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Sassanidenreich

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Der Artikel Sassanidenreich gehört zur Kategorie: Exzellent, Persisches Reich, Spätantike, Sassaniden, Alter Orient
Das Sassanidenreich war das zweite persische Großreich, das sich in der Spätantike etwa über die Territorien der heutigen Staaten Iran und Irak sowie einige ihrer Randgebiete erstreckte. Es existierte zwischen dem Ende des Partherreichs und der arabischen Eroberung Persiens, also von 224 bis zur Schlacht von Nehawend im Jahr 642 beziehungsweise bis zum Tod des Großkönigs Yazdegerd III. im Jahr 651.

Das Sassanidenreich, das in der Forschung gelegentlich auch als Neupersisches Reich bezeichnet wird, war über Jahrhunderte hinweg eine bedeutende Großmacht und ein Rivale des römischen bzw. des oströmischen Reiches. Außer kriegerischen Auseinandersetzungen (siehe Römisch-Persische Kriege) gab es aber auch zahlreiche friedliche Kontakte zwischen Römern und Sassaniden, die sich in vielerlei Hinsicht gegenseitig beeinflussten.

Der Name des Reiches leitet sich von der letzten vorislamischen persischen Dynastie der Sassaniden (richtiger: Sasaniden) ab. Diese wiederum führten ihre Herkunft auf einen historisch kaum fassbaren Stammvater zurück, einen gewissen Sasan, der laut den Angaben später Quellen um 200 n. Chr. Oberpriester im Tempel der Anahita in Istakhr gewesen ist. Mit sehr wenigen Ausnahmen (erster Fall: Bahram Chobin 590) gehörten bis zum Schluss sämtliche Könige der Familie der Sassaniden an. In der modernen historischen Literatur wird der Begriff Sassaniden außer auf das Herrschergeschlecht auch auf die Bevölkerung ihres Reiches angewandt.

Geschichte

Die Begründung des Neupersischen Reichs

Begründer des Sassanidenreiches war Ardaschir I. (Regierungszeit 224240), ein aufständischer Fürst aus dem Süden des Partherreichs, der Persis, wo die Sassaniden als Unterkönige fungierten. Nachdem er den letzten Partherkönig, den Arsakiden Artabanos IV., im Jahre 224 n. Chr. getötet hatte, nahm er dessen Platz ein, schaltete bald auch Vologaeses VI., den alten Rivalen des Artabanos, aus und eroberte 226 die parthische Hauptstadt Ktesiphon, die in der Folgezeit prächtig ausgebaut und Hauptresidenz der Sassanidenkönige wurde. Ardaschir war offenbar bestrebt, den Einfluss der mächtigen Adelsfamilien zu begrenzen, was ihm allerdings nur teilweise gelang. Er nannte sich auch König der Könige von Iran, wobei aber unter Iran nicht der heutige Staat verstanden werden darf, sondern vielmehr die von Iraniern bewohnten bzw. beanspruchten Gebiete. Ob sich die frühen Sassaniden bewusst in die Tradition der Achämeniden stellten, wie dies später recht explizit geschehen sollte, ist allerdings in der Forschung sehr umstritten Vgl. beispielsweise Ehsan Yarshater, Were the Sasanians Heirs to the Achaemenids?, in: La Persia nel medioevo, Rom 1971, S. 517–530 sowie Josef Wiesehöfer, Iranische Ansprüche an Rom auf ehemals achaimenidische Territorien, in: Archäologische Mitteilungen aus Iran 19 (1986), S. 177–185. Eine gute Zusammenfassung der Diskussion bietet jetzt Erich Kettenhofen, Die Einforderung der achaimenidischen Territorien durch die Sāsāniden – eine Bilanz, in: S. Kurz (Hg.), Yādnāme-ye Iradj Khalifeh-Soltani. Festschrift Iradj Khalifeh-Soltani zum 65. Geburtstag, Aachen 2002, S. 49–75.. Ein erster Schlagabtausch mit den Römern unter Kaiser Severus Alexander scheint 231/32 trotz hoher Verluste auf beiden Seiten weitgehend ergebnislos verlaufen zu sein. Nach dem Tod des Kaisers 235 griff Ardaschir jedoch erneut an und eroberte mehrere Städte. 240/41 konnte sogar das strategisch wichtige Königreich Hatra erobert werden (wenn die Eroberung vielleicht auch erst von seinem Sohn Schapur durchgeführt wurde, siehe unten).

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Der Triumph Schapurs I. über Valerian, Philippus Arabs und Gordian III.
Bildherkunft

Ardaschirs Sohn, Großkönig Schapur I. (240270/272), nannte sich bereits König der Könige von Iran und Nicht-Iran. Er gilt als einer der bedeutendsten Sassanidenherrscher, der neben seinen militärischen auch innenpolitische Erfolge erzielen konnte. Schapur besiegte im Jahr 244 den römischen Kaiser Gordian III., der gegen ihn gezogen war, bei Misiche und drang dann mehrmals tief in römisches Gebiet ein. In seinem Tatenbericht erwähnt er zwei große Züge, in dessen Verlauf er ins Römische Reich eindrang, Städte eroberte und plünderte. Im ersten Zug im Jahr 253 drang der König nach Syrien vor und eroberte Antiochia (ob die Stadt aber 253 oder erst 256 erobert wurde, ist unklar). Im Jahr 256 führte ein kleinerer Zug die Truppen des Königs bis Dura. Als Kaiser Valerian im Sommer 260 gegen ihn zog, konnte Schapur ihn zwischen Karrhai und Edessa gefangennehmen; dies war eine ungeheure und bis dahin unbekannte Schmach für die Römer. Schapur zog dann mit seinen Truppen über den Euphrat, eroberte erneut Antiochia, plünderte Kilikien und Kappadokien.Das genaue Jahr der Niederlage Valerians war lange Zeit Thema der wissenschaftlichen Diskussion. Gegen 260 (und eher für 258 oder 259) argumentiert etwa Frye, History of Ancient Iran, S. 297, in der Regel wird dieses Jahr aber akzeptiert. Siehe auch die Ausführungen von Erich Kettenhofen, Das Jahr 7 Kaiser Valerians (PDF). Allgemein zur Ereignisgeschichte: Richard Frye, The political history of Iran under the Sasanians, in: Yarshater, Cambridge History of Iran, Bd. 3, S. 116–177, sowie Schippmann, Grundzüge, S. 10–79.. Schapur ließ jedenfalls seinen Sieg durch die Erstellung beeindruckender Felsreliefs, zum Beispiel bei Bischapur, sowie einer monumentalen Inschrift in persischer, parthischer und griechischer Sprache bei Naqsh-i Rustam in der Nähe des alten Persepolis verewigen, den so genannten res gestae divi Saporis:

Im dritten Feldzug, als wir gegen Karrhai und Edessa vorstießen und Karrhai und Edessa belagerten, da marschierte Kaiser Valerian gegen uns, und es war mit ihm, eine Heeresmacht von 70.000 Mann. Und auf der jenseitigen Seite von Karrhai und Edessa hat mit Kaiser Valerian eine große Schlacht für Uns stattgefunden, und Wir nahmen Kaiser Valerian mit eigenen Händen gefangen und die Übrigen, den Prätorianerpräfekten und Senatoren und Offiziere, alle welche auch immer Führer jener Heeresmacht waren, alle diese ergriffen Wir mit den Händen und deportierten sie in die Persis.
SKZ, §18–22, griechische Fassung; Übersetzung entnommen aus: Engelbert Winter/Beate Dignas, Rom und das Perserreich, Berlin 2001, S. 98, siehe auch die Quellenangaben. Um eine bessere Lesbarkeit zu gewährleisten, wurde auf die Ergänzungs- und Auslassungszeichen verzichtet.

Auf dem Rückzug von Syrien musste Schapur allerdings eine schwere Niederlage durch den Palmyrener Septimius Odaenathus hinnehmen, der die Perser auch 262 angriff und bis zur Hauptstadt Ktesiphon vordingen konnte. Odaenathus stellt die römischen Grenzen wieder her, während Schapur im Osten gegen die Kuschan zu kämpfen hatte. Den zu Schapurs Regierungszeit entstehenden Manichäismus begünstigte der König durch den Schutz Manis; zugleich stützte er sich aber stark auf den Zoroastrismus. Schapurs Sohn und Nachfolger Hormizd I. betrieb eine ähnlich tolerante Religionspolitik. Hormizd regierte jedoch kaum länger als ein Jahr, und unter seinen Nachfolgern Bahram I. (273276) und vor allem Bahram II. (276293) wurden die Manichäer, die auch im Römischen Reich Anhänger fanden, dann verfolgt. Ansonsten sticht innenpolitisch aus Schapurs Regierungszeit vor allem seine recht intensive Urbanisierungspolitik hervor. In den von Schapur gegründeten Städten wurden auch aus dem Westen Deportierte, darunter auch etliche Christen, die dort ihren Glauben ausüben konnten, angesiedelt.

Bahram II. musste sich mehrerer Bedrohungen erwehren, so einem Angriff der Römer unter Kaiser Carus und einer Rebellion im Osten des Reiches. In der Regierungszeit des römischen Kaisers Diokletian mussten die Sassaniden dann unter König Narseh (293302) nach einer schweren Niederlage gegen Galerius 298 im Frieden von Nisibis einige Gebiete im nördlichen Mesopotamien abtreten. Vorher war bereits Armenien dem sassanidischen Einfluss entglitten; die Römer setzten dort einen ihnen genehmen Arsakidenprinzen ein (die Arsakiden sollten in Armenien dann noch bis 428 herrschen).

Der Abwehrkampf der Sassaniden im Osten

Allerdings hatten die Sassaniden, ganz ähnlich wie die Römer, nicht nur an einer Front zu kämpfen. Auch das Neupersische Reich musste sich (wie schon die Parther) gegen Eindringlinge aus den Steppen Zentralasiens zur Wehr setzen: Die Pässe des Kaukasus mussten ebenso verteidigt werden (siehe beispielsweise das strategisch bedeutende Derbent) wie die stets gefährdete Nordostgrenze, wo die Sassaniden zunächst gegen die Kushan und Saken zu kämpfen hatten. Nicht selten erwiesen sich diese Völker als eine ernsthafte Bedrohung.

Der westliche Teil des Kushanreiches wurde vielleicht schon von Ardaschir I. besetzt. Jedenfalls sind bis etwa 360 mehrere Kronprinzen der Sassaniden, die den Titel Kushanshah [„König der Kushan“] trugen und als Gouverneure im Osten fungierten, belegt. Manch einer, wie ein Bruder Bahrams II., Hormizd, nutzte diese Position sogar für einen Usurpationsversuch aus. Der letzte belegte Kushanshah war wohl ein Bruder Schapurs II., der bei der Belagerung von Amida im Jahr 359 anwesend war.So kann man zumindest Ammianus Marcellinus 19,1, interpretieren, da die dort beschriebene Krone nicht auf die Krone Schapurs II. passt, die auf Münzen abgebildet ist. Vgl. dazu A. D. H. Bivar, The History of Eastern Iran, in: E. Yarshater, The Cambridge History of Iran, Bd. 3, S. 181ff., hier bes. S. 209ff. Um 350 fielen auch die Chioniten in das östliche Perserreich ein; zu Beginn des 5. Jahrhunderts folgten ihnen die Hephthaliten (die „Weißen Hunnen“), die ein noch gefährlicherer Gegner waren und sich wiederholt auch in die inneren Angelegenheiten Persiens einmischten (siehe unten).

Selbst nach der Zerschlagung des Hephthalitenreichs um 560 (wobei sich Reste ihrer Herrschaft jedoch im heutigen Afghanistan hielten) war die Gefahr nicht gebannt, da nun die Türken an Stelle der Hephthaliten traten, die sogar mit dem oströmischen Kaiser Justin II. ein (freilich nur kurzfristiges) Bündnis eingingen. Später halfen die Göktürken sogar Kaiser Herakleios im Kampf gegen Chosrau II. Nach dem Ende des Sassanidenreichs leisteten dann die in Transoxanien beheimateten Völkerschaften auch den eindringenden Araber einige Zeit noch erbitterten Widerstand.

Konfrontation und Koexistenz – die Kriege Schapurs II. und die Verständigungspolitik Schapurs III. und Yazdegerds I.

Im Verhältnis zu Rom kam es im Laufe der Zeit zu einer bemerkenswerten Wandlung: Die Römer akzeptierten die Sassaniden als nahezu gleichberechtigt. Für sie waren diese Perser keine Barbaren im engeren Sinne mehr (wie etwa die Germanen), sondern eine zivilisierte, gleichstarke und (fast) ebenbürtige Macht. Die Parther, von den Germanen und anderen Stämmen an den Grenzen Roms ganz zu schweigen, waren so nie von den Römern angesehen worden, auch wenn bereits die Arsakiden seit Augustus als die zweite souveräne Großmacht gegolten hatten. Umgekehrt sahen auch die Sassaniden die Römer in einem ähnlichen Licht, was die Bruder-Anreden in überlieferten Briefen deutlich macht:

Ich, König der Könige, Sapor, Gefährte der Sterne, Bruder von Sonne und Mond, entbiete dem Caesar Constantius, meinem Bruder, alles Gute.
Antwort des römischen Kaisers: Ich, Sieger zu Wasser und zu Lande, Constantius, immer der erhabene Augustus, entbiete meinem Bruder, dem König Sapor, alles Gute.Ammianus Marcellinus 17,5. Übersetzung entnommen aus: Ammianus Marcellinus, Das Römische Weltreich vor dem Untergang. Bibliothek der Alten Welt, übersetzt von Otto Veh, eingeleitet und erläutert von Gerhard Wirth, Zürich und München 1974. Die Titutlatur Schapurs deckt sich in etwa mit der einer Inschrift aus Hajjiabad, vgl. Christensen, S. 237f. Ammianus wird daher wohl Zugang zur Originalkorrespondenz gehabt haben.

Bis zum 6. Jahrhundert hatte sich ein ausgefeiltes diplomatisches Protokoll entwickelt, das bei oströmisch-persischen Kontakten zu beachten war. So wurde es üblich, Thronwechsel im eigenen Reich dem jeweils anderen offiziell mitzuteilen, ohne dass freilich die Kampfhandlungen deswegen abbrachen.

Unter dem bedeutenden Großkönig Schapur II. (309379), unter dem das Reich wieder erstarkte, wurden die Christen aufgrund der Christianisierung des Römischen Reiches seit Konstantin dem Großen erstmals als Parteigänger Roms verfolgt. Der Großkönig führte seit 338 einen langen Krieg gegen die Römer unter Constantius II., wofür uns ab dem Jahr 353 glücklicherweise eine detaillierte Beschreibung des Historikers und Augenzeugen Ammianus Marcellinus zur Verfügung steht. Schapurs Ziel war es, den aus persischer Sicht schwer erträglichen Vertrag von 298 zu revidieren. Ihm gelangen nach anfänglichen Rückschlägen mehrere Siege; so konnte etwa die wichtige Festung Amida im Jahre 359 eingenommen werden. Dennoch gelang es Constantius, durch eine vorsichtige Defensivstrategie die römische Ostgrenze weitgehend zu halten, sodass Schapur die Kampfhandlungen bald abbrach. Gleichzeitig war es um 350 an der Nordostgrenze des Sassanidenreichs immer wieder zu Kämpfen mit den dortigen Völkern gekommen, vor allem mit den hunnischen Chioniten. Offenbar verliefen diese Kämpfe für die Sassaniden recht erfolgreich, da Schapur im Kampf gegen die Römer bald auch chionitische Truppen einsetzte.

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Julians Persienfeldzug
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Julian Apostata, der Nachfolger des Constantius, wollte den Perserkrieg seines Vorgängers offenbar wieder aufnehmen und rückte im März 363 mit einem starken Heer von etwa 65.000 Mann in Mesopotamien ein. Bald stand der Kaiser, dem Schapur immer wieder geschickt ausgewichen war, vor Ktesiphon. Dort aber entschied er sich zur Umkehr. Von seinen Nachschublinien abgeschnitten, fiel Julian am 26. Juni in einem Gefecht und ließ das römische Heer in einer verzweifelten Situation zurück. So musste schließlich Julians Nachfolger Jovian einem für die Römer ungünstigen Frieden zustimmen, um die Vernichtung des Heeres zu verhindern. Die Römer traten jene Gebiete in Mesopotamien ab, die sie einige Jahrzehnte zuvor unter Galerius erobert hatten, sodass Schapur die Grenzen wieder nach Westen vorschieben konnte.

Schapur III. (383388) stellte die Christenverfolgungen ein und vereinbarte mit dem römischen Kaiser im Osten, Theodosius I., wohl 387 die Teilung des stets umstrittenen Armenien, wobei die erstarkte Stellung Persiens auch dadurch deutlich wurde, dass die Sassaniden rund vier Fünftel des Landes (Persarmenien) erhielten. Mit den Lösungen in Nordmesopotamien und Armenien scheinen aber auch die Römer zufrieden gewesen zu sein, sodass es im fünften Jahrhundert zu einer friedlichen Koexistenz der beiden Großmächte kam, die nur von zwei kurzen Kriegen unter Theodosius II. unterbrochen wurde. In der Regierungszeit Bahrams IV. (388399) kam es 395 zu einem Einfall der Hunnen, welche die Kaukasuspässe passierten und bis tief nach Mesopotamien eindrangen, während eine andere Gruppe auf römisches Gebiet vordrang; beide Gruppen konnten schließlich vernichtet werden.

Unter Yazdegerd I. (399420) konnte das Christentum im Perserreich an Boden gewinnen, auch wenn es weiterhin gelegentlich zu Verfolgungen kam – zumindest teilweise allerdings als Reaktion auf christliche Provokationen. So kam es um 420 zu einer (begrenzten) Verfolgung, nachdem ein Bischof einen Feuertempel zerstört hatte. Um 450 mussten die Sassaniden einen gefährlichen Aufstand in Persarmenien niederschlagen, der sich ebenfalls an religiösen Fragen entzündet hatte. Aufgrund seiner toleranten religiösen Haltung, die dem zoroastrischen Klerus missfiel, erhielt Yazdegerd I. jedoch später in der persischen Überlieferung den Beinamen „der Sünder“.

Von Bahram V. bis Kavadh I. – Grenzkriege und innere Unruhen

Yazdegerds Sohn Bahram V. Gor (420/421439) wurde die Königswürde aufgrund der Unbeliebtheit seines Vaters zunächst verweigert, sodass er sich den Thron mit Hilfe der arabischen Lachmiden, die eine bedeutende Rolle in der persischen Grenzverteidigung gegen Rom spielten, erkämpfen und zu diesem Zweck auch einige Kompromisse mit dem mächtigen Adel eingehen musste. Dennoch entwickelte sich Bahram V. zu einem der bedeutendsten Sassanidenkönige. Während seiner Regierungszeit musste er sich, nachdem es gleich zu Beginn zu einem kurzen Krieg mit Ostrom gekommen war, vor allem um den Schutz der Nordostgrenze kümmern, wo nomadische Steppenvölker die Sicherheit des Reiches bedrohten. In dieser Zeit tauchten die Hephthaliten auf, die Bahram 427 schlagen konnte, die aber bis zur Vernichtung ihres Reiches um die Mitte des 6. Jahrhunderts eine ständige Bedrohung für die Sassaniden darstellten Bzgl. der Hephthaliten siehe den entsprechenden Eintrag in der EIr.. So war auch die Regierungszeit von Bahrams Sohn Yazdegerd II. (439457) vom Abwehrkampf an der Grenze geprägt.

Nach der nur kurzen Regierungszeit Hormizds III. (457459) gelangte dessen Bruder Peroz I. (459484) auf den Thron. Unter ihm wurde schließlich die jetzt von der orthodoxen Kirche des Römerreiches getrennte „nestorianische“ assyrische Kirche des Ostens die prägende christliche Kirche in Persien. Damit endeten auch im Wesentlichen die Christenverfolgungen, zumal die assyrische Kirche der oströmischen Reichskirche in Konstantinopel feindlich gegenüberstand. Die Großkönige scheinen nun keine Kollaboration zwischen den Christen und Rom mehr befürchtet zu haben; nur in Persarmenien kam es fortan noch zu systematischen, politisch motivierten Verfolgungen.

Im 5. Jahrhundert waren die Beziehungen zu den Römern zumeist friedlicher Natur, da nicht nur die Kaiser, sondern auch die Perser Probleme an anderen Fronten hatten. 484 fiel König Peroz im Kampf gegen die Hephthaliten, die zeitweise sogar Tribute von den Sassaniden empfangen hatten. Allerdings spielten die Hephthaliten auch eine Rolle bei der Thronbesteigung Kavadhs I. (488496 und wieder von 499531), als er mit ihrer Hilfe seinen Konkurrenten Balasch (484488) entmachten konnte. In Kavadhs Regierungszeit kam es aber auch zu inneren Wirren. Diese wurden zum Teil ausgelöst durch die teils religiöse, teils „sozialrevolutionäre“, von Teilen der unteren Bevölkerungsschichten getragenen Bewegung der Mazdakiten. Letztendlich konnte sich das Königtum jedoch behaupten. Kavadh, der zwischenzeitlich vertrieben und durch Zamasp (496499) ersetzt worden war, aber mit Hilfe der Hephthaliten wieder an die Macht kam, gelang es sogar, die Stellung der Zentralregierung gegenüber den mächtigen Adelsfamilien zu stärken.

502 brach ein Krieg gegen die Römer unter Kaiser Anastasios I. aus. 503 gelang den Persern die Einnahme der wichtigen Stadt Amida am Tigris; der oströmische Gegenschlag (die Armee dürfte gut 50.000 Mann umfasst haben) scheiterte an der Uneinigkeit der Generäle. Doch konnten die Römer die Lage schließlich stabilisieren, und Kavadh musste sich zudem wieder seiner Nordgrenze zuwenden, wo hunnische Völker erneut angegriffen hatten. Der Krieg mit Ostrom flammte nach einem Waffenstillstand (507) und einer zwischenzeitlichen Entspannung der Beziehungen um das Jahr 526 wieder auf und zog sich über mehrere Jahre hin, wobei die Hauptkampfhandlungen zunächst in Mesopotamien stattfanden; später wurde auch im Kaukasusraum gekämpft. Als Kavadh I. 531 starb, dauerten die Kämpfe noch immer an. Nachfolger wurde sein Lieblingssohn, der sich schließlich zum größten und berühmtesten Sassanidenkönig und einem der bedeutendsten Herrscher der gesamten Spätantike entwickeln sollte: Chosrau I.

Chosrau I. Anuschirvan – auf dem Höhepunkt der Macht

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Das Sassanidenreich und die spätantike Mittelmeerwelt etwa zur Zeit Chosraus I.; die Grenzen der Randgebiete des Sassanidenreiches waren allerdings fließend.
Bildherkunft

Großkönig Chosrau I. Anuschirvan („mit der unsterblichen Seele“; 531579) war der große Gegenspieler des oströmischen Kaisers Justinian I. Während Chosraus Herrschaft erreichte das Reich seine größte Blüte, er selbst lebte in der Sagenwelt des Orients weiter, während sein Name als Kisra bei den Arabern bis heute das Synonym für „König“ ist (ähnlich wie Caesar als „Kaiser“ im Deutschen). Im Inneren entstanden prächtige Bauwerke, und der Ruf des hochgebildeten Großkönigs als Patron der Künste und Wissenschaften drang bis nach Athen: Nach der Schließung der Akademie von Athen im Jahr 529 suchten die letzten heidnischen Neuplatoniker 531 Zuflucht im Perserreich.

Zunächst schloss Chosrau 532 den so genannten (und von hohen einmaligen Geldzahlungen an die Perser begleiteten) Ewigen Frieden mit Kaiser Justinian I. Doch bereits 540 brachen erneut Kampfhandlungen aus, für die das umfassende Geschichtswerk des Prokopios von Caesarea als unsere wichtigste Quelle dient. Mehrmals drang Chosrau mit seiner Armee plündernd auf römisches Gebiet vor und konnte den oströmischen Truppen, die aufgrund von Justinians Restauratio imperii vor allem im Westen gebunden waren, einige empfindliche Niederlagen zufügen: Noch 540 wurde die Weltstadt Antiochia am Orontes erobert und geplündert, auf dem selben Kriegszug machte Chosrau auch in anderen oströmischen Städten reiche Beute und deportierte Zehntausende nach Persien. Justinian sah sich nun gezwungen, den Krieg gegen die Perser wieder aufzunehmen und entsandte seinen magister militum Belisar in den Osten. Der Kriegsschauplatz erstreckte sich dabei von Lazika am Schwarzen Meer bis nach Mesopotamien. Die Römer und Sassaniden schlossen schließlich 562 erneut Frieden, wobei Justinian diesmal Tributzahlungen zustimmen musste, aber dafür die Kontrolle über Lazika behielt. Allerdings kam es nur wenige Jahre später unter Justinians Nachfolger Justin II. erneut zu Kampfhandlungen, wobei die Perser nach großen Anfangserfolgen 575 (oder 576) bei Melitene ihre bis dahin wohl schwerste Niederlage gegen die Römer hinnehmen mussten; Chosrau konnte nur mit Mühe entkommen, doch brachte der römische Sieg keine Entscheidung.

Gegen Ende seiner langen Herrschaft gelang es dem König, auch an der Südküste des Persischen Golfes und in Südarabien Fuß zu fassen. Oman und Jemen wurden persisch, was auch im Hinblick auf die dort verlaufenden Handelsrouten von Bedeutung war. Im Nordosten vernichtete Chosrau mit Hilfe der Türken um 560 das Reich der Hephthaliten, woraufhin allerdings die Türken deren Platz als Feind der Perser einnahmen. Im Inneren konnte Chosrau offenbar wenigstens zeitweise die Position des Königtums gegenüber dem Adel stärken und mehrere Reformen in Angriff nehmen. So wurde ein neues Steuersystem eingeführt, das vielleicht an das komplizierte Steuersystem des spätrömischen Reiches angelehnt war, und vier große Armeedistrikte geschaffen. Allerdings scheint sich bereits in den 570er Jahren ein Scheitern der Reformen abgezeichnet zu haben, zudem erwies sich vielleicht gerade die letztgenannte Maßnahme als wenig glücklich, da die Armeekommandeure große Macht erhielten und zudem nach der Zerschlagung einer der Hauptarmeen an der Grenze der Weg ins Innere des Reiches frei war (siehe Islamische Expansion, bei der genau dieser Fall eintrat). Als Chosrau starb, hinterließ er ein mächtiges, aber auch von den langen Kriegen erschöpftes Reich.

Chosrau II. Parwez und der Perserkrieg des Herakleios

Chosraus Sohn Hormizd IV. (579590) führte den 572 erneut ausgebrochenen Krieg gegen Ostrom mit wechselndem Erfolg fort und musste sich auch der Türken an der Nordostgrenze erwehren. Im Inneren versuchte er sich offenbar bei der Bevölkerung beliebt zu machen, wobei er jedoch den Fehler beging, gegen den Adel und die Mobads (Priester) vorzugehen, sodass er 590 infolge einer Adelsrevolte gestürzt und durch seinen Sohn Chosrau II. Parwez („Sieger“; 590628) ersetzt wurde, der später mit der Christin Schirin verheiratet war. Chosrau II. musste jedoch sehr bald vor einem Usurpator, dem fähigen General Bahram Chobin, zu den Römern fliehen und erlangte seinen Thron 591 nur mit Hilfe des Kaisers Maurikios zurück, wofür die Römer verlorengegangene Gebiete zurück erhielten. Chosrau II. gilt als der letzte bedeutende Sassanidenherrscher, und in den ersten 10 Jahren seiner Herrschaft waren die Beziehungen zum Westen so friedlich wie nie zuvor.

Doch von 602 bis 629 tobte zwischen Oströmern und Sassaniden dann „der letzte große Krieg der Antike“ (James Howard-Johnston). Chosrau II., der mit Hilfe seines Beraters Yazdin die Staatsfinanzen saniert hatte und der die Schwäche des Oströmischen Reichs nach dem Sturz des Maurikios nutzte, präsentierte einen angeblichen Sohn seines 602 ermordeten Gönners und fiel daraufhin in oströmisches Gebiet ein. Die Römer waren vorerst mit sich selbst beschäftigt: Während der (den Quellen nach) tyrannisch regierende Kaiser Phokas, der Mörder des Maurikios, von Herakleios, dem Sohn des Exarchen von Karthago, 610 gestürzt und getötet wurde, fielen persische Truppen in Syrien ein und drangen bis nach Kleinasien vor. 614 eroberten die Perser – offenbar mit Hilfe einheimischer Juden – Jerusalem und führten das angebliche Kreuz Christi fort, 615/16 erreichten persische Truppen zeitweilig Chalkedon. Seit 619 standen sassanidische Truppen in der Kornkammer des römischen Reiches, in Ägypten, und drangen im Westen bis in die Barka (möglicherweise bis vor Tripolis), im Süden (auf der Suche nach Gold) bis in den Sudan vor.

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Solidus des Herakleios mit seinen Söhnen Konstantin III. und Heraklonas.
Bildherkunft

Während die Sassaniden in den vorangegangenen Jahrhunderten niemals ernsthaft versucht hatten, ihren Machtbereich im Westen über Armenien und Mesopotamien hinaus auszuweiten, brach Chosrau angesichts der militärischen Erfolge nun mit dieser Politik: Syrien und Ägypten wurden als dauerhafte Eroberung administrativ in das Perserreich integriert, ebenso wie es Jahrzehnte zuvor bereits mit Jemen und Oman geschehen war. Fast schien es so, als sei das Reich der Achämeniden wieder auferstanden. In mehreren Feldzügen hatten die Sassaniden die Oströmer an den Rand des Untergangs gebracht und kontrollierten einen Großteil des Reiches, bis Kaiser Herakleios 622 wieder in die Offensive ging. In drei Feldzügen, die Herakleios bis in den Kaukasus führten, gelang es ihm, wenn auch nur unter Aufbietung aller verfügbaren Kräfte, das Blatt zu wenden und mehrere persische Verbände zu schlagen. Es zeigte sich nun, dass Chosrau II. den Krieg offenbar nicht mit aller Entschlossenheit führte: So standen starke Truppenverbände (eventuell sogar die besseren) in Ägypten, die sich auch nicht am Kampf gegen Herakleios beteiligten, zumal Chosrau seinen Kommandeuren, wie dem fähigen General Shahrabaraz, wohl nicht wirklich vertraute. Eine persische Großoffensive, die mit der Belagerung von Konstantinopel 626 durch die mit den Persern verbündeten Awaren verbunden war, scheiterte, zumal die Perser nicht auf das europäische Ufer übersetzen konnten. Seit etwa 620 scheinen die persischen Truppen in Hinblick auf Strategie, Ausrüstung und Taktik den Anschluss verloren zu haben: Die scheinbare Macht des Sassanidenreiches, das seine Leistungsfähigkeit in diesem Kampf stark überfordert hatte, erwies sich nun als brüchige Fassade.

Anfang Dezember 627 fügte Herakleios den Persern in der entscheidenden Schlacht bei Ninive eine Niederlage zu. Chosrau II. musste fliehen und verlor damit sein Ansehen und seinen Rückhalt bei den Großen des Reiches; er wurde bald darauf (Februar 628) entthront und schließlich ermordet. Sein Nachfolger Kavadh II. ersuchte um Frieden. Die Sassaniden mussten das Kreuz Christi und alle eroberten Gebiete zurückgeben (629/630).

Das Ende der Sassaniden

Nach der Ermordung Chosraus II. und dem Tod Kavadhs II., der nur wenige Monate regierte, folgten eine Zeit der Wirren und rund ein Dutzend schnell wechselnder Herrscher, wobei sogar zwei Töchter Chosraus – eigentlich kamen nur Männer als Thronfolger in Frage – und der Christ Shahrabaraz für kurze Zeit auf den Thron gelangten. Die Quellenüberlieferung ist für diesen Zeitraum sehr unzuverlässig; selbst die Chronologie der Herrscher ist nicht immer gesichert.

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Die islamische Expansion im 7. Jahrhundert
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Das Ende des geschwächten und ausgebluteten Sassanidenreiches wurde in der Regierungszeit Yazdegerds III. (632651) besiegelt, als die Heere der islamischen Araber sowohl in die oströmischen Orientprovinzen als auch in das Sassanidenreich eindrangen. Dabei erwies sich auch die Beseitigung des Pufferstaates der Lachmiden durch Chosrau II. um 602 als strategischer Fehler. 634 konnten die Angreifer in der so genannten Schlacht an der Brücke noch zurückgeschlagen werden, doch dann unterlagen die Sassaniden in zwei Entscheidungsschlachten: Zunächst in der Schlacht von Kadesia 636, was den Verlust Ktesiphons und Mesopotamiens zur Folge hatte, und dann bei Nehawend 642 im iranischen Herzland wurden die persischen Heere geschlagen (siehe dazu Islamische Expansion). Yazdegerd musste fliehen, während sich viele persische Adlige bald mit den Invasoren verständigten; andere, die isolierten Widerstand leisteten, wurden militärisch besiegt. Möglicherweise hatten bereits 636 Teile des Heeres mit den Muslimen zusammengearbeitet, zur gleichen Zeit waren mit den letzten Lachmiden die ehemaligen arabischen Vasallen der Perser zum Islam übergetreten. Yazdegerd III. wurde 651 in Merw, im äußersten Nordosten seines zusammenbrechenden Reiches, von einem seiner Untergebenen getötet. Das Sassanidenreich hatte damit aufgehört zu bestehen, auch wenn einige Regionen (so etwa Deylam) noch längere Zeit Widerstand leisteten.

Yazdegerds Sohn Peroz aber entkam an den chinesischen Kaiserhof der Tang und ließ sich in Chang'an nieder. Mit chinesischer Hilfe versuchte er während des Bürgerkrieges Alis gegen Muawiya (seit 656), die Macht zumindest im Osten Persiens wiederzuerlangen, was aber scheiterte. Tatsächlich beherrschten die Chinesen um 670 kurzzeitig weite Teile Zentralasiens, Chorasans, Afghanistans und möglicherweise sogar Gebiete bis zur Küste Belutschistans; an der Tatsache, dass Iran nun unter arabischer Herrschaft stand, änderte diese Episode freilich nichts.

Innerer Aufbau des Reiches, Gesellschaft, Religion und Militär

Königtum, Adel und staatlicher Aufbau

Das Perserreich der Sassaniden zeichnete sich besonders dadurch aus, dass die noch von den Parthern gepflegte Kultur im Stil des Hellenismus weiter zurückgedrängt wurde und stattdessen die iranischen Elemente stärker herausgestellt wurden, wenngleich die neuere Forschung dies in Teilen relativiert: So förderte Schapur I. durchaus die griechische Kultur, ähnlich wie sich später auch Chosrau I. für die Philosophie der Antike interessierte. Letztlich betonten die Sassaniden zwar die Unterschiede zu den Parthern, hielten aber faktisch in fast allen Bereichen zunächst weitgehend am Bestehenden fest.

Die neue Dynastie stand allerdings unter Legitimationsdruck; die ersten Sassaniden mussten sich – gerade im Krieg mit Rom – als würdige Könige erweisen. Zudem diente wohl das alte Perserreich der Achämeniden in gewisser Weise als Vorbild, was auch in der Selbstbezeichnung der Sassanidenherrscher zum Ausdruck kam, Könige der Könige zu sein. Allerdings wussten bereits die ersten Sassaniden offenbar nicht viel mehr über ihrer achämenidischen „Vorfahren“ bzw. „Urahnen“, als dass diese einst ein großes Reich beherrscht hatten (siehe oben). Das politische Konzept von Iran, vom Land der Arier, entstand erst in sassanidischer Zeit. Schapur I. war dann, wie erwähnt, der erste Großkönig, der sich als König der Könige von Iran und Nicht-Iran bezeichnen ließ. Der Herrscher war König von Gottes Gnaden und vom Samen der Götter, aber kein Gottkönig. Später wurden sogar die mythischen Urkönige Irans als Vorfahren miteinbezogen; diese Mystifizierung lebte unter anderem in dem im 6./7. Jahrhundert entstandenen Herrenbuch fort (siehe unten). Ansonsten bezogen die Sassanidenkönige ihre Legitimität vor allem aus ihrem „Glücksglanz“ (dem xvarrah) sowie aus der Demonstration ihrer persönlichen Fähigkeiten im Krieg und auf der Jagd.

Die Großkönige standen dem Hochadel gegenüber, in welchem die sieben großen Familien eine besondere Rolle spielten; die Situation scheint in manchem der des Heiligen Römischen Reiches im Hochmittelalter geähnelt zu haben: Starke Herrscher konnten dem „feudalen“ Adel ihren Willen aufzwingen, doch kam es auch immer wieder zu Thronwirren und Konfrontationen mit der Aristokratie (und dort vor allem gegenüber den mächtigen Adelsfamilien der Mihran, Suren und Karen, die bereits in parthischer Zeit eine bedeutende Rolle gespielt hatten und über große Besitzungen verfügten) und dem zoroastrischen Klerus. Allerdings wurde bis zur Endphase des Reiches fast ausnahmslos daran festgehalten, dass nur ein (körperlich unversehrtes) Mitglied des Hauses der Sassaniden den Thron besteigen durfte. Wie konfliktreich das Verhältnis zwischen Königen und Adligen letztlich war, ist in der Forschung sehr umstritten. Der Adel selbst gliederte sich wohl in vier Rangklassen: regionale Dynasten, Prinzen von königlichem Blut, Mitglieder der großen Familien und am Ende die so genannten Azatan, die geringeren Adligen.

Der Hof der Sassaniden kannte, wenigstens in seiner Frühzeit, einen Adelsrat, dessen Funktionen und Einflussmöglichkeiten aber schwer zu bestimmen sind. Adelsversammlungen erwähnt noch Prokopios (ca. 500 bis 562), doch die Funktion und Zusammensetzung dieser Organe ist unklar. Offenbar spielten der Adel und die Priesterschaft, deren Hierarchie sich erst im Laufe der Zeit ausprägte, bei der Bestimmung des Thronfolgers eine gewisse Rolle. Außerdem gab es ein später immer ausgeprägteres Hofzeremoniell sowie eine differenzierte Abstufung von Rangtiteln. Einer der höchsten Hofbeamten war der Hazaúrbed, der in der Frühzeit wohl Kommandeur der Leibwache des Königs gewesen war. Von Bedeutung war daneben auch der Wuzurg-framadar („Großwesir“). Vermutlich waren zumindest einige der wichtigsten Ämter (genau wie das Königtum) innerhalb bestimmter Adelsfamilien erblich. Einige Althistoriker sind im übrigen der Ansicht, das persische Zeremoniell habe dann dem spätantiken römischen als Vorbild gedient.

Söhne des Königs wurden zumindest in der Frühzeit oft mit Provinzstatthalterschaften betraut, daneben existierten aber auch regional herrschende Fürsten und sogar Teilkönige (wie in Armenien), denen die Verwaltung über größere Provinzen übertragen wurde. Allerdings ist es relativ unstrittig, dass das Reich unter den Sassaniden insgesamt stärker zentralisiert war als unter den Parthern und daher auch über eine größere Anzahl von Amtspersonen verfügte Vgl. aber Rubin, The Sasanid Monarchy, S. 652ff., der das Bild eines stärker zentralisierten Staates zu relativieren versucht. Zusammenfassend zum sassanidischen Königtum und zum Staatsaufbau: Wiesehöfer, Das antike Persien, S. 220–228 und S. 243ff. sowie Schippmann, Grundzüge, S. 80–86.. Dies umso mehr, als in der Schwächephase des Adels im 5. Jahrhundert (siehe Mazdakiten) teils Adelsland in Königsland umgewandelt werden konnte. Auch die Reformen Chosraus I. haben zeit- und teilweise die Position des Königtums gestärkt, etwa durch die Schaffung eines Dienstadels bzw. „Rittertums“ (die Dehkānān), wenngleich der Adel nach seinem Tod auch wieder an Macht gewann. An die sassanidische Hofverwaltung und Hofkultur sowie an das sassanidische Steuersystem, das seit Chosrau I. aus einer kombinierten Kopf- und Grundsteuer bestand, sollten später auch die Abbasiden anknüpfen.Vgl. Frye, Persien, S. 480f.

Kulturelles Leben und Gesellschaft

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Szene aus dem Schāhnāme: Rostam erschießt Esfandyar mit einem von Simurgh verzauberten Pfeil.
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Wenn bisher nicht von der sassanidischen mittelpersischen Literatur die Rede war, so nur aufgrund des weitgehenden Verlustes derselbigen. Wir besitzen fast keine Werke (abgesehen von Fragmenten), die sich mit Sicherheit in die sassanidische Zeit zurückdatieren lassen; auch nicht das Avesta, dessen älteste bekannte Handschrift erst in nachsassanidischer Zeit entstanden ist. Eine wichtige Vermittlerrolle spielten jedoch die perso-arabischen Autoren wie etwa Tabari, der auf heute verlorene spätantike Quellen zugreifen konnte und sie neu bearbeitete; Firdausi bearbeitete das in spätsassanidischer Zeit entstandene Herrenbuch (Xwadaynamag) und schuf mit dem (neupersischen) Königsbuch (Schāhnāme) ein unvergessliches Meisterwerk der Dichtkunst. Sie erlauben wenigstens eine ungefähre Vorstellung vom Reichtum der weltlichen mittelpersischen Literatur, die historische Werke ebenso umfasste wie beispielsweise Poesie, Rechtsbücher, Romane aller Couleur, geographische Berichte, religiöse und astronomische Abhandlungen sowie Heldenepen.

Unter dem wohl bedeutendsten Sassanidenkönig, Chosrau I., der unter anderem Texte griechischer Philosophen und indische Märchen ins Mittelpersische übersetzen ließ (dies hatte nachhaltige Auswirkungen, da diese Texte so später den Arabern zugänglich wurden und diese, besonders unter den Abbasiden, daran anknüpfen sollten) entfaltete sich das Hofleben besonders prächtig: Die Jagd wurde kultiviert, auch wurden Schach und Polo am Hof des Großkönigs gespielt; außerdem wurde der prächtige Palast von Taq-e Kisra errichtet. Ebenso wie sein Andenken, das besonders lebendig blieb, wurde das von mehreren Sassanidenkönige in späteren Erzählungen festgehalten und gepflegt, auch und gerade in islamischer Zeit. Die Erinnerung an Bahram V., der aufgrund seines Jagdgeschicks den Beinamen „der Wildesel“ (Gor) erhielt, sollte ebenso wie die an Chosrau II. in orientalischen Sagen weiterleben. Besonders der märchenhafte Hof Chosraus II. und seine Beziehung zu der Christin Schirin beflügelten die Phantasie der Nachwelt, was sich auch in mehreren muslimischen Dichtungen widerspiegelt (Schāhnāme, Nezamis Chosrau und Schirin etc.).

Der sassanidische Iran spielte eine bedeutende und nicht zu unterschätzende Rolle bei der Vermittlung von Wissen zwischen Ost und West: An den Hochschulen des Landes (besonders in Nisibis und Nischapur oder an der Akademie von Gundishapur) beschäftigte man sich unter anderem mit Medizin, Recht und Philosophie und rezipierte das griechisch-römische Wissen, umgekehrt gelangte über den Iran auch Wissen in den Westen. Im Iran nahmen Manichäer und Nestorianer ihre Missionstätigkeit auf, die sie bis an die Grenzen Chinas führte.

Zu den kulturellen Errungenschaften der Sassaniden gehört die Fortentwicklung und erfolgreiche Verbreitung des freischwebenden Kuppelbaus (hier lässt sich besonders im sechsten Jahrhundert eine starke gegenseitige Beeinflussung von persischer und oströmischer Architektur beobachten) – ebenso übrigens wie raffinierter Zucker und die ersten Windmühlen, die in spätsassanidischer Zeit errichtet wurden. Bekleidungsstücke wie Hose und Turban wurden durch sie populär, ebenso wie die Ausrüstung mit Brustpanzer und Kettenhemd. Der ritualisierte Reiterzweikampf (mard-o-mard) erinnert in erstaunlicher Weise an den Tjost des europäischen Mittelalters. Die ritterlich-höfische Kultur des Islam und des Abendlandes wurde von den Sassaniden entscheidend vorgeprägt – und es ist vielleicht kein Zufall, dass das Schach, lange Zeit das höfische Brettspiel par excellence, durch die Sassaniden in den Westen vermittelt wurde – schon der Name Schach leitet sich ab von Schah (dt. „König“).Allgemein zur Kultur: Wiesehöfer, Das antike Persien, S. 289–295, mit den entsprechenden Hinweisen; vgl. auch Frye, Persien, S. 411ff.

Die Gesellschaft war – glaubt man den späteren zoroastrischen Quellen – ab dem 5. Jahrhundert, ähnlich wie der Hofadel, in vier Klassen unterteilt, die man als Kasten bezeichnen kann: 1) Priester und Richter, 2) Krieger, 3) Schreiber und 4) Bauern und Handwerker, auch wenn die Forschung sich über die Reihenfolge nicht immer einig ist. Obwohl in den Städten Händler und Handwerker eine große Rolle spielten, war die Mehrheit der Bevölkerung als Bauern auf dem Land tätig; sie profitierten auch von den Reformen Chosraus I., da sie nun ihr Land selbstständig bearbeiten durften und in einem geringeren Maße vom Adel (siehe dazu oben) abhängig waren als vorher. Eine bedeutende Rolle im Sassanidenreich spielten die zoroastrischen Priester (Mobads), die zugleich auch eine Richterfunktion ausübten und als Rechtsgelehrte wirkten.

Die Sklaven wurden im Sassanidenreich zwar als „Sachen“ angesehen, gleichzeitig aber auch als menschliche Wesen und waren so vor allzu grausamer Behandlung geschützt, wenngleich ihre Besitzer sie verkaufen oder verschenken durften. Zu berücksichtigen sind ferner die Kriegsgefangenen und Deportierten aus den römischen Gebieten, die im Sassanidenreich wiederangesiedelt wurden. So bauten römische Gefangene Gebäude und Brücken, die noch heute erhalten sind. Ob die Deportation von Römern ins Perserreich wirklich zu einem massiven Anstieg des Anteils der Christen an der Bevölkerung geführt hat, wie oft vermutet wird, ist heute umstritten.

Kunst

In der Kunst entstanden in sassanidischer Zeit einige bedeutende Werke, wie etwa die kunstvoll gestalteten Silberarbeiten (seltener sind Goldarbeiten), wobei sich der Stil der Silberarbeiten im Laufe der Zeit kaum änderte. Die Werke reflektieren den auch von spätantiken römischen Autoren beschriebenen Reichtum und die Pracht des Sassanidenhofes. Typisch war die Darstellung des Großkönigs zusammen mit Jagdszenen auf Silberschalen. Andere Silberarbeiten bilden beispielsweise kultische Handlungen ab. Mythologische Darstellungen sind seltener und lehnen sich offenbar an griechisch-römische Arbeiten an; es sind aber auch Arbeiten mit christlichen Motiven bekannt. Umgekehrt weisen etwa die heute bekannten Überreste der im sechsten Jahrhundert errichteten Polyeuktoskirche in Konstantinopel zahlreiche sassanidische Elemente auf.

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Darstellung des Königs Chosrau II. als Panzerreiter (Taq-e-Bostan).
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Am imposantesten sind sicherlich die Felsreliefs der Dynastie (etwa bei Naqs-i Rustam); nach Darstellungen mit Schapur III. finden sich jedoch erst wieder Reliefs aus der Zeit Chosraus II., wie die bei Taq-e-Bostan, wo er unter anderem auf der Jagd dargestellt wird. Dort befindet sich auch eine eindrucksvolle Darstellung dieses Großkönigs als Panzerreiter (clibanarius). Die Reliefs bei Bischapur wurden auch nachweislich von fremden Künstlern, wahrscheinlich Kriegsgefangene Schapurs II., mitangefertigt. Die Reliefs wurden oft zum Gedenken an militärische Siege angefertigt und dienten damit auch Propagandazwecken, andere zeigen den König thronend zusammen mit seinem Gefolge.

In der Architektur sind außerdem Stuckarbeiten aus sassanidischer Zeit bekannt, die aus Gips angefertigt wurden, in späterer Zeit wohl auch als „Massenprodukt“: Es wurde ein Exemplar modelliert, das als Muster für andere diente. Im Bereich der Architektur sei nur auf die sassanidischen Städte Firuzabad und Bischapur verwiesen, wobei diese beiden auch mit am besten erforscht sind, sowie auf das in der Zeit von Schapur I. von römischen Gefangenen errichtete Gundishapur (nach R.N. Frye: das schönere Antiochia des Schapur; es sind aber auch andere Übersetzungen möglich), welches sich zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum entwickeln sollte. Die Palastbauten demonstrieren außerdem teils sehr eindrucksvoll die Technik der Sassaniden bei der Errichtung von Kuppelräumen.

Eine bedeutende Quelle stellen auch die sassanidischen Münzen dar: Auf der Vorderseite ist der König mit seiner individuellen Krone abgebildet, auf der Rückseite ist entweder der Feueraltar alleine, der Altar mit zwei Figuren am Rand oder aber eine Büste in den Flammen abgebildet. Die Sassaniden prägten (anders als die Parther) auch in Gold, doch dominierte bei weitem die Silberdrachme.Zur sassanidischen Kunst vgl. u.a. Schippmann, Grundzüge, S. 107ff. und den Artikel Art, V., Sasanian, in: EIr, Bd. 2, S. 589ff. Siehe auch Roman Ghirshman, Iran. Parther und Sasaniden, München 1962 (mit zahlreichen Abbildungen).

Religion

Der Zoroastrismus beziehungsweise Mazdaismus war unter den Sassaniden zwar sehr einflussreich und wurde zumeist auch von den Königen gefördert, er kann aber dennoch nicht als die einzig geduldete Religion bezeichnet werden. Zudem ist unklar, welche Variante dieses Glaubens in sassanidischer Zeit die vorherrschende war. Manche Historiker (sehr vorsichtig Klaus Schippmann, der aber eine durchgängige Staatskirche für unwahrscheinlich hält; Richard Frye) sprechen aber dennoch, wenigstens zeitweise, von einer sassanidischen „Staatskirche“, die aber, im Gegensatz zur spätrömischen christlichen Staatsreligion, nicht auf ein allgemeines Verbot der anderen Religionen hinwirkte. Letztlich ist dabei entscheidend, wie man „Staatskirche“ definieren will. Für genauere Aussagen ist die Quellenüberlieferung jedoch zu dürftig bzw. zu ungenau, auch wenn sich in den Inschriften Kartirs, wie an der Kaaba des Zoroaster, einige Hinweise finden, die aber mit größter Vorsicht zu gebrauchen sind. Demnach war Kartir jedenfalls eifrig bemüht, den zoroastrischen Glauben zu stärken und „Heiden“ zu bekehren.

Insgesamt waren die Sassaniden aber wohl relativ tolerant gegenüber anderen Religionen, zumal zu Beginn mehrere Religionen um die Einflussnahme stritten. Dies sieht man auch an der Rolle, die der Manichäismus unter Schapur I. spielte, wenngleich die Manichäer nach dem Tod Manis teils harten Verfolgungen ausgesetzt waren, nachdem die zoroastrischen Priester (Mobads) wieder stärkeren Einfluss auf König Bahram I. und vor allem Bahram II. nahmen. Besonders der oben erwähnte Kartir hatte auf den jungen König Bahram II. offenbar großen Einfluss. So heißt es auf einer Inschrift:

„Karder (Kartir), der Erlöser der Seele Varehrans (Bahrams).“Nach Schippmann, Grundzüge, S. 29.

Kartir wurde später zum obersten Richter ernannt, was den Höhepunkt der Verknüpfung von Staat und zoroastrischer „Kirche“ darstellte. Unter Narseh scheint diese enge Verzahnung allerdings schon bald wieder aufgegeben worden zu sein.

Die Juden, die vor allem in Mesopotamien relativ stark vertreten waren, wo Ende des 6./Anfang des 7. Jahrhunderts der so genannte babylonische Talmud entstand, wurden in der Regel als loyale Untertanen des Königs angesehen; ihnen blieben, von Ausnahmen abgesehen, Verfolgungen erspart.

Das Christentum hingegen sollte unter Schapur II., unter dem auch das Avesta gesammelt worden sein soll, zum ersten Mal verfolgt werden, allerdings aus politischen, nicht aus religiösen Gründen. So weigerte sich der Katholikos Simon bar Sabbae, Steuern zur Finanzierung des Krieges gegen Byzanz durchzusetzen; wahrscheinlich wurde den Christen, nachdem das Römische Reich sich nun langsam zu einem Imperium Romanum Christianum wandelte, auch misstraut. Im 5. Jahrhundert formierte sich jedoch eine Art „innerpersische Kirche“ formierte (siehe Assyrische Kirche des Ostens, oft fälschlich als „nestorianische Kirche“ bezeichnet; 410 war auf der Synode von Seleukia-Ktesiphon eine eigene Kirchenorganisation geschaffen worden), die schließlich nicht mehr das Ziel von Verfolgungen war: Wenngleich es unter Chosrau I. in Armenien zu Repressalien gegen Christen kam, garantierte dieser Herrscher 562 den Christen die freie Religionsausübung. Unter Chosrau II. wurde das Christentum zeitweilig wieder gefördert (Chosraus Lieblingsfrau Schirin war selbst Christin, ebenso wie Chosraus Hofarzt Gabriel von Schiggar), wobei es vor allem in Mesopotamien an Boden gewann. Allerdings traten teils Spannungen zwischen den verschiedenen Konfessionen auf, wie etwa zwischen Monophysiten und „Nestorianern“ (zu denen auch der wichtigste Finanzbeamter Chosraus II., Yazdin, gehörte), wobei letztere eine recht erfolgreiche Missionstätigkeit im Osten ausübten.

Insgesamt kann festgehalten werden, dass innen- und außenpolitische Faktoren bei der Religionspolitik der verschiedenen Herrscher eine wenigstens nicht unwichtige Rolle spielten, während die Sassaniden insgesamt eine größere Toleranz gegenüber Andersgläubigen an den Tag legten, als es viele der zeitgenössischen christlichen Kaiser im spätantiken Römischen Reich taten.Vgl. zusammenfassend Wiesehöfer, Das antike Persien, S. 266ff. sowie Schippmann, Grundzüge, S. 92–102.

Wirtschaft

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Verlauf der Seidenstraße im Mittelalter
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Trotz einiger Städtegründungen (die Sassaniden waren wesentlich mehr an Städten interessiert als ihre Vorgänger, die Arsakiden), wie auch des prächtigen Ausbaus der Hauptresidenz Ktesiphon, war die Landwirtschaft wie überall in der Alten Welt der wichtigste Wirtschaftszweig. Sie erbrachte auch die meisten Steuern, wenn die Besteuerung auch lange Zeit nicht besonders effizient war, was sich jedoch wenigstens zeit- und teilweise durch die Reformen Chosraus I. änderte. Besonders wichtig war in diesem Zusammenhang (das nicht iranische) Mesopotamien, wo auch rund zwei Drittel der Steuereinnahmen erbracht wurden. Durch die Förderung der Städte prosperierten aber auch andere Wirtschaftszweige, vor allem das Handwerk und die Textilindustrie.

Darüber hinaus profitierte die Wirtschaft der Sassaniden vor allem von der Tatsache, dass mehrere bedeutende Handelsrouten durch das von ihnen kontrollierte Gebiet verliefen wie etwa die Seidenstraße. Aber auch aus dem Zwischenhandel mit Ostrom schlugen sie Gewinn; mehrmals versuchten die Römer, die sassanidischen Zwischenhändler auszuschalten, was nicht gelang. Erst unter Justinian I. kamen die Oströmer in den Besitz von Seidenraupen, doch sollten noch Jahrzehnte vergehen, bevor sich eine nennenswerte römische Seidenindustrie entwickelt hatte. Bei der Kontrolle der wichtigsten Ost-West-Handelsrouten half den Sassaniden auch, dass sie den Seehandel im westlichen Indischen Ozean lange Zeit weitgehend unter Kontrolle hatten; so wurde der Handel mit Indien und Ceylon im 6. Jahrhundert vor allem von sassanidischen Kaufleuten abgewickelt. Auch mit dem südlichen Russland wurde ein reger Handel getrieben, vor allem im Bereich des Kaspischen Meeres. Zu China unterhielten die Sassaniden, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen, ebenfalls Kontakte: So gelangten an den Hof der nördlichen Wei zwischen 455 und 522 insgesamt zehn Gesandtschaften. Nach der Wiedervereinigung Chinas 589 unter der Sui-Dynastie wurden erneut Kontakte geknüpft, die bis zum Ende des Sassanidenreiches Bestand haben sollten; der letzte sassanidische Kronprinz, Peroz, floh gar an den Hof der Tang-Dynastie.Bzgl. der Wirtschaft knapp referierend: Schippmann, Grundzüge, S. 87–91.

Militärwesen

Militärisch zeigte sich das Sassanidenreich seinen Gegnern weitgehend gewachsen. So konnte es auch dem Ansturm der Hunnen ab dem 4. Jahrhundert standhalten. Die Stärke der sassanidischen Armeen, deren Generäle den Titel Spaúhbed (Spahbad, Spahbed u.ä.) trugen und sich häufig aus den großen Magnatenfamilien rekrutierten, lag in ihren schwergepanzerten Reitern, den Kataphraktoi und Klibanarioi, denen die Römer anfangs nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten. Bis zum Schluss waren die schweren Lanzenreiter sowie die berittenen Bogenschützen die wichtigsten Einheiten der persischen Armee. Etwa ab dem 5. Jahrhundert unterschieden diese sich in Ausrüstung und Kampfweise kaum mehr von ihren oströmischen Gegnern.

Vermutlich lag die maximale Stärke der Armee (wenn man den Quellen trauen darf) zwischen 50.000 und vielleicht 100.000 Mann; genauere Angaben sind nur schwer zu machen. Zum Heer gehörten natürlich nicht nur Reiter, obwohl sie aufgrund der Weite des Raumes den wichtigsten Bestandteil ausmachten, sondern auch Kriegselefanten, Infanterie, die teils zwangsverpflichtet wurde und einen weniger guten Ruf genoss als die Reiterei, sowie bei Bedarf Truppen mit Belagerungsgerätschaften. Diese wussten die Sassaniden durchaus zu benutzen, wie uns die Berichte bei Ammianus Marcellinus und Prokopios sowie die Ausgrabungen in Dura Europos verraten. Ohnehin gewährt uns Ammianus viele wertvolle Einblicke in die sassanidische Kriegsführung (vgl. z.B. Ammian 19,5) sowie in das Sassanidenreich an sich (besonders Ammian 23,6). Allerdings unterliefen ihm einige kleinere Fehler, zumal er sich dabei teils auf ältere Quellen verließ. Eine unschätzbare und insgesamt sehr zuverlässige Quelle ist Ammianus jedoch hinsichtlich der Militäraktionen an der römischen Ostgrenze zur Zeit Schapurs II.; ähnlich wertvoll ist dann Prokops Bericht über die Kriege unter Chosrau I. bzw. Justinian I. im sechsten Jahrhundert.

Die Reiter waren in der Regel gepanzert, verfügten über eine Lanze, Schwert, Streitaxt und zwei Bögen und 30 Pfeile. Es existierte auch eine Elitereiterei, die wie die Leibgarde der Achämenidenzeit die Unsterblichen genannt wurde. Die Panzerreiter, die vielleicht Pate standen für die späteren europäischen Ritter, genossen ein hohes Ansehen. Sie waren den römischen Truppen der Spätantike absolut gewachsen, unterlagen aber wie diese schließlich der wendigeren leichten Reiterei der Araber.

Chosrau I. teilte das Reich in vier Militärdistrikte auf und unterstellte jeden davon einem Spahbad, während die Grenzdistrikte der Kontrolle von Markgrafen unterstanden, so genannten Marzbans. Auch sorgte er wohl dafür, dass das Militär wieder stärker an den König als an die großen Adelshäuser gebunden war. Allerdings scheint sich dies bereits unter seinem Sohn Hormizd IV. wieder geändert zu haben.Vgl. z.B. Schippmann, Grundzüge, S. 103ff.; siehe auch den Artikel Army, in: EIr, Bd. 2, S. 496–499.

Nachwirkung der Sassaniden

Mit der Zerschlagung des Sassanidenreiches und der Eroberung der oströmischen Orientprovinzen beendeten die Araber so endgültig die Spätantike. Doch beeinflussten sassanidische Traditionen in der Folgezeit auch die islamischen Araber noch in erheblichem Maße.

So wurde der Hof der Sassaniden Vorbild für den Hof der Abbasiden in Bagdad, und Herrscher wie Chosrau I. fanden großen Anklang. Auch die Hinwendung zur Philosophie der Antike, die vor allem am Hof Chosraus I. gepflegt worden war, ist eine Parallele, sowie die Leistungen der späteren islamisch-persischen Literatur. Das Persien der Sassaniden endete nicht sang- und klanglos, sondern fand einen wirkungsmächtigen Nachhall – Chosrau I. etwa erscheint auch in den Erzählungen aus Tausendundeiner Nacht.

Nach einer schiitischen Tradition heiratete eine Tochter Yazdegerds III. den al-Husain ibn 'Alī und wurde somit die Mutter des vierten Imams Ali Zain al-Abidin, was den schiitischen Imamen neben der islamischen auch eine dynastische Legitimation – auf beiden Seiten allerdings nur in weiblicher Linie – verleihen sollte. Derartige Legenden waren im Orient aber üblich (auch die Sassaniden hatten auf eben diese Weise im Nachhinein eine angebliche Verwandtschaft mit ihren Vorgängern, den Arsakiden, konstruiert) und sollten als höchst unglaubwürdig betrachtet werden. Auch die tadschikischen Samaniden beriefen sich seit dem 9. Jahrhundert auf eine Abstammung von den Sassaniden.

Die moderne Forschung hat sich in den vergangenen Jahrzehnten recht intensiv mit den Sassaniden auseinandergesetzt, wobei in der Regel auf die originären Leistungen der Sassaniden (siehe oben) sowie auf die Bedeutung des Sassanidenreichs als Bindeglied zwischen Ost und West aufmerksam gemacht wird. Im Hinblick auf den Übergang von den Parthern zu den Sassaniden hat unter anderem Ehsan Yarshater größere Brüche bestritten: Die Sassaniden knüpften vielmehr politisch und kulturell an das Partherreich an, wenn auch die spätsassanidische Überlieferung ein anderes Bild zu vermitteln versucht. Bezüglich der Nachwirkung der Sassaniden hat vor allem Richard Nelson Frye immer wieder darauf hingewiesen, dass das Sassanidenreich einen großen Einfluss auf die Entwicklung des islamischen Iran gehabt hat, wie auch der Einfluss der Sassaniden auf Rom bzw. Byzanz und vielleicht auch auf China nicht unterschätzt werden sollte. Mit dem Ende des Sassanidenreichs, welches kulturell in vielerlei Hinsicht der Höhepunkt des alten Persiens gewesen ist, endete auch endgültig die altorientalische Geschichte und eine neue Epoche begann.

Siehe auch

Quellen

Die Überlieferung zu den Sassaniden ist zwar weitaus umfangreicher als für die Parther, doch alle Quellen – für die Frühzeit des Reiches Cassius Dio sowie Herodian, für die Spätantike römische Autoren wie Ammianus Marcellinus, Priscus, Prokopios von Caesarea, Agathias oder Theophylaktos Simokates, außerdem armenische und syrische, mittel- (Pahlawi) und neupersische sowie arabische Texte (beispielsweise Tabaris Universalgeschichte) – bieten ihre jeweils eigenen Probleme, die ihre Auswertung erschweren. Bei den westlichen Quellen ist zu beachten, dass sie die Sassaniden in der Regel als Feinde wahrnahmen und dementsprechend auch ihr Urteil über sie negativ beeinflusst war. Die meisten orientalischen Texte hingegen berichten aus einem Abstand von mehreren Jahrhunderten, was ihre Zuverlässigkeit stark einschränkt. Insgesamt lässt sich also sagen, dass der größte Teil unserer Quellen entweder aus räumlicher oder zeitlicher Distanz berichtet, was nicht zuletzt auf den weitgehenden Verlust der einst reichhaltigen profanen mittelpersischen Literatur zurückzuführen ist. Aus diesem Grund herrscht über viele Aspekte der sassanidischen Geschichte und Gesellschaft Unklarheit.

Berühmt sind zudem die großen Felsinschriften und Reliefs (wie bei Naqs-i Rustam) aus der Frühzeit des Reiches. Sie stellen wichtige Primärquellen dar, stammen aber fast ausschließlich aus den ersten Jahrzehnten der Dynastie. Außerdem sind einige bedeutende Kunstwerke (vor allem im Bereich der Toreutik), Siegelsteine, Münzen (auf denen jeder Großkönig eine speziell angefertigte Krone trug) und Bauwerke aus sassanidischer Zeit erhalten.

Eine solide Auswahl an übersetzten Quellenauszügen bieten:

  • Engelbert Winter und Beate Dignas: Rom und das Perserreich. Zwei Weltmächte zwischen Konfrontation und Koexistenz, Studienbücher Geschichte und Kultur der Alten Welt, Berlin 2001. Neben einigen übersetzten Quellenauszügen bietet der Band einen knappen Abriss der sassanidischen Geschichte. Besprechung (Plekos 3, 2001).
  • Michael H. Dodgeon und Samuel N. C. Lieu: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars (AD 226–363), London und New York 1991.
  • Geoffrey B. Greatrex und Samuel N.C. Lieu: The Roman Eastern Frontier and the Persian Wars. Part II AD 363–630. A narrative sourcebook, London und New York 2002. Die beiden englischsprachigen Quellenbände bieten eine relativ umfassende Geschichte der römisch-persischen Beziehungen; wobei der zweite Band besonders empfehlenswert ist. Besprechung (Plekos 4, 2002)

Des Weiteren sei vor allem auf Nöldekes Klassiker hingewiesen:

  • Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sasaniden. Aus der arabischen Chronik des Tabari, übersetzt und mit ausführlichen Erläuterungen und Ergänzungen versehen von Theodor Nöldeke, Leiden 1879 (ND 1973).

Zu den anderen Quellenausgaben sei auf die Bibliographie der jeweiligen Artikel verwiesen. Daneben sei auf den Überblick in der Cambridge History of Iran, Bd 3.2, S. 1269ff. aufmerksam gemacht.

Literatur

Es versteht sich, dass nur eine begrenzte Auswahl aus der mittlerweile recht umfangreichen Sekundärliteratur genannt werden kann. Relativ aktuelle und ausführliche Bibliographien finden sich unter anderem in der Cambridge History of Iran, Bd. 3.2, Cambridge u.a. 1983, S. 1293ff., sowie in Wiesehöfer, Das antike Persien, Düsseldorf 2005, S. 365ff. (kommentiert). Speziell sei auf die betreffenden Artikel in der EIr aufmerksam gemacht.

  • Michael Alram und Rika Gyselen (Hrsg. [Bd. 1]): Sylloge Nummorum Sasanidarum. Bd. 1ff., Paris, Berlin und Wien 2003ff.
    Wichtiger Münzkatalog
  • Carlo Cereti: La Letteratura Pahlavi. Introduzione au testi con riferimenti alla storia degli studi e alla tradizione manoscritta. Mimesis, Mailand 2001, ISBN 88-87231-39-7
    Die derzeit beste und neueste Einführung in die mittelpersische Literatur.
  • Arthur Christensen: L'Iran sous les Sassanides. 2. Aufl., Munksgaard, Kopenhagen 1944 (Nachdruck Zeller, Osnabrück 1971, ISBN 3-535-01195-7).
    Ein immer noch nützliches, aber natürlich in vielem völlig veraltetes Werk.
  • James Howard-Johnston: East Rome, Sasanian Persia and the End of Antiquity: Historiographical and Historical Studies (Collected Studies). Aldershot 2006, ISBN 0860789926.
    Eine sehr empfehlenswerte Aufsatzsammlung von Howard-Johnston [mit einem neuen Originalbeitrag], der sich eingehend mit den sassanidisch-römischen Beziehungen beschäftigt hat.
  • Richard Nelson Frye: Persien. Kindler, Zürich 1962.
    Eine ältere Darstellung, in der jedoch gut dargestellt wird, wie das sassanidische Persien auch in der islamischen Welt nachwirkte.
  • Richard Nelson Frye: The History of Ancient Iran. Handbuch der Altertumswissenschaft, 3. Abt., T. 7. Verlag C.H. Beck, München 1984, S. 287ff. ISBN 3-406-09397-3
    Gute Gesamtdarstellung (vor allem der politischen Geschichte).
  • Geoffrey B. Greatrex: Rome and Persia at War, 502–532. Cairns, Leeds 1998, ISBN 0-905205-93-6
  • Geoffrey B. Greatrex: Byzantium and the East in the Sixth Century. In: Michael Maas: The Cambridge Companion to the Age of Justinian. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2005, S. 477ff., ISBN 0-521-81746-3
    Sehr gute, knappe Darstellung der römisch-sassanidischen Beziehungen im 6. Jahrhundert.
  • Klaus Schippmann: Grundzüge der Geschichte des sasanidischen Reiches. Wiss. Buchgesellschaft, Darmstadt 1990, ISBN 3-534-07826-8
    Eine solide Einführung, die sowohl die Geschichte der Sassaniden (in Grundzügen) als auch Verwaltung, Religion und Kunst behandelt. Es finden sich dort auch weitere Hinweise.
  • Zeev Rubin: The Sasanid Monarchy. In: Averil Cameron u.a. (Hgg.), The Cambridge Ancient History 14. Cambridge 2000, S. 638ff.
    Eine gute, knappe Einführung auf dem neuesten Forschungsstand; allerdings ist Rubins Einschätzung des Sassanidenreiches als eines unterentwickelten Staates mit inneren Spannungen und einer primitiven Wirtschaft nicht unumstritten.
  • Geo Widengren: Iran, der große Gegner Roms: Königsgewalt, Feudalismus, Militärwesen. In: Aufstieg und Niedergang der römischen Welt. Bd. II.9.1 (1979), S. 219–306.
  • Josef Wiesehöfer: Das antike Persien. Neuauflage, Albatros, Düsseldorf 2005, ISBN 3-491-96151-3
    Wohl das beste deutschsprachige Handbuch bezüglich der antiken persischen Großreiche, wobei die Ereignisgeschichte jedoch eher am Rande behandelt wird.
  • Josef Wiesehöfer: Rūm as Enemy of Iran. In: Erich Gruen (Hg.), Cultural Borrowings and Ethnic Appropriations in Antiquity. Stuttgart 2005, S. 105–120.
  • Josef Wiesehöfer, Philip Huyse (Hrsg.): Eran ud Aneran. Studien zu den Beziehungen zwischen dem Sasanidenreich und der Mittelmeerwelt. Stuttgart 2006, ISBN 3-515-08829-6 (Oriens et Occidens 13).
    Aufsatzsammlung mit aktuellen Beiträgen der international führenden Experten für das spätantike Persien.
  • Ehsan Yarshater (Hg.): The Cambridge History of Iran. Bd. 3 (2 Teilbände), Cambridge und anderswo 1983.
    Wichtige Gesamtdarstellung.
  • Ehsan Yarshater (Hg.): Encyclopaedia Iranica (EIr). Routledge & Paul, London 1985ff. (Band 1ff.; siehe auch http://www.iranica.com)

Weblinks

Anmerkungen

   

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Sassanidenreich


hervorragender Artikel

Nachdem ich den gelesen hatte, habe ich mich ernsthaft gefragt, wo man wie den Qualitätsvermerk anbringen oder beantragen kann. - Hellraiser

Habe gerade gerätselt, ob es ironisch gemeint war...jedenfalls muss noch ein bisserl was ergänzt werden. Vor allem zum kulturhistorischen Teil kommt noch was, sonst denkt man noch, die Sassaniden seien nur militärisch in Erscheinung getreten. Aber auch noch einige erignisgeschichtliche Teile sollen erweitert werden. Vor allem suche ich aber nach Bildern - bei den Bildern im englischen Artikel habe ich arge bedenken bezüglich des Copyrights. --Benowar 16:21, 26. Apr 2005 (CEST)

Iran vs. Persien

Da hier wieder Kreuzritter auf Tour sind: es geht nicht darum, Persien mit dem Iran gleichzusetzen. Es geht aber sehr wohl um gewisse Begrifflichkeiten. "Neupersisches Reich" ist ein durchaus gängiger Terminus in der Alten Geschichte. Es ist jedoch auch richtig, dass beispielsweise Ardaschir I. sich "König der Könige von Iran (Eran)" bezeichnete; Schapur I. sogar von "Nicht-Iran". Es geht jedoch um die Anknüpfung an das alte Achämenidenreich. Zwar werden hier einige ideologisch argumentieren, dass man auch nicht von einem Perserreich generell sprechen kann, aber die muss man kaum beachten. Ich hoffe, dass nun wenigstens einige Formalien geklärt sind... --Benowar 14:08, 15. Mai 2005 (CEST)

Und nochmal: Ich muss mich hier nicht belehren lassen, dass der Begriff Iran ambivalent ist (so ist der "Sprachraum" Iran nicht mit dem geographischen Raum deckungsgleich, der die Islamischen Republik Iran bezeichnet) - das weiß ich selber. Es geht nur darum, dass es keinen entsprechenden Artikel dazu gibt. Langsam reichen mir diese sinnlosen Änderungen...man kann meinetwegen auf einen linguistischen Artikel linken (Persisches), aber bitte nach Diskussion!!! --Benowar 18:15, 15. Mai 2005 (CEST)

Benowar deine Argumente funktionieren nicht. Entweder akzeptierst du die modernen Fachtermien, oder du bringst mir Beweise, dass die Sassaniden expliziet persisch waren und nur über Persien herrschten. Bring mir Beweise, dass die Sassaniden nicht Iranier und nicht iranisch waren. Bring mir sassanidische Quellen, die von Persien und Persern sprechen. Wenn man vom Sassaniden Reich spricht, dann von einer persischen Königsfamilie, jedoch von einer gemein iranischen Dynastie, die über Teil des Irans herrschte. Das gleiche bezüglich den Parthern! Ansonsten siehe Diskussion Iran!

--Shapur 18:39, 15. Mai 2005 (CEST)

Ich habe an keiner Stelle behauptet, dass die Sasaniden keine Iranier waren - wo liest du das denn bitte raus? Es geht um die moderne Terminologie. Sonst müsstest du jedes Buch zerreissen, wo der Begriff Persien im Zusammenhang mit Parthern und Sasaniden gebraucht wird (Frye, 1962; oder Wiesehöfer etwa). Frye beispielsweise trifft eine explizite Unterscheidung in seiner "History of ancient Iran" wo er als Iran in diesem Kontext vom Sprachraum spricht, mit Persien jedoch den heutigen Staat Iran bezeichnet; was ich ebenfalls für nicht allzu glücklich halte, aber wenigstens klar ist. --Benowar 18:50, 15. Mai 2005 (CEST)

Benowar bei Persien handelt es sich um den südlichen Teil der islamischen Republik Iran. Ich denke bei dir herrscht eine kleiner Begriffswirwar! 1) Persien=Persis(süd Iran, zum größten Teil heutige Provinz Fars der islamischen Republik Iran) 2) Perser lebten nicht nur in Persien"Persis", sondern auch in anderen Gebieten des Irans. Und auch andersrum. Nicht nur Perser lebten in der Persis, sondern auch andere Iraner. 3) Persien als Staatsbegrifflichkeit für das Kaiserliche Reich Iran bis zum Jahre 1934. 4) Antike Persien als Achämenidenreich

Troztdem ändert es ja nichts an den Tatsachen. Das Problem bei all diesem ist, das mir bis jetzt noch niemand genau vorzeigen konnte, was genau persisch ist und was nicht persisch. Bezüglich Bücher zerreißen. Falsche Terminologie hat eher mit Unklarheiten zutun. Neue Literatur bezüglich zu den Themen umgehen eindeutig diese Unklarheiten. Wie gesagt Wikipedia sollte akkurat und eindeutige Begrifflichkeiten verwenden. Deswegen rate ich davon ab, dass Sassaniden Reich als explizit persisch zu nennen. Früher wurde sogar versucht die Parther als ein persisches Reich darzustellen. Entweder einigen wir uns auf eine einheitliche moderne der Zeit entsprechende Fachterminologie oder es wird weiter Chaos herrschen. Benowar ich sehe, dass du dich hier bemühst und ich find das auch gut so, doch sollten wir hinsichtlich diesem Punkt zusammen arbeiten, da wir die Qualität von Wikipedia anheben wollen.

Ich hoffe du siehst das ein!--Shapur 19:16, 15. Mai 2005 (CEST)

Wo bestreite ich denn, dass Persis = Fars ist und sich der Begriff Persien darauf bezog (aufgrund der antiken Quellen), bis er andere Bedeutung bekam? Es geht um die Verwendung der Begriffe. Denn bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde ja auch von Persien gesprochen, wenn das Kaiserreich Iran gemeint war. Bis zu diesem Punkt wird es ja keinen Dissens geben. Zu den Sasaniden: in neueren Darstellungen (Frye; CHI; CAH; Wiesehöfer) werden sie als Sasaniden bezeichnet. Nicht als Iranier (die sie waren), sondern aus rein praktischen Gründen, eben wie auch die Oströmer als Byzantinier bezeichnet werden. Was das Persische im Sasanidenreich betrifft: die ideengeschichtliche Anknüpfung an das Achaimenidenreich war gegeben - die sie als Urahnen bezeichneten. Darum geht es, wenn in der Literatur von Neupersischem Reich gesprochen wird. Und ich denke darauf kann und muss man sich einigen, bevor künstliche Begriffe wie "Neuiranisches Reich" eingeführt werden, die es so nicht gibt. --Benowar 19:29, 15. Mai 2005 (CEST)

Gehen wir davon aus: Achämenidenreich=Perserreich demnach achämenidisch=persisch. Neupersisch=Neuachämenidisch. Demnach Neupersisches Reich=Neuachämenidisches Reich. Jedoch sind die Sassaniden keine Achämeniden, sondern wie sie schon heißen Sassaniden! Außerdem handelt es sich bei Sassaniden um ein Stammesnamen! Deswegen auch Sassanidenreich, Arsakidenreich und Achämenidenreich. Diese Reiche wurden nach den Stämmen benannt. Demnach ist Achämeniden nicht gleich Perser. Demnach stiftet man mit Neupersischem Reich nur verwirrung. Auch ist Neuiranisches Reich nicht ein künstlicher Begriff, sondern ein wissenschaftlich korrekter. Die Sassaniden haben die iranischen Arsakiden in erster Linie erneuert und nicht die Achämeniden! Deswegen kann man den Begriff "Neupersisches" Reich nicht verwenden. Mag Wiesehöfer das gemacht haben, doch der Autor bringt die Begriffe persisch/iranisch und Persien und Iran mehrmals in seinen Büchern durch einander. Dies wirkt wohl auf die meisten Leser, anscheinend gehörst du auch zu diesem Kreis", auch verwirrend. Wie ich sagte handelt es sich um eine iranische Dynastie mit persischem Herrschergeschlecht. Des gleichen mit den Arsakiden, die eine iranische Dynastie waren mit parthischem Herrschergeschlecht. Doch wie es scheint hast du das leider noch nicht ganz verstanden. Auf der einen Seite heißt es, ja die Sassaniden waren eine persische Dynastie, auf der anderen Seite heißt es auch die Arsakiden waren eine persische Dynastie. Dann wenn es heißt die Arsakiden erneuerten das Perserreich, ja genau wie du meintest die Sassaniden täten das, dann nämlich sind die Arsakiden auf einmal persisch. Dann wenn man es abändert auf iranische Dynastie und sie brachten große Teil des Irans unter ihrer herrschaft und gründeten eine iranische Dynastie(ja genau Achämeniden/Perser, Meder, Sassaniden, Parther usw. all das sind iranische Völker und somit iranische Dynastien, im gegensatz zu griechischen wie der der Seleukiden). Nun entscheidet euch mal... Ihr könnt es nicht begründen, dann lasst es. Aber dann ändert die Abänderungen nicht ab, da sie nicht falsch sind und expliziet beschreiben was die Sassaniden/Arsakiden/Achämenden bzw. die Meder/Perser/Parther waren. Nämlich iranisch und Iraner! --Shapur 19:41, 15. Mai 2005 (CEST)

Neupersisches Reich wird gebraucht - sowohl in der älteren als auch in der neueren Literatur. Ich würde gerne mal sehen, wo in einem Handbuch von Neuiranisches Reich die Rede ist.. außerdem knüpften die Sasaniden ideengeschichtlich (was du anscheinend mit einer direkten rechtsnachfolge oder ähnlichem durcheinander bringst) sehr wohl an die Achämeniden an (siehe diverse Passagen bei Herodian und Ammianus Marcellinus. Diese waren zwar "feindlich gesinnt", aber auch in der Inschrift Schapurs I. bei Naqs-i Rustam wird dieser Anspruch implizit erhoben; Erich Kettenhofen hat darüber einige Arbeiten geleistet, ebenso Ehsan Yarshater und andere). Und bitte nicht immer solche Behauptungen aufstellen, als ob ich bestritten hätte, dass die Sasaniden, Arsakiden und Achämeniden Iranier waren; im Falle Parther gebe ich dir allerdings recht. Dort kann leicht eine Verwechselung vorliegen. Ich habe eine leichte Präzisierung im Artikel Perserreich vorgenommen, der nichts desto trotz das "frühe Persien" behandelt (wie dies auch usus in anderen lexika oder Monographien ist --> Wiesehöfer, Frye, CHI etc.). So lange die Mehrheit der Forschung als opinio communis Neupersisches Reich bzw. Perserreich durchaus beibehält (und dies ja nicht ohne Grund), sehe ich auch keinen rationalen Grund, von den anerkannten Terini (auch in den neueren Publikationen) abzuweichen. --Benowar 10:58, 16. Mai 2005 (CEST)

Benowar du hast PERFEKT gezeigt, dass du darüber kaum AHNUNG hast. Die Behauptung für uns, dass die oder die das verwenden, darf nur sofern benutzt werden hier auf Wikipedia, sofern es pro-Europa ist und den Iran"nicht der Staat", als etwas difusses und kulturloses darstellt! Ich verweise auf: Iraner Iranier Skythen Parther Meder

In all diesen 5 Artikeln steht SCHEIßE OHNE ENDE! z.B. Meder Artikel, ja die Leute wissen ganz genau, dass 12000-15000 Menschen, die sich ja nur Meder nannten, eingewandert sind. Da schreitet niemand ein. Ich bin kein Hobby Forscher, sondern bin schon jahre in diesem Bereich tätig. 99% der Artikel sind voll von Schwachsinn. Anderes Beispiel. Iraner=Iranier Synonyme! Die aktuelle Beschreibung trifft nicht zu. Nun wurden meine Änderungen wieder rückgängig gemacht. Ich hab darauf verwiesen, dass viele Autoren die Skythen als Nordiraner bezeichnen und nicht als Nordiranier. Auch in der heutigen Literatur verwenden kaum noch Leute das Wort Iranier, sondern immer Iraner! Wenn jemand wüsste wieso es diese 2 Wörter gibt, und das sie aus Dialektunterschieden in der Deutschen Sprache enstanden sind, dann würde da nicht so ein gewaltiger Mist stehen. Als ich es abgeändert hatte von: Die Skythen ein indogermanisches Nomadenvolk der iranischen Gruppe auf Die Skythen waren Nordiraner wurde es auch OHNE Begründung sofert zurück geändert. Ich persönlich sehe darin nur Eurozentrismus. Benowar du und einige andere mögen nicht eurozentrisch sein, aber viele Leute hier sind es nunmal. Nun die Beschreibung die Skythen ein indogermanisches Nomdenvolk der iranischen Gruppe hat 3 große Mängel: 1) Die Skythen waren kein Nomadenvolk, das ist total erlogen und zeigt mal wieder, dass die Leute da keine Ahnung haben 2) Die Begrifflichkeit indogermanisches Nomadenvolk der iranischen Gruppe ist mehr als verwirrent und redet um den heißen Brei rum. 3) Es wird nicht klar, dass die Skythen Nordiraner sind, was sie ja unterscheidet, von den West- und Ostiranern! Und komm mir nicht mit der Begrifflichkeit Iranier, das ist das selbe Wort nur 2 arten der Rechtschreibung. Geh auf www.duden.de und gib Iranier ein. Da steht: Ihre Suche ergab 0 Treffer. Probieren Sie es bitte mit anderen Suchbegriffen oder in anderen Werken.

Oder meinten Sie: Iraner ?

Da haben wir es doch. Schau dir die Literatur an, Bücher vor 1900 sprechen immer von Iranier bzw. Iraner, klar damals gab es noch nicht die Rechtschreibreform! Wenn irgendwelche Leute, die Rechtschreibung von Ostpreußen von 1850 für Wikipedia benutzen wollen, bitte... Übrigens wenn dir was auffällt. Wieso verwendet man 1900 und auch davor den Terminus Iraner? Damals gab es doch noch keinen Staat, der sich Iran nannte? Die Menschen aus dem Iran wurden Perser genannt, nach dem Staatsnamen Persien??? Tja fällt dir da was auf? Also Bonewar, wenn du wirklich willst, dass hier kein Mist steht, dann hilf mir den ganzen Schwachsinn abzuändern! Ich weiß nicht wer den Scheiß mal aufgegriffen hat, aber ich hab mich genau informiert!

Bezüglich Sassanidenreich/Achämenidenreich/Arsakidenreich eine Abänderung in iranische Reiche ist berechtigt und ist heute in der Literatur geläufig! Außerdem ja genau die Behauptung diese 3 Reiche, seien die Vorläufer des Staats Islamische Republick Iran ist schwachsinnig, da sie genau so die Vorläufer Afghanistans und der Landschaft Kurdistan sind!

Du meinst die ganze Zeit Persien und Perserreich. Perserreich=Achämenidenreich. Persien=Landschaft im Südwesten des Irans"wie Europa als Kulturraum" und expliziet die Provinz Fars im Süden der Islamischen Republik Iran!

Demnach sollen alle Emperien, die dem Iranismus angehören und dem iranischen Kulturraum Iran als iranisch bezeichnet werden! Mir ist es egal, wenn einige(!), ja in dem Fall sind es nur noch wenige Autoren, die es als persisch bezeichnen. Leider habe ich die Werke die zitiert wurd nicht gerade zur Hand, sonst würde ich dir paar Stellen raus suchen, wo das Achämenidenreich/Arsakidenreich/Sassanidenreich expliziet als iranische Emperien im Iran"nicht der Staat" bezeichnet werden!

Ich hoffe du lenkst jetzt ein und lässt jetzt die kommenden Veränderungen!

--Shapur 13:57, 16. Mai 2005 (CEST)

Ich werde mich sicherlich nur nach der communis opinio richten, die bespielsweise bei Frye, Wiesehöfer, CHI, CAH und anderen vertreten wird. Deine persönlichen Entgleitungen kannst du dir übrigens sparen - ich werde allerdings jegliche Änderung, die nicht der maßgeblichen Lehrmeinung entspricht, reverten. Für mich ist die Diskussion an diesem Punkt beendet, da wir uns anscheinend im Kreise drehen und du immer mit deinen iranischen Reichen kommst - wo niemand bestritten hat, dass es Iranier waren, es ging nur um die Terminologie, die auch in diversen handbüchern neueren Datums vertreten wird (CAH Bd. 13 und Gehrke/Schneider aus althistorischer Sicht; auf Frye, der die Problematik anspricht, habe ich wiederholt verwiesen). Punkt. --Benowar 14:05, 16. Mai 2005 (CEST)

Da haben die alten Griechen eine schöne Diskussion ausgelöst. Das Problem hier besteht doch nur, da die Griechen den Begriff Perser auf alle Achaimeniden verallgemeinert haben und dies über die Römer in den europäischen Sprachgebrauch vermittelten. Ausgehend von den Begrifflichkeiten in der Iranistik sollte man, um Wissenschaftlichkeit zu wahren, nicht die vereinfachenden und verfälschenden Bezeichnungen der europäischen Tradition übernehmen. Dieses Problem bestand auch in Iran, als man nach der Wanderung der Türken nach Anatolien von diesem Gebiet immernoch als Rom sprach. Der Begriff des Frankenreichs kann beispielsweise auch nicht auf alle Dynastien, die irgendwie in fränkischer Tradition stehen, übertragen werden, sonst müsste Deutschland heute Frankenreich heißen. Weiters kann man diese Überdehnung eines Volksstammes noch heute in Bezug auf Deutschland sehen, wenn man die französische oder englische Bezeichnung für Deutschland betrachtet. Ich bin der Meinung, dass in Texten mit wissenschaftlichen Anspruch die Selbstbenennung maßgeblich ist, eine verzerrte Rezeption jedoch erwähnt werden muss. Ideologisch vielmehr ist die Forderung alle Untertanen des Achaimeniden oder Sasanidenreiches als Perser zu bezeichnen und deren Identität zu leugnen. Man wäre doch wohl empört würden alle Deutschen z.B: als Bayern bezeichnet.--213.6.4.121 18:24, 6. Jan 2006 (CEST)


Die Geschichte der Hochzeit Husseins mit Schahr Banu, der Tochter des letzten Sassaniden-Königs, ist keine "Legende", sondern basiert auf dieselben Überlieferungen, die heute die Basis des Islams bilden. Wenn man die Geschichte von Schahr Banu und Hussein als "Legende" abstempelt, so muss man so ziemlich alles in Frage stellen. Von daher habe ich wieder die vorherige Version hergestellt. Zudem ist es wichtig, dass ein möglicher Einfluß des sassanidischen Glaubens auf den heutigen Schiismus erwähnt wird. Dies wurde schon vor Jahren vom Franzosen Comte de Gobineau in seinem Buch Les religions et les philosophies dans l'Asie centrale in Betracht gezogen. Als Kommentar dazu schrieb Edward G. Browne später:

   For myself, I believe that Gobineau is right in asserting that this doctrine of the Divine right 
   of the House of Sasan has had an immense influence on all subsequent Persian history, more especially
   on the tenacity with which the Persians have clung to the doctrine of the Shi'a or sect of 'Ali. 
   To them the idea of electing a Caliph, or spiritual successor to the Prophet, natural enough to 
   the democratic Arabs, could not appear otherwise than revolting and unnatural, and in the case of 
   'Umar, the second orthodox Caliph, there was also an element of personal hatred against the destroyer
   of the Persian Empire, which, though disguised under a religious garb, is nevertheless unmistakable.
   Husayn, on the other hand, the younger son of the the Prophet's daughter, Fatima, and of his 
   cousin 'Ali, was believed by them to have married Shahr Banu, the daughter of Yazdgerd III, the 
   last Sasanian king; and hence the remaining Imams of both the great Shi'ite factions (the "Sect 
   of the Twelve" now prevalent in Persia, and the "Sect of the Seven," or Isma'ilis) represent not 
   only the Prophetic but the kingly right and virtue, being at the same time descended from the 
   Prophet Muhammad and from the House of Sasan 
   -Edward Browne, op. cit., p. 130.

--Phoenix2 18:53, 16. Jun 2005 (CEST)

Ich finde das nicht besonders überzeugend - da die Quelleninterpretation nicht sauber ist. Christliche Hagiographie w[rde ich ebenfalls nie widerspruchslos hinnehmen. Ich habe den Abschnitt zut Nachwirkung gepackt, da, wenn überhaupt, es nicht zur Geschichte des Sassanidenreiches zählt. Bitte auch das Buch angeben, aus dem zitiert wurde (meine den Kommentar von Browne). Ich habe den Abschnit ansonsten so gelassen, allerdings im Konjunktiv - ansonsten könnte man auch alle späteren Berichte über Shirin widerspruchslos hinnehmen, was historisch jedoch nicht haltbar ist. --Benowar 10:22, 17. Jun 2005 (CEST)

Religion

- Mani Sowohl Mani als auch Katir gehörten nach ihren eigenen Aussagen zum Gefolge Schapurs. Nach den Kephalaia erlaubte Schapur Mani in seinen Ländern, das "Wort des Lebens" zu verkünden. Das Problem ist, dass sowohl die Katir-Inschrift als auch die Aussage der Kephalaia stilisiert sind. Gleichermassen weist der Bericht des Martyriums unter Bahram I. erhebliche Stilisierungen auf. Vermutlich hatte sich Schapur für keine der sich bildenden zentralistischen Kirchen (Manichäer vs. Zoroastrier) entschieden, wollte jedoch den bisherigen dezentralen Kult durch eine Staatskirche ersetzen (so auch Widengren).

- Christentum unter Schapur II. Schapur hat das Christentum anfänglich eher begünstigt, war aber an einer vereinheitlichten Reichkirche interessiert. Die Märtyrerakten nennen als Grund für die Verfolgung, neben stereotypen "Anfeindungen der Juden" etc., die Weigerung des Katholikos Simon bar Sabbae, Steuern zur Finanzierung des Krieges gegen Byzanz durchzusetzen. Die Verhältnisse - Märtyrergeschichten werden als Hofintrige geschildert - entsprechen wohl einem Milliyet-System, also der Betrachtung der anderen Religionen als tributpflichtiger Ethnie mit in den Hof integrierten Oberhaupt. Inwieweit dabei die Projektion späterer Verhältnisse vorliegt, bleibt natürlich offen. In jedem Fall ist für die Zeit der Assyrischen Kirche davon auszugehen.

- Die Massnahmen Katirs gegen die anderen Religionen sind wohl vor allem unter Bahram II. anzusetzen, jedenfalls berichten auch die christlichen Chroniken von einem Wandel dieses Herrschers von Toleranz zur Verfolgung. Vom einem Ausschliesslichkeitsanspruch des Zoroastrismus ist wohl nur unter diesem Herrscher auszugehen. Die späteren Christenverfolgungen ab Schapur II. fallen wohl mit Auseinandersetzungen mit Rom/Byzanz zusammen, wobei die Christen die Partei des Kaisers ergreifen bzw. die unterstellt wird. Ab Gründung einer eigenständigen christlichen Kirche richten sich Christenverfolgungen allenfalls gegen chalzedonensische Christen in den Grenzgebieten, während Mitglieder der Assyrischen Kirche auch im sassanidischen Heer Dienst tun. Roald

Danke für die schnelle Antwort. Das die Christenverfolgungen Schapurs II. offenbar politisch motiviert waren, war mir ebenfalls geläufig und steht ja auch so drin; auch die Rolle Katirs unter Bahram I (Bahram II. habe ich tatsächlich etwas unterschlagen). Meine Frage wäre, wie weit man sich aus dem Fenster lehnt, wenn man von eine zoroastrischen Staatskirche spricht. Wiesehöfer ist da ja sehr skeptisch, während Schippmann und, so weit ich das sehe, auch Frye es wenigstens zeitweise für wahrscheinlich halten. Meinst du, ich kann die Formulierung im Abschnitt Religion so lassen oder würdest du tiefgreifende Umstrukturierungen für geboten halten? --Danke und Gruß Benowar 21:36, 1. Aug 2005 (CEST) ps: welches Buch von Widengren meinst du - vielleicht "Mani und der Manichäismus", Stuttgart 1961?

Ja, dieses - zwar nicht auf dem neuesten Stand und daher teilweise explizit falsch, aber trotzdem ganz nützlich. Die erste Belegstelle Kephalaia auf Seite 37 habe ich verifizieren Können, bei der zweiten hat er leider einen Fehler in der Belegstelle. (Meine Frau arbeitet gerade für Kindler an den koptischen Manichaica, darum ist das hier zur Hand...). Ich denke, man kann von einer zorastrischen Staatskirche zumindest ab den beiden Vahram sprechen, vom Anspruch her auf jeden Fall. Dass Katir Anahita-Tempel gegründet halten soll halte ich für zweifelhaft, das ist im Zoroastrismus die Erzdämonin. Gegeben hat es die aber zu dieser Zeit, Agathangelos belegt das für Armenien.Roald

Ich nehme die Anahitastelle raus - ich habe mich auf Schippmann gestützt, musste aber seine alte Arbeit über die feuertempel von 1971 teils aus dem Gedächtnis zitieren - in "Grundzüge" geht er nur knapp darauf ein. Was du bezüglich Bahram I. und II. gesagt hast, halte ich ebenfalls für plausibel, zumal Narseh wohl diese Politik eingestellt hat; er selbst wird ja auf seinem Investiturrelief so dargestellt, dass ihn Anahita belehnt, nicht Ahura-Mazda. Danke nochmals. --Benowar 22:12, 1. Aug 2005 (CEST)

Man kann nicht sagen, dass es Simon bar Sabbae "nicht gelang", Steuern durchzusetzen - er widersetzte sich der Aufforderung Schapurs mit der Begründung, er sei Hirte der Herde des Herrn und kein Steuereinnehmer... Dem mag Sympathie für Byzanz zugrundeliegen aber auch Hochmut. Simon war sowohl vom Westen anerkannt, als auch mit Mitgliedern der Familie Schapurs befreundet. Seinen Vorgänger hat er systematisch entmachtet, was einige Chroniken als Sünde bezeichnen, die durch das Martyrium, das er infolge seiner Weigerung erlitt, gesühnt wurde. Es ist davon auszugehen, dass zumindest zur Abfassungszeit der Märtyrerakten im 5. Jhd. es zu den Aufgaben des religiösen Oberhaupts gehörte, bei seinen Gläubigen Steuern für den König einzusammeln. Unter den Abbassiden war es später in jedem Fall so. Die jüdischen Quellen behaupten vergleichbares schon für die Partherzeit. Roald

Danke für die Korrektur. Ich werde den Religionsteil nun so stehen lassen und mich auf die Feinarbeit konzentrieren. --Benowar 13:20, 2. Aug 2005 (CEST)

Review-Diskussion

So, ich habe den Artikel immer wieder erweitert und überabreitet (auch Dank der Hilfe einer fachkundigen IP). Er scheint mir ziemlich fertig zu sein; meines Erachtens würden sonst nur noch etwas unnötige Längen entstehen, obwohl man sicherlich über Erweiterungen diskutieren kann. Im Großen und Ganzen scheint er mir aber ziemlich komplett zu sein. Ich weiß, dass der Abschnitt "Innerer Aufbau des Reiches, Religion und Militär" mitten im Text etwas seltsam wirkt, doch beziehen sich Teile des Textes darauf, so dass es mir angebracht erschien, ihn in den Haupttext zu integrieren. Bilder sind schwieirig, aber ich denke, auch so dürfte es gehen. Für Anmerkungen und Kritik wäre ich dankbar, da der Artikel nach Berücksichtigung derselben in die Abstimmung soll. --Benowar 16:15, 31. Jul 2005 (CEST)

Sieht hervorragend aus, auch wenn mir eine Trennung von Geschichtsgrundriss und Hintergründen lieber wäre. Eine eher formale Kleinigkeit noch: In den Regierungszeiten der Form (123 - 234) stören öfter die Leerzeichen, aber das ist ja gleich behoben. Sachliche Fehler habe ich bisher nicht gefunden, bin allerdings auch kein Experte. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 16:38, 31. Jul 2005 (CEST)
Fachliche Fehler dürften auch keine drinne sein ;-). Nur bei den Fragen zur Religionspolitik habe ich noch Bedenken, da die Forschungslage auch nicht wirklich eindeutig ist. --Benowar 17:13, 31. Jul 2005 (CEST)
Schieb nur alles auf die Forschungslage... ;-) Ich werde mir die Sassaniden heute Abend mal als Bettlektüre genehmigen, vielleicht fällt mir dabei noch was auf. -- Wie geht's Trajan, machen wir da mal was? -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 17:24, 31. Jul 2005 (CEST)
@Trajan: Ja, gerne. Optimus princeps .... --Benowar 17:29, 31. Jul 2005 (CEST)
Ich habe den Inneren Aufbau nun doch ausgegliedert, da er bei einer Überarbeitung zu unübersichtlich werden würde. --Benowar 18:10, 31. Jul 2005 (CEST)
Sieht so besser aus, richtige Entscheidung. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 21:01, 31. Jul 2005 (CEST)

Könnte man in den Gemischtwaren-Abschnitt (Innerer Aufbau des Reiches, Religion und Militär) nicht auch noch etwas zu den dinglichen Hinterlassenschaften einfügen. Ich denke da u.a. an die berühmten sasanidischen Stoffe und das Metallhandwerk (von denen Teile bis in germanische Gräber Mitteleuropas gelangten; vgl. [[LINK]] -> Wolfsheim ). Die wenigen Sätze unter "Nachwirkungen" scheinen mir dem Material nicht gerecht zu werden und unter Nachwirkungen auch nicht am richtigen Platz. Nicht ganz unwichtig sind auch die Monumentalreliefs. Noch besser wäre natürlich ein eigener Artikel zur sasanidischen Sachkultur bzw. Archäologie. Bis der geschrieben ist, wären ein paar Sätze hier vielleicht hilfreich, oder? Gruß,--Pequeñita 19:31, 31. Jul 2005 (CEST)
Die Felsreliefs werden erwähnt (sowohl im geschichtlichen Kontext als auch unter Quellen). Die sasanidischen Silberschalen kommen jedoch wirklich etwas zu kurz - sie werden nur unter den Quellen aufgeführt; ich werde bei Bedarf diesen Abschnitt etwas ausführlicher behandeln. Allerdings bin ich auch kein Kunsthistoriker oder Archäologe und könnte daher auch nur das einfügen, was ich bei Schippmann, Frye, der EIr etc. finde. Ehrlich gesagt geht es mir in erster Linie jedoch um den politische, religiösen und administrativen Teil - obwohl ich gerade die kulturelle Fortwirkung der Sasaniden nicht kleinreden will. --Benowar 19:43, 31. Jul 2005 (CEST)

Nicht nur die Forschungslage zur Religion ist umstritten, auch die Quellenlage ist dürftig. Ausser der reichlich unklaren Katir-Inschrift nur Späteres, das auch noch, soweit es Manichäer und Assyrische Christen betrifft, auf staatliche Anerkennung abzielt. Habe einiges auf der Diskussionsseite hinterlassen. Roald

Danke, werde mich sowieso noch einmal an den Religionsteil ran wagen - hoffe aber, dass meine Aussagen zur Katir Inschrift die Problematik schon aufgezeigt haben. --Gruß Benowar 21:51, 1. Aug 2005 (CEST)

So, ich bin mit meiner Überarbeitung nun ziemlich fertig. Ein paar Kleinigkeiten noch, vielleicht ein paar Ergänzungen, aber das solls dann auch gewesen sein. Ich habe etwas zum Metallhandwerk etc. hinzugefügt (ich weiß - nicht viel, aber mir stehen auch keine PD Bilder diesbezüglich zur Verfügung, daher ist das dann auch so eine Sache..). Die Felsenreliefs werden ja bei den Quellen aufgeführt, zumal das Ganze auch ein Überblicksartikel sein soll und hoffentlich gut genug die Vermittlerrolle des sasanidischen Persiens deutlich macht. Weitere Vorschläge, Kommentare, Kritik o.ä.? Mir wäre es lieb, wenn noch ein paar Leute den Artikel gegenlesen würden. --Benowar 21:05, 2. Aug 2005 (CEST)

Exzellenz-Diskussion

Als Hauptautor Enthaltung. Ich hoffe, der Überblicksartikel macht die besondere Vermittlerrolle des sasanidischen Persiens deutlich - und dass man die Sasaniden nicht immer nur als Aggressoren wahrnimmt. Ich habe den Artikel immer weiter ausgebaut und erweitert und möchte mich an dieser Stelle mal bei der sachkundigen IP, die mich unterstützt hat, sowie bei Roald für Tipps im Religionsteils (der schon sehr problematisch ist) und bei Carbidfischer für das Gegenlesen bedanken. Dem einen oder anderen wird sicher dies oder jenes zu kurz kommen, aber der Artikel ufert IMO sonst zu sehr aus. Ich hoffe, die Balance zwischen Ereignisgeschichte und dem strukturgeschichtlichen Teil stimmt. --Benowar 13:53, 3. Aug 2005 (CEST)

Pro: Sehr ausgewogen, gibt die Forschungslage wieder. Etwas störend allenfalls die Wiedergabe der abweichenden Meinungen in Klammern. Roald 12:48, 4. Aug 2005 (CEST)
Ja, ich empfinde die Lösung auch nicht als besonders glücklich. Alternative wäre gewesen, entweder nicht darauf einzugehen (was ich aber als problematisch empfunden hätte) oder aber es wie mit den Quellenangaben der Zitate zu handhaben, was aber wohl den Lesefluss etwas gestört hätte. Ich hoffe aber, es stört nicht zu sehr. --Benowar 13:00, 4. Aug 2005 (CEST)

Pro: Umfassend recherchiert, auf aktuellem Stand, detailreich, auch für Laien gut zu lesen. Man könnte noch die Links bei "siehe auch" kommentieren, auf den ohne Hintergrundwissen ist nicht ersichtlich, was der Artikel Mager enhält. Außerdem würde ich mir neben dem Abschnitt Kultur noch einen eigenen Abschnitt Kunst wünschen mit mehr Informationen dazu. Was auch noch fehlt ist ein Porträtbild von einem wichtigen Herrscher als optischer Aufmacher. Trotz dieser Details exzellent. -- Mkill - ノート 16:42, 4. Aug 2005 (CEST)

Zu den Münzen: Als kleine Entschädigung für die fehlenden Münzbilder, befindet sich bei den Links ein Verweis auf eine hervorragende Seite, die umfangreiches Material dazu bietet. Es war leider so schon recht schwer, frei verfügbare Bilder zu finden. Zur Kunst: leider fand ich keine adäquaten und frei verfügbaren Abbildungen (die engl. Seite macht es sich da recht einfach). NACHTRAG: Ich habe den Abschnitt ausgegliedert und erweitert; das solls daber auch gewesen sein. Schließlich soll sich nicht der Fall Spätantike wiederholen, wo mir der Artikel aus dem Ruder lief und er länger und länger wurde...Danke aber für das Lob. --Benowar 17:35, 4. Aug 2005 (CEST)
  • Abbildung
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    Bildherkunft
    Contra

    Contra - An sich kein schlechter Artikel, aber abgesehen von sprachlichen Holprigkeiten scheint er unter dem falschen Lemma zu stehen. Das fängt schon mit dem Einleitungssatz an: Da steht, dass es richtiger "Sasaniden" heißen müsste. Wenn das tatsächlich richtiger ist, warum steht der Artikel dann unter Sassaniden mit Doppel-S? Schwerwiegender finde ich, dass die Einleitung die Sassaniden als eine Königsdynaystie des Neupersischen Reiches, bzw. als dessen Bewohner definiert, dann aber fast nichts über diese Dynastie und das von ihr beherrschte Volk kommt, sondern die Geschichte ihres Staates. Dsa ist ein kleiner aber wichtiger Unterschied. Also ich würde das ganze zu Sassanidenreich, Sasanidenreich oder Neupersisches Reich verschieben. SteffenG 00:21, 5. Aug 2005 (CEST)

    Abbildung
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    Bildherkunft
    Pro

    Pro - Nach der Verschiebung und der entsprechenden veränderten Einleitung ist die Sache für mich jetzt weitgehend ok. SteffenG 15:28, 5. Aug 2005 (CEST)

    • Abbildung
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      Bildherkunft
      Contra

      Contra Der Artikel ist gut, das Stichwort ist falsch. Wie SteffenG schon geschrieben hat, stehen nicht die Sassaniden in Fokus, sondern das Sassanidenreich. Asdrubal 10:53, 5. Aug 2005 (CEST) jetzt

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      Pro . Ein rundum gelungener Artikel, der soweit ich das beurteilen kann alle relevanten Aspekte des Sassanidenreiches beleuchtet. Jetzt fehlt nur noch ein Artikel zu den Sassaniden selbst, siehe dazu Anmerkung weiter unten. Asdrubal 15:33, 6. Aug 2005 (CEST)

      Zunächst: Sassaniden ist in Deutschland häufiger als Sasaniden - etymologisch richtig ist aber Sasaniden, was sich aber nur langsam durchsetzt (selbst in neueren Darstellungen ist das nicht immer einheitlich). Was das Lemma betrifft, so müsste das für eine ganze Reihe von Lemmata zutreffen (beispielsweise Parther). @SteffenG: Ich wage zu behaupten, dass ich mich bezüglich des Forschungsstandes etc. besser auskenne als du. Eine Darstellung nur der Dynastie ohe Bezugnahme auf das Reich ist ziemlich unsinnig und wird im Übrigen so auch nicht in den üblichen Darstellungen gehandhabt - wenn das der einzige Grund für das Contra ist, finde ich das ziemlich schwach. Ich bitte um eine Stellungnahme, denn dann würde ich mir das eventuell überlegen. --Benowar 12:01, 5. Aug 2005 (CEST)
      Das ändert aber nichts daran, dass das Stichwort falsch ist. Für die Sassaniden an sich würde ein knapper Artikel reichen, in dem vor allem die Angehörigen der Dynastie aufgelistet werden, vielleicht noch mit ein paar Zeilen über ihre Herkunft und mir dem Verweis auf den hier diskutierten Artikel mit dem neuen Stichwort "Sassanidenreich". Asdrubal 12:14, 5. Aug 2005 (CEST)
      Anscheinend ist euch die Quellenlage nicht ganz bewusst - OHNE die Verknüpfung der Ereignisgeschichte (die nun mal zu einem guten Teil Herrschergeschichte ist) mit strukturgeschichtlichen Aspekten, benötigen Sassaniden auch kein eigenes Lemma. Dann kann ich auch das Lemma Sassaniden in Sassanidenreich ändern. Nun meine Frage: würde euch dies zufriedenstellen? Ich mache aber keinen Hehl daraus, dass ich persönlich das ziemlich nachrangig finde - nach derselben Logik dürfte bei Staufer etc. nur eine Herrscherliste stehen und alles andere unter Heiliges Römisches Reich bzw. Geschichte desselbigen abgehandelt werden. Aber ich bin ja kompromissbereit, jedenfalls solange man sich auf dem Boden des Forschungsstandes bewegt. --Benowar 12:26, 5. Aug 2005 (CEST)
      Gerade die Staufer halte ich für ein gelungenes Beispiel, wie man den "Dynastie-Artikel" mit dem Rest verkettet: ein Übersichtsartikel mit Fokus auf Genealogie, erstmalige Erwähnung und Aufstieg bzw. Niedergang nach dem Ende der grundlegenden "Geschichtswirksamkeit" und einem gerafften Überblick der Epoche, von dem aus man tiefer in die Materie einsteigen kann. Sowas könnte ich mir unter dem Stichwort "Sassaniden" auch sehr gut vorstellen.Asdrubal 15:33, 6. Aug 2005 (CEST)
      So, ich habe den Artikel nun zu Sassanidenreich verschoben. Persönlich finde ich dies wie gesagt eher nachrangig, es ist aber auch kein zwingendes Problem, anders als beispielsweise eine Verschiebung nach "Neuiranisches Reich" o.ä. Hoffe auf Stellungnahme. --Benowar 12:45, 5. Aug 2005 (CEST)
      Sehe ich auch als nachrangig, bei "Neu*** Reich" hätte ich das Problem, dass dann Alt-/Mittel-/Neu- sich ausschliesslich auf die Antike bezieht, was wäre dann aber mit Safaviden etc. ? Roald 14:07, 5. Aug 2005 (CEST)

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      Pro : Ich wüßte echt nicht, was man da noch groß besser amchen könnte ohne es sinnlos aufzublähen. Kenwilliams 13:49, 5. Aug 2005 (CEST)

      Pro: Die wissenschaftlichen und semantischen Haarspaltereien ändern nichts an der Tatsache, dass ich diesen Artikel für exzellent halte. --Voyager 14:07, 5. Aug 2005 (CEST)

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      Pro : Als interessierter Laie 100% Pro für diesen Artikel. Gruss Martin Bahmann 12:04, 6. Aug 2005 (CEST)

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        Pro . Ein sehr schöner und umfassender Artikel. --Bender235 18:02, 9. Aug 2005 (CEST)

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        Pro ich wüsste nichtm was an dem Artikel noch zu verbessern wäre... Antifaschist 666 21:06, 12. Aug 2005 (CEST)

        :Image:Sassanid dynasty.gif

        Könnte jemand bitte noch die Bildunterschrift ergänzen (derzeit: Derafsh Kavian)? Es handelt sich um das Herrschaftssymbol, leider weiß ich nichts Näheres.... Matt1971 21:39, 7. Okt 2005 (CEST)

        Lit.

        Warum müssen hier wieder umständliche schulmeisterliche Anmerkungen gemacht werden? Warum muß hier zweimal auf die History of Iran verwiesen werden? Warum kann man das Lit. nicht in einer vernünftige Form bringen wie überall in der WP üblich? Besonders wissenschaftlich ist das ncith und schon garnicht enzyklopädisch.--Löschfix 19:19, 30. Jan 2006 (CET)

        "Schulmeisterlich" sind deine andauernden Äußerungen bzgl. einer annotierten Literaturliste - ich bin es auch leid, mich andauernd zu wiederholen, dass Hinweise in Literaturlisten bei Lexika keineswegs ungewöhnlich sind und als Hilfestellung dienen sollen. Warum das unwissenschaftlich ist, was in anderen Lexika wie der Encyclopedia Britannica vollkommen normal ist, weiß ich beim besten Willen nicht. Wo auf die Cambridge History of Iran verwiesen wurde, geschah dies aus Gründen der Nachvollziehbarkeit - Quellen und Sekundärliteratur werden dort nicht vermengt. Man kennt deine Meinung, siehe Diskussion:Antike, wir brauchen das hier nicht wiederholen. Gruß --Benowar 20:05, 30. Jan 2006 (CET) ps: "überall" ist ein starkes Wort - Anmerkungen in den Literaturangaben sind in der WP keineswegs unüblich, man schau sich nur mal ein paar der "exzellenten Artikel" an. Aber ich will die alte Diskussion nicht wieder aufwärmen, es gibt wichtigeres...

        Sassaniden waren Zazas

        Es ist schon längst bewiesen, dass die Zazas die direkten Nachfahren der persischen Sassaniden sind. Wie man auch unschwer am Namen erkennt:

        Sassa -> Zaza --ParseZaza 15:12, 5. Aug 2006 (CEST)



        Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sassanidenreich und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).