 11 ff.). Nach seiner Rückkehr begründete Platon in Athen um 387 v. Chr. im heiligen Hain des Heros Akádemos die danach benannte Akademie als die erste Athener Philosophenschule. Sie blieb die bedeutendste Universität der antiken Welt, bis sie von dem oströmischen Kaiser Justinian I. 529 n. Chr. geschlossen wurde (Johannes Malalas, 451).

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Platon
Bildherkunft

366 v. Chr. unternahm Platon eine zweite Reise nach Syrakus auf Einladung des Tyrannen Dionysios II. Er hoffte, den Machthaber dafür gewinnen zu können, seinen Idealstaat in der Realität zu verwirklichen. Doch zeigte sich Dionysios ebenso unbelehrbar wie der Philosoph Platon unbeugsam. So endete auch diese 2. Reise mit einer herben Enttäuschung.

Um 350 v. Chr. legte Platon nach seinen Erfahrungen in Sizilien in seinem unvollendeten Alterswerk über die "Gesetze" (Nomoi (griech.); De Legibus (lat.)) - posthum redigiert und ediert durch Platons Sekretär Philippos von Opus: Diogenes Laertios III 37 - einen zweiten Staatsentwurf vor, der theorieferner und praxisnäher ist und bei seinen Bürgern nicht so viel Opferbereitschaft voraussetzt wie noch der Staat der "Politeia".

Platons Philosophie

Die Dialogform des Platonischen Werkes

Der Gesprächscharakter der Lehre spiegelt sich in der Dialogform von Platons Schriften wider. Sie bieten nicht ein Lehrgebäude als fertiges System, sondern wollen dessen Entstehungsprozess anschaulich darstellen. Hauptfigur in den frühen Dialogen ist Sokrates. Ihm legt Platon seine philosophischen Theorien in den Mund. Jedoch ist die Grenzlinie zwischen Platons eigener Philosophie und der des Sokrates schwer zu ziehen. Man geht davon aus, dass Platon vor allem in den sogenannten Frühdialogen - oder auch aporetischen Dialogen - (Apologie, Kriton, Charmides, Laches, Lysis, Protagoras, Sophistendialoge usw.) die Ideen des Sokrates wiedergibt, während er in den Spätdialogen seine eigenen Gedanken niedergeschrieben hat.

Die Frühdialoge

Die frühen Dialoge Platons zeichnen sich sowohl durch besondere methodische als auch dramatische und inhaltliche Merkmale aus.

  1. Die Grundmethode, die im Rahmen dieser Dialoge angewandt wird, ist die Methode des "Elénkhos", der Widerlegung der Ansicht des anderen Gesprächspartners.
  2. Das auffälligste dramatische Merkmal dieser Dialoge ist jedoch, dass Sokrates die wichtigste Figur des Gesprächs ist. Er bestimmt die Grundfrage des Dialogs, orientiert die Antwort der anderen Gesprächspartner und prägt die ganze Diskussion durch seine Persönlichkeit und seine Ironie. Neben Sokrates sind die anderen Figuren entweder Sophisten (Protagoras im gleichnamigen Dialog) oder junge bzw. ungebildetete Leute (wie Charmides oder der Sklave im Menon).
  3. Die Frühdialoge Platons interessieren sich vor allem für ethische Fragen. Es geht darum, Begriffe wie die Frömmigkeit, (Charmides), die Gerechtigkeit (im ersten Buch des Staats) und vor allem die Tugend und ihre unterschiedlichen Formen zu bestimmen (wie im Protagoras).

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Platon gemalt von Raffael
Bildherkunft

Die frühen Dialoge Platons sind aus verschiedenen Gründen von Interesse. Sie sind erstens die hauptsächliche Quelle für die Philosophie des Sokrates, der selbst keine schriftlichen Aufzeichnungen hinterlassen hat. Ihre Bedeutung für die Philosophiegeschichte ist also immens. Sie sind auch wichtig, weil ihre Thematik das ganze Platonische Werk bestimmt: die Dialektik, die Tugend oder das Wesen der philosophischen Diskussion prägen in der Tat sein ganzes Oeuvre.

Theorie der Erkenntnis und Ideenlehre

Auf die aporetischen Definitionsdialoge der frühen Schriften folgte in den mittleren Werken Platons die Einführung der Ideen-"Lehre" (hier wird häufig die Trennlinie zwischen sokratischer und platonischer Philosophie gesehen). Platon entwickelte die Ideenlehre, nach der die sinnlich wahrnehmbare Welt einer unsichtbaren Welt der Ideen nachgeordnet ist. Von einer "Ideenlehre" zu sprechen ist jedoch in zweierlei Hinsicht missverständlich. Erstens formuliert Platon in seiner Philosophie keine einheitliche Lehre. So werden etwa Elemente, die in früheren Dialogen Teil einer solchen Systematik zu sein scheinen, in späteren Dialogen kritisiert, wenn nicht gar verworfen. Zweitens findet sich in Platons Philosophie für diese Entitäten - wie in vielen anderen Fällen - keine einheitliche Terminologie. So bezeichnet er häufig die "Idee des Schönen" als "das Schöne selbst" oder als "das Schöne an sich". Platons "Ideen" weisen folgende Merkmale auf: Sie sind

  1. ontologisch höherrangig (primär) d. h. in höherem Maße seiend als die sinnlich wahrnehmbaren Einzelgegenstände;
  2. epistemisch höherrangig (primär);
  3. unvergänglich;
  4. unveränderlich;
  5. Ursache dafür, dass etwas so ist, wie es ist.
Ontologisch höherrangig meint, dass die Ideen in höherem Maße seiend, die einzig wahrhaft seienden Wesenheiten sind. Die sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände besitzen für Platon nur ein unbedeutendes Sein (eine Auffassung, die er aus der Ontologie des Parmenides übernimmt). Ursache sein meint, dass etwa das Schöne (Gerechte, Gleiche, etc.) selbst Ursache dafür ist, dass die einzelnen Dinge, die schön (gerecht, gleich, etc.) sind, genau dies sind. Eine Rose ist etwa deshalb schön, weil sie an der "Idee des Schönen" teilhat. Die Teilhabe (méthexis) bezeichnet neben dem Verhältnis der Einzelgegenstände zu den Ideen auch das Verhältnis unseres Erkenntnisvermögens zu den Ideen sowie das Verhältnis einiger Ideen untereinander.

Indem Platon also eine radikale Spaltung der Realität in Ideenreich (vorgängig) und sinnlich wahrnehmbare Welt (abgeleitet) vollzog, brach er nicht nur mit der Philosophie der Vorsokratiker, sondern konzipierte gleichzeitig auch ein dualistisches Weltbild, das - vor allem vermittelt durch das Christentum - die abendländische Geistesgeschichte bis heute beeinflusst.

Ideen und Erkenntnis
Wissen ist für Platon nicht Abstraktion, gewonnen aus Erfahrung und Überlegung, wie es sein Schüler Aristoteles annimmt. Vielmehr ist für Platon etwa die Erkenntnis, dass zwei Gegenstände oder zwei Zahlensummen gleich groß sind, nur dadurch möglich, dass sowohl die Erkennenden als auch die wahrgenommenen Gegenstände an der Idee des Gleichen teilhaben. In einigen Dialogen scheint Platon zudem die Position zu vertreten, dass vermeintliche Erkenntnis dadurch zustande kommt, dass wir ein vorgeburtliches Wissen (apriorisches Wissen) in unserer Seele besitzen, an das wir uns erinnern (Anamnesis).
Die Idee des Guten

Jede Idee ist einzigartig, und da sie Sein hat, ist sie auch immer mit sich selbst identisch. Die Ideen untereinander haben insofern teil aneinander, als eine bestimmte Idee anderen Ideen übergeordnet ist. Diese höchste Idee ist - der Politeia zufolge - die Idee des Guten bzw. die Idee der Ideen. Sie ist die höchste Idee, da die "gewöhnlichen" Ideen aus ihr hervorgehen. D. h. explizit, dass die Idee des Guten den Ideen ihr Sein und Wesen verleiht. In gewisser Hinsicht ist die Idee des Guten daher eine Art Meta-Idee. Als höchste (um nicht zu sagen absolute) Idee hat sie ihr Sein und Wesen aus sich heraus (vgl. Aseität), nicht erst durch Teilhabe. Auf Grund der ursächlichen Funktion der Idee des Guten ist es das höchste Ziel des Philosophen (φιλόσοφος; wörtlich: "Freund der Weisheit"), die Idee des Guten zu erkennen, insofern dies möglich ist, und laut der Politeia Voraussetzung dafür, Philosophenherrscher zu werden. Platon lässt Sokrates an einigen Stellen verdeutlichen, welche "Meinungen" er von der Idee des Guten hat; er tut dies mit Hilfe der drei berühmten Gleichnisse: Sonnengleichnis, Liniengleichnis und Höhlengleichnis.

'Wissen(schaft) ist nur als Einheit möglich.'

Die Thesen (a), dass die besten Herrscher die Philosophen sind und (b) dass die Philosophen in der Idee des Guten das höchste Wissen erlangt haben, sind charakteristisch für folgende zentrale Ansicht Platons: (c) 'Wissen bzw. Wissenschaft () ist nur als Einheit möglich. Diese Position besagt, dass es keine voneinander getrennten Einzelwissenschaften geben kann (etwa die Politik, die Astronomie, die Mathematik etc.), die unterschiedliche Grundprinzipien besitzen (in dieser Ansicht wird Aristoteles Platon widersprechen). Folgerichtig sind die verschiedenen Bereiche der Philosophie Platons miteinander verbunden. So sind Erkenntnis- und Seinslehre (Ontologie) verbunden mit einem Menschenbild (Anthropologie), das allein aus der Liebe, dem Eros zum Guten aus edler Menschlichkeit, der Kalokagathia, die lebensnotwendige und erkenntnisstiftende Dynamik erhält. Nicht unwesentlich für Platon ist auch das Komplement des dynamischen Eros, das beständig freundliche Gefühl der Philia, das unverzichtbare irrationale Element einer stabilen Ganzheit (Einzelseele, persönliche Freundschaft, Staat, Kosmos).

Philosophische Methode: Dialektik

"Dialektik" (griechisch διαλεκτική [τέχνη]) bedeutet eigentlich "(die Kunst der) Gesprächsführung". Der Begriff soll (nach Aussage des Aristoteles) von dem Philosophen Zenon von Elea geprägt worden sein, uns tritt er aber in den Werken Platons zum ersten Mal entgegen.

In Platons früher Philosophie bedeutet "Dialektik" einfach eine bestimmte Form der Gesprächsführung, bekannt als sokratischer Dialog: Zwei Partner unterhalten sich über einen Gegenstand. Ausgangspunkt ist eine Begriffsdefinition des Sprechers A (Proponent). Auf der Grundlage dieser Definition stellt B (Opponent) dann Fragen an A. Die Rollen sind dabei auf charakteristische Weise verteilt: Der Definitionsgeber A antwortet meist auf Fragen seines Opponenten, dieser jedoch (in platonischen Dialogen in aller Regel Sokrates, nach eigenem Bekennen ein notorischer "Nicht-Wisser") stellt darauf hin weitere Fragen. Das Gespräch endet oft in einer Aporie; der Erkenntnisgewinn durch die dialektische Methode besteht dann also darin, dass nicht haltbare Definitionen als unzulänglich entlarvt werden.

Im mündlichen Unterricht in der Akademie war die Dialektik der Weg des Aufstiegs zum Einen.

Der platonische Eros

Der platonische Eros ist der stufenweise Weg zur Erkenntnis des Schönen und Guten an sich. Platon legt ihn im Symposion dar, bzw. er lässt ihn Sokrates in einer Art Mythos verkünden, den dieser von der Priesterin Diotima empfangen haben will. Der echte Philosoph geht demnach von der Liebe zu einem schönen Menschen hinauf zur Liebe zu allem Schönen und schließlich zur Liebe zum Schönen selbst, zur Idee des Schönen an sich. Jedoch ist dieses "Stufenverfahren" kein Weg zur systematischen Erkenntnis aller anderen Ideen.

Politische Philosophie

Hauptartikel: Politeia

Platons staatstheoretisch wichtigstes Werk ist der Dialog über den Staat, die "Politeia" (lat. De re publica), den er um 370 v. Chr. verfasst hat. Der Untertitel lautet: Über das Gerechte, to dikaion. Er resultierte aus Platons Verzweiflung an der attischen Demokratie und am ungerechten Todesurteil, welches das Volksgericht über Sokrates gefällt hatte.

Der Staat entsteht für Platon aus Gründen der Arbeitsteilung, weil keiner von uns sich selbst genügen kann, er besteht jedoch um eines höheren Ziels willen: der Gerechtigkeit. Platons Staat ist gegliedert in den Handwerker- und Bauernstand, den Stand der Wächter und den der Regenten. Die Angehörigen dieser Stände zeichnen sich nach Platon jeweils durch besondere Eigenschaften ("Tugenden") aus.

Weil vor der Geburt den Menschen unterschiedliche Fähigkeiten zugeteilt wurden (Lachesis-Mythos), entscheiden die Wächter und Erzieher früh, zu welchem Stand ein Kind gehören wird. Es wird den Eltern weggenommen und unter völliger Gleichberechtigung von Jungen und Mädchen von Erziehern herangezogen. (Nicht-taugliche Säuglinge werden nach dem Vorbild Spartas umgebracht.) Die Regeln der Erziehung werden lange erörtert, wobei alle Menschen die gleiche Erziehung durchlaufen, mit dem einzigen Unterschied, dass die Menschen, die in den Nährstand (Bauern, Handwerker usw.) kommen, die Ausbildung ab einem gewissen Punkt beenden, während diejenigen, die für den Wehrstand (Wächter) geeignet sind, die allgemeine Ausbildung zu einem späteren Zeitpunkt beenden - und die Regenten die Erziehung bis zum Ende durchlaufen. Danach sind sie automatisch Regenten.

Wirkungsgeschichte

Als begnadeter Stilist ist Platon - vor allem mit seinen Frühdialogen - bis heute immer wieder im Stande, seine Leser für die Philosophie zu begeistern. Schon in der Antike galt er als Meister des urbanen Dialogs; seine Schriften wurden mehr geschätzt als die exoterischen Schriften des Aristoteles, die wohl ähnlich gestaltet waren, aber nicht erhalten geblieben sind (s. Corpus Aristotelicum).

Platons Philosophie hat Auswirkungen bis in die heutige Zeit. Sein bekanntester Schüler Aristoteles hat seine Philosophie allerdings weitgehend abgelehnt, vor allem die Ideenlehre, und in seinem Werk Nikomachische Ethik eine eigene Ethik entworfen. Die platonische Schule entwickelte zunächst einen philosophischen Skeptizismus, fand dann aber im 1. / 2. Jahrhundert zu einer systematischen Lehre (Mittelplatonismus). Im 3. Jahrhundert n. Chr. begründete Plotin das weltanschauliche System des Neuplatonismus; zentrale platonische Schrift für diese Neubelebung des Platonismus ist der Dialog Timaios. Lehren Platons und seiner Schule sind über die Kirchenväter (s. Patristik) in das christliche Glaubens- und Gedankengut eingeflossen.

Rezeption

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Platon mit Schülern, Mosaik aus Pompeji
Bildherkunft

Platon ist es gelungen, eine auf der Aktivität und Struktur des menschlichen Geistes gründende Erkenntnistheorie darzulegen, die nach ihm von Augustinus von Hippo weiterentwickelt und in dieser Höhe auch vom rationalen Idealismus späterer Jahrhunderte nicht übertroffen worden ist. Da praktisch alle Themen, die in der Philosophiegeschichte eine Rolle spielen, bereits bei Platon zu finden sind (auch wenn die Antworten der späteren Philosophen sich von denen Platons oft stark unterscheiden), bemerkte Alfred North Whitehead einmal pointiert, dass alle späteren Entwürfe der europäischen Philosophie im Grunde nur Fußnoten zu Platon seien (Process and Reality. An Essay on Cosmology 1929, 63). Auch Karl Popper (The open society and its enemies, Bd. 1, dt. Der Zauber Platons 1944, 2. Auflage 1970, 141) hat sich mit Platon intensiv auseinandergesetzt und ihn - wenn auch kritisch (Totalitarismusverdacht) - zum größten Philosophen aller Zeiten erklärt. Auch wer das für übertrieben hält, wird einräumen, dass Platon das römische, das christliche, das islamische und neuzeitliche Staatsdenken wie kein zweiter antiker Philosoph inspiriert hat. Zuletzt hat Francis Fukuyama ("Das Ende der Geschichte" 1992, 444) erklärt, die liberale Demokratie unserer Zeit sei deswegen die beste aller möglichen Staatsformen, weil sie jene Prinzipien verwirkliche, die Platon in der "Politeia" aufgestellt habe und so das Gleichgewicht der drei Seelenteile verbürge.

Werke

  • Prozess und Tod des Sokrates
    • Apologie Die Verteidigungsrede des Sokrates vor der Geschworenenversammlung, vgl. hierzu auch die "Apologie" von Xenophon.
    • Kriton Vergeblicher Versuch, Sokrates nach dem Todesurteil zur Flucht zu überreden.
    • Phaidon Über Philosophie und Tod, sowie die Unsterblichkeit der Seele; Schilderung von Sokrates' Tod.
  • Sophistendialoge
    • Protagoras Wie kann man Tugend lehren?
    • Ion Wissen und Fähigkeiten eines Rhapsoden (eine Art Vortragskünstler).
    • Hippias Maior Das Wissen des Hippias um schöne, edle Menschlichkeit.
    • Hippias Minor Das Wissen des Hippias um Tugend.
    • Euthydemus Über die Weisheit des Sokrates und die der Sophisten und die Macht der Rhetorik.
  • Personen- bzw. themenbezogene, begriffsklärende Gespräche
    • Laches Wodurch Söhne recht tüchtige Männer werden können.
    • Charmides Besonnenheit und Erkenntnis des Guten.
    • Euthyphron Über das Wesen der Frömmigkeit. (siehe auch: Euthyphron-Dilemma)
    • Lysis Über Freundschaft und Liebe.
    • Theages Klärung eines Berufswunsches.
    • Alkibiades I Wie und wodurch wird Alkibiades ein guter Staatsmann?
    • Alkibiades II Über den Sinn des Betens.
    • Amatores Über die Philosophie.
    • Gorgias Nicht Rhetorik, sondern Philosophie lehrt Tugend.
    • Kratylos Über die Bedeutung der Sprache.
    • Menexenos Sokrates hält eine Rede an die Gefallenen.
  • Ideendialoge
  • Ideenkritische Dialoge
    • Parmenides Über das Sein der Ideen.
    • Theaitetos Über vier aporetisch endende Definitionen von Wissen.
    • Sophistes Zum Wesen des Sophisten und des Philosophen/ Begründung einer Partizipationsmetaphysik.
    • Politikos Staatskunst und Regierungsformen.
    • Philebos Über das Gute und wie es zu erreichen ist.
  • Briefe
    • 1. Brief Rücksendung des Reisegelds und Ermahnung an Dionysios
    • 2. Brief Über die wünschenswerte Beschaffenheit des Verhältnisses zwischen Platon und Dionysios
    • 3. Brief Verteidigung gegen Verleumdungen
    • 4. Brief Ratschläge an Dion
    • 5. Brief Empfehlung des Euphraios an den makedonischen König Perdikkas III.
    • 6. Brief Aufforderung zur Freundschaft
    • 7. Brief Über die Unmöglichkeit der Darstellung philosophischer Erkenntnis
    • 8. Brief Ratschläge an Dions Freunde im Sinne Dions
    • 9. Brief Pflicht zu Beschäftigung mit dem Gemeinwesen
    • 10. Brief Lob für Freundschaft mit Dion
    • 11. Brief Unwirksamkeit einer bloßen Aufstellung von Gesetzen
    • 12. Brief Dank für empfangene Schriften
    • 13. Brief Rechenschaft über Verwendung von Geldern
Anm.: Die Aufteilung der Werke in diese Gruppen ist nicht von Platon selbst. Einige Dialoge und die meisten Briefe werden für "unecht" gehalten, d.h. es ist ziemlich sicher, dass Platon nicht der Autor dieser Werke ist.

Werkausgaben und Übersetzungen

Friedrich Schleiermacher schuf 1804-1810 eine Übersetzung der Platondialoge. An dieser sind insbesondere die Einleitungen zu den Dialogen, aber auch die sprachliche Qualität hervorzuheben.

Platons sämtliche Werke sind 1994 auf deutsch bei Rowohlt in einer Paperbackausgabe erschienen. Titel: Platon: Sämtliche Werke. Band I-IV. Hamburg 1994. Die einzelnen Schriften darin werden im Vorspann mit den im Text wieder auftauchenden Überschriften als Inhaltsverzeichnis eingeleitet. Übersetzung nach Schleiermacher. Die Ausgabe enthält kein Register.

  1. Platon: Apologie des Sokrates, Kriton, Ion, Hippias II, Theages, Alkibiades I,Laches, Charmides, Euthyphron, Protagoras, Gorgias, Menon, Hippias I, Euthydemos, Menexemos. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994 ISBN 3-49-955561-1
  2. Platon: Lysis, Symposion, Phaidon, Kleitophon, Politeia, Phaidros. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994 ISBN 3-49-955562-X
  3. Platon: Kratylos, Parmenides, Theaitetos, Sophistes, Politikos, Philebos, Briefe. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994 ISBN 3-49-955563-8
  4. Platon: Timaios, Kritias, Minos, Nomoi. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1994 ISBN 3-49-955564-6

Eine griechisch-deutsche Taschenbuch-Gesamtausgabe in zehn Bänden hat 1991 der Insel-Verlag herausgegeben. Titel: Platon: Sämtliche Werke. Band I-X. Frankfurt a. M. und Leipzig 1991. Auch hier wurde überwiegend auf Schleiermachers Übersetzungen zurückgegriffen, aber auch auf einige andere Übersetzer weniger bekannter Schriften. Derzeit vergriffen; neue Auflage in Planung.

Die Werke Platons werden nach der sogenannten Stephanus-Paginierung zitiert.

Literatur

Es gibt eine Fülle von Literatur zu Platon. Eine brauchbare Übersicht hierzu liefert:
  • Herwig Görgemanns: Platon. Heidelberger Studienhefte zur Altertumswissenschaft. Heidelberg 1994, ISBN 3-82-530203-2. (Bibliographisches, Informationen zur Quellenlage, Biographie, philosophiegeschichtl. u. liter. Übersicht über den Inhalt d. meisten Werke.)

Einführungen:

  • Julia Annas: Plato. A very short introduction., Oxford 2003. (Einführung einer renommierten Platonkennerin.)
  • Michael Bordt: Platon, Freiburg 1999.
  • Karl Bormann: Platon, August 2003. (Ehemaliger Universitätsprofessor, der die zentralen Gebiete der platonischen Lehre klar gegliedert darstellt.)
  • Michael Erler: Platon, München 2006, ISBN 3406541100.
  • Richard Kraut (Hg.): The Cambridge Companion to Plato, Cambridge 1992. (Mehrere einzelne Aufsätze, herausgegeben von einem der bekanntesten modernen Platonforschern.)
  • Thomas A. Szlezak: Platon lesen. Stuttgart-Bad Cannstatt 1993. (Führt v.a. die Funktion Dialogs aus; favorisiert dabei die „Ungeschriebene Lehre“.)
  • Barbara Zehnpfenning: Platon zur Einführung, Junius, Hamburg 1997, ISBN 3885069474
  • Uwe Neumann: Platon, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2001, ISBN 3-499-50533-9

Zur Philosophie Platons:

  • Franz von Kutschera: Platons Philosophie, Paderborn 2002. 3 Bde. (Bd.1: frühe, Bd.2 mittl. u. Bd. 3 späte Werke). (Stellt kurz dar und interpretiert jede platon. Schrift und stellt sie in den Kontext des Gesamtwerks. Zudem enthält Bd. 3 allg. Kapitel über „Ungeschriebene Lehre“, Ideenlehre, Dialektik, und Staatsphilosophie.)
  • Gernot Böhme: Platons theoretische Philosophie, Stuttgart (Wissenschaftliche Buchgesellschaft) 2000. (Mit ausführlicher Darstellung der platonischen Dialektik.)
  • W.K.C. Guthrie: A History of Greek Philosophy. Vol. 5: Plato. The Man and His Dialogues. Earlier Period. - Vol. 6: The Later Plato and the Academy. Cambridge: CUP, 1975-1978. (beste Gesamtdarstellung, zugleich gute Einführung in die Sekundärliteratur; beginnt leider zu veralten)

Lexika/Wörterbücher:

  • Friedrich Ast: Lexicon Platonicum sive vocum Platonicarum index. Nachdr. WBG, Darmstadt 1956.
  • Christoph Horn und Christof Rapp: Wörterbuch der antiken Philosophie. München 2002.

Staatsphilosophie:

  • Henning Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Bd. 1, 2. Hälfte, Stuttgart und Weimar 2001.

Siehe auch

Höhlengleichnis, Griechische Philosophie, Platonisches Jahr, Platonischer Körper, Platonische Liebe, Universalienproblem, Atlantis, Gesellschaft für antike Philosophie

Weblinks

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Platon


Name

eigentlich Aristokles - Wie darf man das verstehen? Wurde Platon zu Lebzeiten Aristokles genannt?
Die Information steht z.B. im bekannten "Philosophen-Lexikon" von Rudolf Eisler, das allerdings auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat (stammt aus dem Jahre 1911). Dort heißt es bei "Platon": "Ursprünglich soll der Name Platons Aristokles (nach dem Großvater) gewesen sein, aber schon als Knabe soll er (wegen seiner breiten, gedrungenen Körpergestalt) den Namen Platon erhalten haben." Das griech. Wort "platys" heißt so viel wie breit, weit (verwandt mit dem deutschen "platt"). --HerbertErwin 11:57, 30. Dez 2005 (CET)
Also kurz gesagt: Platon ist ein "Spitzname" (wie heute bei brasilianischen Fussballspielern ;-)), der offizielle Name war Aristokles. --Klingsor 13:05, 30. Dez 2005 (CET)
  • Ich habe den Namen Aristokles aus dem Artikel entfernt. Es handelt sich um eine bloße Anekdote verbunden mit einer etymologischen Spielerei; der authentische Name ist zweifellos Platon. Vgl. J.A. Notopoulos, The Name of Plato, Classical Philology 34 (1939), S. 135-145; A.S. Riginos, Platonica. The anecdotes concerning the life and writings of Plato, Leiden 1976, S. 35-38. --Peter Hammer 19:14, 21. Mai 2006 (CEST)

  • Der Name Aristokles mag auf einer etymologischen Spielerei beruhen, jedoch dürfte dies
auch bei der Ruckführung von "Platon" auf "platy" (griech. breit) der Fall sein. Wäre der Name aus "platy" abgeleitet, müsste der Namensträger "ho Platys" (griech. der Breite) heissen. Als Grieche kann ich nur sagen, dass selbst meine Landsleute keineswegs alle überzeugt sind, dass es sich bei "Platon" um einen griechischen Namen handelt.
Soll das etwa ein Argument sein?? --OUTIS 09:21, 5. Nov. 2006 (CET)
Das eigentliche Argument, das die im Artikel stehende Behauptung wiederlegt, steht ja schon in der Zeile davor. Hier wurden als Zugabe nur ganz dezent die Reaktionen angedeutet, welche die Behauptung auf Personen mit Griechischkenntnissen auslösen kann. Anschaulich: Wenn jemand den Begriff "Musketiere" damit erklärt, dass diese Leut' muskulös wie Tiere waren - wird man wohl nicht nur trocken-wissenschaftlich auf die Ableitung aus der "Muskete" hinweisen, sondern auch darauf, dass die Behauptung bei Personen mit Deutschkenntnissen Reaktionen vom mitleidigen Schmunzeln bis hin zum schreienden Gelächter auslösen könnte... Hatte lange überlegt, ob die Etymologie Platon <- Baal-Aton, die gegenwärtig nur reine Spekulation ist (aber immerhin noch keine widerlegte Spekulation wie Platon <- breite Stirn), an dieser Stelle überhaupt erwähnt werden sollte oder nicht. Hatte mich für ersteres entschlossen, denn sonst hätten ja so manche Diskussionsteilnehmer niemals von dieser Etymologie erfahren, und möglicherweise würden ja auch starke Argumente und Gegenargumente folgen, so dass man diese Behauptung erhärten oder widerlegen könnte - dazu ist die Area "Diskussion" ja da.Mtaktikos 22:48, 6. Nov. 2006 (CET)

Im zypriotischen Dorf Strovolos gibt es eine Etymologie, dernach der Name ein zusammengesetzes Wort aus dem semitischen Raum ist, nämlich Baal-Aton. Diese Annahme wird dadurch bestärkt, dass die Hebräer den Namen Baal nur mit seinen beiden Konsonanten schrieben, BL. Doch das harte B (Beth) der Hebräer entspricht im Klang nicht dem weichen B (Beta) der Griechen, letzteres wird als "Vita" ausgesprochen. Daher ist es plausibel, dass ein ursprünglich semitisches "BL-Aton" zu einem klanglich passenden "Platon" umgewandelt wurde.

Und wie soll ein Athener Bürger auf die Idee kommen, seinem Sohn einen semitischen Namen zu geben? --OUTIS 09:21, 5. Nov. 2006 (CET)
Danke für das erste Gegenargument.
Bereits viele Jahrhunderte vor Platons Zeit hatten die antiken Griechen (einschliesslich der Athener Bürger) begonnen, bei den (semitischen) Phöniziern, die mit ihren Handelsschiffen durch das Mittelmeer fuhren, gewisse Ideen abzukupfern und u.a. den Buchstaben des "griechischen" Alphabets semitische Namen zu geben (aleph -> alpha, beth -> beta, gimel -> gamma, etc.) Im Werk Robert Graves, Greek Myths,2 Bände, Edinburgh 1955, findet man auch andere in die griechische Welt eingeflossene semitische Ideen und Begriffe, die weit weniger imposant als das Alphabet sind. Zweifellos hatte auch noch im 7. und 6. Jahrhundert vor Christus, in der Lebzeit Platons, der Handel mit den Phöniziern nicht aufgehört.

Fazit: Zur Widerlegung der Etymologie Platon <- Baal-Aton wird ein stärkeres Gegenargument benötigt Mtaktikos 22:48, 6. Nov. 2006 (CET)

Da ich dies nur durch Hörensagen kenne und keine passenden schriftlichen Quellen aufführen kann, wären weitere Recherchen nötig, bevor ich mich zu einem Wikipedia-Artikeleintrag vorwage Mtaktikos 00:07, 5. Nov. 2006 (CET)

bin mir grad nicht sicher, aber Aristoteles war Schüler von Platon???

Doch eher andersherum.

Deshalb sollte der Satz "Sein bekanntester Schüler Aristoteles hat seine Philosophie allerdings weitgehend abgelehnt" geändert werden.

ich habs gelassen, war mir mal wieder nicht ganz im klaren. aber vgl. gerne hier:

http://www.philosophenlexik...

http://www.philolex.de/plat...

aprosdokese

Aristoteles war einer der Schüler Platons - ganz sicher deshalb nicht ändern --Schwall 21:33, 12. Dez 2005 (CET)

ups. schon doof, wenn man aristoteles und sokrates im text liest und dann doch verwechselt.*an den kopf greif*: na klar, so wie es im artikel steht stimmt es. sorry. --Aprosdokese 02:40, 26. Jan 2006 (CET)

Ideenlehre

Aussagen wie "Platon entwickelt die Ideenlehre..." u.ä. verkennen die Tatsache, daß Platon ausschließlich Dialoge schrieb und zu keinem Zeitpunkt Lehren in seinem eigenen Namen verkündete. Des weiteren hat zu keinem Zeitpunkt ein Konsens darüber bestanden, wie die platonischen Dialoge zu interpretieren seien. Daher ist m. E. der gesamte Artikel dringend korrekturbedürftig.

Einwand: nur weil er seinen eigenen Namen nicht benutzt und in Dialogform schrieb, widerspricht das doch nicht der Aussage, er habe die Ideenlehre entwickelt. Und soweit ich es nach Lektüre seiner Texte selber beurteilen kann und es mir von Fachleuten beigebracht wurde, hat er die Ideenlehre sehr wohl entwickelt. Viel wichtiger halte ich eine Erklärung für: "Ursache dafür, dass f F ist." Außerdem: in Platons Idealstaat sind die Philosophen zwar die Regenten, aber nicht die Wächter; diese sind eine andere Gruppe, und zwar die Krieger.

--Zenogantner 18:06, 26. Mai 2003 (CEST)

hallo Zeno! paar kleine anmerkungen:

a) es ist nicht so falsch zu sagen, dass Platon "die ideenlehre entwickelt" hat. diese lehre ist zwar in keinem der platonischen dialoge systematisch dargestellt, aber die "ideen" kommen in verschiedenen platonischen dialogen vor, die von den philologen zu den "späteren" gerechnet werden (vor allem: "staat", auch "Menon" und "Theaitetos"). auch dort werden zwar so gut wie alle relevanten aussagen dem Sokrates in den mund gelegt, aber die philologen sind sich ziemlich einig darin, dass hier wenig wirklich "sokratisches" dargelegt wird. im "staat" hält "Sokrates" ja auch durchaus längere vorträge, und seine "gesprächspartner" sagen ab und zu mal "in der tat!" oder "warum auch nicht?". insgesamt ergibt sich damit doch eine einigermaßen geschlossene lehre, und deren urheber ist mit sicherheit Platon.

b) "Ursache dafür, dass f F ist." habe ich ersetzt durch "ursache dafür, dass etwas so ist, wie es ist."

Mißverständnis: der Einwand mit dem nachfolgenden Absatz stammt nicht von Zeno, sondern von mir (anonym).

-- NeumonD 17:54, 4. Nov 2005 (CET)

ich habe ziemlich viel an dem artikel neu formuliert und geglättet; daher habe ich den "Bearbeiten"-vermerk entfernt. -- NeumonD 22:03, 4. Nov 2005 (CET)

Im Grunde ist es generell Problematisch zu sagen, Platon hätte irgendeine "Lehre" entwickelt. Das zeigt sich schon in seiner kritischen Einstellungen zu der Vorstellung einer festen platonischen Lehre, wie sie sich noch zu Platons Lebzeiten in seiner Akademie entwickelte. Allein der siebente Brief, eine Art kurze Autobiographie über das spätere Leben Platons zeigt seine Ablehnung philosophischer Schriften und Lehrsätze im allgemeinen. Er schreibt explizit, dass Philosophie nicht verschriftlicht werden könnte und somit niemals reine Lehrsatzform haben könnte. Diese Überzeugung spiegelt nicht nur die Dialogform der Werke, sondern auch die Ambivalenz und Diaklektik der Schriften untereinander wieder. Man darf nicht bei der Lektüre der Politeia stehen bleiben. Um es platt zu sagen, es gibt keinen Satz des Sokrates bei Platon, an dem nicht an einer anderen Stelle widersprochen oder der nicht zumindest relativiert wird. Und gerade die sog. Ideenlehre tritt in verschiedenen Werken in durchaus unterschiedlichem Gewand auf. Empfehlenswerter wäre es, von einer auf Platon gründenden Ideenlehre zu sprechen, er selbst hat sie weder so genannt noch sie in dieser Form "aufgestellt" --Apollyon 23:06, 21. Jun 2006 (CEST)

Platonismus

Wir brauchen einen Artikel Platonismus! aber wie:
  1. als Redirect auf Platon oder
  2. als eigener Artikel
--ChristophLanger 10:38, 2. Feb 2004 (CET)

Imho besser als eigener Artikel weil:

  1. sonste wird der Platon endgültig zu lang,
  2. die Rezeption seiner Philosophie gehört nicht mehr zu seiner Person
Gruß,--Allons! 12:14, 29. Jun 2005 (CEST)

Werkausgabe Platon

Kann ein Philosophie-Kenner vielleicht eine Empfehlung bez. deutscher Ausgaben seiner Werke geben??

Ich habe eine Ausgabe von RORORO mit der Übersetzung von Schleiermacher. Die ist ziemlich antiquiert und hat kein Register. Es gibt eine Ausgabe bei Meiner mit einer Übersetzung von Appelt, die mir lesbarer scheint (hab' nur mal reingeschaut) und die wohl auch ein Register hat. Dann gibt es auch noch eine CDROM: schlecht zum Lesen, aber gut zum Nachschlagen und zur Suche. Heizer 13:04, 27. Mai 2003 (CEST)
Vielleicht noch was historisches - die Schleiermacherübersetzung war so etwas wie ein Bestseller, da sprachlich allen vorherigen Übersetzungen überlegen. --ChristophLanger 10:38, 2. Feb 2004 (CET)
Die Übersetzung von Otto Appelt (in der Meiner-Ausgabe "Sämtliche Dialoge", enthält aber auch die Briefe und ein Gesamtregister, 7 Bände in Kassette zu einem sehr anständigen Preis) liest sich sehr gut und hat gute Anmerkungen zum Verständnis.
Schleiermacher schrieb aus heutiger Sicht in so altmodisch-gestelztem Deutsch, dass er für heutige Leser wohl selbst einen Übersetzer bräuchte.

Seine sämtlichen Werke sind 1994 auf deutsch bei Rowohlt erschienen. Titel: Platon: Sämtliche Werke. Band I-IV. Hamburg 1994. Erschwinglich, da in Paperback. Die einzelnen Schriften darin werden im Vorspann mit den im Text wieder auftauchenden Überschriften als Inhaltsverzeichnis eingeleitet. Übersetzung nach Schleiermacher. Kein Register. Eine griechisch-deutsche Taschenbuch-Gesamtausgabe in 10 Bänden hat 1991 der Insel-Verlag herausgegeben. Titel: Platon: Sämtliche Werke. Band I-X. Frankfurt a.M. und Leipzig 1991. Auch hier wurde vielfach auf Schleiermachers Übersetzungen zurückgegriffen, aber auch auf einige andere Übersetzer. amruthgen


Viel besser als die erwähnten Paperback-Ausgaben ist 8-bändige Ausgabe der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft Darmstadt. Zum einen liegt sie griechisch/deutsch vor und zum anderen ist die Schleiermacherübersetzung von Günther Eigler überarbeitet worden und als Alternativübersetzung gekennzeichnet. Die von Schleiermacher nicht übersetzen Dialoge wurden von Hironymus Müller übersetzt. Leider ist die Ausgabe sehr teuer. Sie ist seinen Preis aber wert. Direkt beim Verlag bestellt ist sie um einiges günstiger. Wem das zu teuer ist, der kann sich diese Ausgabe in jeder anständigen Uni-bibliothek ausleihen. Aporia 14:04, 23. Feb. 2005

Änderungsvorschläge

Ich würde vorschlagen,zur Erklärung des Idealismus im Text auf den Artikel "Höhlengleichnis" zu verweisen bzw. das "Höhlengleichnis" hier einzuarbeiten. Außerdem finde ich es wichtig, seine naturwissenschaftlichen, insbesondere mathematischen Erkenntnisse zu erwähnen. Nach meiner Meinung sollte Platon deutlicher als Universalist dargestellt werden. Seine Staatsutopie könnte näher ausgeführt werden, sodass auch neben der "Seele" die materielle Seite - die Ungleichheit der Menschen - deutlicher wird. --80.143.146.29 22:20, 31. Dez 2004 (CET)

Ich kann alles unterschreiben, was Benutzer:80.143.146.29|80.143.146.29 gesagt hat, nur eins nicht: Vorsicht mit dem Begrif der Staatsutopie. Ob die Politeia eine Utopie ist, ist in der Forschung umstritten und sollte deswegen nicht als eindeutig dargestellt werden. Ich würde vorschlagen, die Bereiche Wirkungsgeschichte und Rezeption zusammenzufassen, weil es inhaltlich um das Gleiche geht. Außerdem könnten sie noch ausführlicher gestaltet sein: es hat im 20. Jahrhundert einige Platoniker gegeben, die eine Erwähnung verdienen.

-- Elitestudent 12:57, 29. Okt. 2006 (CET)

Dialektik

Ich vermisse eine Erläuterung der für Platon zentralen Dialektik. Ich hab' aus dem entsprechenden Artikel mal folgendes herauskopiert. Platoniker könnten sich dessen mal annehmen, überarbeiten und in den Artikel integrieren. "In Platons frühen Philosophie bezeichnet er einfach eine bestimmte Form der Gesprächsführung, bekannt als sokratischen Dialog: Zwei Partner unterhalten sich über einen Gegenstand. Ausgangspunkt ist die Definition des Sprechers A. Mit der Grundlage dieser Definition fragt B A aus. Die Zuteilung der Rollen ist dabei zwingend. Der Definitionsgeber A darf nur antworten; nur der Frager B darf fragen stellen. In der späterern Philosophie Platons scheint Dialektik auch die Methode der Philosophie überhaupt zu bezeichnen mit der man Wissen von den Ideen erlangen kann."


Also ich muss sagen, dass der Beitrag zur Dialektik hier ziemlich mangelhaft ist und gerade in Verbindung mit der hier dargestellten Ideen-“Lehre“ Platon in ein falsches Licht rückt. Das es nun mal so viele Lesarten seiner Werke gibt, liegt daran, dass er eben kein festes Gebäude theoretischer Lehrsätze entworfen hat, sondern in all seinen Dialogwerken Dialektik exemplarisch vorführt. Diese bleibt dabei nicht auf dem Level eines simplen „A fragt, B antwortet“ Schemas stehen sondern entwickelt im Gegensatz zu der relativistischen Aporiediskussion der Sophisten eine eigene, wissenschaftliche Methode mit positivem Erkenntnisgewinn, durch welche sie eben zur Grundlage aller Einzelwissenschaften wird. Die eigentliche Dialektik in Platons Hauptwerk wird hierbei nur im letzten Nebensatz als „Methode der Philosophie […] mit der man Wissen von den Ideen erlangen kann." erläutert. Das ist in etwa so,als würde man Kants Ethik verkürzen auf den Satz „Was du nicht willst was man dir tu …“. Hierbei wird es wichtig auch die lediglich am Rande erwähnten, zentralen Gleichnisse der Politeia wenigstens ansatzweise zu erörtern. Dabei zeigt sich nämlich, dass die Ideenlehre keinesfalls nur eine ontologische Hinterwelt für die Objektwelt darstellt, sondern als erkenntnistheoretisches Fundament alle zentralen Bereiche der platonischen Philosophie, wie die Ethik und die Wissenschaftstheorie begründet. Nebenbei ist auch die politische Philosophie stark negativ akzentuiert. So wird nicht erwähnt, dass mit den Philosophenherrscher nicht irgendwelche dahergelaufenen Gelehrten sondern dem Eros der Philosphie verfallenen „Idealisten“ gemeint sind, wodurch Platon zu der erstaunlichen Erkenntnis gelangt, dass in einem solchen Staate diese sogar gezwungen werden müssten, zu regieren. Für ihn würde jeder halbwegs als solcher zu bezeichnende Philosoph nämlich niemals freiwillig ein so weltliches Amt, wie das des Staatenlenkers ausführen. Die Betonung des „hierarchischen“ Systems vernachlässigt darüber hinaus, dass funktional alle Stände gleichwertig sind, kränkelt es an einem, so sind alle gefährdet. Die Philosophen sind von den Wächtern wie den Arbeitern gleichermaßen abhängig. Es ist eben die platonische Maxime „das jeder das seinige tut“, die parallel zur Seelenlehre auch den Staat ausmacht. Und genau wie in der Seele, ist im Staate die oberste Instanz nicht die Weisheit (Die Philosophen), sondern die Gerechtigkeit der drei Seelenteile zueinander.Also sollte der Artikel generell mal überarbeitet werden *g --Apollyon 01:26, 17. Okt 2005 (CEST)

Diskussion aus dem Review

  • insgesamt noch zu kurz
  • Artikel könnte noch besser nach Themen gegliedert werden
  • Dialektik fehlt völlig

Welchen Platon lesen?

Mir hat "Eine kritische Übersicht von Jörg Pannier" geholfen (wäre da nicht diese N. Zitat): <http://www.information-phil...

Hallo,

ich finde den Artikel zu Plantons Philosophie ganz in Ordnung, allerdings würde ich einen Hinweis auf das Buch "Sofies Welt" nicht schlecht finden, da ich dieses Buch für "Einsteiger", der ich selber bin, recht leicht zu verstehen finde. Natürlich ist dieses Buch nicht ausschließlich Platon gewidmet, aber es hilft einem, die manchmal doch recht komplizierte Philosophie zu verstehen...vor allem für etwas jüngere Leute wie mich (16 Jahre)...

Hier doppelten Eintrag raus --Mh26 Mh26 2. Jul 2005 21:56 (CEST)

hallo zeno,

da ist dir scheinbar ein kleiner fehler unterlaufen. Platon hat zwar nicht die Ideenlehre entwickelt, aber er hat sehr wohl eigenen Schriften verfasst. Die größte davon ist "der Staat". Er ist also nicht nur als die Sekräterin von Sokrates zu sehen ;).

zu deiner frage der Übersetzungen: im Reclam verlag gibt es die Übersetzungen von Schleiermacher, die zwar holzig, aber dennoch sehr gut sind. Etwas teuerer, aber auch gut sind die Übersetzungen aus dem Meiner Verlag (wobei ich die Version der Nikomachischen Ethik von Reclam besser finden, aber das ist Geschmackssache). Ich würde dir allerdings raten, die entweder eine Altgriechisch/Deutsche Fassung zu besorgen, oder die Altgriechische Fassung extra dazu zu kaufen. Auch wenn man kein Altgriechisch kann, ist das sehr hilfreich, da man fragliche Worte oder Sätze so nochmal mit Wörterbuch selbst übersetzen kann, bzw. inder lage ist etymologische Nachforschungen anzustellen :D

Seit wann ist denn die Nikomachische Ethik von Platon? Die ist doch von Aristoteles! Gruß Timo

Staatsaufbau (politische Philosophie)

meiner meinung nach müssen auf jeden fall die "graphischen darstellungen" am schluss des abschnitts gründlich überarbeitet werden. vielleicht können sie sogar wegfallen; es fehlt in dem abschnitt jedoch, dass es Platon in der "politeia" ausdrücklich um die seele geht - der staat wird nur deshalb untersuchungsgegenstand, weil bei ihm die innenstrukturen besser erkennbar seien ("mit größeren buchstaben geschrieben"). dies wird in der "graphischen darstellung" kurz erwähnt. außerdem fehlt, dass platon zunächst ein sehr schlichtes staatsmodell vorstellt. erst als dieses aber von seinen gesprächspartnern als "staat der schweine" disqualifiziert wird, entwickelt Platon einen "ständestaat" (denn erst wenn man exotische luxusgüter haben will, muss man sich auf kriege einstellen - so der platonische Sokrates in der "politeia"). -- NeumonD 19:02, 4. Nov 2005 (CET)

ich ersetze mal die "graphischen Darstellungen" durch eine "zusammenfassung" - ich finde zwar immer noch nicht, dass dadurch der artikel völlig optimiert wird, aber es ist ein schritt! :-) --NeumonD 20:39, 4. Nov 2005 (CET)

ich hab unten einige Bemerkungen zu diesem Abschnitt gemacht. Werde mich dem bald mal annehmen. PhiloNessie

Weblink

Wegen eines "Rechtshinweises" wurde hier der Link auf die sehr nützliche Internetseite http://www.opera-platonis.de/ entfernt, die sämtliche platonischen Dialoge im Volltext enthält. Dieser Rechtshinweis lautet dort wörtlich: "Das Vorhandensein dieser Seite stellt weder ein Angebot eines Dienstes dar, noch eine Aufforderung, von etwas Gebrauch zu machen, über das der Leser beim Besuch dieser Seite nicht schon verfügt." - Und wegen dieses Hinweises muß der Link gelöscht werden?!! Kann mir das vielleicht mal jemand erklären? --Klingsor 10:08, 22. Dez 2005 (CET)

Siehe Markus_Mueller. --Markus Mueller 10:38, 22. Dez 2005 (CET)

Quellenangabe

Woher stammt das Zitat "Wissen(schaft) ist nur als Einheit möglich." ? Im "Parmenides" und im "Staat" gibt es zwar inhaltliche Ähnlichkeiten, aber nirgends denselben Wortlaut. Kann mir jemand weiterhelfen?

Neugliederung

für eine langfristige Neugliederung (die auch kurz bis mittelfristig teilweise eingearbeitet werden soll) des Platon-Artikels siehe Victor Eremita/Projekt3. Beteiligung, Anmerkungen und Kritik sind herzlich willkommen. --Victor Eremita 10:19, 13. Feb 2006 (CET)

Ich bin mit Ihren Vorschlägen einverstanden. Ich hätte jedoch zwei Bemerkungen:
  1. man sollte einen einzigen Abschnitt der platonischen "Erkenntnistheorie" widmen, der "Wissen als Einheit und die Ideentheorie" und noch dazu "Dialektik - Die philosophische Methode" enthalten würde. Die Dialektik ist in der Tat untrennbar von der Ideenlehre.
  2. ich wäre auch für einen Abschnitt über das Problem der Einführung in die Philosophie: wie wird man zu einem Philosophen nach Platon? hierin sollte man die Apologie, das Gastmahl und auch die mittleren Bücher des Staats besprechen. Dieser Abschnitt sollte vielleicht sogar ganz am Anfang stehen.

Sonst finde ich die Vorschläge von Victor Eremita sehr interessant und da ich selbst den Artikel bearbeiten will, werde ich mich an seinen Vorschlägen orientieren.

--Apierrot 18:15, 17. Jun 2006 (CEST)

Hallo Apierrot!
"Dialektik"ist ein schwieriges Kapitel. Darunter fällt so viel, und durchaus auch Verschiedenes. Von der (teilweisen widerlegenden )Gesprächsführung bis zur Ideentheorie. Einige Dinge, die Dialektik genannt werden, sind vermutlich schon trennbar von der Ideentheorie. Das fänd ich wichtig zu betonen. Aber Du hast Recht mit dem Hinweis, dass hier in Teilen der Gliederung eine Doppelung besteht.
Zur Einführung in die Philosophie: Könnte man dies mit dem Teil Sorge um die Seele nicht zusammenführen bzw. als einen Teil davon gestalten?
--Victor Eremita 19:33, 19. Jun 2006 (CEST)

  1. was Du zur Dialektik sagst finde ich richtig.
  2. ich habe ansonsten bemerkt, dass Du die Apologie des Sokrates in Deinem Vorschlag zu einer Neugliederung nicht erwähnst. Sollte man nicht doch einen Abschnitt schreiben, in dem man erklären würde, wie man zu einem Philosophen wird und drin könnte man erklären, dass laut der Apologie der Philosoph einer ist, der sich seiner Unwissenheit bewusst ist und dass er also nur nach dem Wissen strebt, ohne es zu besitzen? Ich bin natürlich zu jedem Vprschlag offen.
--Apierrot 18:58, 22. Jun 2006 (CEST)

Apologie könnte man unter "Das Sokrates-Erlebnis" thematisieren. Das ist unbestritten der Grund für Platon gewesen, Philosoph zu werden. --Victor Eremita 20:01, 22. Jun 2006 (CEST)

Stephanus-Paginierung

Es gibt jetzt einen kurzen Artikel Stephanus-Paginierung. In dem wird die traditionelle Zitierweise kurz erklärt. Somit kann kann bei Zitaten auf diesen Artikel verwiesen werden. Das dürfte für viele Leser die ansonsten vielleicht unötig fragenaufwerfende verwendete Zahlen- und Buchstabenkombination erklären. Victor Eremita 11:34, 2. Mai 2006 (CEST)

Platos Lehre

Aussagen wie "Platon ist es gelungen, eine auf der Aktivität und Struktur des menschlichen Geistes gründende Erkenntnistheorie darzulegen, die nach ihm von Augustinus von Hippo weiterentwickelt und in dieser Höhe auch vom rationalen Idealismus späterer Jahrhunderte nicht übertroffen worden ist" sind unhaltbar. Augustin entwickelt seine Philosophie des Geistes (nicht: Erkentnistheorie; das ist etwas ganz anderes, was es eigentlich erst seit den Neukantianern gibt) im Anschluss an Plotin und Porphyrios. Wo dergleichen bei Platon zu finden sein soll, ist mir schleierhaft. Auch wäre ich dafür von Platons angeblicher Ideenlehre nur in Anführungzeichen zu sprechen. Ob Platon dergleichen wirklich vertreten hat, ist doch in der Platonforschung sehr umstritten; es handelt sich da eher um eine traditionelle Fehllektüre als um ein System, das sich aus seinen Werken herauslesen ließe. - Schade, dass sich noch niemand an den Artikel "Ungeschriebene Lehre" getraut hat. --Peter Hammer 20:21, 20. Mai 2006 (CEST)

Letzterem Teil stimme ich durchaus zu, s.a. die Diskussion zur Ideenlehre oder Dialektik. Erstere Aussage ist problematisch. Erkenntnistheorie ist durchaus ein neuzeitlicher Begriff, allerdings kann man Platon oder auch den Vorsokratikern nicht absprechen Thematiken zu erläutern, die Postionenen der heutigen Erkenntnistheorie durchaus berühren wenn nicht sogar größtenteils vorwegnehmen (man beachte hier nur die Skepsis oder eben Platons Begriffe von Wissen und Wahrheit). Dabei spricht er jedoch meist vom Wissen nicht von der Erkenntnis oder gar dem Erkenntnisvorgang. In diesem Sinne lässt sich natürlich über die Wortwahl trefflich streiten *g --Apollyon 23:17, 21. Jun 2006 (CEST)

  • Okay, ich gebe nach, ich muss sagen, dass ich meine eigenen Diskusionsbeiträge (nicht nur den obenstehenden) beim Wiederlesen ziemlich unqualifiziert finde, ich hoffe sie werden irgendwann wieder gelöscht. Aber dass Plato über eine Theorie des Geistes verfügt haben soll, sehe ich nicht (doch nicht etwa Sophistes 248 E?). Stimme übrigens auch mit Apollyons obigen Diskusionsbeitrag über Dialektik einigermaßen überein. --Peter Hammer 20:24, 26. Jun 2006 (CEST)

Kategorie

Was soll den die Kategorie Homosexuelle Persönlichkeit hier - d - würde das gerne rückgängig machen --Schwall 17:15, 20. Aug 2006 (CEST)

Ich unterstütze das Rückgängigmachen voll und ganz. Abgesehen von der Frage sachlicher Angemessenheit finde ich diese heute(!) neu angelegte Kategorie ganz grundsätzlichen fragwürdig – Menschen nach sexueller Orientierung klassifizieren, und das in einem Lexikon im 21. Jahrhundert, so weit kommt es noch! --GottschallCh 18:09, 20. Aug 2006 (CEST)

Zum ersten Argument "dann finden wir bald die gesamte Antike in dieser Kategorie wieder" muss ich sagen, dass Platon da schon eine wichtigere Rolle gespielt hat als viele andere, was man ja schon am Begriff Platonische Liebe sehen kann. Der beruht nämlich auf dem Gedanken, dass richtige Liebe nur gleichgeschlechtlich stattfindet, jedoch nur im Geiste.
Zum zweiten Argument: Finde ich korrekt.
Vielleicht könnte eine neue Überschrift wie zum Beispiel "Platon und die Frauen" etwas Licht ins Dunkel bringen. Dort könnte man dann nämlich beschreiben, dass Platon die Weiblichkeit (und insbesondere der Teil, der mit Fortpflanzung und Geburt zu tun hat) vermutlich unheimlich war. Deshalb hat er auch versucht, sie möglichst zu eliminieren. Gerade seine Auffassung von Gleichberechtigung wird ja von vielen Feminist(inn)en kritisiert, da Platon die Weiblichkeit mit einer anderen Haarfarbe vergleicht und quasi negiert indem er beispielsweise die Mutter-Kind-Beziehung unterbinden möchte. Aus einem ähnlichen Grund verurteilt er dann ja auch körperliche Liebe und lehnt für sich selbst wahrscheinlich die Liebe zu Frauen ganz ab. --PhiloNessie 01:35, 19. Okt 2006 (CEST)

Werke

Amatores hat sich wohl als Kuckusei eingeschlichen(?)

Politische Philosophie unpräzise

Ich habe da an der Zusammenfassung der Politeia einiges zu kritisieren. Zunächsteinmal besteht allenfalls Platons Idealstaat der Gerechtigkeit wegen. Bei weitem nicht jeder Staat. Die Arbeitsteilung und Einteilung in Klassen bildet für Platon die Gerechtigkeit. Platon definiert Gerechtigkeit im Staat als den Zustand, wenn jeder das seinige tut. Also das was er am besten kann. Ein einzelner Mensch ist dann gerecht, wenn seine Seelenteile (Beherrschtheit, Begierden, Weisheit) im Gleichgewicht und Harmonie untereinander stehen. Die Bildung und der Klassenzuteilungsprozess ist auch unpräzise dargestellt. Zunächst erhält jedes Kind die gleiche Bildung (nur unwürdige Kinder z.B. aus unerwünschten Verbindungen werden tatsächlich sofort getötet). Platon sieht im Laufe dieser Bildung einen Aussiebungsprozess vor. D.h. die Erzieher und Wächter entscheiden zwar natürlich, wer weiter kommt und wer nicht. Allerdings entscheiden sie das auf der Basis von den schulischen Leistungen. Eigens dafür gibt es zum Beispiel viele Wettbewerbe. Der Stand entscheidet sich auch nicht früh, da man in den höchsten Stand (Philosophenkönig) überhaupt erst aufsteigen kann, nachdem man sich als guter Krieger/ Wächter erwiesen hat. Man muss sich also im Stand hocharbeiten. So hört es sich an, als wäre es wie im deutschen dreigliedrigen Schulsystem, wo man schon in der 5ten Klasse eingeteilt wird. Platons Schulidee ist aber offener. Man beendet die Ausbildung nicht, weil man nur für diesen Stand vorgesehen ist, sondern genau dann, wenn es zu schwer für einen wird. Danach, wann man ausscheidet richtet sich dann die Zuteilung in den Stand. Dass und warum die Philosophen die Könige sein sollten (was ja doch eine der Hauptaussagen aus dem gesamten Werk ist) sollte noch hinzugefügt werden. Sobald ich (weil Neuling) auf den Artikel zugreifen kann werde ich -wenn es keinen Widerspruch gibt- das machen. --PhiloNessie 01:35, 19. Okt 2006 (CEST)

Eliteuniversität?

ich halte die bezeichnung der platon'schen akademie als "eliteuniversität" für unglücklich. es ist m.e. nicht richtig, einen begriff, der definitiv aus der jüngeren zeitgeschichte stammt und momentan auch noch äußerst kontrovers diskutiert wird (unterschicht? bildungsnotstand? prekariat?), für eine antike lehranstalt zu gebrauchen. der begriff impliziert eine vielzahl kontemporärer diskurse, die in einem artikel über platon nichts verloren haben. ich schlage vor, ihn durch das unverfängliche "universität" zu ersetzen. -- Polynoia1500 22:10, 24. Okt. 2006 (CEST)



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Platon und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).