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Simon the Sorcerer

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Der Artikel Simon the Sorcerer gehört zur Kategorie: Computerspiel 1993, Adventure, Amigaspiel, DOS-Spiel, Windows-Spiel
Simon the Sorcerer (StS) ist der Titel eines Adventure-Computerspiels aus dem Jahr 1993. In klassischer Point-and-Click-Steuerung führt der Spieler dabei den Titelhelden Simon durch eine mit großen Mengen Humor gewürzte Fantasywelt. Derzeit wird von der deutschen Firma Silver Style Entertainment der vierte Teil entwickelt, welchem einige Fans der ersten beiden Teile jedoch kritisch gegenüberstehen.

Simon the Sorcerer

Entwicklung
Der erste Teil erschien 1993 und wurde von der britischen Firma Adventure Soft unter Leitung von Simon und Michael Woodroffe entwickelt. Das Spiel erschien für DOS und Amiga, anfänglich auf einer Diskettenversion, später auf CD-ROM mit Sprachausgabe. Die deutsche Übersetzung gilt als extrem gut gelungen und gleichwertig zum englischen Original.

Spieldesign
Das Spiel folgt dem üblichen Aufbau von Point-and-Click-Adventures mit Bedienverben und Inventar am unteren Bildschirmrand, anklickbaren Objekten im Spielfenster und Multiple-Choice-Dialogen. Hauptelement des Spiels ist eine sehr hohe Rätseldichte, die dem Spieler häufig äußerste Kreativität und Probierfreudigkeit abverlangt.

Handlung
Das Spiel handelt von den Abenteuern des englischen Jugendlichen Simon, der durch ein mysteriöses Buch, das er auf seinem Dachboden findet, in eine Parallelwelt verschlagen wird. Diese enthält zahlreiche Elemente bekannter europäischer Märchen und Legenden, etwa Zauberer, Drachen, Riesen und sprechende Tiere. Der böse Zauberer Sordid ("abscheulich") bedroht diese Welt, und Simon tritt unfreiwillig zum Kampf gegen ihn an. Trotz dieser Ausgangsposition ist StS nicht für Kinder ausgelegt (obwohl auch diese ihren Spaß mit dem Spiel haben), denn der von ironisch über sarkastisch, zynisch und absurd bis intellektuell reichende Humor konterkariert die Fantasywelt und spielt in vielen Fällen direkt auf die reale Welt an oder amüsiert sich über die verarbeiteten Märchen-Klischees.

Charaktere
Simon
Simon ist ein ganz normaler Jugendlicher aus unserer Welt, der sein überraschendes Los jedoch mit viel Humor und Frechheit trägt. Im Laufe des Spiels wird er zum Zauberer-Lehrling und Retter der Fantasywelt. Bemerkenswert ist sein Zaubererhut, in den er unendlich viele und beliebig große Objekte einstecken kann.
Calypso
Calypso ist der gute Zaubermeister, zu dessen Rettung Simon auszieht, nachdem es ihn in die Fantasywelt verschlagen hat. Im ersten Teil des Spiels hat er noch kaum eine Rolle.
Sordid
Sordid ist der böse Zauberer, der die Fantasywelt unterjochen will und dazu Calypso und andere in Stein verwandelt. Er residiert in seiner Todesfestung und muss durch Simon bezwungen werden.
Sumpfling
Der Sumpfling ist der wohl beliebteste Nebencharakter des Spiels. Das grüne Reptil ist berühmt für seine "Sumpfsuppe" und glänzt mit gebrochener Sprache.
Nebencharaktere
Ein zentrales Element des StS-Humors sind die absurden Nebencharaktere. Dazu gehören etwa sozialistische Holzwurmrevolutionäre, ein in eine Prinzessin verwandeltes Schwein, zwei unfähige Dämonen oder ein streikender Brückentroll.

Zitate
Simon "Diese Hausaufgaben langweilen mich. Ich suche den Hund und stecke ihn in den Trockner."

Simon "...Was zum Geier?..."

Resonanz
StS war mit über 600.000 verkauften Exemplaren weltweit eines der erfolgreichsten Spiele seiner Zeit, wurde von der Kritik hoch gelobt und gilt bis heute als Kultspiel auf einer Stufe mit den LucasArts-Adventures.

Simon the Sorcerer 2

Entwicklung
Der Nachfolger von den gleichen Entwicklern unter dem Titel "The Lion, the Wizard and the Wardrobe" (in Anlehnung an C.S. Lewis) erschien 1995. StS2 existiert in Versionen auf Diskette oder CD-ROM sowie für die Systeme DOS, Windows 95, Amiga und Mac. Auch beim zweiten Teil gelang eine kongeniale deutsche Übersetzung.

Spieldesign
Gegenüber dem ersten Teil änderte sich wenig am bekannten Design, es wurde lediglich die Benutzeroberfläche leicht gestrafft (Symbole statt Verben) und einige technische Verbesserungen hinzugefügt (scrollen der Schauplätze). Das Anspruchsniveau der Rätsel stieg nochmals an.

Handlung
Im zweiten Teil versucht Sordid, von den Toten wiederaufzustehen, und bringt Simon mittels eines magischen Schrankteleporters zurück in die Fantasywelt. Diesem geht jedoch unterwegs der Treibstoff "BedFull" aus und Simon landet im Laden von Calypso, von wo er auszieht, um neuen Treibstoff zu besorgen und damit zurück nach Hause zu reisen. Dabei durchreist er die inzwischen teils modernisierte (Währungsreform, Fast-Food-Ketten, diverse Gerätschaften), aber immer noch als Fantasy erkennbare Welt, die in mehrere große Schauplätze geteilt ist - eine Stadt, eine Pirateninsel (in Anspielung auf die Konkurrenz von Monkey Island) und das Tal des Schreckens um Sordids neue Todesfestung.

Charaktere
Simon
Simon ist inzwischen etwas älter geworden und nun ein Teenager mit Pferdeschwanz und miserablen Manieren. Er neigt dazu, sämtliche Leute, die ihm begegnen, zu beleidigen - selbst wenn diese größer, stärker und intelligenter sind als er - und laufend dumme Kommentare abzugeben, was ihn regelmäßig in unangenehme Situationen bringt. Er trägt nun einen roten statt einem lila Zauberermantel und -hut.
Calypso
Der alte Zauberer tritt nun aktiv auf und übernimmt am Anfang des Spiels eine Mentorenrolle, ist aber im Endeffekt zu nichts zu gebrauchen.
Sordid
Mit Hilfe seines Gehilfen versucht Sordid, einen neuen Körper zu bekommen und die Weltherrschaft zu erringen.
Sumpfling
Der Sumpfling hat inzwischen eine sagenhaft schlechte Fast-Food-Kette aufgemacht, braucht aber wiederum Simons Hilfe.
Alix
Calypsos Enkelin Alix ist ein bevorzugtes Opfer von Simons Anzüglichkeiten und Spott. Im späteren Spielverlauf muss er sie aus Sordids Händen befreien.
Nebencharaktere
Wie im ersten Teil tauchen zahllose skurrile Nebencharaktere auf. Einige wie die Holzwürmer und Dämonen sind alte Bekannte, unzählige andere wie ein afrikanischer Tanzlehrer, ein wahnsinniger Gentechniker, ein arbeitsfauler Lampengeist oder ein unbeschreibliches Weichei namens "Anorak-Mann" haben ihren ersten Auftritt.

Zitate
Händler: "Seid gegrüßt, Reisender aus einer anderen Dimension." Simon: "Aber, wie zum Geier, woher weißt du?" Händler: "Oh, das ist einfach. Nur Mädchen tragen in dieser Dimension einen Pferdeschwanz."

Simon: "Der Übersetzer hat wieder an meinem Skript rumgefummelt, und ich kann nichts dagegen tun, bis ich nicht die Master-Version getestet habe."

Simon: "Sumpf-Man - ein einsamer Held im Kampf gegen das organisierte Erbrechen."

Simon: "Ich weiß nicht, wie sie es gemacht haben, aber sie haben das Zelt abgeschlossen"

Simon (zotig): "Ich suche einen Schatz der zwischen zwei Hügeln versteckt liegen soll."

Simon: "Da geh' ich nicht lang; Da riechts nach Radieschen."

Simon bei McSumpfling: "Gibts auch Kotztüten zu dem Menü?" Angestellter: "Ja, sie werden sogar recycelt!" Simon: "Die Kotztüten?!" Angestellter: "Nein, der Inhalt; Darum sind unsere Shakes ja auch so schön cremig"

Simon (beim Einpacken der königlichen Rob(b)e): "Das muss wohl wieder einer dieser Übersetzungsfehler sein. Da nimmt man ein 'b' zuviel und dann das!"

Resonanz
Der zweite Teil wurde von vielen Magazinen als "Adventure des Jahres" ausgezeichnet.

Simon the Sorcerer 3D

Entwicklung
Der dritte Teil der erfolgreichen Serie ließ eine Zeitlang auf sich warten. Nach dem großen Erfolg von Simon the Sorcerer 2 (1995) wurde das Spiel Floyd: Es gibt noch Helden entwickelt, dem jedoch kein großer Erfolg beschieden war. 1998 entschied man sich dafür, mit dem dritten Teil zu beginnen. Am Anfang war dieser als 2D-Point-&-Click-Adventure mit Rendergrafik geplant (Ähnlich wie Floyd). Als dann aber kein Publisher für ein 2D-Spiel gefunden werden konnte, wurde das Spiel neu gestaltet, diesmal in 3D. Auch die Story wurde dabei geändert. Obwohl das Spiel schon 2001 fertig war, kam es erst 2002 auf den deutschen Markt, weil der Publisher Infogrames aus dem Geschäft ausgestiegen war. Hasbro übernahm dann die Rolle des Publishers. Die Entwickler hießen inzwischen statt AdventureSoft Headfirst Productions.

Spieldesign
Im Gegensatz zu den Vorgängern ist Simon the Sorcerer 3D ein dreidimensionales Adventure, welches sich wie Monkey Island 4 mit der Tastatur steuert.

Handlung
Wie auch schon in den ersten zwei Teilen versucht Simon, den bösen Zauberer Sordid zu bekämpfen und wieder in seine Welt zurückzukommen. Die Handlung knüpft an den zweiten Teil an, in dem Sordid mit Simon die Körper tauscht. Mit Hilfe von Calypso und ein paar weiteren Charakteren wird Simon jedoch schon im Vorspann wieder in seinen richtigen Körper versetzt. Die Handlung macht sich dann selbstständig und hat nicht mehr viel mit den Vorgängern gemeinsam. Sordid kommt wieder aus Simons Welt zurück und will diesmal mit Hilfe des Sumpflings das Universum beherrschen. Simons Aufgabe ist es, ihn hiervon abzuhalten.

Charaktere

Zitate
Simon: "Ich trinke nichts, wo eine Warnung des Gesundheitsministeriums draufsteht."

Simon (bevor er einen Frosch in den Ofen schiebt): "Denkt dran, Kinder, wenn ihr das zu Hause nachmacht, nehmt einen richtig fetten Frosch, damit ihr auch das poppende Geräusch hört!"

Resonanz
Der dritte Teil erreichte bei weitem nicht den Erfolg der beiden Vorgänger. Dies lag vor allem an der schon bei der Veröffentlichung völlig veralteten Grafik und der schlechten Steuerung. Außerdem trübten zahlreiche Bugs den Spielspaß. Der typische Humor blieb jedoch erhalten, weshalb der dritte Teil unter den Fans trotz allem recht beliebt ist.

Simon the Sorcerer 4

Am 24. November 2005 wurde von der deutschen Firma Silver Style Entertainment ein vierter Teil angekündigt. Das Spiel soll in Kooperation mit Mike Woodroffe entwickelt werden. Es ist komplett in 3D gehalten und verfügt wieder über eine Point & Click-Steuerung. Der vorläufige Releasetermin ist das 1. Quartal 2007.

Anspielungen auf Narnia

Anscheinend sind die Entwickler der Simon-Reihe Fans von C.S. Lewis' klassischer Fantasy-Buchreihe Die Chroniken von Narnia, denn in den Spielen tauchen immer wieder Anspielungen auf. Im ersten Teil füllt der böse Zauberer Sordid die Lande mit versteinerten Widersachern, wie die Weiße Hexe im Band Der König von Narnia. Der Steintisch, auf dem Simon landet, erinnert ebenfalls an die Ereignisse in diesem Buch. Der Untertitel des zweiten Teiles The Lion, the Wizard and the Wardrobe ähnelt dann massiv dem englischen Originaltitel des erwähnten Narnia-Bandes: The Lion, the Witch and the Wardrobe, hier wie dort dient ein Schrank zum Transport zwischen den Welten.

Fan-Projekte

Neben den offiziellen Spielen gibt es eine Reihe von Entwicklungen aus den Händen der Fans. Dabei handelt es sich meist um frei erfundene Geschichten aus der Simon-Welt in Form von selbstgemachten PC-Spielen. Leider aber hat es bisher kein Team geschafft ein solches Spiel fertig zu stellen.

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Simon the Sorcerer


Narnia

Die reverteten Änderungen haben mich erinnert, dass ich schon länger einen Kommentar zu den Narnia-Beziehungen einfügen wollte. So ist jetzt geschehen. Man mag zwar sagen, dass ja auch auf alles mögliche andere, z.B. den Herrn der Ringe mit Gollum im ersten Teil, angespielt wird, aber durch den Untertitel des Zweiers hat Narnia einen so besonderen Rang, dass es definitiv erwähnt werden sollte. Jetzt frage ich, der bisher immer verpennt hat, den dritten Teil zu spielen: kommt da auch noch etwas vor? Traitor 17:46, 14. Jan 2006 (CET)

Hmm... eher nicht. Dafür sind Referenzen zu verschiedenen Filmen dabei, die wohl damals aktuell waren (wie zB Star Wars) --Oncer 12:02, 15. Jan 2006 (CET)


So wie's scheint, wird Teil 4 doch wieder ein 2D-Point'n'Click. Offenbar wird es vorgerenderte Hintergrundbilder geben, in die dann die 3D-animierten Charaktere hineingesetzt werden. Jedenfalls kann man wohl nicht behaupten, das Spiel sei "komplett in 3D gehalten". (www.simonology.de)

Laut Text: 3D war bei Fans beliebt. 3D war bei Fans eine riesige Enttäuschung. Widerspruch?



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Simon the Sorcerer und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).