Toplinks zu diesem Thema:
Oral, Schutz
Der Artikel Schlacht am Waterberg gehört zur Kategorie: Schlacht (Deutschland), Deutsche Kolonialgeschichte, Geschichte (Namibia), 1904
{{Schlacht |BILD=Surviving_Herero.jpg |BILDBESCHREIBUNG=Überlebende Herero nach der Flucht durch die Wüste |SCHLACHT_NAME= |KONFLIKT=Aufstand der Herero und Nama |DATUM=11. August 1904 |ORT=Waterberg, Namibia |ERGEBNIS=Rückzug der Herero in die Wüste |KONTRAHENT1=
Die Schlacht am Waterberg am 11. August 1904 entschied den Krieg zwischen den Herero und den Deutschen in der damaligen Kolonie Deutsch-Südwestafrika.
Lage
Nach den Kämpfen bei den Onjati-Bergen sammelten sich die Herero-Gesellschaft südwestlich des Waterberges am Omuramba –u- Omatako, einem etwa 200 m breiten, trockenem Flussbett. Als dort das Weideland abgegrast war, zogen die Hereros in den Raum Hamakari / Waterberg, wo es ausreichend Wasser und Weidefläche gab. Unter Berücksichtigung aller bekannten Faktoren, einschließlich der Wasser- und Weideverhältnisse, kann man davon ausgehen, dass sich in diesem Raum etwa 25.000 bis 50.000 Hereros versammelt hatten. Schätzungen zufolge befanden sich darunter etwa 3.500 bis 6.000 Krieger, welche zum Großteil mit Gewehren bewaffnet waren. Der Rest führte mit dem Kirri die traditionelle Waffe der Hereros für den Nahkampf.Generalleutnant Lothar von Trotha erkannte hier die Gelegenheit, den von ihm angestrebten entscheidenden Schlag gegen die Hereros zu führen. Bei ihrem Abzug Anfang August 1904 schien der Zeitpunkt zum Handeln geboten.
Ausgangslage der Deutschen
Für den geplanten Angriff verfügte von Trotha über insgesamt 1.625 Gewehre, 30 Geschütze und 14 Maschinengewehre. Offensichtlich stand seine Truppe einem zahlenmäßig mehrfach überlegenen Feind gegenüber. Die von den Deutschen eingesetzten Geschütze und Maschinengewehre konnten im unübersichtlichen, dicht mit Dornbüschen bestandenen Gelände nur eine stark eingeschränkte Wirkung erzielen und also die zahlenmäßige Überlegenheit der Hereros nicht vollständig ausgleichen. Die Hererokrieger waren, im Gegensatz zu den überwiegend landfremden deutschen Soldaten, mit dem Kampf in diesem Buschgelände vertraut und das Klima gewohnt. Zudem verfügten sie über genaue Ortskenntnisse, waren im Besitz der Wasserstellen und hatten den taktischen Vorteil der „inneren Linie“. Von Trotha dagegen musste seine Truppen auf einer Frontlinie von etwa 100 km verteilen. Von einer behaupteten Umzingelung oder einer Kessel- beziehungsweise Vernichtungsschlacht konnte daher keine Rede sein. Von Trotha plante vielmehr, durch den Einsatz von sieben Abteilungen die voraussichtlichen Fluchtwege, insbesondere den „Streitwolfschen Weg“ nach Südosten in Richtung Omaheke, zu sperren, um durch konzentrischen Angriff den Gegner im Raum Station Waterberg/Hamakari entscheidend zu schlagen. Die taktischen Ziele der deutschen Abteilungen waren folgende:- Abteilung Volkmann: Sperrung der Wege nach Norden, Besetzung einer Signalstation auf dem Waterberg, Stärke: 200 Gewehre, 2 Geschütze, 2 Maschinengewehre (flankierender Einsatz);
- Abteilungen Deimling und Fiedler: Sperrung der Wege nach Westen, offensives Vorgehen gegen Omuweroumue, die Station Waterberg und weiter auf Hamakari, Gesamtstärke: 658 Gewehre, 8 Geschütze;
- Abteilung von Estorff: Sperrung der Wege nach Nordosten, offensives Vorgehen gegen die Station Waterberg, Stärke: 247 Gewehre, 4 Geschütze, 4 Maschinengewehre;
- Abteilungen Mühlenfels, von der Heyde und Winkler: Sperrung des Weges nach Südosten in Richtung Omaheke und offensives Vorgehen gegen die Wasserstellen von Hamakari.
Entscheidend für das Gelingen des gesamten Schlachtplanes war das Zusammenwirken dieser drei getrennt voneinander anmarschierenden Abteilungen. Gesamtstärke: 520 Gewehre, 16 Geschütze, 8 Maschinengewehre.
Der Schlüssel zu den Stellungen der Hereros im Raum Waterberg waren die Wasserstellen von Hamakari, welche durch dichten Dornbusch und künstlich angelegte Verhaue geschützt waren. General von Trotha mit seinem Stab schloss sich der Abteilung Mühlenfels an, um während der Kämpfe am Schwerpunkt des Angriffes und damit am voraussichtlichen Ort der Entscheidung zu sein. Das strategische Ziel des deutschen Schlachtplanes lautete: Vernichtung der feindlichen Streitkräfte, Gefangennahme möglichst vieler Nichtkombattanten und dadurch völlige Unterwerfung der Hereros.
Führung der Schlacht
Das Vorrücken der Deutschen an die Stellungen der Hereros erfolgte am 10. August 1904. In der folgenden Nacht marschierten die deutschen Abteilungen zum Angriff auf. Die oben erwähnten taktischen Ziele des Generals von Trotha beruhten auf Fehleinschätzungen und führten auf deutscher Seite zu einer folgenschweren Friktion. Wegen Orientierungsschwierigkeiten wich die Abteilung v. d. Heyde bei dem Nachtmarsch durch den Dornbusch nach Norden vom Weg ab. Die Abteilung Winkler konnte deshalb keinen Anschluss an die Abteilung v. d. Heyde herstellen und in die Schlacht eingreifen. Maßgeblich schuld an dieser Friktion war das Fehlen eingeborener Hilfstruppen, deren Dienste bei der Aufklärung unersetzlich gewesen wären. So kam es nicht zu dem geplanten Zusammenwirken der drei Abteilungen Mühlenfels, v. d. Heyde und Winkler.Die Hereros nutzten die Schwierigkeiten auf deutscher Seite entschlossen aus. Während sie gegen die von Westen anmarschierende Abteilung Deimling lediglich hinhaltenden Widerstand leisteten, stellten sich die Hereros bei Hamakari mit äußerster Hartnäckigkeit der Abteilung Mühlenfels entgegen. Die isolierte Abteilung v. d. Heyde wurde in dem unübersichtlichen Dornbusch nördlich des Streitwolfschen Weges massiv angegriffen. Den Vorteil der inneren Linie ausnutzend, konnten die Hereros an diesen beiden Stellen mit großer Übermacht auftreten.
Hier einige Auszüge aus dem amtlichen Werk des Generalstabes über die Kämpfe bei der Abteilung v. d. Heyde:
- „Hier war der Feuerkampf auf das heftigste entbrannt, und es zeigte sich, dass die kleine deutsche Schar einen vielfach überlegenen Feind gegenüber hatte. Beide Flügel waren umklammert, und schon tauchten im Busche zahlreiche schwarze Gestalten im Rücken der Deutschen auf.“
- „Immer kühner drängten die Hereros vor, laut „Kajata“ und „Assa“ brüllend.“
- „Den vorstürmenden Hereros gelang es diesmal, bis auf 10 – 20 m heranzukommen. Die Lage wurde äußerst bedrohlich.“
- „An dem kaltblütigen Feuer der todesmutigen deutschen Reiter zerschellte auch dieser Angriff des Feindes.“
Zeitweise drohten die Abteilungen Mühlenfels und v. d. Heyde vom Gegner überrannt zu werden und konnten sich nur mit Mühe behaupten. Schließlich gelang es der Abteilung Mühlenfels, am Nachmittag des 11. August die Wasserstellen von Hamakari zu nehmen und gegen die heftigen Gegenangriffe der Hereros zu halten.
Hauptmann Maximilian Bayer schildert den Kampf um die Wasserstellen von Hamakari folgendermaßen: „Die Sonne stand schon ziemlich tief, und die ganze Atmosphäre war mit Staub und dem Rauch des Geschütz- und Gewehrfeuers erfüllt. Es herrschte düstere Gewitterstimmung. Durch den fahlen Dämmer zuckten und blitzten die Schrapnells und Granaten, die in rasendem Schnellfeuer über Visier und Korn auf 100 Meter in die anstürmenden Schwarzen hineingesandt wurden. Ohrenbetäubend donnerten die Geschütze und ratterten die Maschinengewehre. Am zweiten Geschütz waren unmittelbar hintereinander vier Mann verwundet worden, und das Geschütz wurde unter größter Gefahr zurückgebracht. Die Munition fing an knapp zu werden.“
Erst bei völligem Dunkelwerden endeten die Kämpfe bei Hamakari. Mit der Einnahme der dortigen Wasserstellen war es den Deutschen gelungen, unter ungünstigsten Bedingungen einen bedeutenden taktischen Erfolg zu erkämpfen. Die Abteilung v. d. Heyde hatte mittlerweile die Angriffe der Hereros abweisen können. Da sie jedoch nicht in Richtung Hamakari vorstoßen und den Anschluss an die Abteilung Mühlenfels gewinnen konnte, musste sie in der darauf folgenden Nacht völlig erschöpft und ohne Munition und Wasser den Rückzug antreten. So konnten die am Waterberg lagernden Hereros im Laufe des 11. und 12. August mit ihrem Vieh entlang des Streitwolfschen Weges in Richtung Südosten abziehen. Major von Estorff, der spätere Kommandant, beurteilte diese Entwicklung so: „Es war ein schwerer Fehlschlag, dass der Masse der Herero dieser Durchbruch gelang, wenn auch in der Flucht“.
Telegramm des Generals von Trotha an den Kaiser (Auszug):
- „Hamakari, 12. August. - Der Feind, der mit außerordentlicher Zähigkeit kämpfte, erlitt, trotz sehr gewandter Aufstellung im dichtesten Dornbusch, schwere Verluste. Tausende von Vieh erbeutet. Zersprengt und im Rückmarsch nach allen Seiten begriffen, bewegt sich die Hauptmasse des Feindes nach Osten (in Richtung Omaheke, Anm. d. Verf.), wohin ich ihm den Abzug mit den vereinigten Abteilungen Deimling, Mühlenfels und v. d. Heyde verlegen werde, wobei Estorff von Norden her mitwirkt.“
Ergebnis der Schlacht
Die Verluste der Hereros im Verlauf der Schlacht sind nicht bekannt. Es war den Herero gelungen, sich aus der Umklammerung der deutschen Truppen zu lösen und in Richtung Britisch Betschuanaland abzuziehen. Eine sofortige Verfolgung durch die Schutztruppe wäre nach den Regeln der Kriegsführung erforderlich gewesen. Sie erfolgte nicht, da die Soldaten nach zweitägiger Schlacht dazu nicht mehr in der Lage waren. Damit war die Schlacht am Waterberg für Gen. v. Trotha ein klarer Fehlschlag. Die Entscheidung, in Richtung Betschuanaland abzuziehen war vermutlich deshalb getroffen worden, weil die Briten schon vor der Schlacht den Herero für den Fall der Niederlage Asyl zugesagt hatten. Außerdem hatte es im Bereich des Waterberges geregnet und man konnte davon ausgehen, dass es in der Omaheke-Steppe ausreichend Wasser für den Durchzug geben würde. Hinzu kam für die Abziehenden der Vorteil, dass sie den nachrückenden Truppen durch Vergiften der Wasserstellen mit Tierkadavern die Verfolgung unmöglich machen konnten. Diese Taktik beinhaltete aber auch das Risiko des eigenen Untergangs bei Wassermangel, da der Rückweg damit abgeschnitten war. Die Katastrophe, die nun über die Herero in der Omaheke hereinbrach und wohl einigen tausend Menschen das Leben kostete, ist somit auch auf eine Fehleinschätzung der Wassersituation in diesem Gebiet zurückzuführen. (siehe auch den Artikel zum Aufstand der Herero und Nama)Die deutschen Verluste betrugen in der Schlacht am Waterberg 28 Gefallene und 60 Verwundete. Das Ziel des Kampfes aus deutscher Sicht, eine Vernichtung oder Übergabe der waffentragenden Hereros, wurde jedoch nicht erreicht. Das amtliche Werk des Generalstabes stellt fest: „So endeten die bedeutsamen Kämpfe am Waterberge. Ihr Verlauf war ein ganz anderer, als er von der obersten Führung beabsichtigt worden war.“
Die Verfolgung der Hereros führte zwei Wochen später zur Überlastung der deutschen Truppe bei Omaheke. Das amtliche Generalstabswerk berichtet: „Der Zustand, in dem sich die Abteilung befand, gab zu ernster Besorgnis Anlass. Sie war nur noch 10 km vorgerückt, hatte dann aber vollkommen erschöpft, an den hohen felsigen Rändern des Flussbettes Schutz vor der Gluthitze gesucht. Die Pferde standen kraftlos mit gesenkten Köpfen da, die Maultiere brüllten vor Durst, das Wasser war längst zu Ende. Mehrere Leute waren unterwegs schwer erkrankt, andere holten sich den Keim zu schweren Typhusanfällen bei dem Ausharren an den verpesteten Wasserstellen. 25 Pferde und 21 Esel waren verendet. Hauptmann Klein starb wenige Wochen darauf in Epukiro an Typhus. Ein gleich trauriges Schicksal traf eine ganze Anzahl seiner Reiter.“
Verwendete Literatur
- Großer Generalstab, „Der Feldzug gegen die Hereros“, Berlin 1906;
- Großer Generalstab, „Sanitätsbericht der deutschen Truppen in Südwestafrika 1904–1907“, Berlin 1908;
- Dincklage-Campe, Friedrich v. (Hg.). Deutsche Reiter in Südwest. Selbsterlebnisse aus den Kämpfen in Deutsch-Südwestafrika. Nach persönlichen Berichten bearbeitet. Berlin, 1908;
- von Leutwein, Theodor, „Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwestafrika“, Berlin 1907;
- Hauptmann Bayer, M. „Mit dem Hauptquartier in Südwestafrika“ Berlin 1909;
- Rust, Conrad. Krieg und Frieden im Hererolande. Aufzeichnungen aus dem Kriegsjahre 1904. Leipzig 1904;
- Lau Brigitte: „Ungewisse Gewissheiten“, Windhoek 1989;
- Lorenz, Klaus: „Geschehnisse am Waterberg 1904“, Swakopmund 2001;
- Warriors Leaders Sages and Outcasts in the Namibian Past. Narratives collected from Herero for the Michael Scott Oral Records Projekt 1985–86, ed. By A.Heywood, B.Lau, R.Ohly, Windhoek 1992;
- Major von Estorff, Ludwig: „Wanderungen und Kämpfe in Südwestafrika, Ostafrika und Südafrika 1894–1910“.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Schlacht am Waterberg
EIN GERADEZU BESCHÄMENDER UND WIDERWÄRTIGER ARTIKEL; DER SO NICHT VON DEUTSCHEN (gerade nicht von deutschen) GESCHRIEBEN WERDEN SOLLTE!!!!!!!! ICH PLÄDIERE FÜR SOFORTIGE LÖSCHUNG!!! ES WAR DEFINTIV OHNE WEITERE DISKUSSION EIN GEWOLLTER VÖLKERMORD; DER NICHTS MIT MILITÄRISCHER TAKTIK ZU TUN HATTE!!! EY LEUTE; BEMÜHT EUCH; ICH HABE DAS GEFÜHL DIE BRAUNE BRUT BEKOMMT AUCH HIER MITTLERWEILE EIN FORUM; DAS DARF EINFACH NICHT SEIN!!!!!!!!! UND NOCH UNWISSENSCHAFTLICHER: "IHR SEID WIEDERLICHES MENSCHENVERACHTENDES PACK!!!! WEITER NICHTS!"
ein deutscher
Wenn Du denn Deutscher bist, kennst Du ja auch unser Sprichwort: „Wer schreit hat unrecht!" Denn Du willst uns nicht das Gegenteil beweisen von dem, was hier steht, heulst und zeterst nur. Bringe Dein Quellenmaterial und wir können miteinander reden. Beweise doch den Völkermord! Du willst nicht beweisen und diskutieren? Warum war es „ohne weitere Diskussion" Völkermord? Du redest wie ein Diktator, der nur sich und seine Meinung zählen lassen will! Mein lieber Mann: Du bist menschenverachtend, wenn Du freie Kommunikation verbieten willst! Merkst Du denn nicht, daß DU den demokratischen Boden verläßt? Warst Du damals dabei? Und nochmal: Warum darf es keine Diskusion geben? Wer hat diese Parole ausgegeben? Wo oder wer ist diese „Oberste Instanz", die sich anmaßt, Steitgespräche, denn das sind Diskussionen (kommt aus dem Latein, mein Lieber), zu erlauben oder zu verbieten, noch dazu, wo sie sich um Quellenmaterial bemühen? In Deiner politisch einseitig vernagelten Welt, vor der mir graut, mag ich jedenfalls nicht leben.
Ein anderer Deutscher.
Die Reaktion von dem Herrn mit der klemmenden Hochstelltaste, zeigt für mich bloß, dass hier ein ausgezeichneter und neutraler Artikel geschaffen wurde, den es zu schützen gilt. Wer keine Ahnung hat sollte am besten die Klappe halten. Feldwebel 21:35, 5. Sep 2006 (CEST)
NPOV-Verweis
Der Artikel scheint überwiegend aus damaliger Militär-Propaganda zu bestehen. Es wäre sinnvoll, ihn in Richtung einer neutraleren Sichtweise und unter weitgehendem Verzicht auf militaristisches Vokabular zu überarbeiten.- Rundumschlag. Kannst du mal etwas genauer sagen was du bemängelst und welches Vokabular du anwenden möchtest? --HaSee 14:48, 15. Aug 2004 (CEST)
- Ganz im Gegenteil, der Artikel ist exzellent. Andere gute Artikel wie die Völkerschlacht bei Leipzig über große Schlachten sind ebenso detailliert. Das Fakt, daß der Artikel nicht halb so verklärend wie die momentanen Tagesschau-Berichte ist, finde ich bemerkenswert. Die Artikel zu von Trotha und dem Aufstand generell sind kritisch, aber hier geht es um eine militärische Schlacht und nicht um die Persönlichkeit der Offiziere. Die ist, wie gesagt, anderweitig gewürdigt.--PeerBr 16:15, 15. Aug 2004 (CEST)
- Das Problem ist, daß man von der Schlacht nur die deutsche Seite kennt; da die Herero Verwundete und Tote grundsätzlich mitnahmen, hat man nicht mal zuverlässige Angaben über die Verluste der Herero. Man kann also ausschließlich auf deutsche Quellen zurückgreifen und daraus versuchen, die deutschen Aktivitäten neutral darzustellen. Von "Propaganda" kann man auch nicht reden.
- Ich habe die von einem Anonmymus gesetzte Neutralitätswarnung wieder gelöscht.
- --Dingo 18:09, 16. Aug 2004 (CEST)
- Ich schließe mich dem Urteil des ersten Kritikers im wesentlichen an und versuche im folgenden, einige Mängel hervorzuheben:
- - Im Artikel wird durchgehend betont, wie unvorteilhaft die Ausgangssituation der deutschen Soldaten zu Beginn der Schlacht war, mit dem Ergebnis, daß der deutsche Sieg umso militärisch brillianter erscheint. Die verwendete Sprache unterstützt mitunter diesen Eindruck; z.B. heißt es im Abschnitt "Führung der Schlacht": "Es waren allein dem Durchhaltewillen und -vermögen der deutschen Soldaten zu verdanken...".
- - Ich habe starke Zweifel, daß es für eine Gruppe von mehreren Zehntausend Hereros, von denen nach den Zahlen des Artikels zwischen 75 und ca. 90% *keine* Krieger sind und die zudem noch große Viehherden mit sich führten, ein einfaches Unterfangen ist, sich gegen eine mobile, reine Kampftruppe zu verteidigen. Im Gegenteil: die Hereros werden um ihre Haut und die ihrer Frauen und Kinder, die direkt hinter ihnen gestanden haben, gekämpft haben, in dem Wissen, daß es um Leben und Tod ihres Volkes geht. Die Belastung durch den Troß relativiert auch den angeblichen Vorteil der "inneren Linie".
- - Es wäre interessant zu wissen, was für Gewehre die Herero hatten, wenn schon nicht bekannt ist, wieviele ihrer Krieger tatsächlich welche hatten. Die deutschen Truppen dürften wohl durchgehend moderne Waffen gehabt haben und hatten in jedem Fall zusätzlich Maschinengewehre und Geschütze. Daß die Gewehre der Herero denen der deutschen gleichwertig waren und keine Schießprügel von Anno Toback wäre zu zeigen. Dies dürfte viel von der zahlenmäßigen Überlegenheit der Herero ausgeglichen haben. Der Artikel erwähnt ferner, daß "der Rest [...] mit dem Kirri die traditionelle Waffe der Hereros für den Nahkampf" benutzte; ich weiß zwar nicht, was das für eine Waffe ist, aber wenn die Herero bei Angriffen oft nicht näher als 10-20 m an den Feind herangekommen sind, wie es in einem der zitierten Augenzeugenberichte heißt, hat diese Waffe möglicherweise nicht viel genützt, so daß ein Teil der Herero-Krieger effektiv nicht am Kampf teilnehmen konnte.
- - Es ist ein gravierender Mangel, daß im Abschnitt "Ergebnis der Schlacht" nur von den Problemen bei der Verfolgung der fliehenden Herero berichtet wird, die Tatsache, daß als direkte Folge der Flucht Tausende Herero in der Omaheke elend verdurstet sind jedoch mit keinem Wort erwähnt wird. Man hat den Eindruck, daß die Omaheke eine Art paradiesisches Refugium für die Herero war, das sie durch ihr Entkommen am Waterberg glücklich erreichen konnten; tatsächlich ist die Omaheke aber offenbar eine wasserlose Steppe.--TomR 14:48, 11. Aug 2005 (CEST)
- Ich habe nun zu dem letzten Punkt meiner Kritik eine entsprechende Änderung in den Artikel gesetzt und auch einige andere Formulierungen etwas neutraler gemacht. Wäre schön, wenn zu den verbleibenden Punkt jemand was Brauchbares beisteuern könnte.--TomR 23:40, 16. Aug 2005 (CEST)
Ein sehr guter und sachlicher Artikel! Bin erfreut! RoHi
Massaker neben der Schlacht?
Was mir fehlt ist ein Hinweis auf das neben der Schlacht stattgefundene Massaker. Das muß ja wohl stattgefunden haben, wenn die Hereros maximal 6000 Krieger hatten aber insgesammt 30000 Tote zu beklagen hatten. Außerdem scheinen auf deutscher Seite nur Gewehre und Geschütze gekämpft zu haben - aber keine Soldaten. Das finde ich einen etwas seltsamen Ausdruck. Stefanwege 13:16, 16. Aug 2004 (CEST)
- Das Massaker war, daß die deutschen Truppen die Ausgänge zur Omaheke abriegelten, in die die Herero nach der Schlacht auswichen. Die deutschen Truppen sorgten so dafür, daß die Herero nicht mehr an Wasserstellen kamen und elendiglich in der Wüste verdursteten.
- Daß man nicht von Soldaten spricht, sondern nur von Kampfmitteln, ist vor allem in alten Gefechtsberichten nicht ungewöhnlich. Man kann davon aber nicht auf die Gesamtzahl der Soldaten schließen; daß hinter einem Gewehr genau ein Soldat steht, ist klar, ein MG hatte damals 3-4 Bediener. Bei Geschützen kann ich Dir das schon nicht mehr sagen, und vom Troß (Nachschub) wird gar nicht geredet. Wenn Du eine Quelle auftust, korrigier' es einfach.
- --Dingo 17:55, 16. Aug 2004 (CEST)
"...daß die deutschen Truppen die Ausgänge zur Omaheke abriegelten..." Das dies Schwachsinn ist ist, weiß jeder der mal in Namibia war. Man konnte und kann die Omaheke nicht abriegeln! Man stelle sich vor, eine kleine Reitertruppe versucht Bayern abzuriegeln, lachhaft und die Omaheke ist wesentlich größer!
Erste Jahrhundert-Ausmordung am Volk der Herero, natürlich durch Deutsche
Wenn ich mir das "Triefen" der Gutmenschen so anlese, bezüglich der "armen Hereros" damals, dann frage ich mich nur: warum bloß waren die Hereros zu stolz dazu, sich den an den Wasserstellen wartenden Deutschen zu ergeben? Sie hatten die Wahl - Ergeben, in was für ein Schicksal auch immer, oder verdursten.
Jeder Herero konnte damals schon frei wählen. Einige wählten so, die meisten jedoch die andere freie Option.
Die so kluge Herero-Führung war auch nicht bereit, stellvertretend für ihr Volk, sich zu "opfern", also sich einem - wie auch immer gearteten - Prozeß der Sieger zu stellen, um potentiellen Schaden für die ihnen Anvertrauten dadurch sicher abwenden zu können.
Wie ich mich entschieden hätte, als Herero? - In jedem Fall für die Erhaltung potentiell zukünftiger Kampfkraft! 81.173.167.152 22:44, 5. Nov 2005 (CET)
Wenn ich mir die Proklamation von Trothas durchlese, kann ich nicht erkennne, wo hier noch "eine Wahl" für die Hereros war. "Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit und ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen." Hier war die einzige Wahl: Erschossen werden, oder verdursten. Daher halte ich die beschönigende Darstellung "... die Katastrophe brach über die Hereros herein...." für absolut daneben! Siehe auch in der ZEIT: "Unbarmherzig setzten die deutschen Truppen den panikartig Flüchtenden nach, hetzten sie von Wasserstelle zu Wasserstelle immer tiefer in die Omaheke-Wüste hinein. Den Soldaten boten sich entlang des Fluchtwegs entsetzliche Bilder: Hilflose Männer, Frauen, Kinder hockten, erschöpft und halbverdurstet, im Busch und warteten auf ihr Ende. Kläglich brüllende Rinderherden irrten. von ihren Hirten verlassen, ziellos umher. Ein durchdringender Geruch von verwesenden Kadavern erfüllte die drückend heiße Luft. "Wo wir hinsahen" - so beschrieb ein deutscher Hauptmann die apokalyptische Szenerie -. "nichts als Verzweiflung, Tod. Vernichtung."" Wenn es sich bei dem Vorgehen von Trothas um ein "normales" militärisches Vorgehen gehandelt hätte, hätte Gouverneur Leutwein nicht um Entlassung gebeten und wäre die Porklamation nicht mit erheblicher Verzögerung (auch durch von Trotha mit verantwortet) zurückgenommen worden. Dies kam allerdings vielfach zu spät: "Für die meisten Herero kam der "Gnadenerlaß", dessen Ausführung von Trotha überdies monatelang erfolgreich hintertrieb, zu spät. Viele waren inzwischen in der Omaheke-Wüste elendig umgekommen." IMHO muss der Vermerk wieder in den Text! --74albia 14:09, 15. Jun 2006 (CEST)
"Wahl" - Was ist denn das für eine Sichtweise?
"... warum bloß waren die Hereros zu stolz dazu, sich den an den Wasserstellen wartenden Deutschen zu ergeben? Sie hatten die Wahl - Ergeben, in was für ein Schicksal auch immer, oder verdursten."
Wie beschönigend kann es noch werden? Eine "Wahl"! Eine Wahl ist eine freie Entscheidung, aber nicht der Zwang zwischen Unterdrückung oder Vernichtung und Tod zu "wählen"; damit pervertiert man den gesamten Wortsinn des Begriffs "Wahl" - inklusive der Implikation, dass z.B. Dissidenten selber schuld an ihrer Hinrichtung durch ein Regime sind, denn sie könnten ja "wählen", sich weiter unterdrücken zu lassen - womit auch gleich der Schlusssatz meines Vorredners kritisiert sei. Nichts gegen das militärgeschichtliche Interesse einiger Nutzer hier, aber nichtsdestotrotz ist der Artikel einseitig und verfällt immer mal tendenziösen oder gar glorifizierenden Formulierungen. Angesichts eines Völkermordes spottet so eine Darstellung den Opfern Hohn: Die armen deutschen Besatzer gegen die feindliche, übermächtige Urbevölkerung! Schreiben wir das Jahr 2005 oder immer noch 1905? (17.11. um 13.07 Uhr)
Der „Völkermord“ ist lediglich eine von mehreren Thesen! Man darf nicht übersehen, dass ein Großteil der bundesdeutschen Sekundärliteratur aus marxistischen Quellen stammt. Der SED-Historiker Horst Drechsler lässt grüßen. RoHi 21:54, 24. Apr 2006 (CET)
Hier von einem Völkermord zu sprechen ist in keinster Weise angebracht. Hier was von einer "Wahl" zu sprechen ist ebenfalls schwachsinnig, die Hereros wollten durch die Omaheke Wüste flüchten, wobei sie zunächst die Fülle der Wasserstellen unterschätzten. Umkehren konnten sie schließlich nicht mehr, da sie die Wasserstellen bereits vergiftet hatten um die Verfolgung durch Deutsche Schutztruppen zu erschweren. Zudem wäre es für mich denkbar, dass viele Hereros noch den Vernichtungsbefehl (zu diesem Zeitpunkt bereits aufgehoben) im Kopf hatten und sie deswegen erst gar nicht versucht hatten umzukehren. Feldwebel 19:09, 18. Jun 2006 (CEST)
Okkupationstruppen und Voelkermord
Wer einmal am Warterberg war und versucht hat einwenig Licht in die„ Geschichtsschreibung zu bringen, sieht in diesem Artikel ein weitere Bestaetigung der noch immer anhaltenden Pflege einer Halbwahrheit, um nicht gar zu sagen einer Luege im Ausmass eines Genozids. Diesen Artikel bitte sofort loeschen. Gruesse aus dem Breisgau.
- Unnütze Aussage: Deinem Bekunden nach hast Du also einen Schlachtfeldbegehung unternommen? Sehe ich das richtig? Dann weißt Du ja wie relativ unübersichtlich dort das Gelände sein kann. Als Laie überblickt man da relativ überhaupt nicht viel - und tut sich auch als Militär ziemlich schwer. Übrigens solltest Du bedenken, daß sich Landschaften wandeln. Hast Du Dir schon einmal Bilder von vor hundert Jahren angesehen? Dort, wo beispielsweise heute nackte Erde ist, stand vielleicht damals ein Wäldchen oder eine Kate, die einer Batterie Schutz bieten konnte, deren Stellung an dieser Stellle aber heute keinen Sinn mehr macht. Doch was hat das mit einer „zutiefst eurozentristischen militaristischen Geschichtsschreibung" zu tun? Gibt es am Waterberg zu wenig Sauerstoff, so daß Europäer hier keine Entscheidungen treffen konnten und können? Entschuldige, aber Deinen Aussage gibt bisher keinen Sinn. Was ist am Waterberg so, daß man einen Völkermord erkennen kann? Wenn überhaupt, soll der laut den vom SED-Regiem finanzierten Untersuchungen Drechslers weit weg in der Wüste stattgefunden haben. Denn am Waterberg gab es nur eine Schlacht. Man sollte sich im Übrigen vor Augen halten, daß man auch als Deutscher nicht so einfach in die Wüste marschieren konnte. Du als Tourist, warst ja schnell wieder am Bus und konntest „nachtanken". Damals aber mußten große Mengen Männer mit riesigen sperrigen hölzernen Planwagen, die von zwanzig Ochsen oder Maultieren gezogen worden sind, tagtäglich versorgt werden. Das war „tierisch" langsam, mühsam und gefährlich. Denn Autos, Plastikflaschen und Klimaanlagen gab es damals dort keine. Schnelle Manöver hat es zwar auch damals gegeben, doch - mit Blick auf die Karte - nur dort, wo schon einigermaßen ausgetretende „Pads" existierten. Die deutsche Truppe war am Waterberg nach kurzer Zeit so erschöpft, daß sie niemals in die Wüste hätte marschieren können. Mit tonnenschweren Planwagen, die zumindest die erforderlichen täglichen Wassermengen transportiert hätten, war da schon gar nichts zu machen. Die Wüste war für Menschenmassen damals wie heute eine Tabu-Zone. Auch für die Herero. Daß sie sich trotzdem dorthin bewegten, ist eine andere Geschichte. Siehe DU die Welt nicht so gefällig eurozentrisch aus klimatisierten Zimmern heraus, sondern versetzte Dich in die Lage von vor über hundert Jahren. -- Mediatus 9:29 Uhr 5. Sept. 2006
Drechslers und die kommunistische Weltrevolution
Alle die sich auf den kommunistischen Geschichtsschreiber Drechsler beziehen, der die wunderschönen Mordtheorien ersonnen hat, sollten sich klar sein, daß er alles nur für ein Ziel geschrieben hat: Der kommunistischen Weltrevolution! Originalton Drechsler: Wenn die nationale Befreiungsbewegung in den kolonialunterdrückten Ländern sowie der Zusammenbruch des imperialistischen Kolonialsystems auf dem XXII. Parteitag der KPdSU als bedeutendstes welthistorisches Ereignis nach der Sozialistischen Oktoberrevolution und der Entstehung des sozialistischen Weltsystems eingeschätzt worden sind, legt diese Einschätzung den fortschrittlichen Historikern die Verpflichtung auf, sich nicht nur mit der nationalen Befreiungsbewegung und dem Zusammenbruch des imperialistischen Kolonialsystems in der zweiten und dritten Etappe der allgemeinen Krise des Kapitalismus zu beschäftigen, sondern den verhaßten Kolonialismus in allen seinen Spielarten zu entlarven. So haben die marxistischen Historiker der Deutschen Demokratischen Republik in den letzten Jahren eine Reihe von Arbeiten vorgelegt, in denen sie an Hand der Akten des Reichskolonialamtes die Kolonialpolitik des deutschen Imperialismus vor dem ersten Weltkrieg analysierten. -- Mediatus 9:29 Uhr 5. Sept. 2006
Exzellenter Artikel!
Hervorragende Arbeit, die hier geleistet wird. Ich habe einige Zahlen mit diversem Quellenmaterial aus den Missionen abgeglichen und konnte bisher kein Fehl feststellen. Mediatus 5. Sep. 2006

