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Sachsen (Volk)

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Der Artikel Sachsen (Volk) gehört zur Kategorie: Ethnie in Europa, Germanischer Stamm, Niedersächsische Geschichte, Norddeutschland
Die Sachsen waren die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert, vielleicht auch schon früher, den Nordwesten des heutigen Deutschlands und den Osten der heutigen Niederlande bewohnte. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (siehe niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute IJsselmeer), dem Raum von der Weser bis zur Elbe sowie nördlich der Elbe in Holstein (bis zur Eider) zu Hause.

Der heutige Freistaat Sachsen (historisch auch Kursachsen bzw. Obersachsen) hat mit dem historischen Volk der Sachsen nichts gemein. Er trägt seinen Namen aufgrund historischer Namensverschiebungen; die Vorfahren der Bewohner des heutigen Sachsen gehörten dem mittelhochdeutschen Dialektraum an.

In den darauffolgenden Jahrhunderten eroberten sächsische Stämme weite Teile Niederdeutschlands (heute Nordwestdeutschland und östliche Niederlande) und gliederten die dort lebenden germanischen Stämme ihrem Stammesverband ein, zuletzt im 6. und 7. Jahrhundert das Hamaland (heutiges Westmünsterland), das Land der Brukterer (heutiges Münsterland und nördliches Ruhrgebiet). Später unterschied man drei Teilstämme bzw. Stammesgruppen.

Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht geklärt. Es wird oft angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben.

Das Siedlungsgebiet umfasst grob die östlichen Niederlande, das heutige Westfalen, Niedersachsen mit Ausnahme des von Friesen bewohnten Landesteils, Holstein, Mecklenburg und den Norden von Sachsen-Anhalt (vom Ijsselmeer bis Pommern).

Seit dem 3. Jahrhundert klagen römische Quellen über sächsische Seeräuber. Sachsen, Angeln und Jüten wanderten dann im 5. Jahrhundert in den südlichen Teil der britischen Hauptinsel ein (s. auch ->Hengist und ->Horsa): das heutige England (Angelsachsen). Sie wurden dort nach einer gewaltsamen Landnahme zu den dominierenden Kulturen. So wurde im keltischen und irischen Sprachgebrauch der Stammesname (irisch Sasana 'England', Sasanach 'Engländer, gaelisch Sasunn 'England', Sasunnach 'englisch') für die heutigen Engländer verwendet. Der heutige Name England lässt sich klar von den Angeln ableiten, während Landschaftsnamen wie Wessex ("Westsachsen"), Essex ("Ostsachsen"), Sussex ("Südsachsen") und Middlesex auf die sächsischen Einwanderer hinweisen.

Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die auf dem Festland verbliebenen Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.

Die sächsischen Teilstämme

In der historischen Literatur kommen immer wieder die 4 Bezeichnungen sächsischer Teilstämme vor. Ob es sich dabei nicht auch um die fränkische Einteilung in Verwaltungsprovinzen handelt, ist noch nicht geklärt. Im späten Mittelalter bezeichnete der Name "Ostfalen" nicht ein Verwaltungsgebiet, sondern ein von "Engern" und "Westfalen" unterschiedenes Rechtsgebiet.

Im Zuge der Sachsenkriege wurde die freie Ordnung der sächsischen Teilstämme zerstört. Nie hatten sie sich einem Fürsten oder gar König unterordnen müssen. Sie schufen über Jahrhunderte eine stabile Stammesverfassung mit jährlichen Versammlungen, den Things, bei denen alle politischen Angelegenheiten besprochen wurden. Hierfür wurden Gaufürsten oder Stammesfürsten bestimmt, die auf diesen Things zusammentrafen, um die Interessen Ihrer Stämme zu vertreten. Diese Gaufürsten hatten aber im Gegensatz zu Fürsten oder Herzögen anderer nicht sächsischer Gebiete keinen Anspruch auf das Gebiet oder Land, welches sie vertraten. Lediglich in Kriegszeiten stellten sich die Sachsen unter die Führung eines Herzogs, welcher ein angesehener Krieger war und vom Volk, genau wie die Gau- und Stammesfürsten, bestimmt bzw. gewählt wurde.

Das alte Sachsenland bestand im Ganzen aus den drei Gauen:

  1. Westfalen: der westliche Teil des alten Sachsenlandes um die Flüsse Ruhr, Sieg, Lippe bis zur Ems, also das heutige Münsterland über Osnabrück bis zur friesischen Grenze, im Süden einschließlich des heutigen östlichen Ruhrgebietes und im Westen bis an die niederländische Grenze
  2. Engern: der mittlere Teil des alten Sachsenlandes um die Flüsse Weser, Diemel, Leine bis zur Aller, also das östliche Sauerland bzw. östliche Westfalen an der Weser von Hannoversch Münden bis über Minden um Göttingen bis an die untere Leine in Hannover hinauf bis Holstein und Friesland
  3. Ostfalen: der östliche Teil des alten Sachsenlandes um die Flüsse Aland, Ohre, Saale, Oker, Bode im Osten bis zur Elbe, also die Gegend um Magdeburg, Braunschweig, Hildesheim, Halberstadt im Süden einschließlich des Harzes, im Norden und Osten bis zur Elbe

Die Bezeichnung Westfalen ist als einzige erhalten geblieben, die Bezeichnungen Engern und Ostfalen sind bei der Auflösung des Herzogtums Sachsen nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180 verloren gegangen. Nur der Name Engern hatte im Titel des Herrschers des jüngeren Herzogtums Sachsen mit dem Titel Herzog von Sachsen, Engern und Westfalen weiterhin Bestand. Ostfalen bestand darüberhinaus nur als Name eines Gaues.

Im Bezug auf deutsche Mundarten spricht man aber auch heute noch vom Ostfälischen. Danach gliedert sich das Niedersächsische in folgende Sprachuntergruppen:

  1. Nordniedersächsisch
  2. Westfälisch
  3. Engrisch
  4. Ostfälisch

Hier tauchen die alten sächsischen Stammes- oder Gaunamen wieder auf.

Westfalen

Die Westfalen lebten hauptsächlich zwischen Weser und Rhein, ihr Name hat die Bedeutung "Westmänner" oder "Westsachsen"

Ostfalen, eigentlich Saxoniae Orientalis

Die Ostfalen ("Ostmänner") lebten zwischen Weser und Elbe. Dieses Gebiet wurde erst im 7.-10. Jh. besiedelt.

Engern

Die Engern nahmen in Sachsen offenbar eine zentrale Stellung ein. Sie lebten an der Weser, zwischen Ost- und Westfalen. In ihrem Gebiet liegt die Stätte der jährlichen Versammlung von Marklo an der Weser. Der Name der Engern (lateinisch Angarii) scheint die verkürzte Form des Namens der Angrivarier zu sein, die demnach einen wichtigen Teilstamm der Sachsen bildeten.

Nordalbingier

Wie der Name (lateinisch albis Elbe) schon zeigt, lebten die Nordalbingier nördlich der Elbe und im Lande Hadeln. Der östliche Teil dieses Gebietes ging im 8. Jh. größtenteils an die von Osten einwandernden Slawen verloren (Ostholstein) und wurde erst im Hochmittelalter von den Holsteiner Grafen erneut unterworfen. Das sächsische Gebiet wurde nach Norden von Eider und Levensau (nördlich von Kiel), nach Osten durch die Schwentine begrenzt und stieß nur an der Kieler Förde an die Ostsee.

Geschichte

  • 200 bis 400 Die Sachsen breiten sich von Holstein kommend nach Süden aus und erreichen über das Elbe-Weser-Dreieck (siehe: Geschichte Hadelns), Westfalen und Ostfalen.
  • 300 bis 500 Sachsen segeln gemeinsam mit Angeln und Jüten nach Britannien und verschmelzen dort zu den Angelsachsen.
  • Um 450 werden von den Briten weitere Sachsen zum Schutz gegen die schottischen Pikten angeworben.
  • 477 erfolgt angeblich die Gründung des Königreiches Sussex.
  • Um 500 wird das Königreich Essex gegründet.
  • Um 530 erreichen die Sachsen den Rhein.
  • 531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet. Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.
  • 568 24.000 Sachsen ziehen mit den Langobarden nach Italien, kehren aber schon bald wieder zurück, worauf es zum Streit mit den in die ehemals sächsischen Wohnsitze angesiedelten Sueben kommt.
  • Ab 596 werden die britischen Sachsen zum Christentum bekehrt. Die Festlands-Sachsen bleiben bei ihrem alten Glauben.
  • Vermutlich im 6. Jahrhundert Gründung des Königreiches Wessex (= West-Sachsen).
  • Im 7. Jahrhundert beginnen die Sachsen, Herzöge zu wählen, angeblich zunächst nur in Kriegszeiten. Diese Verwaltungshierarchie könnte aber durchaus auch auf eine fränkische Oberherrschaft hindeuten, da die Bezeichnungen der Herzöge ausschließlich in fränkischen Quellen überliefert sind. Die wahrscheinlich fränkischen Herzöge versuchen immer mehr Autonomie zu erlangen und stellten sich an die Spitze des Widerstandes gegen die unter den Pippiniden ausgerufene Christianisierung aller Landesteile, so auch der der Sachsen.
  • 738: erster Versuch der festeren Unterwerfung unter die fränkische Krone durch Pippin den Jüngeren
  • 772 bis 804: Der Versuch der Einführung des Christentums in die größtenteils schon abhängigen Gebiete, führte zu einem mehr als dreißig Jahre dauernden Krieg Sachsenkriege Karls des Großen
  • 772 Eroberung der sächsischen Eresburg und Zerstörung des wichtigsten religiösen Zentrums der sächsischen Religion, der Irminsul. Der alte Glaube wird von den christlichen Okkupatoren als Heidentum betrachtet.
  • 775 Zweiter Feldzug der Franken. Eroberung der strategisch wichtigen sächsischen Sigiburg hoch über der Ruhr.
  • 777 beruft Karl eine erste fränkische Reichsversammlung in Paderborn ein, mitten im Land der vermeintlich besiegten Sachsen. Doch das gescheiterte Engagement Karls in Spanien lässt die Sachsen ihren Unabhängigkeitskampf unter der Führung Herzog Widukinds wiederaufnehmen.
  • 785: Die Taufe des sächsischen Herzog Widukind leitet die Christianisierung der Sachsen ein.
  • 794 Entscheidende Schlacht auf dem Sintfeld.
  • 799 findet erneut eine Reichsversammlung in Paderborn als Machtdemonstration statt. Die Sachsen sind endgültig besiegt.

Ab 804: Eingliederung der Sachsen in das Reich Karls des Großen als Herzogtum Sachsen, bestehend aus den Teilen Engern, Westfalen, Ostfalen und Nordalbingien. 811 einigt sich Karl mit dem dänischen König auf die Eider als Grenzfluss.

Mit Heinrich I. wurde 919 ein sächsischer Herzog deutscher König. Ihm folgten die ersten deutschen Kaiser Otto der Große, Otto II. und Otto III. Die Epoche der Kaiser aus dem Hause der Liudolfinger endete mit dem Tod Heinrichs II. 1024. Während dieses Jahrhunderts lag der politische und kulturelle Schwerpunkt des Reichs im Gebiet der Sachsen.

Nach der Achtserklärung Heinrichs des Löwen 1180, wegen dessen Weigerung dem Kaiser Friedrich Barbarossa Heerfolge nach Italien zu leisten, zerschlug der Kaiser das alte Herzogtum Sachsen. Westfalen wurde in kirchlichen Besitz übergeben, Heinrich dem Löwen blieben Braunschweig und Lüneburg, die Fürsten und Bischöfe wurden für reichsunmittelbar erklärt, der Name Herzogtum Sachsen haftete nur noch einem kleinen Landesteil an der Elbe an.

Am 6. Januar 1423 wurde dieser Teil dem Markgrafen von Meißen, Friedrich dem Streitbaren verliehen. Da der Herzogtitel die höhere Würde besaß, führte dieser von nun an den Titel "Herzog von Sachsen", wodurch der heutige Freistaat Sachsen seine Bezeichnung bekam. Deren Bewohner gehören ursprünglich zum germanischen Volksstamm der Thüringer. Dieses neue Herzogtum Sachsen wurde danach lange als Obersachsen bezeichnet, das Land mit dem Volksstamm der Sachsen als Niedersachsen. Diese Bezeichnung wurde bei der Auflösung Preußens nach dem Zweiten Weltkrieg als Name des heutigen Bundeslandes wiederbelebt. Auch die Westfalen sind Niedersachsen.

Sprachen

  1. Die niedersächsischen Sachsen sprachen Altniederdeutsch (Altsächsisch), siehe auch Niedersächsische Sprache. Ihre Sprache bildete als Angelsächsisch die Grundlage des Englischen und stand in seinen früheren Entwicklungsstufen dem Altenglischen teilweise näher als dem Althochdeutschen. Davon kann nach den massiven Veränderungen, die das Altenglische/Angelsächsische besonders nach dem Einfall der Normannen in England durchmachte, allerdings keine Rede mehr sein.
  2. Dementsprechend wird auch heute in Schleswig-Holstein und den nördlichen Teilen des Bundeslandes Niedersachsen (neben Hochdeutsch) nordniedersächsisch gesprochen. In Westfalen (Westfälisch), den südlichen Gebieten Niedersachsens (Ostfälisch), Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und im Norden von Sachsen-Anhalt werden ähnliche Dialekte gesprochen, die insgesamt zur Niederdeutschen Sprache zusammengefasst werden können.
  3. Der heute umgangssprachlich als "Sächsisch" bezeichnete Dialekt Obersachsens (Kursachsen), des heutigen Bundeslandes Sachsen, Ost-Thüringen sowie des südlichen Sachsen-Anhalts, ist dagegen eine Untergruppe der Ostmitteldeutschen Sprache und gehört zur Thüringisch-Obersächsischen Dialektgruppe der hochdeutschen Sprachen.

Literaturhinweise

  • Torsten Capelle: Die Sachsen des frühen Mittelalters. Stuttgart 1998. ISBN 3-8062138-4-4
  • Wilhelm Gebers: Auf dem Weg nach Walhall - Die Pferde der Altsachsen - Begleiter in Leben und Tod. Lohne 2004, ISBN 9-808151-8-8
  • Hans-Jürgen Häßler: Niedersachsens frühe Bevölkerung: Die Altsachsen der spätrömischen Kaiserzeit und des frühen Mittelalters'. Hannover 2004, ISBN 3-8999509-4-1
  • Matthias Springer: Die Sachsen. Stuttgart Berlin Köln 2004.

siehe auch: Literaturhinweise auf sassen.gmxhome.de

Weblinks

nds:Sassen


Diskussion der Autoren über den Artikel: Sachsen (Volk)


Meines Wissens wanderte das Volk der Sachsen nicht nach Südosten, nur der Fürstentitel wanderte durch dynastische Wirren. Hat jemand andere Informationen? WeißNix 00:08, 5. Feb 2003 (CET)

Soweit ich weiß, ist in karolingischen Zeiten das ganze Gebiet, das Karl der Große im Nordosten eroberte, als Sachsen bezeichnet worden. Später ist es in Niedersachsen und Obersachsen (Heute Sachsen und Sachsen-Anhalt) unterteilt worden. Achim 00:12, 5. Feb 2003 (CET)

Das Volk der Sachsen hat nichts mit dem heutigen bekannten Sachsen zu tun. Zentralgebiet war im Frühmittelalter der Bereich Niedersachsen. Bei dem heutigen Sachsen und seinen Bewohnern handelt es sich um eine Namenswanderung (vergleiche auch Wanderung des Sachsennamens auf der http://www.sachsengeschicht... ). Rangar 20:38, 30. Aug 2004 (CET)


Die Sachsen verdanken das, was sie sind, nicht ihrer Gemütlichkeit, sondern ihrer Energie. Diese Energie hat einen Beisatz von Nervosität, ist aber trotzdem als Lebens- und Kraftäusserung größer als bei irgend einem anderen deutschen Stamm. Ihre Kulturüberlegenheit wurzelt in ihrer Bildungsüberlegenheit, die nicht vom neusten Datum, sondern fast 400 Jahre alt ist! (Theodor Fontane)

Zu diesem Zitat: fast 400 Jahre? Bildung? Wir reden hier doch über das frühe Mittelalter. Kann es sein, dass Fontane sich auf das heutige Bundesland bezog? Ich würd das Zitat rausnehmen. Soky 00:20, 3. Aug 2004 (CEST)

Da keine andere Meinung kam, habe ich das Zitat rausgenommen. Soky 16:33, 5. Aug 2004 (CEST)

Ethymologie

Sachse (Saxe) ist ethymologisch mit Sasse verwandt. Und das bedeutet schlicht Seßhafter, Niedergelassener; meint also Menschen, denen zuerst die Füße weh taten und die keine Lust hatten weiter "völkerzuwandern".


Der Name Saxe geht auf römische Schilderung zurück. Eigentlich sollte es "Sahse" heißen. Da die Römer aber kein "h" kannten, setzten sie ein "x" beim Schreiben ein. So soll angeblich laut Historikern der Name entstanden sein. Quelle gefällig? Uwe Dunker /4dunker@web.de

Südostwanderung

So weit ich weiß, sind nach der Einverleibung der sächsischen Stammesgebiete durch Karl den Großen einige Sachsen mit der Christianisierung des überwiegend slawischen und heidnischen angesprochenen Gebietes beauftragt worden. Daher auch die Anhäufung des Namens Sachsen bei den dortigen Gebietsbezeichnungen, sprich Fürstentümern. Die alten Stammesgebiete trugen meist die Bezeichnung Falen im Namen, heute noch im Bundesland NRW zu finden. Die Bezeichnung Niedersachsen ist erst jüngeren Datums und eine "Notlösung", um für die britische Besatzungszone einen Landesnamen zu finden, sie entbehrt jeder historischen Grundlage. (Schon lange her, daß ich darüber was gelesen habe, wenn ich die Quelle finde, nenne ich sie noch.) Achim

Die Bezeichnung Niedersachsen ist keineswegs unhistorisch, sondern hat als Niedersächsischer Reichskreis eine lange Tradition. Tolemy 21:16, 14. Dez 2005 (CET)


Bergleute

Letzte Einfügung einer IP: Erst der Bergbau im Erzgebirge hat viele Sachsen und Thüringer besonders Bergleute aus dem Harz in diese Region gelockt. Der Bergbau wurde vor allem von den Wettinern stark gefördert. Ist das so korrekt? Und: ist das so wichtig, dass es in den ersten Absatz gehört? --Slomox Slomox 00:52, 16. Jul 2005 (CEST)

Wurde mittlerweile gelöscht -> erledigt. Soky 14:09, 17. Jul 2005 (CEST)

Informationen

Ich hatte die Information zum Ostfalenherzog Hessi eingetragen, aber diese wurde wieder gelöscht. Warum? Ich brauche dann wohl auch die Information zum Engernherzog Brun nicht nachzutragen, oder? Rolz-reus 21:58, 25. Aug 2005 (CEST)

Vielleicht war ich etwas vorschnell, ich hab nur ungeordnete Brocken mit Rechtschreibfehlern gesehen. Nichtsdestotrotz halte ich den Satz "Bekannt wurde ein Herzog Hessi, der zeitgleich mit Widukind an der macht war." für recht inhaltsleer und keine relevante Information. Soky 19:23, 27. Aug 2005 (CEST)

Bilder

Ein Artikel mag noch so interessant sein, ohne unterstützende Darstellungen ist er nur die Hälfte wert. Wenn hier vom Verbreitungsgebiet der Niedersachsen die Rede ist, sollte man dazu auch eine entsprechende Landkarte zeigen. Vielleicht findet sich ja jemand, der diese Aufgabe übernimmt. 80.143.230.91 09:04, 29. Mär 2006 (CEST)

Chronologie

"Zitat" ...seit dem 2./3. Jhdt, evtl. auch schon früher

Woher kommt diese Zeitangabe? Bezieht sie sich auf Ptolemäus? Allerdings hat schon Ulrich Kahrstedt in den dreißiger Jahren gezeigt, daß der Begriff "Saxones" in Ptolemäus' Geographie das Produkt eines mittelalterlichen Kopisten ist, der mit dem Begriff "Aviones" nichts anfangen konnte und deswegen das ihm bekannte "Saxones" einsetzte.

Geographie

Aus welcher Quelle zieht sich die Angabe, daß der Stamm der Sachsen in Pommern ansässig gewesen wäre?

Eroberungslehre der Sachsen

Wurde von Martin Lintzel in den Dreißigern wieder ins Spiel gebracht, ist in der neueren Forschung aber heftig umstritten, um es mal vornehm auszudrücken.

Die Eroberung soll vom heutigen Holstein ausgegangen sein - obwohl dies nun wirklich nicht als Kern des Sachsenstaates erscheint.

Der Staat soll Ergebnis der Eroberungen sein - nicht der Träger.

Wer ist dann Träger der Eroberung - ein sächsischer König? Auch nicht.

Die Lehre vom Eroberungsstaat sollte erklären, warum die Sachsen während der Kriege Karls des Großen in einem ganz anderen Bereich erscheinen, als Ptolemäus beschrieb. Dessen Beschreibung ist aber für die Sachsen irrelevant.

Literatur:

Stöbe, Hermann: Die Unterwerfung Norddeutschlands durch die Merowinger und die Lehre von der sächsischen Eroberung. In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Nr.6

531 zerschlagen festländische Sachsen und Franken gemeinsam das Königreich Thüringen in der Schlacht bei Burgscheidungen. Der Norden nördlich des Harzes wird sächsisch, der Süden fränkisch. Diese These ist allerdings sehr umstritten und ist wahrscheinlich einer Fehlinterpretation mittelalterlicher Chroniken geschuldet. Vielmehr scheinen die Sachsen infolge der Zerschlagung des Thüringer Königreiches mit in eine lose Abhängigkeit des Frankenreiches gelangt zu sein.

Bezieht sich auf Widukind von Corvey, die Jahrbücher Quedlinburgs und Rudolf von Fulda. Wenn man diese einer Quellenkritik unterzeiht, wird deutlich, daß diese Erzählung höchstwahrscheinlich eher eine Erfindung Widukinds zur Unterhaltung seiner adeligen Schülerin ist.

Der Name der Sachsen

Die Herkunft der Stammesbezeichnung ist nicht geklärt. Es wird angenommen, dass die antiken Autoren, die den Begriff aufbrachten – die Eigenbezeichnung des Volkes war möglicherweise eine ganz andere – den Namen von dem typischen Hiebmesser der Sachsen, dem Sax abgeleitet haben. Neuerdings wird aber auch vermutet, die Sachsen könnten neben Wodan ab dem 4. Jahrhundert verstärkt auch einen Saxnoth genannten Gott verehrt haben.

"Hiebmesser der Sachsen" ist gut....von der Bedeutung "Schwert" für althochdeutsch *sahs ist man ja ab, warum sollte es aber Messer geben, die nur die Sachsen benutzen?

Der Name "Saxnot" taucht nur im sog. "altsächsischen Taufgelöbnis" auf, im Zusammenhang mit "Thunaer" und "Uuoden", also hochdeutsch Donar und Wotan, wobei die erstgenannten Formen englischem Lautstand entsprechen. Auf dem Festland ist er sonst nirgendwo belegt. Die englische Entsprechung, "Seaxnet", kommt erst im 12. Jahrhundert vor, Träger des Namens: "Wotan". Im Frühmittelalter belegt ist er in Abstammungsreihen, der älteste Vorfahr des Königs von Wessex heißt "Gesecg Seaxnetng", svw. "G., der Sohn des Seaxnet".

"Schwertgenosse" als Deutung ist fraglich, da in der neueren Forschung (in logischer Beweisführung) gezeigt wird, daß altgermanisch *sahs nicht mit der Bedeutung Schwert belegt ist!

Klar ist aber, daß Saxnoth nur der Beiname eines Gottes ist, der nicht unbedingt sachsenspezifisch ist.

Ostfalen

Ich habe den Satz "Auf jeden Fall ist der Begriff Ostfalen erst im 12. Jh. aufgekommen." gestrichen, denn dafür gibt es keinen Beleg. Laut Brockhaus von 1894 ist der Name seit der zweiten Hälfte des achten Jahrhunderts bekannt. --Ekkehart baals 18:46, 5. Nov. 2006 (CET)

Verfassung der Sachsen

Von der Völkerwanderung kaum berührt, bewahrten die Sachsen bis zur Unterwerfung durch Karl den Großen die alte germanische Stammesverfassung ohne König, mit der Versammlung der Freien in Marklo, dem Thing, zur Regelung aller politischen Angelegenheiten. Herzöge übernahmen nur in Kriegszeiten Führungsrollen.

Auch das ist zumindest umstritten. Hauptquellen sind hier die Lebensbeschreibung des heiligen Liafwin/Lebuin bzw. Aussagen von Beda Venerabilis.

Beda schreibt: "Nicht einen König hatten die Sachsen". Daraus wird geschlossen, daß es eine Republik gewesen wäre. Zweifelhaft. Eher könnte man sagen, daß nicht einer die Herrschaft über Sachsen hate, sondern mehrere. Auf die Beschreibung des Lebens Lebuins einzugehen, bedürfte wohl eines eigenen Artikels, kurz aber: Von einer allgemeinen Versammlung aller Sachsen ist nirgendwo die Rede. Es heißt, es gäbe eine Versammlung von electi. Kann "Gewählte", aber auch "Bestimmte" bedeuten.

Zur genaueren Beschäftigung: Springer, Matthias: Die Sachsen. Stuttgart 2004

Güte des Artikels

In diesem Artikel gibt es manchen Fehler und sehr viele Aussagen, die in der Wissenschaft stark umstritten sind. Darauf sollte, bis zu einer eingehenden Überarbeitung, im Artikel selbst hingewiesen werden.

Meinungen?

Frage bzw. Bitte um Ergänzung

Könnte jemand mit Informationen zu diesem Thema den Artikel noch dahingehend ergänzen das er die Flüße Ilmenau und Jeetzel und die Region Lüneburg/Uelzen/Dannenberg (Lüneburger Heide) einbindet, ich bin mir anhand des Artikels nicht 100% sicher, ob die Region jetzt zu den Ostfalen gehört hat, oder nicht. -> Vielen Dank im Vorraus

Grenzen der Sachsen

In diesem artike wird angenommen dass es schon eine grenze gab zwischen die Niederlande und Deutschland. dass is voellig unwhar. Die sachsen (westfalen) gab/gibt es auch in das Oestliche teil von die Niederlanden. Bitte aendern Sie dass.

Was denn genau? Ich lese da etwas anderes:
Die Sachsen waren die Angehörigen eines westgermanischen Stammesverbands, der seit dem 2. und 3. Jahrhundert, vielleicht auch schon früher, den Nordwesten des heutigen Deutschlands und den Osten der heutigen Niederlande bewohnt. Genauer gesagt waren die germanischen Stämme der Sachsen (siehe niedersächsischer Sprachraum), im niederdeutschen Gebiet zwischen Zuiderzee (heute Ijsselmeer), dem Raum von der Weser bis zur Elbe sowie nördlich der Elbe in Holstein (bis zur Eider) zuhause. --Rollo rueckwaerts 10:06, 17. Jun 2006 (CEST)

Namensverschiebungen

Der heutige Freistaat Sachsen ... hat mit dem historischen Volk der Sachsen nichts gemein. Er trägt seinen Namen aufgrund historischer Namensverschiebungen; die Vorfahren der Bewohner des heutigen Sachsen gehörten dem mittelhochdeutschen Dialektraum an. Welchem historischen Volk entstammen die Bewohner des heutigen Bundeslandes dann? den Thüringern? -- 172.174.182.96 00:37, 1. Sep 2006 (CEST)

Sachsen war bis zum 6. Jahrhundert germanisch besiedelt, dann slawisch. Erst im 10. Jahrhundert setzte die deutsche Ostsiedlung ein (im Artikel fehlt leider noch der Abschnitt zu Sachsen). Infolge dieser Ostsiedlung kamen Angehörige verschiedener Stammesgruppen nach Sachsen. Bayern ins Erzgebirge, Franken, Thüringer und natürlich wurden jede Menge Slawen assimiliert. Im Artikel Geschichte Sachsens steht sogar, dass laut August Breithaupt noch Reste der germanischen Hermunduren aus der Zeit vor der slawischen Besiedlung in Sachsen lebten. Erst vor Ort haben sich diese Gruppen zu einer einheitlichen Gruppe zusammengefügt und die Meißner bzw. später Obersachsen gebildet. --Slomox Slomox 01:04, 1. Sep 2006 (CEST)

Danke. Und durch welche dynastische Namenswanderung erhielt Sachsen letztlich seinen Namen? Hab ne schöne Karte gefunden [LINK]. -- 172.174.182.96 01:29, 1. Sep 2006 (CEST)

Adel, Freie, Liten, sächsische Stände

Ich finde hier leider keine Hinweise auf die sächsischen Stände und die besondere Stellung, die die Liten nach einige Autoren bei den Sachsen gehabt haben sollen. In einem Buch / Werk, dass ich in den 70gern gelesen habe, Titel "Adel, Freie, Liten" (o.s.ä.) wurde ausgeführt, dass die Sachsen nur für Kriegszwecke für ein Jahr / einen Feldzug einen gemeinsamen "Herrscher" wählten. Der Autor (der im sog. 3. Reich hat und bei der Obrigkeit nicht sehr beliebt war) ging davon aus, das Widukind die Freie und Liten gegen die anderen Adeligen und die Franken widerholt in den Krieg führte. Die Adeligen fanden danach die fränkische Ordnung attraktiver. Kann mir irgendjemand bei meiner Suche nach dem Werk oder dem Autoren helfen. Davon abgesehen finde ich bei Wikipedia keinen Hinweis auf den Stand der Liten, der Ort bei Prag, den ich auch kenne, ist das einzige was ich finde --Chauki 12:31, 15. Sep 2006 (CEST)

Wie gesagt, die wissenschaftliche Forschung ist aufgrund der ziemlich schlechten Quellenlage nicht in der Lage, allgemeingültige Ergebnisse abzuliefern. Ich würde JEDEM, der sich mit dem Volk der Sachsen beschäftigen möchte, das Werk "Die Sachsen" von Matthias Springer zum Lesen empfehlen.

"Springer sieht das selbst formulierte, verdienstvolle Ziel seiner Arbeit darin, "den Unterschied zwischen dem klar zu machen, was gegeben ist, und was die Geschichtsforschung daraus erschlossen hat" (9). Zu diesem Zweck folgt sein Vorgehen stets demselben Schema: Er nennt die betreffenden Quellenaussagen, erweitert sie mit den Interpretationen der Forschung, erklärt, wie und warum die Historiker dabei diversen Irrtümern erlegen sind und zeigt, dass auch nachfolgende Generationen "die verzerrende Sicht der späteren Geschichtsschreiber nicht immer in ausreichendem Maße berücksichtigt" hätten (9). Springer berichtigt - allerdings keinesfalls immer als Erster - deren Interpretationen und legt offen, für welche Konstruktionen der Forschung keine hinreichenden Belege existieren, so zum Beispiel für die Kenntnis des Sachsennamens bei Ptolomäus (27 f.), für eine sächsische Stammesversammlung im Allgemeinen (152), für die Existenz des Ortes Marklo in Sachsen im Besonderen (146), für ein sächsisches Zentralheiligtum (165)."

Die Rezension gibt es hier: http://www.sehepunkte.de/20...

Ich werde dieses Buch wohl oder übel wenn ich Zeit habe mal lesen müssen. Vielleicht finde ich dort ja "meinen Historiker". Das die sächsische Forschung schwierig ist, weiss ich. Meine Irminsul-Geschichte steht sicher historisch auf schwachen Beinen. Ich würde nur gern noch einmal die Thesen, die ich in den 70gern gelesen habe, wiederfinden. --Chauki 09:29, 18. Sep 2006 (CEST)

Ein zusammenfassender Überblick der älteen Forschung findet sich bei Lammers, Walther (Hrsg.)Entstehung und Verfassung des Sachsenstammes. Darmstadt 1967 (Wege der Forschung Bd. 50) . Wenn der Forscher, wie im Link angegeben, Schwierigkeiten im Nationalsozialismus hatte, dann kann es sich eigentlich nur um Martin Lintzel handeln. Des Thesen (u.a. auch die hier erwähnte Ideen von einem sächsischen Parlament u.ä.) gelten allerdings als überholt. Interessant folgendes: "Karl oder Widukind?: Martin Lintzel und die NS- 'Geschichtsdeutung' in den Anfangsjahren der faschistischen Diktatur (Wissenschaftliche Beiträge der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg)"

 -- Döschdamper

Jau!!! Danke, habe gerade mal in der BS Bibliothek gesucht und "Der sächsische Stammesstatt und seine Eroberung durch die Sachsen" gefunden. Das war das Buch, dass ich u.a. die ganze Zeit suchte. Danke! Für meine "Irminsul-Geschichte" ist es zweitrangig, wie umstritten die These ist. Danke!!! noch einmal!!!! (Ich werde trotzdem mal die neuere Diskussion über Lintzels Thesen ansehen!) --Chauki 07:42, 19. Sep 2006 (CEST)

Bilder müssen her

Ohne entsprechende Bilder bzw. Darstellungen der alten Siedlungsgebiete ist dieser Artikel (leider) sehr viel weniger interessant! Benutzer: 123 12:57

Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sachsen (Volk) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).