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Der Artikel Rat der Volksbeauftragten gehört zur Kategorie: Weimarer Republik
Als Rat der Volksbeauftragten wird die Regierung der Novemberrevolution vom November 1918 bis Februar 1919 bezeichnet. Er wurde am 9. November 1918 nach dem Sturz Kaiser Wilhelms II. und der Ausrufung der Republik gebildet und amtierte als Reichsregierung. Der Rat kam durch eine Koalition der beiden sozialdemokratischen Parteien SPD und USPD zustande und wurde am 10. November 1918 von der Vollversammlung der Berliner Arbeiter- und Soldatenräte teilweise bestätigt. Nahezu vollständig legitimiert wurde der Rat der Volksbeauftragten durch den Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte am 16.-20. Dezember, der die Vertretung der momentanen Machtträger im Reich repräsentierte.
Bis zum 29. Dezember 1918 gehörten ihm drei Sozialdemokraten (Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann, Otto Landsberg) und drei Unabhängige (Hugo Haase, Wilhelm Dittmann, Emil Barth) an. Den Vorsitz führten Ebert und Haase, wobei Ebert als noch vom Reichskanzler von Baden als verfassungswidrig eingesetzter "Reichskanzler" vor allem in der Ministerialbürokratie eine - nicht formal begründete - Vorrangstellung besaß. In dieser Zeit organisierte der R.d.V. vor allem die Abwicklung des Waffenstillstands vom 11. November 1918, d.h. die Rückführung der deutschen Truppen, den Reichskongress der Arbeiter- und Soldatenräte am 16.-20. Dezember und bereitete die Wahlen zur Nationalversammlung am 19. Januar 1919 vor.
Da Ebert mit dem Ebert-Groener-Pakt mit der Obersten Heeresleitung die klaren Beschlüsse des Reichskongresses zur Demokratisierung der Armee nicht befolgte, und da die USPD auf dem Reichskongress in vielen anderen Fragen überstimmt worden war, traten die drei Unabhängigen am 29. Dezember zurück. Anlass war ein bewaffneter Kampf während der Weihnachtstage in Berlin. Der R.d.V. wurde durch die beiden Sozialdemokraten Gustav Noske und Rudolf Wissell ergänzt. Am 10. Februar 1919 wurde Ebert als Staatsoberhaupt bestätigt (er wurde zum vorläufigen Reichspräsidenten gewählt). Am 13. Februar 1919 übergab der Rat seine Amtsgewalt an die Regierung Scheidemann, die von der Weimarer Nationalversammlung gewählt worden war.
Auch im Freistaat Sachsen und im Freistaat Braunschweig hießen die ersten beiden nachrevolutionären Regierungen Rat der Volksbeauftragten. An der Spitze der ersten Volksregierung Sachsens (15. November 1918 - 16. Januar 1919) stand Richard Lipinski (USPD); vom 16. Januar 1919 bis 14. März 1919 war Georg Gradnauer (SPD) Vorsitzender des Rats der Volksbeauftragten.
Literatur
- Die Regierung der Volksbeauftragten 1918/19 eingeleitet von Erich Matthias, 2 Bände, Düsseldorf (Drost) 1969 - die maßgebliche Quellenedition mit vielen Informationen, erhältlich nur noch in Bibliotheken.
- Aus der Werkstatt der deutschen Revolution, Emil Barth, Berlin 1919
Diskussion der Autoren über den Artikel: Rat der Volksbeauftragten
Den Rat der Volksbeauftragten gab es meines Wissens auch in den Ländern des Deutschen Reiches, so etwa im Freistaat Sachsen (http://www.sachsen.de/de/ll... Pm 17:42, 19. Apr 2004 (CEST)
- Dann sei mutig! --217.5.46.118 14:27, 12. Jul 2004 (CEST)
Wurde der Rat der Volksbeauftragten am 9. November gegründet, oder nicht vielmehr am 10. November, wie man in manchen Büchern, aber auch bei Wikipedia unter "10. November" lesen kann?
Eines steht fest, am 10. November tagte er das erste Mal und wurde die die Berliner Räte bestätigt. Ich glaube aber auch, dass er dann gegründet wurde. Habs in einer Klausur geschrieben und es wurde nicht angestrichen - auch www.dhm.de meint, dass er erst am 10. Nov. konstituiert wurde.

