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Rapier (Degen)

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Der Artikel Rapier (Degen) gehört zur Kategorie: Degen
Abbildung
Mit Rapier und Parierdolch fechtende adlige Studenten um 1590
Bildherkunft

Mit Rapier (französisch rapière = Degen, spanisch Espada Ropera = ein Schwert, das zur „Garderobe“ getragen wurde) bezeichnet man eine seit dem frühen 16. Jahrhundert im europäischen Raum verbreitete Stich- und Hiebwaffe. Typisch war für den oder das Rapier eine im Vergleich mit z.B. dem Degen relativ schwere, überlange (teilweise über 1 m lang) zweischneidige Klinge mit meist rombischem Querschnitt und kräftiger Spitze. Der Rapier besaß ein "Kreuz", also eine Parierstange ähnlich der mittelalterlicher Langschwerter, das zusätzlich mit einem zunehmend komplizerten aus Eisen geschmiedeten Gefäß bzw. Korb, die mit ringförmigen Spangen ergänzt wurde, um die nunmher nicht mehr durch Panzerhandschuhe geschützte Hand und insbesondere den Daumen und den auf der so genannten Fehlschärfe aufliegenden Zeigefinger zu schützen.

Dank des Abstützens mittels des Zeigefingers konnte die oft über 100 cm lange Klinge geschickter bewegt werden. Jene die Faust schützenden Gefäßbügel nannte man pas d´âne.

Das Rapier wurde in Deutschland vor allem durch das Fechtbuch des Joachim Meyer bekannt gemacht, das 1570 zum ersten Mal erschien und mehrfach aufgelegt wurde.

Besonders schwere frühe Rapiere für militärische Verwendung sind heute als Reitschwert oder im engl. als Sidesword bekannt, sie wiesen, wie die schweren Klingen früher Rapiere, oft eine mehr oder weniger starke Verbreiterung der Klinge unterhalb des Ricassos auf. Im Laufe der Zeit wurden die Klingen des Rapiers immer leichter und zulasten der Hiebeignung auf Stoßfähigkeit hin optimiert. Zur Gewichtsersparnis wurden größere oder teils auch mehrfache Hohlkehlen eingearbeitet, die die Schneid/Hiebfähigkeit durch die andere Klingengeometrie weiter verschlechterten. Die Gefäßbügel wurden bei späten Exemplaren zum besseren Schutz gegen Stiche der leichteren Klingen mit immer mehr fächigen Elementen in der Art eines Stichblattes ergänzt, die meist zur Gewichtsersparnis perforiert waren.

Beim Fechten mit dem Rapier verwendete man auch häufig einen Parierdolch oder den über den freien Arm geworfenen Mantel, um die Hiebe des Gegners besser abwehren zu können. Selten wurde auch mit zwei Rapieren gefochten, es gab dafür sogar spezielle Doppelrapiere, die aufeinander gelegt in einer Scheide getragen werden konnten, nach dem Lösen der Verriegelung aber zur Überraschung des Gegners zu zwei fast vollwertigen Rapieren wurden

In historisch möglichst genauen Verfilmungen des Romans Die drei Musketiere von Alexandre Dumas, z. B. der von Richard Lester, sieht man die Akteure mit Rapieren kämpfen und bekommt eine Vorstellung davon, wie schwierig es war, diese überaus langen Hieb- und Stichwaffen zu beherrschen. In den Museen (z. B. Deutsches Klingenmuseum, Solingen; Waffenkammer des Towers, London) sieht man sogar spezielle Exemplare, die mittels seitlich ausklappbarer Klingen die eingeklemmte Waffe des Gegners brechen konnten (auch bei Parierdolchen verwendetes Prinzip) oder durch einen gegengerade versteckt angebrachten Dolch sich einen Kampfvorteil verschaffen mochten.

Beim Rapierfechten wurden defensive Manöver (Parade) und offensive Gegenmanöver (Riposte) klar getrennt, da die Waffe für gleichzeitige defensiv/offensive Aktionen zu schwer war. Ledeglich mit späteren leichteren Examplaren wurden solchen eingeschränkt möglich. Im gegensatz zum moderneren Fechten waren Seitwärtsbewegungen beim Rapierfechten normal.

Image:Rapiere-Morges-1.jpg|Rapier, zwischen 1580 und 1600. Musée de Morges, Schweiz. Image:Rapiere-Morges-2.jpg|Rapier, erste Hälfte des 18. Jahrhunderts. Musée de Morges, Schweiz.

Im 18. Jahrhundert entwickelte man in Frankreich einen Stoßdegen mit kleinerem Stichblatt, aber einer dreikantigen spitzen Klinge, den leichten, wendigen so genannten Pariser, der sich insbesondere als Duellwaffe und speziell bei den Studentenverbindungen bis weit ins 19. Jahrhundert großer und tragischer Beliebtheit erfreute, da die Waffe oft lebensgefährliche Lungenperforationen („Lungenfuchser“) verursachte.

Rapier (auch „Rappir“) wurde im frühen 19. Jahrhundert ein Begriff für stumpfe Übungswaffen. So „Haurapier“ für den stumpfen Korbschläger und „Stoßrapier“ für einen Pariser mit abgestumpfter Spitze.

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Rapier (Degen)


Auch ein Luftabwehr-Raketensystem der Britischen und der Schweizerischen Luftwaffe nennt sich Rapier. Dieses Rapier besitzen nicht nur die Briten und die Schweizer, sondern auch die Türkei und wenn ich mich nicht täusche ca. vier weitere Staaten.

Allerdings verwenden die Briten bereits das neue Rapier 2000 mit doppelt so viel Lenkwaffen und meines wissens Kabellos! Die Schweizer haben jedoch den Folgeradar und das Bediengerät zum Rapier selber entwickelt und den Folgeradar auch den Briten verkauft



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Rapier (Degen) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).