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Portugal (amtl. República Portuguesa) ist ein europäischer Staat im Südwesten der iberischen Halbinsel. Im Westen und Süden wird es vom Atlantischen Ozean, im Osten und Norden von Spanien begrenzt. Zum portugiesischen Staatsgebiet gehören die Inseln der Azoren und Madeira (mit Porto Santo). Westlich der Hauptstadt Lissabon liegt Cabo da Roca, der westlichste Punkt des europäischen Festlandes.
Der Name Portugal entstammt dem Namen der Siedlung Cale im Delta des Flusses Rio Douro. Cale könnte ein griechisches Wort sein (Kalles = schön) und sich auf die Schönheit der Natur im Norden des heutigen Portugal beziehen, das die Griechen in der Antike kolonisierten. Andere Historiker meinen, dass Cale phönizischen Ursprungs ist, da die Phönizier Portugal schon vor den Griechen besiedelten. Als das heutige Portugal zum Römischen Imperium gehörte, wurde Cale ein wichtiger Hafen, auf Lateinisch Portus Cale. Im Mittelalter wurde Portus Cale zu Portucale, später Portugale, wobei dieses Wort im 7. und 8. Jahrhundert nur die nördlichen Teile des Landes bezeichnete, also die Region zwischen den Flüssen Rio Douro und Rio Minho. Andererseits verkürzte sich der Name Portus Cale zu Porto, der zweitwichtigsten Stadt, die sich deshalb voller Stolz als Namensgeber des Landes bezeichnet.
Geografie
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Der Norden Portugals hat ein relativ kühles und feuchtes Klima und besteht aus zwei traditionellen Provinzen oder Landschaften: Der Minho im Nordwesten gehört zu den am dichtesten besiedelten Gegenden des Landes. Die größten Städte des Minho sind Braga und Viana do Castelo. Der Minho wird wegen seines Klimas und der vergleichsweise üppigen Vegetation als der grüne Garten Portugals bezeichnet. Auf den Hängen der zahlreichen Flusstäler wird vor allem Wein angepflanzt, die zum berühmten Portwein und dem Vinho Verde weiterverarbeitet werden. Daneben gedeihen viele Gemüsesorten. Die natürliche Vegetation ist eine Mischung aus der Flora der gemäßigten Klimazone und der subtropischen Flora, je nach Höhenlage gibt es Eichen oder Kastanien bzw. Pinien und Olivenbäume.
Im Nordosten liegt Trás-os-Montes (Hinter den Bergen). Dies ist die dem Meer abgewandte Seite Nordportugals, die sehr gebirgig ist und deshalb sehr kalte Winter und sehr heiße Sommer hat. Die Vegetation ist bedeutend weniger üppig als im Minho und sie fällt umso spärlicher aus, je mehr man sich der Grenze zu Spanien nähert. Beiden Provinzen ist gemein, dass ihre Gebirgsmassive, wie z. B. Marão oder Peneda-Gerês von zahlreichen Flüssen, wie der Rio Minho (Grenzfluss zu Spanien) oder der Rio Douro, durchschnitten werden. Im Norden Portugals liegt der Nationalpark Peneda-Gerês, das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. Dort existieren noch Restbestände naturbelassener Wälder, in denen sich insbesondere die immergrüne Steineiche findet. Bedeutende Städte des Nordens sind Porto, Vila Nova de Gaia, Matosinhos, Braga, Vila Real und Bragança.
Mittelportugal ist größtenteils hügelig bis gebirgig und hat mit der Serra da Estrela ein bedeutendes Gebirge mit Skigebiet. Die wichtigsten Landschaften sind die Beira, der Ribatejo (die Tejo-Ebene mit Beinamen Garten Lissabons), die Estremadura sowie die Mündung des Tejo in den Atlantik. Die gesamte Region ist sehr fruchtbar und hat ein für den Weinanbau optimales Klima, so dass die Tradition des Weinbaus hier bis zu den Römern zurückreicht. Daneben werden Getreide, Reis, Sonnenblumen und Gemüse angebaut. Die Region wird durch den Tejo zweigeteilt. Überschwemmungen, die früher den Ribatejo regelmäßig heimsuchten, kommen seit dem Bau zahlreicher Staudämme nicht mehr vor. Die wichtigsten Städte Mittelportugals sind Lissabon, Aveiro, Sintra, Coimbra, Viseu, Leiria, Castelo Branco sowie Santarém.
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Typische Landschaft des Alentejo bei Monsaraz Bildherkunft |
Der Süden Portugals setzt sich aus den drei Landschaften Terras do Sado, Alentejo und Algarve zusammen. Die Oberfläche der gesamten Region ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima. Der Alentejo, die frühere Kornkammer Portugals, ist heute nur dünn besiedelt und von Abwanderung gekennzeichnet, weitläufige Getreidefelder mit Olivenhainen und Korkeichen dominieren die Landschaft. Zum Getreide kommen Weinanbau und in zunehmenden Maße auch Sonnenblumen als Hauptprodukte. Die Wiesen sind im Frühling mit Blumen übersät, die als Weiden für Schafe dienen. Zum wirtschaftlichen Niedergang tragen nicht zuletzt auch immer länger werdende Trockenperioden bei, denen man mit dem Bau von Staudämmen zu begegnen versucht. Nicht einheimisch, aber immer häufiger anzutreffen, sind Pflanzungen von Eukalyptus, die allerdings wegen der hohen Brandgefahr, die von diesen Bäumen ausgeht, nicht unumstritten sind. Die südlichen Küstenregionen sind dazu häufig von Kiefernwäldern bewachsen. Daneben finden sich zahlreiche Palmenarten, von denen aber nur die Zwergpalme einheimisch ist.
Die Algarve markiert die gesamte Südküste des Landes und ist mit ihren hübschen Städten, den Steilküsten und Sandstränden zu einem beliebten Feriendomizil geworden, was die üblichen negativen Begleiterscheinungen des Massentourismus mit sich gebracht hat. Die größten Städte Südportugals sind Portalegre, Évora, Beja sowie Faro und Lagos. Der wichtigste Fluss ist der Rio Guadiana, der zweimal auf längeren Strecken auch die Grenze zu Spanien markiert. An die große sommerliche Hitze angepasst sind zahlreiche sukkulente Pflanzen.
Zu Portugal gehören weiterhin die beiden Inselgruppen Madeira (Holzinsel) und Azoren (Habichtsinsel) im Atlantik; sie sind vulkanischen Ursprungs. Die Inselgruppe Madeira hat aufgrund ihrer Lage vor der afrikanischen Küste eine teils tropische, teils subtropische Vegetation. Der höchste Berg Portugals befindet sich auf den Azoren (Monte Pico, 2.351 m).
Der wichtigste Fluss Portugals ist der Tejo, welcher in Spanien unter dem Namen Tajo entspringt und bei Lissabon in den Atlantischen Ozean mündet.
Siehe auch: Liste der Städte in Portugal
Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Im Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und Skorpione vor.
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Skulptur der Entdeckung (Navigators) in Lissabon, Portugal Bildherkunft |
Bevölkerung
siehe auch: Portugiesen
Portugal ist, jedenfalls bezogen auf die alteingesessene Bevölkerung, in sprachlicher, ethnischer und religiöser Hinsicht ein sehr homogenes Land. Die portugiesische Sprache wird im ganzen Land gesprochen, und nur in den Dörfern von Miranda do Douro wird ein dem Asturischen zugeordneter Dialekt (Mirandes) gesprochen, der als Minderheitensprache anerkannt wird. Die große Mehrheit der Portugiesen bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben.
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Ausländer in Portugal mit ihren Herkunftsländern. Alle portugiesischsprachigen Länder sind in grünen Farbtönen gehalten. Datenquelle: INE Bildherkunft |
Für lange Zeit war Portugal ein Auswanderungsland; wichtige Zentren der portugiesischen Kultur gibt es vor allem in Frankreich, wo allein 600.000 Portugiesen leben, aber auch in vielen anderen Staaten. Andererseits war Portugal schon während der Unabhängigkeitskriege seiner Kolonien Zielland für Einwanderer aus den kolonisierten Regionen. Seit dem Beitritt Portugals zur Europäischen Union und dem damit verbundenen politischen und wirtschaftlichen Wandel ist Portugal verstärkt zu einem Einwanderungsland geworden, wobei die Herkunftsländer der Zuwanderer vor allem in Afrika (Angola, Kap Verde), Südamerika (Brasilien) sowie Osteuropa (Russland, Ukraine, Moldawien) liegen.
Ende 2003 lebten etwa 250.000 ausländische Staatsangehörige in Portugal. Diese stammen zu mehr als der Hälfte aus anderen portugiesischsprachigen Ländern, sind meist katholischen Glaubens und haben auch einen ähnlichen kulturellen Hintergrund. Etwa ein Viertel der Ausländer, die in Portugal leben, sind Europäer - teils sind sie Dauerurlauber, die in Portugal ihre Pension verbringen. Ein gewichtiger Anteil sind auch Rückkehrer, also Portugiesen, die aus Portugal ausgewandert waren und mit fremder Staatsbürgerschaft zurückgekehrt sind. Somit kennt Portugal das Phänomen, Zuwanderer mit komplett unterschiedlicher Sprache und Kultur integrieren zu müssen, wie beispielsweise Deutschland, nicht. Auf zehn Portugiesen kommt statistisch gesehen ein Bürger nicht-portugiesischer Herkunft (viele davon mittlerweile mit portugiesischem Pass).
Die ausländische Bevölkerung lebt zu mehr als der Hälfte in Lissabon, davon abgesehen konzentriert sie sich auf die Stadtgebiete an der Küste. Im Hinterland liegt der Anteil bei unter 0,5 %.
Die dichteste Besiedelung weist ein Küstenstreifen von der spanischen Grenze im Norden bis in die Gegend um Lissabon auf. Während in diesem Streifen 70 % der Bevölkerung leben, sind das Hinterland und der Süden Portugals sehr dünn besiedelt. Mehr als 10 % der Bevölkerung entfällt auf zwei Städte (Lissabon und Porto), während mehr als die Hälfte in Orten unter 2.000 Einwohnern lebt. Der Trend geht in Portugal in Richtung Verstädterung.
Innerhalb Portugals gibt es starke Migrationsbewegungen, wobei die Wanderungsbewegungen aus den Regionen des Hinterlandes in Richtung der Zentren von Industrie (Lissabon, Porto) und Tourismus (Algarve, Madeira und Azoren) gehen.
Religion
Etwa 97 % der Portugiesen sind römisch-katholischen Glaubens, wobei in Portugal jedoch Glaubensfreiheit herrscht. Der Wallfahrtsort Fátima liegt in Portugal und ist der Mutter Jesu, Maria, gewidmet. Maria wird von den Portugiesen sehr verehrt, was für manche ein Hinweis darauf ist, dass die Vorfahren der Portugiesen vor der Christianisierung vorrangig weibliche Gottheiten anbeteten.
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Portugals
Frühgeschichte bis Antike
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Die römische Provinz Lusitania im Südwesten der iberischen Halbinsel Bildherkunft |
Die Vor- und Frühgeschichte des Landes entspricht weitgehend der Entwicklung in den anderen Regionen der iberischen Halbinsel. Ab 2000 v. Chr. wandern die Iberer wahrscheinlich aus Nordafrika ein. Ab 1200 v. Chr. werden von den Phöniziern und ab 700 v. Chr. von den Griechen Kolonien gegründet. Ab 600 v. Chr. wandern Kelten ein, die sich mit den Iberern vermischen (sog. Keltiberer). Zu diesen gehört auch der Stamm der Lusitaner, (Viriato) der im Lateinischen namensgebend für das Land werden soll.
Ab 450 v. Chr. wird das Gebiet von Karthago erobert und im Ergebnis des Zweiten Punischen Krieges an Rom abgetreten. Von den Römern wird es unter dem Namen Lusitania (Portugal) zum Teil als eigenständige Provinz verwaltet. Die römische Herrschaft endet in der Völkerwanderungszeit, Sueben (ab 409) und vor allem Westgoten (ab 416) gründen ihre Reiche auf dem Gebiet des späteren Portugals.
Maurische Herrschaft bis Kolonialmacht Portugal
Im Jahre 711 erobern die Mauren das Land, Portugal wird Teil des Kalifats von Córdoba, Herrschaft der Almoraviden. Von Asturien aus nimmt der Gotenherzog Pelagius (Don Pelayo) im Jahre 722 die christliche Reconquista auf, die Mauren werden bis 1492 sukzessive von der iberischen Halbinsel vertrieben. Portugal wird als eigenständige Grafschaft bereits im 11. Jahrhundert gegründet ("Condado Portucalense", Grafschaft von Portucale); diese fällt 1093 an Heinrich von Burgund, den Stammvater der ersten portugiesischen Königsdynastie.
Unter Heinrichs Sohn und Nachfolger Alfons I. erlangt das Land 1143 seine Unabhängigkeit, Alfons nimmt den Königstitel an. Die Burgunder herrschen bis 1383 in Portugal, 1211 wird das erste Ständeparlament (Cortes) einberufen, 1250 ist die Reconquista in Portugal mit der Eroberung der Algarve abgeschlossen, 1256 wird die Hauptstadt nach Lissabon verlegt.
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Die Festung von Guimarães, das Hauptsymbol für Portugals Unabhängigkeit. (Quelle: IPPAR) Bildherkunft |
1383 stirbt das Haus Burgund in Portugal aus, ein nichtehelicher Abkömmling, Johann von Avis ruft sich zum König aus, kann kastilische Ansprüche auf den portugiesischen Thron in der Schlacht von Aljubarrota (1385) abwehren und gründet die zweite portugiesische Dynastie, das Haus Avis. Die Avis-Könige (besonders unter Emanuel I. - er herrschte von 1495 bis 1521) führten das Land zu höchster Blüte, Portugal steigt zur führenden Handels- und Seemacht auf, erwirbt Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China, das Land ist Weltmacht und reichste Nation Europas (siehe auch Heinrich der Seefahrer, *1394 - †1460). Auch kulturell kommt es zu einer Blütezeit (Luís de Camões).
1580 stirbt das Haus Avis aus, Portugal fällt aus dynastischen Gründen an die Habsburgerherrscher Spaniens. Bis 1640 herrschen die Spanier, Portugal verliert seine Unabhängigkeit, sinkt zur spanischen Provinz herab, verliert Teile seines Kolonialreiches. 1640 führt der Herzog von Braganza eine Adelsrevolte gegen die spanische Herrschaft an und ruft sich als Johann IV. zum König aus. Er gründet die vorletzte portugiesische Dynastie, das Haus Braganza. Außen- und wirtschaftspolitisch gerät das Land in immer größere Abhängigkeit von England (Methuenvertrag, 1703). 1755 vernichtet ein Erdbeben große Teile der Hauptstadt Lissabon, der Marquês de Pombal baut die Stadt wieder auf und formt das Land mit zum Teil drastischen Methoden zu einem aufgeklärt absolutistischen Staat um. 1807 besetzen napoleonische Truppen das Land, die königliche Familie flieht nach Brasilien. Nachdem die Franzosen mit britischer Hilfe vertrieben wurden, kommt es zur liberalen Revolution, das Land erhält zum ersten Mal in seiner Geschichte eine Verfassung (1821). Der sich anschließende Kampf zwischen Anhängern des Absolutismus und Befürwortern einer konstitutionellen Monarchie wird erst durch den Sieg der letzteren im Miguelistenkrieg entschieden. Am 7. September 1822 erlangt Brasilien unter Kaiser Peter I. seine Unabhängigkeit.
Endphase der Monarchie bis Estado Novo
Die Zeit nach Ende des Miguelistenkrieges wird von der Auseinandersetzung zwischen Rechts- und Linksliberalen (Cartisten und Setembristen) geprägt. 1853 stirbt mit Königin Maria II. das Haus Braganza in direkter Linie aus, über die Ehe der Königin mit Ferdinand II. von Sachsen-Coburg und Gotha übernimmt der portugiesische Zweig dieses deutschen Adelshauses den Thron (bis 1910). Die Endphase der Monarchie ist durch eine allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme (Staatsbankrott 1891) und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1908 werden der König Karl I. und der Thronfolger bei einem Attentat getötet, 1910 wird die Republik ausgerufen.
Im März 1916 tritt das Land auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg ein. Portugal mobilisiert bis zu 100.000 Soldaten, von denen ca. 7.000 bis zum Ende des Krieges fallen. Die sog. erste Republik (bis 1926) ist durch anarchisch chaotische Zustände gezeichnet, monarchistische und kommunistische Aufstände, Putschversuche (u. a. des Sidónio Pais, 1917), schwache, häufig wechselnde Regierungen ohne parlamentarische Mehrheit und eine allgemeine politische Instabilität kennzeichnen die Situation.
1926 putscht das Militär und beendet die erste Republik. Unter den Militärs steigt ein Zivilist, António de Oliveira Salazar, ab 1928 Finanzminister, ab 1932 Ministerpräsident, zu höchster Macht auf. Er gründet ab 1933 den „Estado Novo“, den neuen Staat, ein autoritäres Gebilde mit faschistischen Tendenzen, komplett mit Einheitspartei (Nationale Union), Staatsjugend und Geheimpolizei (PIDE). Im Zweiten Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende des Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg, der besonders in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wird. 1968 muss Salazar wegen gesundheitlicher Probleme zurücktreten, sein Nachfolger, Marcello Caetano, kann sich nicht zu grundlegenden Reformen entschließen. Durch den Kolonialkrieg ist Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert, die Kosten des Krieges führen zu steigender Staatsverschuldung und Inflation. Führende Militärs erkennen, dass der Kolonialkrieg militärisch für Portugal nicht zu gewinnen ist; wegen der Unfähigkeit der Regierung, eine politische Lösung des Problems zu finden, putschen sie schließlich 1974. Eine allgemeine Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der Diktatur, durch die einsetzende Wirtschaftskrise (hervorgerufen durch die erste Ölkrise 1973) noch verstärkt, führt dazu, dass sich die Bevölkerung massenhaft mit den putschenden Offizieren solidiarisiert, es kommt zu einer allgemeinen Volkserhebung, der Nelkenrevolution, die den Estado Novo beendet. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen Kolonien, bis auf Macau, in die Unabhängigkeit (1974/1975).
Nelkenrevolution bis EU-Beitritt
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Panoramablick von Vila Nova de Gaia (Vordergrund) auf den alten Hafen und die Innenstadt von Porto, Namensgeber von Portugal. Rechts im Bild die Ponte Dom Luis I Bildherkunft |
Die erste Phase nach der Revolution ist geprägt von der Auseinandersetzung zwischen einer eher konservativen Strömung (General Spínola) und einem sozialistischen Flügel (Hauptmann Otelo), innerhalb des MFA (Movimento das Forças Armadas - Bewegung der Streitkräfte), der Vereinigung der putschenden Offizieren. Zunächst sah es so aus, als wenn die sozialistische Strömung obsiegen würde, es kam zu Verstaatlichungen und Landreform, die neue Verfassung von 1976 definiert den Übergang zum Sozialismus als Staatsziel.
Als sich bei den ersten Präsidentschaftswahlen nach der neuen Verfassung 1976 der gemäßigtere General Eanes überraschend deutlich gegen Hauptmann Otelo durchsetzen kann, sind die Weichen für eine Rückkehr des Landes zu einer parlamentarischen Demokratie westeuropäischen Zuschnitts gestellt. Eanes und der Vorsitzende der Sozialistischen Partei Mário Soares (Regierungschef von 1976 bis 1978 und 1983 bis 1985, Staatspräsident von 1986 bis 1996) führen das Land schließlich in die Europäische Gemeinschaft (Beitritt 1986).
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Eine Straße in Lissabons Altstadt. Bildherkunft |
Vom EU-Beitritt bis heute
1979 gewann zum ersten Mal seit der Nelkenrevolution wieder eine politische Gruppierung, die rechts von der Mitte stand, die Parlamentswahlen (Regierungen Francisco de Sá Carneiro und Francisco Pinto Balsemão), die Regierung kann sich mit der sozialistischen Opposition auf eine Verfassungsänderung einigen, durch die sozialistische Überreste, die nach der Nelkenrevolution in die Verfassung geschrieben wurden, entfernt werden. Die 1982 in Kraft getretene Verfassungsänderung eliminierte unter anderem den bis dahin bedeutenden Revolutionsrat und schuf ein Verfassungsgericht nach dem Vorbild anderer demokratischer Staaten. 1985 wird Aníbal Cavaco Silva Ministerpräsident, seiner konservativen Partido Social Democrata (PSD) gelingt bei den Wahlen 1987 ein Erdrutschsieg, bei dem eine Partei zum ersten Mal eine absolute Mehrheit erringen kann. Cavaco Silva bleibt bis 1995 Ministerpräsident, wobei er eine neoliberale Wirtschaftspolitik führt und die Verstaatlichungen aus der Zeit der Nelkenrevolution zurücknimmt. Von 1995 bis 2002 stellen die Sozialisten mit António Guterres wieder die Regierung.
Bei den Parlamentswahlen vom 17. März 2002 kommt es zu einem neuerlichen Rechtsrutsch. Bei einer Wahlbeteiligung von 62,3 % erreicht die konservative PSD unter José Manuel Durão Barroso eine relative Stimmenmehrheit von 40,1 %, gefolgt von der sozialistischen Partido Socialista und der rechtskonservativen Volkspartei Partido Popular (PP) mit 37,9 bzw. 8,8 %. Mit letzterer bildet Barroso eine Koalitionsregierung, wobei der populistische Vorsitzende der PP, Paulo Portas, das Amt des Verteidigungsministers übernimmt und auch die Bereiche Justiz sowie Arbeit und Soziales an die PP gehen. Die Sozialisten stellen allerdings ununterbrochen den Präsidenten des Landes, da Nachfolger von Soares 1996 der Sozialist Jorge Sampaio wird.
Im Jahr 2004 wird Barroso vom Europäischen Rat zum Nachfolger von Romano Prodi als Präsident der Kommission der Europäischen Union nominiert. Sein Nachfolger als Ministerpräsident wird Pedro Santana Lopes, der aber nur kurze Zeit regieren kann, da der Präsident bereits im November das Parlament vorzeitig auflöst und für Februar 2005 Neuwahlen ausschreibt, bei der die Partido Socialista zum ersten Mal in der Geschichte eine absolute Mehrheit erringt. Ihr Spitzenkandidat José Sócrates ist seit 12. März 2005 neuer Ministerpräsident.
Am 22. Januar 2006 wählten ca. 8,8 Millionen Portugiesen einen neuen Präsidenten. Der bisherige Präsident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen. Gegen 5 Kandidaten der Linken setzt sich bereits im ersten Wahlgang der Mitte-Rechts-Kandidat und frühere Regierungschef Aníbal Cavaco Silva (PSD) mit einer absoluten Mehrheit von 50,6 % bei einer Wahlbeteiligung von 62,6 % durch. Er wird von einem Bündnis aus PSD und PP-CDS unterstützt. Der als Architekt des portugiesischen Wirtschaftsaufschwungs in den Jahren 1985 bis 1995 geltende 66-jährige Wirtschaftsprofessor wird damit der erste bürgerliche Präsident in Portugal seit der Nelkenrevolution von1974. Er wird am 9. März 2006 für 5 Jahre in sein Amt eingeführt.
Mit 20,7 % erreichte der gegen den Willen seiner Parteiführung angetretene 69-jährige Vize-Präsident der Nationalversammlung, Manuel Alegre (PS) den zweiten Platz und lag damit noch vor dem „offiziellen“ Kandidaten der Sozialistischen Partei (PS), dem früheren sozialistischen Staatschef Mário Soares mit 14,34%.
Die weiteren Plätze belegen mit 8,6 % der Generalsekretär der Kommunistischen Partei (PCP) Jerónimo de Sousa, gefolgt von Francisco Louçã, Bloco de Esquerda, mit 5,3 % sowie dem von PCTP/MRPP unterstützten linken Splitterkandidaten García Pereira mit 0,4 %.
Politik
Politisches System
Seit der Nelkenrevolution des Jahres 1974 hat Portugal sich zu einer stabilen parlamentarischen Republik entwickelt. Die vier wichtigsten Organe der Politik in Portugal sind der Präsident, der Premierminister und sein Ministerrat, das Parlament sowie die Justiz.
Der Präsident, der alle fünf Jahre direkt in allgemeinen Wahlen bestimmt wird, ist auch Oberkommandierender der Streitkräfte. Er ernennt einen Premierminister und den Ministerrat, wobei er sich am Ergebnis der Parlamentswahlen zu orientieren hat. Der Staatsrat ist ein Gremium, das den Präsidenten berät, und besteht aus dem Staatspräsidenten und allen seinen Vorgängern, dem Premierminister, dem Präsidenten des Verfassungsgerichtes, dem Bürgerbeauftragten, den regionalen Präsidenten (Madeira und Azoren) sowie fünf vom Staatspräsidenten und fünf vom Parlament ausgewählten Personen.
Die Regierung wird vom Premierminister angeführt, der sich einen Ministerrat zusammenstellt. Jede neue Regierung muss dem Parlament ein Programm vorlegen, über welches debattiert wird. Sofern es nicht abgelehnt wird, bedeutet dies, dass die Regierung vom Parlament akzeptiert ist.
Das Parlament wird als Assembleia da República (Versammlung der Republik) bezeichnet und besteht aus einer Kammer mit bis zu 230 Abgeordneten. Die Abgeordneten werden für vier Jahre gewählt, wobei das Verhältniswahlrecht zur Anwendung kommt. Der Präsident hat das Recht, das Parlament aufzulösen und Neuwahlen anzusetzen.
Das Oberste Gericht ist die höchste Instanz der portugiesischen Justiz, wobei es spezielle Oberste Gerichte für militärische, verwaltungsrechtliche und steuerrechtliche Fragen gibt. Das Verfassungsgericht Portugals hat neun Mitglieder und überwacht die verfassungsgemäße Auslegung des Rechts.
Es gibt zwei große Parteien, die sozialdemokratisch orientierte Sozialistische Partei (PS) und die bürgerlich-konservativ orientierte Sozialdemokratische Partei (PSD). Daneben gibt es auf der rechten Seite noch die rechtspopulistische Volkspartei (CDS/PP) und auf der linken Seite die traditionsreiche Partido Comunista Português (PCP) und der vor wenigen Jahren als Sammelbecken der intellektuellen Linken gegründete Linksblock (Bloco de Esquerda, BE). Diese fünf Parteien sind zurzeit alle im Parlament vertreten. Die Grünen (Partido Ecologista “os Verdes”, PEV) treten in Portugal immer in Listenunion mit den Kommunisten an und bekommen darüber normalerweise ein Parlamentsmandat.
Siehe auch: Liste der politischen Parteien Portugals
Internationale Beziehungen
Portugal ist Mitglied der Europäischen Union und hatte den Ratsvorsitz im ersten Halbjahr 2000 inne. In dieser Zeit verfolgte Portugal vor allem das Ziel, den Dialog mit Afrika zu forcieren und Impulse zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu geben.Portugal war Gründungsmitglied der NATO und beteiligt sich mit Truppen an der Friedenssicherung auf dem Balkan. Zusammen mit Spanien ist Portugal an den Ibero-Amerikanischen Gipfeltreffen beteiligt, deren Ziel der Dialog v. a. mit den Ländern Lateinamerikas ist. Federführend war das Land auch an der Gründung der Gemeinschaft der Portugiesischsprachigen Länder (CPLP) beteiligt, mit dem Ziel, die Zusammenarbeit dieser Länder zu vertiefen. Portugal unterstützte Osttimor, eine frühere Kolonie, in seinem Unabhängigkeitskampf finanziell und militärisch und kooperiert jetzt in diesem jungen Staat mit asiatischen Ländern, den Vereinigten Staaten sowie der UNO.
Portugal hat einen Territorialstreit mit Spanien um Olivenza (bzw. Olivença), welches zu Spanien gehört, jedoch von Portugal beansprucht wird. Olivença ist seit 1801 unter spanischer Verwaltung: Spanien erklärte sich auf dem Wiener Kongress von 1815 bereit, das Gebiet an Portugal zurückzugeben. Dies ist bis heute nicht geschehen, und Portugal verlangt regelmäßig, dass die Rückgabe vollzogen wird.
Bildungssystem
Bis zur Nelkenrevolution 1974 wurde Bildung sträflich vernachlässigt und auch nach der Revolution ging der Aufbau des Bildungssystems nur langsam voran. Dies macht sich bis heute bemerkbar: Im Jahr 2000 verfügten beispielsweise nur etwa ein Zehntel der Dreißigjährigen über einen Hochschulabschluss. Damit hatte Portugal unter den EU-Mitgliedern vor der Osterweiterung den mit großem Abstand niedrigsten Wert. Darüberhinaus hat Portugal heute eine Analphabetenquote von etwa 6,7 % (5 % bei Männern, 9 % bei Frauen).
Das Schulsystem besteht aus einer vierjährigen Grundschule und einer fünfjährigen Oberschule. Es besteht eine gesetzlich festgelegte neunjährige Schulpflicht für alle Kinder ab dem sechsten Lebensjahr. Der Pflichtschulunterricht ist an staatlichen Schulen kostenlos und für den Unterricht an einer der vergleichsweise zahlreichen privaten Institutionen können bedürftige Familien Unterstützung erhalten.
Wer nach der Oberschule noch die dreijährige Escola Secundária absolviert, bekommt die Universitätsreife und kann zwischen mehreren Möglichkeiten des Hochschulstudiums wählen: Hochschulbildung wird in Portugal von staatlichen und privaten Universitäten (universidades) sowie staatlichen und privaten Fachhochschulen (escolas politécnicas) angeboten. Zur Förderung der abgelegeneren Gebiete wurden auch in vielen mittleren Städten Hochschulen eingerichtet; der Wechsel von einer zur anderen Institution ist relativ leicht. In jedem Fall ist eine Aufnahmeprüfung zu absolvieren und es sind Studiengebühren zu entrichten, die bei den privaten Schulen höher sind als bei den staatlichen, und auch je nach Fachrichtung variieren; auf staatlichen Einrichtungen bis zu 850 € jährlich. Trotzdem ist etwa ein Drittel der Studenten bei einer privaten Institution eingeschrieben. Zusätzlich zu den Einschreibegebühren sind propinas zu bezahlen, das sind Gebühren für die Vergabe von Zeugnissen und Diplomen. Etwa 20 % der Studenten kommen in den Genuss einer einkommensabhängigen staatlichen Stützung.
Administrative Gliederung
Hauptartikel: Administrative Gliederung Portugals
Das relativ kleine Portugal hat eine sehr komplexe Verwaltungsgliederung. Es gibt fünf Regionen, 18 Distrikte und die zwei autonomen Regionen der Azoren und Madeira, daneben existieren 28 sogenannte statistische Unterregionen. Eine Ebene darunter folgen etwa 300 Kreise und 4.200 Gemeinden. Diese Gliederung ist eher ineffizient und teuer, weshalb eine Reform in Arbeit ist, die die Distrikte abschaffen und Kompetenzen dezentralisieren soll.
Infrastruktur
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Airbus A310 der TAP Portugal Bildherkunft |
Die drei wichtigsten Flughäfen Portugals, Porto, Lissabon und Faro, werden von mehreren Fluggesellschaften bedient, wobei die portugiesischen Linien TAP Portugal, SATA Air Azores und Portugália die meisten Verbindungen anbieten. Es gibt auch Inlandsflüge auf dem Festland. Diese sind aber aufgrund der geringen Größe des Landes nicht sonderlich attraktiv und relativ teuer.
Die Atlantikinseln Portugals, Madeira und die Azoren, werden von der TAP Portugal angeflogen. Auf den Azoren Angra do Heroísmo auf Terceira, Horta auf Faial und Ponta Delgada auf São Miguel. Auf Madeira Funchal und Porto Santo. Portugália fliegt nur Funchal an.
Das Straßennetz ist nicht zuletzt dank EU-Mitteln aus den diversen Förderungsfonds gut ausgebaut; seit den 1980er Jahren hat sich viel bewegt. Die wichtigsten Routen werden von gebührenpflichtigen Autoestradas oder gebührenfreien Itinerários Principais (IP) bzw. Itinerários Complementares (IC) abgedeckt. In abgelegeneren Gebieten kann man noch häufig auf Straßen mit Kopfsteinpflaster stoßen. Das Selbstfahren, speziell in den Städten, sollten sich Mitteleuropäer gut überlegen; dem Chaos zur Hauptverkehrszeit sowie der großzügigen Auslegung der Verkehrsregeln ist nicht jeder gewachsen. Dass der Straßenverkehr Portugals zu den unsichersten gehört, haben europäische Unfallstatistiken wiederholt gezeigt. Taxis sind relativ günstig, besonders innerhalb der Städte.
Das Eisenbahnnetz Portugals ist nicht besonders dicht, auf den Hauptverkehrsrouten sind die Verbindungen aber effizient und schnell, wenn die Bahnangestellten nicht gerade streiken. Die Fahrkarten sind relativ günstig. In die Nebenbahnen wurde in den letzten Jahrzehnten nichts mehr investiert und viele sind mittlerweile stillgelegt. Internationale Züge verbinden Portugal mit mehreren Städten in Spanien, daneben gibt es eine Verbindung nach Irún an der spanisch-französischen Grenze mit direktem TGV-Anschluss nach Paris, die vor allem für Interrailer interessant ist. Fahrradmitnahme ist in Eisenbahnzügen nicht mehr möglich (Stand 2002).
Dagegen gibt es ein sehr dichtes Busnetz, welches zu ebenfalls günstigen Preisen fast jede Ortschaft bedient. Internationale Busse verbinden Mitteleuropa mit Portugal, diese werden wegen der langen Fahrzeit fast ausschließlich von Gastarbeitern benutzt. Die Busse fahren in Portugal von der Rodoviária ab, wo man auch die Fahrkarten bekommt.
Wirtschaft
Allgemeines
Seit dem Beitritt Portugals zur EG im Jahre 1986 hat sich Portugal mehr und mehr zu einer diversifizierten, vor allem auf Dienstleistungen ausgerichteten Ökonomie entwickelt. Dienstleistungen sind mittlerweile für etwa zwei Drittel des BIP verantwortlich. Wie auch in anderen Staaten Europas wurden in den letzten Jahren weit reichende Privatisierungen durchgeführt und die Staatsausgaben reduziert. Im Jahre 1998 hat sich Portugal für den Beitritt zur Europäischen Währungsunion qualifiziert und führte wie auch elf andere Staaten am 1. Januar 2002 den Euro als Zahlungsmittel ein.Die Neuverschuldung Portugals übersteigt momentan die im Maastricht-Vertrag festgelegten 3 %, wobei das Land damit nicht allein dasteht.
Das Wirtschaftswachstum hat mit etwa 3,3 % jährlich zwar in der Vergangenheit jenes des EU-Durchschnitts in der Regel übertroffen, trotzdem ist Portugal nach wie vor das ärmste Altmitglied der EU: Das Pro-Kopf-BIP (in Kaufkraftparitäten) liegt bei etwa 78 % des Durchschnitts der EU-Länder vor der Osterweiterung, wobei es im Jahr 1985 noch etwa bei 50 % lag. Im Vergleich mit dem BIP der erweiterten EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Portugal einen Index von 72.9 (EU-25:100) (2003). Regional GDP per inhabitant in the EU 25 in: Eurostat News Release. Luxemburg 63.2006. Als Hindernis für stärkeres Wachstum von Produktivität und Beschäftigung werden vor allem strukturelle Probleme gesehen, wie z. B. das nach wie vor schlechte Bildungssystem und die hohe Analphabetismusrate, die teils schlechte Infrastruktur, und die ineffiziente Verwaltung. Aus diesem Grund gerät Portugal immer mehr in einen Wettbewerb mit Niedriglohnländern aus Mittel- und Osteuropa, Asien und Nordafrika und ist für ausländische Direktinvestitionen nicht sonderlich attraktiv; die Durchschnittslöhne sind in Portugal sehr niedrig bei sehr langen Arbeitszeiten. Ausländische Investitionen kommen vor allem aus Großbritannien und Spanien; die größte Investition aller Zeiten war die Errichtung von Auto-Europa, einer Autofabrik.
Arbeitslosigkeit
Die Arbeitslosigkeit ist mit etwa 4 % im Vergleich mit dem EU-Durchschnitt niedrig, wobei man berücksichtigen muss, dass es einen großen informellen Sektor in Portugals Wirtschaft gibt, welcher einen gewissen Anteil der Arbeitslosen beschäftigt, die sonst in die Arbeitslosenstatistik fallen würden.Außenhandel
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Der Außenhandel wird zu etwa 80 % mit den EU-Partnern abgewickelt; exportiert werden vor allem Bekleidung und Schuhe, Maschinen, Chemieprodukte, Kork sowie Zellstoff und Papier. Importiert werden Maschinen, Fahrzeuge, Öl und Ölprodukte sowie Landwirtschaftsprodukte. Dabei hat Portugal ein sehr großes Handelsbilanzdefizit und auch ein Zahlungsbilanzdefizit, welches durch hohe Einnahmen aus dem Tourismus nicht so hoch wie das Handelsbilanzdefizit ist.
Bodenschätze
Portugal besitzt bedeutende Rohstoffvorkommen, darunter Kohle, Kupfer, Zinn, Gold, Eisenerze wie Pyrit und Chalcopyrit, Tonminerale wie Kaolinit sowie Wolframit und Uraninit; es gehört damit zu den weltführenden Nationen in der Wolfram- und Uranproduktion. Während des Zweiten Weltkrieges versorgte sich Deutschland mit portugiesischem Wolfram für die Waffenproduktion, während die Atombombe von Hiroshima portugiesisches Uran enthielt.Landwirtschaft
Die Landwirtschaft Portugals ist eine der ineffizientesten in Europa; der Anteil der Landwirtschaft am BIP liegt bei etwa 5 %, jedoch sind mehr als 15 % der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft beschäftigt. Dies führte dazu, dass viele Betriebe aufgaben und mittlerweile fast die Hälfte der Nahrungsmittel importiert werden. Die Korkeichenplantagen im Alentejo und der Anbau von Mandeln befinden sich ebenfalls in einer tiefen Krise. Andererseits werden große Flächen mit schnell wachsendem Eukalyptus aufgeforstet und so der Zellstoffindustrie – einem wichtigen Wirtschaftsfaktor Portugals – Rohstoffe geliefert. Dies ist aus umweltpolitischen Gründen sehr bedenklich, weil Eukalyptus den Boden auslaugt, den ursprünglichen Wald und damit die Tierwelt verdrängt und selbst sehr leicht brennt, was zu den häufigen katastrophalen Waldbränden im Sommer führt.Ähnlich wie die Landwirtschaft kämpft auch die Fischerei mit Produktivitätsproblemen; die portugiesische Fischereiflotte ist gegenüber der spanischen weit im Hintertreffen. Der meiste Fisch wird importiert.
Tourismus
Für etwa 8 % des BIP, mit steigender Tendenz, ist der Tourismus verantwortlich, wobei die meisten Besucher aus Spanien und Großbritannien kommen. Die Algarve ist dabei unangefochten das Zentrum.Kenndaten
- Bruttosozialprodukt (Mrd. US$): 109,86 (1998), 109,99 (1999), 110,6 (2000),
- Bruttosozialprodukt / Einwohner (US$): 11.020 (1998), 11.010 (1999), 11.060 (2000)
Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für- das Gesundheitswesen bei 9%
- das Bildungswesen bei 11%
- das Militär bei 6%
Kultur
Literatur
Hauptartikel: portugiesische Literatur
Portugal wird manchmal auch als Land der Poeten bezeichnet. In der portugiesischen Literatur hatte die Poesie immer einen stärkeren Einfluss als die Prosa. Im Mittelalter, als die portugiesische Nation entstand, war im Nordwesten der iberischen Halbinsel die Poesie sehr verbreitet und brachte exzellente epische wie lyrische Werke hervor. Während die bekanntesten klassischen Poeten Luís de Camões und Fernando Pessoa sind, so gibt es eine Reihe weiterer, weniger bekannter Künstler, die auf die moderne portugiesische Literatur jedenfalls auch bedeutenden Einfluss haben.
Die Prosa entwickelte sich später als die Poesie und prägte sich erst im 14. Jahrhundert in der Form von Chroniken oder der Beschreibung des Lebens von Heiligen heraus. Hier ist Fernão Lopes der berühmteste Vertreter; er verfasste eine Chronik der Regentschaften von drei Königen seiner Zeit. Für ihn waren Genauigkeit der Darstellung sowie eine lebhafte Schilderung am wichtigsten. International ist die portugiesische moderne Literatur am meisten bekannt, besonders mit den Werken von José Maria Eça de Queiroz und dem Nobelpreisträger für Literatur 1998, José Saramago.
Portugiesische Küche
Die portugiesische Küche ist mannigfaltig, weil die Portugiesen viele Dinge in ihre Kochtraditionen aufnahmen, die sie auf ihren Entdeckungsfahrten kennenlernten. In jeder Region Portugals gibt es eigene Spezialitäten, mit verschiedenen Fleisch- und Fischsorten oder Meeresfrüchten.
Eine wichtige Rolle in der Portugiesischen Küche spielt der Bacalhau - man kann dies mit der Tradition einer Seefahrernation begründen, ohne das Phänomen dieser Liebe ganz zu verstehen. Die Portugiesen sind nicht nur der weltgrößte Konsument (pro Jahr und Person werden durchschnittlich 7 Kilo ungewässerten und 15 Kilo gewässerten Bacalhau verzehrt), sie kennen auch die originellsten Zubereitungsarten. Er wird roh gegessen, mariniert, gegrillt, gekocht, man verarbeitet ihn in Suppen, Salaten, Vorspeisen (Pastel de Bacalhau), Hauptgerichten und sogar Desserts. So wird gesagt, dass es in Portugal für jeden Tag des Jahres ein Bacalhaurezept (365) gibt - Experten sprechen sogar von mehr als 1001 Rezepte, die von deftiger Hausmannskost bis zu erlesener Haute Cuisine reichen.
Sardinhas Assadas, gegrillte Sardinen sind in ganz Portugal ein wichtiges, traditionelles Essen. Am 13. Juni, dem Feiertag von Antonius von Lissabon des Schutzpatron der Stadt, sind die gegrillten Sardinen ein wichtiger Teil der Feiern. Caldo verde ist eine Grünkohl-Kartoffelsuppe aus einem speziellen portugiesischen Kohl (Couve-galega), die typischerweise mit Broa (Maisbrot) und Chouriço serviert wird. Rissóis de Camarão, kleine fritierte Pasteten mit einer Krabben- oder Muschelnfüllung, sind eine Spezialität der Estremadura, die in ganz Portugal sehr beliebt ist. Pastel de Belém oder Pastel de Nata ist eine Spezialität aus Lissabon (Belém), eine Blätterteigtörtchen mit einer Sahne- und Eierfüllung. Inzwischen fanden die Pasteis de Belém über Macao, das bis 1999 portugiesische Kolonie war, auch eine weitere Verbreitung in China. Weitere Portugiesische Süßspeisen sind Arroz doce (Milchreis), Pudim flam (Karamelpudding) und Mousse au Chocolate. Durchweg sind Desserts in Portugal durch den maurischen Einfluss sehr süß.
Zu den Spezialitäten zählen ferner Caldeirada (eine Fischsuppe), Sopa alentejana (eine Suppe mit Brot, Ei, Koriander, Knoblauch und Olivenöl).
Für seinen Wein ist Portugal bekannt, seit der Römerzeit wird Portugal mit dem Gott des Weines und der Feste, Bacchus/Dionysos, assoziiert. Auch heute gehören einige von Portugals Weinen zu den besten der Welt. Zwei Weinspezialitäten sind der spritzig-moussierende Vinho Verde und der Portwein.
Musik
Die wichtigste Musikform Portugals ist der Fado, der sehr melancholisch sein kann und deshalb teilweise für das Klischee der melancholischen Portugiesen (gegenüber den temperamentvollen Spaniern) verantwortlich ist. Diese Musik geht eng einher mit saudade (etwa: Sehnsucht), und ist wahrscheinlich durch die Vermischung der Lieder von portugiesischen Seefahrern mit den Rhythmen afrikanischer Sklaven entstanden. Hierbei unterscheidet man zwei Stilformen, nämlich den Fado von Lissabon und jenen von Coimbra. Amália Rodrigues war die bedeutendste Fado-Künstlerin, nach ihrem Tod sind mehrere neue Künstler aus ihrem Schatten getreten und bringen neue Formen des Fado hervor, die teilweise nur noch die saudade mit dem ursprünglichen Fado gemein haben. In den früheren Kolonien Portugals hat sich der Fado ebenfalls verbreitet und sich zur kapverdischen Morna einer Cesária Évora und zum brasilianischen Choro weiterentwickelt. Die heute im deutschsprachigen Raum bekannteste, vom Fado beeinflusste, Gruppe ist Madredeus mit der Sängerin Teresa Salgueiro.
Aus der Zeit des faschistischen Estado Novo unter Salazar stammt eine Liedermachertradition. Bekannteste Vertreter dieser Protestbewegung sind José Afonso (häufig Zeca genannt) und Sérgio Godinho. Von José Afonso stammt die Interpretation des Liedes Grândola, Vila Morena, welches das Startzeichen zur Nelkenrevolution gab.
Im Popmusik-Genre hat sich in Portugal der Hip Hop Tuga entwickelt, der eine an Portugal adaptierte Version des Hip-Hop ist und unter den Jugendlichen sehr populär ist.
Jede Region Portugals besitzt ihren eigenen Folklorestil (Ranchos Folclóricos). Die portugiesische Musik- und Tanztradition hat sich in Brasilien mit den Traditionen der Sklaven aus dem heutigen Angola zur Samba gemischt und ist auch in Portugal sehr populär. Unter angolanischen Einwanderern ist auch Kuduro, eine Art harter, sehr sinnlicher Samba mit schnellem Rhythmus, sehr beliebt, Kizomba ist ein ähnlicher Tanzrhythmus der unter kapverdischen Einwanderern Popularität genießt.
Beispiele der portugiesischen Musik (Fado):
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Fado: Mariza
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Fado: Cristina Branco
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Portugiesische Gitarre: António Chaínho
Volksfeste
Im Juni finden in ganz Portugal Feste zu Ehren der drei Volksheiligen (Santos Populares) statt. Diese drei Heiligen sind Antonius, Johannes und Petrus. Gefeiert wird mit Wein, água-pé (Most), traditionellem Brot mit Sardinen, Straßenumzügen und -tänzen, Hochzeiten, Feuer und Feuerwerk sowie viel guter Laune.
Santo António wird in der Nacht vom 12. auf den 13. Juni gefeiert, vor allem in Lissabon (wo dieser Heilige geboren wurde und lebte), wo eine Art Straßenkarneval (Marchas Populares) stattfindet. Es finden auch Hochzeiten, die Casamentos de Santo António, statt. Der populärste Heilige ist São João (hl. Johannes), für den am Johannistag vor allem in Porto und Braga gefeiert wird, wobei es Sardinen und Caldo Verde (eine traditionelle Suppe). Zu Ehren von São Pedro wird am 28. und 29. Juni gefeiert, besonders in Póvoa de Varzim und Barcelos, wobei diese Feste dem Meer gewidmet sind und man verwendet dabei viel Feuer (fogeiras) und wiederum findet eine Art Straßenkarneval statt.
Sport
Fußball ist der bekannteste, beliebteste und am meisten ausgeübte Sport in Portugal. Der portugiesische Fußball hat Weltklassespieler wie Eusébio, Nené, Paulo Sousa, Rui Costa, Cristiano Ronaldo, Vítor Baía, Deco, Fernando Meira oder Luís Figo hervorgebracht. Im Jahr 2004 wurde die Fußball-Europameisterschaft in Portugal ausgetragen, bei der die portugiesische Nationalmannschaft nach Griechenland Vize-Europameister wurde.
Ein internationaler Titel im Fußball gelang den Portugiesen allerdings noch nie. In der wahrscheinlich letzten WM von Luis Figo wollte der Altstar aus der goldenen Generation Portugals nun endlich den ersten Titel in der A-Nationalmannschaft schaffen. Nachdem man bereites die Niederlande und England geschlagen hatte, scheiterte Portugal am 5. Juli 2006 doch noch mit einem 0:1 gegen Frankreich im Halbfinale. Am 8. Juli verlor Portugal auch das kleine Finale um den dritten Platz gegen Deutschland. Das Erreichen des dritten Platzes bei der WM 1966 bleibt daher der bisher größte Erfolg in der portugiesischen Fußballgeschichte.
Neben Fußball sind noch Futsal und Strandfußball beliebt, wobei Portugal auch dort Erfolge zu verzeichnen hat. Außerdem sind portugiesische Sportler international im Marathonlauf, Beachvolleyball und Rollhockey erfolgreich.
Es gibt in Portugal noch eine traditionelle Sportart mit dem Namen Jogo do pau.
Bibliothekswesen
Portugal verfügt über eine lange historische Bibliothekstradition, ausgehend von mittelalterlichen und klösterlichen Sammlungen. So entwickelten sich bis heute vielfältige Bibliothekstypen, wie wissenschaftliche Bibliotheken, Universitätsbibliotheken, öffentliche Bibliotheken, Bibliotheken der zentralen Verwaltung und Spezialbibliotheken. Die genaue Anzahl von Bibliotheken und der Gesamtbestand an Medien ist nicht bekannt. (Die LIB2-Studie von 1986 ermittelte 556 portugiesische Bibliotheken.)
Systematische und methodische Arbeiten zur Förderung des öffentlichen Bibliothekswesens und der Bibliothekswissenschaft begannen am Ende des 19. Jahrhunderts.
In der Zeit des Estado Novo (1928-1974) war die Bedeutung der Bibliotheken und die Bibliotheksarbeit selbst durch Zensur und Restriktionen stark eingeschränkt. Dadurch gibt es bis heute Defizite in der Entwicklung des Bildungs– und Bibliothekssystems.
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Universitätsbibliothek Aveiro von Álvaro Siza
BildherkunftNach der Nelkenrevolution 1974 kam es zur Demokratisierung im Bildungs- und Kulturbereich. Ein Ergebnis der jahrzehntelangen Diktatur war eine mangelnde Volksbildung und das Problem des Analphabetismus, die auch eine systematische Erwachsenenbildung und Leseförderung nötig machte. Die ebenso besorgniserregende Situation der öffentlichen Bibliotheken hatte zahlreiche Initiativen und Neuregelungen innerhalb des Bibliothekswesens zur Folge, z. B. 1983 das „Manifest des öffentlichen Lesens“. 1986 wurde dies durch eine Gesetzgebung zur Schaffung und Koordinierung eines Netzes des öffentlichen Lesens untermauert. Gleichzeitig kam es zur in Portugal erst relativ spät beginnenden Automatisierung der Bibliotheksarbeit und dem Einsatz moderner Informationstechnik.
Hierbei hatten die Universitätsbibliotheken und die Nationalbibliothek eine Vorreiterrolle. Die heutige Nationalbibliothek „Biblioteca Nacional de Lisboa“ [LINK] war die erste öffentliche Bibliothek, die 1796 als Königlich-öffentliche Hofbibliothek gegründet wurde. Sie betreibt z. B. die nationale bibliographische Datenbank PORBASE. Diese enthält über 1 Million Titeleinträge, 800.000 Verfassereinträge von ca. 134 Bibliotheken und Dokumentationszentren und die Portugiesische Nationalbibliographie. Die Nationalbibliothek und vermutlich auch fast alle anderen Bibliotheken arbeiten mit dem Bibliothekssystem CDS/ISIS und dem Datenaustauschformat UNIMARC.
Eine Archivar- und Bibliothekar-Ausbildung ist über ein Studium an den staatlichen Universitäten Coimbra, Lissabon und Porto möglich. Einige zum Teil staatliche Institutionen übernehmen Koordinierungsaufgaben und unterstützen die Förderung des portugiesischen Buches und die Kooperation und Unterstützung von Bibliotheken.
Durch umfangreiche innovative Arbeiten der letzten Jahre hat das portugiesische Bibliothekswesen weitgehend den Anschluss an europäische und internationale Standards geschafft. Noch existierende Defizite sollen in Zukunft, durch weitere Förderung des Lesens und der Bibliotheken und durch internationale Zusammenarbeit, weiter abgebaut werden.
Medien
Es gibt vier Hauptfernsehkanäle, die im ganzen Land per Antenne empfangen werden können, und zwar RTP 1 und A Dois, die vom staatlichen portugiesischen Rundfunk Rádio e Televisão de Portugal (RTP) betrieben werden, sowie die privaten Kanäle SIC (Sonae Group) und TVI (Media Capital, davon 32% RTL-Group). Das Programm wird bei allen diesen Sendern außer A Dois von brasilianischen und portugiesischen Telenovelas und Action-Serien dominiert; die Nachrichten sind in hohem Maße auf Portugal ausgerichtet. Fremdsprachige Spielfilme werden fast nie synchronisiert, sondern mit Untertiteln gezeigt. Der Auslandssender RTP-Internacional kann auch in Mitteleuropa empfangen werden und zeigt das Beste von allen vier Programmen. Daneben gibt es noch eine Vielzahl von Kabelkanälen, die jedoch nur in den urbanen Zentren empfangen werden können.
In Portugal gibt es etwa 150 Radiostationen, wobei die Sender der RTP und der katholische Sender Radio Renascença landesweit zu empfangen sind. Die RTP ist über Kurzwelle auch in Mitteleuropa zu hören, allerdings nur auf Portugiesisch.
Unter den zahlreichen Zeitungen, die in Portugal gedruckt werden, findet momentan ein Konsolidierungsprozess statt, bei welchem wohl viele der kleinen Blätter auf der Strecke bleiben werden. Die bedeutendsten Zeitungen sind der konservativ-liberale Diário de Notícias, der linksliberale Público (beide aus Lissabon) und das Jornal de Notícias aus Porto, die alle täglich erscheinen, sowie die Wochenzeitung Expresso und das politische Wochenmagazin Visão. Sehr große Auflagen haben Sportzeitungen, die täglich erscheinen und sich fast ausschließlich mit Fußball beschäftigen - die bedeutendsten sind O Jogo und A Bola. Im Bereich der Klatschpresse sind die wöchentlich erscheinenden Magazine Maria und Nova Gente die auflagenstärksten Publikationen.
Feiertage
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border="2" cellspacing="0" cellpadding="4" rules="all" class="hintergrundfarbe1 rahmenfarbe1" style="margin:1em 1em 1em 0; border-style:solid; border-width:1px; border-collapse:collapse; empty-cells:show; "
Dies ist die vorrangig zu verwendende Formatvorlage für generell alle Tabellen. Ein Verwendungsbeispiel findet sich auf der Diskussionsseite.
Für zusätzliche CSS-Parameter kann ein Vorlagenparameter angegeben werden, Beispiel:
...
Für links- und rechtsseitig Ausgerichtete Tabellen siehe Vorlage:Prettytable-L und Vorlage:Prettytable-R.
Siehe auch: Hilfe:Tabellen, Abschnitt Tabellen in Wie gute Artikel aussehen.
Prettytable
en:Template:Prettytable
Datum Bezeichnung Portugiesischer Name Anmerkung 1. Januar Neujahrstag Ano Novo - Karneval Carnaval (kein offizieller, aber de facto Feiertag), Dienstag 40 Tage vor Ostern - Karfreitag Sexta-Feira Santa Freitag vor Ostern - Ostern Páscoa Ostersonntag 25. April Tag der Freiheit Dia da Liberdade Nelkenrevolution 1974 1. Mai Tag der Arbeit Dia do trabalhador 10. Juni Portugal-Tag Dia de Portugal Tod von Camões im Jahre 1580 - Fronleichnam Corpo de Deus Donnerstag, 40 Tage nach Ostern 15. August Mariä Himmelfahrt Assunção 5. Oktober Errichtung der Republik Implementação da República im Jahre 1910 1. November Allerheiligen Todos os santos 1. Dezember Wiederherstellung der Unabhängigkeit Restauração da Independência im Jahr 1640 8. Dezember Unbefleckte Empfängnis Imaculada Conceição Schutzheilige von Portugal 25. Dezember Weihnachten Natal Anmerkung: Jeder Kreis hat einen eigenen religiösen Feiertag, oft für den Heiligen Antonius am 13. Juni, den Heiligen Johannes am 24. Juni oder den Heiligen Petrus am 29. Juni. Wenn der Kreis so einen Feiertag nicht hat, dann ist der Karneval ein gesetzlicher Feiertag. Der Karneval wird faktisch wie ein normaler Feiertag behandelt, insbesondere Staatsbedienstete haben an diesem Tag normalerweise frei. Der erfolglose Versuch, im Jahre 1995 diese Regelung abzuschaffen, kostete den damaligen Ministerpräsidenten Cavaco Silva viel Popularität. Daneben wird der 24. Juni als Feiertag diskutiert (Unabhängigkeit Portugals im Jahre 1128).
Weitere Themen
Literatur
Neben den zahlreichen Reiseführern bietet sich folgendes an:
- Dietrich Briesemeister, Axel Schönberger (Hrsg.): Portugal heute. Politik, Wirtschaft, Kultur. Vervuert, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-89354-564-6 (Aufsatzsammlung, sehr informativ und tiefschürfend)
- Gilberto Freyre: Herrenhaus und Sklavenhütte. Klett-Cotta, München 1990, ISBN 3-423-04554-X (Das wichtigste Werk des bedeut. brasilianischen Soziologen und Anthropologen gibt zwar ein Bild der Gesellschaft Brasiliens, etwa ein Drittel des Buches ist aber den portugiesischen Kolonisatoren und besonders deren kulturelle Herkunft und Wirtschaftsgeschichte gewidmet.)
- Eckhart Nickel: Gebrauchsanweisung für Portugal. Piper, München 2001, ISBN 3-492-27520-6
- António Henrique R. de Oliveira Marques: Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreichs. Kröner, Stuttgart 2001, ISBN 3-520-38501-5
- Henry Thorau (Hrsg.): Portugiesische Literatur. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-518-39270-0
- Ilídio Rocha: Chronologisches Lexikon der portugiesischen Literatur. TFM Verlag Teo Ferrer de Mesquita, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-925203-62-1
Weblinks
- Wiki-Portal Portugal
Flag of Portugal.svg
Bildherkunft- Offizielle Webpräsenz Portugals (engl.)
- Webpräsenz der portugiesischen Regierung (engl.)
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- cibera - Virtuelle Fachbibliothek Ibero-Amerika / Spanien / Portugal
Quellen
{Navigationsleiste |BILD=Flagge der Europäischen Union
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EU Link=Wikipedia:Exzellente_Artikel} Dieser Artikel wurde in die Liste exzellenter Artikel aufgenommen. Exzellent en:Template:Featured eo:Ŝablono:elstara fr:Modèle:Article de qualité he:תבנית:ערך מומלץ it:Template:vetrina no:Mal:Utmerket pl:Szablon:Medal sr:Шаблон:Изабрани sv:Mall:utvald sq:Stampa:Perfekt th:Template:เป็นบทความคัดสรร vi:Tiêu bản:Chọn lọc zh:Template:特色条目
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Portugal
"...wurde Cale ein wichtiger Hafen, in latein Portus Cale." Müsste "latein" hier nicht groß geschrieben werden? -- Gebu 13:57, 13. Jul 2004 (CEST)- Habe es selbst geändert. --Gebu 10:13, 5. Aug 2004 (CEST)
Ist es günstig die Geschichte Portugals doppelt, also sowohl hier als auch unter Geschichte Portugals und den zugehörigen Artikeln zu führen? Dadurch hat man beim Ergänzen doppelte Arbeit und es kann zu Widersprüchen kommen. Z. B. wird hier geschrieben, dass die Lusitaner ein Stamm der Kelten waren, unter Vorgeschichte Portugals heißt es, dass die Ursprünge der Lusitanen nicht klar sind. Hier heißt es "Einwanderung der Kelten" dort "Invasion der Kelten". --Gebu 07:52, 3. Aug 2004 (CEST)
- Ja, das ist günstig. Schau mal, wieviel zur Geschichte in den verschiedenen Artikeln geschrieben worden ist. Willst Du das alles in einen Artikel packen? Einwanderung oder Invasion - wo ist für Dich der Unterschied? Das andere Thema sehe ich mir an. -- Herr Klugbeisser 13:22, 5. Aug 2004 (CEST)
- Du fragst, wo der Unterschied zwischen "Invasion" und "Einwanderung" liegt?! Ich sehe es wie Du und sage fortan: In den Irak wanderte das US-Militär ein (vermutlich um sich dort in der Landwirtschaft eine Existenz aufzubauen) und die Türken invadieren
Ein Mischvolk?
Aus anthropologischer Sicht sind die Portugiesen ein Mischvolk!? Was ist bitte ein Mischvolk, gibt es auch Nicht-gemischte-Völker? Also richtig Reine-Völker? Hier melden sich starke Bauch- und Kopfschmerzen bei mir an. An welchem rassistischen Anthrologogen hat man sich orientiert? Ab wann merkt ein Rassist, dass er einer ist? --Sei Shonagou 04:06, 2. Dez 2005 (CET)
Hallo! Sie scheinen da etwas doch gewaltig mißverstanden zu haben. Der Autor faßt mit dem Begriff "Mischvolk" vielmehr die Tatsache zusammen, daß sowohl in früherer Geschichte Menschen aus verschiedenen Völkern sich an diesem westlichen Rand des europäischen Festlandes aus den unterschiedlichsten Motiven heraus niedergelassen hatten, was er ja auch richtig beschreibt. Nach der Nelkenrevolution im Jahre 1974 kamen in nennenswertem Umfang noch Teile anderer Völker aus den ehemaligen Kolonien Portugals hinzu. In der jüngeren Zeit, insbesondere seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Befreiung der ehemaligen Ostblockstaaten, sind in großem Maße Einwanderer aus den östlichen Staaten Europas zu verzeichnen. Die in Portugal insgesamt lebenden Menschen lassen sich demnach in der Tat als eine Mischung von Menschen aus verschiedenen Stammes- oder Kulturvölkern beschreiben, wobei alle zusammen das Staatsvolk Portugals und somit wieder ein gesamtheitliches Volk bilden. Der Begriff Mischvolk ist also durchaus vertretbar, denn die Bevölkerung Portugals hat sich aus der Zuwanderung verschiedener Kulturvölker gebildet. Dem ist in keinster Weise etwas Anrüchiges zu entnehmen. Aber letztendlich ist hier ja auch die Rede von Völkern und nicht von Rassen. Bevor man also irgendwelche Mutmaßungen äußerst, sollte man sich doch mit den eigenen Gedanken erst mal gründlich auseinandersetzen. Nicht wahr?
Ich muss dem hier zu stimmen. Portugal ist ein Mischvolk in dem Sinne, dass es sehr viele Mischlinge in Portugal gibt. Meist hat der eine Elternteil seine Wurzeln aus ehemaligen portugiesischen Kolonien. Die in Portugal geborenen Mischlinge sehen sich selbst als Portugiesen. Haben kein Problem sich als Portugiesen zu bezeichnen. Zum Beweis schauen sie mal in den Strassen Lissabons oder Fussballländerspiele an. Sie werden sich wundern wieviele afrikanisch aussehende Leute Portugal T-Shirts und Mützen tragen.
- Die betreffende Textstelle ist auf Basis von Gilberto Freyres Herrenhaus und Sklavenhütte, das übrigens auch in der Literaturliste angeführt ist, erstellt und von dort stammt auch der Begriff. Ansonsten kann ich meinem s.g. Vorredner nur zustimmen. -- Herr Klugbeisser 02:55, 3. Dez 2005 (CET)
- Mischvolk ist aber ein sehr besetzter und unschöner Begriff in der deutschen Sprache, schreibt es doch besser ausführlich, wie oben dargestellt und dann entscheidet, ob man Portugal evtl. schon einen Vielvölkerstaat nennen kann. Wenn nicht, ist auch Michvolk nicht gerechtfertigt.--Löschfix 22:05, 14. Jul 2006 (CEST)
- Seltsam. Ich sehe keine Belastung im Wort Mischvolk. Und die Bezeichnung Vielvölkerstaat trifft auf Portugal auf keinen Fall zu, da die neuen Einwanderungen nur einen kleinen Teil der Bevölkerung bilden und die alten Einwanderer sich EBEN zu EINEM VOLK VERMISCHT haben, was das Wort Mischvolk eben am besten ausdrückt. --J. Patrick Fischer 22:46, 14. Jul 2006 (CEST)
Uranproduktion unbedeutend
Daß Portugal, wie der Artikel sagt, zu den führenden Uranherstellern der Welt gehört, entspricht nicht den Tatsachen. Portugals Uranproduktion ist auf Null und auch sein Anteil an der bis heute weltweit erzeugten Uranmenge beträgt nicht einmal zwei Promille.
Siehe
1999 wurden in Portugal noch 10 t Uran gewonnen, 2002 noch 2 t, voriges Jahr überhaupt keines mehr. Insgesamt betrug die produzierte Menge bis 1999 etwa 3 700 t. Eine Schätzung der noch vorhandenen Ressourcen beläuft sich auf 7 500 t - das ist weniger als Kanada in einem Jahr erzeugt.
--Liberatus 18:54, 13. Nov 2004 (CET)
Änderungen bitte prüfen!
es wurden heute ein paar änderungen durch IPs vorgenommen. Eine habe ich reverted, die andere weiß ich nicht [LINK] bitte prüfen! danke! ...Sicherlich Sicherlich 20:22, 13. Feb 2005 (CET)
- erl., -- Herr Klugbeisser 01:29, 14. Feb 2005 (CET)
Bei aller Liebe zur Aktualitaet, so schnell gehts dann doch nicht. Ich habe mir mal erlaubt, die alte Version wieder herzustellen (Staatspraesident). Cavaco ist zwar gewaehlt, aber noch nicht vereidigt. Amtierender Staatspraesident ist nach wie vor Jorge Sampaio. Am 9. Maerz (?) kann dann wieder froehlich geaendert werden.--Maradentro 01:02, 26. Jan 2006 (CET)
- Das raffen die wenigsten. War bei Frau Merkel ja nicht anders. --Scooter Scooter 01:04, 26. Jan 2006 (CET)
Pelayo
Asturien und Cantabrien waren Herzogtümer. Von dort wurde der Widerstand gegen dortige arabische Statthalter (Walis) organisiert. Pelayo war aber anscheinend ein entfernter Verwandter von König Roderich, dem letzten Westgotenherrscher. Seine Wurzeln in Asturien waren familiärer Natur, das man ihn mit Fug und Recht eher als asturischen Herzog, denn als gotischen bezeichnen könnte. Der spätere Neogotismus in Spanien (schon im Mittelalter eingesetzt) machte ihn dann zum Westgoten. Seine Schwester hatte er übrigens mit dem arabischen Statthalter verheiraten lassen. Nach Intrigen des alten westgotischen Adels, der zu den neuen arabischen Herrschern übergelaufen war, entschloss er sich zusammen mit Pedro von Cantabrien zum Aufstand. Aber das gehört nicht zum Portugalartikel und deshalb hier nur am Rande in die Diskussion. Referenz vergessen: --Isidorus 11:36, 11. Apr 2005 (CEST)Artikel muss überarbeitet werden
Der Artikel ist teilweise veraltet: Barroso ist längst nicht mehr Ministerpräsident; die Ergebnisse der letzten Wahlen sind nicht berücksichtigt. - Wolpertinger 20:07, 20. Apr 2005 (CEST)
- Diese Bemerkung verstehe ich nicht. Wo steht in dem Artikel, Barroso sei Ministerpräsident? Die Ergebnisse der letzten Wahlen sind im Text berücksichtigt und auf dem aktuellen Stand. In einer der letzten Änderungen hat allerdings jemand ein Bild von Barroso reingestellt, das sollte man durch eins von Sampaio oder Sócrates oder Saramago ersetzen (oder einfach rausnehmen).El muto 10:19, 21. Apr 2005 (CEST)
Das neue Bahnhofsbildchen ist ja ganz hübsch, eigenet sich aber doch besser für eine Seite über Palmen. Erkenntniszuwächse hinsichtlich der Infrastruktur Portugals bringt es aber leider nicht. Urlaubsfotos brauchts an der Stelle nicht. Ich wäre also für LÖSCHEN!
- Von mir aus (ich hab's eingefügt) kein Problem. Die Idee war vor allem, damit auch einen Eindruck davon zu geben wie es mancherorts in Portugal aussieht - Sonne, Palme, weiße Häuser u.ä.; aber vielleicht sieht es zusehr nach Urlaubsschnappschuss aus (was es ja ist). Wenn es Dich stört, nimm es raus. Es gibt übrigens bei commons, wie ich inzwischen festgestellt habe, wahrscheinlich besser geeignete Bilder, siehe :commons:Category:Train stations in Portugal. --Tsui 13:10, 9. Sep 2005 (CEST)
Im Text war ein kaputter externer Link nach [LINK]]. Der Inhalt der Seite scheint die Position von Portugal zu unterstützen. Ich bin der Meinung, dass solche Links nichts im eigentlichen Text verloren haben und zudem in dem Olivença Artikel gehören (unter Weblinks), der aber noch nicht existiert. PaulePanter 18:05, 29. Apr 2005 (CEST)
Link zum deutschsprachigen Portugal-Forum
Ich finde es schade, dass man den Link zum deutschsprachigen Portugal-Forum immer wieder entfernt. Ist es doch die Informationsquelle Nr.1 zum Thema Portugal! Über 3000 registrierte Mitglieder können sich nicht irren. Ich weiß, dass es normalerweise bei Wikipedia nicht erwünscht ist, Links zu Disskussionforen anzugeben. Was ich aber nicht ganz verstehe ist, warum es dann bei vielen Länder-Artikeln auch Links zu Foren gibt. Und ob die Links auf dieser Portugal-Seite wirklich alle nützlich sind...? 13:15, 16. Okt 2005 (CET)
KZ unter der Dikatur in Portugal
Sabotage im Artikel?
Leider fehlt mit die Kenntnis um beurteilen zu können, ob da jemand mit Sinn und Verstand am Werk war: IP 84.140.252.46 und später 80.135.69.60 haben einige Änderungen vorgenommen, die auf Sabotage des Artikels hindeuten könnten... Janekpfeifer 02:54, 26. Nov 2005 (CET)Lokalpariotismus in Wiki
Sicher möchte jeder gerne seinen Wohn-, Ferien-, oder sonstwas -ort gerne einmal in Wiki lesen. Trotzdem müssen vielleicht doch nicht alle Städte einer Region aufgezält werden. Ich habe den letzten Eintrag (Loriga) mal zum Anlass genommen und ein paar Städtenamen aus dem Teil über Mittelportugal entfernt. Sicher kann man darüber streiten, welche Städte denn nun wichtig sind und welche nicht. Ich habe mich an den Regionen orientiert (Beira Baixa, Ribatejo etc.) und eine Stadt exemplarisch herausgegriffen. Jeder der weitere Städte sucht, kann auf einer Landkarte nachschauen.- In Deutschland ist klar definiert, was eine Stadt ist. Und selbst, wenn es keine klaren portugiesische Richtlinien gibt. Bei einem so kleinen Land, wie Portugal müßte man doch mit einer Grenze der Einwohnerzahl, sagen wir mal 10.000 Einwohner, als Auswahlkriterium ausreichend sein. Vielleicht dann noch dazu historisch und verwaltungsmäßig wichtige Orte. Stur ein Ort pro Region ist mir ein etwas zu sehr Schema F. Etwa so wie von jeder Tierart je ein Paar. --J. Patrick Fischer 22:27, 27. Dez 2005 (CET)
- Es gibt eine Liste Geographie der Städte auch für Portugal.--Löschfix 22:00, 14. Jul 2006 (CEST)
Staatspräsiden
Ich bin es langsam Leid, die Seite hier alle paar Tage wieder zu korrigieren, nur weil ein/eine/eingie Ahnungslose den Staatspräsidenten immer wieder zu Cavaco ändern. Der Mensch ist gewählt, wird aber erst durch die Amtseinführung und Eidesleistung am 9. März 2006 Präsident der portugiesischen Republik. So lange amtiert noch der derzeitige Präsident. Und wers nicht glauben mag, kann ja mal was über die gestrige Konferenz der Präsidenten der Europäischen Union in Dresden lesen. Wer hat dort Portugal vertreten? Jedenfalls nicht Cavaco... Könnte jetzt also mal das dauernde Ändern hier unterbleiben?!--Maradentro 13:48, 5. Feb 2006 (CET)Einleitung
Wozu wird in der Einleitung mit diesem unsäglichen "...ist ein Land..." oder "... ist ein Staat..." begonnen?! Klingt wie aus einem Schulaufsatz eines Zehnjährigen. Meine Korrektur "Portugal, (amtl. portug. Republica Portuguesa), Republik im Südwesten..." beabsichtigte einen enzyklopädischen Stil zu treffen. Eine Republik ist immer auch ein Staat. Wird hingegen mit "ist ein Staat" begonnen, muss dann wiederum erläutert werden, um was für einen Staaaaat es sich handelt. Auch würde es besser lauten "im Südwesten Europas" oder zumindest "im Westen(!) der iberischen Halbinsel", denn so verschwindend klein ist Portugal nun wiederum auch nicht, als dass "Südwesten" (was greifen würde, handelte es sich um das Gebiet "Algarve" oder "Alentejo")sinnvoll ist. Überspitzt gesagt würde England dieser Diktion folgend, im Südosten Großbritaniens liegen. --141.64.3.179 10:16, 7. Feb 2006 (CET)Ekkehard Cardoso- Ein vollständiger deutscher Satz (Subjekt, Prädikat, Objekt) sollte da schon stehen, sonst klingt das Ganze ja wie "aus einem Schulaufsatz eines Zehnjährigen". Und "Portugal, Republik im Südwesten" ist nun mal kein Satz. Gruß, J budissin - J budissin 20:00, 7. Feb 2006 (CET)
- Na, dann schlag -auch wenn's vielleicht das erste mal in Deinem Leben ist- ein Printlexikon auf, und traue Deinen Augen.
Hör auf mich anzugehen. Wir sind kein Print-Lexikon, genau gesagt sind wir überhaupt kein Lexikon. Also halte dich bitte an die Regeln, die es hier gibt und lass andere Benutzer mit deiner agressiven Art in Ruhe. Danke und Gruß, J budissin - J budissin 19:53, 8. Feb 2006 (CET)
- Ich möchte mich vielmals entschuldigen, und gelobe keine Sinnsuche mehr an dieser Stelle zu treiben.
- Klar, aber warum? -- J budissin - J budissin 16:58, 9. Feb 2006 (CET)
BIP von Portugal
Die Werte der Rangliste stimmen leider absolut nicht (Platz 1)! Dies betrifft beide BIP-Werte von Portugal.
Kommentare
Neben den zahlreichen Reiseführern bietet sich folgendes an: soetwas nenne ich geschwätziger Basar-Stil. Will niemand in einer Enzyklopäie lesen, eher noch in einem Lesebuch oder Reiseführer. Desgleichen gehören in eine Bibliographie nicht derart lange Erläuterungen - bitte kurz und knapp und NPOV.--Löschfix 21:58, 14. Jul 2006 (CEST)Fauna
Das fünfzeilige Anhängsel am Ende des Kapitels Geografie (!) über die Tierwelt Portugals ist in seiner willkürlichen Auswahl und Oberflächlichkeit leider völlig sinnlos und eines als "exzellent" deklarierten Artikels unwürdig! Konsequenz: Entweder deutlich ausbauen (dann aber als eigenes Kapitel) oder in der jetzigen Form löschen! -- Fice 19:13, 29. Jul 2006 (CEST)- Was erwartest Du? Eine seitenlange Abhandlung? Die markantesten Tiere sind aufgeführt, mehr wäre schon fast zuviel des Guten. Genauer auf das Thema eingehen könnte ein Artikel Fauna der iberischen Halbinsel. Man könnte sich höchstens überlegen, ob man die Fauna Portugals als eigenes Unterkapitel anlegt. Die Forderung nach Löschung halte ich für abwegig. Wenn etwas zu wenig Informationen beinhaltet, ist die Löschung der wenigen vorhandenen Infos doch paradox. Wie "kämpfen für den Frieden" oder "f**** für die Jungfräulichkeit". ;-) --J. Patrick Fischer 20:38, 29. Jul 2006 (CEST)
- Die Sache ist tatsächlich noch steigerungsfähig. Vollständiges Zitat des Kapitels Fauna im Artikel Deutschland:
"Die meisten in Deutschland heimischen Tiere leben in den gemäßigten Laubwäldern. Im Wald leben unter vielen anderen Arten verschiedene Marderarten, Dam- und Rothirsche, Rehe, Wildschweine sowie Füchse. Biber und Otter sind seltener gewordene Bewohner der Flussauen."
Ich hoffe doch, dass da auch Nicht-Biologen mitbekommen, wie willkürlich, oberflächlich und lächerlich beliebig solche Aussagen sind. Der Artikel Portugal macht es leider nicht viel besser. In so einem Fall wäre weniger (d.h. löschen) wirklich mehr! -- Fice 15:08, 30. Jul 2006 (CEST)
Zitat Artikel Portugal:
Die Tierwelt Portugals unterscheidet sich nur unwesentlich von der Spaniens. Vereinzelt leben hier noch Wölfe; der nur auf der iberischen Halbinsel verbreitete Pardelluchs ist dagegen in Portugal nahezu ausgestorben, nur noch selten werden Einzeltiere angetroffen, die vermutlich über die Grenze mit Spanien eingewandert sind. Ansonsten finden sich Wildkatzen, Füchse, Wildschweine, Hirsche, wilde Ziegen sowie Wildkaninchen. Da Portugal auf der Zugvogelroute nach Afrika liegt, lassen sich zahlreiche Vögel beobachten, darunter insbesondere im Süden auch Flamingos; Steinadler leben und jagen in den Küstengebieten. Im Landesinneren kommen auch verschiedene Schlangen und Skorpione vor.
Zitat Artikel Spanien, Kapitel Flora UND Fauna:
Die Vegetation der Iberischen Halbinsel teilt sich in drei große Bereiche auf: * Vegetation des feuchten Spanien: Eichen, Buchen * Vegetation des trockenen Spanien: immergrüne Eichen und Palmen (Steineichen, Korkeichen), Pinien * Vegetation der Gebirge je nach Höhe: Steineichen, Korkeichen, Eichen, Kastanien, Wiesen, Tundra Intensiver Anbau von Kulturpflanzen erfordert Bewässerungsanbau.
Also wenn ich das vergleiche, sieht da Portugal nicht sehr schlecht aus. Bei Deutschland müßte mehr drin stehen, da das Land sehr viele verschiedene Lebensräume bietet, während Portugal sehr homogen ist.
Die markanten Tiere sind aufgeführt, es ist auch nicht so wie z.B. in Osttimor, dass es nur acht Amphibienvertreter gibt, die man alle aufzählen könnte. Mal konkret gefragt: Was könnte man noch über die Fauna Portugals aussagen, ohne eine komplette Auflistung der Tierwelt anzustreben? Was gibt es noch für Besonderheiten in der port. Tierwelt, die das Land aus zoologischer Sicht zu etwas besonderem machen? Spontan würden mir höchstens einige endemische Arten auf den Azoren oder Madeira einfallen. Übrigens: Wenn es wirklich noch Potential gäbe, sollte man einen eigenen Artikel in Betracht ziehen und ihn hierher verlinken, wie auch bei Osttimor geschehen. --J. Patrick Fischer 17:41, 30. Jul 2006 (CEST) P.S.: Vielleicht sollte man die Portugiesische Galeere erwähnen? ;-)- Nein, diesmal überredest du mich nicht zur Mitarbeit ;-) Es kann doch nicht der Anspruch ausreichen, einen Tick weniger als "grottenschlecht" im Vergleich zu anderen Artikeln zu sein?! Natürlich geht es nicht um eine Aufzählung aller möglicher Arten, es muss auch nicht zwanghaft ein separater Artikel her. Aber wenn man das Thema überhaupt aufgreift, müssten schon verschiedene Tiergruppen (neben Säugetieren und Vögeln) zumindest mal kurz gestreift werden. Ich bin absolut kein Portugal-Kenner, aber bei dem, was ich allein an herpetologischer Literatur über das Land zur Kenntnis genommen habe, ahne ich, dass es so einförmig und homogen auch dort nicht zugehen kann. Es ist wohl so wie in allen Wissensbereichen: Je weniger man in einer Sache drinsteckt, um so überschaubarer erscheint einem vielleicht das Feld, und je mehr man sich damit befasst, um so mehr erkennt man die Komplexität. Ich würde mir nicht anmaßen, entscheiden zu wollen, was "markante" Tiere sind und was nicht. Das geht nur bei sehr selektiver Wahrnehmung (oder bei totalem Durchblick - aber wer hat den schon?). -- Fice 18:26, 30. Jul 2006 (CEST)
- PS: Einmal habe ich so etwas auch versucht: Als Autor u. a. des Kapitels Flora und Fauna der Elbe. Das war schon eine Gratwanderung mit viel Mut zur Lücke, was mir diverse "fachliche Bauchschmerzen" bereitet hat. Und da geht es nur um einen Fluss... -- Fice 18:33, 30. Jul 2006 (CEST)
- PPS: Da der Spanien-Artikel in der Hinsicht ja völlig trostlos ist, ist es mittelfristig wohl tatsächlich das Beste, einen Artikel Fauna der Iberischen Halbinsel anzustreben. Das wäre auch aus zoogeographischer Sicht äußerst sinnvoll und spannend (Stichwort: eiszeitlicher Refugialraum). -- Fice 19:11, 30. Jul 2006 (CEST)
Pasteis!
Ich wollt bloss ne kleine Besserung vorschlagen: unter Gastronomie steht, dass die gefüllten Teigtaschen "Pasteis" heißen, sie werden aber in den meisten Regionen "Rissóis" genannt! Pasteis sind meistens süße Törtchen!
- Darüber hinaus: "Rissóis de Camarão" haben auch keine Muschelfüllung - ein Brathähnchen ist ja auch nicht aus Schweinefleisch. Es gibt aber eine Vielzahl von "Rissóis" - mit allem Möglichen an Füllung. "Caldeirada" heisst erst einmal nur "Eintopf" (wörtlich in etwa Kesselfüllung) - der Fisch_eintopf_ (und nicht "-suppe") heisst daraus folgernd "Caldeirada de peixe". Die "Sopa alentejana" kennt man ausschliesslich im Grossraum Lissabon unter dem Namen - sonst sagt man dazu "Açorda alentejana", "Açorda de alho" oder einfach nur "Açorda". Erwähnenswert wären da noch das "Cozido á Portuguesa" (ein Fleischeintopf) oder die "Feijoada" (Bohneneintopf) - was zweifelsfrei typischer für die portugiesische Küche ist als Rissóis & Co. Vielleicht bräuchte es auch nur eines neuen Artikels! ;)
Süßspeisen
Bitte entweder "Mousse au Chocolat", die korrekte franz. Schreibweise oder "Mousse de Chocolate" die port. Schreibweise einer französischen Süßspeisen schreiben: Mousse au Chocolate kommt weder in Französische Küche noch in der Portugiesische Küche vor! Wobei dieses Dessert soviel in der Portugiesischen Küche zu suchen hat, wie Döner Kebap in der Deutschen Küchen. Gerne können wir die kulturellen Implikationen hinter diesen Phänomen diskutieren, aber es sein nochmal ganz klar hier festgehalten Mousse au Chocolat gehört nicht zur Portugiesischen Küche.Leider ist auch "Pudim flam" 1. ein Schreibfehler, 2. nichts typisches Portugiesisches. Es ist sicher Flan gemeint, ein Franzos sagt eher "crème caramel" und der Portugiese eher "pudim de ovos". Flan ist typisch für Nord-Spanien und Süd-Frankreich, berühmt sind die Versionen aus Vitoria im spanischen Baskenland und aus Toulouse. Über Spanien hat sich der Flan von Latein-Amerika bis zu den Philipinien (ehermalige Kolonien) verbreitet, für ein US-Amerikaner ist es typisch Mexikanisch (siehe Mexican Cuisine Easy Flan [[LINK]]). Leider werden immer weniger die "hausgemachte" Versionen serviert, es ist eine echte Nestlé-Spezilität geworden.
Wobei hier ein Zitat erklären kann wieso es in Portugiesischen (Touristen)-Restaurants (der 80er Jahre) immer mousse de chocolate, pudim flan und arroz doce zu bestellen gab:
- "In the latter part of the 20th century crème caramel occupied an excessively large amount of territory in European restaurant dessert menus. This was probably due to the convenience, for restauranteurs, of being able to prepare a lot in advance and keep them until needed." (Alan Davidson, The Oxford Companion to Food, 1999. ISBN 0192115790, Hervorhebung von mir)
Auch mit dem "maurischen Einfluß" auf die Desserts in der Portugiesische Küche bin ich nicht einverstanden, nachdem ich es mit Begründung gelöscht hatte, sehe ich es wieder im Artikel (*seufzt*). Sicher die Mauren haben in der Landwirtschaft und in der Küche der Iberischen Halbinsel so ihre Spuren hinterlassen: Die Kultivierung von Mandeln, Granatäpfel, Pfirsiche, Zitrusfrüchten, Kastanien, Spargel, Kapern, Datteln, Feigen, Safran, Oliven, Zuckerrohr und Reis kamen mit den Mauren aus dem östlichen Mittelmeerraum. Auch Gewürze wie Basilikum, Koriander, Kümmel, Zimt, Majoran, Fenchel, Tamarinde, Minze, Ingwer und Süßspeisen auf der Basis von Pinienkernen, Sesam, Mandeln, Sultaninen, Pistazien, Honig, Feigen oder Marzipan gehen auf die Mauren zurück.
Nur "al-Andalus" ist nicht "al-Gharb", und die Algarve ist nicht Portugal. (Endgültig wurde die Algarve erst 1253 durch D. Afonso III. "ins Reich" erobert. Das Königreich Portugal gibt es seit 1139, bis zur Proklamation der República Portuguesa am 5.10.1910, war die Algarve sogar de jure vom Königreich Portugal getrennt... )
Und das maurische Küchen- und Kocherbe wurde mit der Reconquista cristã und spätetens mit der Inquisition vernichtet. Während der gefürchteten Inquisition genügte es manchmal, jemanden der Ketzerei zu verdächtigen, nur weil er sich häufiger wusch und damit in gefährlicher Nähe islamischer Gebräuche war. So ist es auch den maurischen Kochgewohnheiten ergangen: wenn aus einem Haus der Duft von Kreuzkümmel oder Koriander kam, konnte man schon als 'heimlicher Moslem' verdächtigt werden und beim nächsten auto de fé auf den Scheiterhaufen landen.
Wenn es ein Einfluß auf die "doçaria portuguesa" gibt dann die der Klöster! In der portugiesischsprachigen WP bin ich gerade in die Tiefe gegangen ([[LINK]]). Portugal, und speziell die Klöster in Portugal hatten, durch die (expansao ultramarina) Ausweitung jenseits der Meere ab dem 16. Jh, einen enormen Vorrat an Zuckerrohr-zucker. Und die zweite, bis heute wichtige Zutat für port. Süßspeisen: Unmengen von Eigelb. Mit dem Eiweiss wurde die Klosterkleidung vorbehandelt um sie dann zu bügeln, zur Hostienherstellung wurden Eiklar verwandt und um den Wein zu klären wurden Eiweisse eingesetzt. Es blieb in den Klöster also öfters mal ein Eidotter übrig. Daher z.B. "Ovos moles de Aveiro" (500 gr. Zucker, 23 Dotter, und ein Eiweß), die "Pastéis de Belém", die "Rebuçados de Ovos" oder "Palha de Abrantes". Rezepte mit Duzenden von Eigelbe sind (oder sollte ich lieber "waren" schreiben) keine Seltenheit in Portugal! Sei Shonagon 05:07, 16. Aug 2006 (CEST)
- Du hast da deutlich mehr wissen als ich, daß gebe ich zu. Ich habe ursprünglich den Bereich Portugiesische Küche erweitert, weil er zuvor fast nur aus dem port. Wein bestand und habe da auf meine Erinnerungen aus meiner Kindheit, wenn wir bei meinen Großeltern in Lissabon waren, geschöpft. Aus ihren Erzählungen habe ich auch das mit dem maurischen Ursprung des hohen Zuckergehalts portugiesischer Süßspeisen. Mag sein, daß hier ein bißchen Legenden mit reinspielen. Auch die Rechtschreibung ist so, wie Du sie hier angibst. Allerdings muß ich sagen, daß mousse de chocolate, pudim flan und arroz doce (mit Zimt und Eigelb!) in meiner portugiesischen Familie eine sehr lange Tradition hat, die man mindestens bis zu meinen Ururgroßeltern zurückverfolgen kann. In wie weit die französische Küche hier Einfluß auf die bürgerliche Küche Lissabons hatte, kann man nur vermuten, aber es hat IMO schon seine Berechtigung, daß man diese Süßspeisen in port. Restaurants auf der Speisekarte findet. Es wären nicht die ersten Speisen, die einen interkulturellen Sprung gemacht hätten (man braucht sich nur die griechische und türkische Küche ansehen). Du hast hier ein sehr großes Wissen bezgl. der Nachspeisen gezeigt, vielleicht kannst dieses hier in den Artikel einbinden. Muito obrigado! --J. Patrick Fischer 14:32, 17. Aug 2006 (CEST)
- Den hohen Zuckergehalt sollte man eher unter den klimatischen Bedingungen betrachten: Er verhindert das Verderben der Süßspeisen im Sommer (bzw. verhinderte - als es so etwas wie Kühlschränke noch nicht gab). Man fand z.b. in Portugal (bis vor kurzem - und weitgehend ist dem auch heute noch so) keinerlei Cremetorten in portugiesischen Konditoreien. Stattdessen Kuchen mit dicker Zuckerglasur. Mousse ist auch eher eine Sache, die deutlich nach den 60er Jahren aufkam und durch portugiesische Gastarbeiter, welche in Frankreich lebten nach Portugal gebracht wurde. Vorher war das in Portugal weitgehend unbekannt - gehört also nicht wirklich zur portugiesischen Küche, sondern stellt eher eine Modeerscheinung dar. Bei "pudim de ovo" sieht das schon ganz anders aus: Es gibt zig Rezepte, mit regionalen Unterschieden, auf jedem Wochenmarkt kann man seitdem ich denken kann Puddingformen kaufen und selbst meine Ur-Ur-Oma kannte scheinbar ein Rezept, so dass es kaum als Fehler zu bezeichnen wäre, den Pudding als Teil der portugiesischen Küche zu bezeichnen. Zum Milchreis: Arroz doce mit Eigelb verwendet man eher in Nordportugal (und ich schliesse da die Beiras, was eigentlich zum Centro gezählt wird, mit ein), während arroz doce im Süden kein Eigelb enthält. Zimt gehört zum Verzieren dazu, ja. Einen maurischen Einfluss auf die Süßspeisen hätte ich allerdings auch gerne belegt.
Wie gesagt, Arroz doce und Mousse haben beide in meiner Familie eine lange Tradition und sie stammt aus dem Lissaboner Bürgertum. Wir haben weder Familienmitglieder, die in Frankreich Gastarbeiter waren, noch welche, die aus Nordportugal stammten. Natürlich ist eine francophile Tendenz in diesen Kreisen sicher früher vorhanden gewesen, was aber dann auf eine deutlich frühere Annahme französischer Einflüße hindeuten würde, als in den 1960ern. Es stimmt übrigens, daß der Zimt zur Verzierung auf den Milchreis gestreut wurde. --J. Patrick Fischer 13:31, 27. Aug 2006 (CEST)
Musik
Dieser Text der im Musikteil steht, ist vollkommen falsch:
auch Kuduro, eine Art harter, sehr sinnlicher Samba mit schnellem Rhythmus, sehr beliebt, Kizomba ist ein ähnlicher Tanzrhythmus der unter kapverdischen Einwanderern Popularität genießt.
Kuduro und Kizomba haben nichts gemeinsam ausser, dass beide Musikstile aus Angola kommen. Kizomba ist beliebter als Kuduro, in angolanischen Disktheken wird fast nur Kizomba, Semba aufgelegt und vielleicht einmal am Abend ein Kuduro. Kuduro ist ein harter techno artiger Rythmus und Kizomba dagegen ist ein sehr erotischer Paartanz.
Kizomba ist ein urspruenglich Angolanischer Tanz/Musikstil. Die Naehe von Kizomba zu Angola wird durch die Wortverwandchaft "Kimbundo" bewiesen. Kimbundo ist die Sprache der Einheimischen in Angola. Durch die grosse Beliebtheit wird Kizomba von vielen luso afrikanischen Kuenstlern gesungen.
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Portugal und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).
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Portugiesische Gitarre: António Chaínho
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Fado: Cristina Branco
















