Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Slavkov u Brna

Toplinks zu diesem Thema:
Autor, Tschechisch, Website



Der Artikel Slavkov u Brna gehört zur Kategorie: Ort in Tschechien
Abbildung
Frontansicht des U-förmigen Schlosses Austerlitz (mit Marktständen zum 200. Jahrestag der Schlacht bei Austerlitz
Bildherkunft
Slavkov u Brna (deutsch: Austerlitz) ist eine 205 Meter über Meereshöhe gelegene, ländliche Kleinstadt östlich von Brno (Brünn) in der Tschechischen Republik. Sie liegt im Jihomoravský kraj (Südmähren) und hat heute ca. 6.000 Einwohner. Die Stadt ist vor allem durch die Schlacht von Austerlitz bekannt. Der Ursprung des Namens Austerlitz geht vermutlich auf eine Verstümmelung und Verkürzung des tschechischen Namens Novosedlice (neuer Sitz) zurück, bleibt jedoch ungeklärt.

Bereits der Chronist Cosmas von Prag erwähnte dieses Dorf. Es gehörte einst zu dem Gebiet des südöstlichen Mährisch-Slowakischen Reiches der Lucka. Anfang des 13. Jahrhunderts errichtete der Deutsche Ritterorden eine Klosterfestung, deren Reste noch heute im Kellergewölbe des Schlosses sichtbar sind. Die ersten schriftlichen Erwähnungen stammen aus dem Jahr 1237. Nach der Auflösung des Ordens ging das Herrschaftsgut in wechselnden Profanbesitz über. Anfang des 15. Jahrhunderts herrschten die Herren von Sternberg in Austerlitz. Im Jahre 1509 übernahm für mehr als vier Jahrhunderte das Adelsgeschlecht von Kaunitz die Herrschaft über die Stadt und das Herrschaftsgut.

Sehenswürdigkeiten

  • Das Barockschloss Austerlitz hat 115 Gemächer und einen imposanten Schlosspark. Es wurde vom italienischen Architekten Domenico Martinelli erbaut. In dessen Historischem Saal wurde nach der Schlacht bei Austerlitz am 6. Dezember 1805 ein Waffenstillstand zwischen Frankreich und Österreich unterzeichnet.
  • Am Hauptplatz befindet sich das Rathaus, ein Herrschaftliches Haus und Teile der alten Stadtbefestigung.
  • Tempel der Auferstehung (südliche Seite des Hauptplatzes). Der klassizistische Bau mit drei Kanzeln wurde 1786-1789 vom Wiener Hofarchitekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg errichtet.
  • St.Johannes-der-Täufer-Kirche (auf dem Friedhofsgelände). Die Kirche beherbergt die Familiengruft von Kaunitz.
  • St.-Urbanus-Kapelle (nördlich auf dem gleichnamigen Hügel). Die bei der Schlacht bei Austerlitz beschädigte, 1712 erbaute Kapelle wurde 1858-1861 neu gebaut.
  • Jüdische Denkmäler. Von dem seit 1343 bestehenden jüdischen Viertel ist nur die Synagoge (aus dem Jahre 1858) und die jüdische Schule erhalten. Etwas außerhalb befindet sich der jüdische Friedhof.

Denkmäler zur Schlacht bei Austerlitz

Die Schlacht bei Austerlitz fand mehrere Kilometer östlich von Austerlitz statt. Angesichts der ländlichen Gegend sind die Sehenswürdigkeiten nur bedingt mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Das leicht hügelige Gelände ist weithin von der Landwirtschaft geprägt und hat sich seit der Schlacht, abgesehen von der Ausdehnung der Dörfer, wenig geändert. Leider kreuzt die Autobahn das Schlachtfeld.

  • Die Alte Post (stará pošta) in Kovalovice ist ein original erhaltenes Gebäude aus dem Jahr 1785, das heute als Hotel und Restaurant dient. Am 28. November 1805 befand sich hier das Hauptquartier des Kavalleriegenerals Murat, bevor die Russen am Tag der Schlacht das Hauptquartier von General Bagration einrichteten. Napoleon hat nach der Schlacht hier übernachtet und Verhandlungen zum Waffenstillstand geführt. Ein kleines Museum erinnert daran.
  • Auf dem Hügel Santon westlich des Dorfes Tvarožná befindet sich eine kleine weiße Kapelle. Der Hügel erlaubte der französischen Artillerie, den nördlichen Teil des Schlachtfelds zu dominieren. Hier finden die jährlichen Darstellungen von Schlachtszenen (Reenactments) statt.
  • Auf dem Hügel Žuráň befand sich das Hauptquartier von Napoleon Bonaparte. Hier befindet sich ein Granitquader mit einem Relief des Schlachtverlaufs.
  • Im Dorf Šlapanice befinden sich mehrere Massengräber mit einem Monument.
  • Grabhügel des Friedens (mohyla míru) auf der Pratzenanhöhe. Das Schlachtdenkmal bei dem Dorf Prace auf dem Schlachtfeld von Austerlitz wurde nach dem Entwurf von Josef Fanta in den Jahren 1910–1912 errichtet. Wegen des Ersten Weltkrieges wurde es erst 1923 eingeweiht. Es ist 26 m hoch, quadratisch, mit vier Frauenstatuen, die Frankreich, Österreich, Russland und Mähren symbolisieren. Im Innern ist eine Kapelle mit einem Totenhaus mit Gebeinen Gefallener. Hinter dem Denkmal erläutert ein kleines Museum den Hergang der Schlacht.
  • Unweit vom Dorf Křenovice befindet sich ein verwittertes Friedenskreuz.
  • Bei den alten Weinbergen (staré vinohrady) bei Blažovice, dem Ort des Zusammentreffens der französischen und russischen Gardekavallerie, steht das Dreikaiserdenkmal.

   Bild:Santon.jpg |Der Hügel Santon (mit Besuchern zum 200. Jahrestag der Schlacht)
   Bild:Frieden Austerlitz Monument.jpg |Das Friedensdenkmal
   Bild:Frieden Austerlitz Kuppel.jpg |Die Kuppel des Friedensdenkmals
   Bild:Frieden Austerlitz Innen.jpg |Innenansicht des Friedensdenkmals mit Kränzen zum 200. Jahrestag der Schlacht
   Bild:Dreikaisermonument.jpg |Monument zur Drei-Kaiser-Schlacht bei den alten Weinbergen
   Bild:Slavkov Nacht.jpg |Abendliche Parkansicht des Schlosses Austerlitz

Nach der deutschen Bezeichnung der Stadt wurden – wegen des Sieges der napoleonischen Truppen – u. a. das Kriegsschiff Austerlitz der französischen Marine, der Quai d'Austerlitz in Paris und der Pariser Bahnhof Gare d'Austerlitz benannt.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Slavkov u Brna


Geschichte

  • Der Name kann gar nicht aus dem Tschechischem stammen da da noch keine Tschechen dort wohnten.

Quelle?--KaHe KaHe 10:26, 19. Jan 2006 (CET)

Von Tschechen würde ich auch nicht sprechen, wohl aber Slawen. Der Name ist klar ein Problem mit der vorhandenen Information.Hat jemand alte Belege des Ortsnamens Austerlitz?

Zusammenhang mit "Novosedlice" ist wenig wahrscheinlich. Novosedlice heißt eingedeutscht Neusedlitz. „Neusedlitz"-Ortsnamen sind recht selten. Novo Sedl- gibt es heute in etwa vier in Nordböhmen und eins bei Ostrava. Ein Niedersedlitz bei Dresden und westlich von Liberec CZ Dolni Sedlo. Logischerweise ein Horni Sedlo, „Obersedlitz“ daneben. Ein paar Neusiedl findet man beim Neusiedler See und Wiener Neustadt in Ostösterreich. Ansonsten ist diese Ortsnamenbildung nicht besonders verbreitet in D,CZ,A. Es liegt kein klarer,linguistischer Grund vor, bei der Erklärung von Austerlitz den ON Neusedlitz zu bemühen. (20 km südlich von Slavkov gibt es ein Nasedlovice.)

Die Allerweltsendung -litz ist o.k. Auster- dagen nicht. Auf Anhieb würde ich an ostr- denken. "Ostr-" (Insel?)ist sehr beliebt mit mindestens zwei Dutzend Ortsnamen in der Tschechischen Republik. Dr.Frank Bärthel

Quellen CZ-Atlas 1:100 000, V. Machek, Etymologicky slovnik jazyka ceskeho.

Websites

  • Der Ort besteht nun mal im Wesentlichen aus dem Schloss. Daher finde ich es zweckmäßig, auch hier den Link zum Schloss zu setzen. Vielleicht nicht an erster Stelle.
  • Auch der Link zur alten Post finde ich sinnvoll, da diese zwar kommerziell geführt ist, jedoch auch einen Museumsteil und interessante Informationen auf ihrer Website hat. JCBrunner 17.12.05
Das Schloss hat aber einen eigenen Artikel, also ist der Weblink hier keine weiterführende Information. Im Artikel zum Schloss gehört er auf alle Fälle rein, aber nicht in 2 Artikel sondern nur in den speziellen.
Die alte Post habe ich mir nun noch mal genauer angeschaut, ich setze ihn zu die Weblinks, in den Text gehört er aber nicht. --AHZ 01:18, 18. Dez 2005 (CET)
In den Weblinks ist die Alte Post nicht richtig, da es sich um einen Link zu diesem Gebäude handelt. Ich verwandle die Bezeichnung Alte Post in einen externen Link. Ok? JCBrunner 18.12.05
Habe den Link unter angefügt, weil Weblink nicht in den text rein sollen, sondern nur Wikilinks. Das ist in anderen Artikeln auch so, dass sie Weblinks alle unter zu finden sind. Viele Grüße --AHZ 03:07, 19. Dez 2005 (CET)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Slavkov u Brna und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).