Die sumerische Sprache ist die Sprache des altorientalischen Kulturvolkes der Sumerer. Sie ist mit keiner bekannten Sprache verwandt, deswegen bezeichnet man sie als isoliert. Das Sumerische wurde in Südmesopotamien bis etwa 1700 v. Chr. gesprochen. Daneben wurde es, nachdem es als Alltagssprache ausgestorben war, in ganz Mesopotamien bis ins 1. Jhdt. v. Chr. als Religions-, Literatur- und Wissenschaftssprache verwendet. Das Sumerische ist eine der ersten Sprachen – wenn nicht die erste –, für die eine Schrift entwickelt wurde (etwa 3200 v. Chr.), somit umfasst die Periode der schriftlichen Überlieferung einen Zeitraum von rund 3000 Jahren.
Spätestens seit Mitte des 4. Jahrtausends spielten die Sumerer in Südmesopotamien eine entscheidende Rolle beim Übergang zur Hochkultur, insbesondere auch bei der Entwicklung einer für Wirtschaft und Verwaltung brauchbaren Schrift etwa um 3200 v. Chr. (Funde in Uruk IVa). Das Sumerische ist eine der ersten Sprachen, für die eine Schrift erfunden wurde. Nur die ältesten ägyptischen Hieroglyphen reichen an das Alter der sumerischen Schrift heran. Ob es zwischen den beiden mit Abstand ältesten Schriftsystemen eine Beziehung gab, ist eine ungeklärte Frage der Ägyptologie und Altorientalistik.
Etwa um 3200 v. Chr. ging man dazu über, die Muster, die auf tönernen Zählmarken (Tokens) eingeritzt waren, in größere Tonklumpen zu ritzen und mit zusätzlichen Zeichen zu versehen. Aus dieser archaischen Form entwickelte sich in wenigen Jahrhunderten die mesopotamische Keilschrift – so nach der Form ihrer Zeichen benannt, die durch das Eindrücken eines kantigen Griffels in den weichen Ton entstanden – zur vollen Blüte. Sie ist auf Tontafeln und anderen Trägern wie Statuen und Gebäuden erhalten, die bei archäologischen Grabungen in Mesopotamien entdeckt wurden. Diese Schrift adaptierten die Akkader, Babylonier, Assyrer, Eblaiter, Elamiter, Hethiter, Hurriter und Urartäer jeweils für ihre eigene Sprache.
Ursprünglich wurde die sumerische Keilschrift als ideographische oder logographische Schrift entwickelt. Jedem Zeichen entsprach ein Wort, und die Zeichen ließen zunächst noch gut erkennen, welcher Begriff gemeint war. Im Laufe weniger Jahrhunderte entwickelte man nach dem Rebus-Prinzip zusätzlich eine Form der Silbendarstellung, bei der vielen Zeichen ein oder mehrere phonetische Silbenwerte (meist V, KV, VK, KVK) zugeordnet wurden (V für Vokal, K für Konsonant). Es entwickelte sich eine logographisch-phonologische Schrift.
Am Beispiel des folgenden kurzen Textes aus den sog. Gudea-Zylindern sollen die Begriffe der Transliteration der Keilschrift und deren Zerlegung bei der grammatikalischen Analyse einander illustriert werden.
Bemerkungen: diĝir und ki sind hier Determinative, sie werden bei der Analyse hochgestellt; pa.te.si und šir.bur.la sind sog. diri-Komposita.
Übersetzung: Für Inana, die Herrin aller Länder, seine Herrin, hat Gudea, der Stadtfürst von Lagas und Wächter von Ĝatumdu, sein Haus von Ĝirsu gebaut.
Die sumerisch-akkadische Koexistenz
Im gesamten 3. Jahrtausend spielte das Sumerische in Südmesopotamien die Hauptrolle – unterbrochen nur in der Zeit des semitischen Reichs von Akkad (2350–2200 v. Chr.). Die Sumerer mussten sich allerdings seit etwa 2600 v. Chr. zunehmend mit semitischer Konkurrenz (den Akkadern, zuerst im Norden Mesopotamiens) auseinandersetzen, wobei man weniger von einer feindseligen Position der beiden Bevölkerungsgruppen ausgehen sollte, als von einem weitgehend friedlich verlaufenden Assimilations- und Integrationsprozess, der letztlich zu einer Koexistenz dieser Völker und ihrer Sprachen führte (das sog. sumerisch-akkadische linguistische Konvergenzgebiet mit wechselseitiger sprachlicher Beeinflussung; siehe Edzard 2003). Seit 2000 v. Chr. verliert das Sumerische langsam seine Bedeutung, das sumerische ethnische Element geht nach und nach ganz in der – auch durch weitere Zuwanderungen – wachsenden semitischen Bevölkerung auf. Um 1700 v. Chr., spätestens 1600 v. Chr., kann das Ende des Sumerischen als gesprochene Sprache angenommen werden. Als Sprache des Kults, der Wissenschaft, Literatur und offiziellen Königsinschriften fand es noch lange Verwendung. Die letzten sumerischen Texte stammen aus der Endphase der Keilschriftepoche (etwa 100 v. Chr.).
Sprachperioden und Textarten
Man teilt die dreitausendjährige Sprachgeschichte des Sumerischen in folgende Perioden:
(1) Archaisches Sumerisch oder Frühsumerisch 3100–2600 v. Chr. Aus dieser Periode stammen fast nur Wirtschafts- und Verwaltungstexte, Funde hauptsächlich aus Uruk (Phase IVa und III) und Šuruppak. Seit der Dschemdet-Nasr-Zeit gibt es einige Rechtsurkunden und literarische Kompositionen in archaischer Form. Da die grammatischen Elemente – Markierungen grammatischer Funktionen bei Nomen und Verb – nur vereinzelt geschrieben werden, tragen die Texte wenig zur Erhellung der grammatischen Struktur des Sumerischen bei.
(2) Altsumerisch 2600–2200 v. Chr. Überwiegend Wirtschafts- und Verwaltungstexte, schon erste längere Königsinschriften, vereinzelte literarische Texte. Hauptfundort ist Lagaš. Die Texte dieser Phase geben schon einigen Aufschluss über die sumerische Grammatik. Nach der Zeit des semitisch geprägten Akkadischen Reiches (2350–2200 v. Chr.), das mit einem starken Rückgang des sumerischen Materials einhergeht, kommt es zur sumerischen Renaissance.
(3) Neusumerisch 2200–2000 v. Chr. Die größte Funddichte aus der Zeit der III. Dynastie von Ur (Ur-III-Zeit), zahllose Wirtschaftstexte aus Lagaš, Umma und Ur. Etliche Rechts- und Prozessurkunden wurden überliefert. Von zentraler Bedeutung sind die umfangreichen, auf Zylindern überlieferten Bauhymnen des Ensis Gudea von Lagaš (um 2130), die eine grundlegende grammatische Analyse des Sumerischen erlaubten (A. Falkenstein 1949/78).
(4) Spätsumerisch 2000–1700 v. Chr. Nutzung des Sumerischen noch als gesprochene Sprache in Teilen Südmesopotamiens (Raum Nippur), vor allem aber intensiv als Schriftsprache für Gesetzes- und Verwaltungstexte und königliche Inschriften (oft zweisprachig sumerisch-akkadisch). Viele literarische Werke, die aus älteren Zeiten mündlich überliefert wurden, finden jetzt erstmalig ihre sumerische Schriftform, darunter auch die sumerische Fassung einiger Teile des bekannten Gilgamesch-Epos.
(5) Nachsumerisch 1700–100 v. Chr. Das Sumerische wird nicht mehr als gesprochene Sprache genutzt und auch als Schriftsprache weitgehend vom Akkadischen (Babylonischen im Süden, Assyrischen im Norden Mesopotamiens) verdrängt, es spielt nur noch die Rolle einer Gelehrten-, Kult- und Literatursprache. Deren langanhaltende Bedeutung zeigt aber die Tatsache, dass sich noch im 7. Jhdt. der assyrische König Assurbanipal damit hervortut, sumerische Texte lesen zu können. Aus der nachsumerischen Zeit stammt auch ein großer Teil der zweisprachigen lexikalischen Listen (akkadisch-sumerisch), die im 19. Jhdt. einen Zugang zur sumerischen Sprache erst ermöglichten.
Dialekte und Soziolekte
Obwohl ein später lexikalischer Text eine Reihe von Dialekten (besser Soziolekten) des Sumerischen auflistet, bleibt doch neben der Normalsprache eme-gi(r) nur der Soziolekt eme-sal greifbar, wenn auch nur in spätsumerischer literarischer Überlieferung. Diese Sprachform wird verwandt, wenn in literarischen Texten weibliche Wesen zu Wort kommen, während erzählende Teile und die Reden der Männer in der Normalsprache geschrieben sind. Die Hauptunterschiede zur Normalsprache sind eine teilweise lautliche Umgestaltung der Wortwurzeln und morphologischen Bildungselemente, aber auch der Gebrauch nicht im Hauptdialekt vorkommender Wörter (z.B. mu-ud-na statt nital „Gemahl“, mu-tin statt ki-sikil „Jungfrau“).
Um die Zeitenwende ging jede Kenntnis des Sumerischen und der Keilschrift verloren. Im Gegensatz zu den Assyrern, Babyloniern und Ägyptern, deren Wirken in der Geschichtsschreibung des klassischen Altertums breit dokumentiert ist, gibt es in diesen Berichten keinen Hinweis auf die Existenz der Sumerer. Mit der Entzifferung der Keilschrift seit dem Beginn des 19. Jhdts. werden zunächst drei Sprachen entdeckt: das semitische Akkadische (in seiner babylonischen Form), das indogermanische Altpersische und das Elamische (eine isolierte Sprache im Südwesten des heutigen Irans). Erst später erkannte man unter den babylonischen Texten eine vierte Sprache, die Jules Oppert 1869 als erster als „Sumerisch“ (nach akkadisch šumeru) bezeichnete. Die Selbstbezeichnung der Sumerer für ihre Sprache war eme-gi(r), was vielleicht „einheimische Sprache“ bedeutet; ihr Land nannten sie kengir. Existenz und Benennung der Sprache waren jedoch noch längere Zeit umstritten und konnten erst 20 Jahre später nach Funden von bilingualen Texten in Ninive sowie durch die reichlichen Textfunde in Lagaš durch die Archäologen Ernest de Sarzec und Léon Heuzey von François Thureau-Dangin einwandfrei belegt werden. Letzterer erschloss die sumerische Sprache schließlich mit seinem Werk „Die sumerischen und akkadischen Königsinschriften“ (1907) für die wissenschaftliche Erforschung.
Beziehungen zu anderen Sprachen
Es gibt zahlreiche Versuche, das Sumerische mit anderen Sprachen oder Sprachfamilien in eine Verwandtschaftsbeziehung zu setzen. Dabei wurden die drawidischen, kaukasischen, altaischen und uralischen Sprachen, das Baskische, Tibetische, Altpersische, ja sogar die austroasiatischen und Bantu-Sprachen in Betracht gezogen. In der aktuellen Diskussion über Makrofamilien gilt das Sumerische für einige Forscher als ein Kandidat für die dene-kaukasische Makrofamilie, die das Sinotibetische, die nordkaukasischen, die jenisseischen und Na-Dene-Sprachen, zusätzlich die sonst als isoliert betrachteten Sprachen Burushaski, Baskisch und eben Sumerisch umfassen soll. Neuerdings gibt es auch vereinzelt Forscher, die es eher der nostratischen Makrofamilie zurechnen wollen.
Keiner dieser Vorschläge – auch nicht die dene-kaukasische Makrofamilie, noch viel weniger die nostratische Hypothese – konnte die Fachwelt bisher überzeugen. Somit wird das Sumerische weiterhin mehrheitlich als isolierte Sprache betrachtet. Wenn es in prähistorischer Zeit mit dem Sumerischen verwandte Sprachen gegeben haben sollte, so sind diese nicht schriftlich fixiert worden und somit für einen Vergleich verloren.
Vorgänger und Nachbarn der Sumerer
Ob die Sumerer in Südmesopotamien autochthon oder – vielleicht im Laufe des 4. Jahrtausends – zugewandert sind, lässt sich bis heute nicht sicher entscheiden. Es ist sehr schwierig, ein eventuelles Auftreten der Sumerer in Südmesopotamien mit bestimmten archäologischen Horizonten oder Entwicklungen in Zusammenhang zu bringen. Die ältere sumerische Sprachforschung (z.B. Falkenstein) ging davon aus, dass die Sumerer in Südmesopotamien nicht autochthon waren, sondern erst im 4. Jahrtausend dorthin eingewandert sind und eine dort ansässige Vorbevölkerung überlagert haben. Das wurde an einem sog. vorsumerischen Sprachsubstrat (manchmal „protoeuphratisch“ genannt) festgemacht. Aus dieser Schicht sollten die nicht sumerisch erklärbaren Städtenamen wie Ur, Uruk (Unug), Larsa und Lagaš, Götternamen wie Nanše und Gatumdu, aber auch landwirtschaftliche Begriffe wie apin „Pflug“, engar „Pflüger“, ulušin „Emmerbier“, nimbar „Dattelbaum“, nukarib „Gärtner“, taskarin „Buchsbaum“ (daraus lateinisch taxus) und Bezeichnungen aus dem Bereich der Metallverarbeitung wie simug „Schmied“ und tibira „Klempner“ stammen, was natürlich für den Kulturstand der Sumerer bei Zuwanderung nach Mesopotamien einige Fragen aufwirft.
Heute wird eine „vorsumerische“ Interpretation der oben genannten Beispiele keineswegs als sicher betrachtet, da es an der genauen Kenntnis fehlt, wie ein „sumerisches“ oder ein „nichtsumerisches“ Wort etwa in der ersten Hälfte des 3. Jahrtausends ausgesehen haben mag. Insbesondere galten in der frühen Forschung mehrsilbige Wörter als „unsumerisch“, eine Einschätzung, die sich eher als ein Mythos herausgestellt hat. Dazu G. Rubio (1999): „Es gibt kein monolithisches Substrat, das seine Spuren im sumerischen Lexikon hinterlassen hätte. Alles was man entdecken kann, ist ein komplexes Netz von Entlehnungen, deren Richtung man oft schwer bestimmen kann.“
Mit den schon erwähnten semitischen Akkadern gingen die Sumerer nach und nach eine Symbiose ein, die natürlich auch wechselseitige Auswirkungen auf die beiden Sprachen hatte. Dies betrifft die Wortstellung im Satz, Phonetik, das Kasussystem, vor allem wechselseitige Wortentlehnungen: etwa 7% des akkadischen Wortschatzes sind Entlehnungen aus dem Sumerischen, aber auch das Sumerische besitzt in den späteren Perioden einen 3–4%igen akkadischen Anteil (Edzard 2003).
Daneben sind vor allem noch die Elamiter im Gebiet Chusistan am persischen Golf zu erwähnen (heute Südwestiran), deren Kultur und Wirtschaft schon seit Beginn des 3. Jahrtausends von der sumerischen Hochkultur beeinflusst wurde. Dies hatte auch Auswirkungen auf die elamischen Schriftsysteme, da neben Eigenentwicklungen auch Schriftformen Mesopotamiens übernommen und adaptiert wurden. Ein umgekehrter Einfluss von Elam auf Sumer ist kaum nachweisbar.
Ein Einfluss der „Fremdvölker“ – Lulubäer, Gutäer und andere, die Sumer phasenweise im 3. Jahrtausend beherrschten – auf die sumerische Sprache ist ebenfalls nicht greifbar. (Die Sprachen dieser Ethnien sind allerdings auch so gut wie unbekannt.)
Sprachtypus
Diese Kurzdarstellung der sumerischen Sprache konzentriert sich auf die Nominal- und Verbalmorphologie, es werden nur die grammatischen Standardphänomene behandelt, auf Ausnahmen und Sonderfälle wird nur vereinzelt hingewiesen. Die Darstellung basiert vor allem auf den Grammatiken von D.O. Edzard (2003) und G. Zólyomi (2005).
Bei der Darstellung der sumerischen Formen wird auf die Angabe der Graphemvarianten (unterschiedliche Keilschriftzeichen) verzichtet und stattdessen eine normalisierte Form ohne Akzente, Indizes und phonetische Supplemente verwendet (so auch Zólyomi 2005). Diese Methode erleichtert für Nicht-Keilschriftkundige wesentlich das Verständnis der linguistischen Aspekte, um die es hier vor allem geht.
Das Sumerische kann man kurz als agglutinierende Split-Ergativsprache mit grammatischem Geschlecht (Personen- und Sachklasse) charakterisieren. (Split-Ergativität bedeutet, dass die Ergativkonstruktion nicht durchgehend verwendet wird, sondern in bestimmten Zusammenhängen auch die von europäischen Sprachen bekannte Nominativ-Akkusativ-Konstruktion vorkommt.) Das Verb steht am Satzende, die Position der anderen Satzglieder hängt von verschiedenen Faktoren ab, Nominal- und Verbalphrase sind eng verzahnt.
Es gibt keine Ausprägung der Wortarten Substantiv versus Verb, dieselben Stämme (Wurzeln) – viele sind einsilbig – können für beide Funktionen genutzt werden. Z. B. heißt dug sowohl „Rede“ als auch „sprechen“. Die jeweilige Funktion wird an den Funktionsmarkern (Morpheme, die grammatische Funktionen markieren) und der Stellung im Satz deutlich, die Stämme bleiben unverändert. Es gibt insbesondere keine Infixe (wie z. B. im Akkadischen).
Die Mehrdeutigkeit (Homophonie) vieler Silben der für das Sumerische verwendeten Keilschrift könnte vermuten lassen, dass das Sumerische eine Tonsprache war, bei der unterschiedliche Tonhöhen bedeutungsdifferenzierend wirkten. Allerdings spricht dagegen, dass es in Vorderasien sonst keine Tonsprachen gibt. Es kann auch sein, dass ein größerer Phonemreichtum als der heute aus der Schrift rekonstruierbare von den Defiziten dieses Schriftsystems überdeckt wird.
Da das Sumerische lange ausgestorben ist und in einem oft nicht eindeutig interpretierbaren Schriftsystem überliefert wurde, lassen sich Phonologie und Morphologie nur näherungsweise beschreiben, was auch erklären kann, warum es immer noch sehr unterschiedliche Theorien über die Verbalmorphologie (insbesonder das Präfixsystem des finiten Verbs) gibt.
Phoneme
Das Phoneminventar ist – soweit aus der Schrift erkennbar – recht einfach. Den vier Vokalen /a,e,i,u/ stehen 16 Konsonaten gegenüber:
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Transliteration
b
d
g
p
t
k
z
s
š
ḫ
r
r̂
l
m
n
ĝ
Aussprache
p
t
k
pʰ
tʰ
kʰ
ts
s
š
x
r
(?)
l
m
n
ŋ
Das Phonem /r̂/ (oder auch /dr/) wird von B. Jagersma und G. Zólyomi als aspirierteAffrikata [tsʰ] gelesen. Da es in akkadischenLehnwörtern als [r] erscheint, ist diese Analyse strittig.
Viele Wissenschaftler (u. a. Edzard (2003)) gehen von der Existenz eines [h]-Phonems aus. Dessen genaue Aussprache, ob laryngal oder pharyngal, ist jedoch ebenso ungeklärt wie die Frage nach weiteren Phonemen.
Nominalmorphologie
Personen- und Sachklasse
Das Sumerische besitzt ein grammatisches Geschlecht, das eine „Personenklasse“ (Abkürzung PK oder HUM) und eine „Sachklasse“, genauer „Nicht-Personenklasse“ (Abkürzung SK oder NONHUM), unterscheidet. Tiere gehören in der Regel zur „Sachklasse“. Dieses Zweiklassensystem hat Auswirkungen unter anderem bei der Konjugation und Pluralbildung. Das grammatische Geschlecht ist einem Wort nicht formal anzusehen.
Pluralbildung
Das Sumerische hat zwei Numeri, den unmarkierten Singular und einen Plural. Der Plural wird nur bei den Nomina der Personenklasse markiert, der Pluralmarker (Morphem zur Markierung des Plurals) ist fakultativ und lautet /-ene/, nach Vokalen /-ne/. Bei Zahlattributen entfällt die Markierung, bei Nomina der Sachklasse bleibt der Plural unmarkiert.
Der Plural kann – auch zusätzlich zum Marker – durch Doppelsetzung des Substantivs oder des nachgestellten Adjektivattributs gebildet werden. Bei Nomina der Sachklasse kann das Attribut -hi.a (eigentlich Partizip von hi „mischen“) die Funktion einer Pluralisierung übernehmen.
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Sumerisch
Deutsch
diĝir-ene
die Götter (PK)
lugal-ene
die Könige (PK)
lugal-umun
sieben Könige (Marker entfällt, da Zahlwort vorhanden)
bad
die Mauer (sg), die Mauern (pl) (SK, daher ohne Kennzeichnung)
du-du
die Worte, alle Worte (Totalisierung)
kur-kur
die Berge, Fremdländer; alle Berge, Fremdländer
šu-šu
die Hände
a-gal-gal
die großen (gal) Wasser (a)
udu-hi-a
verschiedene Schafe (SK)
Ergativität
Das Sumerische ist eine Ergativsprache. Es besitzt also unterschiedliche Kasus für den Agens (das Subjekt) des transitiven Verbums und das Subjekt des intransitiven Verbums. Der erste Kasus heißt Ergativ, der zweite Absolutiv, er wird zusätzlich für das Objekt (den Patiens) transitiver Verben benutzt.
Ergativ > Agens (Subjekt) transitiver Verben
Absolutiv > Subjekt intransitiver Verben und direktes Objekt (Patiens) transitiver Verben
Beispiele zur Ergativkonstruktion (die Verbformen werden im Abschnitt Verbalmorphologie erklärt)
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Sumerisch
Deutsch
Erläuterung
lugal-Ø mu-ĝen-Ø
der König (lugal) kam (mu-ĝen)
intransitives Verb: Subjekt (lugal) im Absolutiv
lugal-e bad-Ø i-n-sig-Ø
der König riss (i-n-sig-Ø) die Mauer (bad) nieder
transit. Verb: Agens (lugal-e) im Ergativ, Obj. (bad) im Absolutiv
Da im Sumerischen nicht durchgehend diese Ergativkonstruktion, sondern teilweise auch die Nominativ-Akkusativ-Konstruktion verwendet wird, spricht man von „gespaltener Ergativität“ oder „Split-Ergativität“.
Ergativische Konstruktion und Nominativ-Akkusativ-Konstruktion im Vergleich
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Subj. transit. Verb
Subj. intrans. Verb
Obj. transit. Verb
Ergativ-Absolutiv-Schema
Ergativ
Absolutiv
Absolutiv
Nominativ-Akkusativ-Schema
Nominativ
Nominativ
Akkusativ
Kasusbildung
Der Kasus wird im Sumerischen sowohl am Nomen (durch Suffixe) als auch am Verb (durch Präfixe) markiert, ein Phänomen, das in der Linguistik als "double marking" bezeichnet wird. In der älteren Forschung wurden die Kasus allein anhand der nominalen Markierung definiert. Dadurch kommt man auf eine Zahl von neun Kasus, wovon die Nomina der Personenklasse sieben und die der Sachklasse acht ausbilden. Die Kasusmarker (Morpheme zur Markierung der Kasus) sind im Singular und Plural identisch und stehen am Ende einer Nominalphrase (siehe unten), insbesondere hinter dem Pluralmarker /-ene/.
Die Kasusmarkierung mittels Verbalpräformativen wird durch Phänomene von Kontraktionsregeln im Zusammenspiel mit den Auswirkungen der Silbenschrift kompliziert, die die Kasusmarker teilweise sehr stark verändern. Darauf kann hier nicht im Detail eingegangen werden (vgl. Falkenstein 1978, Edzard 2003), zumal gerade in diesem Bereich die grammatische Erforschung des Sumerischen noch ziemlich im Fluss ist.
Nach einer neueren, u.a. von Zólyomi vertretenen Auffassung (vgl. Zólyomi 2004 Weblink) sind für die Definition des Kasus im Sumerischen die nominale wie die verbale Markierung gleichermaßen heranzuziehen. Ein Kasus wäre danach jede vorkommende Kombination eines der nominalen Marker mit einem der verbalen Marker. Nach dieser Zählweise ergibt sich für die Gesamtzahl der sumerischen Kasus eine deutlich höhere Anzahl als 9.
Die nominalen Kasusmarkierungen der Nomina lugal 'König' und ĝeš „Baum“ lauten wie folgt:
Natürlich müssen nicht alle Positionen belegt sein. Die Positionen (2), (4), (5) und (8) können ihrerseits durch komplexe Phrasen besetzt werden, so dass sich mehrfache Schachtelungen und sehr komplexe Konstruktionen ergeben können.
Die einzelnen Positionen einer Nominalphrase können wie folgt besetzt sein:
Zahlwörter; (wenn diese Position besetzt ist, muss Position 7 leer bleiben)
4
Genitivattribute
Nominalphrasen mit Genitiv-Kasusmarker (siehe oben)
5
Relativsätze
finite Sätze mit subordinierter (abhängiger) Verbform
6
Possessor
possessive pronominale Enklitika (siehe oben)
7
Pluralmarker
Pluralmarker /-ene/ (nur wenn der Kopf der PK angehört und nicht durch Zahlen erweitert wird)
8
Appositionen
Nominalphrasen, die ihrerseits aus den Positionen 1 bis 7 bestehen können
9
Kasusmarker
Kasusmarker (siehe oben "Kasusbildung")
Zusätzlich ist eine sog. „antizipatorische Genitivkonstruktion“ möglich, bei der die Genitivphrase (Position 4) der übrigen Nominalphrase vorausgeht, aber durch ein resumptives Possessivpronomen (in Position 6) wiederholt wird. Ein Beispiel hierfür ist Beispiel 11 in der folgenden Übersicht.
Beispiele sumerischer Nominalketten: die Ziffern vor den Konstituenten beziehen sich auf die Position in der Kette. Man beachte die Schachtelungen.
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Bsp.
Sumerisch
Analyse / Übersetzung
1
dumu saĝ An-ak
1 Tochter + 2 erstgeborene + 4 [1 An + 9 GEN]
„die erstgeborene Tochter des An“
2
ama-ani-ra
1 Mutter + 6 POSS + 9 DAT
„für seine Mutter“
3
e libir-eš
1 Haus + 2 alt + 9 TERM
„zum alten Haus“
4
sipa anše-ak-ani
1 Hirte + 4 [1 Esel + 9 GEN]] + 6 POSS
„sein Hirte des Esels“ = „sein Eselshirte“
5
bad Lagaški-ak-a
1 Mauer(n) + 4 [1 LagašOrt + 9 GEN] + 9 LOK
„in den Mauern von Lagaš“ (Plural nicht gekennzeichnet)
6
e inr̂u-a-a
1 Haus + 5 [er hat gebaut + SUBORD (-a)] + 9 LOK
„in dem Haus, das er gebaut hat“
7
dumu dEnlil-ak-ak
1 [1 Sohn + 4 [1 GottEnlil + 9 GEN]] + 9 GEN
„des Sohnes des (Gottes) Enlil“
8
ama dumu zid-ani-ene-ak-ra
1 Mutter + 4 [1 Sohn + 2 wahr + 6 sein + 7 PL + 9 GEN] + 9 DAT
„für die Mutter seiner wahren (= legitimen) Söhne“
9
ama dumu zid lugal-ak-ene-ak-ra
1 Mutter + 4 [1 Sohn + 2 wahr + 4 [1 König + 9 GEN] + 7 PL + 9 GEN] + 9 DAT
„für die Mutter der wahren (= legitimen) Söhne des Königs“
10
kaskal lu du-bi nu-gi-gi-ed-e
1 Pfad + 2 [1 Mann + 2 gehen (Partizip Präs.-Fut.) + 7 sein (bez. auf den Pfad)] + nicht (nu-)-zurückkehren (gi-gi)-Partizip Präs./Fut. (-ed) + 9 DIR (-e)
„auf einen Pfad, von dem jemand, der ihn geht, nicht zurückkehrt“
11
lugal-ak dumu-ani-ra
(antizipatorische Genitivkonstruktion) 4 [1 König + 9 GEN] + 1 Sohn + 6 sein (bez. auf den König) + 9 DAT
„für den Sohn des Königs“ (mit besonderer Betonung des „Königs“)
Die Beispiele lassen erkennen, wie komplex geschachtelte Nominalketten werden können. Die hohe Regelhaftigkeit der Reihung erleichtert allerdings die Interpretation.
Nominalphrasenstruktur anderer Sprachen zum Vergleich
Diese Beispiele (Nr. 1–5 sind aus Edzard 2003) zeigen, dass bei agglutinierenden Sprachen sehr unterschiedliche Typen von Nominalphrasen möglich sind, was die Reihenfolge ihrer Elemente betrifft. Bei allen genannten und den meisten anderen agglutinierenden Sprachen gilt aber, dass die Reihenfolge der Morpheme einer festen Regel unterworfen ist.
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Singular
Plural
1. Person
ĝe
ich
2. Person
ze
du
3. Person
ane, ene
er,sie,es
anene, enene
sie (pl.)
Die 1. und 2. Person Plural wird durch umschreibende Konstruktionen ersetzt. Das selbständige Personalpronomen besitzt keine Ergativform, hat also dieselbe Form als Subjekt transitiver und intransitiver Verben (dies ist ein Grund, im Sumerischen von Split-Ergativität zu sprechen).
Verbalmorphologie
Die Konstruktion des finiten sumerischen Verbums ist äußerst komplex, da außer den üblichen Tempus-Subjekt-Kennzeichnungen modale Differenzierungen, Hinweise auf die Richtung der Handlung, Rückverweise auf die Nominalphrase und pronominale Objekte der Handlung in der Verbalform unterzubringen sind. Man kann also im Sumerischen von einer polysynthetischen Verbalbildung reden. (Die Grundstruktur der sumerischen Verbalform hat typologisch große Ähnlichkeit mit der Verbalkonstruktion im Burushaski. Die Verteilung der Funktionen der pronominalen Suffixe und Präfixe bei transitiven und intransitiven Verben ist fast identisch. Allerdings ist das Tempussystem des Sumerischen wesentlich einfacher.)
Ähnlich wie bei der Nominalkette (siehe oben) ist die Position der jeweiligen Morpheme exakt festgelegt. Schwierigkeiten macht die praktische Analyse dennoch, da umfangreiche Kontraktions- und Assimilationsregeln und graphische Besonderheiten zu beachten sind. Viele 'schwache' Formantien wie /-e-/ können auch einfach entfallen.
Die Darstellung der Verbalmorphologie folgt Zólyomi 2005.
Die 14 Positionen oder Slots einer sumerischen Verbalform
Vor der Verbalbasis (Verbstammform, siehe unten) können zehn verschiedene Präfixe, hinter der Verbalbasis bis zu drei Suffixe auftreten, das sumerische Verb besitzt also – einschließlich der Verbalbasis – 14 Positionen, an denen Morpheme eingesetzt werden können, die eine bestimmte Bedeutungsfunktion tragen, aus denen sich dann die Gesamtbedeutung der Verbform ergibt. Solche Positionen nennt man „Slots“ (ein Begriff aus der grammatischen Theorie der Tagmemik). Natürlich gibt es keine konkrete sumerische Verbform, bei der alle Positionen oder Slots besetzt wären. Manche Besetzungen schließen einander aus.
In der folgenden Tabelle werden die Slots sumerischer Verbalformen aufgeführt und in den nächsten Abschnitten einzeln erklärt, wobei die Erklärungsfolge aus Gründen des leichteren Zugangs nicht mit der Folge der Slots identisch ist.
Als „Slot 0“ könnte man das prothetische Präfix /i-/ auffassen, das immer dann verwendet wird, wenn ansonsten nur ein einzelner Konsonant als Präfix vorhanden wäre, das Wort mit zwei Konsonanten anfinge oder wenn sonst kein Präfix vorhanden ist, die Verbform aber finit sein soll.
Tempus-Aspekt
Das Sumerische besitzt keine absoluten Tempora, sondern ein relatives Tempus-Aspekt-System. Das „Präsens-Futur“ (auch „Imperfektiv“ genannt) bezeichnet – relativ zu einem Bezugspunkt – gleich- oder nachzeitige noch nicht abgeschlossene Handlungen, das „Präteritum“ (auch „Perfektiv“) drückt vorzeitige abgeschlossene Sachverhalte aus. Zustandsverben bilden nur das Präteritum aus.
Die Tempora Präsens-Futur und Präteritum werden im Indikativ durch unterschiedliche Affixe in den Slots 10 und 13, die Form der Verbalbasis (Slot 11) und den Präsens-Futur-Marker /-ed/ in Slot 11 unterschieden. Nicht alle drei Kennzeichnungsmöglichkeiten treten in einer Form auf.
Verbalbasen und Verbalklassen (Slot 11)
Die sumerischen Verben lassen sich nach der Form ihrer Verbalbasen (Verbstammformen) in vier Klassen einteilen:
Unveränderliche Verben: diese Verben besitzen dieselbe Basis für das Präsens-Futur und Präteritum (etwa 50%–70% aller Verben)
Reduplizierende Verben: Die Basis wird im Präsens-Futur redupliziert, dabei können verschiedene Veränderungen auftreten.
Erweiternde Verben: Die Präsens-Futur-Basis wird gegenüber der Präteritum-Basis durch einen Konsonanten erweitert.
Suppletive Verben: Das Präsens-Futur benutzt eine völlig andere Basis als das Präteritum.
Außerdem wird bei manchen Verben bei pluralischem Agens oder Subjekt eine andere Basis als bei singularischem Agens oder Subjekt verwendet. Dies führt zu prinzipiell vier „Stammformen“ der Verbalbasis, wie an den folgenden Beispielen deutlich wird.
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Siehe auch: Hilfe:Tabellen, Abschnitt Tabellen in Wie gute Artikel aussehen.
Prettytable
en:Template:Prettytable
1.sg.
2.sg.
3.sg.
1.pl.
2.pl.
3.pl.
Reihe A
-en
-en
-e
-enden
-enzen
-ene
Reihe B
-en
-en
-Ø
-enden
-enzen
-eš
Im Präsens-Futur bezeichnen die pronominalen Suffixe der Reihe A den Agens eines transitiven Verbums und die der Reihe B das Subjekt eines intransitiven Verbums, welches (bis zum Ende des 3. Jahrtausends in der Regel) ein /ed/ im Slot 12 vorangestellt bekommt.
Im Präteritum werden nur die pronominalen Suffixe der Reihe B verwendet. Sie kennzeichnen das intransitive Subjekt und das Objekt transitiver Verben, außerdem den pluralischen Agens.
Pronominale Präfixe in Slot 10
Die pronominalen Präfixe in Slot 10 bezeichnen den Agens des Präteritums (es werden nur die singularischen Formen verwendet, siehe Konjugationsschema des Präteritums) und das direkte Objekt im Präsens-Futur. Die Formen 1. und 2. Person sind im Plural nicht belegt:
Dies ist die vorrangig zu verwendende Formatvorlage für generell alle Tabellen. Ein Verwendungsbeispiel findet sich auf der Diskussionsseite.
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1.sg.
2.sg.
3.sg.PK
3.sg.SK
3.pl.
j, e (?)
j, e (?)
n
b oder Ø
nne oder b
Präsens-Futur-Marker /-ed/ in Slot 12
Wenn die Verbalbasis keine besondere Form für das Präsens-Futur besitzt, unterscheidet nur /ed/ im Slot 12 das intransitive Präsens-Futur vom intransitiven Präteritum.
Konjugationsschema des Präsens-Futurs (Imperfektiv)
Damit ergibt sich für das Präsens-Futur folgendes Konjugationsschem: (PF = Präsens-Futur)
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Slot
Slot 10
Slot 11
Slot 12
Slot 13
Funktion
Objekt
Basis
PF-Marker
Agens / intr. Subj.
transitiv
pron. Präf.
PF-Basis
pron. Suff. Reihe A
PF-Basis
/ed/
pron. Suff. Reihe B
Konjugationsschema des Präteritums (Perfektiv)
Die Pronominalpräfixe des Slot 13, Reihe B (Formen siehe oben) kennzeichnen im Präteritum das Subjekt des intransitiven und das direkte Objekt des transitiven Verbums.
Das Agens eines transitiven Verbums im Präteritum wird im Singular durch die Formen des pronominalen Präfixes in Slot 10 dargestellt (Formen siehe oben), im Plural ebenfalls durch die singularischen Präfixe im Slot 10 und zusätzlich durch die pluralischen Suffixe des Slot 13, Reihe B (Formen siehe oben). In diesem Fall (pluralischer Agens) kann ein pronominales Objekt nicht gekennzeichnet werden, da der Slot 13 besetzt ist. Somit ergibt sich für das Präteritum folgendes Konjugationsschema:
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Tempus
Trans/Intrans
Slot 10
Slot 11
Slot 12
Slot 13
Pron. Präfixe
Verbalbasis
PF-Marker
Pron. Suffixe
Präs-Fut
transitiv
Objekt: pron. Präf.
PF-Basis
Agens: pron. Suff. Reihe A
intransitiv
PF-Basis
/ed/
Subjekt: pron. Suff. Reihe B
Präteritum
transitiv Sg.
Agens: pron.Präf.
Prät-Basis
Objekt: pron. Suff. Reihe B
transitiv Pl.
Agens: pron.Präf.Sg.
Prät-Basis
Agens: pron. Suff. Reihe B Pl.
intransitiv
Prät-Basis
Subjekt: pron. Suff. Reihe B
Split-Ergativität und sumerisches Verbalsystem
Das Präsens-Futur verwendet in der 1. und 2. Person faktisch ein Nominativ-Akkusativ-System, da Agens und intransitives Subjekt mit denselben pronominalen Suffixen in Slot 13 bezeichnet werden, während die Präfixe des Slot 10 das Objekt kennzeichen. In den 3. Personen gibt es ein ergativisches System mit verschiedenen Affixen für Agens und intransitives Subjekt.
Das Präteritum benutzt durchgehend ein ergativisches System: Intransitives Subjekt und direktes Objekt verwenden dieselben pronominalen Suffixe der Reihe B in Slot 13.
Die adverbialen Präfixe in Slot 6–9
In den Slots 6–9 klönnen adverbiale Präfixe auftreten, die adverbiale Ergänzungen zum Handlungsablauf leisten.
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Slot
Slot 6
Slot 7
Slot 8 A
Slot 8 B
Slot 9 A
Slot 9 B
Funktion
Dativ
Komitativ
Ablativ
Terminativ
Lokativ
Direktiv
Präfix
a
da (di)
ta (ra)
ši
ni
i / j
In den Slots 8 und 9 kann nur je eine der beiden Varianten realisiert sein. Vor dem Lokativpräfix /ni/ kann das Komitativpräfix zu /di/ werden, intervokalisch (zwischen zwei Vokalen) das Ablativpräfix zu /ra/.
Pronominale Präfixe in Slot 5
Die pronominalen Präfixe in Slot 5 beziehen sich auf das erste adverbiale Präfix in den Slots 6–9 und werden von diesen wiederaufgenommen. Sie lauten:
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Person
1.sg.
2.sg.
3.sg.PK
1.pl.
2.pl.
3.pl.
Präfixe
j (?)
ir, j, e
nn, n
me
ene
nne
Bei der Verwendung dieser Präfixe gibt es viele Ausnahmen und Sonderfälle, teilweise werden Präfixe der Slots 3 und 4 als Ersatz verwendet. Vor dem Dativ- und Direktivpräfix wird in der 1.sg. eine Form des Ventivpräfixes /mu/ (siehe unten Slot 2) verwendet. Als Ersatz für das fehlende Präfix der 3.sg. Sachklasse dient das Mediumpräfix /ba/ (siehe unten Slot 4). Vor die Präfixe /jr/, /nn/, /nne/ in Anfangsposition tritt ein prothetisches (vorangestelltes) /i-/.
Mediumpräfix /ba/ in Slot 4
Das „Mediumpräfix“ /ba/ in Slot 4 drückt aus, dass die Handlung das grammatische Subjekt oder seine Interessen unmittelbar berührt. Sekundär ist die Funktion von /ba/ als Ersatz für das pronominale Präfix in Slot 5 in der 3.sg. SK (letztes Beispiel).
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Verbform
Analyse 1
Analyse 2
Bedeutung
ba-úš
4 ba – 11 uš – 13 Ø
MED-sterben-3.sg.Subj
er stirbt
ba-hul
4 ba – 11 hul – 13 Ø
MED-zerstören-3sg.Subj
er wurde zerstört
ba-an-tuku
4 ba – 10 n – 11 tuku – 13 Ø
MED-3.sg.Ag-haben-3sg.Obj
er nahm für sich
igi ba-ši-bar
igi-Ø 4 ba – 8 ši – 10 n – 11 bar – 13 Ø
Auge-Abs. 3.SA.Pr-TERM-3.Sg.Ag.-richten-3Sg.Obj.
richtete sein Auge auf etwas
Ventivpräfix /mu/ in Slot 3
Das „Ventivpräfix“ bezeichnet eine Bewegung der Handlung auf den Ort des mitgeteilten Sachverhalts oder einer verbalen Ergänzung hin. Vor dem Dativ-Präfix (Slot 6) oder Direktiv-Präfix (Slot 9) fungiert es in der 1. sg. als pronomoninales Präfix (Ersatz für Slot 5).
Seine Formen sind /m/ vor Vokal und /b/ und unmittelbar vor der Verbalbasis; in allen anderen Fällen lautet es /mu/, wobei sich das /u/ an den Vokal der folgenden Silbe assimiliert.
Koordinationspräfix /nga/ in Slot 2
Dieses Präfix wird der letzten Verbalform einer gleichgeordneten Kette von Verbalformen präfigiert und hat die Bedeutung „und auch“, ist also ein sog. Satzkoordinator.
Die Modalpräfixe in Slot 1
In Slot 1 stehen das „Negationspräfix“, das „Sequenzpräfix“ oder die eigentlichen „Modalpräfixe“.
Das Negationspräfix (Verneinungspräfix) indikativer (und infiniter) Verbalformen ist /nu-/, das /u/ kann sich an die Vokale der folgenden Silbe assimilieren. Vor den Silben /ba/ und /bi/ lautet das Negationspräfix /la-/ bzw. /li-/.
Das Sequenzpräfix /u-/ drückt die Nachzeitigkeit der Verbalform im Vergleich zu den vorher beschriebenen Handlungen aus („und dann ...“). /u/ kann sich an den Vokal der nächsten Silbe assimilieren.
Sieben Präfixe im Slot 1 beschreiben die Modalität der Handlung, modifizieren also die neutrale Grundbedeutung der Verbform. Dabei kann sowohl die Aussagerealität des Sachverhaltes modifiziert werden („epistemische“ Modalität: sicher, wahrscheinlich, vielleicht, sicher nicht ..) , oder beschrieben werden, was getan oder nicht getan werden sollte („deontische“ Modalität).
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Präfix
Verwendung
Semantik
Bedeutung
ga-
deontisch
positiv, nur 1.Ps.
ich will/ wir wollen tun
ha-
deontisch
optativ
muss oder soll getan werden (erfüllbarer Wunsch)
epistemisch
affirmativ
ist möglich/ sicher, dass
bara-
deontisch
vetitiv
darf nicht getan werden
epistemisch
stark verneinend
ist sicher, dass nicht
na(n)-
deontisch
schwach negativ
sollte nicht getan werden
epistemisch
negativ
ist nicht möglich, dass
na-
epistemisch
positiv
ist wirklich so
ša-
epistemisch
positiv
ist wirklich so
nuš-
deontisch
positiv
sollte getan werden (unerfüllbarer Wunsch)
Prothetisches /i-/
Das prothetische (vorangestellte) Präfix ì- tritt immer dann auf, wenn sonst nur ein einzelner Konsonant als Präfix vorhanden wäre, das Wort mit zwei Konsonanten anfinge oder kein Präfix vorhanden ist, die Verbform aber finit sein soll.
Beispiele zur Verbalbildung
Bei den Verbalformen ist in der Morphemzerlegung für die einzelnen Bestandteile die Nummer des Slots nachgestellt. (Slot 0 für das prothetische /ì-/).
Für die Darstellung weiterer Verbalformen (Imperativ, infinite Formen), der Verwendung anderer Wortarten (Pronomina, Zahlwörter, Konjunktionen) und insbesondere der sumerischen Syntax wird auf die angegebene Literatur verwiesen.
Literatur
Grammatik
Attinger, Pascal: Eléments de linguistique Sumérien. Editions Universitaires de Fribourg. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1993. ISBN 352553759X
Edzard, Dietz-Otto: A Sumerian Grammar. Brill, Leiden 2003. ISBN 90-04-12608-2
Falkenstein, Adam: Das Sumerische. Brill, Leiden 1959, 1964.
Falkenstein, Adam: Grammatik der Sprache Gudeas von Lagaš. Bd 1. Schrift- und Formenlehre; Bd 2. Syntax. Analecta Orientalia. Rom 28.1978, 29.1978 (2. Aufl.)
Hayes, John L.: Sumerian. A manual of Sumerian grammar and texts. Undena Publications, Malibu Cal 2000. (2. Aufl.) ISBN 0-89003-197-5
Jagersma, Brams: A descriptive grammar of Sumerian. MS, Leiden Sept. 1999 (4th preliminary version).
Канева, И.Т.: Шумерский язык. Orientalia. Центр «Петербургское Востоковедение», Sankt Petersburg 1996.
Michalowski, Piotr: Sumerian. In: The Cambridge Encyclopedia of the World's Ancient Languages. edited by Roger D. Woodard. Cambridge University Press, Cambridge 2004. ISBN 0-521-56256-2
Poebel, Arno: Grundzüge der sumerischen Grammatik. Rostock 1923.
Thomsen, Marie-Louise: The Sumerian Language. An Introduction to its History and Grammatical Structure. Akademisk-Forlag, Kopenhagen 1984, 2001. ISBN 87-500-3654-8.
Zólyomi, Gábor: Genitive Constructions in Sumerian. in: Journal of Cuneiform Studies (JCS). The American Schools of Oriental Research. ASOR, Boston Mass 48.1996, S. 31-47. .
Zólyomi, Gábor: Sumerisch. In: Sprachen des Alten Orients. Hrsg. von Michael P. Streck. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005. (Grundlage für die hier vorgestellte Kurzgrammatik, insbesondere der Verbalmorphologie)
Sprachverwandtschaft
Bengtson, John D.: The Riddle of Sumerian: A Dene-Caucasic language?Mother Tongue III, 1997.
Diakonoff, Igor M.: External Connections of the Sumerian Language.Mother Tongue III, 1997.
Diakonoff, Igor M.: More on Possible Linguistic Connections of the Sumerians.Mother Tongue V, 1999.
Texte
Sollberger, Edmond und Jean-Robert Kupper: Inscriptions Royales Sumeriennes et Akkadiennes. Littératures anciennes du Proche-Orient. Les Editions du Cerf, Paris 1971.
Thureau-Dangin, François: Die sumerischen und akkadischen Königsinschriften. Hinrichs, Leipzig 1907.
Diskussion der Autoren über den Artikel: Sumerische Sprache
-- Archiv beendeter Diskussionen
Habe die sachlichen Diskussionsthemen wieder eingefügt. Hauptautor --Ernst Kausen 02:09, 25. Aug 2006 (CEST)
Völlige Neubearbeitung März 2006
Ich habe den Sumerisch-Artikel in den letzten Tagen völlig neu bearbeitet und wesentlich erweitert. (Allerdings ist kein Gedanke oder Beispiel der ursprünglichen Fassung verloren gegangen.) Er besitzt jetzt einen ausfühlicheren (allgemeinverständlichen) Einleitungsteil, vor allem aber einen umfassenden Überblick über die sumerische Nominal- und Verbalmorphologie (eher etwas für linguistisch Interessierte). Besonders interessant fand ich die Parallelen in der Verbalmorphologie zum Burushaski, weswegen ich beide Artikel auch formal sehr ähnlich gestalten konnte.
Diesem Artikel fehlen nun noch eine Reihe konkreter Beispiele für die Verbalbildung (die sich aus dem eher theoretischen Ansatz nicht so ohne weiteres ergeben). Ich würde mich freuen, wenn Kenner der Materie dazu etwas beitragen könnten (sich dabei aber an die Slot-Einteilung - die in dieser Form von Zolyomi stammt - halten, sonst geht das Gesamtverständnis verloren und man müsste einen neuen Artikel schreiben).
Dankbar bin ich natürlich auch für alle Sorten von Fehlerkorrekturen, Layoutverbesserungen und wikitypischen "Verbesserungen" (Seid mit Links eher sparsam, wer den Hauptteil dieses Artikels liest, muss nicht beim Wort "Plural" verlinkt werden! Das Verlinken aus Tabellen heraus sollte vermieden werden, da sie dadurch schwer lesbar werden.)
Bei der Darstellung der sumerischen Formen habe ich auf die Angabe der Graphemvarianten verzichtet und stattdessen die normalisierte Form (ohne Akzente, Indizes, phonetische Supplemente etc.) verwendet (so auch Zólyomi in seiner aktuellen Grammatik, die vor allem beim Verb für mich die entscheidende Grundlage war). Ich glaube, dass diese Methode das Verständnis der linguistischen Aspekte für Nicht-Keilschriftkundige wesentlich erleichtert, wenn sie auch eher unüblich ist. Aber das ist ein Punkt, über den man nochmal nachdenken und diskutieren kann.
Bei der Bezeichnung der "Tempora" (ich weiß, es gibt eigentlich keine) war ich konservativ und bin - wie Zólyomi - bei Falkensteins "Präsens-Futur" und "Präteritum" statt Imperfektiv - Perfektiv oder maru-chamtu geblieben; ebenfalls bei "Personen- und Sachklasse" (die Tiere mögens mir verzeihen!).
Bedanken muss ich mich besonders bei Thomas Goldammer, der mir ausführlich erklärt hat, was an meinem alten Sumerisch-Artikel auf meiner Homepage alles falsch oder veraltet war. (Der Artikel stammte faktisch aus den 1970er Jahren und basierte ganz auf Falkenstein.) Dies gab mir den Anstoss, mich gründlich mit den aktuellen Versionen der sumerischen Grammatik (Edzard, Zólyomi u.a.) zu beschäftigen, woraus dann letztlich dieser Wiki-Artikel entstanden ist. Gleichzeitig muss ich mich bei T.G. dafür entschuldigen, dass ich mit dem Artikel vorgeprescht bin, den wir zusammen entwickeln wollten. Ich habe aus beruflichen Gründen nicht die Zeit, die Sache im mehrfachen Hin und Her in aller Ruhe wachsen zu lassen. Ich glaube, dass man auf der nun vorliegenden Basis etwas Vernünftiges schaffen kann. Und dieses Vorgehen ist ja eigentlich wiki-konform. --Ernst Kausen 17:41, 18. Mär 2006 (CET)
Danke für die netten Worte. Ich habe den Artikel gelesen und er gefällt mir recht gut. Ein paar Kleinigkeiten gäbe es vielleicht anzumerken:
Mein Lieblings-Streitpunkt, das Phonem ŕ (oder /dr/): Jagersma und Zólyomi (der sich auf J. beruft) sehen es als [tsʰ] an, warum jedoch sollte dieses Phonem dann mit [r] alternieren? Es wären Änderungen in [αcont, αson, αsth, αasp] nötig, um den einen in den anderen Laut zu überführen. Ich weiß, dass [tsʰ] sehr gut in das Schema der übrigen Phoneme passen würde, jedoch passt es IMO nicht zu den Daten, die wir über das Sumerische haben. Daher sollten wir vielleicht schreiben, dass die vermutete Aussprache als [tsʰ] nicht gesichert ist. (Für mich ist es ein Flap, also [ɾ], was die Alternation zu d und r erklären kann. Im übrigen gibt es viele Sprachen, die aspirierte und nicht-aspirierte Plosive unterscheiden, bei denen diese Distinktion bei den Affrikaten jedoch nicht auftritt. (darunter einige deutsche "Dialekte"))
Die Kasus: Die Darstellung der Kasus bei Zólyomi 2004 (der Weblink) halte ich für die beste und richtigste, die je geschrieben wurde. Im übrigen könnte man noch, glaube ich, den "Direktiv" auf -e für die NHUM-Nomen ergänzen und dazuschreiben, dass der ERG in aller Regel nur mit HUM-Nomen steht.
Die Nominalkette: m.M.n. stehen GEN-Attribute vor Relativsätzen, aber nach Adjektiven und Numeralia. Ich habe mal diese 10 "Slots" der Nominalkette gelernt: 1 Kopf - 2 Adjektive/Partizipien - 3 Numeralia - 4 Genitiv-Phrasen - 5 Relativsätze - 6 Possessivenklitika - 7 Plural-ene - 8 Appositionen - 9 Kasuspostposition( - 10 Kopula).
Personalpronomen: 1p und 2p: Wir sollten die Formen wenigstens erwähnen (ĝe-menden und ze-menzen, also Singularpronomen + entsprechende Pluralkopula)
Enklitische Kopula: Fehlt IMO noch.
Beispiele zur Verbbasis: Das beste Beispiel für suppletive Verbbasen ist ĝen, er(e), du, su(b) für "gehen". Vielleicht sollten wir es ergänzen. (Übrigens das einzige Verb, das marû-intransitiv ohne -ed steht.)
Modalpräfixe: ḫa- lautet eigentlich ḫé-, das sieht man an der Vokal-Inkonsistenz bei folgenden u-haltigen Silben. (ḫu-mu-..., vs. ga-mu-...)
Naja, wie gesagt, eigentlich nur Kleinigkeiten. Aber sonst ist es wirklich ein sehr schöner Artikel geworden, werde ihn bei Gelegenheit für das Prädikat "Lesenswert" vorschlagen.
Viele Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer 17:03, 19. Mär 2006 (CET)
Vielleicht könntest du bei Gelegenheit deine Ergänzungen einbauen (oder - wo geeignet - als Bemerkung anfügen). Hättest du einfaches Material, das als Beispiele für die Verbalformen geeignet wäre? (In meinem alten Artikel sind noch eine Reihe Gudea-Formen, die du sicherlich besser analysieren kannst als ich.) Ein Problem habe ich noch mit der Darstellung des "h mit Bogen drunter". Auf meinem Bildschirm zeigt sich bei Verwendung von &-#-7723; (ohne -) nur ein leeres Rechteck. Viele Grüße --Ernst Kausen 17:39, 19. Mär 2006 (CET)
Das ḫ gibt es in der Wiki-Sonderzeichenliste, die du unterhalb von "Seite speichern" siehst, wenn du eine Bearbeitung machst. Das Drop-Down-Menü links anklicken und dann auf DMG-Umschrift, da findest du es. Da gibt es auch viele andere in der Altorientalistik vorkommenden Zeichen. Die Gudea-Verbformen in deinem DOC-Artikel kann ich mir ja mal anschauen. Ich schreibe dir eine Mail dazu. Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer 18:01, 19. Mär 2006 (CET)
Vielen Dank für den Tipp (werde ich morgen ausprobieren) und deine Ergänzungen. Habe heute übrigens den Artikel "Altaische Sprachen" völlig überarbeitet. Vielleicht kannst du ihn dir auch mal ansehen, er enthält einiges Material zur Frage der genetischen Einheit. (Ist schon etwas spät geworden.) Gruß --Ernst Kausen 03:22, 20. Mär 2006 (CET)
Habe die DMG-Umschrift aktiviert, leider werden auf meinem Bildschirm fast nur Quadrate angezeigt. Ich vermute, dass ich meine Browser-Einstellungen mal überprüfen muss. Vielen Dank für die wirklich "prompte Lieferung" der Formenanalyse. Möchtest du die Beispiele in den Artikel einfügen oder soll ich das tun? Man müsste noch die Slot-Nummern ergänzen. Das LGR-System gefällt mir sehr gut, meinst du, es ist für Wikipedia einsetzbar? Gruß --Ernst Kausen 14:36, 20. Mär 2006 (CET)
Kann einerseits am Browser liegen, andererseits muss man, glaube ich, eine Unicode-Schriftart auf dem Computer installiert haben.
Für Wikipedia ist es wegen den vielen Abkürzungen vermutlich nicht so geeignet. Aber man kann es ja an geeigneter Stelle mal probieren (und wegen der Verständlichkeit das Publikum befragen). Wenn, dann müsste man es als Tabelle machen, allerdings ohne prettytable-Format.
Zu den analysierten Verbformen: Ich werde mich nachher mal ransetzen und sie eingeben (mit Slot-Nrn. natürlich).
Erledigt. Ich habe mal die linguistischen Begriffe in der Zeichenerklärungstabelle verlinkt, alternativ könnte man eine Kurzerklärung einfügen (Platz genug wäre ja). Ich werde dann mal die roten Links mit Leben füllen. Viele Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer 20:39, 20. Mär 2006 (CET)
Geschichte der Erschließung des Sumerischen?
Spannend fände ich die Frage, wie es überhaupt möglich war, zu einer plausiblen Erschließung und Interpretation sumerischer Überlieferungen zu kommen, zumal wenn aufgrund mangelnder Verwandtschaft praktisch keine Rückschlüsse aus bekannten Sprachen möglich waren, weiterhin würde es mich interessieren, ob die heutige Interpretation unumstritten ist, oder ob und wenn ja in welchen Bereichen es Debatten um, sagen wir mal, Lautung, Semantik etc. gibt...--Johannes Rohr Johannes Rohr 00:39, 25. Mär 2006 (CET)
Eine gute Anregung, aber auch ein weites Feld. Zur Erschließung des Sumerischen könnte man schon einen Abschnitt unterbringen, da der Artikel ja insgesamt recht breit und wissenschaftlich angelegt ist. Der Weg ist über Behistun: Altpersisch > Babylonisch, entscheidend waren dann die akkadisch-sumerischen Bilinguen. Vielleicht eher ein Thema für einen Atrtikel "Entzifferung der keilschrift". (Habe selbst dafür momentan keine Zeit und nach rund 20 quasi neuen Artikeln in den letzten Wochen brauche ich eine Pause.) --Ernst Kausen 00:56, 25. Mär 2006 (CET)
Vorwurf des fehlenden Zitats
Herr Zolyomi machte heute dem Autor dieses Artikels den Vorwurf, er wäre nicht ausreichend zitiert worden. Ich setze diesen Vorwurf und meine Antwort auf die Diskussionsseite, wohin er gehört, und bitte Herrn Zólyomi, dazu Stellung zu beziehen. Am Artikel ist zwischenzeitlich bewusst nichts verändert worden, die Zitate sind klar und eindeutig, jeder kann sie nachprüfen.
Hier Herrn Zólyomis Einlassung und meine Antwort:
(Basis dieses Wikipedia-Artikels, Stand März 2006. Note that Kausen's paper is based on Zólyomi 2003 to a large degree, especially in the parts on the verbal form, he almost literally quotes this work. This would be no problem, should he make it clear in the Wikipedia version of the article. As he does not, I strongly ask the editors to make clear the sources of their article, Gábor Zólyomi gzolyomi@ludens.elte.hu)
(Diese Darstellung ist völlig falsch: mehrfach - insbesondere zur Einleitung des morphologischen Teils und nochmal speziell bei der Einleitung der Verbalmorphologie - wird ausdrücklich dargestellt, dass meine Darstellung sich eng an Zólyomi (und Edzard) anschließt. Ich kann das natürlich gern noch öfter erwähnen. Ich bitte Herrn Zolyomi, den ganzen Artikel zu lesen und dann diese Einlassung zurückzunehmen. Auch im Literaturhinweis auf meine Kurzdarstellung des Sumerischen wird G. Zólyomi explizit erwähnt. Ernst Kausen)
Ich erhielt heute von Dr Zólyomi eine persönliche Mail, in der er das Missverständnis aufklärt. Damit ist die Angelegenheit erledigt. --Ernst Kausen 08:46, 3. Apr 2006 (CEST)
Infobox am Anfang
Kann man die anachronistische Zeile Amtssprache nicht löschen? --Decius 21:37, 15. Apr 2006 (CEST)
Hab's versucht, geht wohl nicht. Man müsste an die Vorlage der Infobox ran. Der Aufwand lohnt wohl nicht.--Ernst Kausen 22:15, 15. Apr 2006 (CEST)
Hier haben sich offensichtlich einige Altorientalisten zusammengetan und einen Artikel innerhalb ihres Fachgebietes verfasst, dem zugleich das Kunststück gelingt, lange durchaus allgemeinverständlich zu bleiben (wenn auch ab einem gewissen Punkt meine Oma nicht mehr mitkommt). Ich bin sehr beeindruckt davon und gebe daher ein Laien
Abwartend. Nachdem ich jetzt eine halbe Stunde damit verbracht habe, die Typografie des Artikels auf Vordermann zu bringen und kuriose Abkürzungen wie „vC“ oder „Jtsds“ zu entfernen, beschleichen mich Zweifel, ob er wirklich sorgfältig auf die Exzellenzkandidatur vorbereitet wurde. Zumindest die Literaturangaben könnten noch nach Wikipedia:Literatur formatiert werden. Ein Urteil über die inhaltliche Qualität des Artikels möchte ich mir noch nicht anmaßen, aber das für einen exzellenten Artikel wünschenswerte Lesevergnügen ist beim ersten Durchgehen noch nicht aufgekommen. -- Carbidfischer Carbidfischer/Wikiteria 15:14, 15. Apr 2006 (CEST)
Vielen Dank für deine Hilfe bei der Wikifizierung! Bei Bedeutungsangaben werden in der linguist. Literatur häufig Hochkommata gesetzt (geht aber auch mit „...“). Die Literaturangaben werde ich anpassen.--Ernst Kausen 16:22, 15. Apr 2006 (CEST)
Lies ihn dir nach der Bearbeitung (viele neue Links, einige Umformulierungen) noch mal durch.--Ernst Kausen 19:49, 15. Apr 2006 (CEST)
- ein herausragndes Stück Wikipedia. Dasselbe bitte aus für Sumerische Literatur, Akkadische Sprache (inkl. Dialekten) und für Hethitische Sprache. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 15:17, 15. Apr 2006 (CEST)
bin zwar auf dem Gebiet absoluter Laie, aber wenn Ken nichts dran auszusetzen hat, dann denk ich Mal, der Inhalt ist in Ordnung. Die Form ist auf jeden Fall prima gelungen. Julius1990 15:27, 15. Apr 2006 (CEST)
Der Artikel ist toll. Aber als Laie ist mir die extrem sparsame Verlinkung aufgefallen. Ich bin mir nicht sicher, ob es bei einem sprachwissenschaftlichen Artikel möglich ist, Fachbegriffe zu verlinken, aber ich habe z.B. keine Vorstellung, was ein Slot ist. Bei der Suche bin ich auf Tagmemik gestoßen. Wenn Slot in diesem Kontext gemeint ist sollte es verlinkt werden, wenn nicht, sollteerklärt werden, worum es sich sonst handelt. Das ist mir an mehreren Stellen aufgefallen und ist der einzige Kritikpunkt. Daher unentschlossen. Sechmet Sechmet Sechmet/Bewertung 15:44, 15. Apr 2006 (CEST)
Dein Punkt bei "Slot" stimmt, wird nachgetragen. Ich schaue auch generell nochmal die Verlinkung durch. --Ernst Kausen 16:22, 15. Apr 2006 (CEST)
Ich habe auch noch ein paar Ergänzungen vorgenommen. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 19:19, 15. Apr 2006 (CEST)
Habe die Verlinkung wesentlich erweitert, war auch wirklich sinnvoll.--Ernst Kausen 19:49, 15. Apr 2006 (CEST)
Nach der Umsetzung jetzt natürlich ein pro von mir. Sechmet Sechmet Sechmet/Bewertung 23:35, 15. Apr 2006 (CEST)
* neutral - der sprachgeschichtliche Teil gefällt mir sehr gut. Die Ausführungen zur Struktur könnten auf Laien eventuell etwas ermüdend wirken (dabei würden sich mitunter interessante gesellschaftsstrukturelle und soziolinguistische Fragen stellen: wie kann man sich etwa eine Gesellschaft vorstellen, die mit "ich" und "du" auch "wir" und "ihr" formuliert?). Vielleicht könnte man da auch noch einige Bezüge zu vergleichbaren lebenden oder bekannteren toten Sprachen im Detail herstellen; oder ist Sumerisch derart isoliert, dass dies nicht möglich ist? Georgisch als weitere Split-Ergativsprache wird übrigens nicht explizit genannt. Unvollständige Sätze wie "Seit der Dschemdet-Nasr-Zeit einige Rechtsurkunden und literarische Kompositionen in archaischer Form." und einige andere sprachl. Fehler sind auch nicht so schön. -- SemiKondukator 17:09, 15. Apr 2006 (CEST)
Tatsächlich ist das Sumerische typologisch "sehr isoliert", ich habe aber an einer entscheidenden Stelle auf das Burushaski hingewiesen, wozu sich im Verbalsystem erstaunliche Parallelen auftun. Es gibt sehr viele Sprachen mit Splitergativität, siehe auch meinen gerade erstellten Artikel zur Zaza-Sprache. Den monierten Halbsatz hatte ich zwischenzeitlich auch entdeckt und umformuliert. Andere "sprachliche Fehler"? - vielleicht könntest du da ein paar konkrete Hinweise geben oder selbst ein wenig umformulieren. Vielleicht ist dann ein "pro" von dir möglich.--Ernst Kausen 19:49, 15. Apr 2006 (CEST)
War nicht böse gemeint, nur als Anregung für einen sehr versierten Autor. Den Verweis auf Burushaki fand ich auch sehr gut, nur erwartete ich dann wohl einige konkrete Beispiele, was bei einem so 'exotischen' Thema aber gewiss schwierig ist. Mit Fehlern meinte ich eher typographische Eigenheiten wie z. B. 'z.B.' oder '3–4%igen', ist aber nicht wirklich wichtig. Also gerne auch pro -- SemiKondukator 22:44, 15. Apr 2006 (CEST)
verständlich und informativ auch für Laien --Decius 21:46, 15. Apr 2006 (CEST)
pro Großartiger Artikel, besonders, da jetzt mehr hilfreiche Links da sind. Ich war aber vorher schon äußerst fasziniert, da der Artikel auch den Laien im Auge behält. Noch die Frage, die ebendiesem automatisch durch den Kopf geht: Wie wurde das gemacht? Lässt sich kurz zusammenfassen, wie eine (isolierte!) Sprache, deren Überlieferung vor über 2000 Jahren abgerissen ist, rekonstruiert wurde? Bzw. gibt es dazu einen Hauptartikel? --Rainer Lewalter 22:51, 15. Apr 2006 (CEST)
Theoretisch müßte das im Artikel zum Altpersischen Stehen. Aber ich habe besser nicht nachgesehen, ob dem so ist. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 01:09, 16. Apr 2006 (CEST)
Nö, da steht nüscht... ist etwas wortkarg, der Artikel :-) ich nehme an, Du meinst sowas wie die Rawlinson-Geschichte (Behistun-Inschrift usw.). Okay, da habe ich mich aber schon als Zwölfjähriger bei der Ceram-Lektüre gefragt: Altpersisch, prima, indogermanische Sprachen gibt's aber wohl viele und vor allem bis heute, ich sprech ja selber eine. Kann man sich irgendwie vorstellen, wie man bei genügend Sachkenntnis was Plausibles zusammenkonjekturieren mag. Aber bei einer isolierten Sprache kann ich mir eigentlich nur noch vorstellen, wie man die Schrift entziffert, danach wird's wirklich kryptisch... Anyway: als absoluter Nicht-Altorientalist :-) kann ich jetzt kein brauchbares Lemma vorschlagen, aber an einem Artikel, der das mal aufbereitet, wäre ich extrem interessiert. --Rainer Lewalter 01:23, 16. Apr 2006 (CEST)
Ich denke drüber nach, diese spannende und hochinteressante Geschichte der Rekonstruktion des Sumerischen mal für einen Wiki-Artikel zusammenzufassen. Die Details sind allerdings recht kompliziert, ein Knackpunkt sind die zweisprachigen sumerisch-akkadischen Listen und Texte. (Zur Zeit laufen bei mir allerdings viele Wiki-Projekte, und einen Beruf hab' ich auch noch :-).)--Ernst Kausen 03:03, 16. Apr 2006 (CEST)
Wäre toll. @ Rainer Lewalter: da gibt es unterschiedliches. Zum einen mußte man erstmal lernen, wie das Schriftsystem funktionier, da kommen Grotefend und Rawlinson ins Spiel. Dann gibt es wie im Artikel steht einen Wortaustausch zwischen akkadisch und sumerisch. Und wohl am wichtigsten: Es gibt unmengen bilingualer Texte, die summerische und akkadische Texte darstellen. Praktischerweise sind das oft Listen, mit denen die Babylonier und Assyrer Sumerisch lernten. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 12:43, 16. Apr 2006 (CEST)
Hervorragender Artikel. Hochinteressant, auch wenn ich gestehen muss, die Grammatikabschnitte eher überflogen zu haben. Das tut zwar nichts zur Sache, aber ich komme nicht umhin auf den verrückten finnischen Professor hinzuweisen, der Elvis-Songs und finnische Tangolieder auf Sumerisch vertont hat :-) --BishkekRocks 15:11, 16. Apr 2006 (CEST)
Neutral
Neutral
- als fachlich korrekter Artikel sicherlich lesenswert, aber selbst für mehrsprachig vorgebildete Leser schwer zu verstehen. Nur zwei Absätze als Beispiel:
Das Prinzip Ergativ kann man nur im Verhältnis zum (indogermanischen) Passiv verstehen. "Die Mauer wurde vom König niedergerissen" wäre nach meinem Verständnis wohl zumindest eine gleichwertige Übersetzung.
Entsprechen die adverbialen Präfixe in Slot 6–9 dem deutschen hingehen, mitgehen, weggehen, herumgehen usw. oder haben sie noch eine andere Funktion?
--Kapitän Nemo 21:22, 16. Apr 2006 (CEST)
Ich glaube, dass die sumerische Ergativität "sauber" dargestellt wird. Vom europ. Standpunkt wird man bei Splitergativität immer an Passivkonstruktionen denken (vgl meine Bemerkungen im Art. "Zaza-Sprache", wo man ein ähnliches Phänomen beobachtet). Allerdings ist das wohl nur ein Versuch, etwas verstehen zu wollen, wofür wir eben keine in frühen Jahren ausgebildete Antenne haben. Slot 6-9 erfüllt im Wesentlichen die von dir beschriebenen Lokativ-Funktionen; allerdings werden diese im Sumerischen auch in vielen Fällen angewandt, wo wir sie nach unserem Sprachverständnis nicht unbedingt benötigen. Wichtig ist auch die Verzahnung mit Partikeln in den anderen Slots. --Ernst Kausen 10:35, 17. Apr 2006 (CEST)
abwartend. Die Morphologie des Sumerischen ist zweifellos exzellent ausgebaut, aber was ist mit den restlichen Aspekten einer Sprache? Lexikon, Semantik, Veränderungen der Sprache im Verlauf der 2000 Jahre, Besonderheiten und Shortcomings der Schreibung? Beispielsweise meine ich mich aus meinem Sumerisch-Kurs (vor 15 Jahren ;-) zu erinnern, daß Schreibungen wie KURKUR (Plural) wohl nicht als eine sprachliche realisierte Reduplikation zu deuten sind, sondern eher als graphische Erscheinung (vielleicht so wie wir Hg. und Hgg. schreiben, das aber nicht so aussprechen). Dazu beispielsweise hätte ich gern etwas mehr erfahren. --Sigune 02:29, 17. Apr 2006 (CEST)
Der Wunsch nach zusätzlicher Information ist sicher berechtigt. Im Rahmen eines Wiki-Artikels habe ich mich bewusst auf das historische Umfeld und den grammatischen "Kern", die Morphologie, konzentriert. Zum Vergleich: die einzige umfassende aktuelle Grammatik des Sumerischen (Edzard 2003) hat bei 190 Seiten für "Syntax" etwa 10 Seiten, für Details der Schrift 7 Seiten, für das Lexikon nur ein paar Bemerkungen (die ich fast alle hier eingebaut habe). Soll keine Entschuldigung sein, beleuchtet aber den Forschungsstand. (Einen Artikel zur Keilschrift gibt es schon, der wäre natürlich deutlich zu verbessern. Vielleicht hast du Lust dazu?). Zur Reduplikation als Pluralbildung: ich habe den Eindruck, dass mehrheitl. von einer echeten sprachlichen Reduplikation ausgegangen wird (es gibt ja auch viele heutige Sprachen, die den Plural so bilden, z.B. austronesische Sprachen.)--Ernst Kausen 10:35, 17. Apr 2006 (CEST)
Deinen Verweis auf Edzard würde ich nur gelten lassen, wenn es sonst keine Bücher über das Sumerische gibt. Ist das so? Bei einer Grammatik des Sumerischen würde mir das auch reichen, was der Artikel jetzt bringt. Für mich als Philologin liegen aber zwischen Grammatik des XY und XYische Sprache noch ein paar Welten - womit sie zu füllen wären, habe ich ja schon geschrieben. --Sigune 20:25, 17. Apr 2006 (CEST)
Ja, Edzard ist das einzige umfangreichere aktuelle Werk, dass die gesamte Grammatik darstellt; andere aktuelle Bücher, die allgemein etwas über die sumerische Sprache sagen, gibt es nicht (man müsste schon auf alte Darstellungen von Falkenstein zurückgreifen, oder auf verstreute Artikel, die Einzelaspekte behandeln; das Problem der Sprachveränderung ist bisher kaum behandelt worden). Dass zu "Sprache" mehr als die Grammatik gehört, zeigt der Artikel durch seine ausführliche Einleitung. Vielleicht darf man die Anforderungen an einen Wiki-Artikel über eine Einzelsprache auch nicht zu hoch schrauben, es gibt ja auch sinnvolle quantitave Grenzen, die man nicht überschreiten sollte. (Im Vgl. zu allen anderen Sprachmonographien der Wikipedia bin ich mit Sumerisch schon sehr weit an diese Grenzen herangegangen und vor allem auch ziemlich tief in die Details der Morphologie eingedrungen, weil ich diese für äußerst spannend halte.) --Ernst Kausen 11:51, 18. Apr 2006 (CEST)
Neutral
Neutral
, da ich (wenn auch nicht maßgeblich) am Artikel beteiligt war. Aber gerade im Bereich der Sprach-Artikel ist dieser ein sehr gelungener und ausführlicher. Mehr davon wäre sehr wünschenswert. Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer/Thomas Goldammer/Bewertung 14:42, 17. Apr 2006 (CEST)
Irgendwie hane ich das Gefühl, hier gibt es ein grundsätzliches Problem bei der Betrachtungsweise solcher Artikel oder anders gesagt: die Philologen erwarten etwas anderes, als beispielsweise ich aus historisch-archäologischer Sicht. Mir reicht völlig aus, was dort an Worphilologie steht, mein Interesse richtet sich in erster Linie auf die Sprache selbst und ihre Nutzung. Somit sehen wir den Artikl mit unterschiedlichen Augen. Kenwilliams TAFKA Kenwilliams 16:40, 17. Apr 2006 (CEST)
Darstellung der Schrift/Grammatik
Ich vermisse einen deutlichen Hinweis darauf, dass die angegeben Beispiele nicht in dieser Form geschrieben wurden, sondern lediglich die grammatikalische Analyse der Formen darstellen. Beispielsweise in der Schrift lugal-la statt lugal-ak (obwohl letzteres einem nicht sumerisch-muttersprachlichen Akkader zuzutrauen wäre, ebenso lugal-ka). --Enlil2 12:37, 24. Jul 2006 (CEST)
Der Hinweis steht - für Fachleute - auf der Diskussionsseite (Siehe oben "Völlige Neubearbeitung 2006"). Wenn du meinst, er sollte in den Artikel, bitte ich um deine Formulierungsvorschläge. Besten Gruß --Ernst Kausen 15:36, 24. Jul 2006 (CEST)
Habe zur Einleitung des Sprachabschnitts einen entsprechenden Hinweis ergänzt, der aber wahrscheinlich für Nicht-Keilschriftler eher kryptisch ist. --Ernst Kausen 18:18, 24. Jul 2006 (CEST)
Vielen Dank für den Hinweis auf den Hinweis, mittlerweile habe ich ihn entdeckt. Ich finde schon, dass er in den Artikel und nicht nur auf die Diskussionsseite gehört, diese wird vom Durchschnittsbenutzer nicht gelesen und ist auch nicht übersichtlich. Am besten würde man das natürlich mit einem Beispiel illustrieren: zuerst Keilschrift als Grafik, dann Transliteration und schliesslich die grammatikalische Analyse mit Übersetzung. Ich bin zwar kein besonders guter Zeichner, aber ich würde mir schon die Mühe machen, ein paar Keilschriftzeichen zu zeichnen, falls man sich auf einen kurzen Text (einen Satz) einigen könnte. --Enlil2 18:55, 24. Jul 2006 (CEST)
Vorschlag eines einfachen (sowohl was die Grammatik als auch das Zeichnen der Zeichen betrifft) Satzes (hier mal vorläufig ohne Kennzeichnung von Determinativen usw.): diĝir inana nin-kur-kur-ra nin-a-ni gu3-de2-a pa.te.si šir.bur.la ki ur-diĝir-ĝa2-tum3-du10-ke4 e2-ĝir2-su.ki.ka-ni mu-na-du3 --Enlil2 11:58, 25. Jul 2006 (CEST)
Das ist aus den Gudea-Zylindern, oder? Ja, warum nicht. Das gute an deinem Beispiel ist, dass man da auch einige DIRI-Komposita drin hat. :o) Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer/Thomas Goldammer/Bewertung 12:13, 25. Jul 2006 (CEST)
Ja, Quelle: Edzard RIME 3/1 ('Gudea E3/1.1.7.62'). DIRI-Komposita waren mit ein Grund für meine Wahl :-) Allerdings habe ich bemerkt, dass mit den Bildern entsprechender Keilschriftzeichen der Platzbedarf relativ gross wird, vgl Enlil2/Artikelvorbereitung. --Enlil2 21:01, 25. Jul 2006 (CEST)
Sehr hübsch, danke. :o) Ich frage mich, ob es sinnvoll wäre, das ganze in ein Bild zu machen (und wegen des Platzbedarfs etwas kleiner)? LG, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer/Thomas Goldammer/Bewertung 22:03, 25. Jul 2006 (CEST)
Danke. Wenn ich ein Bild mache, dann müsste ich den Originaltext auch so gut wie möglich wiedergeben und nicht nur durch standardisierte Zeichen darstellen. Im Moment habe ich dafür keine Zeit. Allerdings habe ich die Zeichen weiter verkleinert, sie können relativ problemlos skaliert werden. Für eine optimale Druckversion ist aber die Darstellung noch nicht optimal. An welcher Stelle des Artikels ist das Bsp. am besten einzufügen? --Enlil2 22:19, 26. Jul 2006 (CEST)
Super. Äm, ich würde es ans Ende des Abschnitts "Die älteste Schriftsprache" einfügen. Grüße, --Thomas_Goldammer Thomas_Goldammer/Thomas Goldammer/Bewertung 23:46, 26. Jul 2006 (CEST)
Ok, ich habe es eingefügt. Der einleitende Text zum Beispiel kann noch verbessert werden, damit das Beispiel nicht als Fremdkörper im übrigen Text wirkt. --Enlil2 11:59, 27. Jul 2006 (CEST)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Sumerische Sprache und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).