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Sacco di Roma

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Der Artikel Sacco di Roma gehört zur Kategorie: Italienische Geschichte, Italienischer Krieg, Schlacht (Italien), Schlacht (Schweiz), 1527
Der Sacco di Roma (ital. Plünderung Roms) durch deutsche Landsknechte und spanische Söldner begann in den Morgenstunden des 6. Mai 1527 unter dem Pontifikat von Papst Clemens VII. und dauerte einen Monat. Zuvor war Rom beim Westgoteneinfall unter ihrem König Alarich 410, beim Vandaleneinfall 455 unter ihrem König Geiserich und 1084 von den Normannen unter Robert Guiskard bereits dreimal geplündert worden.

Vorgeschichte

Spanien und Frankreich kämpften um die Vorherrschaft in Italien. Papst Clemens VII. aus dem Hause der Medici hatte erfolglos versucht, beide gegeneinander auszuspielen. Deshalb beendete er 1526 die Allianz mit dem deutschen Kaiser und spanischen König Karl V. und schloss sich am 22. Mai der profranzösischen Liga von Cognac an. Der Heiligen Liga von Cognac gehörten neben Papst Clemens VII. noch der französische König Franz I., der Herzog von Mailand Francesco II. Sforza, die Republik Venedig und einige kleinere oberitalienische Herrscher an.

Kaiser Karl V. hatte den französischen König Franz I. in der Schlacht bei Pavia gefangen genommen und von ihm den Verzicht auf Oberitalien gefordert. Um seine Freilassung besorgt, ging Franz I. auf die Forderungen ein, zog die Zusage aber nach seiner Freilassung umgehend wieder zurück. Die kaiserlichen Truppen, welche in Oberitalien kämpften, hatten schon seit längerem keinen Sold mehr erhalten. Da der Papst mit seiner Bündnispolitik gegen den Kaiser arbeitete, zogen die Söldner nach Rom und plünderten die Stadt. Auch die Befehlshaber, wie der angeschlagene deutsche Feldhauptmann Georg von Frundsberg und Charles de Lannoy, konnten die Truppen nicht davon abbringen.

Die Plünderungen

Rom, eine der reichsten Städte der Renaissance, war auf den Angriff des 24.000 Mann starken Heeres mit deutschen Landsknechten, spanischen Söldnern und italienischen papstfeindlichen Condottieri überhaupt nicht vorbereitet. Die Stadt wurde von zwei Seiten gestürmt: Während die deutschen Söldner von Trastevere aus einfielen, zogen die spanischen und italienischen Söldner vom Vatikan aus durch die Stadt. Die Söldner raubten, vergewaltigten, folterten und töteten wahllos unter allen Ständen der Bürger Roms. Einen Monat lang herrschte der Schrecken in der ewigen Stadt. Man geht heute von weit über 30.000 Opfern aus. Dies ist für die damalige Zeit eine sehr hohe Zahl und entspricht über der Hälfte der damaligen Bevölkerung Roms. Kirchen und Paläste wurde geplündert und in Brand gesetzt, auch vor Krankenhäusern machten sie nicht Halt. Über 90% der Kunstschätze in Rom, darunter die Goldschmiedearbeiten der Kirchen, gingen in den Tagen des Mai 1527 verloren. Der Wert der Beute wird auf rund 10 Millionen Dukaten geschätzt.

Die römische Miliz wehrte sich verzweifelt, konnte jedoch kaum dem Sturm der kaiserlichen Söldner standhalten. Die Schweizergarde, die 1506 von Papst Julius II. als Leibwache engagiert worden war und als nahezu unbesiegbar galt, hatte sich vor St. Peter zusammengezogen und verteidigte den Vorplatz mit dem Obelisken erbittert. Etwa drei Viertel der Schweizergarde, rund 140 Mann, fielen bei der Verteidigung der Stadt.

Papst Clemens VII. war in der Zwischenzeit von St. Peter aus durch einen Geheimgang, den Passetto di Borgo, mit 42 Schweizern unter der Leitung von Herkules Göldli in die Engelsburg geflohen, wo sie von den Angreifern belagert wurden. Die letzten zurückgebliebenen Schweizer wurden, zusammen mit ein paar hundert betenden Menschen, vor dem Hochaltar von St. Peter niedergemetzelt. Der Zugang zum Geheimgang wurde aber nicht gefunden.

Die deutschen Landsknechte, die seit 1473 mit einer eigenen Verfassung für den Kaiser kämpften, waren "ein überwiegend mit langen Spießen, Hellebarden und Handrohren kämpfendes Fußvolk, dessen Männer aus oberdeutschen Gebieten stammten". Viele von ihnen waren bereits Protestanten. Sie brachen sogar die Gräber in St. Peter auf und störten die Ruhe der dort Bestatteten. In das bekannte Fresko "La Disputa del Santissimo Sacramento" (Der Streit um das Allerheiligste) von Raffael ritzte man Spottverse.

Unter den Profiteuren dieses Raubzuges der Söldner befand sich unter anderem der kaiserliche Feldhauptmann Sebastian Schertlin von Burtenbach, welcher den Papst zu bewachen hatte.

Folgen

Nach einer mehrwöchigen Belagerung der Engelsburg kapitulierte am 5. Juni 1527 Papst Clemens VII. Er musste die Festungen Ostia, Civitavecchia und Civita Castellana übergeben, auf die Städte Modena, Parma und Piacenza verzichten und 400.000 Dukaten plus Lösegeld für die Befreiung der Gefangenen zahlen. Am 6. Dezember floh er nach Orvieto, bevor er am 29. Juni 1529 mit Kaiser Karl V. den Frieden von Barcelona schloss. Im Rahmen des Friedensvertrags wurde die Schweizergarde aufgelöst, jedoch 1548 durch Paul III. wieder hergestellt.

Die Schweizergarde hat den 6. Mai, den Tag, an dem fast die ganze Truppe in Erfüllung ihres Auftrages gefallen war, als hohen Gedenktag beibehalten. Auch heute noch werden im Gedenken an den Sacco di Roma jedes Jahr am 6. Mai die neuen Rekruten in Rom vereidigt.

Zitat

  • (Die Deutschen waren schlimm, die Italiener schlimmer, am schlimmsten aber waren die Spanier.) [LINK]

Quellen

  • Adam Reißner: Historia der Herren Georg und Kaspar von Frundsberg, nach der 2. Aufl. von 1572 hrsgg. von Schottenloher, Karl, Leipzig s.a. (verm. 1910/ 1914) (Voigtländers Quellenbücher Bd. 66).
  • Andreas Lanceolinus: Eroberung Rom durch Keyß. Maiestat kryegß | volck Anno. xxvij. Durch Andream Lan= | ceolinum erstlich in latin / vnd folg= | ents durch Hen. von Ep= | pendorff verteütscht, in: Heinrich von Eppendorff: Römischer Historien Bekürtzung [...], Straßburg 1536, fol. 125-130.
  • Césare Grollier: Historia | expugnatæ | et direptæ Urbis Romæ | per execitum | Caroli V. Imp. | die VI. Maii M. D. XXVII | Clemente VII. pontifice, Paris 1538.
  • Jacopo Buonaparte: Sac de Rome. Écrit en 1527 par Jacques Bonaparte. Témoin oculaire, hrsgg. von Bonaparte, Napoléon Louis, Florenz 1850.
  • Luigi Guicciardini: Historia del sacco di Roma [The Sack of Rome], hrsgg. u. übers. v. McGregor, James Harvey, New York 1993.
  • Mercurino di Gattinara: Il Sacco di Roma nel 1527, Relazione del Comissario imp. Mercurino Gattinara, hrsgg. v. Galiffe, G. B. G./ Fick, Odoardo, Genf 1866.

Literatur

Sachbücher

  • Antonio Di Pierro: Il sacco di Roma. 6 maggio 1527, l'assalto dei lanzichenecchi, Mondadori, Mailand 2002. ISBN 88-04-50438-2 (ital.)
  • Brüning, Rainer: Die Berichterstattung über die Schlacht von Pavia (1525), den Sacco di Roma (1527) und die Belagerung Wiens (1529) in Zeitgenössischen Flugschriften, Univ. Mag., Hamburg 1987.
  • Chastel, André: The Sack of Rome 1527, übers. v. Archer, Beth, Princeton (et al.) 1983 (The A.W. Mellon Lectures in the Fine Arts Bd. 26, Bollingen Series XXXV).
  • Judith Hook: The sack of Rome 1527, Palgrave Macmillan, Basingstoke ²2004, ISBN 1-403-91769-8 (engl.)
  • Francesco Mazzei: Il sacco di Roma, Rusconi, Mailand 1986, ISBN 88-181-2027-1 (ital.)
  • Friedrich Prinz: Sacco di Roma. Das Ende der Renaissance oder ein Strafgericht Gottes?, Bayerischer Rundfunk, München 1989 (dt.)
  • Redondo, Augustin (Hrsg.): Les Discours sur le Sac de Rome 1527. Pouvoir et Littérature, Paris 1999 (La Modernité aux XVe – XVIIe Siècles Bd. 4).
  • Römling, Michael: Ein Heer ist ein großes gefräßiges Tier. Soldaten in spanischen und kaiserlichen Diensten und die Bevölkerung der vom Krieg betroffenen Gebiete in Italien zwischen 1509 und 1530, Diss. phil., Göttingen 2001.
  • Schulz, Hans: Der Sacco di Roma. Karls V. Truppen in Rom 1527-1528, Halle 1894 (Hallesche Abhandlungen zur Neueren Geschichte Bd. 32).

Belletristik

  • Jörg Kastner: Der Engelspapst. Roman, Droemer Knaur, München 2002. ISBN 3-426-61906-7 (empfehlenswerter Roman, bei dem "sacco di Roma" als Hintergrundgeschichte dient)
  • Kurt Raeber: Sacco di Roma. Roman, Zürich 1989. ISBN 3-250-10117-6

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Sacco di Roma


Neutralität

Ich habe den Neutralitätsbaustein gesetzt. Grund: Der Sacco di Roma wurde vom Kaiser Karl V initiiert, da er nicht in der Lage war, seine Landsknechte zu bezahlen. Natürlich waren unter diesen auch solche, die sich protestantisch nannten. (Landsknechte waren wohl nicht besonders prinzipienfest). Es geht aber nicht die Schuld an dieser Barbarei allein den Protestanten anzulasten. Der Kaiser und die anderen beteiligten Landsknechtshaufen waren jedenfalls nicht protestantisch. Mir scheint, das hier eine etwas antiquierte konfessionelle Sicht in den Artikel eingegangen ist. Besten Gruß --Wilhans 21:46, 10. Apr 2005 (CEST)
Da sich nach drei Wochen immer noch niemand gemeldet hat ändere ich jetzt den Artikel. --Wilhans Wilhans 21:01, 2. Mai 2005 (CEST)
Initiiert hat Karl V. das ganze wohl eher nicht. Ließ mal ein wenig in den Quellen, insbesondere Reissner; Du wirst schnell merken, dass die ganze Sache ziemlich unausweichlich war und einmal vor der Stadt angekommen, konnten die Truppen ohnehin nicht mehr wirklich kontrolliert werden. Nach dem Sturm auf die Stadt verloren die Anführer jegliche Kontrolle. Eine Planung seitens des Kaisers zu unterstellen ist unsinnig. Möglich ist die Frage, ob er es hätte verhindern können/ ob er dies gewollt hätte. --Sanoj 09:50, 7. Mai 2006 (CEST)

Brandi

Der Text scheint recht unvollständig:

  • Der Tod Bourbons ("Indem er als einer der vordersten eine Sturmleiter ergriff und sie an die Mauer anlegte, tötete ihn die Kugel einer Hakenbüchse. Des Connetables Tod ward auf seinen Befehl den Truppen verschwiegen und unter Kurt von Boyneburg Rom erstürmt" heißt es in dem im Artikel, auf den der Link zu seinem Namen verweist) wird nicht erwähnt.
  • Der Name Philibert von Oranien fehlt ganz.
  • Der neue Befehlshaber Kurt von Boyneburg wird nicht erwähnt.
Meine Anmerkungen erfolgen von Karl Brandi: Kaiser Karl V., München 1937 u. 1959, S.209 - 210 und den Links, die im Artikel Sacco di Roma selbst gesetzt sind. - Ich habe weder die Literatur noch die Zeit für eine Überprüfung. Die Widersprüche sollten aber nicht so stehen bleiben, unabhängig davon, in welchem Artikel etwas Falsches steht. --Cethegus 21:34, 12. Jun 2005 (CEST)
Der Link http://www.schweizergarde.o... ist gegenwärtig offenbar tot. Dagegen scheint der Link http://gutenberg.spiegel.de... ohne Not nicht berücksichtigt worden zu sein. Wenn Ferdinand Gregorovius auch längst überholt ist, etwas genauer als die ausführlich zitierten Angaben Luthers ist seine Darstellung wohl schon. --Cethegus 21:54, 12. Jun 2005 (CEST)

Erste Plünderung Roms seit 410?

Immerhin sind zwischendurch auch die Vandalen unter Geiserich und die Byzantiner in Rom eingefallen und haben auch einiges mitgenommen. Insofern halte ich diesen Teil der Einleitung für etwas fragwürdig. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 10:32, 15. Jun 2005 (CEST)

Die Romaioi (wie sich die Byzantiner im 6. Jahrhundert noch nannten, i.e. Römer) fielen in eine Stadt ein, die nach ihrem (bzw. Justinians] Selbstverständnis Teil ihres Reiches waren. Mit dem Sacco di Roma sind die kriegerischen Auseinandersetzungen Byzanz vs. Goten kaum vergleichbar.

Wiederspruch

Auch wenn das Thema hier schon angeschnitten wurde und dies auch scheinbar geändert wurde, gibt es im Artikel noch den Wiederspruch was das Thema Plünderungen angeht:

Oben heißt es:

Es war die erste Plünderung Roms seit dem Vandaleneinfall 455 unter ihrem König Geiserich.

Dann weiter unten:

Rom, eine der reichsten Städte dieser Zeit, war auf einen solchen Angriff überhaupt nicht vorbereitet, nachdem die Stadt 410 n. Chr. den letzten großen Überfall durch die Goten unter Alarich erlebt hatte.

Hier sollte mal jemand, der sich besser auskennt als ich, schauen, wie es denn nun richtig ist.

Ich sehe jetzt nicht, so den Widerspruch darin. Oben heißt es korrekt "Es war die erste Plünderung Roms seit dem Vandaleneinfall 455 unter ihrem König Geiserich." und weiter unten " nachdem die Stadt 410 n. Chr. den letzten großen Überfall durch die Goten unter Alarich erlebt hatte.". Der obere Satz sagt somit aus, das 455 der letzte Überfall oder die letzte Plünderung Roms war, und der zweite Satz sagt aus, dass 410 die Goten das letztemal Rom überfallen haben; das heißt nicht, das es der letzte Überfall war, schließlich kamen 45 Jahre später die Vandalen (oberer Satz). Aber notfalls kann man den zweiten Satz streichen, um Verwirrungen bei Lesern zu vermeiden. Der letzte Überfall auf Rom war definitiv 455. -- Raven 18:02, 20. Jun 2005 (CEST)

"letzten großen Überfall durch die Goten unter Alarich" - Dies Zitat nicht als Aussage über den letzten Überfall zu rechnen, halte ich für spitzfindig. Wenn man es so sähe, könnte man es sogar dann noch stehen lassen, wenn die Goten nach den Vandalen noch einmal gekommen wären, weil es ja kein Überfall "unter Alarich" war. Ich denke, man sollte es streichen. - Bei fehlendem Widerspruch werde ich es in einer Woche tun. --Cethegus 9. Jul 2005 16:37 (CEST)

Datum falsch

im Artikel steht, der Sacco di Roma hätte einen Monat gedauert. Es war aber so, dass zwar im Sommer, v. a. wegen der Pest die meisten soldaten ins umland gingen, aber längst nicht alle, ausserdem kamen viele wieder zurück und plünderten weiter. endgültig abgezogen sind die landsknechte erst am 17. Februar 1528, also nach fast 10 monaten.

Der eigentliche Sacco di Roma hat auch nur ca. einen Monat gedauert :) --Sanoj 09:57, 7. Mai 2006 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sacco di Roma und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).