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Der Artikel Roosevelt-Corollary gehört zur Kategorie: Außenpolitik (Vereinigte Staaten)
Das Roosevelt-Corollary wurde am 6. Dezember 1904 durch US-Präsident Theodore Roosevelt in seiner Jahresbotschaft an den Kongress als Ergänzung der Monroe-Doktrin verkündet.
Mit dem Corollary änderte Roosevelt die bisherige Interpretation der Monroe-Doktrin entscheidend. Hatte diese lediglich ein Interventionsrecht der europäischen Mächte auf dem amerikanischen Kontinent abgelehnt, so postulierte Roosevelt zusätzlich eine explizite Schiedsrichterfunktion der USA, verbunden mit einem Interventionsrecht bei inneramerikanischen Konflikten. Auch wenn die USA schon vor 1904 immer wieder in Konflikten anderer amerikanischer Staaten eingegriffen hatten, war dies mit dem ursprünglichen Inhalt der Monroe-Doktrin, wonach die amerikanischen Staaten ihre Angelegenheiten alleine, ohne Europa klären, nicht eindeutig vereinbar. Frühere Interventionen der USA hatten entsprechend auch immer einen teils vehementen Widerstand im eigenen Land gefunden.
Das Roosevelt-Corollary steht daher auch exemplarisch für die Hochphase des neuzeitlichen Imperialismus, bei dem sich die USA nach anfänglicher Zurückhaltung am Bestreben der europäischen Kolonialmächte zur "Aufteilung der Welt" beteiligten. In der Folge griffen die USA in verschiedenen mittelamerikanischen Staaten mit Militärinterventionen und teils langjähriger Stationierung von Truppen ein, so etwa in Haiti, Nikaragua und der Dominikanischen Republik.
Nachdem sich unter Präsident Herbert Hoover die Beziehungen zu Süd- und Mittelamerika deutlich verbessert hatten und die letzten US-Streitkräfte aus Nikaragua und Haiti zurückgerufen worden waren, widerrief sein Nachfolger Franklin Roosevelt das Corollary endgültig um im Rahmen der good neighbor policy seines Vorgängers andere Wege der inneramerikanischen Zusammenarbeit (aber auch Kontrolle) zu beschreiten.

