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Satire

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Satire (lat. satira; von satura lanx: „mit Früchten gefüllte Schale“, im übertragenen Sinne: „bunt gemischtes Allerlei“; früher fälschlich auf Satyr zurückgeführt, daher die ältere Schreibweise Satyra) ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt. Historische Bezeichnungen sind im Deutschen auch Spottschrift, Stachelschrift und Pasquill (gegen Personen gerichtete satirische Schmähschrift).
Abbildung
Satirische Zeichnung von 1806 zeigt Napoleon als Bäcker seiner Verbündeten und Talleyrand, der bereits neuen Teig knetet.
Bildherkunft

Varianten

Unter Satire kann man folgendes verstehen:
  1. die satirische Darstellungsweise, die in verschiedensten medialen Formen (literarischer oder journalistischer Text - wie Gedicht, Essay oder Roman -, Drama, Zeichnung, Kabarettprogramm, Film, Sendung im Fernsehen oder Hörfunk, Website usw.) und in verschiedensten Darstellungsformen (gefakte Nachricht, fiktives Interview, fiktive Reportage, Glosse, etc.) auftritt;
  2. eine literarische Gattung römischen Ursprungs; als solche sind ihre wichtigsten Untergattungen:
    1. Menippeische Satire
    2. Ständesatire (Mittelalter)
    3. Narrenliteratur (Renaissance)
    4. Pikaresker Roman (Barock)
    5. Literatursatire (Romantik)
    6. Philistersatire oder Spießbürgersatire (Romantik)
    7. Gelehrtensatire
    8. gesellschaftskritische und politische Satire (19. und 20. Jahrhundert)
  3. ein einzelnes künstlerisches Werk, das von der satirischen Schreibweise Gebrauch macht oder der Gattung angehört.

Als Realsatire bezeichnet man umgangssprachlich Ereignisse und Vorgänge, die so absurd erscheinen, dass selbst ihre nüchterne Beschreibung bereits Züge einer Satire trägt.

Satirische Schreibweise

Es gibt annähernd so viele Bestimmungen der satirischen Schreibweise, wie es Satiriker gibt, und keine Bestimmung trifft auf die Gesamtheit der Satiren zu. Ihre Gegenstände, Mittel und Funktionen wandeln sich im Laufe der Geschichte. Es ist daher unmöglich, sie scharf von der Komik, der Parodie und der Polemik zu trennen.

Satire kann folgende Funktionen haben (nicht alle müssen im Einzelfall gleichermaßen gegeben sein):

Die Satire bedient sich häufig der Übertreibung (Hyperbel), kontrastiert Widersprüche und Wertvorstellungen in übertriebener Weise (Bathos), verzerrt Sachverhalte, vergleicht sie spöttisch mit einem Idealzustand (Antiphrasis) und gibt ihren Gegenstand der Lächerlichkeit preis. Zu ihren Stilmitteln gehören Parodie, Travestie und Persiflage, zu ihren Tonfällen Ironie, Spott und Sarkasmus. Insofern sich die Satire auf eine Idealvorstellung beruft, kann sie sich auch des Pathos bedienen.

Eine wichtige Form der Satire ist der satirische Roman, in der die Satire als fiktionales Narrativ auftritt. Sehr häufig ist hier die Form des Reiseberichts in der ersten Person oder einer Reisebeschreibung in der dritten Person, wobei die Hauptfigur oft sehr naiv erscheint (siehe Erzählperspektive). Es können entweder die naiven Erwartungen der Hauptfigur an die Welt mit der Wirklichkeit, die sie erlebt, kontrastiert werden, oder die von ihr bereiste Welt kann satirisch mit anderen Formen literarischer oder philosophischer Weltdarstellung kontrastieren.

Satire tritt häufig als Mittel der Polemik auf. In öffentlichen Debatten und im gelehrten Disput kann sie ein Mittel sein, einen Gegner bloßzustellen. Dabei greift sie nicht direkt mit Sachargumenten an, sondern geht den indirekten Weg der Kontrastierung, bei dem einem Zuhörer oder Leser der Kontrast zwischen Wirklichkeit und Ideal augenfällig wird. In dieser Funktion ist sie Teil der Streitkunst (Eristik).

Geschichte

Antike

Menippeische Satire
Älteste und zugleich langlebigste Untergattung der Satire ist die menippeische Satire. Die Antike definierte sie zunächst rein formal durch die Kombination von Vers- und Prosadichtung (Prosimetrum). Nach dem römischen Polyhistor Marcus Terentius Varro, der die prosimetrische Form (nicht den Inhalt) in die römische Literatur importierte, wird sie auch als varronische Satire bezeichnet.

Ihr Namensgeber ist der griechische Kyniker Menippos von Gadara (3. Jh. v. Chr.), von dem selbst keine Schriften erhalten sind. Er soll mit einer Mischung aus Ernst und Komik, aus Witz und Spott, in Dialogen und Parodien die kynische Kritik (Diatribe) in literarische Form gebracht haben.

Die formale Freiheit der Menippea wurde bald umgedeutet zur inhaltlichen und stilistischen Freiheit. Äußere Formlosigkeit, freier Wechsel der Tonfälle und Perspektiven wurden für sie zu flexiblen Mitteln, durch Spott, Parodie und Ironie die Wahrheit zu sagen.

Der Syrer Lukian von Samosata (2. Jh. n. Chr.) war der erste Schriftsteller, der sich auf Menippos berief, als er satirische Werke in dieser freien Form verfasste. In seinen komischen Totengesprächen, die eine heute verlorene Schrift des Menippos nachahmen, tritt dieser auch selbst als Figur auf. Ein klassisches Beispiel für die Menippea ist Senecas Apocolocyntosis („Verkürbissung“), eine Schmährede auf den verstorbenen Kaiser Claudius.

In der Renaissance lebte die Menippea wieder auf. 1594 entstand in Paris eine Gemeinschaftsarbeit von vier gebildeten Parisern, die unter dem Titel La Satire Ménippée die Herrschenden anprangerte; es war der erste Werktitel nach der Antike, der sich auf diesen Gattungsbegriff berief (und den Lexika noch bis 1750 unter diesem Stichwort nennen). Weitere literarische Beispiele sind etwa François Rabelais' Pantagruel (1532) und Gargantua (1534), Johann Fischarts Geschichtsklitterung (1575/90), Laurence Sternes Tristram Shandy (1759-67), Des Luftschiffers Gianozzo Seebuch von Jean Paul (im Titan, 1800-03) oder die Wunderbare Geschichte von BOGS dem Uhrmacher (1807) von Clemens Brentano und Joseph Görres.

Northrop Frye schlug vor, die Menippea als literarische Großform neben anderen Formen der Prosa einzuordnen. Michail Bachtin (1987) sieht in ihr das kulturtragende Prinzip des Karnevals, das in den Volkskulturen Europas eine zentrale Rolle spielt und auch in der Literatur aufzufinden ist.

Lucilische, horazische, juvenalische Satire
Römische Antike

Die Römer führten die Satire auf die Spottverse des römischen Dichters Lucilius zurück. Quintilians stolzer Satz: „Satura quidem tota nostra est“ („Die Satire freilich ist ganz unser“, Institutio Oratoria X, 1) belegt, wie bedeutsam den Römern diese literarische Gattung erschien: diese als einzige hatten sie nicht von den Griechen übernommen. Lucilius' Verssatiren markierten also im 2. Jahrhundert v. Chr. eine Emanzipation von der bis dahin griechisch geprägten Dichtkunst. Damit gemeint ist jedoch nur die Verssatire (in daktylischen Hexametern), auch lucilische Satire genannt.

Lucilius war ein Schriftsteller von Rang und finanzieller Unabhängigkeit; nur so konnte er es wagen, über Personen des öffentlichen Lebens Spott auszugießen. Viele seiner Spottdichtungen wurden ursprünglich einzeln publiziert, wenn sie sich auf tagespolitische Ereignisse bezogen. Sie verspotten in Epigrammen und Dialogen die römische Geschäftswelt und das Leben in Rom, die menschlichen Laster, Aberglauben und Krankheiten, zeichnen in bissigem Ton Ehefrauen und Affären, und belehren über Sprache, Orthografie und Dichtkunst.

Horaz berief sich auf Lucilius als Vorgänger, indem er seine Satiren wie dieser als Sermones betitelte und in strengen Hexametern abfasste. Sie erheben den philosophischen Anspruch, die Laster in der Welt zu nennen, die für den Unfrieden in der Welt verantwortlich sind: Habgier, Ehebruch, Aberglaube, Maßlosigkeit usw. Die Themen sind also ähnlich denen von Lucilius' Satiren, doch weniger scharf im Ton; Horaz war wegen seiner weniger einflussreichen Position dazu gezwungen, die Schwächen des Menschen an sich selbst oder an verstorbenen Personen aufzuzeigen - oder an solchen, die ihm nicht gefährlich werden konnten.

Stilistisch wird demnach zwischen der horazischen Satire (scherzhaft und komisch) und der juvenalischen Satire (strafend, pathetisch) unterschieden. Diese Gattungsbegriffe existierten bis weit ins späte 18. Jahrhundert und waren in der literarischen Praxis wie in der Literaturgeschichte gebräuchliche Unterscheidungen; selbst Friedrich Schiller unterschied noch zwischen der „lachenden“ und der „pathetischen“ Satire. Durch Goethes folgenreiche Neueinteilung der Literatur in Epik, Lyrik und Drama verloren die antiken Unterscheidungen für die Gegenwartsliteratur an Bedeutung.

„Satura“ („Füllung“, „Gemisch“) war ursprünglich der Titel einer Gedichtsammlung von Ennius, die aber selbst nicht satirischen Inhalts ist. Als „saturae“ werden bei Livius auch komödiantische Gesangs- und Tanzdarbietungen bezeichnet, die er auf die griechischen Satyrspiele zurückführen wollte. Bezeichnete Lucilius selbst seine Satiren anfangs als „ludus ac sermones“ (Spiele und Schriftwerke, Dialoge), so standen in den ersten drei Jahrhunderten beide Begriffe nebeneinander, bis sich mit dem boshaften Schriftenzyklus aus 16 Satiren von Juvenal im 2. Jahrhundert n. Chr. die Bezeichnung „satura“ für ein literarisches Werk satirischen Inhalts endgültig durchsetzte.

Mittelalter

Ständesatire

Parodie

Satiren des Mittelalters und des Humanismus waren tendenziell konservativ, von christlichen Werten und der Richtigkeit der Ständeordnung überzeugt. Weil sie die unaufhebbare Sündhaftigkeit des Menschen darstellen und auf Besserung hinwirken können, gehören sie zur christlichen Didaktik.

Im Mittelalter tritt Satire daher meist als Ständesatire auf. Ausgehend von der hierarchischen Feudalordnung kritisiert sie Verletzungen der Standespflichten und jede Art von Übertretung der von Gott geschaffenen Sozialordnung. Dazu zählt die Auflehnung der unteren Stände (Bauern), aber auch die Grausamkeit des Adels oder die sündhafte Leichtlebigkeit der Geistlichen.

Eine andere Form ist das Tierepos, etwa Reineke Fuchs (verschiedene Fassungen). Tierfabel und Schwank wurden in ihm zu einem literarischen „Spiegel“ verschmolzen, der die moralische Verkommenheit der höfischen Welt mit dem höfischen Ideal vergleicht. Man kann das Tierepos auch als Parodie des höfischen Epos verstehen, dessen Helden diese Ideale verkörperten.

Humanismus und Renaissance

Narrenliteratur

Groteske

Fastnachts- und Passionsspiele

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Illustration aus dem Narrenschiff: Von vnnutzē buchern - über den, der viele Bücher besitzt und sie weder liest noch versteht, nur abstaubt
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Erst die Entwicklung des modernen Individualismus in der italienischen Renaissance brachte als Korrektiv die „moderne“ Satire hervor: der Witz wird zur Waffe. Burckhardt bezeichnete das Italien des 15. Jahrhunderts als „eine Lästerschule (...), wie die Welt seitdem keine zweite mehr aufzuweisen gehabt hat“ (Die Cultur der Renaissance, 1860). Die Bandbreite der satirischen Schriften Italiens reichte von den Lustspielen der Commedia dell'Arte bis zum gelehrten Witz, den facetiae, die von Philologen gesammelt und analysiert wurden.

Die Parodie des Feierlichen und Erhabenen stand in hoher Blüte; der Witz etwa eines Teofilo Folengo oder eines Pietro Aretino war berüchtigt. Der vielseitige Aretino schrieb Komödien, die das aristokratische Leben in Rom verspotteten. In seinen fast 3000 Briefen und vermischten Schriften übt er seine Kunst, spontan - oft auch opportunistisch - zu jedem beliebigen Gegenstand eine spitze Bemerkung zu formulieren, besonders gegen alles Pedantische und Pathetische.

In Deutschland lag die Situation anders. Die Satiren des Humanismus gehören meist zur Gattung der Narrenliteratur. Fast bruchlos stehen Sebastian Brants Narrenschiff (1494) und Erasmus von Rotterdams Lob der Torheit (1509) in der Tradition des Mittelalters; sie sind hauptsächlich auf die humanistische Kritik von Sitten und Untugenden der Zeitgenossen gerichtet, die sie mit didaktischer Strenge zu verbessern trachten. Besonders das Narrenschiff fand in Brants eigener lateinischer Übersetzung in ganz Europa Leser und Nachahmer.

Die Volksbücher Till Eulenspiegel (ca. 1510) und Die Schiltbürger (1598) folgten einer anderen Tradition: der des Hofnarren oder Schelmen, der Streiche spielt. Auf Bühnen und bei Volksfesten findet sich politischer Spott gegen Herrschende und Beherrschte in Fastnachtsspielen und Burlesken. Auch einige satirische Passionsspiele sind erhalten.

Reformation

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Papstkarikatur der Reformationszeit
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Lutherkarikatur der Reformationszeit
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Die Reformation entdeckte die Satire als publizistisches Mittel der polemischen Agitation im Streit um die christliche Lehre. Je nach religiöser Zugehörigkeit ihrer Autoren richteten sich die satirischen Streitschriften und Flugblätter gegen die Katholische Kirche (Erasmus, Ulrich von Hutten, Dunkelmännerbriefe) beziehungsweise gegen die Vertreter der Reformation (Thomas Murner). Dabei wurden sowohl die widerstreitenden Gruppen, als auch erstmals ihre individuellen Exponenten Ziel der satirischen Angriffe. Der Papst als Esel oder Drache, Johannes Eck als Schwein, Thomas Murner als Katze, oder der Theologe Lemp als bissiger Hund und dazu kontrastierend Luther als siebenköpfiges Ungeheuer (Hans Brosamer) oder des Teufels Dudelsack.

Vielfach erfolgte im Rückgriff auf biblische Situationen eine aktualisierende Zuspitzung auf das Tagesgeschehen. Gestalten der Apokalypse versah man mit den päpstlichen Insignien, die Hure von Babylon trägt die Tiara, an Stelle von Babylon schildert die Septemberbibel das zugrunde gehende Sündenbabel Rom.

Bildsatiren der Reformationszeit wurden in hoher Zahl und vielfältigen originellen und vor allem derb-volkstümlichen Exemplaren aufgelegt und verbreitet. Gleichwohl erfolgten die Veröffentlichungen der Karikaturen aus Gründen des Selbstschutzes häufig anonym. Berichtet wird von Haftstrafen für Zeichner, Drucker und Kolporteure für ihre "Schmähschriften".

In Bern waren es nicht Predigten sondern die antikatholischen Fastnachtsspiele von Niklaus Manuel, die der Reformation zum Durchbruch verhalfen.

Barock

Barock

Pikaresker Roman

Alamode-Satire

Satiren dienten auch im Barock der Kritik an der höfischen Welt und den Zeitgenossen, indem sie die Verkehrtheit der gegenwärtigen Welt pointiert herausstellten und mit dem Ideal christlicher Sitten, Ehrbarkeit und Tugend verglichen. Repräsentativ ist dafür Moscheroschs Roman Wahrhafftige Gesichte Philanders von Sittewalt (1646), der die erstarrten Repräsentationsgesten des Adels durch bittersten Hohn entlarven wollte. Man glaubte auch, mittels heiterer Schriften von Schlaflosigkeit und Melancholie heilen zu können, etwa durch humoristisch-satirische Kollektaneen wie die Curiösen Speculationen bey Schlaf-losen Nächten (Johann Georg Schmidt, 1707).

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Illustration von Grandville zu einer französischen Don Quijote-Ausgabe von 1848
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Zu den heute bekanntesten satirischen Romanen des Barock gehören Grimmelshausens herausragender Simplicissimus Teutsch (1662) und Christian Reuters Schelmuffsky (1696/97), die beide - auf jeweils sehr unterschiedliche Weise - der komisch-satirischen Tradition des Schelmenromans oder pikaresken Romans zugeordnet werden können. Auch Andreas Gryphius' Stück Horribilicribrifax (1663) gehört vom Ideengut in diese Aufzählung. Ihr aller Vorbild ist jedoch das monumentalste Werk der barocken Satire, Cervantes' parodistischer Ritterroman Don Quijote (1605-1615). Gerade der Schelmuffsky entfaltet eine komische Höhe, die vielleicht erst wieder mit Gottfried August Bürgers Bearbeitung der Abenteuergeschichten des Baron Münchhausen (1786) erreicht wurde. Die Abenteuer des fluchenden und aufschneiderischen Schelmuffsky hatten jedoch zu Lebzeiten des Autors wenig Wirkung und wurden erst um 1800 von den deutschen Romantikern wiederentdeckt.

Ein wichtiges Phänomen ist auch die so genannte Alamode-Satire (frz. à la mode = modisch, neumodisch) oder Sprachsatire: Viele Autoren – zu dieser Zeit meist Amtmänner, Geistliche oder Hofschreiber – waren Mitglieder der patriotischen Sprachgesellschaften. Deren selbstgesetztes Ziel war es, Literatur in deutscher Sprache zu fördern und den deutschen Wortschatz von Fremdwörtern zu reinigen. Mit polemischen Mitteln agitierte man daher gegen „Sprachverderber, welche die alte Teutsche Muttersprach, mit allerley frembden Wörtern vermischen, dass solche kaum halber kan erkant werden“ (Klaglied von 1638). Solche Polemiken tragen Titel wie Deutsche Satyra wieder alle Verterber der deutschen Sprache (Johann Heinrich Schill, 1643), oder Reime dich, oder ich fresse dich: das ist, deutlicher zu geben, Antipericatametanaparbeugedamphirribificationes Poeticae oder Schellen- und Scheltenswürdige Thorheit Boeotischer Poeten in Deutschland (Gottfried Wilhelm Sacer, 1673). Ein weiterer bedeutender Satiriker der Zeit war Joachim Rachel, der sich als "deutscher Juvenal" außerordentlicher Popularität erfreute.

Da ein beliebtes schriftstellerisches Genre die Abfassung von deutschsprachigen Rhetorik-Lehrbüchern war, kursierten auch satirisch gemeinte Anleitungen zur Redekunst „à la mode“. Im Zuge dieser kollektiven „Spracharbeit“ versuchte man auch die verdeutschten Bezeichnungen „Stachelschrift“ und „Stachelgedicht“ für satirische Schriften einzuführen; sie fanden jedoch wenig Verbreitung.

Aufklärung und Romantik

Aufklärung

Romantik

Im Zeitalter der Aufklärung florierte die Satire als didaktisches Mittel, mit der die philosophischen und pädagogischen Ziele der Aufklärung befördert werden sollten. Die Kritik der Mächtigen blieb jedoch lange Zeit ausgespart; sicher vor allem aus Furcht vor Zensur. Die Satiren Gottlieb Wilhelm Rabeners etwa blieben „menschenfreundliche“ Kritik von Verstößen gegen guten Geschmack und Sittlichkeit.

Zugleich entfaltete sich das literaturtheoretische Interesse an der Satire. Johann Georg Sulzer etwa definierte die Satire nicht mehr über die Form, sondern über den Inhalt. Von ihr wird verlangt, dass sie Themen von sozialer Relevanz behandle, nämlich „jede im Verstand, Geschmack oder dem sittlichen Gefühl herrschende Unordnung“; damit gehört sie zu den wertvollen Mitteln, die der moralischen Besserung des Menschen dienen: „Der Endzweck der Satire ist dem Übel, das sie zum Inhalt gewählt hat, zu steuern, es zu verbannen, oder wenigstens sich dem weiteren Einreißen desselben zu widersetzen und die Menschen davon abzuschrecken.“ (Allgemeine Theorie der schönen Künste, 1771).

Gerade die Satire der Spätaufklärung übte aber auch scharfe Kritik an den Idealvorstellungen der Aufklärung. In Johann Karl Wezels satirischem Roman Belphegor ist es die Vorstellung, das Geschehen in der Welt folge einem rationalen Plan, die in aller Deutlichkeit widerlegt wird. Erfolg haben in Deutschland nun auch die Satiren von Jonathan Swift, die frühaufklärerische Ideale kritisieren: So persifliert A Modest Proposal (1729) die Vorstellung, rationale Überlegungen könnten der Linderung menschlicher Not dienen; in Gulliver's Travels (1726) bereist der Held einige Inseln, die Parodien auf gelehrte Theorien der Zeit darstellen.

Zu den namhaftesten Satirikern der Spätaufklärung zählen Georg Christoph Lichtenberg, der den kurzen, geschliffenen Aphorismus populär machte, und Jean Paul, dessen gesamtes Werk eine Neigung zur Satire zeigt. In England blühte die Satire noch mehr als in Deutschland; ebenso in Frankreich bei den namhaftesten Aufklärern, etwa Montesquieu (Persische Briefe, 1721), Voltaire (Candide, 1759) und Diderot (Rameaus Neffe, 1761-1776). Auch Schillers und Goethes Xenien (1797) kann man zu den satirischen Schriften zählen; ihre spitzen Epigramme zielten vor allem auf ihre Dichterkollegen und unmittelbaren publizistischen Gegner.

Schiller war es auch, der die Satire in der Wertschätzung an den Rand der Dichtkunst rückte: „Streng genommen verträgt (...) der Zweck des Dichters weder den Ton der Strafe, noch den der Belustigung.“ (Über naive und sentimentalische Dichtung: Satirische Dichtung. 1795) Unter bestimmten Bedingungen könne satirische Dichtung dennoch gelten; abhängig jedoch von der moralischen Integrität ihrer Autoren: die „pathetische Satire“ müsse „aus einem glühenden Triebe für das Ideal hervorfließen“; die „lachende Satire“ könne nur einer „schönen Seele“ entspringen. In mittelmäßigen Händen würde die Satire zum Spott werden und ihre „poetische Würde“ verlieren - und demzufolge aus der „hohen Literatur“ ausgeschlossen werden.

Zu den Literatursatiren der Romantik zählen Ludwig Tiecks Stücke Gestiefelter Kater (1797), der „gleichsam auf dem Dache der dramatischen Kunst herumspaziert“ F. Schlegel) und Verkehrte Welt (1798), das „Schauspiel eines Schauspiels“ (A.W. Schlegel). Schlegels Konzepte der romantischen Ironie und der transzendentalen Universalpoesie, die sich ironisch immer wieder selbst den Boden unter den Füßen wegzieht, kann im weitesten Sinne selbst zu den satirischen Schreibverfahren gezählt werden. Es ist jedoch zu beobachten, dass sich Theorie und literarische Praxis der Satire in der Romantik trennen - ihre produktivsten Theoretiker wie die Gebrüder Schlegel sind selbst literarisch wenig aktiv.

In Philistersatiren wurde der der brave Spießbürger und dessen geistige Vertreter („Philister“) veräppelt. Bei Clemens Brentano und Joseph Görres, aber auch bei Joseph von Eichendorff finden sich Texte dieses Genres. Später auch Spießbürgersatire genannt, hat diese Form praktisch bis heute Bestand.

1820 - 1945

Literatur (19. Jh.)

Komödie

Zeitschriften

Zeit der Weimarer Republik

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Charles Darwin als Affe in einem Cartoon von 1871
Bildherkunft

Hegels Vorlesungen über die Ästhetik (1835-1838) urteilten noch über die Gegenwart: „Heutigentags wollen keine Satiren mehr gelingen“. Das 19. Jahrhundert sollte ihn auf eine gewisse Art widerlegen.

Aus der hohen Literatur verschwand die Satire zunächst in Deutschland zunehmend. Herausragend waren noch Karl Immermanns Epigonen (1836) und Münchhausen (1836-39), Robert Hamerlings Homunculus (1888). Auch Fontanes Frau Jenny Treibel (1892) trägt satirische Züge. Satirische Schreibweisen finden sich außerdem bei Wilhelm Raabe, Fritz Reuter und dem konservativen Schweizer Jeremias Gotthelf. Große literarische Satiren entstanden jedoch woanders: bei Mark Twain und Charles Dickens, Ambrose Bierce (Des Teufels Wörterbuch) und Gustave Flaubert (Bouvard und Pecuchet, Wörterbuch der Gemeinplätze).

Dominiert wurde das 19. Jahrhundert aber vom Aufkommen der gesellschaftskritischen und politischen Satire. Soziologisch kann man sie als Reaktion auf das Bestreben nach Parlamentarismus und Demokratie in ganz Europa und die Entstehung des ganzen Spektrums politischer Parteien sehen. Ihre Pioniere waren Heinrich Heine, Wilhelm Hauff und Georg Weerth. Heine attackierte im Atta Troll (1843) allegorisch die deutsche Politik des Vormärz. Seine „politische Dichtkunst“, wie er sie nannte, richtet sich auch in Deutschland, ein Wintermärchen (1844) pessimistisch gegen die preußische Hegemonie.

Leichte Theaterkomödien wurden um die Jahrhundertwende im deutschsprachigen Raum zum bevorzugten Medium des satirischen Witzes. Repräsentative Autoren waren die Österreicher Arthur Schnitzler, Johann Nestroy und Hugo von Hofmannsthal. Auch der Naturalismus hatte seine satirisch-sozialkritischen Dramen, etwa Gerhart Hauptmanns Biberpelz (1893) und Arno Holz' Blechschmiede (1902) sowie der wiederentdeckte Spätromantiker Christian Dietrich Grabbe mit seinem Lustspiel Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung (1827). Ab 1900 fasste dann das Kabarett in Deutschland Fuß. Kabarettistische Bühnenprogramme wurden in den Großstädten zur beliebten Abendunterhaltung und zum zentralen Medium für tagesaktuelle Kritik an Politik und Zeitumständen.

Ab 1854 garantierte ein Bundesgesetz in Deutschland im Prinzip die Pressefreiheit. Klagen wegen „Pressevergehens“ und Gefängnisstrafen für Redakteure waren jedoch an der Tagesordnung. Wegen der neuen Freiheit und trotz der scharfen Überwachung durch die Staatsanwaltschaft wurden zahlreiche satirische Zeitschriften verschiedener politischer Richtungen gegründet. In England erschien seit 1841 der Punch, der sich in Anlehnung an den Pariser Charivari auch „The London Charivari“ nannte. Punch und Charivari waren Vorbilder für eine ganze Anzahl deutschsprachiger satirischer Magazine. Im Jahr der Märzrevolution 1848 erschienen beispielsweise allein in Berlin rund 35 dieser zum großen Teil sehr kurzlebigen politischen „Witzblätter“. Dauerhaften Erfolg hatte unter anderen der bürgerlich-konservative Kladderadatsch.

Neue Formen der Satire entstanden vor allem in diesem flexiblen Medium der Zeitschrift. Zur literarischen Satire in ihren verschiedenen Formen gesellte sich das Bildmedium, die politische Karikatur. Eine Innovation war der Cartoon, der in England entstand und durch meist unpolitische Themen gekennzeichnet war. Mit grafisch anspruchsvollen Zeichnungen und kurzen, pointierten Dialogen skizzierte er gesellschaftliche Peinlichkeiten und komische Situationen. Cartoons wurden bald auch in deutschen Zeitschriften populär; zu ihren Gestaltern gehörten die besten Grafiker des Jugendstils.

In der Zeit der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 zählen Kurt Tucholsky und Erich Kästner (ab 1927) zu den großen Satirikern deutscher Sprache. „Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel“, beschrieb Tucholsky 1919 die Situation der Satire, die von Staat, Kirche und den konservativen Parteien so weit wie möglich bekämpft wurde. Beeindruckend ist das Schaffen des Wiener Kritikers Karl Kraus, bis heute einer der meistzitierten Satiriker, der mit seiner Zeitschrift Die Fackel (1899) ein eigenes öffentliches Forum für Kritik an Sprache, Gesellschaft und Journalismus schuf.

Nennenswert sind auch Heinrich Manns gesellschaftskritische Romane Professor Unrat (1905) und Der Untertan (1919), Ödön von Horváths Der ewige Spießer (1930) sowie die armeekritischen Abenteuer des braven Soldaten Schwejk (1920-23) des Tschechen Jaroslav Hašek. Gleichzeitig schufen Karl Valentin und Liesl Karlstadt ihre ersten Stummfilme und Bühnenprogramme. Der gesellschaftskritische Expressionismus brachte auch bildende Kunst hervor, die stark satirische Züge trägt, etwa die überzeichneten, grotesken Gesellschaftsbilder von George Grosz und Otto Dix.

Nach 1933 wurden unter der Diktatur des Nationalsozialismus satirische Zeitschriften eingestellt, die Schriftsteller ins Exil gejagt. Viele satirische Werke wurden Opfer der Bücherverbrennungen und der Zensur. Manche Zeitschriften, etwa der Simplicissimus, existierten weiter, wurden aber gleichgeschaltet und mit regimetreuen Inhalten versehen. Auch die österreichische Satirezeitschrift Die Muskete existierte noch bis 1941. Nationalistische und antikommunistische Züge waren ihr nie fremd gewesen; dennoch wurde sie für den Nationalsozialismus, der seit 1938 auch in Österreich herrschte, vereinnahmt. Das Titelblatt der letzten Ausgabe von 1941 zierte ein rotwangiges Mädchen in Bauerntracht mit einem Deutschen Schäferhund.

In den USA konnten satirische Romane dagegen aufblühen: der immens gebildete Vladimir Nabokov, der sarkastische Sinclair Lewis und der Reiseschriftsteller Evelyn Waugh gelten als herausragend.

Nach 1945

Seit 1945

Neue Frankfurter Schule

Zeitschriften

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es die sogenannte Neue Frankfurter Schule, die die deutsche Satire entstaubte und zu neuen Höhen führte. Gemeinsames Forum war vor allem die Satirezeitschrift pardon (1962). Weil der Verleger den Kurs des Hefts änderte, gründeten pardon-Mitarbeiter 1979 das Satireheft Titanic, das nach wie vor monatlich erscheint. Gerade die Geschichte der Titanic belegt, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland Satire nicht alles darf; mehrmals wurde die Titanic gerichtlich zur Zahlung von Schmerzensgeld verurteilt.

In der DDR erschien ab 1954 das Magazin Eulenspiegel, das noch heute erscheint, sich jedoch seit der Wende stark gewandelt hat, vor allem auch stilistisch, und in vielen Aspekten der Titanic ähnelt.

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Satirische Antwort von Atheisten auf das Fischsymbol der Christen
Bildherkunft

Erfolgreicher als die Neue Frankfurter Schule waren in Deutschland, gerechnet an den Verkaufszahlen, allerdings die bürgerlichen Satiren von Ephraim Kishon und Loriot. Romane mit satirischen Zügen stammen von u.a. Wolfgang Koeppen (Das Treibhaus, 1953), Martin Walser (Ehen in Philippsburg, 1957), Günter Grass (Die Blechtrommel, 1959). Obwohl sie auch als Gesellschaftsporträts lesbar sind, tragen sie doch deutliche Züge der zugespitzten satirischen Weltdarstellung. Als literarische Gattung konnte sich der satirische Roman jedoch nicht wieder etablieren.

Wenn man von satirischen Bewegungen sprechen kann, trifft man diese vor allem in Frankreich an. Um 1900 erfand Alfred Jarry die parodistische Wissenschaft der Pataphysik, die 1948 in der Gründung des Collège de 'Pataphysique wieder aufgenommen wurde. Auch den Kunstbewegungen des Surrealismus, Dada und der Situationistischen Internationale können satirische Züge nachgewiesen werden, wenn man ihre ironisch-spielerischen und humorvollen Tendenzen hervorhebt.

Satire im Film

Auch im Film ist die Satire relativ häufig präsent. Sie ist zwar kaum als eigenständiges Filmgenre zu betrachten, dennoch ist es ein Bestandteil von vielen Filmen, welche Kritik, wie z. B. auf die Gesellschaft, ausüben. Charlie Chaplin war wohl einer der ersten, der den Spielfilm als satirisches Medium ernstnahm. Mit dem Großen Diktator (1940) schuf er ein satirisches Meisterwerk; es war zugleich sein erster Film, der direkt aktuelle politische Umstände angriff. Satirische Züge tragen viele Filme; darunter sind die herausragenden:

  • Dr. Seltsam (1964) (Polit- und Gesellschaftssatire auf den kalten Krieg)
  • Brazil (1985) (kritisch-humorvolle Auseinandersetzung mit dem Thema Polizeistaat in der Zukunft)
  • Bulworth (1998) (Polit- und Mediensatire)
  • Fight Club (1999) (brutale und schwarzhumorige Gesellschaftssatire)
  • American Beauty (1999) (amüsant-anspruchsvolle Gesellschaftssatire)

Gegenwart

Aktuell erscheinende Presseprodukte, aktive Autoren, Sendungen und Künstler, die schwerpunktmäßig der Satire zugeordnet werden können:
Personen Presse Webseiten Sendungen
F. W. Bernstein
Wiglaf Droste
Robert Gernhardt
Thomas Gsella
Eckhard Henscheid
Gerhard Henschel
Oliver Kalkofe
Dietrich Kittner
Tom Lehrer
Helmar Meinel
Michael Moore
Erich Pawlu
Gerhard Polt
Chlodwig Poth
Harald Schmidt
Martin Sonneborn
Jon Stewart
F. K. Waechter
Hans Zippert
Eulenspiegel
MAD
Nebelspalter
pardon
Samowar
taz: Die Wahrheit
Titanic
Helgoländer Vorbote
Störfaktor51
ZYN!
Raketa
The Onion
The Daily Show
Dittsche
Extra 3
Frontal21 (Beiträge)
Gerd Show
Mitternachtsspitzen
Monitor (Beiträge)
Polylux (Beiträge)
Quer
Salon Helga
Scheibenwischer
Die Simpsons
South Park
Stenkelfeld
Zugabe (WDR2)

Satire und Recht

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Kopfzeile der Satirezeitschrift Simplicissimus von 1906
Bildherkunft

Die Geschichte der rechtlichen Einschränkung von Satire ist bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Geschichte der Zensur.

Seit 1854 existiert in Deutschland ein Presserecht, das im Prinzip die Pressefreiheit garantiert. Immer wieder wurde es durch weitere gesetzliche Bestimmungen eingeschränkt: durch das Sozialistengesetz von 1878-1890, durch die Lex Heinze ab 1900 und durch willkürliche konservative Rechtsprechung. Diese betraf vor allem die Satirezeitschriften, die ab der Einführung des Presserechts wie Pilze aus dem Boden schossen. Jede ihrer Ausgaben wurde von der Staatsanwaltschaft auf Rechtsverstöße überprüft; Prozesse waren an der Tagesordnung. Üblich war bei den Zeitschriften deshalb ein Sitzredakteur, der im Falle einer Anklage ins Gefängnis ging, damit die Redaktion weiterhin arbeitsfähig war.

Unter dem Nationalsozialismus wurde durch das Schriftleitergesetz und „Schwarze Listen“ die kritische politische Satire ganz aus der Öffentlichkeit verbannt.

Situation in Deutschland seit 1949

Satire wird in der Bundesrepublik Deutschland durch die Meinungsfreiheit (Art. 5. Abs. 1 GG) und die Kunstfreiheit (Art. 5 Abs. 3 GG) geschützt. Diese konkurrieren allerdings mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht (Art 2, Abs. 1 GG), welches sichert, dass der Einzelne selbst darüber bestimmen darf, wie er sich in der Öffentlichkeit darstellt.

Satire kann Kunst sein, ist aber nicht notwendigerweise Kunst. Um als Kunst geschützt zu sein, muss sie – rein rechtlich gesehen – eine schöpferische Gestaltung aufweisen, das heißt, als fiktive oder karikaturhafte Darstellung erkennbar sein. Ist diese nicht gegeben – oder wird sie vom Gericht nicht anerkannt – greift das Persönlichkeitsrecht.

Vor Gericht müssen der Aussagekern einer Satire und seine künstlerische Einkleidung getrennt behandelt werden. Beide müssen daraufhin überprüft werden, ob sie das Persönlichkeitsrecht verletzen. Werden unwahre Aussagen nicht als fiktive oder karikaturhafte Darstellung erkennbar, ist die Meinungsfreiheit nicht geschützt; die Satire kann dann als „Schmähkritik“ und damit als üble Nachrede verstanden werden, bei der das Persönlichkeitsrecht greift. „Von einer Schmähkritik könne nur die Rede sein, wenn bei der Äußerung nicht mehr die Auseinandersetzung in der Sache, sondern die Diffamierung der Person im Vordergrund stehe, die jenseits polemischer und überspitzter Kritik persönlich herabgesetzt und gleichsam an den Pranger gestellt werden soll“, so ein Urteil des Bundesgerichtshofs (VI ZR 51/99 vom 7. Dezember 1999).

Ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts legte jüngst fest, dass auch satirische Fotomontagen dem Schutz der freien Meinungsäußerung und der Kunstfreiheit unterliegen (BVerfG, 1 BvR 240/04 vom 14. Februar 2005), allerdings nur dann, wenn sie als fiktive oder karikaturhafte Darstellungen erkennbar sind.

Sowohl gegen pardon wie gegen Titanic und den Nebelspalter wurden in der Vergangenheit zahlreiche Prozesse angestrengt. Besonders Titanic ist dafür berüchtigt, mit ihrer Satire an die Grenze des rechtlich Erlaubten zu gehen. Von 1979 bis 2001 wurden insgesamt 40 Gerichtsverfahren gegen Titanic angestrengt und 28 Ausgaben verboten; Schadenersatzzahlungen und Gerichtskosten brachten das Heft teilweise an den Rand des Konkurses. Auch die taz und ihr prominentester satirischer Autor Wiglaf Droste mussten sich häufig vor Gericht verteidigen.

Bei dem Online-Satiremagazin ZYN! beschränken sich die rechtlichen Schwierigkeiten bisher auf marken- und namensrechtliche Probleme. Firmen wie Opel beispielsweise verwahrten sich gegen eine Nennung ihrer Marke in einer Parodie des Nachrichtenmagazins SPIEGEL (SPIGGL). Eine Parodie der Bild-Zeitung durch ein anderes Online-Satiremagazin führte hingegen zu einer Abmahnung.

Literatur

Satirische Schreibweise:

  • Michail Bachtin: Rabelais und seine Welt: Volkskultur als Gegenkultur. Frankfurt/Main: Suhrkamp 1987. ISBN 3518047086
Antike:
  • Korzeniewski, Dietmar (Hrsg.): Die römische Satire. Darmstadt: Wiss. Buchges. 1970
  • Knoche, Ulrich: Die römische Satire. Goettingen: Vandenhoeck Ruprecht 1982
Mittelalter:
  • Rosenfeld, Hellmut: Die Entwicklung der Ständesatire im Mittelalter. Zeitschrift für deutsche Philologie 71, 1951/52
  • Gaier, Ulrich: Satire, Studien zu Neidhart, Wittenwiler, Brant und zur satirischen Schreibart. Tübingen: Niemeyer 1967
  • Parodie und Satire in der Literatur des Mittelalters. Universität Greifswald 1989
Humanismus und Renaissance:
  • Könneker, Barbara: Satire im 16. Jahrhundert. Epoche - Werke - Wirkung. München: Beck 1991. ISBN 3406347606.
  • Piltz, Georg, Hg.: Ein Sack voll Ablaß. Bildsatiren der Reformationszeit. Berlin: Eulenspiegel 1983
Barock:
  • Jaumann, Herbert: „Satire zwischen Moral, Recht und Kritik: zur Auseinandersetzung um die Legitimität der Satire im 17. Jh.“ In: Simpliciana 13 1991, 15/27
  • Trappen, Stefan: Grimmelshausen und die menippeische Satire: eine Studie zu den historischen Voraussetzungen der Prosasatire im Barock. Tübingen: Niemeyer 1994. ISBN 3-484-18132-X
Aufklärung und Romantik: 1820 - 1945: Nach 1945:
  • Arntzen, Helmut (Hrsg.): Gegen-Zeitung. Deutsche Satire des 20. Jahrhunderts. Heidelberg: Rothe 1964
  • Wilhelm, Frank: Literarische Satire in der SBZ, DDR 1945 - 1961. Autoren, institutionelle Rahmenbedingungen und kulturpolitische Leitlinien. Hamburg: Kovac 1998. ISBN 3860647091
Gegenwart:
  • Muster, Hans Peter: Who's who in satire and humour. 1989 ISBN 3-909158-50-1 (Verzeichnis von Cartoonisten, Karikaturisten, Presse-, Satire-, am Rande auch Comiczeichnern aus 32 Ländern)
Satire und Recht:
  • Erhardt, Elmar: Kunstfreiheit und Strafrecht. Zur Problematik satirischer Ehrverletzungen. Heidelberg 1998

Weblinks

   

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Diskussion der Autoren über den Artikel: Satire


kubrick ein satiriker? außer dem "dr. seltsam" hat der doch eher monstrumentalwerke wie spartakus oder 2001 abgedreht --Sebastian 13:48, 2. Dez 2002 (CET)

du hast recht, es sollte wohl (auch im englischen original) eher anthony burgess mit seinem clockwork orange sein. allerdings wuerde ich dem "dr. seltsam" fast schon einen ehrenplatz einraeumen auch wenn es sich um ein einzelwerk handelt. lassen wir's mal so wie's ist, so lange, bis die echten literaturwissenschaftler hier eintrudeln...
ceterum censeo, dass zyn! nichts!! mit satire zu tun hat, sondern eine lasche alberei darstellt. was meinst du/ihr? Kku 10:25, 3. Dez 2002 (CET)

ceterum censeo: kathargo ist schon lange vernichtet ;) was darf satire? auch die ehrwürdige pardon war über weite strecken einfach nur albern und bei zyn gibt es bisweilen kolumnen, die könnten vor lauter anspruch ruhig etwas witziger sein (goedard palm, der mitbegründer von telepolis, ist da sehr berüchtigt). aber wenn ein volkssturm losbricht, über meinen schlechten geschmack zu richten - egal, zyn ist eine gute satireseite.

Es fehlt eigenlich noch ein Abschnitt zu "Realsatire"

Terry Pratchett in einer Reihe mit Jarry, France und Kishon als "Satiriker des 20. Jahrhunderts" zu bezeichnen, will sich mir nicht so recht erschließen. Außer scheibenwelt-romane.de scheint ohnehin noch niemand wirklich mitbekommen zu haben, dass er ein so großer Satiriker ist. Warum steht er da? -- Jan Philipp Fiedler 16:11, 31. Mai 2004 (CEST)

Ich weiß nicht, ob Pratchett über die Scheibenwelt-Romane hinaus noch satirisch-schriftstellerisch tätig ist, aber in jedem Fall sind die Scheibenwelttexte satirisch. Das ganze natürlich in Fantasy verpackt und häufig subtil, aber grade dadurch auch irgendwie genial. Ich finde, er sollte stehenbleiben. --Philipp Hertzog 18:32, 31. Mai 2004 (CEST)

pro Pratchett Seine Bücher erfüllen bis ins kleinste die Satire-Definition des Artikels. Und ich würde stark vermuten, das sein allgemeiner Bekanntheitsgrad um einiges grösser ist als der der anderen Genannten.--EoltheDarkelf 13:54, 13. Nov 2004 (CET)

Kahlschlag

So, bevor ich jetzt Haue für den Radikahlschlag kriege, überlegt euch doch mal, wie man den Artikel sinnvoll mit Fließtext füllen könnte, Eine unvollständige Auflistung von allem, was zu Satire in der Wikipedia existiert (oder noch nicht mal existiert), kann's doch nicht sein - das hat keinen Informationswert, den die Satire nicht auch hat. Wenn doch, dann sind wir berufen, den zu erarbeiten. --Fb78 Fb78 21:03, 2. Mär 2005 (CET)

Auflistung von Magazinen, Werken, und Personen verkommen, die sich alle vollständig unter Kategorie:Satire finden. stimmt leider nicht. Meine Stichprobe von zwei: Christian Reuter und Der Untertan ergab: 0 Treffer. Ausserdem ist in Kat:Satire aufgrund der Literatur-Facettenkategorisierung nicht zu erkennen, ob es sich um eine Zeitschrift, einen Autor, eine Figur oder einen Roman handelt. Solange in dem Artikel hier sonst nix steht, halte ich die Listen hier immer noch für besser, da sie auch den unbedarfteren Benutzer schnell und vor allem thematisch geordnet zu den relevanten Inhalten führen. Natürlich wäre nach und nach ausformulieren besser (ohne bloss die Liste zu reproduzieren natürlich, schon mit sinnvollem Inhalt), aber auch hierfür stellen die Listen doch eine schöne Arbeitsgrundlage dar, die auch schnell viele Verlinkungsmöglichkeiten bietet. Ich bin also für: erst erarbeiten, dann erst den nicht sinnvollen Rest Liste löschen. Im Moment sieht der Aritkel jedenfalls ein bisschen so aus, als ob Satire mehr oder weniger ein geschichtlicher Begriff wäre, der irgendwann mit der Romantik ausstarb. --AndreasPraefcke AndreasPraefcke 21:12, 2. Mär 2005 (CET)

Christian Reuter und Der Untertan: Du hast recht. Hab die Kategorien nachgetragen. Ich kann deine Argumente nachvollziehen. Sehen wir uns mal die einzelnen Probleme an:
Filme: kann man nicht vollständig aufzählen. Ein kurzer Absatz, der drei, vier herausragende Filmsatiren nennt, wäre schon ganz schön. Von den sechs aufgezählten Filmen waren außerdem vier sinnvoll, die anderen (Arthur Miller?) unangebracht oder falsch verlinkt.
Zeitschriften: Könnte man eine eigene Kategorie draus machen. Von den im Artikel aufgezählten sind viele noch rote Links, andere nur als Weblinks vertreten.
Autoren: klingt ja gut, aber was macht man mit Autoren, die nur ein, zwei Satiren geschrieben haben? Und wie will man die Flut satirischer Bonsaitalente aus der Gegenwart eindämmen?
Rundfunk + TV: Hier waren gerade mal 5 Wikilinks zu finden. Ist das alles? Oder: Wollen wir alles? Und ich nehme außerdem an, dass praktisch jede Regionalsparte der ARD eine eigene Satiresendung hat.
Was machen wir außerdem mit Cartoon-Satirikern wie Chlodwig Poth oder Matt Groening? Karikatur? Cartoon? Comic? Beste Grüße, --Fb78 Fb78 21:42, 2. Mär 2005 (CET)

Ich weiß, ich weiß. Das ganze ist halt sehr schwierig. Ich habe leider auch keine Patentlösung. Und traue mir leider auch nicht so ganz zu, den Artikel selbst zu schreiben. Chlodwig Poth hat übrigens auch satirische Literatur produziert, und nicht die schlechteste... :-) --AndreasPraefcke AndreasPraefcke 22:13, 2. Mär 2005 (CET)

Nur Mut! Ich hab mal einen Anfang gemacht. Ergänzungen sind willkommen - aber bitte diesmal keine Listen. --Fb78 Fb78 00:49, 3. Mär 2005 (CET)
Ich fand die Versionen mit Links zu aktuellen Satiremagazinen und Weblinks zu Seiten über Satire viel besser. Ich erwarte als Leser auch aktuelle Informationen zu Satire, insbesondere Informationen im Internet.
Lieber anonymer "Leser",
ich kann die Schwierigkeiten nachvollziehen, die du bei der Suche nach Weblinks zu Seiten über Satire hast. Ich kann dir jedoch guten Gewissens diese und diese ausgezeichnete Linksammlung empfehlen. Viel Erfolg!
--Fb78 Fb78 21:01, 3. Mär 2005 (CET)
Ich fand die Weblinks auch besser. Denn Websites zählen genauso zu Presseprodukten. -- 145.254.158.33 00:34, 14. Mär 2005 (CET)
Darum ging es mir ja nicht. Wenn man sich die Bearbeitungsgeschichte des Artikels anschaut, sieht man, dass viele Leute hartnäckig versuchen, Links zu ihrer Lieblingswebsite unterzubringen, die andere dann ebenso hartnäckig wieder löschen. Ewiges Hin und Her, Spam oder nicht Spam und so weiter. Das ist doof. Siehe Wikipedia:Was Wikipedia nicht ist ( Punkt 7.4: Keine Linksammlung) Meine Neuordnung soll nicht Satirewebseiten ausschließen, sondern nur die Latte höherlegen. Wie du siehst, gibt es nach wie vor eine Liste mit Websites im Artikel. Die Hürde ist nur, dass zuerst ein brauchbarer Artikel zu der Satireseite angelegt werden sollte, der dann verlinkt wird, So z.B. bei Raketa geschehen - nichts dagegen! Ist das so schwierig? --Fb78 Fb78 01:57, 15. Mär 2005 (CET) Nachtrag: Da ich fürchte, dass sich meine Lösung wohl nicht durchsetzen wird, schlage ich einen Kompromiss vor, siehe Artikel. --Fb78 Fb78 02:22, 15. Mär 2005 (CET) *vorwurfsvoll* Und ich würde mich freuen, wenn auch mal einer von euch großen Enzyklopäden ein paar lobende Worte verlieren könnte. Kostet nämlich einiges an Mühe, diesen Artikel (ist nach wie vor in statu nascendi) zusammenzustellen. Satireseiten googeln kann ja jeder. *schmoll* --Fb78 Fb78 02:31, 15. Mär 2005 (CET)

"Satirische Züge tragen viele Filme; darunter sind die herausragenden ...

  1. South Park: Größer, länger und un(b)geschnitten (1999)"

Das meint ihr ja wohl nicht ernst oder? Den Film als herausragend zu bezeichnen und dann auch noch in einer Reihe mit dem Grossen Dikator und Dr. Seltsam?

Satire, 6. April

Aus dem Wikipedia:Review. --Fb78 Fb78 18:03, 6. Apr 2005 (CEST)

Mein pro für diesen Artikel. Die Darstellung der Entwicklung des Themas ist durchweg gelungen und gut kommentiert, die Beistellung der jeweiligen Autoren zu den einzelnen Epochen ist eine gekonnte Erweiterung des Artikels, ohne ihn zu einer Tabellenschlacht ausufern zu lassen.--Kalumet 20:10, 6. Apr 2005 (CEST)

  • PRO: Ein außerordentlich gepflegter Artikel über ein faszinierendes Thema. Sehr übersichtlicher Aufbau. Ein wahrhaft hervorragender Artikel! --Cornischong 20:20, 6. Apr 2005 (CEST)
  • Könnte man nicht ... so Bilder, Cartoonsatire ... der Text ist wirklich sehr schön, gefällt mir: pro (wenn ich auch nicht so viel Fettschrift nutzen würde) -- Achim Raschka 20:25, 6. Apr 2005 (CEST)
Bitteschön, jetzt neu: mit Bildern, zum Teil sogar bunt. Zur Fettschrift - ich fand, dass man so beim Überfliegen die Themenblöcke besser identifizieren kann und sieht, wo es verwandte Artikel zum Weiterlesen gibt. --Fb78 Fb78 23:32, 6. Apr 2005 (CEST)

  • Abwartend. Etwas zu theoretisch, ein paar konkrete Beispiele dazu wären nett. -- Carbidfischer 13:41, 7. Apr 2005 (CEST)

  • pro sehr hübsch :-) --Kurt seebauer 14:19, 7. Apr 2005 (CEST)

  • contra Jetzt abwartend. Nach der untenstehenden Kritik wieder contra, der Artikel soll noch ein wenig reifen.
Der Artikel gefällt mir zwar außerordentlich gut, jedoch entdecke ich noch folgende Mängel:
(1) Der letzte Abschnitt im Bereich "Geschichte" nennt sich "Nachkriegszeit", welche aber nach meinem Verständnis in Deutschland allerhöchstens die ersten zwanzig Jahre nach dem Krieg umfaßt. Auf die Entwicklung danach wird kaum eingegangen, sondern nur eine lieblose Liste unter "Gegenwart" hingeklatscht. Dort sollte unbedingt ein ausformulierter Text im Stile der vorherigen stehen. Zudem gehört "Der Große Diktator" gewiß nicht zur Gegenwart ;).
(2) "Geschichte" setzt mit dem Mittelalter ein, die antike Satire hingegen wird außerhalb behandelt? Über diese Art der Gliederung sollte man sich Gedanken machen.
(3) Insgesamt würde ich mir ein stärkeres Eingehen auf die sprachlichen Besonderheiten (wie z.B. bestimmte Stilmittel) innerhalb der einzelnen Epochen wünschen.
(4) Aktuelle und historische Informationen zur Rechtslage dürfen nicht fehlen. Was darf Satire (bekanntermaßen nicht alles), wo liegen ihre Grenzen? -- Manu 17:22, 7. Apr 2005 (CEST)
  • Enthaltung. Den Kritikpunkten von Manu kann man nur zustimmen, ansonsten ist der Text jedoch sehr gut geschrieben, gut bebildert und hat ein sinnvolles Layout. Mwka 17:38, 7. Apr 2005 (CEST)

  • Abwartend. Die Antike wird im Vergleich zum Rest nach meinem Geschmack zu oberflächlich behandelt. Über die Inhalte erfährt der Leser sehr wenig. Der Begriff geht m.W. auf Ennius (nicht Lucilius) zurück, nicht aber die inhaltlich definierte Gattung. Nach welchem Kriterium ist die Liste der antiken Autoren sortiert? Klasse! Pro! T.a.k. 19:17, 7. Apr 2005 (CEST) Edit T.a.k. 23:15, 14. Apr 2005 (CEST)

  • pro. Der Artikel brilliert mit Fachkenntnis, einer guten Literaturauswahl und einem innovativen Layout. Die von Manu genannten Punkte (2) (3) (4) scheinen mir konstruktiv, und man könnte vielleicht einen Geschichtsabschnitt Antike anlegen, so daß die begriffliche Erörterung da bleibt, wo sie jetzt steht, und die Autoren, Inhalte, Ziele und das 'literarische Leben' der Satire in der Antike in diesem neuen Abschnitt ausführlicher präsentiert werden. --Sigune 14:42, 9. Apr 2005 (CEST)

  • abwartend bis zur Nachkriegszeit exzellent, die Gründe wurden ja bereits genannt. Diesen Kasten unter Gegenwart finde ich persönlich doch ziemlich hässlich, daraus sollte eher ein Fließtext gemacht werden. Ansonsten würde ich mich freuen, wenn auch die anderen genannten Kritikpunkte eingebaut sehen könnte und der Artikel sich schließlich exzellent nennen darf. --Ambrosius 16:34, 9. Apr 2005 (CEST)
pro weil gut auf die obige Kritikpunkte eingegangen wurde, allerdings stört mich der Kasten da drin immer noch ;) --Ambrosius 16:42, 14. Apr 2005 (CEST)

Reaktion auf die Kritik: Erstmal Danke für das genaue Durchlesen. Zwei Wochen Review waren da eher unergiebig (bis auf die Reaktionen von Sigune und Cornischong). Ich antworte direkt auf die hübsch gegliederten Punkte von Manu (und denen, die sich angeschlossen haben):
zu (1): Die Liste ist mir selbst ein Dorn im Auge. Der Vorteil, den sie hat, ist aber, dass sie auch von Gelegenheits-Mitarbeitern leicht ergänzt werden kann. Ich habe zu Anfang versucht, das auszuformulieren, bin aber über krampfhafte Parataxe nicht hinausgekommen ([LINK]). Es kamen auch Proteste von Usern, die die übersichtliche Auflistung der Gegenwarts-Satire vermisst haben. Außerdem ist ein zusammenfassender Überblick eines künstlerischen Phänomens der Gegenwart immer problematisch (ich sage nur: Wiener Postmoderne).
zu (2): ich gelobe Besserung. Wird in Bälde erweitert. Hang on!
zu (3): über Zitate werde ich noch einmal nachdenken; aber wirklich detaillierte Analysen blähen den Artikel wirklich zu sehr auf. Er ist jetzt schon umfangreich; Details sollte man, denke ich, bei den einzelnen Autoren unterbringen und nicht in einer Überblicksdarstellung wie dieser.
zu (4): Die Rechtslage in Deutschland habe ich nachgetragen Ich bin aber kein Jurist! Falls ein solcher unter uns sein sollte - her mit dem Fachwissen! Das gilt auch für das Recht in der Schweiz und Österreich, ich kenne mich da leider nicht aus.
Soweit dies. Besonders zu Punkt (1) habe ich einfach keinen praktikablen Plan. Gibt es Vorschläge? --Fb78 Fb78 00:37, 10. Apr 2005 (CEST)
Ich sehe, der Artikel nähert sich langsam meinen Vorstellungen an. Mit "Nach 1945" ist der letzte Abschnitt jetzt besser bezeichnet, mit der Auflistung unter "Gegenwart" kann ich mich inzwischen auch anfreunden. Folgendes fällt mir noch auf:
(1) Die Filme passen meines Erachtens überhaupt nicht in diese Liste. Was 1964 gedreht wurde, gehört definitiv nicht zur Gegenwart. Allerhöchstens eine Produktion nach der Jahrtausendwende hätte für mich an dieser Stelle eine Existenzberechtigung. Es dürfte zudem keine Probleme bereiten, Monty Python samt Werkbeispiel im Fließtext zu erwähnen.
(2) Ich würde mir einen Blick wünschen, der etwas weiter über die deutschen Grenzen hinausgeht. Einerseits denke ich diesbezüglich an Russland, andererseits könnte der griechisch-römisch orientierte Antike-Teil vielleicht um ein paar Informationen zum arabischen und ostasiatischen Kulturraum bereichert werden.
(3) Wie sieht es eigentlich mit der Satire in der Musik und Bildenden Kunst aus?
(2) Sobald du mir sagen kannst, wo ich einen Orientalisten finde, der a) bestätigt, dass es das überhaupt gibt und b) sich damit auskennt. Eigentlich bin ich aber der Ansicht, dass das die anderen Wikipedias leisten müssen. Was stellst du dir unter (3) vor? Dix und Grosz habe ich jetzt mal erwähnt, aber eigentlich gibt es in der Kunst "Satire" nicht als Gattung. Lasse mich gerne eines besseren belehren. Die Karikatur steht im Artikel. --Fb78 Fb78 01:31, 14. Apr 2005 (CEST)
  • pro - diesen Beitrag finde ich bereits jetzt rundum überzeugend und gelungen; zudem werden die - teils auch aus meiner Sicht mit Recht - vorgetragenen Mängel ersichtlich weiter abgebaut. Marginalien: am Layout gefällt mir der viele Fettdruck nicht und ist m.E. auch insofern überflüssig, als die meisten gefetteten Begriffe eh in den nebenstehenden Kästen noch einmal zentral auftauchen, so dass der gewünschte Effekt, eine schnelle Inhaltsorientierung zu schaffen, bereits dadurch gegeben ist. Ferner: Die Literaturliste ist so zu lang oder/und sollte gegliedert werden oder/und sollte kommentiert werden. Insgesamt Glückwunsch zu der hervorragenden Arbeit. --Lienhard Schulz 21:04, 10. Apr 2005 (CEST)

  • contra Literatur und Weblinks machen einen eher willkürlichen Eindruck, nicht berücksichtigt ist der 2004 erschienene Artikel Satire in der Enzyklopädie des Märchens Bd. 11 --Historiograf 19:27, 16. Apr 2005 (CEST)

  • contra Wer Tucholskys Satz "Soldaten sind Mörder" als Beispiel für Satire nennt, hat von dem Thema meines Erachtens nicht viel verstanden. Habe diesen Absatz auf jeden Fall schon mal rausgenommen. Auch die Angaben zu Erich Kästner stimmen so nicht, schließlich trat er erst Mitte der zwanziger Jahre literarisch in Erscheinung. Außerdem sollte wenigstens erwähnt werden, wo und wann die Behauptung "Was darf die Satire? Alles." geprägt wurde. Und dass die Satirezeitschriften im Kaiserreich "wie Pilze aus dem Boden schossen", ist nicht nur stilistisch fragwürdig. Zumindest ist es im Artikel durch nichts belegt. Schreibkraft 18:12, 19. Apr 2005 (CEST)
Danke für die Kritik. Ich kann mich leider nicht mit allem auskennen, da sind Lücken natürlich immer zu finden.
  • "wie Pilze" ist natürlich eine blöde Formulierung, aber übertrieben ist sie nicht: 6 (!) namhafte und über Jahrzehnte (teilweise bis 1933 und länger!) erscheinende Zeitschriften in 50 Jahren (die ganzen kleineren Blätter nicht mitgerechnet) hervorzubringen hat die BRD - trotz viel liberalerer Bedingungen - nicht hingekriegt. Sie sind in dem Kasten neben "1820-1945" zu finden und werden im Text erwähnt.
  • Wenn Erich Kästner von 1927-1933 von Berlin aus Satiren veröffentlicht hat, ist er selbstverständlich ein Satiriker der Weimarer Republik. Wie wäre das anders einzuordnen?
  • Das Zitat von Tucholsky steht in Wikiquote, dort finden sich auch noch mehr bekannte Zitate. Aussagekräftig genug war es mir nicht, sonst stünde es im Text.
  • Tucholskys kurzer Text Der bewachte Kriegsschauplatz passt haargenau in die Satire-Definition des Artikels und weist fast alle der aufgezählten Stilmittel auf: Kritik, Polemik, Didaktik; Übertreibung, Kontrast, Verzerrung, Vergleich mit einem Idealzustand, Lächerlichmachen des Gegenstands, Ironie, Sarkasmus, Pathos. Bitte begründe du, warum der Text keine Satire sein soll. --Fb78 Fb78 20:56, 19. Apr 2005 (CEST)

  • Zu "Soldaten sind Mörder": Kritik, Polemik und Didaktik sind keine stilistischen, sondern funktionale Kriterien eines Textes. Diese Funktionen können auch von anderen Gattungen übernommen werden. Aber gerade die stilistischen und inhaltlichen Merkmale, die eine Satire von anderen Textsorten unterscheidet, treffen auf "Der bewachte Kriegsschauplatz" nicht zu. Wo finden sich Parodie, Travestie und Persiflage? Wo wird die Wirklichkeit einem Ideal gegenüber gestellt? Das Stück ist zum Teil sehr sarkastisch ("Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten...)", mit einem gewissen Spott ("Hammel") und einem leichten Hauch Ironie ("Ich weiß nicht, ob die randalierenden Studenten in Heidelberg lesen können") geschrieben und trägt eindeutig die Züge einer Polemik im journalistischen Sinne. Ebenso unsinnig wäre es, die polemischen "Militaria"-Artikel von Tucholsky als Satire zu bezeichnen. Eine Militär-Satire ist dagegen der Text "Im Preußenhimmel".

    Zu "Was darf die Satire?": Der Satz wird indirekt in dem Text erwähnt: "Gerade die Geschichte der Titanic belegt, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland Satire nicht alles darf". Also erschien er doch aussagekräftig und sollte kurz erklärt werden.

    Kaiserzeit: Sechs Satire-Zeitschriften in 43 Jahren sieht nicht gerade nach einer Pilzecke im Wald aus. Im Vergleich zu rund 3400 politischen Tageszeitungen im Deutschen Reich (Peter de Mendelssohn) sind das nicht übermäßig viel.

    Zu Kästner: Der Satz fängt an: "In der Zeit der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 (...)" Von einem Artikel über Satire will ich nicht wissen, von wann bis wann die Weimarer Republik dauerte. Wenn die Jahreszahlen angegeben sind, erweckt das den Eindruck, als seien die genannten Autoren auch in der gesamten Zeit (und nur dann) von Bedeutung gewesen. Von Tucholsky lässt sich außerdem sagen, dass er schon 1907 seine erste Satire veröffentlichte. Schreibkraft 11:15, 20. Apr 2005 (CEST)

Wenn du den einleitenden Abschnitt über die satirische Schreibweise gelesen hast, weißt du ja, dass ich auch weiß, dass Polemik, Didaktik und Kritik Funktionen sind und nicht Stilmittel. M.E. kann man nach der Romantik nicht mehr von einer Gattung "Satire" sprechen, sondern nur noch von satirischen Schreibweisen, die überall auftreten können und bei Tucholsky eben gehäuft. Mir geht es nicht um eine Auflistung, wann welcher Autor gewirkt hat, sondern um eine Epochenabgrenzung "Weimarer Republik". Und da sind Tucholsky, Kästner et al. nun mal die herausragenden Figuren. Wie du sicher gesehen hast, ist das im Artikel durchgängig so gehandhabt. Es geht nicht um Einzelpersonen und ihre aktive Zeit, sondern darum bestimmte mehr oder minder kohärente Strömungen bestimmten historischen Epochen zuzuordnen. Selbst wenn in der Biographie Tucholskys die Zeit vor 1914 und die nach 1918 als bruchloses Ganzes erscheinen sollten, lässt sich auf Ebene des literarischen Diskurses um 1918 durchaus ein Schnitt ansetzen. Dass ich den Schnitt für nicht so tief erachte, zeigt die Abschnittsüberschrift "1820-1945". Ich weiß nicht, was daran nicht nachvollziehbar sein soll. --134.34.34.120 11:38, 20. Apr 2005 (CEST)
  • Gerade was die juristische Auseinandersetzung um den Satz "Soldaten sind Mörder" betrifft, ging es nie darum, ob diese Aussage "satirisch" gemeint war und daher von der künstlerischen Freiheit gedeckt wurde. Der Streit ging immer darüber, ob mit dieser Aussage eine bestimmte Gruppe von Menschen (z.B. die Reichswehr) bezeichnet war und der Satz daher als persönliche Verunglimpfung verstanden werden konnte.
    Als journalistische Gattung lässt sich die Satire meiner Meinung nach recht gut von der Polemik und dem Kommentar trennen. Ein Text ohne Humor, ohne fiktive Elemente, ohne Karikierungen konkreter Personen und Eigenarten erfüllt wohl nicht die Bedingungen einer Satire. Und was heißt schon, dass eine "satirische Schreibweise" bei Tucholsky gehäuft auftrat? Es geht um einen konkreten Text, eine konkrete Aussage, die meiner Meinung eben nicht satirisch ist. Schreibkraft 14:04, 20. Apr 2005 (CEST)

  • contra: In den Satire-Artikel ist schon viel Arbeit geflossen, aber im Moment ist er wirklich noch weit davon entfernt, "exzellent" zu sein, er ist nicht einmal gut, sondern im Entwurfsstadium. Das (und meine folgenden Einwendungen) sollen nun nicht als Vorwurf verstanden werden - der Artikel über Satire gehört wegen der interdisziplinären Natur des Themas und wegen des Forschungsstandes ganz bestimmt zu den schwierigeren in der Wikipedia. Die aktuell laufende Qualitätsoffensive ist etwas für das Projekt sehr Wichtiges und verdient Unterstützung, aber einen offenkundig unreifen Artikel mit einem Exzellent-Siegel zu bekleben, wäre kein guter Dienst an der Sache. Nichts für ungut, aber ein Artikel, der (laut Fb78) am 15.3.2005 noch "in statu nascendi" war, kann nicht am 6.4. schon "exzellent" sein.

Der Artikel ist gleichzeitig zu lang und zu kurz - er enthält Überflüssiges und Wichtiges fehlt. Abgesehen von sachlichen und sprachlichen Richtigstellungen, die zu machen sind, muss noch an der ganzen Konzeption gearbeitet werden, die nicht schlüssig und ausgewogen ist. Das ist schon aus dem Inhaltsverzeichnis zu sehen: Epochenabschnitte wie "1820-1945", "Nach 1945" und "Satire im Film" (!) sind, gelinde gesagt, fraglich, und der Abschnitt "Gegenwart" wiederum ist kurioserweise nicht unter "Geschichte" eingeordnet. Der Abschnitt "Geschichte" ist im Ganzen übergewichtet (im Vergleich zur Gattungs- und Formbeschreibung und zur Satiretheorie) und außerdem extrem "deutsch-" und ziemlich "literaturlastig". Natürlich ist Satire aber ein internationales Phänomen und betrifft alle Formen künstlerischer Arbeit (wie schon Ambrosius angemerkt hat). So eigenwillige Theoretiker wie Schiller oder Hegel werden breit dargestellt (aber nicht recht auf den Punkt gebracht) und so wichtige wie Scaliger oder Dryden fehlen völlig. (Ähnliches gilt auch für die aktuelle Forschung; einige "Spezialisten" wie Bachtin, Trappen oder Gaier sind willkürlich genannt, international wirklich bedeutsame Namen wie Kernan oder Elliott fehlen - einschließlich ihrer Erkenntnisse über anthropologische oder kultische Ursprünge der Satire).

Eine klare Definition von Satire fehlt. Eine begriffliche Präzisierung von Satire und die Abgrenzung von anderen Begriffen ist aber ein elementarer Zweck eines Enzyklopädieartikels, und man kann sich nicht mit vagen Floskeln davor drücken. Stattdessen rührt der Artikel alles, was je als Satire oder satirisch durchging, zusammen, und Satire, Komödie, Parodie, Ironie, Didaktik, Schwank, Pasquill usw. landen alle in einem großen Topf. Über weite Strecken betreibt der Artikel bloß (um die Diskussionsseite zu zitieren) "mit Fließtext aufgefüllte" Namensaufzählungen, die oft dubios und willkürlich sind. Versuche, die einzelnen Ansichten über Satire und ihre Ausprägungen und Entwicklungen zu synthetisieren und zusammenzufassen, unterbleiben oder reflektieren eine sehr punktuelle und traditionelle Handbuchweisheit, die anhand der Satireforschung der letzten 40 Jahre überprüft werden müsste und die oft in keinen inneren Zusammenhang mit den aufgezählten Beispielen gebracht wird (etwa im Barock-Kapitel).

Wie gesagt: all diese Kritik soll bitte möglichst konstruktiv verstanden werden. Wenn weiter intensiv an diesem schwierigem Artikel gearbeitet wird, kann er in einem Jahr gut sein. Aber im Moment ist er eklektizistisch, vage, ohne Trennschärfe, nicht auf den Punkt gebracht, unausgewogen und lückenhaft.
--Shell 15:03, 20. Apr 2005 (CEST)
Diese Kritik ist mal wirklich konstruktiv und wirft dem Verfasser nicht seine Inkompetenz vor. Da ich nicht vorhatte, über das Thema zu habilitieren, sondern nur einen Überblicksartikel zu schreiben, der keineswegs ein spezialisiertes Literaturlexikon ersetzen soll, werde ich die Überarbeitung nach diesen Punkten auf später verschieben und mich meiner Magisterarbeit widmen (die mit Satire nichts zu tun hat). Vielleicht möchtest du dich mit Sachkenntnis dem Thema widmen? --Fb78 Fb78 17:14, 20. Apr 2005 (CEST)
Kann mich der Kritik von Shell nur anschließen. Das Thema ist wirklich schwierig, - wie die kleine Diskussion über Tucholsky schon zeigt. Und erst recht ist es nicht leicht, darüber einen exzellenten Enzyklopädie-Artikel zu verfassen. Aber vielleicht ergeben sich aus der Diskussionen noch weitere konstruktive Verbesserungsvorschläge. Ich fände es auf jeden Fall auch sinnvoll, an der Definition von Satire noch zu feilen und den Artikel insgesamt besser zu strukturieren. Inhaltlich besteht er in der Tat häufig aus der reinen Aufzählung von Namen. Schreibkraft 19:41, 20. Apr 2005 (CEST)
Ich wollte natürlich niemanden entmutigen, der so viel Engagement für den Artikel gezeigt hat. Wenn meine Kritik so dezidiert ausfiel, dann weil man mit dem "Exzellent"-Siegel vorsichtig umgehen sollte, wenn Wikipedia als ernst zu nehmende Enzyklopädie gelten soll, und weil der Artikel in der Abstimmung (für mich) überraschend viele Pro-Stimmen erhielt. Da ich aber auch nicht nur Negatives beisteuern will, werde ich mal in der nächsten Zeit auf der Diskussions-Seite meine Vorschläge für die Gesamtstruktur machen und mir etwas zum Thema Satiredefinition überlegen. --Shell 00:31, 22. Apr 2005 (CEST)

Vorschläge für eine Überarbeitung des Satire-Artikels (2005-05)

Wie ich in meinem Beitrag in der Exzellenz-Diskussion geschrieben habe, halte ich den Satire-Artikel ist der aktuellen Form nicht für dem Gegenstand wirklich angemessen. Meine Kritik betrifft nicht so sehr Einzelfragen, die sich mit punktuellen Änderungen behandeln ließen, deswegen gehe ich hier nur auf Fragen der Gesamtstruktur des Artikels ein und stelle entsprechend Vorschläge für eine ziemlich umfassende Überarbeitung zur Diskussion. Sie sind leider doch ein wenig umfangreich geworden. --Shell 12:45, 10. Mai 2005 (CEST)

Inhaltlicher Umfang des Satire-Artikels

Die Satire ist ein Phänomen, das (mindestens) 2000 Jahre an Geschichte hat, die ganze westeuropäische Zivilisation (mindestens...) und außer der Literatur auch die bildende Kunst, den Film, den Journalismus u. A. betrifft. Das bedeutet, dass der Satire-Artikel eine ganze Menge Holz zu verarbeiten hat, wenn er nicht lückenhaft oder einseitig werden soll, und dass man sich folglich sehr um Kompaktheit bemühen muss. Es ist eigentlich nicht möglich, in einem Abschnitt jeweils mehr als nur ganz wenige nach allgemeinem Konsens herausragende Einzelpersonen oder -werke zu erwähnen, und es kann also nicht jeder seinen Lieblingssatiriker/-roman/-film im Artikel auflisten - dafür kann man ja WP-Kategorien benutzen (wie weiter oben schon von Fb78 vorgeschlagen). Der Satire-Artikel müsste das große Ganze und die Zusammenhänge darstellen, Spezialartikel könnten (und sollten) bestimmte Einzelphänomene eingehend beleuchten:

Vorschläge für weitere WP-Spezial-Artikel, die den betreffenden Gegenstand vertiefen: Menippeische Satire - Lucilische Satire oder Römische Satire oder Verssatire - Literatursatire - Ständesatire - Gelehrtensatire - Satirischer Roman - Alamode-Satire oder vielleicht besser Alamode-Literatur / Alamodeliteratur

Außerdem natürlich Artikel über Satiriker und Satiren, von denen man die (konsensfähig) wichtigsten am Ende des Artikels auflisten, den Rest über Kategorien zugänglich machen könnte. Ich glaube aber, man kann auf so eine Liste verzichten, weil die wichtigsten Namen ja sowieso im Text genannt werden - und weil Listen offenbar unwiderstehliche Erweiterungsimpulse auslösen.

Außerdem Artikel zu "Nachbar"-Begriffen wie Cartoon - Didaktik - Epigramm - Ironie - Kabarett - Karikatur - Komik - Komödie - Narrenliteratur -Parodie - Polemik - Pasquill - Travestie usw.

Die Auflistung von TV-Satirikern, Zeitschriften und Websites ist unverhältnismäßig umfangreich, wenn man nicht den Eindruck erwecken will, 2000 Jahre Satiregeschichte kulminierten im modernen Satiremagazin. Das Phänomen dieser Satire gehört im Geschichtsabschnitt sachlich erläutert. Wenn diese Liste unbedingt beibehalten werden soll (trotz WP ist keine Linksammlung, dann würde ich sie in einen Extra-Artikel verschieben wie Satirischer Journalismus oder Satirische Zeitschrift oder Satire-Magazin oder Politische Satire, wobei ich aber nicht zwischen TV, Druckmedien und Websites differenzieren würde, dafür sind sie sich zu ähnlich. Ein Artikel, der "Simplicissimus", "Titanic", "Scheibenwischer", Michael Moore usw. zusammenfasst, wäre meiner Meinung nach sowieso angebracht.

Zu den Bildern: Die Bilder im Artikel sollten in einem deutlichen Bezug stehen zu etwas im Text Gesagten. Das kann bei diesem Thema nicht allzu schwer sein, ich bin sicher, es lassen sich welche finden. Die jetzigen sind überwiegend von anderen Artikeln "ausgeborgt" und rein illustrativ, nicht wirklich informativ.

Zum Inhalt: Satiretheorie und -praxis

Die Geschichte der Satire betrifft zwei Aspekte: was über Satire gedacht wurde und was in ihr erlaubt/möglich schien (Satiretheorie und -poetik) und was an Satiren geschrieben wurde (Satirepraxis). Das sind keine getrennten Dinge, sondern sie hängen natürlich eng zusammen. Das Nachdenken darüber, was Satire ist, wozu sie gut ist und was darin erlaubt ist, beinflusst das, was an Satiren geschrieben wird, und umgekehrt. Die Theorie war auch für die Satiriker immer wichtig, als Quelle ihrer "Rechtfertigung" (der Apologie).

Der Artikel in der jetzigen Form berücksichtigt eigentlich die theoretische Seite zu wenig. Er zählt Namen und Werke auf und beschriftet sie mit einem Etikett wie "satirische Komik" oder "didaktische Satire". Als Ganzes wirkt das wie ein Spotlight, das einzelne Punkte eines Raums beleuchtet und dann zum nächsten springt. Man bekommt aus den einzelnen Punkten kein klares Gesamtbild, und die Auswahl der Punkte hat etwas Willkürliches. Ein Enzyklopädie-Artikel sollte sicher eine "gleichmäßige Ausleuchtung" versuchen, was nur durch Zusammenfassung von Einzelpunkten zu machen ist. Die Einzelpunkte selber, die Details über einzelne Satiriker oder satirische Formen, können ja in separaten Artikeln nachgelesen werden.

Abschnittsgliederung

Es gibt in der Satirediskussion eigentlich relativ wenige wirklich unterschiedliche Auffassungen, die sich zum Teil in sehr langen Traditionssträngen durch die Jahrhunderte ziehen. Die Entwicklung bei der Satire besteht oft darin, dass sie in das literarische Gesamtsystem unterschiedlich eingebaut wird, mal ist sie weiter vorne, mal hinten; einzelne Aspekte der Satire werden mal stärker, mal weniger stark gewichtet; Satirisches wird mit anderen Elementen unterschiedlich kombiniert. Man kann deshalb nicht leicht eine historische Einteilung nach den üblichen literarischen Epochen machen. Die Verssatire z. B. ist eine ursprünglich antike Gattung (und müsste im Abschnitt "Antike" behandelt werden), aber es gab sie auch im Mittelalter und im 17. Jh. Die christliche Indienstnahme der Satire beginnt im Mittelalter, im Humanismus taucht das Problem der Vereinbarung von Christentum und Satire auf, das aber auch noch im 18. (und sogar 20.) Jahrhundert diskutiert wird.

Wenn man eine Epochen-Einteilung für die Geschichte der Satire verwendet und einen Aspekt der Satire unter einer Epoche behandelt (etwa christliche Didaktik im Barock oder soziale Kritik in der Aufklärung), erweckt das den Eindruck, als wäre dieser Aspekt nur zu dieser Zeit relevant. Man müsste sich deshalb (wenn man sich nicht wiederholen will) etwas stärker von der Chronologie lösen. Am besten scheint mir eine simple Vierteilung des Geschichtskapitels, man könnte dann leichter zusammenhängende Traditionsstränge zusammenfassen:

Antike - Mittelalter - Frühneuzeit bis Aufklärung (= Humanismus bis 17./18. Jh.) - Neuzeit (18./19.-20. Jh.)

Es scheint mir am sinnvollsten, alle Medien einzubeziehen (Kunst, Film, Zeitschriften), ich glaube nicht, dass die Satireforschung in den Bereichen Kunst, Musik, Film annähernd so viel Material erarbeitet hat wie in der Literatur.

Der Abschnitt über die rechtliche Situation der Satire gehört erweitert: zum einen über die deutschsprachige Welt hinaus, zum andern über die Gegenwart hinaus. "Rechtliche" Schwierigkeiten in irgendeiner Form gab es immer, und sie wurden diskutiert bzw. Strategien dagegen entwickelt. Auch hier wieder: Der bestehende Text müsste deutlich gestrafft werden, wenige konsensfähig aussagekräftige, relevante Beispiele müssen reichen. (Gerichtsprozess-Details gehören doch sowieso in die entsprechenden Separat-Artikel.)

Gliederungsvorschlag:

  • Begriff der Satire (Etymologie, Definition)
  • Primitive (Vor)formen der Satire (z. B. Jambus, Flüche)
  • Geschichte/Entwicklung der (europäischen) Satire
    • Antike
    • Mittelalter
    • Humanismus bis Aufklärung (15.-18. Jh.)
    • Neuzeit (18./19./20. Jh.)
  • ? Satire in der bildenden Kunst (falls entsprechende Fachleute dazu mehr zu sagen wissen)
  • Zensur und Recht
  • ? Satire in anderen Kulturkreisen (falls entsprechende Fachleute hier etwas beisteuern können)

Praktisches

Der Satireartikel scheint ganz besonders beliebt zu sein bei Leuten, die ihre Lieblings-Satiriker/-Websites etc. unterbringen wollen, und ich würde das ganze Listenunwesen möglichst ganz einstellen. Jeder Versuch, noch das letzte Satire-Käseblättchen aufzulisten, müsste bei diesem Thema alle Dimensionen sprengen. Die Listen bei den Abschnitten "Film" und "Gegenwart" sind vermutlich eh Relikte aus dem alten Satire-Stub. Wikipedia soll ja eigentlich keine Link-Liste und keine Datenbank oder Bibliographie sein. Ist denn jemand der Ansicht, diese Zettelkasten-Sammelei soll wirklich bleiben, wie sie ist (also nicht nur als Provisorium dienen)?

Zur Literaturliste: Die Fachliteratur über Satire ist sehr umfangreich. Auch wenn man sich auf wichtige Forschungsbeiträge beschränkt, kommt man leicht auf Dutzende von Titeln. Die Literaturliste am Ende des Artikels muss letztlich so ausgewogen und neutral sein wie der Artikel selbst und soll nicht in eine Bibliographie ausarten. Man müsste diskutieren, wie umfangreich sie maximal werden soll und was man hineinstecken will und kann. Wichtige Überblickswerke? Wichtige Forschungsansätze? Angaben für die im Artikel gebrachten Zitate? Mir scheint, mehr als 2 Dutzend Titel insgesamt sind nicht drin. Die jetzigen Abschnitte sind nicht sehr sinnvoll, weil sich die Fachautoren nicht unbedingt an Wikipedia-Abschnitten orientieren (z. B. Weiß 1982 ist nicht nur über Aufklärung und Romantik). Man könnte die Titel in Kategorien ordnen wie: "Satire allgemein", "Einzelstudien" (die gehören aber vielleicht eher in Spezial-Artikel), "Zitierte Literatur".

Ich würde in der nächsten Zeit mal daran gehen, die ersten Abschnitte über den Satirebegriff zu überarbeiten. Dann wird vielleicht auch klarer, wie man den Geschichtsabschnitt anpacken könnte.

Druckproblem

Aus irgendeinem Grund gibt es bei der Druckvorschau dieses Artikels massive Probleme. Die Geckoengine-Browser Firefox/K-Meleon/Firefox-Moox verabschieden sich gänzich und Opera zeigt etliche Leerseiten zum Schluss an. Nur der IE hat keine Probleme bei der Anzeige(!). Hat sonst noch wer diesen Effekt? (tritt bei mir nur auf dieser Seite auf) Migas 22:52, 14. Mai 2005 (CEST)

Habe gerade die Bestätigung von einem Bekannten erhalten. Firefox (& co.) stürzt schlagartig ab bei der Druckvorschau. DER ERSTE VIKIWIRUS??? Migas 09:48, 15. Mai 2005 (CEST)

Kann ich bestätigen, und zwar mit Firefox 1.0 auf SuseLinux 9.2. Seltsam, aber ein "Wikivirus" halte ich für ausgeschlossen. Eher haben Firefox/Opera ein Problem mit dem HTML-Code der Seite. Ein Blick auf Google zeigt, dass das Problem bekannt ist. Bugzilla listet eine ganze Reihe bekannter Probleme. Welches Betriebssystem benutzt du? --Fb78 Fb78 14:38, 15. Mai 2005 (CEST)

Diskussion aus der Wartung

Der Artikel wurde damals ([LINK]) nur knapp mit 8:4 Stimmen aufgenommen, es wurden zahlreiche Bedenken geäußert. Ich erspare mir jetzt große Worte und verweise einfach auf Shells sehr guten Kommentar, dessen Kritikpunkte selbst der Autor des Artikels anerkannt hat. -- Manu 23:04, 26. Aug 2005 (CEST)

Tue ich nach wie vor :) Der Artikel hat tatsächlich eine Überarbeitung nötig. Ein Ergänzungspunkt wäre sicher, dass die Theoretiker der Satire mehr zur Sprache kämen. --Fb78 Fb78 00:02, 27. Aug 2005 (CEST)

Wiederwahldiskussion

Satire, 14. Oktober

contra - Im Review hat sich nichts getan. Eine hervorragende Auflistung wichtiger Kritikpunkte hat der Benutzer Shell [LINK] in der ersten Abstimmung geliefert, die nur knapp mit 8:4 ausging. Man sollte sich von der Länge des Artikels nicht täuschen lassen, da er nun mal ein sehr umfangreiches Thema bespricht. Vor allem die Theorie kommt zu kurz, der Geschichtsabschnitt ist ziemlich deutschlandlastig und bietet an manchen Stellen nicht mehr als eine bloße Aufzählung von Autoren und Werken. -- Manu 19:42, 14. Okt 2005 (CEST)

  • pro - ich sehe den Artikel weiterhin als exzellent an. -- Achim Raschka 14:12, 15. Okt 2005 (CEST)
  • contra Ich las mit Entsetzen das Kapitel Barock: "Man glaubte auch, mittels heiterer Schriften von Schlaflosigkeit und Melancholie heilen zu können, etwa durch humoristisch-satirische Kollektaneen wie die Curiösen Speculationen bey Schlaf-losen Nächten (Johann Georg Schmidt, 1707)." Das ist so schwachsinnig wie die Bemerkungen zu Moscherosch daneben gehen. --Olaf Simons 21:46, 15. Okt 2005 (CEST)
  • pro - ich würde mir eine etwas deutlichere, klare Begriffsbestimmung zu Beginn wünschen. Ansonsten: es liegt IMHO in der hermeneutischen Unschärfe des Begriffs selbst begründet, dass zu Gattungsdefinitionen und poetologischen Merkmalen ein Konsens schwer zu erzielen ist. Wäre das so einfach, wäre die Satire eben keine. Insofern ist es völlig legitim, den Schwerpunkt auf eine literaturgeschichtliche Übersicht zu legen. -- Urbach
  • pro - sorgfältige Definition, übersichtliche Gliederung, ausführliche historische Darstellung, systematisches Literaturverzeichnis. Im Gegensatz zur ungnädigen Kritik weiter oben, finde ich das Barock-Kapitel gelungen. Weshalb die beispielhafte Erwähnung von Moscheroschs Werk "daneben" sein soll, bleibt mir dunkel und die Bezeichnung "schwachsinnig" sollte in WP nur dann auftauchen, wenn es um Vandalismus geht. --Bogart99 14:17, 3. Nov 2005 (CET)

Lesenswert-Diskussion

Satire (lat. satira; von satura lanx: „mit Früchten gefüllte Schale“, im übertragenen Sinne: „bunt gemischtes Allerlei“; früher fälschlich auf Satyr zurückgeführt, daher die ältere Schreibweise Satyra) ist eine Spottdichtung, die mangelhafte Tugend oder gesellschaftliche Missstände anklagt.

  • pro - der Artikel wurde wegen einiger Mängel aus den Exzellenten abgewählt (3pro, 2 contra) -- Achim Raschka 08:23, 5. Nov 2005 (CET)
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    Pro

    Pro - ein Fall für die automatische Regelung. Keine Rechtschreibfehler, keine zweifelhaften Bilder, keine prozesswürdigen Darstellungen. --Kapitän Nemo 20:03, 5. Nov 2005 (CET)

    • Pro -- Stahlkocher 21:14, 5. Nov 2005 (CET)
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      Pro

      Pro -- Smial 21:22, 6. Nov 2005 (CET)

      • pro sowieso. --Sigune 02:46, 7. Nov 2005 (CET)

      Die Abderiten

      vielleicht sollte man an geeigneter stelle noch einen verweis zu Die Abderiten (erster deutscher stirischer roman) einbauen, weiß nur nicht wo..

      Neue Web-Links

      Hallo zusammen! Ich würde vorschlagen die Web-Links um die Seiten www.schandmaennchen.de und www.nullzwoelf.com zu erweitern. Spricht da was gegen?

      Ja, Wikipedia:Weblinks. --Fb78 Fb78 11:45, 25. Mai 2006 (CEST)

      Sorry, hab mich falsch ausgedrückt. Die Links sollten in die Tabelle, in der auch z. B. www.zyn.de eingetragen ist.

      Da kommen nur Seiten rein, die einen eigenen Wikipedia-Artikel haben. Wikipedia ist ja kein Webverzeichnis. --217.80.101.142 12:36, 26. Mai 2006 (CEST)

      Wieso das denn? Wenn man nur auf Seiten verlinken darf oder soll, die einen eigenen Wikipedia-Artikel haben, dann kannst du hier aber gundsätzlich ne Menge links in die Tonne hauen. Den Sinn sehe ich auch nicht wirklich darin. Also ich habe den Satire-Artikel bei Wikipedia benutzt, um weitere Seiten im Netz zu finden. War auch nur ein Vorschlag. Gruß Kai.
      Der IP-Einwurf ist natürlich Käse. Aber die Verlinkungsregeln sagen u.a. (1) nur vom Feinsten und (2) keine Unterbegriffe (also nicht die Offenbach-Post-online zum Artikel Zeitung). Verlinkt werden sollten hier also nur (bis zu 5) Seiten, die zum Thema Satire über den Artikel hinaus enzyklopädische Informationen bringen. Sonst gibt es doch nur endlosen Hickhack um die besten der ca. 10000 deutschsprachigen Satireseiten... T.a.k. 18:25, 26. Mai 2006 (CEST)

      Stimmt auch wieder. OK, hat sich erledigt. Kai.

      satirezeitung.de

      Warum ist hier bei den Links nicht www.satirezeitung.de mit aufgeführt? Nach Zyn! doch mit einer der bekanntesten Satireseiten im Netz.

      Wie oben bereits erwähnt, wäre ich auch dafür, mehrere Seiten aufzunehmen... 0211 16:37, 29. Mai 2006 (CEST)

      Siehe einen Abschnitt weiter oben: Wikipedia ist kein Webverzeichnis. Es gibt ungefähr 1000 deutschsprachige Satireseiten, die sicher alle gerne einen Eintrag hier hätten. Es erhöht ja auch hübsch ihr Google-Ranking. Laut den Maßgaben in Wikipedia:Weblinks gehören aber nur ausgewählte weiterführende Informationsseiten zu den Weblinks. --Fb78 Fb78 18:25, 29. Mai 2006 (CEST)

      Nochmal: Hier redet keiner von den Weblinks! Wir reden von der Tabelle, in der z. B. auch die seit Wochen nicht mehr erreichbare Zyn-Seite drin ist! Entweder man nimmt mehrere auserwählte oder gar keine Seiten mit auf. 0211 21:46, 29. Mai 2006 (CEST)

      Nochmal: In die Tabelle werden nur Seiten eingetragen, die einen eigenen Wikipedia-Artikel besitzen. Schreib einen brauchbaren Artikel über die Seite und dann trägt jemand den Link ein. --Fb78 Fb78 22:17, 29. Mai 2006 (CEST)

      :zh:惡搞文化 is wrong, should be changed to :zh:讽刺

      The current interwiki link to Chinese wiki is wrong. :zh:惡搞文化 is not Satire. It should be changed to :zh:讽刺. Please correct it. Sorry, I don't understand German and have to write in English. I'm Neo-Jay. --130.132.143.49 12:54, 3. Jun 2006 (CEST)

      done. thank you! --Fb78 Fb78 22:19, 3. Jun 2006 (CEST)
      Many thanks! --130.132.143.49 09:06, 4. Jun 2006 (CEST) (Neo-Jay)

      Rhinton und Dionysos: Ist die Ableitung der Satire von Satyr wirklich "fälschlich"?

      In den Phlyaken und dem Mimus kommt offenbar eher der spontane Alltagswitz des Volkes zum Tragen, Dass sich dies in der geschichtlichen Überlieferung neben der herrschaftlichen Hochkultur nicht durchsetzt ist verständlich.

      Ich schlage vor, an den Anfang der Antiken Satire Rhinton zu setzen, dessen Hilarokomödien allem Anschein nach ein Vorläufer der Satire gewesen zu sein scheinen. (G.J.Vossius inst. poet. II 21.1 (p.105): "Satyrico etiam dramati affines erant fabulae Rhintonicae..." (http://www.uni-mannheim.de/...

      Das ist zwar nicht sicher, sollte aber doch zumindest als Problem oder als offene Frage erwähnt werden.

      Dass in den Phlyaken das dionysische Ensemble mitspielte steht fest. "C'était une parodie comique de la tragédie, une sorte de drame satyrique moins les satyres. Le Goutteux-Tragique de Lucien, et le Pied-Léger qu'on y joint comme contre-partie, peuvent donner une idée de ce que devaient être les farces dramatiques de Rhinton." (Alexis Pierron, Histoire de la littérature grecque, Hachette, 1875 Kap. 39)

      Die "Herleitung" der Satire allein aus satura, also aus einer bunten Schüssel erscheint mir denn doch etwas an den Haaren herbeigezogen. (die freie Form erzeugt den freien Inhalt und der erzeugt die Satire).

      Viel wahrscheinlicher ist doch, dass die Mythentravestien des gr. Satyrspiels und der Phlyaken die harmlosen Potpourris der röm. Satura in Richtung des satirischen beeinflussten. Man versteht ja, wenn Quintilian verzweifelt nach irgendetwas römischem sucht, das nicht ursprünglich griechisch ist. Aber ein Beweis ist das nicht.

      Dass Satyrspiel und satura in der Antike zumindest als verwandt empfunden wurden, belegt nicht zuletzt das Satyricon des Petronius.

      Freue mich auf Eure Meinung --Thomas Völker 11:22, 6. Aug 2006 (CEST)


      Ich bin seit einiger Zeit dabei, einen Abschnitt über Begriff und Herkunft/Form der Satire zu schreiben, der die ersten beiden Abschnitte des jetzigen Artikels ersetzen soll. Bevor ich den Text poste, will ich ihn aber nochmal überarbeiten. Da ich mich in der antiken griechischen Literatur nicht gut auskenne, wäre es mir recht, wenn jemand Fachkundigeres den betreffenden Teil dann durchsehen würde. Ich vermute aber, dass man sich bei der gräzistischen Fachliteratur über die frühe griechische Satire etwas auf dünnem Eis bewegt, oder?

      Was die Etymologie (und die Satyrn) betrifft: Der Artikel vereinfacht das zur Zeit etwas zu sehr, das ist richtig. Aber er entspricht immerhin dem Gros der Satireforschung, auch wenn er mit absoluter Sicherheit spricht, wo man nur vermuten und spekulieren kann.

      --Shell 12:18, 13. Okt. 2006 (CEST)



      Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Satire und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).