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Swahili (Sprache)

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Der Artikel Swahili (Sprache) gehört zur Kategorie: Afrikanische Sprache, Sprache in Kenia, Sprache in Tansania, Sprache in Uganda, Einzelsprache

Swahili (auch: Kiswahili, (Ki-)Suaheli) ist eine in Ostafrika weit verbreitete Bantu-Sprache. Swahili ist die Muttersprache der Swahili, die den circa 1500 km langen Küstenstreifen von Süd-Somalia bis in den Norden von Mosambik bewohnen. Mehr als 50 Millionen Menschen beherrschen Swahili,L Marten, "Swahili", Encyclopedia of Language and Linguistics, 2nd ed., 2005, Elsevier wovon aber nur 5-10 Millionen Muttersprachler sind.

Allgemeines

Verbreitung

Swahili ist Amtssprache in Tansania, wo es durch den Nationalen Suahelirat gepflegt und gefördert wird, sowie zweite Amtssprache und weit verbreitete Verkehrssprache in Kenia. In Uganda ist es neben der Amtssprache Englisch verbreitete Verkehrssprache. Bereits 1967 hatte sich die Ostafrikanische Gemeinschaft die Förderung des Swahili anstelle des von der britischen Kolonialmacht hinterlassenen Englisch zum Ziel gesetzt.

Swahili wird ebenfalls in Ruanda, Burundi, der Demokratischen Republik Kongo, Somalia, auf den Komoren (einschließlich Mayotte), Mosambik und Malawi gesprochen. Ferner wurde es auf dem Gipfeltreffen der Afrikanischen Union im Juli 2004 als Arbeitssprache übernommen und wird als Handelssprache (Lingua franca) von ca. 90 Millionen Menschen gesprochen.

Herkunft des Namens

Der Name kommt vom Plural ’’swāhil’’ des arabischen Wortes ’’sāhil’’, was „Küste“ oder „Grenzlinie“ bedeutet (vgl. Sahelzone). Das daraus abgeleitete Adjektiv ’’as-sawāhilī’’ () bedeutet in etwa „Küstenbewohner“. Unklar ist, ob die Endung ’’–i’’ auf die arabische Nisba-Endung zurückgeht oder aus phonologischen Gründen angehängt wurde. Die Sprache wird im Swahili selbst (und gelegentlich auch im Deutschen) „Kiswahili“ genannt. Das Präfix ki- gibt dabei, ähnlich wie im Deutschen der Artikel, die Klassenzugehörigkeit des Nomens an.

Entwicklung

Abbildung
Verbreitungsgebiet der Sprache
Bildherkunft

Die Ursprünge des Swahili liegen in Sansibar, einer Insel unweit der afrikanischen Ostküste. Der dort gesprochene Dialekt wird nach Unguja, der Swahili-Bezeichnung für die Hauptinsel, Kiunguja genannt. Swahili gehört zur Sabaki-Untergruppe des an der afrikanischen Nordostküste gesprochenen Zweigs der Bantu-Sprachen. Es ist eng verwandt mit Sprachen der Miji Kenda-Gruppe, wie Pokomo, Ngazija und anderen, und mit den auf den Komoren gesprochenen Komorischen Sprachen. Nach über einem Jahrtausend intensiven und vielgestaltigen Kontakts mit den Sprachen des Mittleren Ostens, Arabiens, Persiens, Indiens und Chinas weist Swahili heute einen bedeutenden Anteil von Lehnwörtern aus einer Vielzahl von Sprachen auf.

Trotz der großen Anzahl von Lehnwörtern ist Swahili dennoch eine Bantu-Sprache. Ältere Theorien, die Sprache und Kultur der Swahili lediglich als eine Vermischung von arabischen und afrikanischen Einflüssen auffassten oder im Swahili gar eine Abart des Arabischen sahen, gelten mittlerweile zum Großteil als widerlegt. Die Existenz eines eigenständigen Volks der Swahili lässt sich, ebenso wie seine Sprache, über ein Jahrtausend lang zurückverfolgen. Nicht nur was die Struktur angeht, auch im Hinblick auf seinen Wortschatz hat das Swahili deutlich mehr kulturelle und sprachliche Gemeinsamkeiten mit anderen Bantu-Sprachen als mit Arabisch, Persisch oder indischen Sprachen. So wird auch geschätzt, dass der Anteil an fremdsprachlichen Wörtern im Swahili in etwa dem Anteil französischer, lateinischer und griechischer Lehnwörter im Englischen entspricht.

Die ersten bekannten Transkriptionen des Swahili benutzten die Arabische Schrift, unter dem Einfluss der europäischen Kolonialmächte wurde aber die lateinische Schrift zum Standard.

Wie im Deutschen auch verändert sich der Anteil der Lehnwörter an der gesprochenen Sprache je nach Gesprächssituation. Bei gebildeten Sprechern des Swahili treten die ursprünglichen Bantu-Wörter zugunsten arabischer und englischer Lehnwörter zurück.

Einfluss auf andere Sprachen

Einer der bekanntesten Sätze des Swahili ist „Hakuna Matata“ aus Disneys Der König der Löwen und der Cartoon-Reihe Timon und Pumba. Es bedeutet „kein Problem“ oder „keine Sorge“ (wörtlich: „es gibt keine Probleme“). Auch die Namen der Disney-Figuren Simba und Rafiki stammen aus dem Swahili, sie bedeuten „Löwe“ und „Freund“. Auch Safari („Reise“; ursprünglich aus dem Arabischen) ist ein ins Deutsche übernommene Wort aus dem Swahili.

Phonologie

Vokale

Das Standard-Swahili verfügt über fünf Vokal-Phoneme: /a/, /e/, /i/, /o/ und /u/. Sie entsprechen den deutschen langen Vokalen und werden auch in unbetonten Silben nicht reduziert gesprochen.

Aussprache:

  • /a/ wie das „a“ in „Vater“; []
  • /e/ wie das „e“ in „sehr“; []
  • /i/ wie das „i“ in „Ski“; []
  • /o/ wie das „o“ in „oben“; []
  • /u/ wie das „u“ in „Kuchen“; []

Swahili kennt keine Diphthonge. Das Wort für „Leopard“, chui, wird deshalb chu’i ausgesprochen.

Konsonanten

Die folgende Tabelle enthält die Konsonanten des Swahili in Form ihrer schriftlichen Realisierung. In eckigen Klammern ist jeweils der Laut in phonetischer Transkription angegeben. Neben den genannten gibt es noch die Buchstabenkombination (gesprochen: []). Sie unterscheidet sich von durch Fehlen des Verschlusslauts []. wird am Wortanfang vor einem Konsonanten zu []. Eine Besonderheit im Lautinventar des Swahili sind die Implosive, die an die Stelle der stimmhaften Plosive [], [] und [] treten. {Tausendfach verwendet}>

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Dies ist die vorrangig zu verwendende Formatvorlage für generell alle Tabellen. Ein Verwendungsbeispiel findet sich auf der Diskussionsseite.

Für zusätzliche CSS-Parameter kann ein Vorlagenparameter angegeben werden, Beispiel:

 
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Für links- und rechtsseitig Ausgerichtete Tabellen siehe Vorlage:Prettytable-L und Vorlage:Prettytable-R.

Siehe auch: Hilfe:Tabellen, Abschnitt Tabellen in Wie gute Artikel aussehen.

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en:Template:Prettytable

bilabial labio-
dental
dental alveolar post-
alveolar
palatal velar
Plosive p [] t [] k []
Affrikate c [] j []
Frikative f [] th [] dh [] s [] z [] sh [] h [] gh []
Flaps
(geschlagen)
r []
Nasale m [] n [] ny [] ng []
Approximanten w [] y []
lat. Approxi-
manten
l []
Implosive b [] d [] g []

Anmerkung: Links stehende Laute sind stimmlos, rechts stehende stimmhaft.

Nominalklassen

Wie alle Bantu-Sprachen teilt das Swahili alle Nomen in Nominalklassen ein. Das ursprüngliche System hatte 22 Klassen (wobei Klassen für Nomen im Singular und Plural je als eigene Klasse gezählt werden), von denen jede Bantu-Sprache mindestens zehn verwendet. Im Swahili gibt es vierzehn Klassen: je sechs für Singular und Plural, eine für Infinitive und eine für das Nomen mahali („Ort, Stelle“).

Wörter, die im Singular mit m- (1.) und im Plural mit wa- (2.) beginnen, bezeichnen Personen, z. B. mtoto „Kind“, watoto „Kinder“. Eine Klasse mit m- (3.) im Singular und mi- (4.) im Plural wird hauptsächlich für Pflanzen verwendet, vgl. mti „Baum“ und miti „Bäume“. Infinitive beginnen mit dem Klassenpräfix ku- (17.), z. B. kusoma „lesen“. Bei allen anderen Klassen lassen sich nur schwer inhaltliche Bezüge herstellen. Die ki-/vi--Klasse (7./8.) enthält hauptsächlich Werkzeuge und Artefakte, wird aber auch für Fremd- und Lehnwörter benutzt, bei denen das ki- ursprünglich zum Stamm gehörte: kitabu/vitabu „Buch“/„Bücher“ (aus arabisch kitāb „Buch“). In diese Klasse gehören außerdem Sprachen (wie der Name der Sprache selbst: Kiswahili) und Diminutive (Verkleinerungsformen). Wörter mit dem Klassenpräfix u- (11., kein Plural) bezeichnen oft Abstrakta, z. B. utoto „Kindheit“.

Die 9. und 10. Klasse beginnt mit n- oder m- und hat im Plural die gleiche Form. Eine weitere Klasse (5.) hat ji- oder nichts (ø-) als Präfix im Singular; ihr Plural wird mit ma- (6.) gebildet. Diese Klasse wird häufig für Augmentative benutzt.

Oft kann am Nomen selbst nicht erkannt werden, zu welcher Klasse es gehört. Dies ist dann nur unter Berücksichtigung der mit ihm konkordierenden (übereinstimmenden) Wörter möglich. Adjektive und Zahlwörter tragen dasselbe Präfix wie das Nomen (Set A), Verben und andere Wortarten erhalten (sofern Übereinstimmung gefordert ist) andere Klassenpräfixe (Set B).

Ein Beispiel für die 1. Klasse (Singular) mit m- bei Nomen und a- bei Verben:

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mtoto mmoja anasoma „Ein Kind liest.“
Swahili: m-toto m-moja a-nasoma
Wörtlich: 1.Klasse Singular-Kind 1. Kl.Sg.–eines 1. Kl.Sg.-lesen

Im Plural, also der 2. Klasse, wird wa- bei Nomen und wa- bei Verben verwendet:

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watoto wawili wanasoma „Zwei Kinder lesen.“
Swahili: wa-toto wa-wili wa-nasoma
Wörtlich: 2.Klasse Plural-Kind 2. Kl.Pl.-zwei 2. Kl.Pl.-lesen

Klasse 7/8 mit ki-/vi- (sowohl bei Set A (Nomen) als auch bei Set B (Verben)):

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kitabu kimoja kinatosha „Ein Buch reicht aus.“
Swahili: ki-tabu ki-moja ki-natosha
Wörtlich: 7. Klasse Singular-Buch 7-eines 7-ausreichen
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vitabu viwili vinatosha „Zwei Bücher reichen aus.“
Swahili: vi-tabu vi-wili vi-natosha
Wörtlich: 8. Klasse Plural-Buch 8-zwei 8-ausreichen

Aus ein und derselben Wurzel können durch Verwendung unterschiedlicher Klassenpräfixe Ableitungen gebildet werden: menschlich (1./2.) mtoto (watoto) „Kind(er)“; abstrakt (11.) utoto „Kindheit“; Verkleinerung (7./8.) kitoto (vitoto) „Embryo(s)“; Vergrößerung (5./6.) toto (matoto) „großes Kind/große Kinder“.

Ebenfalls möglich: Pflanzen (3./4.) mti (miti) „Baum/Bäume“; Werkzeuge (7./8.) kiti (viti) „Stuhl/Stühle“; Vergrößerung (5./6.) jiti (mati) „großer Baum“; Verkleinerung (7./8.) kijiti (vijiti) „Stock/Stöcke“; ? (11./10.) ujiti (njiti) „schlanke(r), hohe(r) Baum/Bäume“.

Trotz der Nähe der Nominalklassen des Swahili zu einem Genussystem, gibt es einen entscheidenden Unterschied zu den Genera vieler europäischer Sprachen. Denn im Gegensatz zu diesen ist die Zuweisung der Nomen zu ihren Klassen nicht willkürlich, sondern folgt im Großen und Ganzen semantischen Kriterien. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Bedeutung der einzelnen Klassen im Swahili in simple Kategorien wie „Menschen“, „Pflanzen“, etc. zu fassen wäre. Die Zuweisung erfolgt vielmehr durch schrittweise Ausweitung der Grundbedeutung auf ähnliche Wörter, die dann wiederum selbst zur Ausweitung der Kategorien dienen können. Dies führt letztendlich zu einem semantischen Netz, dessen Verästelungen in früheren Zeiten sinnvoll waren und auch heute noch teilweise nachvollzogen werden können, jedoch für den Nicht-Muttersprachler äußerst verwirrend sein können.

Verbmorphologie

Verben im Swahili bestehen aus einer Wurzel und einer Reihe von Affixen (in der Regel Präfixe), die zur Markierung der Person und des Tempus an die Wurzel angehängt werden können. Darüber hinaus gibt es Modus-Affixe, die die Rolle von Konjunktionen übernehmen können (Konditional). Da sich einige dieser Affixe zwischen der Wurzel und anderen Affixen befinden, ist manchmal irrtümlich angenommen worden, Swahili besitze Infixe.

In den meisten Wörterbüchern zum Swahili wird nur die Verbwurzel aufgeführt (bspw. -kata mit der Bedeutung "schneiden"). Im einfachen Satz werden Präfixe für die Person und das Tempus angehängt (ninakata). ni- steht für die 1. Person Singular ("ich") und -na- markiert das Tempus Bestimmte Zeitform – im Allgemeinen mit Präsens im progressiven Aspekt zu übersetzen.

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ninakata „Ich schneide (es) (gerade).“
Swahili: ni-na-kata
Wörtlich: 1.P.Sg.-PROG-schneiden

Dieser Satz kann nun durch Austausch der Präfixe verändert werden.

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unakata „Du schneidest (es) (gerade).“
Swahili: u-na-kata
Wörtlich: 2.P.Sg.-PROG-schneiden
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umekata „Du hast (es) geschnitten.“
Swahili: u-me-kata
Wörtlich: 2.P.Sg.-PERFEKT-schneiden

Als weiteres Tempus gibt es eine Präsensform, die nicht mit dem genannten zu verwechseln ist: Nasoma ist keine Verkürzung von ninasoma („Ich lese gerade“), es enthält stattdessen eine Zeitform, die mit dem Präfix –a- gebildet wird. Nasoma (assimiliert aus *Ni-a-soma) bedeutet in etwa „Ich lese (für gewöhnlich)“/„Ich kann lesen“. Dieses Tempus wird auch als Unbestimmte Zeitform oder gnomisches Präsens bezeichnet.

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nasoma „Ich lese.“
Swahili: na-soma
Wörtlich: 1.P.Sg.:GNOM-lesen
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mwasoma „Ihr lest.“
Swahili: mwa-soma
Wörtlich: 2.P.Pl.:GNOM-lesen

Die Liste aller Subjekt-Präfixe für die m-/wa--Klasse (1./2. - „Menschen“):

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Person Singular Plural
1. ni- tu-
2. u- m-
3. a- wa-

Die gebräuchlichsten Tempus-Präfixe sind:

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-a- Gnomisches Präsens (unbestimmte Zeitform)
-na- Progressiv (bestimmte Zeitform)
-me- Perfekt
-li- Präteritum
-ta- Futur

Das Präfix -ki- (oder: -nge-) ist der Konditional. Es übernimmt die Rolle, die im Deutschen die Konjunktion „wenn“ hat:

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nikinunua nyama ya mbuzi sokoni, nitapika leo.Wenn ich auf dem Markt Ziegenfleisch kaufe, werde ich heute kochen.“
Swahili: ni-ki-nunua nyama ya mbuzi soko-ni, ni-ta-pika leo
Wörtlich: 1.Sg.-KOND-kaufen 9-Fleisch 9-von 9-Ziege Markt-LOK 1.Sg-FUT-kochen heute

Mit dem Objekt-Präfix kann ein drittes Affix an die Wurzel treten. Es steht direkt vor der Wurzel und muss gesetzt werden, wenn das Objekt definit (bestimmt) ist und kann Objektpronomen ersetzen.

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anamwona „Er sieht ihn/sie (gerade).“
Swahili: a-na-mw-ona
Wörtlich: 3.Sg.-PROG-3.Sg.OBJ-sehen
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ninamwona mtoto „Ich sehe das Kind.“
Swahili: ni-na-mw-ona m-toto
Wörtlich: 1.Sg.-PROG-3.Sg.OBJ-sehen 1-Kind

Neben Präfixen gibt es im Swahili auch Suffixe. Genau genommen handelt es sich bei dem Wörterbucheintrag -soma „lesen“ nicht um die reine Wurzel, sondern um die Wurzel mit der Endung -a. -a steht für den Indikativ. Daneben gibt es beispielsweise auch noch die Verneinung -i: sisomi „Ich lese nicht“.

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sisomi „Ich lese nicht.“
Swahili: si-ø-som-i
Wörtlich: 1.Sg.-NEG-TEMPUS-lesen-NEG

ø – Nullmorphem

Eine weitere Variante ist der Konjunktiv mit der Endung -e (bei Bantu-Verben; Verben, die aus dem Arabischen entlehnt sind, werden auf kompliziertere Weise gebildet).

Daneben gibt es Suffixe, die noch vor dem Endvokal stehen, z. B. -w- für Passiv:

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wanapigwa „Sie werden geschlagen.“
Swahili: wa-na-pig-w-a
Wörtlich: 3.Sg.-PROG-schlagen-PASSIV-IND

Dialekte

Seit der Kolonialzeit (ca. 1870–1960) bildet der in Sansibar gesprochene Kiunguja-Dialekt die Grundlage für das Standard-Swahili Ostafrikas. Davon abgesehen umfasst Swahili mehr als fünfzig verschiedene Dialekte, darunter:

  • Kiunguja: Insel Sansibar und Umgebung. Basis für Standard-Swahili
  • Kimrima: Gegend um Pangani, Vanga, Dar es Salaam, Rufiji und Mafia
  • Kimgao: Gegend um Kilwa und südlich davon
  • Kipemba: Gegend um Pemba
  • Kimvita: Gegend in und um Mvita oder Mombasa. Früher der zweite große Dialekt neben Kiunguja
  • Kiamu: Gegend um die Insel Lamu (Amu)
  • Kingwana: Östliche und südliche Regionen der Demokratischen Republik Kongo. Manchmal auch als Copperbelt Swahili bezeichnet, besonders die im Süden gesprochene Varietät
  • Kingozi: Ein Sonderfall – die Sprache der Bewohner der antiken Stadt „Ngozi“ und möglicherweise der Ursprung des Swahili
  • Shikomor (Komorisch): Die Sprachen der Komoren sind eng verwandt mit dem Swahili. Die Dialekte Kingazija (oder Shingadzija), die auf den großen Komoren gesprochen werden, und das Mahorische, das auf Mayotte gesprochen wird, werden oft als Dialekte des Swahili aufgefasst
  • Kimwani: Gegend um die Kerimba Inseln und die Nordküste Mosambiks
  • Chimwiini: Gegend um Barawa (Südküste Somalias)
  • Sheng: eine Art informeller Straßenslang aus Swahili, Englisch und anderen einheimischen Sprachen, der in und um Nairobi verwendet wird. Sheng entstand in den Slums von Nairobi und gilt für einen zunehmenden Anteil der Bevölkerung als modern und großstädtisch

Nützliche Vokabeln

Einige nützliche Vokabeln sind:
jambo Hallo (für Touristen)
hujambo? – sijambo Wie geht’s? – Mir geht’s gut
simba Löwe
tembo Elefant
mgeni Gast, Fremder
rafiki Freund
karibu
kwaheri
asante
asante sana
hakuna matata (kenian. Akzent)
safari Reise
mtanga Reisender
nakupenda
daktari Doktor
polepole langsam

Literatur

  • Friedrich, Christoph: Kisuaheli Wort für Wort – Kauderwelsch Band 10, Umschlagklappen mit Aussprache und wichtigen Redewendungen, Wörterliste Suaheli-Deutsch, Deutsch-Suaheli, Reise Know-How Verlag, Bielefeld, ISBN 3-89416-074-8
  • Mohammed, M. A.: Modern Swahili Grammar. East African Educational Publishers, Nairobi 2001, ISBN 9966467610
  • Polomé, E. C.: Swahili Language Handbook. Center for Applied Linguistics, Washington 1967.

Weblinks

als:Swahili (Sprache) ast:Suahili sco:Swauheilie simple:Swahili language


Diskussion der Autoren über den Artikel: Swahili (Sprache)


jambo

jambo wird eigentlich nur für Touristen verwendet (jambo, mzungu - Hallo, Weißer) aber nicht als echtes "Hallo". Hierfür gibt es mehrere Formen: Hujambo/Hamjambo (Antwort: Sijambo, Hatujambo), Shikamoo (zu einer älteren Person; Antwort: Marahaba), Hodi (wenn man in ein Haus eintreten möchte; Antwort: karibu(-ni))...

Soll man das irgendwie im Artikel erwähnen??? --DennisKeller 18:09, 29. Okt 2005 (CEST)

Anzahl der Muttersprachler

Ich habe gemäß der englischen Wikipedia die Zahl der Mutterprachler von 5 auf 10 Millionen geändert. Scheint mir auch wahrscheinlicher, da mitlerweile Suaheli auch außerhalb des Küstenbereiches viele Muttersprachler hat (fast alle jugendlichen Stadtbewohner Tansanias haben Suaheli als Muttersprache). Wäre natürlich trotzdem gut, wenn jemand diesbezüglich noch über eine sehr aktuelle Studie Bescheid weiß. Marcoscramer 21:24, 24. Jan 2006 (CET)

Hm, Ethnologue schreibt aber von 700.000 Sprechern. Beim afrikanischen Bevölkerungswachstum sind deren Zahlen zwar nicht immer aktuell, aber ein Unterschied um fast das 15-fache ist doch etwas happig... --Slomox Slomox 16:16, 25. Jan 2006 (CET)

Jedenfalls stimmen die Zahlen links im Text und rechts im Kasten nicht überein :) --Olli M 14:08, 9. Sep 2006 (CEST)

Die Zahlen von Ethnologue sind wohl entweder ziemlich veraltet oder auf schlechten Statistiken basiert. Bedenke auch, dass das Wachstum von gebürtigen Suahelisprechern in den letzten Jahrzehnten viel schneller war als das Bevölkerungswachstum in Ostafrika. Da Suaheli nun schon seit längerem die Zweitsprache fast aller Tansanier und vieler Kenianer ist, haben mittlerweile viele junge Tansanier und Kenianer aus Gebieten, wo ursprünglich nicht Suaheli als Muttersprache gesprochen wurde, Suaheli schon seit der Geburt gelernt.
In Tansania spricht eigentlich die ganze junge, städtische Bevölkerung die Sprache seit der Geburt; zusätzlich auch viele junge Dorfbewohner in Gebieten, wo man ursprünglich nicht Suaheli spricht. Die Zahl der Muttersprachler ist also auf jedem Fall rasant am Wachsen. Wir sollten also bei unserer Schätzung auf jedem Fall nach oben hin etwas Spielraum lassen. Marcoscramer 22:30, 30. Okt. 2006 (CET)

Überarbeiten

Hallo, die ganzen Aussagen bezügl. Kunstsprache, etc. sind wie oben schon anonym angemerkt total falsch. Ich bin dabei, den -Artikel zu übersetzen. Vom bestehenden deutschen Artikel würde dann mit Ausnahme des Abschnitts "nützliche Vokabeln" nichts übrigbleiben. Gibt es Einwände gegen eine entsprechende Änderung? Gruß, --PartnerSweeny 22:01, 4. Feb 2006 (CET)

Ich denke nicht, kommt auf das Ergebnis an. Beachte aber bitte wikipedia:Formatvorlage Sprache --Atamari 22:13, 4. Feb 2006 (CET)
Ich habe jetzt die Übersetzung eingebaut. Die Infobox und die nützlichen Vokabeln und weitere Kleinigkeiten sind geblieben. Aus dem englischen Artikal habe ich die reichlich spekulativen Absätze zur Bedeutung der einzelnen Nominalklassen weggelassen. Die neu erstellte Tabelle "Konsonanten" baut auf Omniglot auf. Die Sprachbeispiele mit prettytable-Tabellen sollen die Lesbarkeit erhöhen. Bin mir aber nicht sicher, ob sie das auch tun. Grüße, --PartnerSweeny 00:40, 8. Feb 2006 (CET)

Der Artikel nennt im Text 5 Mio Muttersprachler und 30-50 Mio Zweitsprachler, in der Box 10 und 70 Mio und dann etwas weiter im Text 90 Mio Zweitsprachler. Alle diese Zahlen wirken in Bezug auf von ethnologue (oben von mir bereits angesprochen) sehr hoch. Wäre schön, wenn da noch etwas nachgebessert werden könnte. --Slomox Slomox 19:51, 8. Feb 2006 (CET)

Diese Widersprüchlichkeit habe ich auch gesehen. Es ist aber auch nirgendwo nachvollziehbar, auf welcher Basis welche Angabe erstellt worden ist, deshalb hab ich alles so belassen für die, die eine fundierte Meinung in dieser Sache vertreten. Es fehlen bei WP einfach die entsprechenden Standards, ohne die und ohne Quellen kann man eh die ganzen Daten vergessen. Vielleicht sollte man bei Portal:Sprache mal eine Diskussion anstoßen - Sprecherzahlen ohne Quellenangabe und Jahreszahl sollten meiner Meinung nach nicht länger akzeptiert werden. Eine besondere Schwierigkeit in diesem Fall ist aber natürlich auch, dass die Zahl der Zweitsprachler (30-50 Mio.) von der, die Swahili als lingua franca beherrschen (90 Mio.), verschieden sein kann - je nach Definition. --PartnerSweeny 23:52, 8. Feb 2006 (CET)

Danke für die Überarbeitung+Übersetzung! Endlich ein richtiger Artikel über Swahili!. --DennisKeller 18:01, 9. Feb 2006 (CET)

Leider stehen die widersprüchlichen Angaben immer noch im Artikel und auch die Karte suggeriert ein Verbreitungsgebiet, das so nicht existiert. In Uganda und im Kongo wird sie zwar gebraucht, aber vornehmlich im Handel über Sprachgrenzen hinweg. Das ist ungefähr so, als wenn man Deutschland als englisches Sprachgebiet bezeichnet, weil internationale Unternehmen Englisch hier als Lingua Franca verwenden. --Slomox Slomox 15:24, 15. Jun 2006 (CEST)

Suaheli

Ich habe gerade entdeckt, dass in dem Textkorpus des Wortschatzlexikons der Uni-Leipzig das Wort "Suaheli" 60 mal vorkommt, wohingegen "Swahili" gar nicht, und "Kiswahili" nur 12 mal vorkommt. Auch eine auf die deutsche Sprache beschränkte Google-Suche ergibt ein etwas höheres Ergebnis für "Suaheli" als für "Swahili". Da wir hier den allgemeinen Sprachgebrauch folgen sollten (wenn es kein anderes stärkeres Argument gibt), schlage ich vor diese Seite nach Suaheli (Sprache) zu verschieben. Marcoscramer 19:51, 27. Okt. 2006 (CEST)
Kompliziertes Problem, meiner Meinung nach. Prinzipiell bin ich zwar auch dafür, dem allgemeinen Sprachgebrauch zu folgen, in diesem Fall sehe ich allerdings eine Reihe von Gründen, dies nicht zu tun: "Suaheli" ist die anglisierte Form von "Swahili", wie die Eigenbezeichnung der Sprache lautet (bzw. Kiswahili). Deutsch "Swahili" gibt die entsprechende Aussprache relativ genau wieder, während "Suaheli" in Deutschland oft "deutsch" ausgesprochen wird. Mein Eindruck ist sogar, dass die Sprache den meisten Menschen sogar eher als Suaheli, deutsch ausgesprochen, bekannt ist. (Das Textkorpus bezieht sich ja erstmal nur auf die Schreibweisen...)
Ich bin mir nicht sicher, ob man die Leute dazu "erziehen" soll, durch die Schreibweise "Swahili" den Sprachnamen korrekt auszusprechen, aber ich tendiere in diesem Fall eher zu "ja". Schließlich ist nicht einzusehen, warum man eine Schreibweise aus dem Englischen übernehmen soll, die dann falsch ausgesprochen wird, während eine anähernd richtige Aussprache durch Übernahme der Schreibweise des Eigennamens zu erreichen ist. Zudem ist der fachsprachliche Ausdruck immer (Ki-)Swahili und der Artikel hat ja auch einen relativ großen sprachwissenschaftlichen Anteil, für den die Schreibweise "Suaheli" sehr schwer zu akzeptieren wäre. "Suaheli" ist in diesem Zusammenhang einfach veraltet (man beachte auch, dass in der englischen Wikipedia selbst die Schreibweise verwendet wird). Man kann aber sicherlich bei Beibehaltung der jetzigen Schreibweise einen kleinen Absatz hinzufügen, der das Problem im Artikel selbst anspricht. Grüße --PartnerSweeny 21:08, 27. Okt. 2006 (CEST)
Du machst in deiner Argumentation fünf falsche Annahmen:
  1. Du nimmst an, dass "Suaheli" die anglisierte Form von "Swahili" ist. Das stimmt nicht: "Suaheli" wird und wurde nie in der englischen Sprache verwendet. Es ist die Eindeutschung von "Kiswahili", die deutsche Missionare schon Ende des 19. Jahrhundert's ohne Einfluss der englischen Sprache benutzt haben.
  2. Du nimmst an, dass es falsch ist, "Suaheli" deutsch auszusprechen. Aber wieso soll das denn falsch sein? Natürlich wird das Phonem "-swahili" auf Suaheli anders ausgesprochen; aber es ist ja auch kein Argument gegen die deutsche Aussprache von "Englisch", dass es auf Englisch anders ausgesprochen wird. Da "Suaheli" im Deutschen fast immer deutsch ausgesprochen wird, und auch schon die, die "Suaheli" in die deutsche Sprache eingeführt haben, es deutsch ausgesprochen haben, kann man wohl nur behaupten, dass die deutsche Aussprache die richtige ist.
  3. Du nimmst an, dass durch die Schreibweise "Swahili" eine annähernd richtige Aussprache im Deutschen erreicht wird. Eine deutsche Aussprache von "Swahili" wäre aber [[Internationales Phonetisches Alphabet|[svahili]]], und nicht das korrekte [swahili]. Woher soll ein Leser, der das Wort nie ausgesprochen gehört hat, denn wissen, dass das "w" wie das englische "w" und nicht wie das deutsche "w" ausgesprochen wird?
  4. Du nimmst an, dass der fachsprachliche Ausdruck immer (Ki-)Swahili ist. Auch das stimmt nicht. Das hier ist ein fachlicher Text (in Fachsprache verfasst), der nur den Ausdruck "Suaheli" verwendet.
  5. Du nimmst an, dass "Suaheli" veraltet ist. Aber wieso sollte man es als veraltet bezeichnen, wenn es immer noch mehr als "Swahili" gebraucht wird?
  • Du selber gibst zu, dass die Sprache den meisten als "Suaheli" bekannt ist. Das ist doch bloß ein zusätzliches Argument dafür, hier "Suaheli" zu verwenden. Da deine Argumentation total fehlerhaft war, hat natürlich auch noch mein obiges Argument (dass "Suaheli" im Deutschen mehr gebraucht wird) seinen Wert.
  • Ich stimme mit deinem guten Vorschlag zu, das Problem auch im Artikel zu erwähnen. Aber am besten sollten wir erst damit anfangen, wenn wir hier zu einem Konsens gekommen sind. Marcoscramer 01:10, 29. Okt. 2006 (CEST)

    Ich stimme dem zu. Gerade Swahili ist der Anglizismus (Suaheli selbst jedenfalls hat wohl nicht die Macht, im Deutschen den Wechsel von Suaheli zu Swahili auszulösen). Wäre auch für verschieben.
    Marcoscramer: Du sprichst Suaheli? Weiter oben auf dieser Seite ist ja immer noch die Frage nach dr genauen Sprecherzahl offen. Vielleicht kannst du da weiterhelfen? --Slomox Slomox 18:10, 30. Okt. 2006 (CET)

    Offenbar lag ich mit meiner Einschätzung, dass die Schreibung "Suaheli" unter englischem Einfluss entstanden ist, tatsächlich daneben. Meine anderen Punkte sind aber keineswegs "falsch" oder "fehlerhaft", auch wenn du anderer Meinung bist ;-). Nach wie vor bleibe ich etwa dabei, dass "Suaheli" in der Fachsprache ein ungebräuchlicher, veralteter Terminus ist - da ändert auch dieses eine Dokument nichts daran. Ich verweise auf zwei Standardlexika der Sprachwissenschaft, nämlich Bußman und den Metzler, in denen die Sprache "Swahili" genannt wird. Das deckt sich auch mit den Erfahrungen, die ich und Kollegen von mir während des Studiums gemacht haben. Man kann sich beispielsweise auch mal die Lehrveranstaltungspläne verschiedener Afrikanistik-Institute anschauen, da wird die Sprache immer "Swahili" genannt.
    Dass die deutsche Aussprache von "Swahili" nicht exakt der Swahili-Aussprache entspricht, ist mir klar; deshalb habe ich auch "annähernd" geschrieben. Ich denke aber, dass sie unbestreitbar "näher" an [swahili] liegt als [suahe:li]. Natürlich heißt das nicht automatisch, dass man deshalb Swahili zwingend so und nicht anders schreiben muss. Nur ist das möglicherweise ein Grund, warum sich in der Fachwelt die nicht ganz unsinnige Schreibung "Swahili" durchgesetzt hat. Ein anderer Grund ist sicher auch Internationalisierung, da hat Slomox wohl recht.
    Grundsätzlich sehe ich hier vielmehr eine Abwägungsfrage: Sollte man in einer Enzyklopädie dem eher umgangssprachlichen Begriff den Vorzug vor dem Fachbegriff geben? Schon prinzipiell würde ich hier stark zu "nein" tendieren, umso mehr wenn der alternative Begriff auf eine, wie mir scheint, ziemlich unkohärente Eindeutschung des Wortes [swahili] zurückgeht, die ähnlich wie die Begriffe "Hottentottisch" (Khoisan) oder "Eskimoisch" (Inuktitut) in neuerer Zeit einen treffenderen, möglicherweise auch international einheitlicheren Namen bekommen haben.
    Übrigens - aber das nur nebenbei - bin ich mir nicht sicher, wie aussagekräftig das Ergebnis des Leipziger Wortschatzlexikons ist. Es findet nämlich allein 12 Kookurrenzen von Swahili und Suaheli. Mindestens diese 12 sollten dann auch allein gefunden werden. Grüße --PartnerSweeny 15:11, 31. Okt. 2006 (CET)

    War das jetzt nur eine sehr unbedachte Wahl der Beispiele oder versuchst du die Diskussion in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen? Hottentottisch und Eskimoisch werden in der Fachsprache ja vermieden, weil sie Exonyme mit abschätzigem Bdeutungsinhalt sind (wobei die Begriffe im normalen Sprachgebrauch durchaus geläufig sind, da der pejorative Charakter eben nicht offensichtlich ist, wenn man die Etymologie nicht kennt). Swahili und Suaheli dagegen sind dagegen lediglich verschiedene Verschriftungen der Eigenbezeichnung. Ich denke das lässt sich schwerlich vergleichen. --Slomox Slomox 15:19, 1. Nov. 2006 (CET)

    Ich versuche natürlich nicht zu unterstellen, dass Suaheli eine abschätzige Bezeichnung ist oder dass ihr auf Abschätzigkeit aus seid. Die Beispiele sollten nur weitere Fälle ansprechen, bei denen Ausdrücke, die in der Kolonialzeit in der Regel wohl von Nicht-Fachleuten geprägt wurden, später überarbeitet und angepasst wurden, was auch immer der Grund dafür sei. Bei Suaheli sicher ein anderer als bei Eskimoisch, klar. --PartnerSweeny 21:47, 1. Nov. 2006 (CET)

    Na, da würd ich mich aber nicht sorgen, dass da Nicht-Fachleute Begriffe geprägt haben. Die hatten garantiert mehr Ahnung als wir alle zusammen. Die Menschen haben halt ihre ersten Kontakte mit den Eskimos über deren Nachbarn gemacht und deren Bezeichnung für das Volk übernommen. Das das Wort (vermutlich) ursprünglich Rohfleischesser bedeutete, war ihnen wahrscheinlich tatsächlich nicht bekannt, aber bewiesen ist es ja auch jetzt noch nicht. Dass ethnische Bezeichnungen früher nicht immer ganz neutral gehalten wurden, ist ja auch nicht ungewöhnlich. Meist haben sie ihren abwertenden Charakter aber zum Zeitpunkt der Allgemeinwerdung des Begriffs bereits abgelegt gehabt. Die Slawen halten uns Deutsche ja heutzutage auch nicht mehr für stummdumme Nixversteher. Tja, sollte mal jemand dafür sorgen, dass man die Deutschen vernüftig benennt ;-) Ich find es schon merkwürdig, dass man uns immer als Germanen bezeichnet oder, noch grausliger, als Allemannen. Huch, bin doch etwas vom Thema abgekommen, naja. --Slomox Slomox 16:25, 2. Nov. 2006 (CET)

    Leider übertreibt Partner Sweeney bei seiner Argumentation wieder sehr: Nachdem ich seine übertriebene Aussage, "Swahili" sei immer der fachsprachliche Ausdruck, wieder legt hat, hat er jetzt eine schwächere Aussage gemacht (""Suaheli" in der Fachsprache ein ungebräuchlicher, veralteter Terminus ist"). Um dies zu beweisen, hat er erwähnt, dass auf den Lehrveranstaltungsplänen von Afrikanistik-Instituten die Sprache immer "Swahili" genannt wird. Auch dies stimmt nicht.

    Man kann wahrscheinlich nicht bestreiten, dass "Swahili" mittlerweile in der Fachsprache häufiger verwendet wird als "Suaheli". Genauso wenig kann man aber bestreiten, dass in der Umgangssprache "Suaheli" weiterhin häufiger gebraucht wird. Ich weiß nicht, ob die Wikipedia eindeutige Regeln hat, die vorschreiben, wie man bei einer solchen Diskrepanz zwischen Fauch- und Umgangssprache vorgehen soll. Wenn es solche Regeln gibt, dann sollten wir sie natürlich befolgen.

    Wenn die Wikipedia da aber keine eindeutige Regeln hat, bleibe ich bei meiner Meinung, dass wir in diesem Fall "Suaheli" bevorzugen sollte. Meiner Meinung nach ist die Tendenz "Swahili" zu gebrauchen vor allem auf zwei Faktoren zurückzuführen: Einerseits der Einfluss der englischen Sprache, auf der es ja auch viel mehr Literatur zur Afrikanistik als auf Deutsch gibt. Und andererseits die Tendenz, bei bestimmten Sprachen den Namen der Sprache in der Sprache selber gegenüber dem deutschen Namen der Sprache zu bevorzugen. Diese Tendenz wirkt sich allerdings nie darauf aus, wie wir Sprachen wie "Französisch", "Japanisch", "Friesisch" etc. bezeichnen. Ich habe den Eindruck, dass diese Tendenz sich nur auf Sprachnamen auswirkt, deren Völker im Westen häufig (zumindest unbewusst) noch für "primitiv" gehalten werden.

    Da der Sprachgebrauch hier zurzeit nicht eindeutig ist (also sowohl "Suaheli" als auch "Swahili" viel gebraucht werden), sollten wir doch wohl die Form vermeiden, die aus dem Vermischen mit anderen Sprachen (wie Englisch) in Mode gekommen ist, oder die in Mode gekommen ist, weil es allgemein Mode ist, bei Sprachen, deren Sprecher für "primitiv" gehalten werden, nicht mehr den deutschen Namen zu verwenden. Marcoscramer 20:35, 16. Nov. 2006 (CET)

    Ich meine, auch du übertreibst es vielleicht ein bisschen... wenn ich sage, dass "immer" dieser Ausdruck gebraucht wird, schließt das nicht aus, dass es irgendjemanden gibt, der sich nicht an diese Konvention hält. Schließlich ist das ja kein Naturgesetz. Dein Beispiel ist allerdings kein passendes Gegenbeispiel, denn wenn du dem Link am Ende der Seite folgst, kommst du auf die eigentliche Seite des Instituts, auf der der Kurs dann wieder "Swahili" heißt. Diese Studienberatung ist da nicht so aussagekräftig.

    Übrigens: Schaut mal hier. Ich glaube aber nicht, dass man solche Spezialfragen durch Konventionen regeln kann. Dass sich solche Sprachnamen, anders als Englisch oder Französisch, ändern, liegt meiner Meinung nach eher daran, dass sie in der Umgangsprache so selten und damit zu wenig verankert sind. Da haben die Leute zu wenig eine festgelegte Meinung und wenn man ihnen sagt, das heißt jetzt "Swahili" dann akzeptieren es die meisten. Ob das nun gut oder schlecht ist, sei mal dahingestellt. Gruß --PartnerSweeny 23:12, 19. Nov. 2006 (CET)

    Nasoma

    Im Artikel steht zur Zeit folgendes: "Nasoma ist keine Verkürzung von ninasoma". Es stimmt natürlich, dass nasoma nicht nur eine Verkürzung von ninasoma ist, da es ja auch die erste Person des Präsens (ohne Aspekt) ist (wohingegen ninasoma Präsens im progressiven Aspekt ist). Aber das schließt nicht aus, dass nasoma nicht auch als Verkürzung für ninasoma gebraucht wird. Gerade dies ist aber zuindestens in der Region Iringa (wo ich Suaheli gelernt habe) der Fall: Dort wird der "aspektlose Präsens" gar nicht verwendet, sondern immer durch den "Präsens im progressiven Aspekt" ersetzt (so dass dieser dort keinen Aspekt mehr ausdrückt). Trotzdem benutz man "nasoma". Dies kann dort nur als Verkürzung von "ninasoma" interpretiert werden, und wird auch von dortigen Sprechern so interpretiert. Wir sollten also nicht ohne Einschränkung behaupten, dass nasoma keine Verkürzung von ninasoma ist. Marcoscramer 02:24, 29. Okt. 2006 (CEST)

    Literatur

    Wieso wurden denn die Literatur von diesem Lazaro wieder rausgenommen? --Meikal 18:51, 7. Nov. 2006 (CET)



    Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Swahili (Sprache) und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).