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Studentenverbindung

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Eine Studentenverbindung oder auch Studentenkorporation ist ein Verband von derzeitigen und ehemaligen Studenten einer Universität, Hochschule, (seltener) Fachhochschule oder ähnlichen Institutionen, der Brauchtum und gewachsene Traditionen pflegt. In Österreich bezeichnen sich auch Schülerverbindungen so.

Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den einzelnen Arten von Verbindungen gibt es neben dem Lebensbundprinzip und dem Conventsprinzip (Basisdemokratie) nur wenige Merkmale, die allen Verbindungen gemein sind.

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Wartburgfest des Wingolf 1997
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Überblick

In Studentenverbindungen gestalten Studenten ihre Studienzeit in einer organisierten Gemeinschaft.

Ihre wichtigste Gemeinsamkeit ist das von den Korporationen so bezeichnete Lebensbundprinzip: Aktive wie nichtaktive Mitglieder sollen ihrer Verbindung lebenslang verbunden bleiben. Das Ziel ist es, Kontakte und Freundschaften zwischen den Generationen zu ermöglichen, die der Vernetzung dienen. Kritiker sehen darin eine Form berufsfördernder Seilschaftsbildung.

Eine der wichtigsten Gemeinsamkeiten aller studentischen Korporationen ist das Conventsprinzip, ein Organisationskonzept geprägt von Autonomie und basisdemokratischer Entscheidungsfindung.

Es ist bei den meisten Verbindungen üblich, dass sich alle Mitglieder unabhängig von ihrem Alter und beruflichen Status ohne besondere Vereinbarung duzen, und zwar von dem Moment an, in dem ein Student als „Fuchs“ der Verbindung beitritt.

Vor dem Erreichen des ersten akademischen Abschlusses sind studentische Mitglieder Teil der so genannten Aktivitas. Diese organisiert in der Regel im Rahmen ihres Semesterprogramms selbstverantwortlich Veranstaltungen: wissenschaftliche Weiterbildungen (Studium Generale), Feste und Feiern, je nach Ausrichtung aber auch sportliche und musische Aktivitäten in der Freizeit. Bei vielen traditionsorientierten, schlagenden Verbindungen ist das akademische Fechten, die Mensur, ein fester Bestandteil ihres Gemeinschaftslebens.

Die Mehrzahl der deutschen Verbindungen sind nichtschlagend. Die übrigen erwarten die so genannte Mensur entweder von jedem Mitglied (pflichtschlagend) oder stellen sie ihm frei (fakultativ schlagend).

Nach dem Studium folgt die Philistrierung: Fortan ist man in der Korporiertensprache „Alter Herr“ bzw. „Alte Dame“ oder „Hohe Dame“ und gehört mit der Übernahme in das Philisterium zu einer von der Aktivitas verschiedenen, eigenen Organisationsstruktur. Das Philisterium unterstützt aus seinen Mitgliedsbeiträgen unter anderem die Verbindung finanziell; es hat in der Regel die Rechtsform eines e.V.

Die Ursprünge des Brauchtums der Verbindungen reichen oft über 200 Jahre zurück und sind zum großen Teil auf die speziell studentische Kultur und Lebensweise, wie sie seit Jahrhunderten bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts für alle Studenten üblich war, zurückzuführen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich aus dieser studentischen Kultur die Kultur der Studentenverbindungen, in der auf konservative Weise alte, in weiten Teilen der Studentenschaft vergessene Traditionen erhalten wurden. Während die Verbindungsstudenten viele dieser Traditionen für bewahrenswert halten, betrachten Kritiker bereits seit dem 19. Jahrhundert diese Haltung als Abschottung von gesellschaftlichen Veränderungen und bezeichnen Verbindungsstudenten gern als „ewiggestrig“.

Zu diesen ausgeprägten Traditionen gehört bei vielen Verbindungen das Tragen von Farben, dem so genannten Couleur, in Form von Mützen oder Bändern. Andere tragen diese nicht, sondern führen bei Zusammenkünften nur ihre farbigen Wappen und Fahnen mit (farbenführend im Gegensatz zu farbentragend). Wieder andere verzichten selbst darauf (schwarze Verbindungen).

Die meisten Verbindungen nehmen traditionell nur Männer auf. Seit 1899 gibt es auch Damenverbindungen, die seit den 1980er Jahren wieder vermehrt Zulauf erhalten. Seit etwa 1970 existieren aber auch gemischte Verbindungen.

Verbindungen sind in der Regel politisch neutral, nur etwa 10 bis 15 Prozent der deutschen Studentenverbindungen, vor allem Burschenschaften, betätigen sich politisch. Im Mittelpunkt stehen hierbei – auch bei österreichischen Verbindungen – Fragen der deutschen Einheit, des deutschen „Volkstums“ und der deutschen Nation. Spätestens seit der deutschen Wiedervereinigung ist eine Unterwanderung einiger dieser politisch aktiven Verbindung seitens rechtsradikaler Kräfte zu beobachten. So wird eine kleine Zahl von Burschenschaften des Dachverbands „Deutsche Burschenschaft“ mittlerweile durch die zuständigen Landesämter für Verfassungsschutz beobachtet. Die weitaus meisten der etwa 1000 bis 1300 Studentenverbindungen in Deutschland distanzieren sich von diesen. Mittlerweile kommt es vereinzelt vor, dass sich rechtsradikale Gruppierungen an Hochschulen „Burschenschaft“ nennen, ohne in einer entsprechenden Tradition zu stehen. Politisch eher links stehende Studentenorganisationen warnen prinzipiell vor Studentenverbindungen.

In Deutschland gehören etwa 2 bis 3% aller Studenten einer Verbindung an. Obwohl genaue Zahlen schwer zu ermitteln sind, kann man davon ausgehen, dass sich 170.000 bis 200.000 studierende oder berufstätige Personen in Deutschland und Österreich als „Verbindungsstudenten“ bezeichnen.

Verbindungsarten

Es gibt unterschiedliche Formen studentischer Korporationen. Am häufigsten findet man an Universitäten heute

Darüberhinaus gibt es Hochschulverbindungen an Orten ohne eigene Universitäten. (Ferialverbindungen)

Diese Verbindungsarten unterscheiden sich beträchtlich durch ihre Prinzipien, ihre Geschichte und spezifischen Gebräuche. Trotz aller Vielfalt treten bestimmte Formen besonders häufig auf, die in der folgenden Tabelle aufgeführt sind. Diese enthält jedoch nicht alle Dachverbände und keine dachverbandsfreien Verbindungen. In der Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen findet man ferner die erloschenen und heute noch aktiven Dachverbände und ihre Merkmale.

 |Verbindungsform
Ausprägung Dachverbände Anzahl der Verbindungen
Katholische Studentenverbindungen ft, ns CV, RKDB, ÖCV, TCV, StV 265
Corps ft, ps KSCV, WSC 161
Burschenschaften ft, ps/fs DB, DBÖ, CDC, NeueDB 158
Katholische Studentenvereine ff, ns KV, UV, ÖKV 126
Landsmannschaften ft, ps CC, ÖLTC 73
christliche Studentenverbindungen meist ft, ns Schwarzburgbund, Wingolf, Wartburg-Kartell 61
Sängerschaften und musische Verbindungen ft/ff, fs/ns Weimarer CC und SV 44
Akademische Turnvereine ff, ns ATB, ATBÖ 41
Vereine Deutscher Studenten ff, ns VVDSt - KV 40
Turnerschaften ft, ps/fs CC und MK 34
Ferialverbindungen ft, ns Waidhofener Kartell 14

Legende: ft=farbentragend; ff=farbenführend (=nicht farbentragend); schw=schwarz (hat keine Farben). ps=pflichtschlagend; fs=fakultativ schlagend; ns=nichtschlagend

Von den 1880er Jahren bis 1933 (Deutschland) bzw. 1938 (Österreich) existierten auch jüdische Studentenverbindungen, die als Reaktion auf zunehmende antisemitische Ausgrenzungsversuche seitens der bestehenden Studentenverbindungen gegründet wurden. Vorher konnten Juden in den meisten Verbindungen problemlos Mitglied werden. Prinzipienbedingte Ausnahmen galten natürlich für die christlichen Studentenverbindungen. Nach dem Ende des Nationalsozialismus kam es zu keinen Wiedergründungen.

Aufbau

Die Aktivitas und das Conventsprinzip

Eine Verbindung gliedert sich in studierende und berufstätige Mitglieder. Die Aktivitas (bei Corps: Corpsburschen-Convent) ist die Organisationsform der studierenden Mitglieder. Sie ist meist als nicht eingetragener Verein organisiert, der nicht rechtsfähig ist. Die Mitglieder treffen ihre Entscheidungen demokratisch in Conventen. Sie wählen dort in jedem Semester einen Vorstand (häufig Chargia genannt), der sich meist aus drei „Chargierten“ oder „Chargen“ zusammensetzt, und den „Fuchsmajor“, der für die Neulinge (Füchse) verantwortlich ist. Alle Amtsinhaber können jederzeit, auch kurzfristig, abgewählt werden.

Aus historischen Gründen sehen die Convente für sich auch eine Art Aufsichtspflicht für ihre Mitglieder (siehe Comment), die bei Verstößen gegen gemeinsam und demokratisch festgesetzte Regeln Bestrafungen vorsieht. Dazu gehören geringfügige Geldstrafen in die Gemeinschaftskasse („Beireitungen“, „Frequenzen“, „Beifuhren“, „Poen“), aber auch „protokollarische Strafen“ („Verweise“ etc.) sowie den zeitweisen oder endgültigen Ausschluss aus der Verbindung („Dimission“).

Besonders in großen Dachverbänden ist es üblich, dass einzelne Verbindungen mit mehreren Verbindungen an jeweils anderen Studienorten befreundete Verhältnisse abschließen - durchaus schriftlich mit Vertrag. So erhalten die Aktiven die Gelegenheit, bei gegenseitigen Besuchen andere Universitätsstädte in anderen geographischen Regionen kennen zu lernen und ihren Horizont zu erweitern. Viele Arten von Verbindungen erlauben ihren Mitgliedern, nach Studienortwechseln bei anderen Verbindungen (in der Regel desselben Dachverbandes, vorzugsweise bei befreundeten Verbindungen) eine weitere Mitgliedschaft einzugehen. Bei farbentragenden Verbindungen werden dann lebenslang zwei Bänder gleichzeitig getragen („Zwei-Farben-Bruder“, „Zweibändermann“ etc.). Einige Verbindungen schließen weitere Mitgliedschaften grundsätzlich aus.

Aufgrund ihres Selbstverständnisses als selbstverwaltete studentische Zusammenschlüsse sehen sich die Convente der Studentenverbindungen als autonom an. Sie betrachten sich als unabhängig von staatlichen und universitären Autoritäten, von Parteien und anderen politischen oder gesellschaftlichen Gruppen. Das hat in der Geschichte auch zu Konflikten mit dem Staat geführt. So waren die Verbindungen im Zuge der Karlsbader Beschlüsse (1819-1848) verboten, ebenso während der nationalsozialistischen Herrschaft ab 1935 und in der DDR.

Die Aktivitates der meisten Verbindungen können heute über ein eigenes Haus oder eine Wohnung (Korporationshaus) zum Treffen und Wohnen verfügen. Verbindungen, die nicht darüber verfügen, treffen sich regelmäßig in öffentlichen oder gemieteten Versammlungsräumen (in Deutschland Konstante, in Österreich Studentenbude genannt). Der Erwerb und der Betrieb der Immobilien wird von den „Alten Herren“ finanziert, was niedrige Mieten für Studentenzimmer ermöglicht.

Fuchsenzeit und Burschenzeit

Personen, die einer Verbindung beitreten möchten, werden bis zum Eintritt oft „Spefüchse“ (von lat. spes, "Hoffnung") oder „Finken“ genannt. Beim Eintritt in eine Verbindung macht der Student oder die Studentin eine Probezeit durch. Als „Fuchs“ oder „Fux“ bezeichnet, kann er/sie die Verbindung mit weniger Rechten, aber auch weniger Pflichten unverbindlich kennen lernen. Er/sie wird mit den Traditionen und Werten seiner Verbindung vertraut gemacht und lernt befreundete Verbindungen kennen. Das dauert ein bis zwei Semester und endet mit der „Burschung“, (in manchen Dachverbänden: „Rezeption“/„Reception“), womit man „(Corps-)Bursche“ (Vollmitglied) wird. Bei vielen gemischten Verbindungen wird „Fuchs“ oder „Bursch“ als nicht geschlechtspezifischer Status betrachtet, weswegen auch Frauen „geburscht“ werden.

Diese Vollmitglieder übernehmen die Hauptverantwortung des Aktivenlebens: Ämter (Chargen), Gastgeberrolle bei Veranstaltungen, Leitung verschiedener Convente oder Repräsentationspflichten bei Besuchen. In dieser Zeit werden in „schlagenden“ Verbindungen die Mensuren gefochten (siehe unten).

Die restliche Zeit seines Studiums (beispielsweise in lernintensiven Phasen) ist der Verbindungsstudent jedoch Inaktiver und kann sich auf seinen Studienabschluss konzentrieren.

In der Regel benötigt eine Verbindung mindestens drei „aktive“ Mitglieder zur Aufrechterhaltung des Aktivenbetriebs. Wenn diese Zahl unterschritten wird und durch „Reaktivierungen“ von „Inaktiven“ nicht ausgeglichen werden kann, muss die Verbindung „suspendieren“, das heißt, den Aktivenbetrieb schließen und sich auf Veranstaltungen der berufstätigen Mitglieder (Alte Herren) beschränken. Wenn wieder genügend Nachwuchs vorhanden ist, kann sich die Verbindung wieder „rekonstituieren“, also den Aktivenbetrieb wieder aufnehmen. Das ist manchmal noch nach Jahrzehnten der Suspension möglich.

Alte Herren und der Lebensbund

Ehemalige Studenten heißen unabhängig von ihrem Lebensalter „Alter Herr“, „Alte Dame“ oder „Hohe Dame“. Sie bilden gemeinsam das Philisterium. Das sind meist eingetragene Vereine (e.V.). Für die Aufnahme ist eine gesicherte Lebensstellung Voraussetzung, d.h. der oder die Betreffende sollte eine feste Arbeitsstelle gefunden haben.

Alte Herren haben zwar aufgrund von Familie und Beruf weniger Zeit als die Aktiven, können den Bund aber finanziell unterstützen: durch Jahresbeitrag und Spenden, vor allem aber durch den Unterhalt des Korporationshauses. Besonders Engagierte können auch Ämter im Altherrenverband und im Dachverband übernehmen.

Alte Herren und aktive Studenten treffen sich auf Veranstaltungen des eigenen Bundes, etwa beim Stiftungsfest oder bei Tagungen des jeweiligen Dachverbandes.

Das Lebensbund-Prinzip bedeutet eine lebenslange Verpflichtung, für alle Mitglieder der eigenen Verbindung einzustehen. Entgegen ursprünglichen Konzepten aus der Zeit um 1800 erlaubt es heute jedoch auch freiwillige Austritte oder - bei schwerwiegendem Fehlverhalten - den zeitweisen oder endgültigen Ausschluss aus der Verbindung. Ausgetretene Mitglieder können die Wiederaufnahme in das Philisterium beantragen.

Dachverbände

Die meisten Studentenverbindungen sind in Dachverbänden zusammengeschlossen, deren Zweck die gemeinsame Erreichung von festgelegten Zielen ist. Dazu gibt es verschiedene Arten: Manche Dachverbände sind lockere Zusammenschlüsse, die ihren Einzelverbindungen weit reichende Freiheiten lassen. Andere dienen hauptsächlich der Wahrung gemeinsamer, demokratisch festgelegter Prinzipien. Wieder andere verstehen sich als ein großer Bund mit Dependancen in verschiedenen Universitätsstädten. Daneben gibt es „verbandsfreie Verbindungen“, die keinem Dachverband angehören.

Viele deutsche Dachverbände haben sich wiederum zu zwei übergeordneten Interessenvertretungen vereint: Der Convent Deutscher Korporationsverbände (CDK) umfasst die Aktivenverbände von 11 Korporationsverbänden und damit etwa 200 Studentenverbindungen mit etwa 4.000 Studenten. Im Convent Deutscher Akademikerverbände (CDA) finden sich die Altherrenschaften von 15 Korporationsverbänden, zusammen. Er vertritt etwa 500 Altherrenschaften mit etwa 50.000 Mitgliedern.

Zum christlichen Europäischen Kartellverband (EKV) gehören die katholischen Korporationsverbände CV, KV, RKDB, TCV, der UV sowie nicht-deutsche Korporationsverbände.

(Siehe auch: Liste der Dachverbände von Studentenverbindungen)

Äußere Kennzeichen und Feiern

Alle Studentenverbindungen haben einige der folgenden äußeren Erkennungszeichen. Diese sind historisch gewachsen: So stammen die Farben oft aus der Heraldik, die Zirkel aus dem mittelalterlichen Handwerk und die Feiern aus den Bräuchen der Freimaurer.

Image:Burschenmuetze_Corps_Hannovera.jpg|Studentenmütze Corps Hannovera Hannover Bild:Zirkel_Corps_Borussia_Bonn.jpg|Zirkel Corps Borussia Bonn Bild:FcA-Wappen-400.jpg|Wappen der K.D.St.-V. Franconia Aachen von 1998

Farben

Hauptartikel: Couleur

Als farbentragend werden Studentenverbindungen bezeichnet, deren Mitglieder (zumindest bei offiziellen Veranstaltungen) ein Band und eine Kopfbedeckung (Studentenmütze) in den Farben ihrer Verbindung (Couleur) tragen.

Die von vielen Burschenschaften, aber auch einigen anderen Verbindungstypen häufig getragene Farbkombination Schwarz-Rot-Gold ist historischer Ausdruck des Wunsches nach Einigung der deutschen Länder in einem demokratischen Staat und wurde erstmals 1815 von der Urburschenschaft verwendet. (siehe auch: Flagge Deutschlands und Schwarz-Rot-Gold).

Daneben existieren seit 1857 sogenannte farbenführende Verbindungen, deren Mitglieder kein Couleur tragen. Die Farben dieser Verbindungen finden sich dann häufig in dem Wichs und in Couleurgegenständen wie z.B. den so genannten Zipfeln. Manche nicht-farbentragende Verbindungen in Süddeutschland und in Österreich tragen zwar ein Band, aber keine Studentenmütze.

Einige Studentenverbindungen tragen weder Farben, noch führen sie Farben. Diese Verbindungen werden als schwarze Verbindungen bezeichnet.

Zirkel

Hauptartikel: Zirkel (Studentenverbindung)

Der Zirkel ist eine monogrammartige Verschlingung von Buchstaben und enthält in der Regel die Anfangsbuchstaben des Verbindungsnamens und des Wahlspruches der Verbindung. Oft sind die Buchstaben v, c und f enthalten, was sich aus „Vivat circulus fratrum“ (lat. „es lebe der Kreis der Brüder“) zusammensetzt. Die Zirkel der heutigen Studentenverbindungen haben ihren Ursprung in kryptographischen Kürzeln, mit denen die Mitglieder der Studentenorden des 18. Jahrhunderts in schriftlichen Dokumenten ihre Ordenszugehörigkeit zum Ausdruck brachten. Bei manchen, insbesondere bei christlichen Studentenverbindungen, bedeuten die Buchstaben v, c und f „Vivat, crescat, floreat“.

Wappen

Hauptartikel: Studentenwappen

Das Studentenwappen ist eine nicht streng den heraldischen Regeln folgende Form der Wappen und kam um das Jahr 1800 in Gebrauch. Oft wird der Schild in vier Felder geteilt, bei Burschenschaften meist durch ein Kreuz. Diese Felder werden mit verschiedenen nichtheraldischen Identitätssymbolen der Verbindung ausgefüllt, zum Beispiel mit den Farben der Verbindung, mit dem Bundeszeichen, dem Zirkel, mit Hinweisen auf die Universitätsstadt, aber auch mit regionalen heraldischen Elementen. Dazu kommen weitere Symbole für Freundschaft und Ewigkeit, die teils aus der Freimaurerei, teils direkt aus der Antike übernommen wurden.

Feiern

Verbindungen legen seit jeher großen Wert auf gesellschaftliche Veranstaltungen und Feiern aller Art für ihre Mitglieder. Studenten lebten schon früher oft weit von ihren Familien entfernt und konnten ihre frei verfügbare Zeit selbstständiger gestalten und ohne elterliche Aufsicht mit ihren Vorlieben ausfüllen. Ein wichtiger Erwerbszweig in Universitätsstädten war daher schon immer die Gastronomie. Der alltägliche Konsum alkoholischer Getränke war für die meisten Studenten üblich. Dazu bildeten sich allmählich spezielle studentische Veranstaltungsformen heraus.

Traditionelle Namen dafür sind etwa „Kneipe“ und „Kommers“, aber auch heute in Vergessenheit geratene Begriffe wie „Hospicium“ oder „Kränzchen“. Essen, Trinken und Rauchen waren darin bis zum frühen 19. Jahrhundert gleich wichtig.

Mit der Zeit kamen so immer mehr Neuerungen in studentisches Brauchtum. Sie verballhornten nun zum Teil auch ihre eigenen Riten: So entstand der „Bierjunge“ als Persiflage des studentischen Duells und der Mensur.

Einige dieser Formen haben sich bis heute gehalten, fortentwickelt und werden in zeitgemäßer Form weiter gepflegt. So hat fast jede Verbindung alle oder mehrere der folgenden Veranstaltungen in ihrem Semesterprogramm:

  • Kneipe: Dies ist eine traditionelle Feier, die in einem festgelegten Rahmen (Kneip-Comment) gestaltet wird. Es werden Reden gehalten und Lieder gesungen sowie meist Bier manchmal auch Wein getrunken. Im so genannten inoffiziellen Teil einer Kneipe werden meist auch „Biermimiken“ von den Teilnehmern der Kneipe vorgetragen; dies sind amüsante Reden, Dialoge oder Dichtungen.

  • Kommers: Dies ist die festliche und repräsentative Form der studentischen Kneipe. Kommerse finden typischerweise bei Stiftungsfesten (s. u.), Stadt- oder Universitätsjubiläen statt. Dabei wird zu besonderen Anlässen ein „Landesvater gestochen“. Hierbei gibt es Unterschiede, wie oft der Landesvater gestochen wird: Es gibt Verbindungen, wo dies jährlich geschieht, andere Verbindungen üben diesen Brauch nur alle fünf Jahre aus. Hierbei gilt der Leitsatz, dass ein Verbindungsstudent nur einen Landesvater im Jahr stechen sollte.

  • Stiftungsfest: Dies ist die Feier zu jedem Jahrestag der Gründung einer Studentenverbindung. Gesellschaftlicher Höhepunkt dabei ist der Stiftungsfestball.

  • Kongress/Verbandsfest/Verbandstagung: Dies ist die zentrale Veranstaltung eines Dachverbandes mit Arbeitssitzungen (Kongress) und gesellschaftlichen Bestandteilen (meist Kommersen und Bällen), die meist einmal jährlich oder alle zwei Jahre stattfindet.

Diese traditionellen Veranstaltungsformen finden bei einigen Verbindungen ohne weibliche Gäste bzw. bei Damenverbindungen ohne männliche Gäste statt, dies variiert jedoch beträchtlich nach Verbindung und/oder Verband. Veranstaltungen der traditionellen Art sind heute ohnehin in der Minderzahl gegenüber gemischten Veranstaltungen. Den Semesterverlauf füllen heutige Verbindungen überwiegend mit modernen Formen zwangloser Feste, die in der Regel mit Partnern und anderen Gästen in kleinem oder größerem Kreis stattfinden. Inzwischen laden viele Verbindungen mindestens einmal im Jahr alle Studenten zu einer großen Party ein, die dann oft mit mehreren hundert Teilnehmern gefeiert wird. Dazu wird das Korporationshaus, über das heute praktisch alle deutsche Verbindungen verfügen, für nichtkorporierte Besucher geöffnet.

Weitere Veranstaltungen sind primär auf die jeweiligen Schwerpunkte der Studentenverbindung ausgerichtet. So veranstalten Burschenschaften und wissenschaftliche Studentenverbindungen eine Reihe von wissenschaftlichen Abenden, musische Verbindungen Gesangsabende oder Konzerte, sportlich orientierte Verbindungen (wie Akademische Segelvereine oder Ruderverbindungen) sportliche Aktivitäten und christliche Studentenverbindungen religiöse Feiern.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte der Studentenverbindungen

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Landshuter Burschengarderobe um 1806 (Stammbuchzeichnung)
Bildherkunft

Studentenverbindungen im heutigen Sinne entwickelten sich an deutschsprachigen Universitäten seit etwa 1800. Aus dem 18. Jahrhundert wurde auch das studentische Fechten übernommen, weitergeführt und im Laufe des 19. Jahrhunderts zur Mensur weiterentwickelt.

Entstehung der frühen Corps

Die Corps, die früheste Form der heutigen Verbindungen, verbanden gegen Ende des 18. Jahrhunderts äußere Elemente der Orden - straffes Reglement, verbindliche Zusammengehörigkeit, geheime Identitätsymbole - mit denen der alten Landsmannschaften - lateinische Landesnamen, farblich einheitliche Kleidung (Vorläufer der Couleurs). Das Streben nach Verbindlichkeit und demokratischen Strukturen im Sinne des deutschen Idealismus legte den Grundstein für die Entwicklung der für den deutschen Sprachraum typischen Studentenverbindungen.

Die Urburschenschaft

Innerhalb der frühen Corps regten sich nach den Befreiungskriegen Bestrebungen, die landsmannschaftliche Gliederung der Studenten an den Universitäten abzuschaffen und alle Studenten („Burschen“) in einer einheitlichen „Burschenschaft“ zusammenzuführen. Auch in der Politik sollte die Kleinstaaterei zugunsten eines vereinten Deutschlands abgeschafft werden.

Die Bewegung breitete sich ab 1815 von Jena über den gesamten deutschen Raum aus und stellte sich in Gegensatz zu den frühen Corps. Bei einem Treffen von etwa 500 Studenten auf der Wartburg am 18. Oktober 1817 trat diese Bewegung zum ersten Mal öffentlich in Erscheinung. Während der Zusammenkunft kam es auch zu einer ursprünglich nicht geplanten Verbrennung von mit Symbolen beladenen Gegenständen und von Büchern durch eine Gruppe besonders radikaler Studenten. Bald nach dem Wartburgfest zeichnete sich aber ab, dass ein deutschlandweiter Zusammenschluss aller Studenten (Allgemeine Deutsche Burschenschaft) nicht gelingen konnte.

Nach antisemitischen Hassausbrüchen und einem politischen Mord durch den Burschenschafter Sand verbot der Deutsche Bund 1819 alle selbstverwalteten studentischen Zusammenschlüsse. Diese Karlsbader Beschlüsse galten bis 1848. Die regelmäßigen Verfolgungen hinderten jedoch weder die Corps noch die Burschenschaften an ihrer Ausbreitung und Weiterentwicklung.

Veränderungen um 1848

Schon vor den Revolutionen von 1848 bildeten sich die ersten betont christlichen Studentenverbindungen. Denn viele Studenten vermissten das christlich-religiöse Element in ihrem Gemeinschaftsleben. Sie waren auch die ersten, die das studentische Fechten ablehnten. 1836 verzichtete die neu gegründete Uttenruthia zu Erlangen von Beginn an auf Duell und Mensur. Das war damals geradezu revolutionär.

Zugleich bildete sich im Umfeld der politischen Emanzipation des Bürgertums die so genannte „Progressbewegung“ an den Hochschulen, die die studentischen Traditionen abschaffen bzw. an die bürgerliche Kultur der Zeit anpassen wollte. Aus ihnen bildeten sich teilweise heute noch existierende Turnerschaften, Sängerschaften und eine neue Art von Landsmannschaften, die aber mittlerweile die alten Traditionen wieder angenommen hatten.

1848 erzwang die erste demokratische Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche die Aufhebung der Karlsbader Beschlüsse. Aus verbotenen „Untergrundorganisationen“ wurden jetzt Zusammenschlüsse der akademischen Elite und es entfaltete sich die ganze Bandbreite der heute existierenden Studentenverbindungen. Auch die "ehemaligen Mitglieder" bekannten sich nun zu ihrem früheren Studentenbund. Die so mögliche engere Verbindung war die Basis für die späteren Altherrenvereine. An den Gymnasien und Oberrealschulen formierten sich Schülerverbindungen.

Ab etwa 1850 entwickelte sich aus dem studentischen Duellwesen die Bestimmungsmensur, ein Fechten mit scharfen Waffen, das nicht mehr der Bereinigung von Ehrenhändeln diente, sondern der Charakter- und Persönlichkeitsbildung.

Die Kaiserzeit

Sowohl das deutsche als auch das Habsburger Kaiserreich wurde vom Großbürgertum und Adel beherrscht und geprägt. Gemeinsame Mitgliedschaften in Verbindungen versprachen sozialen Aufstieg. Die besonders in Österreich-Ungarn der Kaiserzeit kastenartig soziale Schichtung, die eine große Rolle in der Machtbalance des Vielvölkerstaates spielte, erzeugte allerdings auch Abgrenzungen und Rivalitäten zwischen Studentenverbindungen.

Der Antisemitismus und Nationalismus ergriff auch Studentenverbindungen. Besonders im Österreich-Ungarischen Kaiserreich und unter dem antisemitisch agitierenden langjährigen Bürgermeister Wiens, Karl Lueger, verband sich politischer Katholizismus, religiös motivierter Antisemitismus und Nationalismus. Stefan Zweig schrieb im Rückblick: Was für den Nationalsozialismus die SA-Männer leisteten, das besorgten für die Deutschnationalen die Corpsstudenten, die unter dem Schutze der akademischen Immunität einen Prügelterror ohnegleichen etablierten und bei jeder politischen Aktion auf Ruf und Pfiff militärisch organisiert aufmarschierten. Zu so genannten ›Burschenschaften‹ gruppiert, zerschmissenen Gesichts, versoffen und brutal, beherrschten sie die Aula ... mit harten, schweren Stöcken bewaffnet...; unablässig provozierend, hieben sie bald auf die slawischen, bald auf die jüdischen, bald auf die katholischen, die italienischen Studenten ein und trieben die Wehrlosen aus der Universität. Bei jedem ›Bummel‹ ... floß Blut. Die Polizei ... durfte sich ausschließlich darauf beschränken, die Verletzten, die blutend von den nationalen Rowdys die Treppe hinab auf die Straße geschleudert wurden, fortzutragen.1) Reaktionen auf den Antisemitismus und das Ausmaß des Antisemitismus in Verbindungen unterschieden sich dabei von Dachverband zu Dachverband und innerhalb dieser von Verbindung zu Verbindung. Auch veränderte sich in einem Dachverband die Ansicht zum Antisemitismus häufig im Laufe der Jahre mehrmals. Erstmals 1817 gab es Ausgrenzungen von Juden, die in der Zeit um 1880 nochmals eine Spitze erreichten.

Nachdem die meisten Verbindungen jüdische Studenten ausschlossen, gründeten sich die ersten jüdische Studentenverbindungen. Neben den meisten jüdischen Studentenverbindungen, deren Mitglieder sich ausdrücklich als Deutsche jüdischen Glaubens verstanden, gab es auch zionistische Verbindungen, die Hoffnungen auf einen zukünftigen jüdischen Staat setzten und den Ideen Theodor Herzls nahe standen.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts begannen sich auch die nicht-korporierten Freistudenten in so genannten Finkenschaften als „Verein der Vereinslosen“ zu organisieren und die Einrichtung gesamtstudentischer Vertretungen auf der Basis allgemeiner Wahlen einzufordern.

Um 1900 wurden schrittweise Frauen zum regulären Universitätsstudium zugelassen. Schon 1899 bildeten sich die ersten Zusammenschlüsse von Studentinnen, von denen einige verbindungsähnlichen Charakter hatten (siehe Damenverbindung).

Der Erste Weltkrieg brachte auch vielen Studenten und Akademikern die Einberufung. Das Universitätsleben kam praktisch zum Erliegen. Nur zum Teil konnten der Aktivenbetrieb mühsam aufrechterhalten werden. Dennoch bejahten alle Verbindungen den Krieg als Dienst „für's Vaterland“ und trugen ihn mit.

Weimarer Republik

Der noch nicht gewählte Reichskanzler Friedrich Ebert ließ sogenannte Freikorps aufstellen, um die von der provisorischen Regierung beschlossene Sozialisierung der Wirtschaft zu verhindern und zu erwartende Massenstreiks niederzuschlagen. Diese Freikorps bestanden aus Kriegsheimkehrern des Ersten Weltkrieges und waren ein Sammelbecken für monarchistische und rückwärtsgewandte Kräfte. Ihnen und den regulären Freiwilligen-Verbänden der Reichswehr gehörten auch Mitglieder von Studentenverbindungen an.

Doch die meisten Studenten kehrten wieder an die Universitäten zurück, wo sie ihre Traditionen neu aufleben ließen. Die Studentenverbindungen - auch die eigentlich unpolitischen - bekannten sich weiterhin zu konservativen und nationalen Ideen und hatten einen Zulauf wie nie zuvor. Ein Teil ihrer Mitglieder lehnte - wie ein Großteil der Bevölkerung - die neue Republik ab. Parteipolitische Aktivitäten blieben jedoch Sache des Einzelnen. Aber ein großer Teil der Korporierten propagierte von nun an die republikfeindliche Konservative Revolution. Davon traten viele später der Partei Hitlers, der NSDAP bei. 1920 beschloss die „Deutsche Burschenschaft“ auf dem Eisenacher Burschentag den Ausschluss aller Juden und mit Juden Verheirateten. In Folge übernahmen viele Verbindungen eine Vorreiterrolle bei der Ausgrenzung der Juden aus dem akademischen und sonstigen öffentlichen Leben.

1921 beschlossen schlagende und nichtschlagende Studentenverbindungen das Erlanger Verbände- und Ehrenabkommen. Dieses bot erstmals eine Basis zur Beilegung von Streit zwischen diesen Gruppen.

Drittes Reich

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Verbot der letzten Korporationsverbände durch Himmler
Bildherkunft

Die NSDAP bemühte sich schon früh um studentische Mitglieder und gründete 1926 den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund (NSDStB), dem viele Studenten beitraten. Bereits 1931 übernahm der NSDStB, der in Konkurrenz zu den hochschulpolitischen Gruppierungen der schlagenden und nichtschlagenden Korporationen stand, die Führung in der Deutschen Studentenschaft. Ab 1934 wurde unübersehbar, dass die Nationalsozialisten die Studentenverbindungen nicht von der Gleichschaltungspolitik ausnehmen würden.

Der NSDStB organisierte seine Mitglieder in örtlichen „Kameradschaften“ und strebte ihre Kasernierung in einem jeweils zu schaffenden „Kameradschaftshaus“ an. Dieses Ziel wurde nun auf alle Studenten übertragen. Die „Ariergesetze“ sollten in allen bis dahin noch bestehenden Verbindungen rigoros durchgesetzt werden. Viele betroffene Verbindungen versuchten sich dem zu entziehen, so dass ihnen zum Schluss nur noch die freiwillige Einstellung des Aktivenbetriebes (Suspension) übrig blieb oder das Aufgehen in einer Kameradschaft. Zwischen 1934 und 1936 hatten sich die Studentenverbindungen entweder selbst aufgelöst oder waren zwangsaufgelöst worden. Die Altherrenverbände existierten noch bis etwa 1938. Da die Nationalsozialisten die Alten Herren zur Finanzierung der Kameradschaften und die Korporationshäuser brauchten, tarnten sich einige Verbindungen als Kameradschaften, um so trotz strengen Verbots möglichst viele alte Werte und Sitten heimlich weiter zu vermitteln. Danach waren praktisch alle Studenten Mitglieder in den nun zahlreich gegründeten Kameradschaften.

Eine Reihe von ehemaligen Verbindungsstudenten machten Karriere in Hitlers Partei und Staat. Andere beteiligten sich an Widerstandsversuchen. Sie gehörten zum inneren Führungskreis der Attentäter des 20. Juli 1944, zum Kreisauer Kreis, zur Bekennenden Kirche oder starben als Einzelkämpfer in Gestapohaft.

Nachkriegszeit

Nach 1945 verboten die alliierten Militärregierungen alle deutschen Vereinigungen, die vor 1945 existiert hatten, so auch die Studentenverbindungen. Für Studentenverbindungen wurde dieses generelle Verbot 1950 aufgehoben. Ab etwa 1947 versuchten sich einige Studentenverbindungen in Westdeutschland und Österreich wiederzugründen. Bis 1950 war die Wiederbelebung des Korporationswesen sehr weit fortgeschritten.

1949 erklärte die Westdeutsche Rektorenkonferenz (WRK) in ihrem Tübinger Beschluss: „Im Bilde der kommenden studentischen Gemeinschaft wird kein Platz mehr sein für Veranstaltungen von Mensuren, die Behauptung eines besonderen Ehrbegriffs, die Abhaltung geistloser und lärmender Massengelage, die Ausübung einer unfreiheitlichen Vereinsdisziplin und das öffentliche Tragen von Farben.“ Viele Universitäten änderten ihre Hochschulordnungen entsprechend der Forderungen der WRK. Das Verbot von Korporationen durch Universitäten wurde einige Jahre später vor Gericht für unrechtmäßig erklärt.

Aufgrund der Schwierigkeiten und der ablehnenden Haltung von verschiedenen Seiten wurden die ersten Mensuren nach dem Zweiten Weltkrieg denn auch heimlich und mit ungeklärter Rechtslage gefochten. Der Göttinger Mensurenprozess, eine gerichtliche Auseinandersetzung, die bis vor den Bundesgerichtshof getragen wurde, schaffte 1953 Klarheit. Die Mensur ist seitdem straffrei, wenn sie nicht zum Austragen von Ehrenhändeln dient und wenn die verwendeten Schutzwaffen sicherstellen, dass tödliche Verletzungen ausgeschlossen sind. Der Verzicht auf die Austragung von Ehrenhändeln mit der Waffe wurde dann auch gegenüber dem damaligen deutschen Bundespräsidenten Theodor Heuss bei einem persönlichen Treffen 1953 von den Delegationen aller maßgeblichen mensurschlagenden Verbände bestätigt.

In der DDR galten Studentenverbindungen als typisches Relikt der alten herrschenden Klassen und wurden nicht geduldet. Erste zaghafte Bestrebungen, alte studentische Traditionen wiederzubeleben, gab es bereits in den 1960er Jahren. In den frühen 1980er Jahren gründeten sich meist unter dem Deckmantel historischer oder Fechtvereine und unter strenger Beobachtung durch das Ministerium für Staatssicherheit erste neue Studentenverbindungen. (Siehe auch: DDR-Studentenverbindung, Rudelsburger Allianz)

Die Studentenbewegung

Mit der seit 1965 aufkommenden Studentenbewegung erwuchs den Verbindungen starke Konkurrenz. Die Rebellion der 68er Generation richtete sich gegen den „Muff" des Bildungsbürgertums, gegen die mangelnde Bewältigung und Aufklärung des Nationalsozialismus und gegen die Verstrickung eines Teils des universitären Lehrkörpers in diese totalitäre Herrschaft.

An diesen Bestrebungen hatten die konservativen deutschen Studentenverbindungen keinen Anteil. Auch ihre Vergangenheit, ihr Verhalten besonders in der Zeit des Aufstiegs der NSDAP, aber auch ihre sonstigen Sitten und Gebräuche wurden Ziel studentischer Kritik. Darauf reagierten einige Verbindungen umso mehr mit der Bewahrung studentischer Traditionen. Daraus stammt ein Teil der heutigen Vorbehalte an manchen Universitäten gegen Studentenverbindungen.

Diese mussten seit 1968 einen relativ starken Rückgang des Anteils an Korporierten und der absoluten Mitgliederzahlen hinnehmen. Viele Verbindungen mussten sich vertagen. Einige, die bisher nur Männer aufnahmen, versuchten sich durch die Aufnahme von Frauen zu stabilisieren. Dies scheiterte jedoch in den meisten Fällen. Die rückläufige Entwicklung kam aber in den 1980er Jahren zu einem Stillstand und kehrte sich schließlich um. Viele Verbindungen, die seit 1970 vertagt wurden, haben ihren Aktivenbetrieb wieder aufgenommen.

Die deutsche Einheit, Europäisierung und Globalisierung

Nach der Wende von 1989 wurde es auch auf dem Gebiet der ehemaligen DDR wieder möglich, die früher hier ansässigen Studentenverbindungen, die in der Nachkriegszeit in den Westen gegangen waren, an den Heimatuniversitäten neu zu beleben. Viele Verbindungen gingen diesen Weg; es kam aber auch zu einigen Neugründungen.

Mittlerweile gibt es auch Bestrebungen auf europäischer Ebene, mit Studentenverbindungen in anderen Ländern zusammen zu arbeiten. Beispiele hierfür sind der 1975 gegründete Europäische Kartellverband, der erste Weltkorporationstag 2002 sowie der jährlich stattfindende „Gesamtbaltische Völkerkommers“.

Obwohl heute noch einige Verbindungen (vorwiegend in der Deutschen Burschenschaft) aufgrund ihrer „Verbundenheit mit dem deutschen Volk“ nur ethnische Deutsche als Mitglieder aufnehmen, nehmen die meisten Verbindungen ganz selbstverständlich auch ausländische Mitglieder auf.

Verbindungen in anderen deutschsprachigen Ländern

Für Studentenverbindungen in nicht-deutschsprachigen Ländern siehe: Studentenverbindungen in nicht-deutschsprachigen Ländern

Auch wenn sich die Studentenverbindungen im deutschsprachigen Raum über die Landesgrenzen hinweg stark ähneln, so gibt es dennoch einige Besonderheiten, auf die im Folgenden eingegangen wird.

Liechtenstein

In Liechtenstein gibt es zwar vier Einrichtungen des tertiären Bildungssektors (Universität für Humanwissenschaften, Internationale Akademie für Philosophie, Liechtenstein-Institut, Fachhochschule Liechtenstein), aber die meisten Studenten absolvieren ihr Studium im Ausland, vorwiegend in Österreich und der Schweiz. In Liechtenstein gibt es aber eine katholische Ferialverbindung, die L.A.V. Rheinmark Vaduz. In ihr finden sich vornehmlich liechtensteinische Studenten zusammen, wenn sie in den Ferien von ihrem Universitätsort in ihr Heimatland zurückkommen.

Österreich

Die Studentenverbindungen in Österreich sind im Großen und Ganzen mit den Verbindungen in Deutschland vergleichbar. Die gesellschaftspolitische Relevanz ist (war) allerdings größer. So entstammen fast alle Bundeskanzler der ersten Republik katholischen CV-Verbindungen. Der ÖCV hat sich nach Machtübernahme Hitlers vom CV abgespalten, als gegen einen Beschluss der Vollversammlung die CV-Verbindungen in Deutschland diesem die Treue versicherten. Engelbert Dollfuß, Begründer des autoritären Ständestaates, war zum Zeitpunkt seiner Ermordung Philistersenior seiner Studentenverbindung KÖHV Franco Bavaria (Wien). Teils posthum wurde ihm von fast allen Verbindungen des Österreichischen Cartellverbands (ÖCV) die Ehrenmitgliedschaft (Bandphilister h.c.) verliehen. Auch viele Regierungsmitglieder, Landeshauptleute, sowie andere Politiker der 2. Republik waren/ sind Mitglieder von Studentenverbindungen.

Die Wiener Bürgermeister Karl Lueger und Michael Häupl waren Mitglied einer schlagenden Verbindung. Aus den Reihen der ÖVP wären nur als einzelne Beispiele der Nationalratspräsident Andreas Khol, Wirtschaftsminister Martin Bartenstein, Verteidigungsminister Günther Platter, die Landeshauptleute Herwig van Staa, Tirol, Erwin Pröll, Niederösterreich, etc., diverse Mitglieder von Landesregierungen (z.B. Elisabeth Zanon-zurNedden), Bürgermeister (z.B. Hilde Zach, Landeshauptstadt Innsbruck) zu nennen. Auch sind viele prominente Mitglieder der FPÖ, wie zum Beispiel Europaparlamentsabgeordneter Andreas Mölzer, Volksanwalt Ewald Stadler, die Nationalratsabgeordneten Werner Neubauer, Manfred Heimbuchner und Lutz Weinzinger, vom BZÖ Jörg Haider und Herbert Haupt Mitglied von (schlagenden) Schüler- und/oder Studentenverbindungen gewesen. Diese Liste ließe sich um vieles weiter führen.

Die Verbindungen Österreichs sind politisch insgesamt deutlich konservativer als jene in Deutschland. Außerdem sind sie untereinander tief in katholische und schlagende Verbindungen gespalten. Gemeinsame Auftritte bei universitären oder allgemein gesellschaftlichen Veranstaltungen sind dort nach wie vor (außer beim Ledersprung in Leoben) undenkbar. Die aggressive Ablehnung fand ihren traurigen Höhepunkt in der Ermordung des katholischen Innsbrucker Studenten Max Ghezze (Raeto-Bavaria) Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie hat sich heute in ein „nicht einmal ignorieren“ gewandelt. Einige österreichische Burschenschaften sind innerhalb der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG) organisiert, einem Zusammenschluss von 43 Burschenschaften innerhalb der Deutschen Burschenschaft (DB) und im Verband der Akademischen Burschenschaften in Österreich (DBÖ), der die Mensur für alle ihre Mitglieder im Gegensatz zur DB verpflichtend macht und zum Teil revisionistische und großdeutsche Standpunkte vertritt.

Manche Korporationsverbände wie der Cartellverband oder der nicht-farbentragende Kartellverband koexistieren als deutsche und österreichische Verbände, weisen aber gemeinsame Wurzeln und teilweise sogar eine gemeinsame Geschichte auf. Partiell kann bei den schlagenden, nationalen österreichischen Verbindungen eine besondere Verbundenheit mit Deutschland festgestellt werden.

Ungewöhnlich ausgeprägt ist in Österreich das Schülerkorporationswesen. Der größte Verband von Mittelschulverbindungen ist der Mittelschüler Kartell Verband (MKV). Österreichische Mittelschulverbindungen bezeichnen sich größtenteils auch als „Studentenverbindung“.

Schweiz

Studentische "Gesellschaften" lassen sich in der Schweiz mindestens auf das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Besonders ausgeprägt war die studentische Kultur aber nicht, weil es in der Schweiz als einzige traditionelle Volluniversität nur die katholische Universität Basel gab (gegründet 1460). Ansonsten gab es in der Schweiz nur kleinere Bildungseinrichtungen im Range von Akademien und Kollegien ohne Promotionsrecht. Viele Schweizer gingen zum Studium nach Deutschland, wo sie im frühen 19. Jahrhundert viele landsmannschaftlich ausgerichtete Corps mit Namen Helvetia gründeten, so in Freiburg im Breisgau (1815-1822, 1830-1834), Göttingen (1824-1829), Heidelberg (1811-1817, 1859-1862), München (1830-1831), Tübingen (1811-1816) und Würzburg (um 1805, 1820-1824).

Als in den frühen 1830er Jahren die protestantischen, kantonalen Volluniversitäten Zürich und Bern gegründet wurden, kamen die Schweizer wieder in ihr Land zurück und brachten die studentischen Bräuche aus Deutschland mit. In diesen Jahren begannen die ersten Schweizer Verbindungen Couleur zu tragen und Mensuren zu fechten. Mit Ausnahme von Heidelberg 1859-1862 gab es danach auch kein Corps Helvetia mehr an einer deutschen Universität.

Das Korporationswesen in der Schweiz ähnelt heute dem in Deutschland und Österreich, allerdings mit einem Unterschied: Die drei großen Dachverbände „Schweizerischer Zofingerverein (Zofingia)“, „Studentenverbindung Helvetia“ und der „Schweizerischer Studentenverein (StV)“, dem deutschen CV nahe stehend, wurden von Anfang an als Dachverband gegründet und entstanden nicht aus Zusammenschlüssen einzelner Verbindungen. Daneben gehörten ihnen von Anfang an Verbindungen an Universitäten und Schülerverbindungen an. Letztere sind in der Schweiz weitaus häufiger anzutreffen als in Deutschland. Zudem waren alle drei Verbände ebenfalls von Anfang an politische Vereine. Der Schweizerische Studentenverein war von Anfang an der CVP nahe, einer christlichen Partei der Mitte.

Darüber hinaus gibt es den Falkensteinerbund, der in einem Freundschaftsverhältnis zum Wingolf mit gegenseitiger Anerkennung steh. Daher ist es einem Wingolfiten ohne großen Aufwand möglich, in eine der vier Verbindungen des Falkensteinerbundes einzutreten (und umgekehrt).

Eine Besonderheit des Schweizerischen Korporationswesens liegt darin, dass auch an den Universitäten und Fachhochschulen im französischsprachigen Landesteil Verbindungen nach deutschsprachigem Vorbild existieren, deren Umgangssprache natürlich französisch ist. Es existiert neben den zweisprachigen Dachverbänden Zofingia, Helvetia, StV und Falkensteinerbund auch ein rein französischsprachiger Dachverband, die Stella Helvetica.

Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich ist eine deutschnationale Orientierung in den Schweizer Verbindungen kaum vorhanden.

Kritik

Unvereinbarkeitsbeschluss der SPD

Die traditionelle Skepsis und Gegnerschaft zwischen Sozialdemokratie und bürgerlichen Studentenverbindungen, vor allem den Burschenschaften, erfährt aktuell eine gewisse Neuauflage. Nach 1945 hatte die SPD bereits eine Unvereinbarkeit von Parteimitgliedschaft und Verbindungsmitgliedschaft beschlossen. Diese wurde aber nach Gesprächen mit studentischen Verbänden in den 1960er Jahren aufgegeben, auch weil sich die SPD im Rahmen ihres Godesberger Programms der politischen Mitte öffnen wollte.

Vor allem die Jungsozialisten hielten jedoch an der Distanz zu den Verbindungen fest; ihre Hochschulgruppen schlossen Verbindungsmitglieder in den letzten Jahren aus ihren Reihen aus. Im Bundestagswahlkampf 2005 kritisierten sie beabsichtigte Auftritte prominenter Parteimitglieder wie Friedhelm Farthmann und Egon Bahr bei verbindungsstudentischen Veranstaltungen. In einem offenen Brief an Egon Bahr hieß es dazu:

Burschenschaften behandeln Menschen ungleich, Frauen werden oft wegen ihres Geschlechts strukturell benachteiligt. Für viele Burschenschaften sind rassische Kriterien, Nationalität, sexuelle Orientierung, Religion oder die Wehrdienstverweigerung Ausschlusskriterien für eine Aufnahme. [...] Wir halten es für nicht akzeptabel, wenn Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten durch Reden vor Burschenschaften daran mitwirken, dass Burschenschaften an Einfluss gewinnen und ihr elitäres und undemokratisches Weltbild salonfähig wird.
Der Bundesparteitag der SPD in Karlsruhe beauftragte den Parteivorstand am 16. November 2005, zu prüfen, ob die „Mitgliedschaft in einer studentischen Burschenschaft oder in einem Corps“ grundsätzlich für unvereinbar mit der Mitgliedschaft in der SPD erklärt werden könne. Ein Delegierter begründete diesen Antrag in der Debatte so:
Wir brauchen keine Sexisten und Rassisten in der SPD.
Zudem sei in bestimmten Dachverbänden rechtsextremes und militaristisches Gedankengut verbreitet. Auch gehe es darum, Netzwerke zur Postenvergabe zu schaffen, ohne dass Qualifikation dabei eine Rolle spiele. Der SPD-Parteivorstand beauftragte daraufhin zunächst eine Projektgruppe „Rechtsextremismus“ mit der Vorbereitung eines Beschlusses „Burschenschaften und SPD“.

Nach Protesten verschiedener studentischer Verbände, darunter dem CDA, gegen den Antrag stellte die Projektgruppe klar, dass sich der zu fassende Beschluss der SPD ausschließlich auf Burschenschaften beziehen soll, die Mitglied des Dachverbandes Deutsche Burschenschaft (DB) seien.

Am 27. März 2006 konkretisierten Präsidium und Vorstand der SPD ihre Haltung gegenüber der Deutschen Burschenschaft und beschlossen, dass lediglich die Mitgliedschaft in einer Burschenschaft der Burschenschaftlichen Gemeinschaft - einem Kartell innerhalb der DB - nicht mit einer Mitgliedschaft in der SPD vereinbar ist. Der Parteirat muss diesem Beschluss aber am 24. April noch zustimmen. Von einem solchen Unvereinbarkeitsbeschluss wäre kein prominentes SPD-Mitglied betroffen.

In Reaktion auf die Diskussionen in der SPD und mit dem Ziel positiv auf das Verständnis zwischen Partei und Verbindungen einzuwirken, gründete sich im Juni 2006 der Lassalle-Kreis, ein unabhängiger Arbeitskreis korporierter Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten.

Selbstgewählte Prinzipien

Viele Verbindungen und Burschenschaften fordern seit ihren Anfängen einen bestimmten Wertekanon von ihren Mitglieder, der oft mit Dreiklängen wie z.B. „Freiheit, Ehre, Vaterland“ oder „Sittlichkeit, Humanität, Leistungswillen in Studium und Beruf“ umschrieben wird. Manche dieser Werte sehen viele Menschen heute als „ewiggestrig", mit dem Nationalismus verknüpft, vom Nationalsozialismus missbraucht und daher als Leitmotive nicht mehr geeignet an.

Die Interpretation dieses Wertekanons in der heutigen Zeit ist allerdings von Verbindung zu Verbindung sehr unterschiedlich. Diese verweisen auf die Weiterentwicklung, die die Interpretation ihrer Ideale bis heute erfahren hat. Zu Missverständnissen führt besonders, dass das Bekenntnis zum „Vaterland“ von Seiten der Verbindungen heute das Eintreten für den Staat mit seiner freiheitlichen und demokratischen Grundordnung oder das Bekenntnis zu einer „Vereinigung Europas in Freiheit“ (DB) bezeichnet. Daher ist für die Beurteilung nicht unerheblich, in welcher Weise Verbindungen ihre Werte aktiv vertreten.

Konservatismus
Der Burschenschafter Werner Lackner betrachtet die Mensur als „Willen zum heldischen Männerbund“ und zugleich als ein „Bekenntnis zur männlichen Gesellschaft“. Sie vertrage sich nicht mit der „sozialistischen Idee der Gleichheit“, wohl aber mit dem liberalen „Bekenntnis zur persönlichen Leistung, mit der nationalen Idee der Gemeinschaft und mit konservativen Elitevorstellungen“ bis hin zu einer „opferbereiten Gemeinschaftsideologie“.
Nationalismus
Von mehreren Seiten werden sehr häufig Studentenverbindungen im Zusammenhang mit nationalistischen Übergriffen genannt. Dieser Kritikpunkt wurde sehr häufig von einigen politischen Gruppen innerhalb der Verfassten Studierendenschaft, normalerweise im Zusammenhang mit der so genannten „Antifa“ stehend, aufgegriffen. Die beschriebenen Vorgänge ereignen sich allerdings, wie auch aus den Artikeln hervorgeht, in Teilen eines bestimmten Flügels (Burschenschaftliche Gemeinschaft) der Deutschen Burschenschaft; die beteiligten Korporationen werden von den Landesämtern für Verfassungsschutz in der Regel beobachtet. In absoluten Zahlen geht es nur um deutlich unter 100 Personen, der in Verfassungsschutzberichten genannt wird. Die Burschenschaftliche Gemeinschaft umfasst etwa 50 von etwa 1.300 deutschen Verbindungen, dies entspricht etwa 3,8%.

Frauenfeindlichkeit

Vor allem der Politologe Stephan Peters, ehemaliges Mitglied einer CV-Verbindung, beschreibt die Studentenverbindungen ohne Differenzierung als Brutstätten männlicher Ideologie: „Das Ziel der studentischen rechtskonservativ gesinnten Corps ist es, eine männliche Elite zu reproduzieren.“http://www.tectum-verlag.de... Hierbei vertritt Peters auch die Meinung, die Essenz des Männlichen sei der Nationalsozialismus mit den Symbolen von Schwert und Schild, und die Essenz des Weiblichen die Demokratie mit dem Symbol des Dolches, weswegen die Dolchstoßlegende eine Propaganda korporiert geprägter Männer gegen die Frauen gewesen sei. Damenverbindungen beschreibt Peters als „Freundinnen Korporierter, die sich zu Kaffeekränzchen treffen“.

Eine fundiertere Kritik mit ähnlicher Tendenz üben Kulturkritiker und Sozialwissenschaftler, etwa Norbert Elias und Dietrich Heither. Sie sehen Studentenverbindungen als männliche Seilschaften, die im universitären und wirtschaftlichen Bereich Postenschacher betrieben, Frauen den Aufstieg in Führungspositionen erschwerten und einen „virilen Habitus“ einübten, der zur Durchsetzungsfähigkeit und Wiederbelebung militaristischer Einstellungen in einer von Konkurrenzstrukturen beherrschten Gesellschaft diene.

Der geringe Frauenanteil wird von vielen Korporationen selbst als Manko angesehen, so dass sie zwar weiterhin keine Frauen aufnehmen, diesen aber als Verkehrsgästen Zugang zu Ihren Räumlichkeiten gewähren. Einige Korporationen unterstützen die Gründung von Damenverbindungen. Diese Bemühungen waren bisher wenig erfolgreich.

In diesem Kontext wird häufig verschwiegen oder abgetan, dass sich immer mehr gemischte Studentenverbindungen etablieren, in denen Männer und Frauen gleichberechtigte Mitglieder stellen. Zumeist haben diese Verbindungen sportliche, kulturelle oder musische Ausrichtung (beispielsweise Akademischer Turnbund (ATB) oder Sondershäuser Verband).

Seilschaften

Von verschiedenen Seiten der Verfassten Studierendenschaft wird das Lebensbund-Prinzip von Studentenverbindungen als ein System, mit dem gezielt Aufstiegschancen für Jungakademiker beeinflusst werden, dargestellt. Statt eigener Leistung seien die dort aufgebauten Beziehungen maßgeblich für die spätere Karriere eines Mitglieds. Als Beispiel für diese Behauptung wird der Berliner Bankenskandal herangezogen.

Eine Untersuchung der elf Hauptakteure der Diepgen-Affäre ergibt aber, dass nur drei von ihnen in Korporationen waren: Eberhard Diepgen (Burschenschaft Saravia in der Deutschen Burschenschaft zu Berlin, Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 26. März 2000, S. 3) und Klaus-Rüdiger Landowsky und Peter Kittelmann (beide Sängerschaft Borussia zu Berlinhttp://www.deutsche-saenger... Auch andere konkrete Beispiele konnten nicht bestätigt werden.

Es ist durchaus möglich, dass die Kontakte, die ein Korporierter in seiner Korporation knüpft, für ihn später besonders nützlich sind. Die Ausrichtung von Studentenverbindungen auf Akademiker und damit die gewünschte Berufsgruppe prädestiniert sie besonders für den Aufbau von Beziehungsnetzwerken aus Kontakten, mit denen langlebige Beziehungen zum gegenseitigen Vorteil aufgebaut werden können. Sonst gibt es dies auch beispielsweise in Vereinen, Hilfsorganisationen, Gewerkschaften und Parteien, wenn auch nicht immer in einer angestrebten Berufsgruppe. Auch außerhalb der Korporationen bilden sich heute zunehmend Studenteninitiativen, die das so genannte „Networking“ ausdrücklich zu ihrem Zweck erklären.

Außenwirkung

Vor allem Burschi-Reader der Verfassten Studierendenschaft prangern einige Eigenschaften von Studentenverbindungen immer wieder an. Von den Autoren der Burschireader werden die angeblichen „Hierarchische Strukturen“, die „nicht mehr zeitgemäßen Traditionen“ und der „starke Alkoholmissbrauch“ am häufigsten angeführt.

Der Fuchs - oder die Fähe - gelte ihnen als Mitglied ohne Rechte, das den Launen der geburschten Mitglieder ausgeliefert sei.

Viele Verbindungen passten ihre alten Strukturen, Rituale und Gepflogenheiten kaum der Aktualität an. Das sehen Kritiker oft als Bestätigung für das „ewig gestrige Gedankengut“ der Korporierten.

Das gemeinsame Trinken werde etwa auf Kneipen oftmals als selbstverständlich erachtet. Vor allem Bier werde dort oft in großen Mengen konsumiert. Eine Trinkpflicht bestehe im Prinzip nicht, werde von Beteiligten aber zuweilen als Gruppenzwang erfahren. Belege, die für diese Behauptungen gebracht werden können, reichen in der Regel weit zum Anfang des 20. Jahrhundert oder früher, in die Zeit des Pennalismus zurück.

Von Studentenverbindungen selbst werden diese Behauptungen normalerweise nicht kommentiert, es wird aber argumentiert, dass – im Gegensatz zum Pennalismus und frühen 20. Jahrhundert – es heute nicht mehr ehrenrührig sei, keiner Verbindung anzugehören. Ein Mitglied, dem es in „seiner“ Verbindung nicht mehr gefalle, könne auch ohne weiteres austreten. Damit dies nicht mit dem Lebensbundprinzip kollidiere, gebe es den Fuchsenstatus. Würde man Füxe behandeln, wie zu Zeiten des Pennalismus (siehe Bizutage in Frankreich), hätte man bald keine Mitglieder mehr. Dabei verweisen die Mitglieder von Studentenverbindungen auf ihre langen Traditionen demokratischer Strukturen. Sie stellen auch das Gleichheitsideal heraus, das etwa im Duzen der Bundesgeschwister zum Ausdruck komme. Zudem übernähmen die Mitglieder oftmals direkt nach dieser Probezeit die Führungspositionen in der jeweiligen Verbindung.

Studentenverbindungen pflegen, wie auch andere Vereine, bewusst ihre oft über 100 Jahre alten Traditionen und wollen diese erhalten.

Studentenverbindungen stellen sich nicht gerade als abstinente Vereine dar; einen Beleg, dass es mehr Notfalleinsätze bei Verbindungsfeiern als bei sonstigen studentischen Feiern gebe, gibt es allerdings nicht. Einige Verbindungen gehen sogar darüber hinaus, indem sie sich dem Mäßigkeitsprinzip verschrieben haben, das dem Alkoholmissbrauch einen Riegel vorschieben soll. Im Übrigen gibt es wissenschaftliche Studien, die erheblichen Alkoholkonsum bei Studenten allgemein und nicht dezidiert bei Studentenverbindungen feststellen.UNI-SPIEGEL 04/05

Selbstbezogenheit

Studentenverbindungen sind oft stark mit den eigenen Belangen befasst. Sie schotten sich gegenüber kritischen Einblicken von außen ab und stellen sich der Öffentlichkeit nicht genügend dar, so dass Außenstehende geradezu eingeladen werden, Vorurteile zu entwickeln. Dies liegt auch an der relativ geringen Präsenz von Studentenverbindungen auf gesellschaftlich relevanten Kongressen, Aktionen und in den Medien außerhalb des eigenen Spektrums.

Siehe auch

Quellenangaben

Literatur

  • Fritz Elsas: Ein Demokrat im Widerstand. Zeugnisse eines Liberalen in der Weimarer Republik, Hrsg. von Manfred Schmid, Bleicher Verlag, 1999, ISBN 3-88350-664-8
  • Friedhelm Golücke, Bernhard Grün, Christoph Vogel: Die Fuxenstunde, Allgemeiner Teil. 4., völlig überarbeitete Auflage, SH-Verlag, 1996, ISBN 3-89498-010-9 - Für Mitglieder einer Korporation gedachtes Ausbildungsbuch mit vielen Informationen zu Studentenverbindungen in Gegenwart und Geschichte, herausgegeben von der GDS.
  • 1) Stefan Zweig: Die Welt von gestern, Hamburg, 1965, S. 68f.
Für studentengeschichtliche Literatur siehe Geschichte der Studentenverbindungen.

Verzeichnisse

  • Ernst-Günter Glienke: Civis Academicus 2005-2006, Handbuch der deutschen, österreichischen und schweizerischen Korporationen und studentischen Vereinigungen an Universitäten und Hochschulen sowie Schülerverbindungen, Redaktion: Ernst Thomas, SH-Verlag, 2004, ISBN 3-89498-149-0. - Detaillierte Liste (mit Kurzvorstellungen) aller existierenden Studentenverbindungen deutscher Prägung. Ein Eintrag im „Civis“ zählt teilweise in der sehr heterogenen Welt der Studentenverbindungen als Unterscheidungsmerkmal, ob eine Gesellschaft als Verbindung oder sonstiger Verein gelten kann; herausgegeben von der GDS.
  • Hartmut H. Jess: S.C.C. 2000 (Specimen Corporationum Cognitarum) - Das Lexikon der Verbindungen, CD-ROM, SH-Verlag, 2000. - Auf dieser CD-ROM sind die Daten von 12.000 Verbindungen und Vereinen zusammengestellt.

PR

  • Zirlewagen, Marc: „Die Verbindung zur Zukunft. PR-Konzept für eine studentische Korporation“, Köln, 2006 (Kleine Schriften der GDS, Bd. 18), ISBN 3‑89498-158-7

Kritisches

  • Diana Auth, Alexandra Kurth: „Männerbündische Burschenherrlichkeit. Forschungslage und historischer Rückblick“, in: Christoph Butterwegge / Gudrun Hentges (Hrsg.), Alte und Neue Rechte an den Hochschulen, Agenda-Verlag, Münster, 1999, ISBN 3-89688-060-8
  • Ludwig Elm, Dietrich Heither, Gerhard Schäfer (Hg.): Füxe Burschen Alte, Herren - Studentische Korporationen vom Wartburgfest bis heute, Papyrossa-Verlag, Köln, 1993, ISBN 3-89438-050-0
  • Dietrich Heither, Gerhard Schäfer: Studentenverbindungen zwischen Konservatismus und Rechtsextremismus, in: Jens Mecklenburg (Hrsg.), Handbuch Deutscher Rechtsextremismus, Berlin, 1996, ISBN 3-88520-585-8

Belletristik

  • Walter Bloem: Der krasse Fuchs, Roman, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1911 mit einem Nachwort von Holger Zinn, SH-Verlag 2001, ISBN 3-89498-108-3
  • Walter Bloem: Kommödiantinnen, Roman, Ullstein, Berlin 1914
  • Walter Bloem: Brüderlichkeit, Roman, H. Fikentscher, Leipzig, 1922

Weblinks

  • akadpress.de Aktuelles aus der Welt der Studentenverbindungen
  • studentenhistoriker.de Arbeitskreis der Studentenhistoriker Informationen zum Arbeitskreis und zur allgemeinen Studentengeschichte, Links und Meldungen
  • tradition-mit-zukunft.de Tradition mit Zukunft Plattform zur Förderung des couleurstudentischen Austauschs, unter anderem mit vielfach durchsuchbarem Verbindungs-/Dachverbandsverzeichnis
  • apabiz.de Burschenschaften Studentenverbindungen (PDF Dokument)
  • www.rhein-main.net Frankfurter Neue Presse: „Gießener Verbindungen kritisieren umstrittene Burschenschaft“
  • www.crit.de/bunt "Buntbemützt - Schwule im CV": Erste Informationsseite für homosexuelle Verbindungsstudenten
  • Arbeitskreis für Sozialdemokratische Korporierte Korporierte in und für die SPD

   

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  • ---> 2003 - Nov 2004: Diskussion:Studentenverbindung/Archiv 1
  • ---> Nov - Dez 2004: Diskussion:Studentenverbindung/Archiv 2
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Der Löschwahn geht weiter

Dickbauch schlägt wieder zu! Heute gibt es wieder vier Löschanträge gegen Kösener Corps:[[LINK]], [[LINK]], [[LINK]], [[LINK]]

Wer will kann ja mal mitdiskutieren. Bei Corps Ratisbonia Ulm könnte man relevanzmäßig noch was tun. --Rabe! 19:16, 17. Jan 2006 (CET)

"Studentenverbindung" in der portugiesischen Wikipedia

Den Artikel :pt:Studentenverbindung habe ich jetzt entdeckt. Das müsste man von hier verlinken, aber Artikel ist zur Zeit gesperrt. --Rabe! 18:40, 21. Jan 2006 (CET)

Grundsatzdiskussion Verbindungs-Löschwahn

Achtung, zur Grundsatzdiskussion über Löschanträge gegen Verbindungsartikel geht es hier [LINK] ! Bitte mitdiskutieren! Mich stört das sehr, dass Artikel, deren Löschanträge abgelehnt worden sind, nach ein paar Monaten wieder in der Diskussion landen, in der Hoffnung, dass die Interessierten gerade nicht aufpassen. Das nutzt der Wikipedia nicht und gefährdet das auf diesem Gebiet bereits erzielte Vertrauensverhältnis. --Rabe! 15:27, 22. Jan 2006 (CET)

Liste verbindungsstudentischer Begriffe löschen?

Hallo, mal was Grundsätzliches: Hier [LINK] gibt es eine Löschdiskussion für die Liste verbindungsstudentischer Begriffe. Das ist vielleicht nicht so weit hergeholt, seit es das :Portal:Studentenverbindung gibt. Allerdings ist es jetzt so, dass von jedem verbindungsstudentischen Artikel auf die "Liste" verwiesen wird, Verweise auf das "Portal" werden nicht geduldet. Das heißt, ohne die Liste könnte man nicht mehr von einem einzelnen Begriff auf das Gesamtthema kommen. Irgendwelche Ideen? --Rabe! 19:16, 29. Jan 2006 (CET)

Damenverbindung

Im Artikel Damenverbindung sind von einer IP wohl aus Österreich vollkommen ungeeignete Textmassen eingestellt worden. Ich bitte um Mithilfe bei der Bearbeitung. --Rabe! 20:35, 6. Feb 2006 (CET)

Frage

Hallo, bin als (fast nur-lesender) WP-Gelegenheitsnutzer eher zufällig auf diese Seite geraten (via Wikipedia:Außenspiegel). Hatte selbst noch nie etwas mit Verbindungen zu tun und mich bisher auch kaum mit dem Thema beschäftigt.

Was mich aber - und vielleicht auch manch anderen Leser - neugierigerweise einmal interessieren würde und wozu ich im Artikel leider gar nichts fand: Gibt es eigentlich Erkenntnisse über die personelle ZUSAMMENSETZUNG von Verbindungen nach den Studienfächern (in Vergangenheit bzw. Gegenwart)? Gibt es vielleicht historische, soziologische o.a. Untersuchungen mit einigermaßen repräsentativen Ergebnissen hierzu? Anders gefragt: Inwieweit schlagen sich die universitären Gesamtverteilungen in den Verbindungen nieder oder sind jene primär für eine bestimmte 'Klientel' (nicht pejorativ gemeint) attraktiv, etwa für Juristen, BWLer, Mediziner, während Geistes- oder Sozialwissenschaftler vielleicht eher unterrepräsentiert sind? Letzteres scheint mir eine ziemlich verbreitete Sicht zu sein - zurecht?

Interessant wäre auch zu wissen, welche Auswirkungen eine evtl. Dominanz von Angehörigen bestimmter Fachbereiche in den Verbindungen selbst hat. Welche Rolle spielt das für das Leben dort überhaupt? Oder weiß man bei den Verbindungen selbst nicht genaues über die jeweiligen Anteile, weil sie dort vielleicht gar nicht (mehr) erfaßt werden? Interessant schiene es mir schon, in einem enzyklopädischen Artikel zu einem solchen Thema auch noch auf solche eher soziologischen Aspekte einzugehen.

Gruß, Daniel -- 00:22, 12. Feb 2006 (CET)

Ich glaube nicht, daß es bereits stichfeste Untersuchungen zu diesem Thema gibt. Allerdings wären diese auch recht einfach, da zumindest in den verbandsweit veröffentlichten Meldungen der Kösner Corps die Studienfächer und Studienabschlüsse immer angegeben wurden und werden.
Subjektiv würde ich einmal sagen, daß die angesprochenen Studiengänge bei den Kösenern (also den Corps an den "klassischen" Universitäten) in der Tat einen Schwerpunkt bilden.
Wiederum subjektiv bin ich der Meinung, daß zumindest im Vergleich der beiden Corps-Dachverbände (Kösener und Weinheimer) in der Tat Folgen für Denken und Auftreten erwachsen. Belegen kann ich das allerdings wirklich nicht. --Koffer 10:35, 12. Feb 2006 (CET)

Danke für die rasche Antwort! Interessant wie etwas erstaunlich wäre es freilich schon, wenn man selbst verbindungsintern anscheinend nie allzuviel Interesse an solchen Analysen gehabt hätte, obwohl die nach Deiner Einschätzung doch recht einfach wären. Könnte man darin auch einen Ausdruck der im Artikel abschließend konstatierten "Selbstbezogenheit" sehen? (Ich hätte mir ja vorstellen können, daß angesichts der Krise des Verbindungswesens in den 70ern irgendwann auch einmal so etwas wie Schwachstellenanalysen erfolgt wären, allein schon um das Optimierungspotential auszuloten, was u.a. die personelle Basis und ihre Struktur sowie die Außenwahrnehmung und damit auch die gesellschaftliche Akzeptanz betrifft.)
Interessant wäre auch zu wissen, wie sich diese Schwerpunktbildung historisch entwickelt hat. War das im 19. Jh. denn auch schon so oder haben sich die Geistes- und Sozialwissenschaftler, Theologen etc. erst nach dem Zweiten Weltkrieg oder im Gefolge von '68 verabschiedet? Hat diese Gruppe heute überhaupt noch einen nenneswerten Anteil?
daß ... in der Tat Folgen für Denken und Auftreten erwachsen => Worin findet das denn seinen konkreten Ausdruck bzw. wie wirkt sich das dann intern aus? Und kann man diesen Zusammenhang - sofern existent und belegbar - nicht auch noch näher im Artikel beschreiben?
Gruß, Daniel -- 17:27, 12. Feb 2006 (CET)

Konkrete Untersuchungen, die von einer solchen ausdrücklichen Fragestellung ausgehen, habe ich spontan nicht gefunden. Allerdings lassen sich dennoch für das 19. Jahrhundert einige konkrete Aussagen treffen, wenn man gewisse bekannte Einzelfaktoren einander gegenüberstellt. Studenten aus Adel und Geldbürgertum neigten z.B. eher zu Corps und Burschenschaften, Studenten aus theologisch geprägten Elternhäusern waren anteilig eher in den Gesangsverbindungen. Da viele davon selbst Theologie studierten, neigten diese auch eher zum Sondershäuser Verband, wohingegen an den technischen Hochschulen die farbentragenden und schlagenden Gesangsverbindungen der Deutschen Sängerschaft ein deutlich leichteres Spiel hatten als die nichtfarbentragenden des SV. Theoretisch wäre eine solche Auswertung für das 19. Jahrhundert wohl machbar: Mitgliederlisten der Verbindungen sind oftmals überliefert (mit konkreten Angaben: Studienzeitraum, Studienfach), und die Matrikel der Unis geben in dieser Zeit noch die familiäre Herkunft wieder. Für die heutige Zeit ist das schon schwieriger. Aber ich gebe Dir recht: es wäre mal höchst interessant, das - selbst wenn nur allein mal für eine der klassischen Verbindungsstädte (Tübingen, Marbugrg, Göttingen oder so), mal zu erheben. Wobei wir schon wieder mal bei der Frage wäre, warum es keiner macht. Die letzte Untersuchung, die sich aus statistischer Sicht mit Verbindungsstudenten auseinandersetzt, ist meines Wissens nach aus den 80ern -- DerGoettinger 23:07, 20. Mär 2006 (CET)

Hierzu noch von mir einige Anmerkungen: Prinzipiell waren schon immer alle Fakultäten einer Universität in den Verbindungen vertreten. Meiner Beobachtung nach ist die Fächerzusammensetzung der betreffenden Hochschule entscheidend. Schwierig für derartige Statistiken ist es auch, dass die Kontakte zwischen den Dachverbänden so schwach ausgeprägt sind. Die einzelnen Verbindungsarten sind kulturell so unterschiedlich, dass es manchmal schwer ist, überhaupt miteinander zu reden. Gemeinsame Statistiken gibt es überhaupt nicht, deshalb können wir hier nicht mal abschätzen, wieviel Korporierte es in Deutschland (und/oder Österreich) es überhaupt gibt. Wir haben das hier mal in der Wikipedia gemeinschaftlich versucht, unsere Zahlen schwanken zwischen 150.000 und 200.000, was eine ziemliche Unsicherheit ist. Einige Trends aus meiner Beobachtung:

  • Katholische Theologen sind in großer Zahl in den nichtschlagenden katholischen Verbindungen, sehr wenige in schlagenden (obwohl auch das vorkommt).
  • Geisteswissenschaftler sind eher unterdurchschnittlich vertreten, obwohl auch ich dieser Fakultät entstamme, mein damaliger Fechtlehrer auch. Das könnte wohl auch zum Teil am hohen Frauenanteil dieser Fakultät liegen. Der wichtigste Grund wird aber die große Anziehungskraft dieser Studiengänge für Anhänger linksgerichteter politischer Gruppierungen sein, die ideologische Vorbehalte pflegen.
  • Den Kern bilden offensichtlich die klassischen Fakultäten Jura und Medizin, jedenfalls in den klassischen Universitäten.
  • Die Quote der Korporierten ist an den als "konservativ" empfundenen Universitäten (wie Bonn, Münster, Würzburg, München etc.) deutlich höher als an den als "progressiv" empfundenen (wie Tübingen, Marburg, Göttingen etc.). Die größten Schwierigkeiten für Verbindungen gibt es seit dem Zweiten Weltkrieg an der FU Berlin.
  • Technische Universitäten haben einen hohen (!) Korporiertenanteil. Die von mir vermuteten Gründe: Hier haben wir einen geringen Anteil an Studentinnen, das heißt, einen hohen Anteil potenzieller (männlicher) Mitglieder, die auch nicht durch eine große Präsenz von Frauen vom Aktivwerden abgelenkt werden. Wichtigster Grund wird aber hier das geringe politische Interesse der Nachwuchs-Ingenieure sein, die somit für die Ideen der Verbindungsgegner nicht aufgeschlossen sind. Die sehen ganz pragmatisch die Vorteile des Verbindungslebens und lassen sich durch politisch argumentierende "Burschi-Reader" (Anti-Verbindungs-Flugblätter) nicht irritieren.
  • Als besonders konservative Studiengänge mit einem sehr hohen Korporiertenanteil gelten die Agrarwissenschaften und die Forstwissenschaften sowie der Bergbau. Für diese Zielgruppen gibt es sogar eigene Verbindungstypen (siehe zum Beispiel Studentische Forstverbindung).

Das beruht aber alles auf meinen persönlichen, subjektiven Erfahrungen und Einschätzungen. Wie gesagt, zu diesen Aussagen gibt es keine Statistik.--Rabe! 18:00, 12. Feb 2006 (CET)

Ergänzung: Nach meiner Befassung mit dem Thema hängt die Antwort nicht nur vom Angebot der Universität ab, sondern auch von deren Angebot vor dem Licht des Zeitgeistes. Es geht also auch um die Epoche oder Zeitphase, die man untersuchen will.
Beispiel: Göttingen ist traditionelle Uni mit Landwirtschaft, also bei den Corps auch Landwirte, aber, weil Göttingen bis zum 2. Weltkrieg Modeuniversität für agrarische Familien in Ostelbien war, seither weniger. Dafür seit der Eröffnung der Forstfakultät seit den 70gern auch Forstleute. Weiter Rückgang der Naturwissenschaftler seit der Zeit der Studentunruhen um 1968. Phil. Fak. und Theologen vom Anteil her kontinuierlich gering. Vielleicht bei den Lehramtskandidaten, weil Lehrer in Deutschland immer ein klassischer Aufsteigerberuf war (Wird bestätigt durch eigene Erfahrung, meine Lehrer waren, wenn korporiert Burschenschafter, Turnerschafter oder Sängerschafter, aber auch VdSt). Für Göttingen nach meiner Erfahrung für die letzten 30 Jahre: Schwerpunkt Recht, Wirtschaft, Medizin mit den vorgenannten Beimischungen und Tendenzen, bei anschließender starker Neigung zur Freiberufler-Tätigkeit. Beispiele Aufnahmen in ein Corps in Göttingen:

  • 1848: 2 med, 5 theol, 9 jur, 3 phil, 1 pharm
  • 1900: 1 med, 5 jur, 1 phil, 1 mont
  • 1919: 4 med, 7 jur, 1 mont, 1 math, 2 phys
  • 1922: 2 med, 3 jur, 5 agr

?? Zunahme der Mediziner unter dem Eindruck des Weltkrieges ?? Anfang der 20ger: Zunahme der Naturwissenschaften wegen Ruf der Uni Gö zu der Zeit? ?? Landwirtschaftsstudium wegen Hunger in schlechter Zeit

Zu Bedenken ist auch, das das wirtschaftliche Studium erst aus der Juristerei als Fakultät später wieder ausgegliedert wurde, bis Anfang/Mitte 19. Jahrh aber in der Cameralistik mit drin war. Auch der Berufsstand des Steuerberaters wurde ja erst im Laufe des 20. Jh. aus der Anwaltschaft abgespalten. Also, das nicht representative Auswahlbeispiel zeigt: Schwieriges Thema, daher ja auch die weit verbreiteten negativen Redensarten, über das, was man mit Statistik alles machen kann: einfach alles. Das kontinuierlich starke Gewicht der Juristen wird sich jedoch kaum leugnen lassen.--Kresspahl 19:19, 12. Feb 2006 (CET)

Sehr interessant, danke! Das scheint ja ein echtes Desiderat zu sein [auch wenn ich mir - sorry - nur schwer vorstellen kann, daß das wirklich noch nie mal jemand näher untersucht und darüber publiziert haben sollte, und sei es auch nur ganz exemplarisch für eine Verbindung].
Ich weiß ja nicht, ob das den WP-Grundsätzen widerspräche, aber wäre es nicht informativ, in einem Unterpunkt auch auf diesen Aspekt einzugehen, selbst wenn die Aussage wäre, daß man zur personellen Zusammensetzung von Verbindungen und den Gründen dafür mangels entspr. Studien leider nichts sicher sagen kann und auf plausibel scheinende Vermutungen und Schätzungen angewiesen ist. Die Angabe, daß man etwas bisher noch nichts definitives weiß und warum das so ist, wäre ja auch schon mal eine Information für Leser, die sich z.B. solche "was sind'n das eigentlich für Studenten"-Fragen stellen.
Die Folgen "für Denken und Auftreten", die lt. Koffers Beobachtung aus der M/J/B-Schwerpunktbildung erwachsen (wie darf man sich die vorstellen?), wären sicher auch noch interessant.
Gruß, Daniel -- 21:41, 12. Feb 2006 (CET)

Hallo allerseits! Zur sozialen und fachlichen "Schichtung" des Verbindungsstudententums im Kaiserreich (um 1900) finden sich einige Ausführungen bei Konrad Jarausch: Deutsche Studenten 1800-1970, ed. suhrkamp 1980, S. 61ff). Tenor ungefähr: Die Corps waren schon damals der "vornehmste" Verbindungstyp, die neben (einigen) Adligen vor allem die Söhne aus dem Besitzbürgertum, Freiberuflern und der höheren Beamtenschaft umfassten und die Aufnahme nicht selten von der Vorlage eines elterlichen Wechsels in definierter Höhe anhängig machten. Etwas weniger elitär waren die Burschenschaften, die sich vorwiegend aus dem Bildungsbürgertum rekrutierten. Landsmannschafter, Turner und Sänger waren eher industrieller und kommerzieller Herkunft, während die Mitglieder katholischer Verbindungen häufiger vom Lande und aus dem gewerblichen Mittelstand stammten und sich der untere Beamtenstand vorwiegend in den wissenschaftlichen Vereinen (DWV) konzentrierte. Die Fachwahl korrelierte eng mit den jeweiligen Herkunftsmilieus: Corpsstud. studierten überdurchschnittlich oft Jura und Medizin und ignorierten Theol. und Philosophie weitgehend. Burschenschafter folgten diesem elitären Muster, belegten aber aus der christl. Trad. der Urbuschenschaft heruas etwas mehr Tehologie. 2/5 der Wingolfiten waren ev. Theologen, der Rest Lehramtsanwärter. Die wiss. Vereine waren fast ausschließlich Theologen und Philosophen (damals noch einschließlich der Naturwiss.) Fazit Jarausch: "Die Aktiven der elitärsten Verbindungen studierten an den exklusivsten Fakultäten, während die Mitglieder der kleinbürgerlichen Vereine vor allem in den 'billigen' Studienrichtungen mit den meisten Stipendien zu finden waren." (ebd. S. 67) Schönen Gruß, --UweRohwedder 21:52, 12. Feb 2006 (CET)

Zu Daniels Bemerkung: Einzelne Statistiken zu einzelnen Verbindungen gibt es natürlich, ich kenne auch eine solche. Aber wie aus den Ausführungen oben zu sehen ist, hängt das massiv von der jeweiligen Hochschule und deren Fächerangebot sowie vom Verbindungstyp ab. Einzelstatistiken hochzurechnen bringt da wenig und Gesamtstatistiken gibt es nicht. --Rabe! 22:44, 12. Feb 2006 (CET)

Dank an alle für die ausf. Erläuterungen. (Und wenn davon auch noch etwas in irgendeiner Form dem Artikel selbst zugutekommen würde, könnte das dem Verständnis dieses komplexen Phänomens Verbindungswesen nur zuträglich sein ...)
Gruß, Daniel -- 16:30, 13. Feb 2006 (CET)

Gefunden bei Google News

Rechte Männerbünde in der deutschsprachigen Wikipedia: Artikel erschien bei 'no-racism-net' am 9. Februar 2006. Ich betone hiermit, dass ich weder in irgendeiner Beziehung zu der Darstellung dieses Wikipedia-Artikels Studentenverbindung, noch zu dem Artikel, der bei 'no-racism.net' erschien, stehe. Auf diesen Artikel Studentenverbindung bin ich gestoßen, weil ich einige Edits bei einem Artikel über die Yale-Studentenverbindung Skull & Bones machte. Über die Äußerungen bei 'no-racism.net' bin ich etwas beunruhigt; auch weil sie schon sehr persönlich (gegen Benutzernamen gerichtet) sind. Bitte, nicht böse sein, dass ich den externen Link hier als Außenstehender zur Diskussion stelle.
Im Wiki-Artikel sollte übrigens noch aktualisierend erwähnt werden, dass der 'Unvereinbarkeitsbeschluss' (vgl. Artikel) von der SPD-Spitze (zunächst) abgelehnt wurde. --Edia 18:29, 1. Mär 2006 (CET)

Das mit no-racism.net steht auch hier in der Wikipedia:Außenspiegel. --Rabe! 18:32, 1. Mär 2006 (CET)

Und das war mein Kommentar dazu:

no-racism.net ist offensichtlich eine von diesen Seiten, die das Wikiprinzip nicht haben und deshalb nur aus einer einzigen Perspektive schreiben können. Es gibt mittlerweile an den Universitäten eine Gruppierung von "Burschi-Reader"-Autoren, die nur noch voneinander abschreiben und sich wundern, dass sie in einer realen Auseinandersetzung, wofür die Wikipedia ein Forum bietet, mit ihren Steinzeit-Parolen nicht durchkommen, weil die Realität eine andere ist. So ähnlich wie die Jusos, die feststellen, dass die angeblich so rechtsradikalen Verbindungsstudenten auch SPD-Mitglieder sind. Und anstatt dass sie ihre Vorurteile ändern, wollen sie die Realität ändern, indem sie den Antrag stellen, die Verbindungsstudenten aus der SPD auszuschließen. Wenn die Welt nicht so ist, wie ich mir das vorstelle, dann biege ich sie mir eben so hin.--Rabe! 10:39, 10. Feb 2006 (CET)

Interessant übrigens, wie diese Anti-Rassisten alle Benutzer, die aus der Kritikerfraktion kommen und sich an diesen Artikeln beteiligt haben, partout nicht erwähnt haben. Als wenn wir Verbindungsstudenten das alles allein geschrieben hätten. Ich nenne jetzt mal so auszugsweise Jesusfreund, Griesgram, subversiv-action, Tsui etc. etc. Ich gebe zu, die Kritiker haben uns in letzter Zeit schon ein wenig allein gelassen. Aber nur, weil sie festgestellt haben, dass der Kampf gegen Faschismus und Rassismus einfach dort geführt werden muss, wo die Faschisten und Rassisten sind. Und nicht bei uns. Wir kämpfen zur Zeit nur noch gegen Löschfanatiker, die uns mangelnde Relevanz unterstellen.--Rabe! 10:39, 10. Feb 2006 (CET)

Ich kann als Kritik an dieser Kritik nur äußern, dass diese Kritiker doch bitte mitschreiben sollen. Ich empfehle dazu, auch zu akzeptieren, dass bei einem Meinungsaustausch auch mal eine Meinung ausgetauscht wird.--Rabe! 10:39, 10. Feb 2006 (CET)

Ende des Kommentars zum Artikel in no-racism.net. --Rabe! 18:35, 1. Mär 2006 (CET)

Kritiker sehen darin eine Form berufsfördernder Seilschaftsbildung.

Was ich in diesem Zusammenhang interessant finde, ist die Tatsache, dass solche Vorwürfe beispielsweise gegenüber Lions- oder Rotary-Clubs nicht erhoben werden. Wobei man sich die Frage, ob ein Alter Herr es sich heute als Chef noch leisten kann, eine fachliche Null einzustellen, nur weil diese einer Studentenverbindung angehört, relativ einfach selbst beantworten kann. Wer heutzutage mit der Vorstellung in eine Studentenverbindung geht, nach dem Studium einen Job auf dem Goldenen Tablett serviert zu bekommen, nur weil er Mitglied einer Verbindung ist, wird jede Menge Zeit umsonst investieren. Was allerdings ein Vorteil ist, wenn man beispielsweise bei einer Kneipe als junger Student zufällig neben einem Vorstandsmitglied einer Welt-AG sitzt und sich dessen Erfahrungen aus dem Berufsleben anhören kann. Das sind natürlich Informationen, die stehen in keinem Lehrbuch oder Vorlesungskommentar - hier lernt man eine Sicht der Dinge kennen, die nicht jeder mitbekommt. Das aber als eine "Form berufsfördernder Seilschaftsbildung" zu bezeichnen, halte ich für weit hergeholt. Wenn das eben erwähnte Vorstandsmitglied auch noch Mitglied in einem Tennisclub ist, so wird es auch dort den einen oder anderen Schwank aus seinem Leben zum Besten geben. Aber wer käme schon auf die Idee, einen Tennisverein als eine "Form berufsfördernder Seilschaftsbildung" zu bezeichnen.....? - Benutzer: Gast 19:23, 11. März 2006 (CET)
Viel interessanter finde ich, dass solche Vorwürfe nicht gegen die fachgebietsbezogenen "neuen" Studentengruppen wie ELSA, Market Team et al. erhoben werden. Zum einen sind sie alle in den letzten Jahren dazu übergegangen, ihre Ehemaligen in eigenen Vereinen zu organisieren und mit diesem "Netzwerk" (ausdrücklich!) zu werben, zum anderen ist es ihr ausdrückliches Ziel, gerade durch die fachbezogene Arbeit schon frühzeitig Kontakt in die Wirtschaft zu gewinnen. Also, wenn das keine Seilschaft ist, weiß ich auch nicht weiter. -- DerGoettinger 23:13, 20. Mär 2006 (CET)

vielleicht weil die völlig ohne nationalistischen Haut goût auskommen? MennoSimons 20:08, 22. Mär 2006 (CET)

Gut. Es gibt schätzungsweise 200-300.000 Korporierte. Gehen wir von 240-260.000 aus. Nach Gruppen geordnet ergibt sich meiner Einschätzung nach folgende Größenordnung:

1. EKV (Europäischer Kartellverband, katholisch dominiert, größtenteils farbentragend, größtenteils Männer, allesamt nichtschlagend mensur-ablehnend); 120-130.000 Mitglieder (also 50% der Korporierten)

2. Corps (KSCV,WSC; politisch/konfessionell nicht gebunden; kein explizites Vaterlandsbekenntnis; pflichtschlagend; farbentragend); Kösener gibt’s 30.000, Weinheimer vielleicht 10.000 (bitte mich zu korrigieren, wenn ich falsch liege)

3. Landsmannschaften und Turnerschaften (Coburger Convent, CC, pflichtschlagend, kein explizitesVaterlandsbekenntnis)

4. Deutsche Burschenschaft DB (15.000 Mitglieder, etwa die Hälfte ist in der Burschenschaftlichen Gemeinschaft, die ist pflichschlagend)
15.000 von 240/260.000 Korporierten sind Deutsche Burschenschafter. Das ist im einstelligen Prozentbereich.

5./6. Da dürften sich Wingolfsbund und Schwarzburgbund matchen.

7. VDST (Verein deutscher Studenten)

8. Neue Deutsche Burschenschaft (Abspaltung von der DB; bekennt sich zu den Grenzen der BRD, verneint jeden Revanchismus) 4000 Mitglieder

Danach kommen kleinere Dachverbände und einige hundert verbandsfreie Verbindungen (die schätzungsweise ca. 50.000 Mitglieder haben, meistens nichtschlagend)

In D sind etwa 60% nichtschlagend. In Ö 85-90%. In Ö dominieren die katholischen Verbindungen fast schon mit einer 10er Potenz über den national-freiheitlichen (30.000-40.000 gegenüber 3-4.000), trotzdem wird fast ausschließlich über „Schlagende Burschenschaftler“ informiert. Da drängt sich doch die Frage auf: Ist das beabsichtigt??? Oder ist es so, dass Vorkommnisse immer den selben Teil der Korporiertenszene betreffen und andere Teile NIE auffallen?

Der Vorwurf des Nationalismus betrifft eine Minderheit im einstelligen Bereich. Nur sind die gemäßigten Verbindungen bereits so verschreckt, dass sie sich kaum noch in Couleur auf die Straße trauen und sich fast vollkommen zurückgezogen haben, während gewisse Teile aus der Burschenschaftlichen Gemeinschaft ziemlich laut und teilweise provokant auftreten. Gleichzeitig liefern nur die wirklich rechten Truppen gute Stories für die Journalisten. Die gemäßigten sind fast völlig von der Straße und aus dem öffentlichen Bild verschwunden (wer wird schon gern als „Nazi“ in Schlägereien verwickelt)

Zudem haben mittlererweile selbst gemäßigte Verbindungen Probleme beim Nachwuchssuchen, da sie dem Verruf „Nazis“ zu sein ausgesetzt sind, teilweise Leute mit falschen Erwartungshaltungen und Einstellungen (die durch die Öffentliche Meinung verbreitet den Korporationen zugeschrieben werden) angelockt werden. Die Verbindungen stehen dann teilweise vor dem Problem, diese Rechtsausleger aufzunehmen und weiterzuexistieren oder dichtzumachen. In einigen Fällen ist es da leider zur Aufnahme ungeeigneter Personen gekommen, die jetzt für Probleme sorgen.

Zynischerweise hat die Antifa mit ihren Angriffen einige Verbände und Verbindungen kurz und klein geschossen, alle „Normalos“ vom Eintritt abgehalten bis die Wracks „übernahmereif“ durch die NPD waren, und die Nationaldemokraten setzen seit den 90ern bereits teilweise auf Unterwanderung mitgliederschwacher Bünde und gründen eigene Hochschulbünde, die sich „Burschenschaft“ nennen ohne wirklich in der Tradition zu stehen.

(Fairerweise muss man anmerken, dass die meisten korporierten NPD-Mandatare von ihren Bünden bei Bekanntwerden sofort dimittiert wurden und die allerallermeisten Bünde keine NPD/REP/DVU-Wähler bei sich dulden.

Anstelle die Korporationen tot zu kriegen habt ihr die rechten und radikalen in den Randbereichen immer mehr gestärkt, bis die NPD tatsächlich Basen auf den Unis hatte; ihr Linken habt lediglich den gemäßigten Verbindungen vorübergehend Probleme bereitet.)

Das große – von den eher linksgerichteten Meinungsmachern absichtlich – provozierte Missverständnis ist, dass die Burschenschaft tonangebend unter den Verbindungen wäre (ist sie nicht! sie ist die 4. größte Gruppe; die Mehrzahl ist nichtschlagend!) Das Problem aller Gemäßigten ist folgendes: 1000% (in Worten tausendprozentige) optische Identität mit den wirklich rechten, auch das Brauchtum gleicht sich in vielen Dingen. Und das ist deren Schwachstelle, die schamlos für Anschuldigungen ausgenutzt wird. 193.170.104.164 12:24, 24. Mär 2006 (CET)

40% schlagende Verbindungen? Das sind m.E. 40% zuviel. In einem akademischen Kontext, in dem es auf Argumente, zivilen Diskurs, Wahrheit ankommt, sind Säbel oder Florett, auch nur als Symbol, fehl am Platz. Nach 1945 wurde sich umfangreicher Diskurs zum Thema Gewalt geführt. Der scheint an den Verbindungslern, nach 45, nach Vietnam, einfach spurlos vorbeigegangen zu sein. Stefan Zweig als linksgerichteten Meinungsmacher zu bezeichnen, ist etwas dreist. Die Unterschiede zwischen Burschenschaften und Korps halte ich - im Hinblick auf ihre Relevanz für Fragen der Wissenschaft (und nur um solche sollte es an einer Universität gehen) - für vernachlässigbar. Dass Nationalismus nur bei einem Prozent vorkommen soll, bezweifel ich mal. Verbindungswesen in dieser folkloristischen Ausprägung gibt es mit wenigen Ausnahmen so nur im deutschsprachigen Gebiet und die nationalistischen Wurzeln von 1848 kann man umfangreich in vielen Artikeln in der Wikipedia nachlesen. Nur 1848 war die Nation die Überwindung der Kleinstaaterei und des Absolutismus. Heute ist Nationalismus und Tribalismus (insbesondere in Deutschland und Afrika, aber nicht nur dort) das Stigma von Massenmördern und Menschenfressern. Wer hundertsechzig Jahre nach 1848 so tut, als sei nichts geschehen, gehört m.E. nicht auf eine Universität, sondern auf eine Bude als verziertes Biedermaiermöbel. MennoSimons 15:20, 24. Mär 2006 (CET)

Es mag ja sein, dass Du es als zu viel empfindest, dass 40% der Verbindungen/Verbindungsstudenten schagend sind, und in der Tat kannst Du für Dich auch gerne Du essentielle Unterscheidungen (wie z.B. zwischen Corps und Burschenschaften) außer Acht lassen willst. Aber zum einen ist das in keinster Weise wissenschaftlich, und zum andern ist das an diesem Punkt der Diskussion nicht die Frage. Es geht um die Einschätzung als berufsfördernde Seilschaft. Erstens machen die von mir beschriebenen Gruppen nicht nur genau damit explizipt Werbung (im Gegensatz zu den Verbindungen), nein, sie bewegen sich auch noch genau in diesem beruflichen Fachgebiet. Ein Jura-Student, der nicht bei ELSA eintritt, bekommt diese berufsfördernde Seilschaft definitv nicht, sie ist nur den Mitgliedern von ELSA vorbehalten. Zweitens halte ich es für widersinnig, bei der Frage, ob berufsfördernde Seilschaften in Ordnung sind oder nicht, "nationalistische Anrüchigkeit" als Maßstab zu nehmen, wie Du es tust. Tenor Deiner Aussage ist nämlich dann: "berufsfördernde Seilschaften sind gut, nur nicht von denen, dann sind sie schlecht." Und schließlich: was Deinen Versuch angeht, allen Verbindungsverbänden nationalistisches Gedankengut unterschieben zu wollen, wäre ich nur zu gerne mal auf Deine Bemühungen gespannt, dieses z.B. für den Sondershäuser Verband nachzuweisen. -- DerGoettinger 14:41, 25. Mär 2006 (CET)

Das tun 90 Prozent der Verbindungen auch. Das kann's nicht sein. Meine Vermutung ist, dass es mittlerweile eine Art von Burschi-Reader-Literaturszene gibt, die nur noch voneinander abschreibt. Das merkt man an den Missverständnissen, die an mehreren Orten auftauchen, obwohl sie eigentlich eine gewisse Originalität aufweisen. Meine Theorie ist, dass diese Texte von Generation zu Generation und von Ort zu Ort abgeschrieben werden und sich überhaupt niemand mehr die Mühe macht, mal in das Paket reinzuschauen, das man da immer weiterreicht, und es mit der Realität abzugleichen. Sonst könnte ich mir das nicht erklären, dass die Kritiker bei Verbindungen weiter über Dinge wettern, die mittlerweile von neu gegründeten Organisationen und Einrichtungen unter Beifall der Öffentlichkeit offiziell eingeführt werden. Die "Seilschaften" der Networking-Organisationen sind nur ein Beispiel, da gibt es noch mehr. Die Kritiker merken gar nicht, wie die Zeit über sie hinweggeht. Die Verbindungen haben auf diese Dinge kein Monopol mehr, sie könnten auch diese Massen von Studenten, die es heute gibt, gar nicht aufnehmen, aber sie haben mehr Erfahrung in der Umsetzung von außerfachlicher Erziehung (oder soft skills oder wie auch immer) und Networking. --Rabe! 21:09, 22. Mär 2006 (CET)

vielleicht distanzieren sich die 90% der angeblich nicht nationalistischen Verbindungen nicht entschieden genug von den Nazis. Vereinigungen, die lautstarke Nazi-Mitgliedorganisationen dulden, dürfen sich nicht wundern, mit diesen identifiziert zu werden. Unabhängig davon: gehört der überholte Nationalismus und der teilweise unzeitgemäße Patriotismus nicht zum Identifikationskern von Verbindungen seit 1848? Saufgelage-Topologien wie im Artikel über die Verbindungskneipen wirken da einfach etwas rückwärtsgewandt. Unprofessionelles Gebaren gegen Kritiker (z.B. die Thomas7-Ausschlussaktionen von Verbindungslern hier) wirken auch nicht gerade liberal und tolerant sondern passen nahtlos in ein repressives Verständnis von Staat und Nation. MennoSimons

Wie willst du dich distanzieren, wenn du optisch identisch aussiehst? Wenn das Brauchtum teilweise ähnlich ist? Dir die Zeitungen/Flyer/Universitätsschaukästen keinen Raum für deine Sichtweise der Dinge lassen. Dass Kritiker wie Thomas7 fliegen ist bedauerlich, nur hat er sich gegen Ende selbst gerichtet, indem er zum Troll wurde. Viele der Anschuldigungen wurden widerlegt, trotzdem wurden und werden sie immer wieder neu eingestellt, weil einige Menschen (die noch nie auf einer Bude waren, die zwei verschiedene Dachverbände nicht auseinanderhalten können und noch nie eine Kneipe besucht haben) über dieses Thema schreiben, weil sie etwas irgendwo gelesen oder aufgeschnappt haben. Und wenn das widerlegt wird, sind die meistens sauer und schreien "Zensur". Doch Kritik muss man begründen! Und man muss bereit sein zugeben zu können, dass einige Dinge unklar waren (bsp. sind die Burschenschafter eine kleine Minderheit der Korporierten, nicht der maßgebliche Überverband oder Überbegriff). In einem gebe ich dir allerdings recht: Das Problem der Abgrenzung Gemäßigt zu nicht gemäßigt zu Radikal ist ein ganz ganz schwieriges, tragisches. 193.170.104.164 12:24, 24. Mär 2006 (CET)

Ich habe in meinem Leben noch keinen "Burschi-Reader" gelesen. Aber ich lese Zeitung, sehe Nachrichten und beobachte z.B. das politische Geschehen in Österreich. Und da fällt auf, dass die bei weitem überwiegende Mehrzahl der (führenden) Politiker der ÖVP und ihr nahestehender Bereiche aus ÖCV und MKV stammt und, seit deren Regierungsbeteiligung 2000, die FPÖ zu einem Gutteil Alte Herren in hohen Positionen unterbringt und die noch-nicht-Alten Herren der DB sich auffällig in deren Vorzimmern (Assistenten usw.) häufen (gut erkennbar an ihren Schmissen).
Wenn Du das als österreichisches Phänomen sehen möchtest, kann ich dem nichts entgegenhalten. Ich weiß nicht wie die Situation in Deutschland ist. Aber hier ist es ein nicht zu übersehendes Faktum, dass die Seilschaften (gerne auch "Freunderlwirtschaft" genannt, ist nicht so euphemistisch wie "Networking") funktionieren. --Tsui 21:36, 22. Mär 2006 (CET)
PS: Das Argument, dass ja kein Chef jemand Unqualifizierten einstellen würde, halte ich - gerade in der Politik, aber auch im Wirtschaftsleben - für naiv. Natürlich wird kein Manager einen völlig Ungeeigneten einstellen; aber wenn es ein paar gute, gleich oder ähnlich Qualifizierte Bewerber gibt, greift eben wieder das "Networking", man kennt sich halt ... --Tsui 21:36, 22. Mär 2006 (CET)

Liebster Tsui, ich danke dir für diesen Einwurf, dann wollen wir ein wenig die österreichische Politik durchforsten! Schauen wir uns mal die Verteilung anno 2006 an ...

BZÖ (vormals FPÖ)-Minister:

Justiz: Katrin Garstinger (vormals Miklautsch): eher weiblich; Soziales: Ursula Hauber (geb. Haider): eine Frau (bin mir da ziemlich sicher, zumindest hab ich nix Gegenteiliges gehört) Vizekanzler/Verkehr: Hubert Gorbach (ein Mann ... nur leider kein Korporierter. Bitte mich zu korrigieren, falls Minister Gorbach in einem „Männerbund“ dabei sein sollte!)

Fazit: 66% Frauenanteil bei den Spitzenpositionen ... (deshalb traut sich Der Standard seit neuestem gar nicht mehr über die Frauenquote bei FPÖ/BZÖ zu lästern, da die SP die niedrigste Frauenrate hat ;-)

Gut. Nun zur ÖVP.

Es gibt – meines Wissens nach – seit 1994/95 keinen Minister, der ÖCV-Urmitglied ist. Unter dem eher Verbindungs-kritischen Kanzler und VP-Obmann Schüssel (er kommt aus dem eher CV-skeptischen KA-Lager, KA=Katholische Aktion) würde ein CVer kaum Minister werden können. Pröll ist zwar der Neffe vom niederöst. LH, aber nicht korporiert, soweit ich weiß.

Martin Bartenstein ist ATV Graz-Mitglied. Da der ATV Graz die Zwitterstellung einer nichtschlagenden liberalen Verbindung zwischen den in Österreich gegnerischen Lagern einnimmt, aber peripher irgendwie zum national-liberalen dazugehört, hat er mit Skepsis seitens des ÖCV zu kämpfen. D.h. er hat als erster ATVer gegen erhebliche Widerstände eine Spitzenposition erreicht. Nicht durch Altherrenhilfe, die wäre bei der ÖVP nicht möglich.

Hubert Platter ist Ur-MKVer.

Gut. Dazu gibt es einige korporierte Staatssekretäre auf beiden Seiten, das war’s auch schon.

Interessanterweise hatte Österreich dafür eine Zeitlang 3 korporierte Ministerinnen, jetzt sind’s zwei ;-)

Zynischerweise konnten unter roten Kanzlern Frauen keine Schlüssel-Ministerposten erlangen. (Sozialministerin Hostasch (Ex-Gewerkschafterin; in Ö verhandeln die Sozialpartner die meisten Sozialtarife, der Minister ist eher im Hintergrund), Frauenministerin Prammer (eine Feministin), Bildungsministerin „Liesl“ Gehrer (eh scho wissen)).

Tja ... dann kam die „Burschi“-Partie. Plötzlich hatten wir eine Vizekanzlerin und Parteichefin einer Regierungspartei. Eine Frau konnte erstmalig Polizei-Präsidentin werden (Wien-Schwechat) usw. Heute (2006) haben wir zwar keine Vizekanzlerin mehr, dafür besetzen Frauen folgende Ressorts: Inneres, Äußeres, Justiz, Gesundheit/Frauen, Soziales, Bildung. Zum ersten Mal sind Schlüsselressorts dabei (Inneres/Äußeres zb.)

Wir haben derzeit 12 Ministerposten. 6 Frauen macht 50% Frauenquote. Das muss die linke Reichshälfte erst mal nachmachen. Bitte notieren: 50% Frauenquote in der bösen Burschi-Regierung. Natürlich schreibt das der Standard nicht sonderlich gern ;-)

(Natürlich ist die Frauenpolitik mit mehr „Karenzgehen und beim Kind bleiben“ umstritten und ich möchte die schwarz-blaue/orange Truppe nicht über den grünen Klee loben. Allerdings trete ich für etwas Fairness ein, bei der Beurteilung. Interessanterweise haben ja 2002 vor allem junge und gebildete Frauen ÖVP (+Grüne), Hausfrauen hingegen eher SPÖ gewählt.)

Gut. Nächster Punkt. Viele Burschenschafter in der FPÖ.

Lieber Benutzer Tsui, WEN soll die FPÖ (bzw. BZÖ) sonst nehmen??? De facto sind das die einzigen Leute, die in diese Partei eintreten und sich für diese Partei um Mandate bewerben!!!

Das hat nix mit Freunderlwirtschaft und Männerbund zu tun sondern mit Parteinachwuchs, Parteijugend, Parteimitgliedern, Fußvolk, an Wahlkampfständen stehen, auf Parteitagen nominiert werden und sich zur Wahl zu stellen. Und die Politiker werden dann bei Wahlen gewählt, es kommt zu Koalitionsverhandlungen und dann zur Ernennung von Ministern, die in der Regel der eigenen Partei bzw. Gesinnungsgemeinschaft angehören, die ihrerseits eigene Mitarbeiter und Protokollchefs ernennen.

Schwarz-Blau war da, was das Umfärben im erzroten Wien angeht, ziemlich harmlos. Die haben an roten Spitzenbeamten vorbeiregieren müssen, die teilweise die SP-Zentrale in der Löwelstraße vor den eigenen Fachministern informiert haben (wenn man Zeitungsberichten glauben schenken darf).

Deine Kritik ist in etwa so gehaltvoll, wenn du der SPÖ vorwirfst, VSSTÖ/BSAler zu Ministern zu machen, dass sozialdemokratische Gewerkschafter ins Parlament gewählt werden ... usw. Das Leute aus Vereinen/Verbänden/Organisationen, die der eigenen Gesinnungsgemeinschaft nahestehen mit den Parteien in Kontakt kommen und für diese Parteien kandidieren und dann tatsächlich Mandate erhalten ist in allen Parteien üblich, selbst bei den Kommunisten und hat absolut nichts mit Alten Herren zu tun, sondern mit Parteieintritt und Parteimitarbeit.

Noch was zu der „tollen“ Protektion:

Herbert Haupt (L! Kärnten Wien) ist Tierarzt mit eigener Praxis.

H.C. Strache ist gelernter Dentist (pennale B! Vandalia Wien; bitte mich bei Falschangaben zu korrigieren). Soweit ich weiß, hat er nie eine Uni besucht.

Karl Schnell in Salzburg (weiß nicht ob der wo dabei ist) war praktischer Arzt im Salzburger Land. Andreas Mölzer (C! Vandalia Graz) ist freier Publizist. Dieter Böhmdorfer war Anwalt in einer Kanzlei, Jörg Haider ist Dozent für Verfassungsrecht.

Usw. Bitte, lieber Tsui, gib mir Belege, wo in der Wirtschaft oder an den Unis Burschenschafter/Corpsstudenten/Korporierte tolle Positionen (Manager, Institutsvorstände) belegen, wo „Alte Herren“ tolle Jobs für sie bereithalten. Mich täte das als Betroffener wirklich interessieren! Lediglich dort wo FPÖ/BZÖ oder ÖVP-Mandate machen findet man korporierte Mandatsträger (Schlagende auf der einen, Nichtschlagende Katholiken auf der anderen) und die dazugehörigen Sekretäre.

Stichwort ÖCV/MKV.

Bei der letzten Steiermarkwahl war die ÖVP bereits im Vorfeld massiv im Schussfeld (Estag, Herberstein, Spielberg) und hat die Wahl klar verloren. Niemand wollte mehr der ÖVP helfen, niemand wahlwerben.

Ein hoher Prozentsatz der Wahlhelfer in den Ballungsräumen waren männliche/weibliche Korporierte (bzw. ihre Couleurdamen). Die ÖVP musste ihren Wahlhelfern Geld zahlen, um überhaupt zusätzlich welche zu bekommen. Durch totale Negativ-Propaganda ist die ÖVP quer durch alle Zeitungen so konsequent abgewatscht worden, dass VPler sich teilweise Angriffen ausgesetzt sahen/bespuckt und auch gröber angegangen wurden. Trauriger Schlusspunkt war nach dem Wahlsieg der SPÖ der Fackelmarsch der Sozialistischen Jugend auf den Karmeliterplatz (VP-Zentrale), wo sie scherzhalber unter Schmähgesängen eine Schlägerei mit den unterlegenen VPlern provoziert haben. (Die VPler haben echt gedacht, die wollen mit den Fackeln die Zentrale anzünden, da hat dann letztendlich die Polizei einschreiten müssen.)

Die einzigen, die trotz aller Anfeindungen/Bespuckungen/Schläge sich hingestellt haben, waren die ÖCVer, MKVer usw. Weil wer hat sonst noch den Mut, sich auf der Uni zur ÖVP zu bekennen? (Und welche anderen Studenten/Akademiker wollen in der VP mitarbeiten? Maximal KHGler) Tja ... und dann fragst du noch lieber Tsui, warum die ÖVP ÖCV-Mandatare in ihren Reihen hat? Würdest du dich für die ÖVP hinstellen und kandidieren?

Noch was: ÖCV/MKV sind klarerweise überparteilich. Da gibt es selbst Bürgerliche Grüne, Schüssel-Hasser, KPÖ/Kaltenegger-Wähler etc. Nur sind sie halt oftmals schwarz eingestellt, da sie eben die Hochschulgruppen des bürgerlich-christlichen Lagers bilden, ihre Parties, Kneipen, Seminare, Wissenschaftliche Abende veranstalten und ihr eigenes Weltbild vertreten. So wie linke Hochschulgruppen ihre Veranstaltungen durchziehen. Und aus diesen linken Gruppierungen kommen dann teilweise halt rot/grüne Politiker heraus, weil sie zu politischer Mitarbeit angeregt werden. Ganz einfach. Und die Spitzenpositionen der Parteien werden auch nicht von Korporierten eingenommen. Man braucht so etwas für die Karriere nicht wirklich, das sind reine Freundschaftsbünde, wo es um das Leben von Werten und Prinzipien geht!!

Ist es nicht vielmehr so, dass die linke Reichshälfte einen Sündenbock braucht? Jemand, den man für Missstände verantwortlich machen kann??

Eh klar: Böse Männerbünde beherrschen die Unis und die Uniräte, deshalb geht’s uns allen schlecht. (Wahr ist: In den Kreisky-Jahren wurden Sozialdemokraten durchbefördert, in Österreich entstand ein eigener roter Bonzen-Adel, Korporierte wurden kaum zu Institutsvorständen gemacht; unsere Unis haben teilweise rote bis dunkelrote Professoren; die ÖH-Unizeitung Progress motzt zwar, dass 33% der Uni-Räte schwarz-blau sind, verschweigt aber, was die restlichen 66% wählen ... unsre Uni-Räte und Senate sind bitteschön linksdominiert; das UOG 2002 wird in der EU von anderen Staaten nun weiterverwendet, war schon in rot-schwarzer Phase in Vorbereitung und ist vom roten Sektionschef Sigurd Höllinger geplant gewesen. Als es zu Verhandlungen kam, hat die frischgewählte rot-grüne ÖH alle Verhandlungen mit der Regierung verweigert („mit Schwarz-Blau reden wir nicht!“) und ist zur Donnerstag-Demo gerannt. Tja, also haben sich Gehrer, Professoren und Mittelstand das Gesetz untereinander ausgemacht, ohne die Studenten. Lustig ist auch, dass oftmals die AG-Ersatzkandidaten zu Habilitationsanhörungen geschickt werden, weil die GRAS-Leute keine Zeit haben/nicht wollen. Da wird dann die Errungenschaft der Studenten-Mitbeteiligung beschworen, diese aber nicht genutzt)

Dass kaum Frauen bei den österr. Sozialdemokraten in hohen Positionen sind, fällt kaum auf (zum Glück (oder Unglück) wird da gerade durch 2 Gabis nachgeholt, die einen Typus junger linksliberaler Frauen verkörpern.)193.170.104.164 12:24, 24. Mär 2006 (CET)

Geht's nicht kürzer und mehr sachbezogen? Deine Meinungen zur österr. Innenpolitik sind hier deplatziert (das ist kein allgem. Diskussionsforum) und uninteressant (falscher Artikel).
ÖCV/MKV sind klarerweise überparteilich - danke, you made my day, habe sehr gelacht.
Einen guten Überblick zu ÖVP/CV gibt der Artikel zum ÖCV. Deneben ist z.B. Miniterin Prokop (ÖVP) Ehrenmitglied der C.Oe.a.St.V. Elisabethina und Ministerin Rauch-Kallat (ÖVP) Mitglied der KaV Norica Nova. Die Liste lässt sich problemlos fortsetzen (Staatssekretäre, Landesregierungen u. Landesparteiorganisationen, staatsnahe Bereiche und Unternehmen etc.).
Eine entsprechende Liste zu FPÖ/BZÖ/(D)B (Haider, Böhmdorfer, Strache, Stadler, Haupt uva.) werde ich bei Gelegenheit mal zusammenstellen. --Tsui 14:17, 24. Mär 2006 (CET)

Ich find die Antwort der IP nicht sachbezogen. Solche Fragen sind für das Verbindungswesen ungefähr so relevant, wie die Frage ob Hitler Wiener, Linzer oder Braunauer war für den Faschismus. Sicher - besonders aus historisch-wissenschaftlicher Perspektive - spannend, aber für die enzyklopädische Behandlung von Verbindungen nicht wesentlich. Die oben versuchte Beweisführung, dass Verbindungen nicht frauenfeindlich sind, weil andere (hier österreichische Sozialdemokraten) noch frauenfeindlicherer daherkommen, ist doch wohl eine gedankliche Zumutung. Um Beweisführung , fehlt eigentlich nur noch der Hinweis auf ethnische Abstammung des ehemaligen Bundeskanzlers Kreisky. Sylvia StolzZündel. MennoSimons 15:28, 24. Mär 2006 (CET)

@Tsuis Statement: Verzeihung, aber das gehört genau hier her! Weiter oben hat Tsui angedeutet (dieser Abschnitt sowie Abschnitt 3.3, Kritische Anmerkungen; Beitrag vom 9. April 2005), Österreich würde sich komplett in der Hand von Korporierten befinden und die ÖVP ohne ÖCVer Mitgliedermangel haben und so getan, als wüssten das eh alle. Das ist nicht wahr! Und dagegen wollte ich angehen. Tsui hat Österreich und die Regierung hier in die Diskussion eingeführt, seinen Unterstellungen wollte ich entgegentreten. Das Thema lautet ja immerhin: Einfluss der Korporierten auf Politik etc. und wie die Karrierechancen für Frauen/Nichtkorporierte stehen. Außerdem ist dies hier nicht die deutsche Wikipedia, sondern die deutschsprachige, Ösis haben hier also auch das Recht landesspezifische Sachen einzubringen.ö
Warum gilt der ÖCV als övp-nah? Ganz einfach: In Deutschland verteilen sich CVer auf CDU, dann FDP, ein paar gehen zur SPD (selbst Rot-Grün hatte einen CVer im Kabinett von 1998-2002). Grüne oder linke CVer dürften eine Rarität darstellen. In Österreich scheiden FPÖ/BZÖ (deutschnationale Züge; nicht christlich) und SPÖ (da scheinen in Teilen der Basis Ressentiments wegen der 34er Wunde zu existieren) ziemlich aus, Liberale gibt es nicht wirklich. Es bleiben Schwarz und Grün (und tatsächlich gibt es überraschenderweise einen gewissen Anteil Grüner im ÖCV, da ökosoziale Marktwirtschaft a la Josef Riegler und Nachhaltiges Wirtschaften durchaus ihren Platz in ÖCV-Diskussionen haben; der ÖCVer Pühringer hat die erste schwarz-grüne Landesregierung ins Leben gerufen). Als ÖVP-Gegner kannst du durchaus dem ÖCV beitreten, vorausgesetzt du bist katholisch, bekennst dich zur Republik Österreich und studierst (nur sind halt sehr viele bürgerlich-christliche Studenten ÖVP-Wähler und keine –Gegner, als wirklicher VP-Basher musst du dich dann damit abfinden, dass viele deiner Bundesbrüder diese Partei für gut halte).
(Witzigerweise gibt es aber einige MKVer in der SPÖ, nicht zuletzt Abfangjäger-Volksbegehrer Fussi).
Wie schon gesagt, ich kenne selber ÖCVer die grün oder kommunistisch wählen, nur sind die halt gegenüber den VPlern in der Minderheit; dennoch ist die Verbindung überparteilich. Genauso wie in linken Hochschulgruppen/Literaturcafes die meisten rot/rot/grün eingestellt sind und eher selten der CDU beitreten.
Dass sie dann Ämter in den Parteien bekleiden verdanken sie dann ausschließlich Fussvolk-Arbeit und Raufdienen in der Partei-Hierarchie, wie in allen anderen Parteien auch. Das hat niente mit Altherren zu tun.
Die von Tsui oben angeführten Personen sind allesamt vom Volk in geheimer Wahl bestimmte Mandatare! Keine Manager, die durch Protektion in Firmen an die Macht gekommen wären. (Haider: Kärnten-Wahl 2004 42,3%; Strache: Wien-Wahl fast 15%; Böhmdorfer nach seinem Rücktritt als Minister wieder Nationalratsabgeordneter; Stadler EU-Mandatar, da hat das Wahlvolk durch die Vorzugsstimme die Listenreihung umgedreht und ihm das Mandat beschert, das waren ganz sicher nicht Altherrenbünde). Lieber Tsui: Du beschwerst dich, dass die „Burschenschafter“ in einer Partei mitarbeiten und dafür vom Volk gewählt werden! Da könnte ich mich darüber aufregen, dass ich Gusenbauer, Cap und Prammer ertragen muss. Tu ich nicht, da sie vom Volk in den Nationalrat gewählt wurden.
Ad MennoSimons: Ob diese Zündel-Verteidigerin in einer Frauenverbindung ist, weiß ich nicht. Sollte sie es sein, handelt es sich vermutlich um eine national-freiheitliche Korporation, nicht um eine christlich-orientierte.
Ich habe die Sozialdemokratie in Österreich keineswegs frauenfeindlich genannt (leg mir bitte nichts in den Mund!), nur sind dort auch fast nur Männer in hohen Positionen, worüber sich anscheinend niemand aufregt. Dass Korporierte keine Frauen schätzen, sie nicht in hohen Positionen dulden könnten (weitverbreitetes Klischee!), trifft aber offensichtlich auf die laut Tsui von Korporierten beherrschte österr. Regierung mit 50% Frauenanteil nicht zu, das wollte ich in meinen Ausführungen darlegen. Ich wollte nur andeuten, dass unsere Sozialdemokratie in der Hinsicht noch immer im Glashaus sitzt und die linke Reichshälfte daher auf die Konservativen nicht mit Steinen werfen sollte.
Über die ethnische Abstammung Kreiskys habe ich kein Wort verloren, die ist hier irrelevant. Unter Kreisky hatte die SPÖ 12 Jahre lang die Absolute Mehrheit im Nationalrat und regierte in 8 von 9 Bundeslänern (hatte also keine Blockademehrheit im in Ö noch schwächeren Bundesrat zu fürchten), nebenbei regierte sie Wien (das 20-25% aller Wählerstimmen repräsentiert) mit absoluter Mehrheit. Zudem gab es eine riesige Verstaatlichten Industrie, die es in D in der Form nicht gab. Über 10% der Gesamtbevölkerung waren in Parteikadern der SPÖ organisiert, man nannte sie teilweise nur noch „die Partei“. Sprich: Wer damals nicht zur SPÖ sondern zu einer anderen Gesinnungsgemeinschaft ging, tat das aus Überzeugung.
Nochmal zu Tsui: Du kannst gern versuchen, ein Korporiertes Who is Who der österr. Politik/Wirtschaft anzulegen, daran sind schon Generationen von VSSTÖlern vor dir gescheitert, weil kaum etwas zu finden ist, was nicht frei gewählt wurde oder selfmade ist, dagegen trifft man überraschend oft in Top-Firmen Sozialdemokraten nach dem Ausscheiden aus dem Amt an. Du wirst draufkommen, dass die staatsnahen Betriebe (Verstaatlichte und so) nach 30 Jahren roter Herrschaft eher rote Domänen waren/sind. Du wirst dort (vor 2000) eher weniger Schwarze oder Blau/Orange oder gar Korporierte antreffen, die machen ihr Glück in der Privatwirtschaft. 193.170.104.164 11:29, 27. Mär 2006 (CEST)

Namens/Lemmakonvention

Als ich neulich einen Artikel auf die gängige Bezeichnung (Bezeichnung+Namen+Ort) verschieben wollte, wurde ich nach der Kodifizierung hierfür gefragt. Tatsächlich habe ich festgestellt, daß (bis eben ;-) noch ca. 10 von 100 sich nicht hieran orientierten. Diese habe ich soweit möglich auch angepaßt. Leider wollte mir das bei 1. einigen Burschenschaften (wegen deren Brauch sich teilweise mit Ort+Burschenschaft+Name zu bezeichnen), 2. bei zwei Wingolf und 3. bei mehreren Schülverbindungen nicht gelingen.

Deswegen zwei Fragen/Bitten 1. Soll ich den (bisher ja fast einvernehmlich praktizierten) Grundsatz Bezeichnung+Name+Ort unter Wikipedia:Artikel über Studentenverbindungen oder an einem anderen Ort festschreiben oder belassen wir es bei der ungeschriebenen Konvention? 2. Kann sich jemand mal die verbliebenen ca. 5 Verbindungen anschauen, mir will kein einheitliches Lemma einfallen (vielleicht habe ich als Kösener auch nur zu wenig Einfühlungsvermögen für Burschenschaften ;-) --Koffer 15:06, 17. Mär 2006 (CET)

Ich bin ja nicht der einzige, der in der Wikipedia auch über sein Spezialgebiet gelernt hätte. Bei den Burschenschaften hat das wohl Tradition, dass die sich nach dem Muster "Kleinkleckersdorfer Burschenschaft Germania" benennen, weil die ursprüngliche Konzeption der Burschenschaften darin bestand, dass es nur eine Burschenschaft pro Universität gibt, sozusagen per Definition. Und da sollte es dann die Kleinkleckersdorfer Burschenschaft und die Großkleckersdorfer Burschenschaft geben, Aus, Ende. Alte Quellen sprechen dann noch von einer "Allgemeinheit" als Bezeichnung für die Burschenschaft. Als die sich später zersplittert haben, wurde Zusatzbezeichnungen nötig. So gab es dann die Kleinkleckersdorfer Burschenschaft Germania und die Kleinkleckersdorfer Burschenschaft Arminia etc. Und das machen die heute noch so, leider auch nicht ganz einheitlich. Aber ignorieren kann man das auch nicht. Beim Wingolf fällt wohl Bezeichnung und Name zusammen, da gibt es ja immer nur einen am Ort. Das muss man auch berücksichtigen. Wichtig bei der Lemmakonvention ist nur, dass kein wichtiger Namensbestandteil weggelassen wird. So wäre es zum Beispiel Blödsinn, wenn jemand Rhenania anlegen würde, oder Suevia (hierfür gibt es jedoch eine Begriffsklärung). Auch das Corps Holsatia ist der Meinung, es gäbe davon nur eins und man müsse die Ortsbezeichnung Kiel nicht dazuschreiben. Das halte ich aber in der Wikipedia für falsch. Das wäre eine Zumutung für den Leser. --Rabe! 21:36, 17. Mär 2006 (CET)

Zum Thema Burschenschaft: Aufgrund einer eingerissenen Visitenkarte hatte ich auch das Vergnügen mich näher mit dem Thema beschäftigen zu dürfen ;-). Von daher glaube ich auch, daß wir mit zwei oder drei begründeten (!) "Abweichlern" in WP leben müssen. Bezüglich des Wingolfs gibt es zwei Einträge (Erlanger Wingolf und Wingolf zu Wien), auch hier gehe ich von einer spezifischen Tradition aus?! Zum Thema Holsteiner sage ich gar nichts mehr seit ich deren speziell Werbungsseite mit retuschierten Bändern und geänderten Bezeichnungen gesehen habe (eigentlich sollte man sie dafür aus dem Kösener werfen!).

Ältester Verband

Im Artikel über den Wingolfsbund ist angegeben, daß es sich hierbei um den ältesten Korporationsverband Deutschland handelt. Hieran habe ich erheblich Zweifel. Der Zusammenschluß von 1841 ist nichts anderes als ein Kartell alter Art nach Kösener Maßstäben und davon gab es schon in den 1820er und besonders in den 1830er einige (von denen manche heute ja sogar noch existieren). Bevor ich das im Artikel lösche bitte ich um Stellungnahmen. --Koffer 12:17, 18. Mär 2006 (CET)

Über den Passus bin ich auch schon gestolpert. Meines Erachtens ist der Zusammenschluss von drei oder vier Verbindungen kein Dachverband. Auch haben die sich nicht "Verband" genannt, sondern "Bund", was ebenfalls daraufhin deutet, dass das ein Zusammenschluss im Sinne von "eine Verbindung an mehreren Orten". Also wenn einer den Studienort wechselt, ist er am neuen Ort automatisch Mitglied. Das wurde im Kösener auch versucht. So von Bavaria Würzburg und Baruthia Erlangen im Jahre 1828. Das hat sich dann aber nicht durchgesetzt. Immerhin ist der Kösener so großzügig und rechnet den Allgemeinen Senioren-Convent der SC von Jena, Leipzig und Halle von 1821 nicht als Gründungsdatum des KSCV, obwohl das mit ein bisschen Verrenkung auch ginge. Aber einen "Bund" von drei oder vier Verbindungen als Gründung eines Dachverbands zu bezeichnen, geht dann doch ein bisschen weit. Meines Wissens war das beim Wingolf 1844, oder täusche ich mich da?--Rabe! 19:13, 18. Mär 2006 (CET)

Richtig, es ist 1844. Ich stimme Dir auch in Bezug auf das Gründungsdatum des KSCV von 1821 zu. --Koffer 19:30, 18. Mär 2006 (CET)

Exzellenz-Nominierung für Kneipe (Studentenverbindung)

Für alle, die es interessiert: Der Artikel Kneipe (Studentenverbindung) ist heute für die "Exzellenten" nominiert worden. --Rabe! 19:46, 22. Mär 2006 (CET)

Nochmal: Unvereinbarkeit

Jetzt, wo sich das Ganze auf die Burschenschaftliche Gemeinschaft eingeengt hat, ist es meiner Ansicht nach nicht mehr gerechtfertigt, so viel Aufhebens in diesem Überblicksartikel zu machen. Meines Wissens sind da rund 50 deutsche und österreichische (viel österreichische) Burschenschaften Mitglied, das sind innerhalb Deutschlands (es geht ja um die deutsche SPD) schätzungsweise drei Prozent aller Verbindungen. Das entspricht ungefahr dem Wahlergebnis der DVU in Sachsen-Anhalt. Wer schreibt denn jetzt einen so langen Absatz über die DVU im Artikel Sachsen-Anhalt? Bei der letzten Landtagswahl in Sachsen haben neun Prozent NPD gewählt, im entsprechenden Artikel sind nur zwei oder drei Sätze zum Thema. Ich weiß, dass diese Minderheit eine nette Zielscheibe abgibt, aber deshalb muss man sie ja nicht aufwerten und an dieser Stelle so ein Aufhebens machen, wenn die nur so eine marginale Gruppe sind. Das passt vielleicht bei Burschenschaft oder Deutsche Burschenschaft. Den Artikel Burschenschaftliche Gemeinschaft müssten wir jetzt wohl auch anlegen, wenn der Laden (dank den Jusos) mittlerweile so eine Popularität genießt. Wenn das nur nicht so ein ekliges Thema wäre ... --Rabe! 18:16, 29. Mär 2006 (CEST)

Sehr gut hat mir in dem Zusammenhang gefallen, daß die NeueDB darauf hingewisesen hat, daß es in der deutschen Geschichte eine einzige Partei mit Unvereinbarkeitsbeschluß gab, und das war die NSdAP.
Ursprünglich sollte der Beschluß ja gegen alle gehen, Corps, DB, NeueDB, CV wurden AFAIK explizit genannt.
--137.193.16.11 20:44, 6. Apr 2006 (CEST)

Ein gutes Beispiel für gelungene Integration

Immer wieder kann man in der Presse lesen, dass schlagende Verbindungen ausländerfeindlich wären. Ich denke, dass man das so pauschal nicht sagen kann. Für den Coburger Convent gilt das jedenfalls nicht. Das folgende Foto habe ich beim Pfingstkongress des CC 2004 in Coburg gemacht:

http://www.250kb.de/u/06040...

In der Verbindung, in der ich seit nunmehr 30 Jahren Mitglied bin, kommt momentan die Hälfte der Aktiven aus dem Ausland. Wenn die Integration in den letzten 2 Jahrzehnten überall in Deutschland genauso vorbildlich verlaufen wäre, wie auf vielen Verbindungshäusern des CC, dann hätten wir heute einige Probleme weniger in diesem Land. Wobei ich der festen Überzeugung bin, dass es in den meisten anderen schlagenden Verbindungen auch nicht anders aussieht. Negative Ausnahmen gibt es immer. Diese sollte man aber generell nicht verallgemeinern. --Gast 00:16, 03. April 2006 (CEST)

Nochmal Kritik

Es ist ja schön, was da alles von Seiten der AStA und so weiter genannt wird, einen Kritikpunkt sehe ich aber als viel wesentlicher an (auch wenn er nicht die hohe (Hochschul-)Politik betrifft):

Ich kenne kaum jemanden, der in einer Verbindung war, der das jetzt vor dem Diplom noch ist. Ich selbst bin irgendwann ausgetreten, weil sich die Vorstellungen der Verbindung, was ich vor meinem Diplom an Zeit zur Verfügung zu haben habe, nicht mit meinen überschnitten haben; ein Kommilitone erzählte mir, er stehe ebenfalls kurz vor dem Austritt und kenne weder in den "Jüngeren Älteren Herren" noch erst Recht bei der Aktivitas jemanden, der kein Überflieger ist und das Studium trotz Verbindung abgeschlossen habe.

Das gleiche gilt wohl für die ganzen "politischen Hochschulgruppen" (die dann im STERN prahlen können: "Ich habe Abgebrochen - und habe trotzdem glänzende (Partei-)Karriere gemacht)"; für mich ist das ganz klar ein Punkt, weswegen ich niederen Semestern klar abrate, in eine Verbindung einzutreten oder erst Recht aufs Haus zu ziehen.

Es mag da ausnahmen geben (wie die HÜTTEn, evtl. auch MWR und andere), aber wenn man sich ernsthaft um sein Studium kümmern will, dann halte ich Aktivitäten wie Korporationen (und natürlich auch AStA, StuPa, AI...) zumindest für technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge nach vielen (vielleicht nicht repräsentativen) Berichten aus meinem Umfeld für gefährlich.

Durch die neuen Hochschulreformen mit Studiengebühren, festen Höchstzeiten für bestimmte Studienabschnitte, dem überlegten Trimestralstudium und auch der Forderung der Arbeitgeber, sich immer breiter noch im Studium zu qualifizieren, sehe ich da auch in Zukunft immer weniger Platz für Verbindungen und andere "Zeitfresser".

--137.193.16.11 20:53, 6. Apr 2006 (CEST)

Ich sehe das genau anders. Gerade als Ingenieurstudenten werden viele merken, dass das, was sie im Studium gelernt haben (ich nenne das immer "Wissen abpumpen"), längst nicht das Wichtigste ist, was sie im Berufsleben brauchen. Gerade heute redet man wieder von der "außerfachlichen Erziehung" oder neudeutsch "soft skills", die im Studium leider nicht vermittelt werden. Die Verbindungen machen genau dies seit 200 Jahren. Man lernt, sich mit Menschen auseinanderzusetzen. Wie die Schrauben (wahlweise Programmiersprachen) funktionieren, ist zwar auch wichtig, aber die meisten Schwierigkeiten im Berufsleben treten nicht im fachlichen Bereich auf. Die meisten Karrierekiller oder Karrierebooster liegen auch bei Ingenieuren im menschlichen Bereich. Die Verbindungen können da zwar keine Wunder vollbringen, aber Defizite mindern und neue Erfahrungen vermitteln. Zwar wird es später heißen, da war wieder Vitamin B im Spiel, aber diese Argumentation bröckelt zunehmend in einer Zeit, in der unter dem Beifall der Öffentlichkeit spezielle Alumni- und Networkingvereine gegründet werden, die die gezielte Seilschafterei zum Vereinszweck erhoben haben, jedoch ohne vorher Übung zu vermitteln. --Rabe! 21:33, 6. Apr 2006 (CEST)

Daß Soziale Kompetenz wichtig ist, stimme ich Dir zu. Nur - Pardon, die lernt man nicht unbedingt in Verbindungen (da gibt es auch viele andere Möglichkeiten, die man u.a. auch mit seinem Studium verknüpfen kann - VDI, VDE, GI, GMDS...). Und schließlich: Die besten "Soft Skills" und der "Skill", jeden Bierjungen zu gewinnen, nutzt erstmal gar nichts, wenn man das Diplom nicht bekommt; der Baccalaureus zu schlecht war, um mit dem Magister weiterzumachen (reden wir doch zivilisiert -- der verlangte Schnitt kann bis 1,7 hochgehen); und schließlich, super Soft-Skills hat, aber einen Tunnelblick auf gerade das, was man fürs Diplom brauchte, weil die Zeit gefehlt hat, sich auf andere Themen auszudehnen, die nicht unbedingt was mit der "klassischen Anforderung" an den Ingenieur/Informatiker/Techniker haben, die einem aber viel bringen können - Jura, Medizin, Studium Generale mit Zertifikaten, Statistik, Wirtschaftswissenschaft, sozialwissenschaftliche Anteile...
Killargument für mich ist die hohe Zahl an Abbrechern in (zu) vielen Verbindungen, die ich kenne. Soft Skills sind für die Betriebsfeier; ein guter Schnitt im Abschluß (und der Abschluß überhaupt) sind die Eintrittskarte, um da erstmal hinzukommen.
--137.193.16.11 23:43, 6. Apr 2006 (CEST)

Wer natürlich nur mit Hängen und Würgen durch sein Studium kommt, für den ist das Aktivsein in einer Verbindung vermutlich auch eine Last. Meiner Erfahrung nach liegt das aber weniger an der physikalischen Größe Zeit, sondern an den geistigen und mentalen Kapazitäten des Studenten. Viel wichtiger als die Knappheit der Stunden, die man auf der Uhr ablesen kann, sind Fähigkeiten wie Konzentrationsfähigkeit, Aufnahmevermögen und Durchhaltefähigkeit. Wer das im Studium vorweisen kann, kann locker Verbindungsstudent werden. Wer erst im Berufsleben und Familienleben steckt, kann erkennen, welche Ozeane von Zeit man als Student hat. Die Frage ist nur, ob man sie nutzen kann. Und dass Verbindungsstudenten alles berufliche Versager wären, kann man auch nicht behaupten. Zur Zeit werden vier deutsche Bundesländer von "Alten Herren" als Ministerpräsidenten regiert, ein weiteres von einem Alten Herren als stellvertretendem Ministerpräsidenten. Waren das im Studium alles Versager? --Rabe! 09:36, 7. Apr 2006 (CEST)

Drei Dinge: Wer sich kurz vor dem Diplom nicht inaktivieren läßt, wenn ihm die Zeit nicht reicht die Verbindung und das Studium unter einem Hut zu bringen, ist selber schuld. Ich habe mich zwei Semester vor dem Diplom inaktivieren lassen und habe mich dann im letzten Semester wieder reaktivieren lassen, um den Fuxmajor zu übernehmen, weil mir der Ausgleich zum plumpen Lernen für das Diplom gefehlt hat ;-).
Zweitens: Es ist richtig, dass die neuen Abschlüsse und die flexiblen Prüfungssysteme den Druck auf die Studenten erhöht statt zu senken. Nach von mir gesammmelten Erfahrungsberichten von korporierten und nicht-koporierten Studenten scheint es so zu sein, dass die Studiendauer eher steigt als sinkt, weil man ja keine Klausur versemmeln will. Tolle Sache. Das ist aber kein Problem, des Korporiertseins.
Bei Ehemaligen-Veranstaltungen von Universitäten wird häufig die Uni kritisiert, ihren Studenten keine "soziale Kompetenz" vermittelt zu haben. Ich habe bei einer solchen Veranstaltung einmal geäußert, dass diese Studenten selbst Schuld sind, weil es im Uni-Umfeld genug Organisationen gibt, wo man das lernen kann: AIESEC, Sportverein, Studentenverbindung, Hochschulparteien, etc. Die Reaktion dieser Studenten war verständinislos bis boßhaft. (Die haben echt nichts begriffen!). Ich selbst war außer in der Verbindung noch in zwei weiteren Hochschulorganisationen und habe trotzdem mein Studium mit Prädikat abgeschlossen. Wo ist also das Problem? --ALE! ALE! 09:47, 7. Apr 2006 (CEST)

Naja. Die Behauptung, daß es nur an "geistigen und mentalen Kapazitäten" eines Studenten liegt, wenn er im Studium scheitert, weil er sich nicht auf das Wesentliche konzentriert hat, geht mir doch sehr viel zu weit. Viele Korporationen haben sehr wenig Leute für sehr viele Aufgaben, und da wird ziemlich gemurrt, wenn sich jemand nicht für ein Amt oder eine Aufgabe zur Verfügung stellt. Abgesehen davon hat eine Universität nicht nur verschiedene Fakultäten am Ort, weil das bequemer und billiger ist, sondern auch, damit man als Student andere Fachbereiche mitnehmen kann; Berufsverbände sollte man auch möglichst früh anschauen (vgl. nicht zuletzt die Preise der VDI als Student und als "Fertiger").
Zeit ist ein Faktor, wenn man mit 36 SWS an Vorlesungen belastet ist, dazu die Übungen und die Nachbereitung der Vorlesung. Dann noch Fachzeitschriften lesen, Seminar/Diplomarbeit/Studienarbeit etc.. - in einem Studium, bei dem man sich nachher freut, wieviel Zeit man doch im Studium gehabt hätte, hat man entweder arg was falsch gemacht, oder man betrachtet es durch die sehr nostalgische Brille. BTW, sowas wie "Familie und Freundin" habe ich oben noch gar nicht mitbeachtet.
Man kann wohl eine Korporation mit dem Studium unter einen Hut bringen - daß einige Leute da Probleme mit haben, höre ich auch nicht zum ersten Mal, und irgendjemand meinte mal vor einigen Monaten, richtig zu studieren habe er erst angefangen, als er inaktiv geworden wäre. Das kann man heute machen, sofern man sich erst als Inaktier einschreibt; die 500 EUR Studiengebühr pro Semester, die sich gerade einschleichen (natürlich OHNE sozialverträgliches Nachforderndes Prinzip, aber das war ja auch klar...) sorgen auch dafür, daß man möglichst schnell von der Uni wieder runter sein will. --137.193.138.178 14:29, 17. Apr 2006 (CEST)

Löschanträge für Artikel mit latinisierten Ländernamen ("Rhenania" etc.)

Hier Wikipedia:L%C3%B6schkandidaten/18._Mai_2006#Rhenania wird gerade darüber diskutiert, ob man Begriffsklärungsseiten löschen soll, wenn zu viele Namen von Studentenverbindungen aufgeführt sind. Da kann man abstimmen. --Rabe! 09:41, 19. Mai 2006 (CEST)

Burschi-Reader

Hiermit weise ich alle potenziell Interessierten auf den neuen Artikel Burschi-Reader hin. Viele Grüße! --Rabe! 21:05, 25. Mai 2006 (CEST)

Achtung, dieser interessante Artikel hat sich einen Löschantrag eingefangen. Bitte mitdiskutieren! --Rabe! 21:26, 29. Jun 2006 (CEST)

Der ÖVP Abgeordnete

Der Abgeordnete der ÖVP heißt Andreas Khol - K H O L NICHT KOHL (das war ein Budeskanzler in der BRD und der hieß Helmut)! Mein Tip: Öfter mal die österr. Nationalratsdebatten anschauen (vormittags im ORF)- dort wird der Name regelmäßig eingeblendet, wenn er am Rednerpult steht... Ich bitte darum, daß das geändert wird - Danke.

Unvereinbarkeit von Fußballbegeisterung und SPD-Mitgliedschaft?

Also ich finde es prima, dass endlch mal einer was gegen diese rechtsradikalen Umtriebe in den Fußballstadien unternimmt. Das traut sich ja kaum einer. Mittlerweile gibt es aber doch einige Couragierte, die ihrer Empörung offen Ausdruck verleihen. So die Naturfreundejugend Berlin, die in ihrer Initiative "Vorrundenaus 06" die Beziehungen zwischen Fußball und dem Themenkreis "Nationalismus, Sexismus etc." aufdeckt. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung:

Fußball verdeutlicht nicht nur gesellschaftliche Herrschaftsverhältnisse sondern verstärkt diese auch. Fußball schafft einen Raum, in dem zum Beispiel Nationalismus und Sexismus besonders offensiv und aggressiv ausgelebt werden. Bei Fußballspielen ist es selbstverständlich und gesamtgesellschaftlich legitim "für Deutschland" zu sein. Und dass Fußball nichts für Frauen ist, fußballspielende Frauen langweilig anzusehen sind und weibliche Fußballfans nur dann akzeptiert werden, wenn sie sich entweder besonders gut mit der Materie auskennen oder besonders wenig an haben, scheint ebenfalls allgemeingültig. Quelle: http://www.vorrundenaus.de

Es wird Zeit, dass mutige SPD-Politiker die Unvereinbarkeit von Fußballbegeisterung und SPD-Mitgliedschaft fordern. Mir kommt das alles irgendwie bekannt vor. Woran erinnert mich das nur? --Rabe! 10:05, 27. Jun 2006 (CEST)

Rettet Curonia!

Ich hätte gern ein bisschen Unterstützung für dieses Anliegen: Uwe_Gille. Vielleicht macht ja jemand mit. --Rabe! 22:55, 17. Jul 2006 (CEST)

Diskussion wird jetzt hier (Wikipedia:Wiederherstellungsw%C3%BCnsche#Corps_Curonia_Goettingensis) weitergeführt. --Rabe! 09:05, 18. Jul 2006 (CEST)

Aktualisierung Betr. Entschl. SPD

Zitat:

Der Parteirat muss diesem Beschluss aber noch am 24. April zustimmen. Von einem solchen Unvereinbarkeitsbeschluss wäre kein prominentes SPD-Mitglied betroffen.

Kann jmd. den Artikel auf Bzg. dieses Entschlusses aktualisieren?

Gaudeamus igitur: "Lesenswert" oder "exzellent"?

Also ich bin jetzt bei diesem Artikel mit meinem Latein am Ende. Es wäre schön, wenn noch jemand anderes mal über den Artikel schauen könnte. Und dann bitte ich um Wortmeldungen, welches Bapperl man da beantragen könnte. Für "exzellent" ist er ja vielleicht etwas kurz, da werden meist längere Artikel gewählt. Aber warum soll man tiefstapeln und erst bei "lesenswert" beginnen? Was meint Ihr?--Rabe! 22:26, 7. Okt 2006 (CEST)

Geschichte - da fehlt doch was

Ich habe das Gefühl, bei der Geschichte aller Studentenverbindungen fehlt etwas grundsätzliches. Die Studentenverbindungen haben sich ja ursprünglich sehr stark unterschieden. Die Landsmannschaften waren aus der alten Universitätsorganisation einfach schon da, die Corps waren eher elitär, hier gab es die meisten Adligen und die Burschenschaften waren eine Reformgruppe, die landsmannschaftliche und soziale Grenzen überwinden wollten. Seit dem Kaiserreich gleichen sie sich dann alle an, und sind heute alle mit Haus und alten Herren, schlagend oder nicht-schlagend und fast immer farbentragend. Diese Unterschiede spiegeln sich aber kaum in der Wikipedia. (Und falls jemand (Rabe!) meint, wenn jemand Lücken entdeckt, soll er sie selbst schließen, dann hat er zwar recht - aber ich habe noch kein einziges gutes Buch zu diesem Thema gefunden und kann deshalb nicht helfen. Shug 22:06, 29. Okt. 2006 (CET)

Hallo Shug, auch wenn ich jetzt den Eindruck des Schleimers erwecke, trotzdem bin ich der Meinung, dass das hier einer der schlauesten Beiträge zum Thema ist, den ich in der Wikipedia gelesen habe (nach dem Prinzip "Ich weiß, das ich nichts weiß."). In der gesamten Literatur fehlt dieser totale Überblick, den Du hier anmahnst. Die Insider sind in der Sicht ihres jeweiligen Dachverbandes gefangen. Die nichtkorporierten Universitätshistoriker blenden das Thema selbst bei seriösen Darstellungen einfach aus. Und die "Kritiker" ergehen sich in Schmäh-Vokabular. Und wenn wir hier in der Wikipedia weiterkommen wollen, sind wir gezwungen, eigene Forschung zu betreiben, weil man sonst mit der sich widersprechenden Literatur nicht auf einen Nenner kommt. Aber ich mache da gerne mit. --Rabe! 23:31, 29. Okt. 2006 (CET)

Kommen wir schon zum ersten Teil-Missverständnis: "Landsmannschaft" ist ein sehr schillernder Begriff in der deutschen Studentengeschichte. Eines meiner Hauptanliegen im Artikel Landsmannschaft (Studentenverbindung) war es zu zeigen, dass die heutigen Landsmannschaften sich gern auf die ganz alten Traditionen des 18. Jahrhunderts berufen, obwohl sie eine ganz junge Erscheinung sind. Es gibt erstmal die so genannten "alten Landsmannschaften", die im 18. jahrhundert einen sehr losen Zusammenhang hatten und mit den heutigen Studentenverbindungen nicht zu vergleichen sind. Die Geschichte der Studentenverbindungen (im heutigen Sinne) beginnt mit den Corps, die um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert eklektizistisch Elemente der alten Landsmanschaften und Elemente der Studentenorden übernommen haben und dem Ganzen noch Ideen und Ansprüche aus der Gedankenwelt des Deutschen Idealismus hinzugefügt haben. Zum Leidwesen der Studentenhistoriker wurden diese frühen Corps meist noch aus alter Tradition "Landsmannschaften" genannt, weil die Zeitgenossen den Unterschied noch nicht bemerkt hatten. Neben "Landsmannschaft" gab es noch die Bezeichnungen "Gesellschaft", "Kränzchen", "Clubb" etc. Das wurde auch noch nicht so ernst genommen, da man sich ja gegen niemanden abgrenzen musste. Es gab ja nichts anderes. Da in diesen Zusammenschlüssen aber schon alles das erkennbar war, was später die "Corps" ausmachte (Constitution, Zusammenschluss in einem Senioren-Convent, SC-Comment), sprechen manche Studentenhistoriker gern von "Corpslandsmannschaften", was aber eher als Kunstwort einzustufen ist. Die Bezeichnung "Landsmannschaft" hat sich bei den Corps teilweise sehr lange gehalten. So hat sich das Corps Franconia Würzburg erst in den 1860er Jahren von "Landsmannschaft" in "Corps" umbenannt. Und wenn man in Meyer's Konversationslexikon von 1888 unter "Corps" nachschlägt, erhält man den Hinweis "siehe Landsmannschaft". Das was sich heute Landsmannschaft nennt, ist jüngeren Datums und galt noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als traditionslose Neugründung. Du siehst, das ist selbst in Details alles sehr kompliziert. Und wenn da die Insider mit den Interessen ihres eigenen Dachverbandes im Hinterkopf rangehen, dann kannst Du Dir vorstellen, wie die Verwirrung ausgebaut wird. --Rabe! 23:31, 29. Okt. 2006 (CET)
Nur am Rande: Dass es so gar keine brauchbare Lit. zum Thema gäbe, stimmt m.E. nicht. Ich empfehle als Einführung und Überblick immer wieder gern: Konrad Jarausch, Deutsche Studenten 1800 bis 1970, ed. suhrkamp Nr. 1258, Frankfurt 1984. Da steht zumindest die von Rabe! angedeutete historische Entwicklung einschließlich des dazugehörigen sozialhistorischen Hintergrunds (zahlenmäßige Stärken, soziale Zusammensetzung und politisch-weltanschauliche Ausrichtung der verschiedenen Verbindungstypen etc.) drin. Besten Gruß, UweRohwedder 09:42, 30. Okt. 2006 (CET)

Couleur kandidiert

An alle Interessierten, der Artikel steht jetzt zur Wahl. Bitte hier Wikipedia:Kandidaten_f%C3%BCr_exzellente_Artikel#Couleur abstimmen. Vielen Dank. --Rabe! 12:53, 8. Nov. 2006 (CET)

Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Studentenverbindung und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).