Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Romantik

Toplinks zu diesem Thema:
Autoren, Bildung, Sprache, Verlag, Autor, Erziehung, Ideal, Kaufen, Konzertkarten, Latein, Online, Otto, Rolle, Schriftsteller, Sprachen, Vergleich



Der Artikel Romantik gehört zur Kategorie: Stilrichtung in der Malerei, Romantik, Literaturepoche
Abbildung
„Der Wanderer über dem Nebelmeer“ von Caspar David Friedrich
Bildherkunft

Romantik bezeichnet eine kulturgeschichtliche Epoche, die sich insbesondere auf den Gebieten der bildenden Kunst (1790–1840), der Literatur (1795–1848) sowie der Musik (1800–1940) äußert.

Im heutigen, allgemeinen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff Romantik mit dem Adjektiv romantisch die Eigenschaft einer Sache, das Herz mit Liebe und Sehnsucht zu erfüllen, z. B. in „romantische Liebe“, „romantische Musik“ oder „ein romantischer Brief“. Oft wird der Begriff synonym zu Kitsch gebraucht. Das hat jedoch mit der kulturgeschichtlichen Epoche nichts gemein.

Etymologie

Der Begriff kommt ursprünglich von „in lingua romana“, in romanischer Sprache, also in den entsprechenden Ländern in der Volkssprache verfassten Schriften. Sie bildeten den Gegensatz zu den zuvor üblichen, "in lingua latina“ (Latein) geschriebenen Schriften. Aus „lingua romana“ entstand der Ausdruck „Roman“, der aus dem Französischen auch zu uns kam und zu romantisch wurde.

Romantik bedeutet somit Abwendung von der Antike und von klassischen Vorbildern. Das heißt, romantische Autoren erschließen sich Themen aus ihrer eigenen Kultur und Geschichte und wenden sich ab von klassischen Formen, was die Vorliebe für fragmentarische Schreibweise erklärt. Die Hinwendung zur eigenen Kultur bedeutet zugleich eine stärkere Hinwendung zur Sagen- und Mythenwelt des Mittelalters.

Die Vertreter der an der Antike orientierten Klassik fühlten sich vor allem durch die Zeitschriften der Romantiker massiv angegriffen und bezeichneten deren Literatur als fantastisch oder sogar als krankhaft.

Die Grundsteine des Romantismus sind Gefühl, Individualität (individuelles Erlebnis) und Seele (vor allem psychisch gequälte Seele). Romantismus entstand als Reaktion auf das Monopol der vernunftgerichteten Philosophie der Aufklärung, der Strenge des durch die Antike inspirierten Klassizismus. Seine Anstöße suchte er in der Vergangenheit (vor allem im Mittelalter) und exotischen Ländern. Im Vordergrund stehen irrationale Gefühle, die Sehnsucht zu Versuchen und Erfahren, das Mysterium und das Geheimnis. Für den fortschrittlichen Optimismus der Aufklärung stehen nun die verzweifelte Hilflosigkeit und der Entschluss zum oft vergeblichen Opfertum. Diese Charakteristika sind bezeichnend für die romantische bildende Kunst aber auch Lebenseinstellung.

Hintergrund

Der Romantiker geht aus von einem Bruch, der die Welt gespalten habe in die Welt der Vernunft, der „Zahlen und Figuren“ (Novalis), und die Welt des Gefühls und des Wunderbaren. Treibende Kraft der deutschen Romantik ist eine Sehnsucht nach der Heilung der Welt, nach der Zusammenführung von Gegensätzen zu einem harmonischen Ganzen. Hinführende Orte und Manifestationen dieser Sehnsucht sind nebelverhangene Waldtäler, mittelalterliche Kloster-Ruinen, alte Mythen und Märchen, die Natur etc. Ein zentrales Symbol für diese Sehnsucht oder deren Ziel ist die Blaue Blume. Die Sehnsucht richtet sich auf etwas Unbestimmtes oder Unerreichbares. Aus diesem Grunde wird sie nie befriedigt und kann um ihrer selbst willen dauerhaft genossen und ausgelebt werden.

Im Gegensatz zu der Aufgabe der Dichter der Weimarer Klassik und Aufklärung/Sturm und Drang, nämlich der Erziehung des Volkes durch die Literatur, sahen die Dichter der Romantik ihre Aufgabe in der Heilung des Risses, der durch die Welt und damit durch die Individuen geht, mystisch überhöht im Begriff des „Dichterpriesters“. Eine Möglichkeit dazu bietet die Kunst, denn „die Welt hebt an zu singen/Triffst Du nur das Zauberwort“ (Eichendorff).

Die Romantiker suchten die verloren gegangene Welt in den Werken aus der „Kindheit der Menschen“, also in den Märchen und Sagen, in den Volksliedern, im Mystizismus des Mittelalters. Das „Wahre“ wurde nicht im Intellektuellen gesehen, sondern in dem als natürlich und wahrhaftig angesehenen Verhalten des einfachen Volkes. Volkstänze flossen z. B. in die romantische Musik ein (z. B. Franz Schubert). Die Brüder Grimm sammelten die Sagen und Märchen der mündlichen Volksüberlieferung.

Allerdings birgt die „andere Welt“ auch Gefahren. Diese Nachtseite der Romantik, geprägt von Teufelspakten, Wahnsinn, Gespenstern, Schuld und Tod, findet sich z. B. besonders ausgeprägt bei E. T. A. Hoffmann.

Die Romantik ist auch als Gegenströmung zur Aufklärung (Vernunft) zu begreifen und daher im politischen Raum noch heute ein aktueller Begriff.

Zur massenhaften Verbreitung kam es etwa zu Zeiten der Napoleonischen Kriege. Nach der Ära relativer Ruhe Ende des 18. Jahrhunderts, in der eine Reihe von Auseinandersetzungen auf diplomatischem Weg geregelt wurden. Erst als der europäische Kontinent mit Feldzügen Napoleons überzogen wurden und Helden plötzlich gesucht waren (in Frankreich war es Napoleon, in England Admiral Nelson, in Russland General Kutuzov usw.), entfachten diese Wünsche die Phantasie der Künstler und deren Veröffentlichungen. Ein zweiter wichtiger Faktor war die höhere Bildung der Bürger (auch durch die Reformation der Schule durch Maria Theresia), deren Wunsch nach Bildung oder nach Literatur, sowie der wirtschaftliche Aufschwung und das damit verbundene höhere Volksvermögen ermöglichten es den Bürgern Bücher, Musikinstrumente oder Theater- und Konzertkarten zu kaufen.

Als Reaktion auf diese Emanzipation verschloss sich die Aristokratie gegenüber den neuen gesellschaftlichen Einflüssen und Formen. So findet man im 19. Jahrhundert kaum einen adeligen Schriftsteller oder Philosophen, eine Domäne der Aristokraten im 18. Jahrhundert.

Eine neue Sicht auf die Romantik ermöglichte Arno Schmidt; konzentriert programmatisch zu lesen etwa in seinem Dialog über Ludwig Tieck: ‹FUNFZEHN›. Vom Wunderkind der Sinnlosigkeit (1959). (In: Werke. Bargfelder Ausgabe. Werkgruppe II, Band 2, S. 285–333. Zürich: Haffmans 1990)

Geschichtlicher Hintergrund

In der Organisation der Gesellschaft fanden durch die Industrialisierung große Umbrüche statt, die neue Maschinenwelt führte zu Verstädterung und Landflucht, ein vormaliges Idyll war für die Romantiker dabei zu verschwinden.

Die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der Französischen Revolution, bei der das absolutistische System, die Ständegesellschaft sowie die Macht der Kirche bestehen blieben, zeigte, dass der Wandel des „Systems“ nicht mehr in oder mit der Gesellschaft stattfinden konnte.

Dies sahen die Romantiker mit ihrer individualistischen Grundeinstellung als einen Grund, um in ihrer Dichtung in Melancholie, in fantastische, unwirkliche, idyllische Welten zu fliehen und sich aus dem gesellschaftlichen Leben weitgehend zurückzuziehen (Flucht aus der Wirklichkeit).

Romantismus ist auf zwei seinerzeit populäre künstlerische Richtungen zurückzuführen, die auf die Nachfrage des Publikums reagierten. Es war der englische gotische Roman in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Die Engländer lasen seinerzeit leidenschaftlich gerne Bücher über das Mittelalter und Mystik, sowie der deutschen Sturm-und-Drang-Bewegung, welche Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine ganze Reihe von Literaten und Lesern beeinflusste. Während der gotische Roman oberflächlich geschrieben war, waren die Werke der Sturm-und-Drang-Bewegung, vertreten durch Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller auf einem hohen literarischen Niveau. Die gotischen Romane sprachen die Phantasie an (Motive waren oft Geister, Ritter, Verwunschene und halbzerfallene Burgen). Sturm und Drang versuchte die Gefühle der Leser anzusprechen. So diente der Held Goethes in Die Leiden des jungen Werthers vielen Jugendlichen am Ende des 18. Jahrhunderts als Vorbild, die sich entsprechend kleideten oder eben auch Selbstmord verübten.

Stilmittel und Kennzeichen

Psyche

Das Unbewusste wird in der Literatur ausgelebt und kommt zum Vorschein.

Offene Formen

Weder Form noch Inhalt sind festgelegt. So werden Lieder, Erzählungen, Märchen und Gedicht ineinander vermischt. Poesie, Wissenschaft und Philosophie werden miteinander verbunden.

Progressive Universalpoesie

Schlegel prägte als Literaturtheoretiker und -kritiker in der Romantik den Begriff der progressiven Universalpoesie. In der Literatur sollten nun nicht mehr wie in der Klassik bestimmte Schemata für die Erschaffung eines literarischen Werkes vorgegeben sein, sondern man betrachtete den Künstler als frei schaffendes Genie. Die Regelpoetik und die Forderungen der drei aristotelischen Einheiten von Raum, Zeit und Handlungen verloren an Bedeutung, vielmehr wurde der Roman zum subjektiven Spielfeld des Autors. Ziel war es – nach Schlegel – Philosophie, Prosa, Poetik, Genialität und Kritik miteinander verbindend darzustellen. Aus diesen neuen Konstellationen ergab sich ein fragmentarischer Charakter mit unfertigen Handlungssträngen. Schlegel wollte damit den Werdensprozess der Dichtung betonen und meinte, dass der unvollendete Zustand einer Dichtung der Willkür und Freiheit des Dichters folge.

Romantische Ironie

Der Autor steht über seinem Werk. Er kann herbeigeführte Stimmungen, Bilder oder Geschichten abrupt zerstören und übermenschlich verändern.

Ein Spezialfall romantischer Ironie sind Selbstreferenzen auf das Werk. Wenn z. B. in Theaterstücken der Held in eine ausweglose Situation gerät, aber sich sicher ist zu überleben mit der Begründung „Man stirbt doch nicht mitten im dritten Akt“, ist dies ein Fall von romantischer Ironie.

Gegenstand der romantischen Sehnsucht ist das Absolute, ein Zustand aufgehobener Entfremdung, den Rousseau zuvor als 'Naturzustand' (état naturel) beschrieben hatte und dem ein unreflektiertes 'naives' Weltverständnis und Weltverhältnis entspricht. Dieser Zustand aber ist dem modernen Menschen unerreichbar geworden und kann auch durch die Kunst, die auf Reflexion beruht, nicht adäquat dargestellt werden. Jeder Versuch ihn darzustellen, greift notwendigerweise zu kurz. Das romantische Kunstwerk, das seine eigene Kritik enthalten soll, kann dieser Einsicht nur gerecht werden, indem es sich selbst ironisch hintertreibt und seine eigene 'Falschheit' (Scheinhaftigkeit) zur Schau stellt. D. h. sein zentraler Darstellungsgegenstand ist eine Sehnsucht, deren Ziel unbekannt ist, und jeder Versuch, dieses Ziel anschaulich zu machen, ist zum Scheitern verurteilt. Dieses Paradoxon muss die Kunst, will sie ihrer Aufgabe gerecht werden, aushalten.

Tradition und Mittelalter

In der Romantik entstehen erstmals Sammlungen sogenannter Volkspoesie. Bekannteste Beispiele sind Grimms Märchen und Des Knaben Wunderhorn. Doch bereits unmittelbar nach Erscheinen wurde die literarische Bearbeitung (Schönung) durch die Autoren kritisiert, die damit ihre Rolle als Chronisten weit hinter sich ließen. Diese Tatsache rückt die gesammelten Texte näher an die Kunstmärchen und Lyrik ihrer Zeitgenossen als eigentlich beabsichtigt.

Das Mittelalter gilt als Ideal und wird verherrlicht. Kunst und Architektur dieser Epoche wird geschätzt, gepflegt und gesammelt. Übel dieser Zeit bleiben unbeachtet.

Abschnitte der Romantik

Man unterscheidet zwischen Frühromantik (ca. 1795–1804), Hochromantik (ca. 1804–1815) und Spätromantik (ca. 1815–1848). Im Mittelpunkt steht die Idee des Gefühls und der Fantasie. In der Hochromantik unterscheidet man zwischen dem Heidelberger Kreis und dem Berliner Kreis.

Allerdings verliefen diese Phasen nicht in allen Kultursparten völlig synchron; die Spätromantik in der Musik zieht sich beispielsweise bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts hin (Gustav Mahler, Richard Strauss).

Beeinflusst durch die Romantik ist die Jugendbewegung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand. In neuerer Zeit finden sich einzelne Charakteristika auch in der Dark Wave- oder Gothic-Subkultur, sowie im Black Metal (beispielsweise in den Texten der Bands Dornenreich und Nocte Obducta).

Motive der Romantik

Schauplätze in der Romantik sind häufig Friedhöfe, Ruinen (Schauerromantik bzw. Schwarze Romantik) oder alte Berge, dunkle Wälder, ein Berginneres oder Höhlen und Naturlandschaften. Das Dargestellte ist entweder naturmagischen Charakters, übernatürlich, oder märchenhaft.

Vertreter der Romantik

Abbildung
Novalis
Bildherkunft

Für alle weltweiten Vertreter der romantischen Bewegung, siehe Liste der Romantiker.

  • Philosophie

Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling als Schöpfer des Deutschen Idealismus als metaphysischem Wegbereiter der Romantik

  • Musik (die als „Sprache jenseits der Sprache“ typischste Ausdrucksform der Romantik)

Felix Mendelssohn Bartholdy, Hector Berlioz, Johannes Brahms, Hugo Wolf, Frédéric Chopin, Edvard Grieg, Johann Nepomuk Hummel, Franz Liszt, Modest Mussorgski, Franz Schubert, Robert Schumann, Richard Strauss, Hans Pfitzner, Pjotr Iljitsch Tschaikowski, Richard Wagner, Carl Maria von Weber, Gustav Mahler, Anton Bruckner, Niccolò Paganini, Antonín Dvořák

  • Literatur

Friedrich Hölderlin als Begründer der romantischen Dichtung im deutschen Sprachraum, Ernst Moritz Arndt, Bettina von Arnim, Achim von Arnim, August Ferdinand Bernhardi, Clemens Brentano, Adelbert von Chamisso, Joseph von Eichendorff, Friedrich de la Motte Fouqué, Erik Gustaf Geijer, Joseph Görres, Jakob Grimm, Wilhelm Grimm, Karoline von Günderrode, Wilhelm Hauff, Heinrich Heine, E. T. A. Hoffmann, Isidorus Orientalis, Heinrich von Kleist, Ernst August Friedrich Klingemann, Otakar Levý, Karel Hynek Mácha, Sophie Mereau, Adam von Müller, Wilhelm Müller, Novalis, Jean Paul, Friedrich Schleiermacher, August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel, Ernst Schulze, August Šenoa, Ludwig Tieck, Ludwig Uhland, Rahel Varnhagen, Dorothea Veit, Wilhelm Heinrich Wackenroder, Zacharias Werner, Karl Friedrich Gottlob Wetzel, Adam Mickiewicz, Juliusz Slowacki, Zygmunt Krasiński, Cyprian Kamil Norwid

  • Malerei

William Blake, Eugène Delacroix, Caspar David Friedrich, Johann Heinrich Füssli, Josef Mánes, Piotr Michałowski, Philipp Otto Runge, Joseph Mallord William Turner, Walter Schliephacke

Auch Karl Friedrich Schinkel lieferte eine Reihe von Landschaftszeichnungen und Malereien sowie Architekturentwürfen, die sichtlich von der Romantik inspiriert waren. Ab den 1870er Jahren gab es in der Malerei eine Strömung, die als Neoromantik bezeichnet wird. Zu ihr zählen u. a. Moritz von Schwind und der Historienmaler Julius Schnorr von Carolsfeld.

  • Rechtswissenschaft

Friedrich Carl von Savigny als Mitbegründer der Historische Rechtsschule

  • Religion

John Henry Newman als Mitbegründer der Oxford-Bewegung

  • Schachspiel

Pjotr Arsenjewitsch Romanowski (Romantismus in der Schachkunst)

Klassik und Romantik im Vergleich

  • Klassik

Streben nach Vollendung, Ruhe, fester Ordnung, Klarheit, Maß und Harmonie

  • Romantik

Drang nach Unendlichkeit, Leidenschaftlich-Bewegtem, Dunklem, maß- und regellosem Sprengenwollen aller Grenzen

  • Klassik

Streben nach Objektivität, Typisierung, Gesetz, Vernunft, Gleichgewicht, nach gültiger und geschlossener Form; genaue Unterscheidung zwischen Lyrik, Epik und Dramatik; fordert Entsagung, Selbstbeschränkung, sittliche Willensstärke; lehnt Phantastisches, Verworrenes, Unklares ab; bemüht sich um Harmonie zwischen Gefühl und Verstand; verlangt genaue Grenzensetzung – Es ist genug, das Erforschbare zu erforschen, das Unerforschliche aber auf sich beruhen zu lassen.

  • Romantik

Zerbricht die klassischen Grenzen, will Herrschaft der frei schöpferischen Phantasie (ist wichtiger als „edle“ Form und hochgeistiger Inhalt); will Grenzen sprengen: Grenzen des Verstandes, Grenzen zwischen Wissenschaft und Poesie und zwischen den einzelnen Dichtungsgattungen – Streben nach einer „Universalpoesie“, die gleichzeitig Wissenschaft, Religion und Dichtung und lyrisch, episch, dramatisch und musikalisch ist; will Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit niederreißen; will die ganze Welt „romantisieren“ und fordert völlige Subjektivität, Individualisierung, Freiheit und Unabhängigkeit und eine weltoffene, ewig unfertige Dichtungsform; Vorliebe für das Traumhafte, Wunderbare, Unbewusste, Übersinnliche

Die Romantik wurde zur europäischen Geistesbewegung und erfasste, von Deutschland ausgehend, alle Länder Europas. Sie beeinflusste Philosophie, Dichtung, Künste, Religion, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

Literatur

  • Helmut Schanze (Hrsg.): Romantik-Handbuch. Stuttgart: Kröner 1994
  • Detlef Kremer: Romantik, Stuttgart: Metzler 2003
  • Hans Steffen (Hrsg.): Die deutsche Romantik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1989
  • Silvio Vietta (Hrsg.): Die literarische Frühromantik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1983
  • Theodore Ziolkowski: Das Amt der Poeten. Die deutsche Romantik und ihre Institutionen. München: dtv 1994
  • Manfred Frank: Einführung in die frühromantische Ästhetik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989
  • Ders.: Kaltes Herz. Unendliche Fahrt. Neue Mythologie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989
  • Karl Heinz Bohrer: Die Kritik der Romantik. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989
  • Ders.: Der romantische Brief. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1989
  • Gerda Heinrich: Geschichtsphilosophische Positionen der deutschen Frühromantik. Kronberg/Ts.: Scriptor 1977
  • Eberhard Roters: Jenseits von Arkadien. Die romantische Landschaft. Köln: DuMont 1995
  • Eckart Kleßmann: Die deutsche Romantik. Köln: DuMont 1979
  • Carl Schmitt: Politische Romantik, Berlin: Duncker & Humblot 1919, 1925, 1968
  • Peter Hacks: Zur Romantik, Hamburg: Konkret Literatur Verlag 2001
  • Marianne Bernhard (Hg.): Deutsche Romantik. Handzeichnungen. Herrsching: Pawlak, o. J. [Band 1: Carl Blechen (1798–1840) bis Friedrich Olivier (1791–1859); Band 2: Johann Friedrich Overbeck (1789–1869) bis Christian Xeller (1784–1872)]
  • Benno von Wiese: Romantik. Für die Gegenwart ausgewählte Texte. Verlag Carl Ueberreuter, Wien-Heidelberg ISBN 3-8000-3007-1.
  • Berlin Isaiah - Die Wurzeln der Romantik

Weblinks

Siehe auch

simple:Romanticism


Diskussion der Autoren über den Artikel: Romantik


Zur Verwendung auf der Diskussionsseite von Artikeln, die wegen Vandalismus dauerhaft bzw. über einen längeren Zeitraum für nicht angemeldete Benutzer gesperrt sind. Die Seiten werden in :Kategorie:Wikipedia:Vandalismussperre zusammengetragen, damit man von Zeit zu Zeit nach Änderungswünschen Ausschau halten kann.
!en:Template:Sprotectedja:Template:半保護

Der Artikel {PAGENAME} wurde für nicht angemeldete und neue Benutzer gesperrt, da er regelmäßig und in größerem Umfang von Vandalismus betroffen war. Änderungen am Artikel können auf dieser Seite vorgeschlagen werden. Eine Entsperrung des Artikels kann bei den Entsperrwünschen diskutiert werden.

{PAGENAME}

ältere Diskussion

1. Beitrag:

1830 als Ende scheint zu knapp. Internationale Bezüge fehlen. Neoromantik: Jugendstil und Stefan George -> Graf Stauffenberg

Ich finde der geschichtliche Hintergrund muss auf jeden Fall überarbeitet werden!!! Die deutsche Revolution war doch erst 1848! Die Romantiker resignierten auf Grund der Hintergründe der gescheiterten französischen Revolution, der napoleonischen Kriege, der Zensur (Wiener Kongress) usw. . Hier sollte auf jedenfall nochmal genauer nachgedacht werden! Simon

Romantik heute

2. Beitrag von Josua Vogelbusch

In dem Artikel über die Romantik heißt es "(...) Der geschichtliche Hintergrund der Romantik ist die gescheiterte Revolution in Deutschland, nach dem Vorbild der französischen Revolution. (...)"

Sicher hat die Romantik mit der Sehnsucht nach einer paradiesischen Welt zu tun, wie auch in dem Artikel in diesem Abschnitt eingangs erwähnt. Die alte Welt des Feudalismus ist in Auflösung begriffen. Aber steht die Französische Revolution nicht im engen Zusammenhang mit der Aufklärung (Vernunft)? In dem Artikel über die Französische Revolution ist zu lesen: " (...) Die Mißstände waren der Bevölkerung nur um so bewusster, da seit Mitte des Jahrhunderts der kritische Geist der Aufklärung die Gesellschaft beherrschte. (...)"

Und ist die Romantik nicht gerade auch als Gegenbewegung zur Aufklärung (Vernunft) zu sehen, und als Konsequenz daraus, das Gott als nicht existent betrachtet wurde? Sozusagen als Ersatzreligion? Richard Wagner träumte sicher zeitweilig von der Revolution. Er schuf das Konzept des Gesamtkuhl an ein , bevor er auf seine alte Tage stark religiös wurde.

Wie kommst du denn darauf, dass Gott in der Romantik als nicht existent gesehen wurde? *stutz* --MrX--

Auch wenn mit zunehmenden wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Aufklärung das Gottesbild sukzessive modifiziert werden musste, glaubten die Romantiker sehr wohl an eine übergeordentete Instanz. Beweis hiefür ist die aus dem Deutschen Idealismus sich speisende Philosophie des Unbewussten, mit der über den Seeleninnenraum der Kontakt mit Gott erfolgen sollte. (Steffi-Berlin)

Dieses Gesamtkunstwerk-Konzept wird bis in die heutigen Tage eingesetzt z.B. von La Fura Dels Baux. Gerade aber auch die Totalitären Systeme (NS-Deutschland und UDSSR) setzen diese Form des "Theaters des Erlebens" gerne auch für Propagandazwecke ein.

Die Gegenströmung zur Romantik ist zunächst meines Wissens der Dadaismus. Die Kunst wird völlig von der Bedeutung befreit.

Dadaismus wäre damit keine Gegenströmung, sondern eine Entsprechung. Siehe unten bei Kritik. --MrX--

Ein weiterer Zusammenhang, den ich vermisse, ist die Entwicklung des Geniebegriffs. Wenn Gott nicht existiert und damit die göttliche Ordnung, die die Macht des Adels und des Kleurus legitimierte, dann müssen Menschen quasi als Ersatzgötter fungieren und Genies werden. Das ganze gipfelt im Begriff des "Übermenschens" von Nitsche. [Anm.: Ehe man auf einen Autor rekurriert, sollte man wenigstens seinen Namen richtig buchstabieren können. gp]

Auch die NS Zeit ist meines Wissen nur in Zusammenhang mit der deutschen Romantik zu verstehen. Das Recht wurde z.B. so geändert, das Richter "aus dem Bauch heraus" Urteile sprechen durften. Entscheidungen des "Genies" Hitler mußten ja nicht mit Vernunft zu erklären sein. Die Deutschen wurden zu "Übermenschen", "Herrenmenschen" genannt.

[Anm.: Das nachfolgende ist sehr weit hergeholt, hat allenfalls von ganz ferne etwas mit der Romantik zu tun und trägt nichts zur Erhellung des Themas bei. gp]

Die Weimarer Republik wir ja treffend auch als "Republik die keiner wollte" bezeichnet. Selbst Ebert (SPD) wollte den Kaiser als Sinnstiftendes Element behalten. Der Kaiser wollte aber nicht die Schuld für die Niederlage im ersten Weltkrieg übernehmen und verpisste sich. Das übernahm dann gerne die SPD (Dolchstoßlegende). Statt konsequent auf seiten der Arbeiter zu stehen, suchte Ebert den Schulterschluß mit den Rechtextremen (u.a. Oberste Heeresleitung) um die Linksextremen nieder zu machen. Ein düsteres Kapitel in der Geschichte der SPD, die damals, wie jetzt unter Beweiß stellt, kaum eigenes Selbstbewußtsein entwickelt zu haben.

Der politische Diskurs und "Kompromisse" waren in der Weimarer Republik zunehmend verpönt. Von der Abschaffung der Demokratie erhofften viele sich die Lösung, die Schaffung eines romantsichen, paradiesischen Zustands. Und tatsächlich wurde NS-Deutschland in der Anfangszeit von so manchem im Ausland um die Aufbruchstimmung, die herrschte, beneidet.

Auch heute ist die Politik nicht völlig auf "Vernunft" aufgebaut. Stimmung machen ist ein wichtiges Element. Wird Rau nicht vorgeworfen ein schwacher Präsident zu sein, weil er dieses Verlangen nicht bedient? Und ist nicht auch das Konsensprinziep, also die Kompromissfindung unter Druck geraten? Alle wollen den Aufbruch. Darüber soll die über Jahre stabilisierend wirkende Institutionalisierung des sozialen Konflikts zumindest aufgeweicht werden. Selbst im SPD Bundesvorstand wurde DGB mit "Die Großen Blockierer" übersetzt. Zeitungen suchen nach den Blockieren des Jahres. Aufbruch um des Aufbruchs Willens? Das hatten wir schon mal in "Deutschlands romantischster Zeit".

Die Aufzählung der russischen Komponisten Pjotr Tschajkowski und Modest Mussorgski in der deutschen Romantik (das andere sind ja auch deutsche Komponisten, Ausnahme: Chopin) erscheint mir unangebracht, da die russische Musik eine von der deutschen Romantik unabhängige Entwicklung genommen hat. Bitte überarbeiten. --217.231.67.201 16:32, 20. Jul 2004 (CEST)

Ich empfinde die ästhetischen Überlegungen Josua Vogelbuschs als intelligent und hilfreich (erbitte insbesondere eine ästhetische Verortung von La Fura Dels Baux)und rege eine Einarbeitung in den Artikeltext an. Die Anmerkungen, noch und gerade als - allzu kecke - Einschübe in Josuas Text finde ich unangebracht und ärgerlich, wir sollten so - bisweilen kindisch (Stichwort: Nietzsche), bisweilen barsch (Stichwort: "trägt nichts zur Erhellung bei") auf Wikipedia nicht miteinander umgehen, lieber gp. --UPH 12:04, 7. Sep 2004 (CEST)

Sonnenuntergangsbild

Ist dieses orange Sonneuntergangsbild wirklich geeignet als Illustration eines Artikels, der sich mit der Epoche der Romantik beschäftigt? Ich denke, damit machen wir uns eher lächerlich und schlage vor ihn zu entfernen. Da das aber nicht unbedingt im Hauruckverfahren durchgezogen werden muss, wäre es angebracht, noch ein paar andere Meinungen zu hören. --Zinnmann Zinnmann 17:55, 8. Feb 2005 (CET)

Meinst du damit den "Wanderer über dem Nebelmeer"? Das finde ich ziemlich gut, denn es zeigt einen typischen romantischen Schauplatz ("ursprüngliche, idealisierte Naturlandschaften" im Artikel), typische Motive ("Wandermotiv", "Sehnsucht" im Artikel) und kann noch als Kommentar zu Individualisierung und Losgelöstheit der Romantiker von der Gesellschaft interpretiert werden. Vorschlag: Mach doch ein "konstruktives Misstrauensvotum" und schlage ein besseres (möglicherweise noch dorthin hochzuladendes) Bild aus den Commons vor! --Groogokk 12:17, 13. Jun 2006 (CEST)

urv

Der letzte Einschub unten im Artikel weist in seiner Art auf Urherberrechtsverletzung hin. --Philipendula 18:25, 1. Mär 2005 (CET)

den letzten Absatz gibt findet man min. 3 Mal im Netz. ich nehm als Quelle mal diese hier [LINK]. betroffene 4 Versionen hab ich auf Wikipedia:Löschkandidaten/Versionen eingetragen. --BLueFiSH.as BLueFiSH.as 20:49, 6. Mär 2005 (CET)

Totalrevision nach Rückkehr aus dem Urlaub

Ich weiß gar nicht, warum die Löschungen vom 24. Mai nicht rückgängig gemacht wurden, irgendjemand hat hier echt geschlafen, nachdem ein gewisser 172.177.46.120 die Ausdrucksformen und Vertreter, Literatur, Weblinks und "siehe auch" einfach gelöscht hatte, ohne dafür etwas hinzuzufügen. Man muß doch wirklich erhebliche Zweifel an diesem Medium haben, wenn selbst Beiträge von einer gewissen Reife, die in wochenlanger Zusammenarbeit entstanden sind, immer wieder einfach verändert oder gar gelöscht werden können. --UPH 10:48, 12. Jul 2005 (CEST)

Arno Schmidt

Könnte jemand ausführen, was A.S. so Erhellendes über die Romantik gesagt hat? Für sich genommen ist die Literaturangabe nicht wirklich hilfreich. Danke. 85.178.74.56 21:15, 21. Aug 2005 (CEST)

Aktuelles Beispiel: Kampagne "Du Bist Deutschland"

Die Benutzer der Diskussion von Du bist Deutschland haben meinen Ansatz entfernt, inhaltlich habe die Kampagne romantische Züge:

  • Auszug meines Textes:

Die Kampagne umfasst ein als gesellschaftliches "Manifest" bezeichnetes Statement, welches auch den Inhalt des Werbespots ausmacht. Elena Lange, Sängerin der Band Stella wies im Rahmen einer Veranstaltung der Initiative "I Can´t Relax In Deutschland" am 8. Oktober 2005 in Frankfurt darauf hin, dass sich die Kampagne "Du Bist Deutschland" „den Mitteln der Romantik durch das spielen mit primitiven Metaphern“ bediene. Romantik stellt die Rationalität in Frage. Durch dieses Stilmittel gewinnen Zustände wie etwa Rausch oder Traum an Bedeutung. Die gezielte Irrationalität setzt bei "Du Bist Deutschland" auf ein divergierendes Prinzip des menschlichen Geistes. Hier wird die rationale Wirklichkeit (Ängste, Probleme) durch surreale Phantasma (sehnliche Wünsche) ersetzt. Damit wird der Anschein erweckt, als wären mit Hilfe eines Automatismus keine Schranken mehr gesetzt. Strukturelle und wirtschaftliche Zusammenhänge werden dabei jedoch verklärt. André Breton meinte dazu, es sie „die Rache des Lustprinzips am Realitätsprinzip“ sei. Die zerklüfteten Ungleichheiten zwischen den Menschen würden geebnet, ohne die Unterschiede gleichzumachen.

„Ein Schmetterling kann einen Taifun auslösen. Der Windstoß, der durch seinen Flügelschlag verdrängt wird, entwurzelt vielleicht ein paar Kilometer weiter Bäume. Genauso wie sich ein Lufthauch zu einem Sturm entwickelt, kann Deine Tat wirken. [...] Dein Wille ist wie Feuer unterm Hintern. [...] Doch einmal haben wir schon eine Mauer niedergerissen. Deutschland hat genug Hände, um sie einander zu reichen und anzupacken. Wir sind 82 Millionen. Machen wir uns die Hände schmutzig. Du bist die Hand. Du bist 82 Millionen. Behandle Dein Land doch einfach wie einen guten Freund. Meckere nicht über ihn [...] Du bist Deutschland.“ - Auszüge aus der Präambel der Kampagne "Du Bist Deutschland", hier in voller Länge.

ich finde es ziemlich schön

aber nicht romantisch ThePeritus 22:08, 21. Nov 2005 (CET)

Revolution und Systemveränderung

Ich stimme Josua Vogelbusch zu, was das Verhältnis der R zur Revolution betrifft, zumal die gescheiterte 48er Revolution die vorher abgelaufene R nicht beeinflußt haben kann. Das Ideal der Romantik war wohl weniger die Demokratie als vielmehr die als harmonisch verstandene Ständegesellschaft mit dem gütigen und weisen König oder Kaiser an der Spitze. Obwohl ihr andererseits natürlcih die individuelle Freiheit am Herzen lag. Aber eine Systemveränderung??--Diebu 18:57, 24. Nov 2005 (CET)

mir ist nicht ganz klar, was und in welcher form die 48'er revolution bezüglich der deutschen romantik für eine rolle gespielt haben dürfte?

Artikelsperrung

Nach dem sich die Änderungen am Artikel in den letzten Monaten ausschließlich auf Vandalismus beschränken, habe ich den Artikel gesperrt. Inhaltliche Änderungswünsche bitte hier auf der Diskussionsseite hinterlassen. Sie werden dann eingepflegt. --Zinnmann Zinnmann 14:46, 8. Dez 2005 (CET)

Kritik

Ich finde, dass in dem Artikel vieles fehlt oder viel zu knapp behandelt wird. So z.B. die "romantische Philosophie". Weder wird eingegangen auf die Poesie als Ding an sich, im Gegensatz zu den Dingen, die uns umgeben, die nur Träger des Göttlichen sind noch auf die Vorstellung der Weltseele etc. Ich werde mich mal an einem Absatz "romantische Philosophie" oder von mir aus "romantisches Weltverständnis versuchen. Auch eine Kritik würde sicher nicht schaden.

Desweiteren glaube ich, inhaltliche Fehler entdeckt zu haben:

"Während der Sturm und Drang jede Führung durch die Wissenschaft ablehnte, lassen sich die Romantiker in hohem Maße von ihr leiten."

Wirklich? "Was auch immer die auf Vernunft und Verstand basierenden Naturwissenschaften an ihnen zu erforschen oder zu erkennen vermögen - es bezieht sich lediglich auf das Äußere, bloß Gegenständliche. Das innerste Wesen der Dinge, die in ihnen verborgene Poesie, wird durch sie nicht berührt oder zu lebendiger Wirksamkeit befreit. Die Natur bleibt unter dem Zugriff der wissenschaftlich orientierten Betrachtung, so kann Novalis erklären, "eine versteinerte Zauberstadt"." Aus: Wort und Sinn, Literatur, Struktur und Geschichte, Paderborn 1980, Schöningh Verlag. S.22

"will Grenzen sprengen: Grenzen des Verstandes, Grenzen zwischen Wissenschaft und Poesie und zwischen den einzelnen Dichtungsgattungen - Streben nach einer "Universalpoesie", die gleichzeitig Wissenschaft, Religion und Dichtung und lyrisch, episch, dramatisch und musikalisch ist"

Die Universalpoesie ist die ursprünglich-absolute Poesie, also das Göttliche. Hier hört sich das so an, als versuchten die Romantiker sowohl wissenschaftlich, religiös, etc. zu schreiben. Das war aber nicht der Fall: Das Gedicht, das Novalis fordert, soll sich aus "selbsttätiger, absichtlicher, idealischer Zufallsproduktion" (Novalis: Schriften Bd. 3) ergeben und "bloß wohlklingend und voll schöner Worte - aber auch ohne allen Sinn und Zusammenhang", also gerade NICHT wissenschaftlich, sein.

Im Artikel "Romantik" werden im Abschnitt "7. Vertreter der Romantik" die Nazarener nicht erwähnt. Selbstverständlich zählen auch die deutschen und österreichischen Maler der Nazarener zu den Romantikern, wie übrigens der Wikipedia-Artikel "Nazarener (Kunst)" selbst aussagt. Bitte ergänzen Sie im besagten Punkt 7 die folgenden Namen: Friedrich Overbeck, Franz Pforr, Ludwig Vogel, Josef Hottinger, Peter von Cornelius, Wilhelm Schadow, Rudolf Schadow, Johannes Veit, Philipp Veit, Julius Schnorr von Carolsfeld, Joseph Führich, Eduard von Steinle, Ernst Deger, Andreas Müller. Die Quelle für diesen Ergänzungsvorschlag bietet jedes Kunst- oder Konversationslexikon, das sich mit der Romantik in der bildenden Kunst befaßt.

Ergänzung

Die Romantik stellt einen wichtigen inhaltlichen und emotionalen Gegenpol zur Systematisierung und Rationalisierungsleistung der Naturwissenschaften dar, indem sie auf jene Bereiche verwies, die von den naturwissenschaftlichen Instrumenten und Verfahren nicht erreicht wurden. Der Soziologe Karl Mannheim weist insbesondere darauf hin, dass die Romantik, indem sie diese versteckten Winkel aufspürt, begehbar und thematisierbar macht, das eigentlich unrationalsierbare rationalisiert. Sie vollbringe damit eine Rationalisierungsleistung, die die Naturwissenschaften selbst niemals vollbracht hätten: „Es ist die soziologische Bedeutung der Romantik, dass sie als erlebnismäßige Reaktion gegen das aufklärerische Denken [...] die früheren, im Versinken begriffenen Lebenshaltungen und Inhalte aufgriff, bewusst herausarbeitete und dem rationalistischen Denkstil entgegensetzte. Die Romantik nahm sich gerade jener Lebensgebiete und Lebenshaltungen an, die nur noch in rudimentären Unterströmungen weiterhin lebendig waren, über die der bürgerliche Rationalismus hinwegzuschreiten drohte.“ (Mannheim, K. (1980): Eine soziologische Theorie der Kultur und ihrer Erkennbarkeit. Konjunktives und kommunikatives Denken. In: Kettler, D. Meja, V. u.a. (Hrsg.): Karl Mannheim. Strukturen des Denkens. Frankfurt: Suhrkamp., S.181.) Romantische Sinnressourcen stellten darüber hinaus eine wichtige Quelle für die Weiterentwicklung der Sozialwissenschaften dar: Die Defizite einer fragmentierenden (also analytischen) Wissenschaft, wurden durch Gegenströmungen kompensiert oder ergänzt. Die Geschichtswissenschaft (hier hat Nietzsche auf die Bedeutung hingewiesen), als auch die qualitative Sozialforschung (z.B. Biographieforschung in der Soziologie), als auch die Phänomenologie stellen wichtige Wendepunkte dar, bei denen romantische Sinnressourcen als Gegenquelle rationalisierter Weltmodelle entwickelt wurden. (Mark)

fordert völlige Subjektivität, Individualisierung

Bin ich mir auch nicht sicher, ob das stimmt. Der Romantiker will Aufgehen in das Göttliche, was eine Aufgabe des Subjektes bedeuten würde. "Das Wörtchen "irr", ein Lieblingsausdruck Eichendorffs, trifft beides: die Sehnsucht, sich vom Verstande zu lösen, um wahrer Erlebnisse teilhaftig zu werden, und den Schauer davor, durch die Gewalt des Unbewußten das eigene Ich zu verlieren"

völlige Subjektivität, Individualisierung?

Bin aber auch kein Experte auf dem Gebiet, ist mir nur so aufgefallen. Was meint ihr dazu? --MrX--

Mir geht es ähnlich. Ich bin auch kein ausgewiesener Experte für die Romantik, stimme mit Deinen Kritikpunkten weitgehend überein. Die Romantiker ließen sich sicherlich nicht von der Wissenschaft leiten. Eher ist es umgekehrt so, dass vor allem Geisteswissenschaften von Vorstellungen der Romantik nachchaltig beeinflusst (Sprach- und Geschichtswissenschaft) oder sogar initiiert (Mythologieforschung) wurde. Ich werde diesen Punkt entfernen.
Auch beim zweiten Punkt, der Sprengung der Grenzen zwischen Wissenschaft und Poesie, finde ich Deinen Einwand berechtigt. Hast Du einen konkreten Formulierungsvorschlag, wie der Artikel geändert werden sollte? Gleiches gilt auch für die fragwürdige Interpretation des Subjektivitätsbegriffes.
Übrigens: Der Artikel ist nur für nichtangemeldete und sehr neue Accounts gesperrt. Falls Du an dem Artikel intensiver mitarbeiten willst, dann meld Dich doch an. Ich würde mich überDeine Unterstützung in jedem Fall freuen. --Zinnmann Zinnmann 12:40, 19. Jan 2006 (CET)

Gerne, hab zur Zeit nur leider wenig Zeit und weiß nicht, wann ich dazu komme. --MrX--

Abseits der literarischen Strömungen

Heinrich von Kleist und Friedrich Hölderlin gehören, weder der Klassik noch der Romantik an. Kleist brachte sich auch wegen des Mangels an Zugehörigkeit um. --Jin Demorrow--

Oder wegen fälschlich angenommener Zugehörigkeit? Man erinnere an Goethes Urteil, der Kleist nur in die romantische Ecke schob (die er bekanntlich ablehnte). Aber es war einer der Romantiker schlechthin - Tieck -, der ihn nur kurz nach seinem Tode herausgab und verstand. Hatte die Romantik also nicht doch passende Mittel an der Hand, um Kleist zu verstehen? __ 194.64.56.8

Walter Schliephacke (* 1877, † 1955)
Ein Maler der Romantik, geboren 1877, das scheint mir eine sehr weite Auslegung des Epochenbegriffs. Oder bezieht sich hier Romantik auf den arg romantischen Text über Schliephake?

Auch problematisch: Jakob Grimm (Wilhelms Arbeiten kenne ich nicht). Er ist Mediävist und Märchensammler, ja, aber mitnichten Romantiker. Im Gegenteil war er - wie u.a. im feinen Artikel über ihn nachlesbar - entscheidender wissenschaftlicher Gegner der Romantiker unter den Begründern des Faches der altdeutschen Literatur (neben Büsching, von der Hagen auch Docen oder A.W. Schlegel.) Die romantische Form, mit der ma. Literatur umzugehen (Tieck, Fouqué), war ihm zuwider. 217.246.232.198

Gefahren

"Allerdings birgt die „andere Welt“ auch Gefahren."

Was soll das heissen? Seit wann bestimmt das Sujet die Wirkung?

Kleinigkeiten zu folgenden Literaten:

Hinter Klingemann würd ich in Klammern, aber zugehörig zum Link "Bonaventura" oder "sog. Bonaventura" setzen. Auch würde ich Isidorus Orientalis durch Otto Graf von Loeben entweder ersetzen oder ergänzen, wobei hier der Künstlername konsequenterweise in Klammern stehen müsste. Novalis - Friedrich von Hardenberg: dito. Gruß, 194.64.56.8 12. Aug. 06, ca. 15: 30 PS. Im ersten Kapitel fehlt im vierten Abschnitt bei "Antike" das e. Aber ich fürchte, dies ist der einzige Typo, den ich auf diese tüddelige Weise zur korrektur vorschlage... sorry.

außerdeutsche Romantik

Seltsamerweise wird im Artikel die ausländische Romantik ausgespart, geradewegs so, als wenn die Romantik eine ausschlißliche Domäne der Deutschen sei. Erinnert sei z.B. an folgende r. Schriftsteller und Dichter 1. England:u.a. Lord Byron, Keats, Coleridge, Wordsworth, Southey, Shelley, Scott 2. USA: Cooper, Poe, Thoreau 3. Frankreich: Victor Hugo, Chateaubriand 4. Italien: z.B. Manzoni 5. Polen: Mickiewicz 6. Ungarn: Petöfi 7. Rußland: Puschkin, Lermontow Nicht unerwähnt bleiben dürfen die beiden französischen romantischen Maler namens Delacroix und Gericault Im Großen und Ganzen läßt sich sagen, daß die außerdeutsche Romantik in der Tendenz fortschrittlicher als die d. R. war, wobei die Frühromantik weitestgehend auszunehmen ist. Z.T. lag dies an der napoleonischen Besetzung D., die als demütigend angesehen wurde, sowie der damals vorherrschenden Kleinstaaterei, die zusätzlich einem Nationalismus Auftrieb gab. --HorstTitus 22:04, 21. Aug 2006 (CEST)

progressive universalpoesie, romantische ironie

da sollte ein autorisierter angemeldeter die beiden überschriften entlinken. erstens sind links in überschriften unfein. zweitens ist ein roter link nicht nur unfein sondern peinlich. --145.254.54.91 00:02, 5. Okt 2006 (CEST)

Romantik

Wollte eventuell was korrigieren ich bin in der 11. klasse und habe kunst als leistungskurs. meine lehrerin ist die inhaberin des Streitenfeld museums. und sie hat uns ein blatt mit dem zeitlichen Überblick der kunst ausgeteilt. darauf steht unter KLASSIK unter anderem an 9. Romantik ca 1780 -1830 bei ihnen steht geschrieben 1790-1840 kann man sich da soviel spielaum lassen oder ist das in ordnung?



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Romantik und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).