Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Sowjetunion

Toplinks zu diesem Thema:
Russisch, Sicherheit, Verlag, Rolle, Ast, Dominante, Dominanz, Gruppen, Kurs, Regensburg, Schriftsteller



Der Artikel Sowjetunion gehört zur Kategorie: Sowjetunion, Historischer Staat, Osteuropa

Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (kurz UdSSR oder Sowjetunion, russisch Союз Советских Социалистических Республик СССР/ Transkription Sojus Sowjetskich Sozialistitscheskich Respublik SSSR ) war ein kommunistisch-zentralistisch regierter Vielvölkerstaat in Osteuropa sowie Nord- und Mittelasien. Sie wurde am 30. Dezember 1922 gegründet und löste sich am 26. Dezember 1991 durch Beschluss des Obersten Sowjets auf. Ihre völkerrechtlichen Pflichten und Rechte übertrug sie hierbei der Russischen Föderativen Sowjetrepublik (später Russland oder Russische Föderation).

Das Kerngebiet (mit 78 % der Fläche) bestand aus der damaligen Russischen Sowjetrepublik, die im Zuge der Oktoberrevolution am 7. November 1917 aus dem Zarenreich hervorgegangen war, und nach der Auflösung der Union als unabhängige Russische Föderation deren juristische Nachfolge antrat. Wegen dieser Dominanz der Russischen Sowjetrepublik war im Westen auch die fälschliche Bezeichnung „Russland“ für die gesamte Sowjetunion üblich.

Geografie

Abbildung
Lage der UdSSR
Bildherkunft

Ihre größte Ausdehnung, welche sie auch bis zu ihrem Ende beibehielt, erlangte die Union im Verlauf des Zweiten Weltkrieges mit der Einverleibung der baltischen Staaten (Estland, Lettland, Litauen), Bessarabiens, des nördlichen Teils Ostpreußens sowie finnischer und polnischer Gebiete. Die Sowjetunion war damit in der jüngeren Geschichte der Menschheit der Staat mit dem größten zusammenhängenden Hoheitsgebiet. Sie gehörte zu den größten Weltreichen der Geschichte.

Die Sowjetunion grenzte nach 1945 im Westen an Rumänien, Ungarn, die Tschechoslowakei, Polen, die Ostsee, Finnland und Norwegen; im Norden an die Barentssee, die Karasee, die Laptewsee sowie an die Ostsibirische See; im Osten an das Ochotskische Meer, das Beringmeer sowie an den Pazifischen Ozean; im Süden an Nordkorea, die Volksrepublik China, die Mongolei, Afghanistan, den Iran und die Türkei.

Das Territorium der UdSSR umfasste mit 22,4 Millionen Quadratkilometern fast ein Sechstel des Festlandes der Erde. In West-Ost-Richtung erstreckte es sich vom Schwarzen Meer und der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean über fast 10.000 Kilometer. Von Norden nach Süden hatte es eine Ausdehnung von fast 5.000 Kilometern. Die Sowjetunion berührte 11 der 24 Zeitzonen der Erde.

Abbildung
Physische Karte der ehemaligen Sowjetunion
Bildherkunft

 

Bevölkerung

Abbildung
Bevölkerungsentwicklung
Bildherkunft

Nach dem Stand der Volkszählung von 1988 hatte die Sowjetunion in ihren 15 Unionsrepubliken 286,717 Mio. Einwohner. Die Russische SFSR (Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik) war sowohl flächen- als auch bevölkerungsmäßig die größte und in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht die dominierende Unionsrepublik.

Leben in der Sowjetunion

Formen des Eigentums
In der Sowjetunion gab es zwei grundlegende Formen des Eigentums; Individuelles Eigentum und Kollektives Eigentum. Diese unterschieden sich stark in ihrem Inhalt und dem rechtlichen Status. Gemäß kommunistischer Theorien konnte Kapital (Produktionsmittel), neben einigen unwesentlichen Ausnahmen, nicht individuell besessen werden. Nach dem Ende der kurzzeitigen Lockerung mit der Neuen Ökonomischen Politik, russisch: НЭП - Новая экономическая политика; NEP - Nowaja ekonomitscheskaja politika, durch Lenin wurde jegliches industrielle Eigentum sowie Bauland gemeines Eigentum des Volkes respektive Eigentum des Staates. Beim Individuellen Eigentum unterschied man in zwei unterschiedlichen Arten: Privates Eigentum und Persönliches Eigentum. Ersteres beinhaltete nach den sozialistischen Gesetzen auch Kapital (Produktionsmittel) und war somit Staatliches Eigentum. Folglich konnte in der Sowjetunion lediglich das Persönliche Eigentum individuell besessen werden.

Siehe: Kollektivierung

Überwachung, Kontrolle und Repression
Die Sowjetunion war von ihrer Gründung bis zu ihrer Auflösung ein Polizeistaat, in dem sich kaum ein Aspekt des täglichen Lebens der staatlichen Überwachung, Kontrolle und möglichen Repression entzog. Meinungs-, Reise-, Bildungs-, Wirtschaftsfreiheit und andere Freiheiten existierten zwar auf dem Papier, nicht aber in der Praxis. Es musste für fast jede bedeutende Tätigkeit eine Bewilligung der Obrigkeit eingeholt werden. Die Behörden, voran der Geheim- und Staatssicherheitsdienst KGB, überwachten das öffentliche und private Leben der Sowjetbürger intensiv; Dissidenten waren von staatlichen Repressalien und schweren Strafen bis hin zur Deportation ins Straflager („Gulag“) bedroht.

Diese totalitären Kontroll- und Zwangsmaßnahmen erfolgten am intensivsten unter Stalin und Breschnjew, während später, vor allem unter der Glasnost Gorbatschows, auch begrenzte kulturelle, politische und persönliche Freiräume entstanden. In der Nachstalinzeit entstand ein dissidenter Untergrund, der sich unter anderem über verbotene Literatur („Samisdat“) und den politischen Humor (vgl. Radio Eriwan) am Leben hielt.

Religion in der Sowjetunion

Die Staatsdoktrin der Sowjetunion war atheistisch. Die Ausübung der Religion war zwischenzeitlich verboten oder unterlag umfangreichen staatlichen Einschränkungen, z. B. Gesetze gegen das öffentliche Singen religiöser Lieder (siehe auch: Singende Revolution).

Waren um 1920 noch etwa 90 % der Russen in der Orthodoxen Kirche organisiert, so sank die Zahl bis 1940 auf unter 30 %. Viele Gläubige waren Repressalien ausgesetzt, wurden gefoltert, erschossen oder nach Sibirien verbannt.

Unter der Führung Lenins wurden von der Sowjetregierung Dekrete und Gesetze („Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen“ vom Januar/Februar 1918 sowie Liquidierungsgesetz vom 27. Juli 1918, vorgelegt vom Volkskommisar für Justiz Pjotr Stutschka) erlassen, die auf dem Papier Religionsfreiheit gewährten, dabei aber die Kirchen enteigneten. Tatsächlich wurden die Kirchen als Vertreter der alten Ordnung und ihre Anhänger als Konterrevolutionäre gesehen. In der Folge kam es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche Alexander Solschenizyn „200 Jahre zusammen“, Russki Putj (Moskauer Verlag) 2002, Herbig 2003, ISBN 377662356x Peter Scheibert „Lenin an der Macht“, Acta humaniora, Weinheim 1984, ISBN 3527175032 Alexander Jakowlew „A Century of Violence in Soviet Russia“, Yale University Press, New Haven/London, 2002 („Ein Jahrhundert der Gewalt in Sowjetrussland“, Berlin Verlag 2004, ISBN 3827005477) .

Unter Stalin wurden tausende Priester in Arbeitslager (Gulag) deportiert. Ebenso wurden in Zentralasiatischen Republiken, wo mehrheitlich Muslime lebten, die meisten Moscheen geschlossen und die Religionsausübung ebenfalls verboten.

Politik

Formal war die Sowjetunion ein föderalistischer Staatenbund von Teilstaaten (Unionsrepubliken); faktisch war sie ein zentralistisch regierter und von der Russischen Sowjetrepublik dominierter Staat. Nominell wurde sie demokratisch durch Räte (Sowjets) beziehungsweise einem Parlament regiert. Die tatsächliche Macht lag aber stets bei der Führung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, die das Land besonders unter Stalin totalitär, später eher diktatorisch regierte. Gegen Ende der UdSSR unternahm Michail Gorbatschow unter dem Stichwort Perestroika Anstrengungen, tatsächliche, demokratische Institutionen einzuführen.

Die Regierung der Sowjetunion war nicht nur für die Gesetzgebung, Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes zuständig, sondern verwaltete auch die Wirtschaft. Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) getroffen.

In den späten 1980ern war der Aufbau des Staates in der Theorie ähnlich wie bei westlichen politischen Systemen organisiert. So setzte eine Verfassung alle Staatsorgane ein und garantierte den Bürgern eine Reihe von politischen Rechten und Bürgerrechten. Eine legislative Gewalt, der Kongress der Volksbeauftragten und ein ständiger legislativer Rat, der Oberste Sowjet, als Volksvertretung repräsentierten die Souveränität des Volkes. Der Oberste Sowjet wählte das Präsidium, dessen Vorsitzender auch als Staatsoberhaupt fungierte und überwachte den Rat der Volkskommissare, später der Ministerrat, der als die exekutive Gewalt agierte. Der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, dessen Wahl von der Legislative bestätigt werden musste, war der Regierungschef. Eine verfassungsbasierte Judikative wurde durch ein System von Gerichtshöfen, dessen oberster der Oberste Gerichtshof war, repräsentiert. Der Oberste Gerichtshof war verantwortlich für die Überwachung der Gesetzmäßigkeit der Regierungsinstitutionen. Nach der Verfassung von 1977 hatte das Land eine föderale Struktur, die den einzelnen Teilrepubliken bestimmte souveräne Rechte (z. B. die Entscheidung über Minderheitenpolitik) zusprach.

In der Praxis jedoch wurden viele der Aufgaben der einzelnen Regierungsinstitutionen von der einzigen erlaubten Partei, der KPdSU, wahrgenommen. Die eigentlichen Grundlagen- und Richtlinienentscheidungen wurden von der Partei getroffen und von der Regierung übernommen, die eher die Entscheidungen der Partei ratifizierte als selbst Gesetze beschloss. Eine Reihe verschiedener Mechanismen sorgte dafür, dass die Regierung die Entscheidungen der Partei mittrug. Zwar konnten die Bürger der Sowjetunion sich bei allen Wahlen entscheiden, welchen Kandidaten sie wählten, aber da alle Kandidaten der KPdSU angehören mussten und von der Partei aufgestellt wurden, konnte die Kommunistische Partei alle wichtigen Positionen in der Regierung mit Personen setzen, die der Parteiführung gegenüber loyal waren. Die Personen in Regierungsämtern wurden strikt von der KPdSU überwacht, um zu verhindern, dass sie von der offiziellen Linie abwichen.

Die Hauptaufgabe der Exekutive, des Ministerrats, war die Verwaltung der Wirtschaft. Der Ministerrat war über die gesamte Zeit seines Bestehens mit der Kommunistischen Partei gegenüber loyalen Politikern besetzt, der Vorsitzende des Ministerrats war immer auch ein Mitglied des Politbüros, der zentralen Entscheidungsinstanz der KPdSU. Oft war es auch der Generalsekretär der Partei selbst. Der Vorsitzende hatte eine dominante Stellung gegenüber den anderen Ministern.

Nach der Verfassung von 1988 war das höchste legislative Gremium der Sowjetunion der Kongress der Volksdeputierten. Die wichtigste Aufgabe des Kongresses war die Wahl einer kleineren, ständigen legislativen Versammlung, dem Obersten Sowjet mit seinem Vorsitzenden, der gleichzeitig Staatsoberhaupt war. Obwohl der Kongress der Volksbeauftragten theoretisch allein das Recht hatte, Gesetze zu beschließen, trat er nur selten zusammen, um Gesetzesentwürfen der Partei, des Ministerrats und des Obersten Sowjets zuzustimmen. Der Oberste Sowjet hatte das Recht, das geltende Recht der Sowjetunion zu interpretieren und zusammen mit dem Ministerrat Dekrete zu beschließen, falls es in den bestehenden Gesetzen Unklarheiten gab.

Das Rechtssystem unterschied sich von dem in westlichen Staaten gepflegten. Statt dass ein Verteidiger und ein Staatsanwalt für bzw. gegen den Angeklagten argumentierten, arbeitete der Richter mit dem Staatsanwalt und dem Verteidiger zusammen. Dies sollte im Verständnis der Sowjetunion sicherstellen, dass die Prozesse die Wahrheit zu Tage förderten. Gleichzeitig öffnete diese Regelung dem Rechtsmissbrauch Tür und Tor.

Wirtschaft und Verkehr

Siehe: Gosplan - Gosbank - Gossnab - Fünfjahrplan

Währung

Die offizielle Währung der Sowjetunion war der Rubel, der in 100 Kopeken unterteilt wird. Auch noch heute ist der Rubel die offizielle Währung Russlands.

Landwirtschaft

Die UdSSR hatte die Planwirtschaft eingeführt. Die Produktion von Gütern wurde nach einem strengen Plan überwacht.

Die landwirtschaftlich nutzbare Großregion in der ehemaligen Sowjetunion zwischen Sankt Petersburg, Odessa beziehungsweise Rostow am Don im Westen und Krasnojarsk im Osten wird auch Agrardreieck genannt.

Siehe: Sowchos - Kolchos

Kultur und Gesellschaft

Architektur

In der Zeit von Josef Stalin setzte man in der Sowjetunion vor allem auf sehr prunkvolle Paläste und üppige Bauten im Zuckerbäckerstil (Sozialistischer Klassizismus). Dieser Architekturstil begann mit dem unverwirklichten Bauvorhaben Palast der Sowjets im Jahr 1933 und ist eine Bezeichnung für jene prunkvollen Paläste und üppigen Bauten bis in das Jahr 1955. Da sich nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ein starkes Bevölkerungswachstum abzeichnete, kam es bei den Arbeiterklassen rasch zu einer großen Wohnungsnot. Mit dem Beginn der Ära von Nikita Chruschtschow im September 1953 wurde in der ganzen Sowjetunion zu Sparmaßnahmen aufgerufen. Chruschtschow versammelte im Dezember 1954 die leitenden Architekten und Baufunktionäre der Sowjetunion zur „Allunionskonferenz der Bauschaffenden“ und ließ öffentlich die Entstalinisierung der Baukultur und die Abschaffung des „Konservatismus in der Architektur“ bekanntgegeben. Unter dem Motto „Besser, billiger und schneller bauen“ folgten drastische Änderungen im Wohnkonzept. Mit dem neuen Baustil jener Zeit entstanden die allgemein als „Chruschtschowki“ (хрущёвки; Wohnblocks) bezeichneten Wohngebäude, welche im Stil von sogenannten „Chruschtschoby“ (хрущобы; Plattenbau-Siedlungen) angeordnet wurden.

Siehe auch: Sozialistischer Klassizismus - Sozialistischer Städtebau

Wissenschaft

Abbildung
Sowjetisches Überschallpassagierflugzeug, Tupolew Tu-144
Bildherkunft

Hauptartikel: Wissenschaft in der Sowjetunion

Siehe: Sowjetische Raumfahrt

Literatur

Siehe: Liste sowjetischer Schriftsteller - Liste russischsprachiger Dichter

Malerei

Siehe: Sozialistischer Realismus - Suprematismus - Konstruktivismus - Kubofuturismus - Peredwischniki

Film und Theater

Siehe: Sowjetischer Film

Medien

Siehe: Prawda - Sowjetisches Fernsehen

Sport

Der Sport, Breitensport als auch Spitzensport, wurde in der Sowjetunion intensiv durch den Staat gefördert. Dafür gab es eine extra eingerichte Organisation innerhalb des Staates, deren Aufgabe es war Nachwuchsarbeit zu betreiben und des Weiteren aussichtsreichte Talente aufzuspüren und diese wurden in Sportschulen weiterausgebildet.

Siehe: Fußballnationalmannschaft der UdSSR - Sowjetische Schachschule - Sowjetische Eishockeynationalmannschaft - Olympische Geschichte der Sowjetunion

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Sowjetunion

Das damalige Zarenreich Russland wurde mit der Februarrevolution 1917 entmachtet. Die eingerichtete provisorische russische Räteregierung führte im Ergebnis der Oktoberrevolution zur Ausrufung der „Russischen Sowjetrepublik“. Nachdem auch in den umliegenden Ländern Sowjetrepubliken ausgerufen wurden, gründete sich die Sowjetunion im Dezember 1922. In den Ländern der Sowjetunion wurde eine zentralwirtschaftliche nachholende Industrialisierung des Landes durchgeführt. Ein vorher in sämtlichen Bereichen rückständiges Bauernland, in dem zum Teil mittelalterliche, feudale Produktionsverhältnisse herrschten, sollte innerhalb von 20 Jahren zu einer Industriemacht und zum militärischen Ausgangspunkt der Weltrevolution umgestaltet werden. Dies geschah durch den forcierten, in seiner Ausführung berserkerartigen Aufbau der Schwerindustrie von 1928 an. Die ideologische Macht der Partei sollte durch umfassende Alphabetisierungskampagnen unter der unwissenden Bevölkerung gefestigt werden.

Da durch den während der Revolution, der Bekämpfung ihrer vorgeblichen Gegner („Konterrevolutionäre“) und während des nachfolgenden Bürgerkrieges (1917-1921) praktizierten Kriegskommunismus eine katastrophale wirtschaftliche Lage entstanden war, wurde 1921 die so genannte Neue Ökonomische Politik (NEP) eingeführt, die eine Reihe marktwirtschaftlicher Zugeständnisse enthielt. Die herrschende Kaste der Bürokratie, die ihren Führer in Josef Stalin gefunden hatte, ging nach jahrelangem Zögern und einer den Kleinbürgern und russischen Großbauern (Kulaken) entgegenkommenden Politik zu einer willkürlichen und fehlerhaften Planwirtschaft über. Die Landwirtschaft wurde in Sowchosen und Kolchosen in einer Weise zwangskollektiviert, dass es die Union wirtschaftlich wiederum in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzte. Dies ging einher mit der unter Lenin begonnenen und von Stalin eskalierten Verfolgung und Deportation von bis zu 20 Millionen Menschen, die diesen Maßnahmen scheinbar oder wahrhaft im Wege standen, in die Zwangs-Arbeitslager (Gulag). Millionen wurden ermordet oder ausgehungert, beispielsweise große Teile der Bevölkerung der Ukraine.

Außenpolitik

Ein wichtiger Schritt aus der selbst gewählten Isolierung bildete der Ausgleich mit Deutschland im Vertrag von Rapallo von 1922, das die UdSSR als erster ausländischer Staat diplomatisch anerkannte. Am 18. September 1934 trat die Sowjetunion dem Völkerbund bei.

Das Verhältnis zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland war von Anfang an sehr gespannt. Hitlers aggressive Außenpolitik und seine Herabwürdigung der slawischen Völker als „Untermenschen“, ebenso wie seine extreme Feindschaft zum Kommunismus, beeinträchtigten die deutsch-sowjetischen Beziehungen sehr stark. Dennoch schlossen die Sowjetunion und Deutschland am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest.

Nachdem Deutschland am 1. September 1939 Polen überfallen und dessen westlichen Teil bis zur vereinbarten Interessengrenze besetzt hatte, marschierte die Rote Armee am 17. September 1939 im östlichen Teil Polens ein. Stalin begründete diesen Schritt offiziell damit, dass er die verwandten Völker der Weißrussen und Ukrainer gegen die deutsche Bedrohung schützen wolle. Am 28. September, einen Tag nach der Kapitulation der Stadt Warschau, schloss die Sowjetunion mit Deutschland einen Grenz- und Freundschaftsvertrag ab. Am 10. Februar 1940 folgte ein Wirtschaftsabkommen zwischen den beiden Staaten. Die Gründe für den Hitler-Stalin-Pakt sind in der modernen Geschichtsforschung umstritten. Eine gewisse Rolle spielte sicherlich, dass beide Staaten ihren Einfluss in Osteuropa vergrößern wollten und Stalin hoffte, mit einem Nichtangriffspakt dies ohne einen Krieg bewerkstelligen zu können. Das Handeln der Sowjetunion wird von einigen auch unter Hinweis auf die z. T. antisowjetische Stoßrichtung der britischen Appeasement-Politik als eine notwendige Absicherung der Sowjetunion gegen einen Angriff aus dem Westen (sei es nun von Deutschland oder von den westeuropäischen Staaten und den USA) verteidigt.

Am 30. November 1939 begann die Sowjetunion den so genannten Winterkrieg mit Finnland. Wegen dieses Angriffs wurde die Sowjetunion aus dem Völkerbund ausgeschlossen. Infolge des Krieges musste Finnland Teile seines Staatsgebietes in Karelien an die Sowjetunion abtreten, die dort die Karelo-Finnische Sozialistische Sowjetrepublik errichtete.

Im Juni 1940 annektierte und okkupierte die Sowjetunion die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie im Juli 1940 Bessarabien (das spätere Moldawien) sowie die Bukowina.

Am 22. Juni 1941 wurde die Sowjetunion von Deutschland angegriffen. Im sowjetischen bzw. russischen Geschichtsbewusstsein beginnt hier (nicht 1939) der Zweite Weltkrieg als der Große Vaterländische Krieg. Die Sowjetunion versuchte nach dem deutschen Angriff eine Allianz mit Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu schließen. Hauptanliegen der Sowjetunion war dabei die Errichtung einer Zweiten Front.

Zwar war vor allem das Verhältnis zu Großbritannien von wechselseitigem Misstrauen geprägt, jedoch unterstützten die von der Sowjetunion zuvor als Imperialisten angesehenen Alliierten sie nach Kräften. In den großen Konferenzen von Teheran und Jalta gelang es schließlich, eine Antihitlerkoalition zu schmieden und den Kampf gegen Deutschland abzustimmen. Die Sowjetunion trug in dem Kampf gegen Deutschland, nach Ansicht der meisten Historiker, die Hauptlast. Davon zeugt auch, dass über 80% der deutschen Verluste an der Ostfront zustande kamen.

Die kriegsverwüstete Sowjetunion ging 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg innerlich geschwächt, jedoch auch als Siegermacht in Europa hervor. Mehrere Staaten in Mittel- und Osteuropa gerieten unter sowjetische Kontrolle. Die Sowjetunion war Besatzungsmacht im mittleren Teil Deutschlands (u. a. in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ)) und darüber hinaus auch in ganz Osteuropa.

In der Konferenz von Potsdam versuchten sich die drei Siegermächte des Krieges in Europa auf eine Nachkriegsordnung zu einigen, was jedoch nur zum Teil gelang. Die Antihitlerkoalition, die gegen den gemeinsamen Feind Deutschland mühsam zustande gekommen war, zerbrach nach dem Sieg über Hitler am gegenseitigen Misstrauen. Aus den unterschiedlichen Vorstellungen über die europäische Nachkriegsordnung entwickelte sich schließlich der Ost-West-Konflikt.

Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion
Hauptartikel: Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion
Abbildung
Sowjetischer Soldat bezieht Stellung in einem Haus in Afghanistan, 1988. Foto: Mikhail Evstafiev
Bildherkunft

Der Afghanistan-Krieg war ein militärischer Konflikt, der sich mit dem Einmarsch sowjetischer Truppen im Jahre 1979, der sich von einem Bürgerkrieg zu einem Stellvertreterkrieg des Ost-West-Konfliktes ausweitete. Der Krieg ließ eine weltpolitisch höchst kritische Krisenzone entstehen. Er verwüstete das Land und beraubte es nahezu seiner gesamten Infrastruktur. Allein auf afghanischer Seite wurde bis 1989 die Zahl der Todesopfer auf mehr als 1,2 Millionen geschätzt, die der Flüchtlinge auf ungefähr fünf Millionen.

Im Jahre 1973 stürzte Mohammed Daud seinen Cousin König Sahir und ließ sich zum Präsidenten von Afghanistan wählen. 1978 wurde Daud seinerseits von der Nach der Übernahme der Macht durch die kommunistische „Demokratische Volkspartei Afghanistans“ (DVPA) unter Nur Muhammad Taraki am 27. April 1978 betrieb diese eine Annäherung an den Ostblock und die gesellschaftliche Umgestaltung (Bildungsprogramm, Bodenreform etc.), die das rückständige Land zu modernisieren suchte und Reformen im Sinn des realen Sozialismus durchführte, z. B. eine Bodenreform, Sicherstellung von medizinischer Versorgung, Schulbildung auch für Mädchen, Gleichstellung der Frau, Abschaffung des Schleierzwanges uvm. Vor allem aber ging es der Sowjetunion darum, ihre Einflußsphäre in Richtung Indischer Ozean auszudehnen, um die südliche Flanke des größten Flächenstaates der Erde auch von der Seeseite aus zu schützen und weiter zu expandieren. Dieses Ziel war bereits Teil der strategischen Hegemonialpolitik des Zaren und fiel den „roten Zaren“ nunmehr fast von allein in die Hände (nächstes Ziel wäre dann Pakistan geworden).

Diese Politik stieß bei Stammesführern, Großgrundbesitzern sowie islamischen Mullahs auf Ablehnung. Rund 30 Mudschaheddin-Gruppen bildeten sich, die den Kampf gegen die Regierung aufnahmen: Der Afghanistan-Krieg begann. Die teilweise fundamentalistisch orientierten Stammeskrieger waren untereinander zerstritten und nur geeint durch ihren „heiligen Krieg” gegen die „Ungläubigen”. Darüber hinaus spielte die traditionelle Ablehnung einer zentralen Regierung durch die Stammesoberhäupter eine motivierende Rolle die Politik zum scheitern zu bringen.

Unter dem Druck der vorrückenden Mudschaheddin sandte die Regierung 1979 einen Hilferuf nach Moskau, Russische SFSR aus. Daraufhin entschied sich die sowjetische Regierung, sowjetische Streitkräfte (rund 100 000 Mann) ins Land zu schicken, die vor allem Städte und Straßen zu schützen suchten. Das Land Afghanistan selbst war seit 1919 traditionell eng mit Moskau verbunden; das Land hatte umfangreiche Wirtschafts- und Entwicklungshilfe erhalten. Auf der anderen Seite schalteten sich nun die USA in den Konflikt ein und unterstützten die islamischen Gotteskrieger mit modernen Waffen (z. B. Stinger-Raketen und mit dem Sturmgewehr M-16), Finanzmitteln, Informationen und Militärberatern. Den USA ging es offentsichtlich darum, direkt an der sowjetischen Grenze einen Unruheherd zu schaffen und die Sowjetunion ökonomisch zu schwächen. US-Präsident Ronald Reagan verkündete, er wolle die Sowjetunion „totrüsten”. Auch etliche islamische Länder ließen den afghanischen Glaubenskriegern Unterstützung zukommen.

Abbildung
Sowjetische Truppen ziehen sich aus Afghanistan zurück (Schützenpanzerwagen BTR-60). Foto:Mikhail Evstafiev
Bildherkunft

Durch die andauernden Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Mudschaheddin wurde eine große Flüchtlingswelle ausgelöst (rund fünf Millionen Betroffene). Die Flüchtlinge sammelten sich vor allem in iranischen und pakistanischen Lagern. Pakistan war auch die Hauptnachschubbasis der Glaubenskrieger. Im Jahre 1981 versuchte die Regierung (mit nur mäßigem Erfolg) die allgemeine Wehrpflicht einzuführen; zu diesem Zeitpunkt waren rund zwei Drittel der Regierungstruppen zu den so genannten Freiheitskämpfern übergelaufen. 1982/83 war eine militärische Pattsituation erreicht; die Bevölkerung litt schwer unter den Kriegshandlungen. Der neue Staatspräsident Mohammed Nadschibullah setzte 1986 auf einen Kurs der nationalen Versöhnung und des Dialoges, während die Mudschaheddin mehrheitlich den Sieg erzwingen wollten. Allerdings beurteilte etwa zur gleichen Zeit der neue sowjetische Präsident Michail Gorbatschow das sowjetische Engagement in Afghanistan als zu kostspielig und verlustreich. Er selbst sagte:Der Krieg stelle eine „offene Wunde” dar und stehe einer Annäherung an den Westen und einer Beendigung des Kalten Krieges im Wege. In den Jahren 1988/89 wurden die sowjetischen Truppen nach und nach aus dem Nachbarland abgezogen.

Damit war das Schicksal der Regierung von Mohammed Nadschibullahs besiegelt, die sich jedoch noch bis 1992 in Kabul halten konnte. Dann übernahmen die siegreichen Mudschaheddin die Macht und begannen sogleich, sich gegenseitig zu bekämpfen. Sieger in diesen Auseinandersetzungen, die nur noch auf geringes Interesse im Westen stießen, waren die fundamentalistischen Taliban, die den größten Teil des Landes unter ihre Kontrolle brachten und einen islamischen Gottesstaat einrichteten. Nur der Norden Afghanistans konnte von der so genannten Nordallianz gehalten werden.

Mitgliedschaft in Internationalen Organisationen
Die Sowjetunion war nach dem Zweiten Weltkrieg Mitglied der UNO mit Vetorecht und der führende Staat des Verteidigungsbündnisses Warschauer Pakt. Sie gehörte der KSZE an und dem Wirtschaftsbündnis RGW

Weitere Mitgliedschaften: ANT, BTWC, EBRD, ENMOD, IAEA, IBEC, ICAO, ICFTU, IIB, ILO, IMO, Inmarsat, Interpol, IOC, IPU, ISO, ITU, LORCS, NPT, NTBT, OPNAL, PCA, UNCTAD, UNESCO, UNIDO, UN-Sicherheitsrat, UPU, WFTU, WHO, WIPO, WMO, WToO.

Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte die Sowjetunion, den gewonnenen territorialen Machtbereich abzusichern. Das im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarte sowjetische Interessengebiet in Ostpolen sowie das gesamte Baltikum schloss die UdSSR dauerhaft ihrem Staatsgebiet an; darüber hinaus bildete sie zahlreiche Satellitenstaaten, in denen sie, vor allem in Osteuropa, so genannte Volksdemokratien errichtete.

Der XX. Parteitag der KPdSU 1956 proklamierte die Abkehr vom Stalinismus, Nikita Chruschtschow rief eine grundlegende Wende in der sowjetischen Politik aus. Trotz der vorsichtigen Liberalisierung im Inneren ("Tauwetter") kann von einer grundlegenden Wende in der sowjet. Politik nicht gesprochen werden. Die Reformbewegung in Ungarn 1956 wurde durch die rote Armee blutig niedergeschlagen. Trotz nun intensiverer diplomatischer Kontakte zu den USA, ging der Kalte Krieg weiter und brachte die Welt 1962 in der Kubakrise an den Rand eines Atomkrieges. Auf Druck der USA zog Chrutschschow im letzten Moment die geplanten Raketen ab und verhinderte die drohende Eskalation.

Erfolge verbuchte der Staat bei der prestigeträchtigen „Eroberung des Weltalls“. Mit dem Hund Laika entsandte man das erste Lebewesen und mit Juri Gagarin den ersten Menschen ins All (1961).

1964 wurde Chruschtschow durch den konservativen Leonid Breschnew als Generalsekretär ersetzt. Reformversuchen in anderen sich selbst als kommunistisch bezeichnenden Staaten widersetzte sich das Regime vehement. Die Freiheitsbewegung des Prager Frühling in der Tschechoslowakei (1968) wurde mit Panzern des Warschauer Pakts niedergeschlagen. Auch die Verhängung des Kriegsrechts in Polen 1980 (Niederschlagung der Reformbewegung der Gewerkschaft Solidarność) geschah unter dem Druck Moskaus.

1979 marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein. Nach hohen Verlusten musste man die Truppen jedoch 1989 wieder abziehen.

Die großen Bergarbeiterstreiks in Sibirien in den Jahren 1989 und 1991 enthüllten, wie der Sozialismus sich in den 70 Jahren seiner Herrschaft gewandelt hatte: Er war zur Herrschaft einer privilegierten Funktionärsclique (Nomenklatura) pervertiert, der die Arbeiter herzlich gleichgültig waren. Aus der Diktatur des Proletariats war eine Diktatur über und gegen das Proletariat geworden.

Die von Michail Gorbatschow ab 1985 eingeleiteten Programme von Perestrojka (Umbau) und Glasnost (Offenheit) sollten den Realsozialismus reformieren, beschleunigten aber letztendlich das Ende des maroden Sowjetsystems.

In den Jahren 1990 und 1991 erklärten die baltischen Republiken Litauen, Lettland und Estland als erste ihre Unabhängigkeit. Die zentralasiatischen und kaukasischen Republiken sowie Moldawien folgten ihrem Beispiel. Am 8. Dezember 1991 beschlossen die Staatsoberhäupter der drei letzten in der Union verbliebenen Republiken – der russischen, ukrainischen und weißrussischen – die offizielle Auflösung der Sowjetunion und gründeten gleichzeitig die Gemeinschaft unabhängiger Staaten GUS.

Führungsspitzen der Sowjetunion

Parteichefs der Bolschewiki (19031918), der Kommunistischen Partei Russlands (1918–1925) bzw. der Kommunistischen Partei der Sowjetunion/ KPdSU (19251991), und somit eigentliche Machthaber, waren:

  1. 19031924: Wladimir Lenin (bürgerlicher Name: Uljánow)
  2. 19241953: Josef Stalin (bürgerlicher Name: Dschugaschwili) (Generalsekretär)
  3. 19531964: Nikita Chruschtschow (Erster Sekretär)
  4. 19641982: Leonid Breschnew (ab 1966 Generalsekretär)
  5. 19821984: Juri Andropow (Generalsekretär)
  6. 19841985: Konstantin Tschernenko
  7. 19851991: Michail Gorbatschow

Regierungschefs der Sowjetunion: (19171946: Vorsitzende des Rates der Volkskommissare, 19461991: Vorsitzende des Ministerrates, 28. August 199125. Dezember 1991: Ministerpräsident der UdSSR und Vorsitzender des Interrepublikanischen Wirtschaftskomitees)

  1. 19171924: Wladimir Lenin Begründer der Bolschewistischen Partei

  1. 19241930: Alexei Rykow
  2. 19301941: Wjatscheslaw Molotow
  3. 19411953: Josef Stalin
  4. 19531955: Georgi Malenkow
  5. 19551958: Nikolai Bulganin
  6. 19581964: Nikita Chruschtschow
  7. 19641980: Alexei Kossygin
  8. 19801985: Nikolai Tichonow
  9. 19851991: Nikolai Ryschkow
  10. 1991: Walentin Pawlow (Januar bis August)
  11. 1991: Iwan Silajew (August bis Dezember)

Staatsoberhäupter der Sowjetunion (19221938: Vorsitzender des Zentralen Exekutivkomitees, 19381946:Unionsältester 1946-1989: Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets, 19891990: Vorsitzender des Obersten Sowjets, 19901991: Staatspräsident)

  1. 19191946: Michail Kalinin
  2. 19461953: Nikolai Schwernik
  3. 19531960: Kliment Woroschilow
  4. 19601964: Leonid Breschnew
  5. 19641965: Anastas Mikojan
  6. 19651977: Nikolai Podgorny
  7. 19771982: Leonid Breschnew
  8. 19831984: Juri Andropow
  9. 19841985: Konstantin Tschernenko
  10. 19851988: Andrei Gromyko
  11. 19881991: Michail Gorbatschow (ab 1990 Präsident der Sowjetunion)

Gliederung

Die Sowjetunion war formal eine Föderation. Von 1940 bis 1991 gab es 15 nationale sozialistische Räterepubliken (auch Unionsrepubliken genannt), die theoretisch auch das Recht hatten, wieder aus der Union auszutreten. Jede Unionsrepublik hatte ihre eigene Hauptstadt, jedoch hatte Moskau als überregionale bzw. teilrepubliksübergreifende Hauptstadt der Sowjetunion sowie der russischen SFSR, einen besonderen Status. Die Republiken hatten ihre eigenen Verfassungen, die, wie die Verfassung der gesamten Union, theoretisch die Gewaltenteilung in der Sowjetunion garantieren sollten. In der Praxis hatte die zentrale Regierung jedoch alle wichtigen Befugnisse an sich gezogen und traf Entscheidungen, die von den regionalen Behörden nur ausgeführt wurden.

Innerhalb dieser Republiken gab es so genannte Autonome Sozialistische Sowjetrepubliken (zum Beispiel Nachitschewan), Autonome Gebiete, zum Beispiel das Jüdische Autonome Gebiet oder auch Autonome Kreise. Alle diese Entitäten trugen theoretisch Staatscharakter, die auch innerhalb der Sowjetunion galten. Verschiedene Interpretationen der sowjetischen Verfassung des Jahres 1977 sind bedeutsam für einige Konflikte im postsowjetischen Raum. Ein beispielsweis dafür ist Abchasien, welche eine Autonome Republik darstellte, oder Bergkarabach, welche ein Autonomes Gebiet darstellte.

Die Unionsrepubliken von 1991 und heutige Staaten

Unionsrepublik UdSSR Heutige Staaten GUS NATO EU EURASEC GUUAM Rat für kollektive Sicherheit SCO
Abbildung
Flag of Armenian SSR.svg
Bildherkunft

Armenische SSR || 19361991 ||
Abbildung
Flag of Armenia.svg
Bildherkunft

Armenien || 1991 || – || – || Beobachter || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft
Abbildung
Flag of Azerbaijan SSR.svg
Bildherkunft

Aserbaidschanische SSR || 19361991 ||
Abbildung
Flag of Azerbaijan.svg
Bildherkunft

Aserbaidschan || 1991 || – || – || – || 1997 || – || –
Abbildung
Flag of Estonian SSR.svg
Bildherkunft

Estnische SSR || 19401991 ||
Abbildung
Flag of Estonia.svg
Bildherkunft

Estland || – || 2004 || 2004 || – || – || – || –
Abbildung
Flag of Georgian SSR.svg
Bildherkunft

Georgische SSR || 19361991 ||
Abbildung
Flag of Georgia.svg
Bildherkunft

Georgien || 1993 || – || – || – || 1997 || – || –
Abbildung
Flag of Kazakh SSR.svg
Bildherkunft

Kasachische SSR || 19361991 ||
Abbildung
Flag of Kazakhstan.svg
Bildherkunft

Kasachstan || 1991 || – || – || 2002 || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft
Abbildung
Flag of Kyrgyz SSR.svg
Bildherkunft

Kirgisische SSR || 19361991 ||
Abbildung
Flag of Kyrgyzstan.svg
Bildherkunft

Kirgisistan || 1991 || – || – || 2002 || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft
Abbildung
Flag of Latvian SSR.svg
Bildherkunft

Lettische SSR || 19401991 ||
Abbildung
Flag of Latvia.svg
Bildherkunft

Lettland || – || 2004 || 2004 || – || – || – || –
Abbildung
Flag of Lithuanian SSR.svg
Bildherkunft

Litauische SSR || 19401991 ||
Abbildung
Flag of Lithuania.svg
Bildherkunft

Litauen || – || 2004 || 2004 || – || – || – || –
Abbildung
Flag of Moldavian SSR.svg
Bildherkunft

Moldauische SSR || 19401991 ||
Abbildung
Flag of Moldova.svg
Bildherkunft

Moldawien || 1991 || – || – || Beobachter || 1997 || – || –
Abbildung
Flag of Russian SFSR.svg
Bildherkunft

Russische SFSR || 19221991 ||
Abbildung
Flag of Russia.svg
Bildherkunft

Russland || 1991 || – || – || 2002 || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft
Abbildung
Flag of Tajik SSR.svg
Bildherkunft

Tadschikische SSR || 19291991 ||
Abbildung
Flag of Tajikistan.svg
Bildherkunft

Tadschikistan || 1991 || – || – || 2002 || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft
Abbildung
Flag of Turkmen SSR.svg
Bildherkunft

Turkmenische SSR || 19251991 ||
Abbildung
Flag of Turkmenistan.svg
Bildherkunft

Turkmenistan || 1991 – 2005 || – || – || – || – || – || –
Abbildung
Flag of Ukrainian SSR.svg
Bildherkunft

Ukrainische SSR || 19221991 ||
Abbildung
Flag of Ukraine.svg
Bildherkunft

Ukraine || 1991 || – || – || Beobachter || 1997 || – || –
Abbildung
Flag of Uzbek SSR.svg
Bildherkunft

Usbekische SSR || 19251991 ||
Abbildung
Flag of Uzbekistan.svg
Bildherkunft

Usbekistan || 1991 || – || – || – || 1999–2005 || – || 2001
Abbildung
Flag of Byelorussian SSR.svg
Bildherkunft

Weißrussische SSR || 19221991 ||
Abbildung
Flag of Belarus.svg
Bildherkunft

Weißrussland || 1991 || – || – || 2002 || – ||
Abbildung
Blank vertex Hexagonal Icon.svg
Bildherkunft

Nationalhymne

Hauptartikel: Nationalhymne der Sowjetunion

Von 1922 bis 1944 war "die Internationale" die Nationalhymne der Sowjetunion. 1943 komponierte Alexander Wassiljewitsch Alexandrow eine eigens für die Sowjetunion bestimmte Hymne mit dem Text von Sergei Wladimirowitsch Michalkow. Diese wurde erstmals am 1. Januar 1944 der Öffentlichkeit präsentiert. Dreieinhalb Monate später, am 15. März 1944, wurde dieses Lied zur offiziellen Nationalhymne der Sowjetunion erklärt.

Die Hymne erfuhr 1977, als Folge der Entstalinisierung, ihre einzige Änderung, bei der unter Anderem Stalins Name aus dem Text entfernt wurde. Zwischen 1955 (zwei Jahre nach Stalins Tod) und 1977 wurde die Hymne stets ohne Text interpretiert.

Nach dem Zusammenbruch der UdSSR warf das neue Russland das Sowjeterbe ab und gab sich eine komplett neue Hymne. Da sich diese nie großer Beliebtheit erfreute, wurde im Jahr 2000 die alte Sowjethymne mit neuem Text wieder zur Nationalhymne Russlands.

Literatur

  • Mark R. Beissinger: Nationalist Mobilization and the Collapse of the Soviet State. Cambridge University Press, Cambridge 2002, ISBN 052100148X
  • Thomas M. Bohn (Hrsg.): Geschichte des russischen Reiches und der Sowjetunion. Böhlau, Köln 2002, ISBN 3-412-14098-8
  • Johannes Grotzky: Herausforderung Sowjetunion. Eine Weltmacht sucht ihren Weg. Piper, München 1991
  • Johannes Grotzky: Konflikt im Vielvölkerstaat. Die Nationen der Sowjetunion im Aufbruch. Serie Piper, München 1991
  • Manfred Hildermeier: Die Sowjetunion 1917 – 1991. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56497-8
  • Karl Held (Hrsg.): Das Lebenswerk des Michail Gorbatschow: Von der Reform des realen Sozialismus zur Zerstörung der Sowjetunion. Gegenstandpunkt Verlag, München 1992. ISBN 3-929211-00-9
  • Leonid Luks: Geschichte Russlands und der Sowjetunion: von Lenin bis Jelzin. Pustet, Regensburg 2000, ISBN 3-7917-1687-5

Quelle

Siehe auch

Weblinks

ast:Xunión Soviética nrm:Unnion Soviétique scn:Unioni Suviètica simple:Soviet Union zh-min-nan:Soviet Siā-hōe-chú-gī Kiōng-hô-kok Liân-ha̍p


Diskussion der Autoren über den Artikel: Sowjetunion


Nicht Neutral

" Völkerrechtlich und moralisch gesehen war und ist jene Gebietserweiterung äußerst kritisch zu sehen." Das mag vielleicht stimmen, trotzdem lösche diesen Satz auf Grund der Neutralitätsverletzung. Philipalcazar 22:26, 13. Jan 2006 (CET)

Kuba Krise

Der Absatz ueber die Aussenpolitik der Sovjetunion erklaert dass Cruschtschow die sovjetischen Raketen aufgrund politischen Drucks der USA aus Kuba abziehen liess. Um angebrachte Neutralitaet zu wahren sollte hier mehr ins Detail gegangen werden. Die Entschaerfung des Konflikts kam nur aufgrund eines Kompromisses zustande. Absprachen erlaubten es der amerikanischen Fuehrung sich als Sieger des Konfliktes darstellen zu lassen, doch es war ein eindeutiger Gewinn fuer beide Seiten. Ich behaupte nicht dass ich alle Details kenne, aber die USA mussten ihre Atomraketen aus der Tuerkei abziehen, was sich mit den Abziehen der sovjetischen Raketen aus Kuba vergleichen laesst. Schliesslich sind amerikanische Atomraketen in der Tuerkei ebenfalls eine Bedrohung "vor der Haustuere". -gnopralm

Ebene 2 Überschrift

jmghmg== Alte Themen == Ich denke, wir sollten wir den oberen Teil der Diskussion, zum Thema "Stalinismus" löschen? Er bezieht sich auf einen Artikel, der in der Form schon länger nicht mehr existiert. Hat wer was dagegen? -Hunne 10:19, 17. Sep 2004 (CEST)

ich hab einfach mal Diskussion:Sojetunion/Archiv aufgemacht. Gruss, --Nemonand 15:47, 23. Sep 2004 (CEST)

Grundlegender Umbau des Artikels.

Guten Abend, liebe Wikipedianutzer und -nutzerinnen.

Dieser Kommentar wurde am Mittwoch, dem 14. Juli 2004 um 22.17 von mir, dem Benutzer Roter Sisyphos, begonnen, in den folgenden Minuten in seiner Gesamtheit verfasst und nach einer oberflächlichen Revision hinzugefügt. Ich schreibe dies, um Sie über den Autoren dieser Bemerkung nicht völlig im Dunkeln stehenzulassen, und mir gleichzeitig nicht die Mühe machen zu müssen, mein Passwort neu anzufordern.

Wie wohl jeder zum Lesen befähigte Besucher des Artikels, der sich mit der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken befasst, bemerken wird, zeigt sich ein nach inhaltlichen, formalen und auch grammatischen und literarischen Aspekten niederschmetterndes Panorama, welches wohl weder den Mitarbeitern dieses Projektes noch den interessierten Lesern Befriedigung verschaffen dürfte. Unter normalen Umständen würde ich nun selbst die Ärmel hochkrempeln und an diesem unansehlichen Haufen Buchstaben herumhämmern und -löten, bis er meine Erwartungen erfüllen und den von mir nicht als niedrig vorrausgesetzen Ansprüchen der Gäste genügen würde. Ich gebe zu, ich konnte mir nicht verkneifen, bereits in den ersten Abschnitten unseres Objektes einige inhaltliche Beulen zu tuschieren, wenn auch nur vollkommen oberflächlich.

Um aber diesen Artikel einen Glanz zu verpassen, der ihn in den Olymp der exzellenten Artikel katapultieren könnte, ist ein ganz besonderer Rohstoff von Nöten, den ich nicht besitze -Zeit. Und zwar aus dem einfachen Grunde, dass ich mich in einer knapp bemeßenen Freizeit ganz meiner akademischen Ausbildung widmen möchte und muss. Was tun? Die Frage gibt bereits die Antwort. Eine Person oder auch eine ganze Gruppe mit der für die Bewältigung dieser Aufgabe notwendigen geistigen Muskulatur muss sich auf Wohl oder Übel mit Büchern und Kaffee ausrüsten, um dem Artikel eine Generalüberholung zu verpassen. Ohne anmaßend erscheinen zu wollen, möchte ich hier bereits einige Ratschläge und auch eine provisorische Strategie zum Besten geben.

Sehen wir also, welche Teile umgestellt werden müssen, um das Dilemma zu beheben.

1. Formaler Teil

Zuerst einmal sollte der gesamte Artikel der Seriösitöt wegen in "Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken" umbenannt werden, sofern dies möglich ist. Da die meisten Gäste der Enzyklopädie, die sich zu diesem Thema informieren wollen, aber vermutlich die Suchanfragen "Sowjetunion", "UdSSR" oder auch schlicht "USSR" eingeben werden, sollte man über diese Begriffe zu unserem Artikel weitergeleitet werden.

Die Größe der Flagge über der Tabelle der Basisdaten sollte unter Umständen auf die Hälfte ihrer Größe reduziert werden, zu ihrer Rechte sollte das sowjetische Staatswappen zu sehen sein. Erledigt -- 213.54.201.63 23:49, 11. Feb 2005 (CET)

Die Geschichte der Sowjetunion müsste in einem einheitlichen Teil in Kurzform behandelt werden ein Link zu einer ebenfalls umgearbeiteten Artikelversion der Geschichte der Sowjetunion sollte ebenfalls zu finden sein.

(An dieser Stelle muss ich nun aus Zeitdruck abbrechen, ich werde meine Ausführungen demnächst ergänzen. Tschüß.)

Qualitätsoffensive

Ich hab mal die Sowjetunion bei der Themenabstimmung zur Qualitätsoffensive vorgeschlagen. --Boreali 23:04, 17. Jul 2004 (CEST)

Das wird auch nicht mehr reichen. Mir fallen laufend Verletzungen der Neutralität auf. Manches zu lesen ist wirklich unerträglich. Ist aber zu viel, um es hier alles aufzulisten. Saxo 00:23, 1. Mär 2005 (CET)

Internet-TLD

Warum hat die Sowjetunion eine top level domain? Irgendwie erscheint mir das nicht koscher.--Janneman 03:23, 22. Aug 2004 (CEST)
soweit ich weiß, wurden die ersten TLD's in den 80er Jahren für die Vorläufer des Internets vergeben. Damals existierte eben noch die UdSSR. Grüße --Thommess 20:43, 2. Sep 2004 (CEST)

Weil sie halt auch einen Ländercode hatte. Ist btw immer noch registriert, auf "Russian Institute for Development of Public Networks". 01:20, 3. Sep 2004 (CEST)
Sowjetunion wird virtuell wiederbelebt (heise) --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)

In irgendeiner ISO-Norm wurden lange vor der Wende 2- und 3-stellige Länderkürzel festgelegt, natürlich auch für die SU oder die DDR. Die wurden dann 1:1 als TLDs übernommen. --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)
ISO 3166 code lists --Sascha Claus 18:59, 16. Okt 2004 (CEST)

Soweit ich einmal gelesen habe, wurde die .su TLD erst vor noch nicht allzulanger Zeit erst eingeführt. (Also Jahre nach dem Zerfall der Sowjetunion) --B00nish w4rs 19:35, 4. Nov 2004 (CET)

Russland wollte die alte TLD .su mal wiederbeleben, um damit Geld zu verdienen: Sowjetunion wird virtuell wiederbelebt (heise). --Sascha Claus, unangemeldet von 217.228.74.31 12:33, 11. Mär 2005 (CET)

URV

Die Übersetzung dieser Sowjethymne, wo stammt die her? So alt ist die SU ja nicht, der Übersetzer könnte durchaus noch keine 70 Jahre tot sein. JensMueller 19:01, 2. Sep 2004 (CEST)

Der gleiche Text findet sich unter http://www.sabon.org/hymnen... . Dort steht folgender Hinweis: "(Text entnommen aus: »Handbuch des Pionierleiters«, Autorenkollektiv, Verlag Neues Leben, Berlin 1952)"

Link zur Hymne sollte geändert werden. da er auf disambiguation-page deutet. - rajanala83 http://de.wikipedia.org/wik...

Kann nicht jemand die Nationalhymne mal wörtlich ins Deutsche übersetzen? Ich will sie ja nicht nachsingen, also bedeutet mir der Reim, dem sicher einiges zum Opfer gefallen ist, nichts. Auf die jetzt hier gezeigte kann man ja verlinken.Saxo 11:16, 24. Feb 2005 (CET)

Verfassungswidrig regiert?

Hallo,

ich frage mich, ob der erste Satz des Artikels der Realität entspricht:

Die UdSSR war ein ursprünglich sowjetdemokratisch, ab 1923 verfassungswidrig und ab 1936 offiziell parlamentarisch, in der Realität jedoch von Anfang an totalitär regierter Staatenbund.

Habe jetzt in einem Geschichtsbuch nachgeschaut und konnte auch dadurch nicht erschließen, was mit "ab 1923 verfassungswidrig regiert" gemeint ist, möchte das aber deswegen nicht gleich löschen. Weiß irgendjemand, an welchem Ereignis man das festmachen kann, dass sie ab 1923 verfassungwidrig regiert war?

Viele Gruesse

--Skluesener 02:14, 27. Feb 2005 (CET)

Falsche Darstellung in der sovetischen Außenpolitik

Der zweite Absatz im Abschnitt "Außenpolitik" entspricht nicht der Wahrheit.

"Zum nationalsozialistischen Regime in Deutschland pflegte die Sowjetunion freundschaftliche Beziehungen und schloss mit diesem am 23. August 1939 einen Nichtangriffspakt, den sogenannten Hitler-Stalin-Pakt. In einem geheimen Zusatzprotokoll legten die Sowjetunion und Nazi-Deutschland ihre Interessensphären in Osteuropa fest."

Die Beziehungen zwischen der Sovetunion und dem Deutschen Reich waren keinesfalls freundschaftlich. Ein Nichtangriffspakt stellt noch kein Bündnis dar, sondern lediglich das Versprechen, keinen Krieg gegeneinander zu führen. Wie könnten die beiden Staaten auch freundschaftliche Beziehungen pflegen, wenn in Deutschland immer noch Kommunisten verfolgt wurden? Auch die erklärte Absicht Hitlers, sich "Lebensraum im Osten" zu schaffen und die Herabstufung der Russen zu "Untermenschen" waren für die Beziehungen nicht förderlich.

Auch der Rest des Artikels ist in vielen Fällen äußerst manipulativ und wird dem Prinzip des NPOV nicht gerecht. Er bedarf daher dringend einer Überarbeitung.62.46.175.173 18:01, 27. Mär 2005 (CEST)

--- Sehe ich genauso! Die Beziehungen waren alles andere als freundschaftlich. Der Führer und Stalin wollten mit dem Vertrag nur gegenseitig ihr Machtpolitik unterstützen. Hitler hat immer wieder betont, dass er die Bolschewisten verabscheut; von "Freundschaft" zu sprechen ist also historisch unseriös! Entsprechende Passagen sind in "Mein Kampf" massenhaft zu finden... MfG Steinhöfel

Da hier offensichtlich keine Einsprüche kommen, werde ich dem Absatz jetzt korrigieren. 62.46.180.145

Die Sovietunion hat stillschweigend die Verfolgung von Kommunisten im Dritten Reich geduldet, da diese Stalin sehr gelegen kam. Desweiteren hat die UdSSR nachdem sie im östlichen Teil Polens einmaschiert war diverse Kommunisten an die Gestapo ausgeliefert. Aus den heute zugänglichen Archiven geht hervor, dass eine teilweise recht enge Zusammenarbeit zwischen dem NKWD und der Gestapo bis zum Unternehmen Babarossa stattgefunden hat. Die Ankündigungen die Hitler in seinem Buch "Mein Kampf" gemacht hat wurden von Stalin und der damaligen Nomenklatur nicht ernst genommen. Allerdings sollte man berücksichtigen, dass die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Sowjetregierung bereits in der Weimarer Republik ihren Anfang genommen hat. Es gab während des Bestehens der Weimarer Republik 3 Deutsche Militärstützpunkte in der Sowjetunion. Dies war nötig, um die Vorgaben des Versailer Vertrages in Bezug auf die deutsche Armee nach 1918 zu erfüllen. Die drei Stützpunkte hatten drei unterschiedliche Aufgaben:

1. Erprobung neuer Panzerwaffen 2. Erprobung von chemischen Kampfstoffen 3. Erprobung neuer Flugzeuge und Schulung von Piloten und Offizieren (sowohl deutsche als auch sowjetische)

Die Stützpunkte wurden erst 1934 unter den Nazis geschlossen. Begründet wurde dies ganz unideologisch mit Kostenersparnis.

Es sollte auch kein Hehl daraus gemacht werden, dass Stalin in den dreißiger Jahren die Verantwortlichen der Prawda und Iswestija mehr als einmal zurückgepfiffen hat, als diese Parteizeitungen über die "Kommunistenjagd" in Deutschland berichteten und Hetzartikel schrieben.

Alles in Allem sehe ich durchaus freundschaftliche Beziehungen. Diese änderten sich erst mit dem Unternehmen Babarossa.

Gruß -- Dserschinsky 15:03, 23. Jun 2005 (CEST)

Zarenreich -> Sowjetunion?

Es steht da irgendwo, aus dem Zarenreich sei 1917 die Sowjetunion hervorgegangen. Ist es nicht so, dass aus dem Zarenreich die RSFSR entstand (und noch ein paar andere Staaten/Territorien) und diese erst 1922 als Sowjetunion gebündelt wurden? -- Mawa 20:58, 6. Mai 2005 (CEST)

Nein nein, aus dem Zareinreich Russland ist während des 2. Weltkrieges die Sowjetunion geworden. Das Volk wurde durch den Krieg beeinflusst und stürzten die Macht des Zaren. Die gesammte Zarenfamilie wurde umgebracht und somit herrschte von da an der Kommunismus. Mit Lenin als 'Gründer'.--Smiley91 22:14, 20. Mai 2006 (CEST)

Kommunismus in der "Union der SOZIALISTISCHEN Sowjetrepubliken"? Ich bin da ja anderer Meinung. Sie meinten auch sicher den 1. Weltkrieg, und der endete 1918, wenn ich mich nicht irre. 1917 wurde der Zar gestürzt und die Räte übernahmen die Macht, noch nicht aber die Kommunistische Partei. mawa liegt schon richig. Mehr dazu: "Geschichte der KPdSU(B) - Kurzer Lehrgang"

demokratie / totalitarismus

Ich habe mir erlaubt den folgenden Satz umzugestallten: "Gegner der Sowjetunion und ihrer Politik warfen ihr mangelnde Demokratie bis hin zu Totalitarismus vor." Es steht nicht mal im ansatz außer frage, dass die sowjetunion dies alles verkörperte. Gewaltsame auflösungen von demonstrationen, millionenfacher mord von regimegegnern (like ukraine, Machnobewegung, die rote armee unter trotzki erlaubte sich mal ebend 1 million menschen zu töten, die auch nur irgendwie einen hauch von machno an sich hielten um die anarchistischen bestrebungen auszurotten.) um das zu erkennnen muss man kein gegner sein. Das das zentralistische regime unter lenin und weitergeführt von stalin die zerschlagung der sowjets mit sich zog ist auch nicht reine spekulation. die oktoberrevolution war der beginn einer zentralistischen bolschewistischen diktatur.

Nun, es muss zumindest eine ganze Menge Leute gegeben haben (und auch heute noch geben), die in der Sowjetunion nicht den bösen totalitären Staat gesehen haben, als der er in den westlichen Medien abgebildet wird. Ich persönlich bestreite nicht, dass die Sowjetunion ein totalitärer Staat war, aber die Zuweisung "totalitär" als Fakt ist nicht NPOV; keine Information, sondern Wertung und hat daher in einer Enzyklopädie nichts verloren.

Da steht nicht "Die Sowjetunion verkörperte ...", sondern ausdrücklich "Gegner warfen der Sowjetunion vor ...". Wie du schon gesagt hast, wurde die Sowjetunion in den westlichen medien als böse und totalitär abgebildet. Eine solche Abbildung ist Wertung, diese Abbildung konkret zu beschreiben ist Fakt. --E3c2d6ec0ca59f4588b8bb5cb621cfa6 20:58, 21. Mai 2005 (CEST)

Eben aus diesem Grund sollte man die Formulierung "Gegner warfen der Sowjetunion vor..." beibehalten und nicht wieder zu "in Wirklichkeit war die Sowjetunion von Anfang an totalitär regiert" umzuschreiben.62.46.180.116

Liebe Leute, über den Begriff Totalitarismus kann man natürlich streiten, aber dass die Sowjetunion ein parlamentarisch regierter Staat gewesen sei, finde ich doch ein bisschen viel des Guten. Ich werde mir erlauben, hineinzuschreiben, dass es nur eine Partei gab - was die Lage vielleicht doch ein bisschen ändert. --Tilman Berger 19:51, 22. Mai 2005 (CEST)

Solange du dann auch dazuschreibst, dass die Leute die Wahl hatten, wen sie innerhalb der Partei wählen, ist das kein Problem. Natürlich muss man dann auch hinzufügen, dass durch die Nomenklatura auch diese Wahl etwas eingeschränkt war. 62.46.175.48

Ich habe dieses POV-Statement über "autokratisch regiert" wieder herausgenommen und die alte Version wiederhergestellt. Begründung geht aus der Diskussion hervor: es ist schlicht und einfach nicht NPOV. Noch dazu finde ich gerade die Bezeichnung "autokratisch" besonders unglücklich (sogar "totalitär" wäre besser), da autokratisch sich vor allem auf eine Personendiktatur und da vor allem auf eine monarchisch-absolutistisches System bezieht. Die Sovetunion war höchstens unter Stalin eine Personendiktatur, sonst aber je nach Ansicht eine Diktatur des Proletariats/Sozialistische Demokratie oder eine Parteidiktatur. Asha Vahishta

Die unneutralen Formulierungen im Eingangsbereich kommen wieder. Ich weiß nicht, ob Skriptor diese Diskussion verfolgt, aber ich würde diese Sache lieber mit ihm (und den anderen Editierern) besprechen, als hier einen Edit-War anzufangen. Asha Vahishta

Hervorragende Idee! :-) Sag einfach, was du warum unneutral findest. --Skriptor Skriptor 21:01, 6. Jun 2005 (CEST)

Im Sinne des NPOV steht es uns nicht zu, zu entscheiden, ob ein Staat totalitär war. Totalitär ist immer eine Wertung und daher nicht neutral. Aus der (subjektiven) Sicht der kapitalistischen westlichen Staaten war die UdSSR ein totalitärer Staat, aus der Sicht der sozialistischen Staaten des Ostblocks war sie eine sozialistische Demokratie bzw. eine Diktatur des Proletariats (wobei hier "Diktatur des Proletariats" kein Gegensatz zur Demokratie im Westen ist sondern zur "Diktatur der Burgeoisie", die die sozialistischen Staaten in den westlichen Staaten sahen). Die Aussage "die UdSSR war totalitär" ist subjektiv und nicht NPOV, NPOV ist nur, dass Gegner der UdSSR ihr vorwarfen, dass sie totalitär sei. Was soll daran faktisch falsch sein? Asha Vahishta
PS. Nicht immer beobachten Leute, die Artikel ändern, die Diskussionsseiten so gut und antworten so schnell. Daher wüsste ich gerne, wie man anderen Benutzern direkt persönliche Nachrichten schreiben kann.

Erstmal kann ein Staat nur schlecht eine „Sicht“ haben, und falls es solche Sichten gegeben haben sollte, reden wir hier nicht von diesen, sondern nur von denen natürlicher Personen.
Zu schreiben, daß Gegner der UdSSR ihr vorwarfen, totalitär zu sein, ist aus gleich zwei Gründen POV: Erstens drückt diese Aussage aus, daß diese Einschätzung nicht auch von neutralen Beobachtern kommt, was schlicht falsch ist. Zweitens reduziert es einen politologischen Fachbegriff auf ein Werturteil, was ebenso falsch ist.
Aus dem Artikel Totalitarismus:
Totalitarismus ist in der Politologie ein Begriff für eine Herrschaftsform, die im Gegensatz zu der des autoritären Staates nicht nur eine diktatorische Regierungsform beinhaltet, sondern darüber hinaus auch noch den Anspruch hat, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten religiösen oder weltanschaulichen Ideologie zu schaffen, und in alle soziale Verhältnisse hinein wirkt.
Die diktatorische Regierunsgform ist bei der UdSSR auch nach eigener Aussage („Diktatur des Proletariats“) gegeben, das Ziel der Schaffung eines neuen Menschen war ebenfalls Ziel, wenn auch am Schluß vielleicht nur noch offiziell. Ganz objektiv betrachtet war die UdSSR also ein totalitärer Staat und die vorhandene Formulierung ist absolut NPOV. --Skriptor Skriptor 21:22, 6. Jun 2005 (CEST)

Sichtweise von Staaten ist schlecht ausgedrückt. Gemeint ist die Sichtweise der herrschenden Politiker und der vorherrschenden politischen Ideologien. Von mir aus kann man statt Gegner gerne ein anderes Wort verwenden. Totalitarismus mag zwar ein in der Politikwissenschaft häufig verwendeter Begriff sein, ist jedoch keineswegs unumstritten, wie man aus demselben Artikel, den du auch zitiert hast, erkennen kann: [[LINK]] Weiters ist vielleicht der Begriff selbst kein Werturteil, die Zuordnung des Begriffs zu einem bestimmten Staat jedoch sehr wohl. Mit etwas bösem Willen kann man in jedem Staat ein totalitäres System sehen. Wenn man davon ausgeht, dass nicht nur die Sovetunion eine Diktatur des Proletariats war, sondern auch z. B. das heutige Deutschland (zur Zeiten der UdSSR eben die BRD), eine Diktatur der Burgeoisie ist, kann man auch diese zu einem totalitären Staat machen. Man könnte z. B. meinen, dass die "Erziehung zur Demokratie", die in Deutschland offizielles Lehrziel ist, eine euphemistische Umschreibung einer propagandistischen Indoktrination ist, durch die die Menschen von klein auf im Sinne der herrschenden Ideologie (Kapitalismus) erzogen werden. Sieht man sich einmal ein typisches Schulbuch für das Fach Wirtschaftskunde an, so findet man darin einen ganzen Haufen antisozialistische Propaganda. Man beachte dazu auch die Theorie des Neuen Totalitarismus: [[LINK]] Somit könnte man auch Deutschland unterstellen, ein totalitär regierter Staat zu sein, und auf dieselbe Weise jedem anderen beliebigen Staat der Welt.

(Es muss dabei angemerkt werden, dass das obige Urteil nicht meine persönliche Meinung ausdrückt, sondern die eines fiktiven Gegners der westlichen Staatssysteme).

Viele Grüße Asha Vahishta

Deine fiktive Unterstellung kann man aber nur machen, wenn man „totalitär“ fälschlich mit „mag ich nicht“ gleichsetzt. Wenn man sich an die Definition des Begriffs hält, klappt das nicht. (Vgl. Totalitarismus.) --Skriptor Skriptor 21:27, 7. Jun 2005 (CEST)
Das sehe ich nicht so. Es kommt nur darauf an, was man als totalitär betrachtet. Du betrachtest (soweit ich das erkennen kann) z. B. die Erziehung zum Sozialismus in der Sowjetunion als Bestandteil eines totalitären Systems, nicht aber die Erziehung zu den westlichen Werten, die in der Schule auch in Deutschland angewendet wird (besonders krass sieht man das am Wirtschaftskundeunterricht und dem Geschichteunterricht). Man könnte das auch anders machen und die westlichen Staaten "an ihren eigenen Maßstäben messen" (ich möchte dabei nicht sagen, dass die Erziehung zur Demokratie falsch sei, aber man kann sie ebenso als Indoktrination der herrschenden Ideologie sehen wie die Erziehung zum Sozialismus). Es kommt nur auf die Auslegungsweise an und die ist natürlich subjektiv. Daher ist die Zuordnung "totalitär" subjektiv und nicht NPOV und darf daher nicht als Fakt in der Wikipedia stehen, sondern als Wertung bestimmter Gruppen (ob diese jetzt konkret "Gegner der Sowjetunion" heißen, ist nicht so wichtig). Wenn man sich die Definition von totalitär als "herrschende Ideologie kontrolliert politisches, persönliches und wirtschaftliches Leben" (gemäß der englischen Wikipedia ([[LINK]]), könnte man sehr wohl sagen, dass der Kapitalismus in den westlichen Staaten Politik, das persönliche Leben der Einwohner und die Wirtschaft kontrolliert (siehe dazu auch Neuer Totalitarismus: [[LINK]]). Asha Vahishta

Man kann alles mögliche sehen, wenn man nur will. Allerdings ist die Vermittlung der aktuelle gesellschaftlich vorherrschenden Werte mit Duldung sehr breiter Abweichungen nebst völliger Freiheit für jeden, seine eventuell zu sehr abweichenden Werte (räumlich) außerhalb der Gesellschaft zu verfolgen, ganz objektiv (und nicht nur subjektiv) etwas völlig anderes, als die gezielte Vermittlung einer abgeschlossenen Weltanschauung, komplett mit Dogmen und unfehlbaren Verkündigern, die keinen Raum für abweichende Lebensentwürfe läßt und in der die Machthaber das Individuum bis tief in seinen Privatbereich verfolgen.
Und, nein, mit dem Schulsystem hat das bestenfalls am Rande zu tun: Erklärtes Ziel der Sowjetunion war das Erreichen des Kommunimsus, zu dem eben auch ein neuer Menschentyp gehören sollte. --Skriptor Skriptor 08:25, 8. Jun 2005 (CEST)

Wenn man alles mögliche sehen kann, heißt das auch, dass es also unterschiedliche Ansichten geben kann und daher die einseitige Bevorzugung einer Ansicht (die Sovetunion war totalitär, Deutschland nicht) nicht NPOV ist. Ganz abgesehen davon, dass der Begriff selbst umstritten ist. Asha Vahishta

PS. Auch wenn die Situation in Deutschland ganz objektiv anders ist als in der Sovetunion, waren auch die Verhältnisse im 3. Reich und der Sovetunion völlig anders. Trotzdem werden sie beide von vielen Gruppen unter dem Schlagwort "totalitär" in einen Topf geworfen. Also könnte man u. U. auch Deutschland in diesen Topf hineinwerfen. Und die Sache mit der völligen Freiheit, sich räumlich aus der Gesellschaft zu entfernen (sprich: auszuwandern) erübrigt sich spätestens mit der Einführung von Reisepässen.

Wenn man alles mögliche sehen kann, dann bedeutet das, daß nicht alles, dem nicht alle zustimmen, eine Verletzung des NPOV ist. (Oder würdest du zum Beispiel schreiben wollen „Gegner des Dritten Reichs werfen ihm vor, sechs Millionen umgebracht zu haben“?)
Wenn man den Begriff Totalitarismus so weit aufweichen will, daß er für alle Länder anzuwenden ist, dann versucht man, ihn nutzlos zu machen – denn etwas, das alles beschreibt, beschreibt nichts. (Und selbst wenn er für alle Länder anwendbar wäre, wäre die Bezeichnung der UdSSR als totalitär ja immer noch korrekt, nicht wahr?) --Skriptor Skriptor 15:52, 8. Jun 2005 (CEST)

Die Tatsache, dass das Dritte Reich den Tod von sechs Millionen verschuldet hat ist ja ein nachweisbares Faktum, keine Klassifizierung. Es macht mir ja auch nichts, dass im Artikel steht, dass in der Sovetunion Millionen Menschen in die Gulags gesteckt wurden (wobei man sich über die genaue Zahl natürlich uneinig sein kann, wie die enormen Unterschiede, die zwischen den beiden Extremen Ludo Martens und dem Schwarzbuch des Kommunismus zeigen). Bei Klassifizierungen (insbesondere Klassifizierungen, die etwas in eine negative Schublade stecken wollen) ist fast nie neutral. Selbst in den Naturwissenschaften streiten sich die Gelehrten oft, ob eine Spezies jetzt z. B. eine Pflanze oder ein Tier oder ein Pilz ist oder, um ein griffigeres Beispiel zu wählen, ob eine befruchtete Eizelle oder ein eine Woche alter Fetus schon ein Mensch ist.
Eine der Hauptkritikpunkte am Begriff "totalitär" ist ja, dass man ihn je nach Ansicht jedem beliebigen Land zuweisen kann. Es ist ja nicht so, dass der Begriff selbst völlig unumstritten ist (siehe, wie immer: [[LINK]]). Das allein ist schon ein Grund, ihn nicht als feststehendes Faktum zu verwenden. Asha Vahishta

Wenn du deinen letzten Satz wirklich ernst meintest, kann ich ja gerne einmal im Artikel Deutschland schreiben, dass die BRD ein totalitärer Staat ist und dann bei Protesten darauf verweisen, wir wären bei der Diskussion zum Sovetunion-Artikel zum Schluss gekommen, jeder Staat sei totalitär ;-) .

Die Tatsache, dass das Dritte Reich den Tod von sechs Millionen verschuldet hat ist ja ein nachweisbares Faktum – Bereits diese Ausage ist POV, zumindest wenn man dein Verständnis von NPOV zugrunde legt, denn es gibt durchaus eine erkleckliche Anzahl von Menschen, die das bestreiten.
Und man kann eben nicht jedes beliebige Land totalitär nennen – außer, wenn man sich genau zu diesem Zweck seine eigene Definition bastelt.
Was die Beschreibung der Bundesrepublik betrifft: Worauf ihr euch geeinigt habt (wer seid ihr?) hat wohl wenig Aussagekraft, entscheidend ist immer eine inhaltliche Begründung anhand der Totalitarismusdefinition. --Skriptor Skriptor 16:45, 8. Jun 2005 (CEST)

Sobald diese Menschen einen Beweis für diese Theorie haben oder zumindest eine Quelle oder einen ernstzunehmenden Historiker nennen können, der es widerlegt, würde ich dazu übergehen, in diesem Sinne mehr NPOV zu fordern. Hier geht es aber nicht um Zahlen, die sich relativ leicht beweisen oder widerlegen lassen, sondern um Einordnungen, die immer an Bewertungen und Einschätzungen gebunden sind und damit schon von Grund auf nicht NPOV sind.
Wenn wir die Diskussion jetzt mit "seine eigenen Versionen basteln" führen, werden wir nie eine Lösung finden. Wenn du sagst, der Begriff "Neuer Totalitarismus" ist willkürlich zusammengebastelt, um bestimmte Systeme zu diskreditieren, kann man ebensogut sagen, der Begriff "Totalitarismus" ist willkürlich zusammengebastelt, um bestimmte Systeme zu diskreditieren. Wenn wir neutral und objektiv sein wollen, müssen wir das auch durchziehen und den Unterstützern des Begriffs "Neuer Totalitarismus" ebenso zubilligen, dass ihre Argumente berechtigt sind wie den Unterstützern des Begriffs "Totalitarismus" in deinem Sinn.
Bevor ich zu deinem letzten Absatz antworte, würde ich vorher noch wissen, ob du meine letzte Bemerkung wirklich nicht verstanden hast oder ob du absichtlich so tust, als ob du sie nicht verstanden hättest, um mir eine Fangfrage stellen zu können. Tut mir leid, wenn ich dir etwas unterstelle, aber für mich sieht es sehr stark nach absichtlichem nicht bzw. falsch verstehen aus. Wenn dem nicht so ist, möchte ich mich aufrichtig entschuldigen. Asha Vahishta

Deinen letzten Absatz hatte ich überhaupt nicht verstanden, weil ich keine Einigung zwischen uns in der Frage sehe, welche Staaten man als totalitär ansieht.
Wenn wir neutral und objektiv sein wollen, müssen wir das auch durchziehen und den Unterstützern des Begriffs "Neuer Totalitarismus" ebenso zubilligen, dass ihre Argumente berechtigt sind wie den Unterstützern des Begriffs "Totalitarismus" in deinem Sinn. – Nein, müssen wir nicht. „Neutral“ heißt nicht, daß jedem Argument und jeder Aussage gleich viel Gewicht zugebilligt wird. Wenn etwa bestimmte Begriffe (z.B. Totalitarismus) allgemein gebräuchlich sind, dann haben Sie mehr Gewicht als ungebräuchliche Begriffe (z.B. Neuere Totalitarismus) etc. Auch hat z.B. eine Aussage von voreingenommener Seite weniger Gewicht als eine von unvoreingenommener Seite. Etc. pp.
Der Versuch, jede Meinung las gleichberechtigt anzusehen, egal wie fundiert oder verbreitet sie ist, führt – wie oben gezeigt – zu Geschichtsfälschung und letztlich zu Verletzung des NPOV, da sie interessierten Minderheiten ein Vetorecht einräumen würde. Man kann im Artikel üder die UdSSR sicherlich erwähnen, daß manche Anhänger der Sowjetunion sie für ein demokratisches System halten (denn das tun bei weitem nicht alle – manche haben den Mut, zu ihrer Geschichte zu stehen und sind stolz darauf, daß die SU durchaus einen eigenen Entwurf hatte und gar kein Abklatsch westlicher Systeme sein sollte) , aber es kann nicht angehen, diese Ansicht als Tatsache in die Einleitung zu schreiben. --Skriptor Skriptor 23:55, 8. Jun 2005 (CEST)

So, neuer Absatz, weil die ganzen Einrückungen schon etwas platzverschwenderisch sind. Ich habe nie behauptet, das jeder Meinung das gleiche Gewicht zugebilligt wird. Aber eine Meinung, die von einer großen Gruppe und selbst eine Meinung, die von der Mehrheit vertreten wird, ist immer noch ein Meinung. Eine Meinung wird nicht einfach zum Fakt, wenn genügend Leute sie vertreten. Wegen voreingenommen oder nicht, möchte ich nur sagen, dass die, die den Begriff "totalitär" in deinem Sinn verwenden, sicherlich nicht unvoreingenommen sind, zumindest nicht weniger unvoreingenommen als die, die sie im Sinne des Neuen Totalitarismus verwenden. Zur Regierungsform der Sovetunion gibt es offensichtlich zwei Meinungen: die einen (vielleicht die Mehrheit) halten sie für totalitär; die anderen nicht. Deshalb kann es kein Fakt sein, dass sie totalitär war. Fakten sind nur folgendes: die UdSSR war ab 1936 offiziell parlamentarisch regiert. Ob sie es wirklich war oder ob sie in Wirklichkeit totalitär war, sind Ansichten, die als solche gekennzeichnet werden müssen. Asha Vahishta

Wie ich schon oben sagte: Alle Ansichten als gleichberechtigt hinzustellen, führt zur Geschichtsfäschung. Danke für diese Illustration meiner Aussage. --Skriptor Skriptor 15:49, 9. Jun 2005 (CEST)

Drücke dich bitte klarer aus. Ich habe überhaupt nicht verstanden, was du damit sagen willst. Wie ich bereits sagte, sollen keinesfalls alle Ansichten als gleichberechtigt dargestellt werden, sondern nur Fakten von Meinungen getrennt werden. Eine Formulierung wäre z. B. "die meisten Menschen in den westlichen Staaten (wie es in anderen Staaten ist, weiß ich nicht, aber angeblich sollen viele Leute in Osteuropa der ehemaligen UdSSR gegenüber positiver eingestellt sein als wir) sehen in der ehemaligen Sovetunion einen totalitären Staat". Asha Vahishta

Das wäre ein Tatsache. Aber wenn man die Sowjetunion mit dieser Tatsache beschreiben würde, dann wäre das trotzdem eine NPOV-verletzende Propaganda. Warum das so ist, habe ich eingags unserer Diskussion bereits duetlich gesagt. Wenn du es nicht verstanden hast, will ich es mit einem drastischen Beispiel erläutern: „Asha Vahishta hat man bisher auch noch nicht beim Kinderficken erwischt.“ Tatsache? Hoffentlich. NPOV? … --Skriptor Skriptor 16:02, 9. Jun 2005 (CEST)

Anderes (noch drastischeres) Beispiel: "Michael Jackson fickt Kinder." (Viele meinen er tut es, andere nicht.) Asha Vahishta

Da ich offensichtlich keine Antwort mehr bekomme, werde ich die alte Version wiederherstellen. Asha Vahishta

Du hast keien Antwort bekommen, weil du keine Argumente gebracht hast. Deien Änderung habe ich rückgängig gemacht, weil sie nicht nur das System der UdSSR verharmlost, sondern auch in der angegebenen Begründung für die Einstufung als totalitär falsch ist. --Skriptor Skriptor 12:26, 12. Jun 2005 (CEST)

Ich habe leider auch deiner Aussage, auf die ich angeblich nicht mit Argumenten geantwortet habe, wenig Argumente entnehmen können. Du hast nur auf dein erstes Posting verwiesen, auf das ich bereits geantwortet habe. Wir können gerne die ganze Diskussion wieder von vorne anfangen, aber ich denke, das wäre eine ziemliche Zeitverschwendung. Meine Begründung ist übrigens nicht einmal nach der Definition von totalitär, die du zitierst, falsch. Wenn der Kommunismus offizielle Staatsdoktrin ist, bedeutet das sehr wahrscheinlich, dass auch die Menschen im Sinne des Kommunismus erzogen werden sollten. Asha Vahishta

Das hast du aber nicht geschrieben: Du hast so getan, als ob die UdSSR nur wegen einer Gleichsetzung von Kommunismus und Totalitarismus (in Verbindung mit der Einparteienherrschaft als totalitär bezeichnet würde.
Um diesen Diskussionskreislauf mal aufzubrechen, habe ich die politische Struktur etwas detaillierter beschrieben, so daß sich ein Leser besser etwas darunter vorstellen kann. --Skriptor Skriptor 13:30, 12. Jun 2005 (CEST)

Ich habe mir meine Formulierung nochmal durchgelesen; sie hört sich wirklich ziemlich blöd an. Ich meinte eigentlich, dass der Kommunismus als Ideologie das Staatssystem bestimmte. Die Umgestaltung finde ich ist ein guter Schritt. Noch besser wäre es, sich am Artikel in der englischen Wikipedia zu orientieren, die eine sehr neutrale Einleitung hat, aber auch nicht wichtige Kritikpunkte an der Regierung der UdSSR verschweigt. Den Absatz über die Regierung der Sovetunion haben sie dort in einen eigenen Artikel "Politics" gepackt, der auch sehr vorbildlich gestaltet ist. Wenn wir uns das zum Vorbild nehmen würden, würden wir auch die Anregungen, die im Absatz direkt unter uns stehen, erfüllen. Asha Vahishta

PS. Ich habe das "russisch" aus "zentralistisch regierter russischer Staat" entfernt. Es ist ziemlich unklar, was damit gemeint ist. Was ist ein "russischer Staat"? Ist das so was ähnliches wie ein "demokratischer Staat", ein "großer Staat" oder so? Was du ausdrücken wolltest, war wahrscheinlich, dass die Russische SFSR die dominierende Teilrepublik war, habe ich recht? Das muss man dann aber anders ausdrücken. Die Formulierung, die früher verwendet wurde, fand ich ganz gelungen. Asha Vahishta

Wir scheinen allmählich eine für beide akzeptable Fassung zu finden; das freut mich. Du hast recht, die Formulierung in Bezug auf Rußland war ziemlich mißverständlich; ich habe jetzt eine hoffentlich klarere Fassung eingefügt.
Ein eigener Abschnitt zur Politik wäre sicher hilfreich, weil sich das Machtsystem ja im Laufe der Geschichte mehrfach erheblich geändert hat, insbesondere bei Stalins Machtergreifung und nach seinem Tod. --Skriptor Skriptor 17:53, 12. Jun 2005 (CEST)
Gut, wer wird den Abschnitt über die Politik übernehmen? Ich kann das gerne machen und werde mich dabei an der englischen Wikipedia orientieren, die da einen sehr informativen Abschnitt hat. Asha Vahishta

Politisches System

Zum politischen System und der Struktur der UdSSR steht überhaupt noch nichts in dem Artikel. Bin ich auf dem falschen Dampfer, oder kennt sich da niemand mit aus (inkl. mir, sonst würde ich es ja machen)? --Jailbird 11:38, 27. Mai 2005 (CEST)

Ich habe jetzt einen Absatz über die politische Struktur der Sovetunion eingefügt, der vor allem auf den Informationen, die in der englischen Wikipedia stehen, basiert. Ich möchte jedoch in den nächsten Tagen noch einige Informationen zu Perestrojka und Glasnost einbinden. Asha Vahishta

Sieht nach erstem Überfliegen gut aus. Danke, daß du dir die Arbeit gemacht hast. --Skriptor Skriptor 21:04, 14. Jun 2005 (CEST)

Aussprache

so-Wjettunion oder Sowjett--Union? --Abdull 11:21, 25. Aug 2005 (CEST)

Es gibt keine hörbare Lücke. Die Betonung liegt auf der zweiten Silbe, also auf "wjet". --Exxu 12:08, 25. Aug 2005 (CEST)

Militär, Kalter Krieg

Es fehlt jeder Hinweis auf die Rolle der Sowjetunion im Warschauer Pakt und überhaupt auf die militärische Blockkonfrontation im Kalten Krieg. Das war doch das, was viele Menschen an der Sowjetunion am meisten beschäftigt und auch besorgt hat. Kann das jemand ergänzen?--KuK 17:20, 5. Jan 2006 (CET)

Liqidierungsgesetz vom 27. Juli 1918

Init schrieb am 9. Feb 2006:
"Unter Lenins Führung erließ die Sowjetregierung am 27. Juli 1918 ein Liqidierungsgesetz. In der Folge kam es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche.".
Welches Gesetz war das? Falls das "Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen ['Über die Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche']" gemeint sein sollte, woraufhin die religöse Tätigkeit und deren Würdenträger liquidiert wurden, so wurde dieses Dekret vom Rat der Volkskommissare am 20. Januar (2. Februar) 1918 beschlossen, deren Vorsitzender tatsächlich Lenin war. Wenn allerdings - wie angegeben - ein Gesetz gemeint ist, dann muss dieses Gesetz von der Kommission für Justiz unter Vorsitz des Peter Stucka vorgelegt worden sein. Dann scheint mir folgende Formulierung zutreffender:
"Die Sowjetregierung nahm am 27. Juli 1918 das vom Volkskommissar für Justiz, Peter Stucka, vorgelegte Gesetz über ... an. In der Folge kam es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche."
Ich halte die Angabe der Gesetzesbezeichnung als Quelle für eine Voraussetzung für einen neutralen Standpunkt. --Exxu 12:58, 11. Feb 2006 (CET)

Palast der Sowjets

Ich bin mir nicht sicher, aber muss es nicht heißem: "Palast des (obersten) Sowjets". Da der oberste Sowjet (zu deutsch Rat) die höchste parlamentarische Stufe in einer Räterepublik ist. Ich denke "Palast der Sowjets" ist ein Übersetzungsfehler?? Die Bezeichnug Sowjets für Bürger der UdSSR oder den Machtapparat der UdSSR gab es in den 30er noch nicht??? -- Burts 21:01, 3. Mär 2006 (CET)

Ende der Sowjetunion

Irgendwie ist völlig vergessen worde, wie das mit der Sowjetunion zuende gegangen ist. -- KUrt 15:14, 15. Mär 2006 (CET)

Steht in der Einleitung:
"... und löste sich am 26. Dezember 1991 durch Beschluss des Obersten Sowjets auf. Ihre völkerrechtlichen Pflichten und Rechte übertrug sie hierbei der Russischen Föderativen Sowjetrepublik ..." --Exxu 14:31, 8. Sep 2006 (CEST)

Vor allem ist hier nicht ganz klar, was als offizielles Auflösungsdatum zu verzeichnen ist. In diesem Artikel steht der 26.12.1991 - unter dem Lemma Auflösung der UdSSR findet sich aber der 25.12. als Datum. Welches Datum ist nun richtig? --Dumont 10:11, 5. Okt 2006 (CEST)

Überarbeiten

Und Überschriften mit dem Verweis auf andere Artikl sind weder schön noch sinnvoll für jemanden, der sich nur einen groben überblick verschaffen will. Außerdem ist eine Zusammenfassung des Hauptartikel allgemein üblich, vielleicht findet sich ja jemand der ds übernimmt --SoIssetEben! 19:00, 29. Mär 2006 (CEST)

flächenmäßig größter Staat in der jüngeren Geschichte

Diese Formulierung steht im Abschnitt Geografie. Sollte jüngeren nicht weggelassen werden? Oder wann gab es mal einen größeren Staat? Das römische Reich wird kleiner gewesen sein. Das Mongolenreich vielleicht? --Abe Lincoln 11:51, 21. Apr 2006 (CEST)

Ich bin mir nicht sicher, aber das Mongolenreich war zwischenzeitlich möglicherweise größer. Und selbst das mit der jüngeren Geschichte stimmt nicht. Das Russische Reich war größer als die Sowjetunion, denn es beinhaltete auch noch Polen, Finnland, Alaska, die Mandschurei und die Osttürkei. Voevoda 13:01, 21. Apr 2006 (CEST)
Nach List of largest empires war das Mongolenreich größer, wenn man auch nicht zusammenhängened Gebiete betrachtet außerdem das britische Imperium. Für einen Vergleich mit dem imperialen Russland fehlt leider eine aussagekräftige Zahl (dort wurde einfach die 22,4 von der SU übernommen). --Abe Lincoln 14:08, 21. Apr 2006 (CEST)
Auch wenn man das britische Imperium hier wohl nicht mitzählen kann, denn es handelte sich dabei nicht um einen einheitlichen Staat, so muß man aber Voevoda zustimmen: allein die Tatsache das zu Rußland bis Mitte des 19. Jahrhunderts noch Alaska gehörte, läßt erkennen das der Satz im Artikel nicht stimmen kann. Gruß, --TA 14:57, 21. Apr 2006 (CEST)
Den Revert kann ich nicht nachvollziehen: allein die Tatsache das zum Russischen Reich bis 1867 auch Alaska gehörte, ein Gebiet von ca. 1.700.000 Quadratkilometern Ausdehnung, sollte doch hinreichend verdeutlichen, das die im Artikel gemachte Behauptung nicht stimmen kann. Gruß, --TA 20:40, 21. Apr 2006 (CEST)
Ich habe deswegen zusammenhängend geschrieben. Alaska war eine Überseekolonie.--Abe Lincoln 22:31, 21. Apr 2006 (CEST)
In der Tat, das "Wörtchen" zusammenhängenden habe ich übersehen. Ziehe daher meinen Einwand mit dem Ausdruck größten Bedauerns zurück! ;-) Gruß, --TA 06:08, 22. Apr 2006 (CEST)

Ursache für religiöse Verfolgung

Im Artikel steht: Unter der Führung Lenins wurden von der Sowjetregierung Dekrete und Gesetze erlassen, in deren Folge es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche kam ("Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen" vom Januar/Februar 1918 sowie Liquidierungsgesetz vom 27. Juli 1918, vorgelegt vom Volkskommisar für Justiz Pjotr Stutschka). Das liest sich so, dass das genannte Dekret Ursache für die religiöse Verfolgung war. Meines Wissens war es aber so, dass die Theorie Religionsfreiheit versprach, die Praxis aber mörderisch war. Um es zu wiederholen: ich sage nicht, dass es in der Sowjetunion keine religiöse Verfolgung gegeben hat. Ich vermute indes, dass das genannte Dekret nicht die Grundlage dafür gab. Wenn ich Recht habe, sollte der Artikel entsprachend neu formuliert werden. '-129.247.247.238 17:39, 4. Mai 2006 (CEST)'

Abschnitt "Formen des Eigentums"

ist kompletter Unsinn. Es gab nach der Beseitigung des Eigentums durch Lenin (mit Ausnahme der kurzen Phase der Neuen Ökonomischen Politik) in der Sowjetunion kein Eigentum, auch kein Staatseigentum. Hierbei handelte es sich stets um Besitz. Die Wikilinks nach Individualismus und Kollektivismus sind auch sehr irreführend, da dort gar keine ökonomischen Konzepte abgehandelt werden. --Asthma 16:50, 16. Mai 2006 (CEST)

Wieso? Irgend jemand muss doch Eigentümer gewesen sein. Außerdem hat Lenin nicht das Eigentum, sondern das Privateigentum an den Produktionsmitteln abgeschafft, oder wollen Sie behaupten, dass den Russen z.B. nicht einmal das eigenene Hemd gehörte? --Rita2008 15:30, 19. Mai 2006 (CEST)

Abschnitt "Landwirtschaft"

Ist so auch absolut nicht richtig. Es fehlen quellen und Beweise, klingt eher nach Hausfrauengeschichte. Was soll dass heißen "deswegen hungerte die Bevölkerung". Soll gesagt werden dass alle 290.000.000 Einwohner der Su von 1922 bis 1990 gehungert haben ? Hier ist noch mehr recherche Notwednig ! --AfricanStar 14:15, 19. Juni 2006 (CEST)

Doch es ist so richtig, die Bauern durften wirklich nur eine bestimmte Menge ernten. Und sie waren zu der Zeit häufiger von Missernten betroffen. Somit musste die Bevölkerung (in manchen Gebieten) schon sehr hungern. Und das passierte nicht nur einem Bauern sondern sehr vielen !!--Smiley91 17:21, 21. Jun 2006 (CEST)

Liquidierungsgesetz

Im Artikel stand: Unter der Führung Lenins wurden von der Sowjetregierung Dekrete und Gesetze erlassen, in deren Folge es zu Massenhinrichtungen von Priestern der Russisch-Orthodoxen Kirche kam ("Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen" vom Januar/Februar 1918 sowie Liquidierungsgesetz vom 27. Juli 1918, vorgelegt vom Volkskommisar für Justiz Pjotr Stutschka).

An dem Inhalt dieser Formulierung wurde gezweifelt, und es ist kein Beleg erfolgt. Ich verschiebe es daher hierher. Was fehlt, ist eine seriöse und nachvollziehbare Quelle, dass es einen entsprechenden Erlass oder ein Gesetz mit dem beschriebenen Inhalt gegeben hat. Falls es sich um eine Anweisung für Geheimpolizei, Sowjets oder wen auch immer gehandelt hat, ist es entsprechend zu kennzeichnen und zu dokumentieren. -- Zickzack 18:00, 12. Jul 2006 (CEST)

Siehe hier unter Punkt 15 hier in der Disk. und die nun ergänzten Belege im Artikel (ref-Anmerkungen).--Init 20:57, 12. Jul 2006 (CEST)

Bei den angegebenen Quellen handelt es sich um Sekundärquellen, die selbst einer ungenannten Tertiärquelle entnommen wurden.

Ferner wurde der Beleg nicht erbracht, dass das Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen zu Massenhinrichtungen führte. Der Augenschein spricht dagegen. Die Behauptung, es sei in Folge des Dekretes zu Massenhinrichtungen gekommen, ist also unbelegt. Die Massenhinrichtungen sind nicht Folge dieses Dekretes, sondern eine Folge des doppelten Spiels der Sowjets, die dem Schein nach auf Gewissensfreiheit machten, dabei aber die alten Mächte und die Religion unterdrücken und ausrotten wollten.

Die Verfolgung der Religion ist schon dokumentiert. Die kritisierte Stelle im Artikel ist irreführend. Er sollte gelöscht oder zu einem Hinweis auf das doppelte Spiel der Sowjets hin überarbeitet werden. -- Zickzack 12:42, 13. Jul 2006 (CEST)

Hallo Zickzack, woran zweifelst Du? Daran, dass per 23.1.1918 das "Dekret über die Gewissensfreiheit, die kirchlichen und religiösen Vereinigungen" (russ: "Декрет о свободе совести, церковных и религиозных обществах") erlassen wurde? Der angegebene Link fuehrt Dich zum russischen Wortlaut der 13 Artikel dieses Dekrets und eine (russische) Darlegung zu den Auswirkungen auf die Kirche findest Du hier Ausserdem findest Du hier weitere Wortlaute von Schreiben Lenins an Dzershinski ueber die Notwendigkeit, der Zerschlagung der Kirche und der Verhaftung und unnachsichtigen Erschiessung der Popen als Konterrevolutionäre und als Saboteure.
Unter diesem Link der Nishegorodsker Staatlichen Universitaet findest Du auch die Darstellung, dass unter Stutschka die "Liquidationsabteilung" (die sich selbst so bezeichnete) gegen die Popen arbeitete.
Das Dekret lieferte (insbesondere mit den Artikeln 12 und 13) die rechtliche Handhabe zur Enteignung der Kirche und zur "Trennung" von Kirche und Staat. Dass die "Trennung" dann wortwoertlich genommen wurde, war kein doppeltes Spiel der Sowjets, sondern dies geschah aufgrund der Weisungen Lenins. Und dass Lenin selbst Befehle zur Erschiessung gegeben hat (nicht nur von Popen, sondern auch von anderen "Konterrevolutionaeren"), war bereits zur Zeit der Sowjetunion kein Geheimnis. Der Text sollte mMn wieder in den Artikel eingefuegt werden. --Exxu 22:49, 16. Jul 2006 (CEST)

Wir reden immer noch aneinander vorbei, aber Danke für die Quellen. Mir ging es darum, dass es doppeltes Spiel ist, einerseits Gewissenfreiheit zu gewähren und den Kirchen ihr Existenzrecht zuzusichern und andererseits die Kirche zerschlagen zu wollen oder etwa viele Popen nur wegen ihrer Eigenschaft, Popen zu sein, hinzurichten.
Ich schlage vor, den Artikel so zu überarbeiten, dass dort steht, dass die Sowjetunion auf dem Papier Gewissensfreiheit gewährte und den Kirchen ihr Existenzrecht zusicherte, wobei aber die tatsächlichen Ziele von Lenin und der kommunistischen Partei auf Zerschlagung und physische Vernichtung ausgerichtet waren. Wie siehst Du das? -- Zickzack 14:04, 18. Jul 2006 (CEST)

Hallo ZZ, Du schreibst: dass es doppeltes Spiel [sei], einerseits Gewissenfreiheit zu gewähren und den Kirchen ihr Existenzrecht zuzusichern ... (fette Hervorhebung von mir). Gerade das macht die Sowjetunion mit dem oben genannten Dekret eben nicht. Es wird die Gewissensfreiheit (Artikel 3) und die Glaubensfreiheit (Artikel 5 und 6) zugesichert. Aber es wird explizit die Kirche von Staat (Artikel 1) und Schule (Artikel 9) getrennt. Außerdem wird den kirchlichen und religiösen Vereinigungen untersagt, über Eigentum zu verfügen (Artikel 12) bzw. vorhandenes Vermögen wird zum Volksvermögen erklärt (Artikel 13). Darüberhinaus werden die kirchlichen und religiösen Vereinigungen den allgemeinen Bestimmungen über das Privateigentum unterworfen (Artikel 10) und das (zwangsweise) Sammeln von Spenden untersagt (Artikel 11). Auch wird der Personenstand ausschließlich in staatliche Hände gelegt (Artikel 8) und religiöse Eide und Schwüre abgeschafft (Artikel 7).
Also, obwohl jeder Einzelne glauben kann, was er will oder eben auch an gar nichts zu glauben braucht (Artikel 3), wird der Organisationsform "Kirche" bzw. "religiöse Vereinigung" durch das Dekret die Existenzgrundlage entzogen.
Der Titel dieses Dekrets lautet nicht - wie man eventuell annehmen könnte - über die Freiheit des Gewissens, [und die Freiheit] der kirchlichen und der religiösen Vereinigungen (russ: Декрет о свободе совести, церковных и религиозных обществ), sondern: über die Freiheit des Gewissens, [und über] die kirchlichen und religiösen Vereinigungen (russ: Декрет о свободе совести, церковных и религиозных обществах). Es ist also ein Dekret über drei Aspekte, nämlich
  • über die Gewissensfreiheit,
  • über die kirchlichen Vereinigungen und
  • über die religiösen Vereinigungen.
  • Während erste dem Einzelnen gewährt wird, werden die erwähnten Vereinigungen entmachtet (bzw. enteignet) und ihnen wird gerade nicht irgendein Existenzrecht zugesichert.
  • Vielleicht sollte mal zu diesem Dekret ein Artikel entstehen. Ich denke mal darüber nach. --Exxu 18:24, 18. Jul 2006 (CEST)
    Dass die Kirchen enteignet wurden, war weltweit Standard, nur fand es meist hundert Jahre früher als in der Sowjetunion statt. Die Trennung von Kirche und Staat ist auch nicht neu. Das Verbot von Zwangsspenden ist ebenfalls keine Einschränkung. Die Kirchen haben sowas überall auf der Welt überlebt. Wenn obendrein die Kirchen und religiösen Vereinigungen den Regelungen für das Privateigentum unterworfen werden, dann ist es ein Beleg dafür, dass sie - auf dem Papier! - existieren dürfen. -- Zickzack 10:06, 19. Jul 2006 (CEST)

    --was verstehst Du unter Zwangsspenden? Der Begriff bedarf einer Erläuterung. --HorstTitus 13:14, 19. Aug 2006 (CEST)

    Siehe oben: und das (zwangsweise) Sammeln von Spenden untersagt (Artikel 11) -- Zickzack 19:27, 25. Sep 2006 (CEST)

    Portal:Sowjetunion

    Hallo an alle Interessierten des Landes Sowjetunion!!

    Wer sich interessiert ein Portal aufzubauen/ zu verwalten, der kann sehr gerne bei dem Projekt zum erstellen eines Portales zum Thema Sowjetunion mitmachen.

    Bitte schreibt jeder der sich interessiert etwas auf die Diskussionsseite von Sowjetunion oder vom Portal Sowjetunion. Oder meldet euch bei mir, damit das Portal Sowjetunion niht für immer ein Bearbeitungsfall wird.

    mfg ---- Manecke

    Das Portal wurde jetzt erfolgreich fertiggestellt, trotzem fehlt mir ein bisschen der Feedback der interessierten das Themengebietes der UdSSR. Nochmals melder euch bitte oder schreibt Änderungsvorschläge auf die Portal-Seite, vielen Dank! mfg --- Manecke 01:07, 14. Sep 2006 (CEST)

    Kyrillische Buchstaben für alle Sprachen in der Sowjetunion

    Stalin verfügte, dass alle Sprachen von Minderheiten in der Sowjetunion in kyrillischen Buchstaben geschrieben werden mussten. Ausgenommen Georgisch, Armenisch und Jidisch. Was war mit Deutsch bzw. Plautdietsch? Simon Mayer.

    Hast Du bezüglich der von Dir hier angesprochenen Verfügung eine Quellenangabe? Denn in der hier dargestellten Allgemeinheit kann es nicht gewesen sein. Letten, Esten und Litauer haben meines Wissens ihre Sprache nie mit kyrillischen Buchstaben geschrieben. --Exxu 15:52, 22. Jul 2006 (CEST)

    Geschichte

    Ich möchte nochmal auf das Problem zurückkommen, was weiter oben schon unter Zarenreich -> Sowjetunion? angesprochen wurde. Da gibt es Widersprüche im Artikel. Oben steht richtig "Sie wurde am 30. Dezember 1922 gegründet." und bei der Geschichte gibt es sie angeblich schon seit der Oktoberrevolution. das muss entweder anders formuliert werden oder der Satz muss ganz raus. --Rita2008 18:33, 16. Sep 2006 (CEST)
    Das ist mittlerweile behoben --Exxu 08:58, 13. Okt. 2006 (CEST)
    Dafür stimmt irgendwie die Gliederung nicht:
    • 6 Geschichte
    • 6.1 Außenpolitik
    • 6.1.1 Afghanischer Bürgerkrieg und sowjetische Invasion
    • 6.1.2 Mitgliedschaft in Internationalen Organisationen
    • 6.2 Innere Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

    ??? Da müsste man irgend was geraderücken, einen guten Vorschlag habe ich aber im Moment auch noch nicht. --Rita2008 16:36, 24. Nov. 2006 (CET)

    Benennung der Einwohner

    Wie nennen wir denn die Einwohner der Sowjetunion? Da gibt es ja einige: Sowjetmensch, Sowjetbürger, oder einfach Sowjet, ...? Jedenfalls finde ich keinen einschlägigen Artikel dazu. --Media lib 09:27, 23. Sep 2006 (CEST)
    Die offizielle Eigenbezeichnung war, wenn es denn tatsächlich um die Sowjetunion als Ganzes ging, "Bürger der Sowjetunion". --Exxu 09:02, 13. Okt. 2006 (CEST)

    Navigationsleiste falsch!

    Die Gebirgsrepublik war nur eine ASSR, keine SSR, warum steht sie also neben den anderen Unionsrepubliken in der Liste. Neben den 16 deutschen Bundesländern würde doch wohl auch niemand den Kreis Potsdam-Mittelmark als 17. erwähnen. --Roxanna 08:14, 13. Okt. 2006 (CEST)
    Welche der Republiken meinst Du denn mit Deiner Bezeichnung "Gebirgsrepublik"? --Exxu 08:55, 13. Okt. 2006 (CEST)

    Ich habe die ASSR Gebirsgrepublik schon entfernt, deshalb findest Du sie nicht mehr. --Roxanna 12:50, 13. Okt. 2006 (CEST)



    Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sowjetunion und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).