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Transport von radioaktivem Abfall in den USA Bildherkunft |
Unter radioaktiven Abfällen, die umgangssprachlich mit dem politischen Schlagwort Atommüll belegt werden, versteht man alle beim Umgang mit radioaktiven Stoffen in Kerntechnik, Medizin und Industrie anfallenden radioaktiven Stoffe, die nicht mehr genutzt werden können und deswegen sicher zu entsorgen sind.
Entstehung
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Entstehung der radioactiven Abfällen der Nuklear-Industrie Bildherkunft |
Der mengenmäßig überwiegende Teil der Abfälle entsteht durch die Uranwirtschaft: Der größte Teil mit rund 80 % der radioaktiven Abfälle stammt aus dem Uranabbau (Abraum und Tailings) und wird in der Nähe des jeweiligen Uranbergwerks gelagert. Weitere Teile stammen aus Kernkraftwerken, aus Kernforschungszentren, aus der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente und in Kernwaffenstaaten aus militärischen Aktivitäten im Zusammenhang mit der Herstellung von Atomwaffen. Ein mengenmäßig geringer Anteil hat seinen Ursprung in der Anwendung radioaktiver Substanzen in Medizin, Industrie und Forschung.
Neben
- abgebrannten Brennelementen aus Kernkraftwerken und
- Abfällen aus der Wiederaufarbeitung,
- den oben genannten Tailings
- Spritzen und Kanülen aus der Nuklearmedizin,
- Putzlappen,
- Verdampferkonzentrat (z.B. konzentrierte Putzwasser),
- demontierte Rohrleitungen,
- Betonschutt aus Umbaumaßnahmen,
- Isolierstoffe,
- alte Prüfstrahler,
- defekte Werkzeuge und Geräte,
Charakterisierung von radioaktiven Abfällen
Radioaktive Abfälle werden abhängig vom jeweiligen Zweck der Betrachtung nach verschieden Kriterien unterschieden, nämlich nach dem Gehalt an radioaktiven Stoffen, der Wärmeentwicklung, dem physikalischen Zustand und den enthaltenen Radionukliden.Radioaktivitätsgehalt / Wärmeentwicklung
Radioaktive Abfälle werden international meist in schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle eingeteilt. In Deutschland wird im Hinblick auf die geplanten Endlager Gorleben (für wärmeentwickelnde Abfälle) und Konrad (alle anderen) zusätzlich eine Unterscheidung in wärmeentwickelnde und nicht wärmeentwickelnde Abfälle vorgenommen. Als wärmeentwickelnd sind in der Regel die Abfälle aus der Wiederaufarbeitung einzustufen, in denen zu großen Teilen die hochaktiven (und damit eher kurzlebigen) Spaltprodukte (s.u.) enthalten sind.Physikalischer Zustand
Vorwiegend fallen radioaktive Abfälle als Feststoffe an, in geringerem Umfang (z. B. bei der Wiederaufarbeitung und in der Forschung) auch als Flüssigkeiten. Vor einer Endlagerung müssen Flüssigkeiten in eine chemisch stabile, feste Form überführt werden (Konditionierung). Radioaktive Gase kommen im Zuge der Kernenergienutzung nur in sehr geringem Maße vor und werden nicht in dieser Form gelagert, sondern in der Regel in anderen Stoffen physikalisch oder chemisch gebunden.Enthaltene Radionuklide
Bezüglich des Inventars an Radionukliden liegen bei radioaktiven Abfällen aus Kernkraftwerken die folgenden, wesentlichen Fraktionen vor:- Spaltprodukte, d.h. die bei der Kernspaltung verbleibenden "Bruchstücke" (z.B. 137Cs, 131I, etc.), zum größten Teil sehr kurzlebig
- Aktivierungsprodukte, dies sind ursprünglich nichtradioaktive Materialien aus dem Reaktor oder dessen Umgebung, die durch Bestrahlung mit Spalt-Neutronen in radioaktive Nuklide umgewandelt wurden ( prominentestes Nuklid ist hier 60Co),
- erbrüteter Kernbrennstoff (z.B. 239Pu, das ähnlich wie die Aktivierungsprodukte aus 238U gebildet wird),
- unverbrauchter ursprünglicher Brennstoff (235U, 239Pu und 241Pu), und
- nicht in Plutonium umgewandeltes 238U
Unverbrauchter und erbrüteter Brennstoff ist nur dann in nennenswerten Mengen vorhanden, wenn er nicht in einer Wiederaufarbeitungsanlage zur Wiederverwendung abgetrennt wurde.
Der Gehalt an Radionukliden und deren Mischungsverhältnis ist von vielen Faktoren abhängig, insbesondere Art, Material, Herkunft und Vorgeschichte des Abfalls.
Entsorgung
Die Entsorgungsfrage ist bisher weltweit nur unbefriedigend gelöst, obwohl seit Jahrzehnten technische Verfahren zur Konditionierung und Endlagerung erprobt werden. Insbesonders mittel- und hochradioaktive Abfälle stellen große Herausforderungen an die Entsorgung. Aufgrund der langen Halbwertszeiten vieler radioaktiver Substanzen muss eine sichere Lagerung über Jahrtausende sichergestellt werden. Dies ist eines der Hauptargumente, mit dem Atomkraftgegner schon seit Jahren den Ausstieg aus der Atomtechnologie fordern. Auch Atommülltransporte geben immer wieder Anlass zu Demonstrationen für einen Atomausstieg.Konditionierung
Durch die Konditionierung werden die radioaktiven Abfälle in einen chemisch stabilen, in Wasser nicht oder nur schwer löslichen Zustand überführt und den Anforderungen von Transporten und Endlager entsprechend verpackt. Je nach Material werden dazu unterschiedliche Verfahren verwendet.Hochradioaktive Spaltproduktlösungen, die bei der Wiederaufarbeitung abgebrannter Brennelemente anfallen, werden in Glas eingeschmolzen. Die dabei entstehenden Glaskokillen sind korrosionsfest und unlöslich in Wasser. Alternativ hierzu wird an der Einbindung in Keramik gearbeitet; hier ist ebenfalls eine chemisch stabile Lagerung gewährleistet.
Andere radioaktive Abfälle werden - je nach Art - durch unterschiedliche Verfahren (z.B. Verbrennen, Verpressen) in eine möglichst raumsparende, chemisch stabile Form gebracht und anschließend in der Regel in einer chemisch stabilen, wasserunlöslichen Matrix (Zement, Bitumen) fixiert. Hierbei können teilweise radioaktive Stoffe verwertet werden, unter anderem finden z.B. radioaktive Lösungen zum Anmischen von Zement bei der Fixierung anderer Abfälle Verwendung und aus schwachradioaktivem Stahlschrott werden z.B. Abschirmplatten für Behälter gefertigt.
Endlagerung
Aufgrund der langen Zeiträume sowie durch die Radioaktivität sind die Lagermaterialien nicht notwendigerweise dauerhaft in der Lage, die eingebundenen Stoffe zu halten. Daher ist die sichere Lagerung des verarbeiteten Mülls entscheidend. Unterirdische Lagerstätten, die keinen oder nur geringen Wasserdurchfluss haben, sind von Vorteil, da in Abwesenheit von Wasser die Lagerbehälter vergleichsweise langsam korrodieren. Selbst nach Zerfall der Lagerbehälter soll ein Transport der radioaktiven Substanzen durch das Gestein sehr langsam erfolgen. Die geologischen Eigenschaften des Gebirges müssen dabei den sicheren Einschluss der radioaktiven Stoffe gewährleisten, so dass diese nicht in die Biosphäre gelangen können. Die Untersuchungen zur Schaffung von Warnzeichen und Warnsymbolen, die über Jahrtausende auf die eingelagerten radioaktiven Stoffe hinweisen, werden unter dem Begriff Atomsemiotik zusammengefasst. Als Endlagerstätten werden etwa Salzstöcke in geologisch stabilen Gesteinsschichten diskutiert. Auch Granit, Tongestein oder Tuff kommen als Wirtsgesteine in Frage. Die seit 1979 andauernde Erkundung des Standortes Gorleben in Norddeutschland wurde im Oktober 2000 durch das BMU unterbrochen. Der Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandort (AkEnd) wurde beauftragt, wissenschaftlich fundierte Kriterien für ein relativ sicheres Endlager aufzustellen. Die derzeitige Bundesregierung unter Angela Merkel strebt jedoch eine forcierte Lösung der Endlagerfrage an.Wiederverwertung
Unter Umständen kann aber auch eine gewollte Bergung von endgelagerten intakten Behältern mit den radioaktiven Resten der Kernspaltung sowie eventuell zwischenzeitlich durch den andauernden radioaktiven Zerfall angereicherten Stoffen in der fernen Zukunft planmäßig durchgeführt werden, da sowohl unter den Spalt- als auch den Zerfallsprodukten wertvolle Stoffe wie Rhodium, Ruthenium und das radioaktive Metall Technetium sind. Insbesondere sind direkt (ohne Wiederaufarbeitung) endgelagerte Brennelemente wegen ihres erheblichen Gehalts an unverbrauchten Kernbrennstoffen unter Umständen für nachfolgende Generationen eine wertvolle Ressource.Viele radioaktiv kontaminierte Stoffe können - soweit wirtschaftlich sinnvoll - gereinigt ("Dekontamination") und bei erwiesener Kontaminationsfreiheit bzw. Grenzwertunterschreitung ("Freimessen") normal weiter genutzt werden. Des Weiteren können radioaktive Reststoffe in der Kerntechnik weiterverwendet werden, so wird z.B. schwachradioaktiver Stahlschrott zu Abschirmungen für Abfallbehälter verarbeitet.
Sonstige Konzepte
Entsorgung im Weltraum
Weiter gibt es Vorschläge, die atomaren Abfälle im Weltraum zu entsorgen. Neben der Lagerung in Asteroiden und auf anderen Planeten gibt es auch Überlegungen, den Müll direkt in die Sonne zu schießen. Gelänge dies, wäre der Atommüll tatsächlich wirksam von der Biosphäre isoliert.Dem stehen allerdings die beim gegenwärtigen Stand der Technik immensen Kosten der Raumfahrt entgegen, die schon allein für das Erreichen der Erdumlaufbahn anfallen würden. Weiterhin bestünde ein enormes Risiko, da viele Starts jährlich erfolgen müssten und bei einem Fehlstart, der bei allen existierenden Trägersystemen mit einer Wahrscheinlichkeit > 1% auftritt, mit einer Freisetzung der radioaktiven Fracht auf der Erde oder durch Verglühen in der Atmosphäre zu rechnen wäre. Folge wäre eine großflächige Kontamination. Eine notwendige sichere Verpackung der Fracht - wie sie z.B. bei den für Raumsonden verwendeten Radionuklidbatterien verwendet wird - wäre zwar in der Lage, einen Fehlstart mit hoher Wahrscheinlichkeit ohne Leckage zu überstehen, würde allerdings die zu befördernde Masse vervielfachen und die Entsorgungskosten vollends utopisch machen.
Obwohl an Verbesserungen der Antriebstechnologien gearbeitet wird ("Advanced Propulsion Concepts", erarbeitet vom JPL), welche die Transportkosten merklich verringern sollen, sind bis auf weiteres keine Entwicklungen in Sicht, die eine solche Lösung auch nur annähernd wirtschaftlich erscheinen lassen.
Weiterhin steht der Abschnitt A, Artikel IX des Weltraumvertrags (Zitat: "States Parties to the Treaty shall (...), including the Moon and other celestial bodies, (...) to avoid their harmful contamination") einer Entsorgung gefährlicher Stoffe im Weltraum entgegen. Weiterhin lässt sich aus den "Principles Relevant to the Use of Nuclear Power Sources in Outer Space" ebenfalls ableiten, dass eine Verbringung radioaktiver Materialien in den Weltraum unerwünscht ist. (Quelle: Weltraumvertrag und zugehörige Abkommen)
Transmutation
Es gibt Vorschläge, die langlebigen Nuklide aus hochradioaktiven Abfällen in geeigneten Anlagen (spezielle Reaktoren, Spallations-Neutronenquellen) durch Neutronenbeschuss in kurzlebige Nuklide umzuwandeln, was die notwendige Dauer des Abschlusses von der Biosphäre erheblich verkürzen würde. Die entsprechenden Forschungen in der Transmutation sind jedoch noch in den Anfängen.Lagerung in der Antarktis
Als weitere Entsorgungsmöglichkeit wurde die Endlagerung unter dem Eisschild der Antarktis besprochen. Dadurch wäre es prinzipiell möglich, den Abfall sehr sicher von der Biospäre zu trennen. Nachteilig wäre aber die Wärmeentwicklung mancher Abfälle, welche sich auf die Stabilität der Lagerkammern o. ä. negativ auswirken könnte. Auch kann eine radioaktive Verseuchung des fragilen Ökosystems Antarktis z. B. durch Unfälle nicht ausgeschlossen werden. Da sich aufgrund des Treibhauseffektes in den letzten Jahren das Abschmelzen der antarktischen Eisflächen und Gletscher verstärkt hat, ist auch die angestrebte langfristige sichere Isolation der Abfälle nicht mehr gesichert.Der Antarktisvertrag schreibt zudem hohe Umweltschutznormen für den 6. Kontinent vor; eine Verwendung als Endlager für radioaktive Stoffe ist damit nach internationalem Recht nicht möglich.
Siehe auch
Literatur
- Atommüll oder Der Abschied von einem teuren Traum. Rowohlt, 1986, ISBN 3-499-14117-5
Weblinks
- Ist eine langfristig sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle in Gesteinen der Erdkruste möglich? Konzeptionelle und sicherheitstechnische Fragen der Endlagerung radioaktiver Abfälle - Wirtsgesteine im Vergleich, Modellrechnungen u.m. des Bundesamtes für Strahlenschutz
- Die Behandlung und Endlagerung radioaktiver Abfälle aus Atomkraftwerken (PDF) Fachbereichsarbeit von Markus Frühwirth
- Broschüre des IK Kernenergie zum Thema Endlager
- Downloadbereich des IK Kernenergie
- Atommüllentsorgung in Deutschland Informationen vom BUND für Umwelt und Naturschutz Deutschland
- Gesundheitsrisken durch radiaoktiven Abfall Informationen der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Radioaktiver Abfall
Entsorgung im Weltraum
Hallo Mons Maenalus! Du hast im o.g. Abschnitt einen Verweis über "Advanced Propulsion Concepts" von NASA und JPL eingefügt. Auf den Seiten, die ich dazu finde (z.B. [LINK] ) scheint es jedoch hauptsächlich um Deep Space-Antriebe zu gehen und um nichts, was einen effizienteren Start von der Erde ermöglichen würde (und da liegt bereits einer der Knackpunkte, die diese "Lösung" nach heutigem Stand ausschließen). Falls es so etwas doch geben sollte, bitte ich dich, eine Quelle anzugeben, die deine m.E. gewagte Aussage "...womit diese Möglichkeit wieder in Reichweite rücken könnte" untermauern kann. Schönen Gruß, --Rai42 15:32, 2. Feb 2006 (CET)
- Habe diesen Punkt vorerst entfernt und den alten Satz (Verbesserung nicht in Sicht) wieder eingefügt. Eine Behauptung des Gegenteils braucht IMO definitiv einen Beleg. --Rai42 01:16, 15. Feb 2006 (CET)
Entsorgung in der Sonne / Weltraumvertrag
Der Hinweis »Sonne kann nicht verschmutzt werden, da alle Stoffe in ihr bereits vorkommen --> Grundlagen der Astronomie« ist nett, sollte aber noch mal diskutiert werden.Rein wörtlich genommen ist die Sonne ein Himmelskörper ("celestial body"), und eine Kontamination derselben soll somit dem Weltraumvertrag folgend vermieden werden (von einer zulässigen Menge steht da nix). Daß im Prinzip alles bereits in der Sonne vorkommt, ist klar, allerdings kann prinzipiell jede Entsorgung von Stoffen in die Sonne die Gehalte an diesen Stoffen verändern. Das könnte wissenschaftliche Untersuchungen verfälschen. Außerdem ist der Gehalt der Sonne an schweren Atomen äußerst gering.
Dazu noch ein Beispiel ... daß so ziemlich überall alles vorhanden ist (auch wenn man es der geringen Menge wegen u.U. nicht nachweisen kann) ist eine Binsenweisheit: So ist z.B. in jedem gewöhnlichen Blumentopf (oder in jeder Schaufel Erde aus einem beliebigen Garten) Plutonium vorhanden. Nicht weil es aus Kernkraftwerken kommt, oder aus den Kernwaffenversuchen - es entsteht dort aus dem natürlich vorkommenden Uran, das in ziemlich jedem Mineral enthalten ist, durch Kernumwandlung nach Beschuß mit schnellen Neutronen, die Teil der natürlichen kosmischen Strahlung sind. Nur ein paar Atome in einer Schippe Gartenerde, aber sie sind da. Ist das jetzt ein Grund, unseren Atommüll in irgendeinem Garten zu vergraben ?
Außerdem halte ich die Entsogung in der Sonne für zusätzlich fragwürdig, weil das Material nicht in der Sonne bleiben würde. Die Behälter würden es nämlich bestenfalls bis in die Korona schaffen, ehe sie (samt Inhalt) komplett verdampfen. Und dieser Dampf würde - zumindestens zum Teil - mit dem Sonnenwind mehr oder weniger gleichmäßig durch das ganze Sonnensystem verteilt (das ist dann wie gegen den Wind zu pinkeln ==:-) Da wäre es schon netter, das Zeug senkrecht zur Milchstraßenebene gut verpackt in die Tiefen des Raums zu schicken ... bis es irgendwo ankommt ist alles zerfallen.
--Merkosh 12:46, 7. Feb 2006 (CET)
- Da sich niemand gewehrt hat, habe ich die fragliche Passage entsorgt. Natürlich nicht im Weltraum :-) --Merkosh 13:20, 15. Feb 2006 (CET)
Sorry Leute, daß meine Antworten auf Eure berechtigten Fragen so lange gedauert hat! Ich habe die Passagen wieder reingesetzt.
@ Merkosh, weißt du eigentlich, daß der gesamte solare Raum vom Sonnenwind durchsetzt wird? Dieser besteht aus schnellen Elektronen und Protonen -> radioaktive Strahlung. Das ist auch ein Haupthindernis für längere Weltraumreisen (bisher). Die Sonne ist dadurch selbst ein starker radioaktiver Strahler. Insofern würde das bißchen radioaktiver Müll nicht wesentlich zur Gesamtbelastung des Sonnensystems beitragen. Berechne auch mal das Volumen, auf das sich der Müll verteilen würde. Außerdem, warum sollte das Abfallmaterial wieder verdampfen und weggeblasen werden? Vergiß nicht, dass es sich bei den meisten radioaktiven Abfällen um sehr schwere Elemente handelt, die dementsprechend von der Sonne stark angezogen würden und schließlich absorbiert würden - zumindest größtenteils. Das ist auch der Grund, warum Kometen immer wieder gern in die Sonne stürzen.
@ Rai42: Die originalen "Advanced Propulsion Concepts"-Seiten sind momentan nicht mehr im WWW verfügbar. Ich habe beim JPL-Admin angefragt, der meinte nur, sein Chef hätte ihm gesagt er solle die sperren. Allerdings habe ich die Seiten Gott sei Dank rechtzeitig gespiegelt (kannst als ZIP haben wenn Du willst). Der entscheidende Punkt ist die angestrebte Erhöhung der Schubkraft bzw. des Impulses. Durch Modifikation der Konzepte (es gibt strahlungsfreie nukleare Konzepte) wäre es möglich, diese für den Start von der Erde aus zu benutzen, wodurch die Startkosten sinken würden. Ich habe deshalb auch geschrieben, daß es möglich wäre, nicht daß es zwangsläufig so sein wird. Werde den Satz noch ein bißchen ergänzen.
MFG -- Mons Maenalus 19:05, 22. Feb 2006 (CET)
- Klar weiß ich das - es ist aber ein deutlicher Unterschied zwischen "Sonnenwind" und "radioaktiven Schwermetallatomen"). Daß der Abfall (samt Behälter) verdampfen würde, ist wohl bei den Temperaturen der Korona ziemlich verständlich. Und die Schwermetallatome, die dann in der Dampfwolke sind, würden vom Strahlungsdruck mit dem Sonnenwind davongetrieben werden. Vielleicht nicht komplett, aber ein Teil davon. Der wurde sich dann - vermutlich relativ ungleichmäßig - im Sonnensystem verteilen, bzw. als schnelle ( = hochenergetische) Schwerionen unterwegs sein. Und die wären lästiger als der Sonnenwind ... daß damit die anderen Himmelskörper dezent kontaminiert würden (wenn auch schwach) wäre vom Strahlenschutzstandpunkt vernachlässigbar, für die Wissenschaft wäre es eine Katastrophe, wenn man bedenkt aus welchen Kleinigkeiten heutzutage Erkenntnisse über alles mögliche abgeleitet werden. Da reichen kleinste Verschiebungen in den Ergebnissen - und wenn man vermuten muß, daß die untersuchten Materialien unkontrolliert verfälscht sind, dann braucht man die Analyse gar nicht erst anfangen.
- Außerdem würden die Atome quer durch das Sonnensystem beim Zerfall eine Strahlung mit gänzlich anderen Charakteristika als die nomale Strahlung abgeben, was z.B. die Himmelsbeobachtung mit Röntgeteleskopen empfindlich stören könnte.
- Der Teil, der in der Sonne bleibt, würde wohl in der Korona bleiben und dort (zumindestens zeitweise und lokal) die Absorptionsspektren merklich verschieben (Schwermetalle kommen in der Sonne kaum vor), was die Sonnenbeobachtung stören würde.
- Zum Weltraumvertrag: Ich habe den entsprechenden Abschnitt nochmal gelesen, und komme zu dem Schluß, daß die entsprechenden Passagen ziemlich eindeutig sind und keine Zweifel zulassen.
- Ich habe mir erlaubt, das wieder zu ändern; den Abschnitt zur Raumfahrtforschung habe ich etwas eingedampft :-)
- --Merkosh 13:45, 23. Feb 2006 (CET)
@ Merkosh: Du hast recht bzgl. der hohen Temperaturen in der Korona, aber das allein ist es nicht. Die Dichte der Korona ist extrem dünn, da verdampft bei weitem nicht alles. Sonst würden bei ca. 3 Mio. K niemals Asteroiden oder Kometen die Sonnenoberfläche erreichen - das ist einfach zu berechnen. Ist vergleichbar den Kernfusionsversuchen auf der Erde, extrem dünnes Plasma, kannst die Hand hineinstrecken ohne daß Dir was passiert. Ehrlich gesagt spekulierst Du mir ein bißchen zuviel ("würde wohl") und bist wohl nicht so sehr mit den physikal. Grundlagen vertraut. Die in die Sonne geschossenen Mengen wären im Vergleich zu dem, was die Sonne allein täglich(!) an Materie in ihre Umgebung abstrahlt irrelevant gering.
Außerdem geht es hier nicht so sehr um den Weltraumvertrag, sondern um prinzipielle Möglichkeiten der nuklearen Entsorgung. Da sollte das Konzept schon erwähnt werden. Und daß der techn. Fortschritt ziemlich schnell sein kann ist auch bekannt, insofern würde ich das mit dem "nicht in Sicht" eher abschwächen. -- Mons Maenalus 11:02, 24. Feb 2006 (CET)
- Ich stimme mit Dir überein, daß die Stoffmengen gering sind und die Biosphäre der Erde nicht wirklich bedrohen würden. Trotzdem sehe ich die Gefahr, daß solche Aktionen die wissenschaftliche Arbeit gefährden würden, weil Meßergebnisse vefälscht würden.
- Daß wir hier nicht den Weltraumvertrag diskutieren, ist mir ebfalls bewußt. Du kannst Die Möglichkeit aufführen, aber sie ist aufgrund ihrer Kosten und Risiken ziemlich unwahrscheinlich und sollte daher nicht allzu breiten Raum im Artikel beanspruchen. Und der Weltraumvertrag ist juristische Realität und verdient genannt und respektiert zu werden. ---Merkosh 13:28, 24. Feb 2006 (CET)
- @Merkosh: Volle Zustimmung - der Abschnitt ist schon jetzt länger als der Abschnitt "Endlagerung" und hat damit schon mehr Raum als er eigentlich verdient. Aber vielleicht ist es gut, dass das Thema mal ernsthaft abgehandelt wird, es wird ja immer wieder mal als "geniale Lösung" des Problems dargestellt (aber bitte nicht noch länger). @Mons Maenalus: Ich dachte eigentlich, mit der jetzigen Formulierung bezügl. Raumfahrttechnologie von Merkosh ("bis auf weiteres nicht in Sicht") müssten alle leben können, bedenkt man, wie spekulativ diese Technologien vermutlich sind, finde ich die eigentlich noch geschmeichelt. Gruß, --Rai42 22:36, 24. Feb 2006 (CET)
- Es war eigentlich auch meine Absicht, die Möglichkeiten - egal ob vertraglich erlaubt oder nicht, ob techn. bereits machbar oder (noch) nicht - mal prinzipiell und einigermaßen ausführlich darzustellen. Evtl. ist ein bißchen was von meiner pers. Meinung eingeflossen, sorry falls ich über's Ziel hinausgeschossen sein sollte. So wie der Artikel jetzt ist kann ich damit leben. Außerdem ist ein konstruktiver Disput ja (fast) immer produktiv... ;) -- Mons Maenalus 18:59, 26. Feb 2006 (CET)
Detailierter
Vielleicht wäre es evtl. interessant die Zusammensetzung des Abfalls (inkl. Strahlungswerte/stärke) genauer zu beschreiben oder allgemein den Abschnitt "Arten" etwas mehr auszuführen. --Beand 84.170.73.208 12:45, 26. Feb 2006 (CET)- Ich habe den Abschnitt mal ein bißchen erweitert -- Mons Maenalus 19:13, 26. Feb 2006 (CET)
Erweiterung
Siehe auch
Gr. Mion 21:19, 28. Okt. 2006 (CEST)Toter Weblink
Bei mehreren automatisierten Botläufen wurde der folgende Weblink als nicht verfügbar erkannt. Bitte überprüfe, ob der Link tatsächlich down ist, und korrigiere oder entferne ihn in diesem Fall!
- http://www.kernenergie.de/d...
- In Radioaktiver Abfall on Thu Nov 9 00:41:41 2006, 404 Not Found
- In Radioaktiver Abfall on Mon Nov 27 01:56:16 2006, 404 Not Found
--Zwobot 01:56, 27. Nov. 2006 (CET)


