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Der Artikel Tabak gehört zur Kategorie: Lesenswert|, Lesenswert, Tabak, Nachtschattengewächse, Nutzpflanze, Pflanzenprodukt, Pflanzliche Droge, Psychoaktive Substanz
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| Systematik
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Tabak (Nicotiana) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu der auch die Tomate, Kartoffel und Tollkirsche gehören. Heutzutage sind 65 Nicotiana-Arten bekannt. Gemeinsames Merkmal ist das spezifische Alkaloid Nikotin, das nur Tabakpflanzen in den Wurzeln produzieren und in den Blättern einlagern; dadurch ist Tabak eine relativ starke Droge.
Beschreibung
Tabak ist eine krautige Pflanze. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf Kronblätter sind zu einer Röhre verwachsen. Es werden Kapselfrüchte gebildet, die zahlreiche Samen enthalten.
Nutzung
Als Nutzpflanze haben nur zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung, die zahlreiche Varietäten bilden und aus denen viele Sorten gezüchtet wurden. Die verbreitetste Art ist der Virginische Tabak (Nicotiana tabacum), zu der nahezu alle heute angebauten Sorten gehören. Vereinzelt wird außerdem noch Bauern-Tabak (Nicotiana rustica) angebaut. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Ziertabak-Arten und -Sorten.
Tabakwaren
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Drehtabak Bildherkunft |
Die getrockneten, kurierten und gerebelten Tabak-Blätter (Rauchkraut) können in Tabakspfeifen oder gedreht als Zigaretten, Zigarillos und Zigarren geraucht werden. Das giftige, suchtauslösende Nikotin wird dabei zu großen Teilen verbrannt.
Weniger verbreitet ist der Konsum in Form von Snus, Kautabak und Schnupftabak.
Bereits der Verzehr geringer Mengen kann wegen des hohen Nikotinanteils zum Tod durch Atemlähmung führen.
Zigarettenimitate
Nikotinfreie Zigaretten gibt es in der Apotheke. Diese bestehen jedoch nicht aus dem Tabak, sondern aus einer Reihe von verschiedenen Pflanzenstoffen, welche den Geschmack einer Zigarette imitieren sollen.Parfümerie
In Herrenparfüms werden Tabaknoten gerne eingesetzt. Für echte Effekte sind Absolues aus echten Tabakblättern unerlässlich. Absolues werden durch Extraktion über das Concrète gewonnen.Arten
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Typische Wuchsform des Virginischen Tabaks, der hier eine Wuchshöhe von zwei Metern erreicht hat. Bildherkunft |
Virginischer Tabak (Nicotiana tabacum)
Die wirtschaftlich bedeutendste Tabakart N. tabacum wird in einer Vielzahl von Sorten angebaut. Sie ist ursprünglich selbst aus der natürlichen Kreuzung zwischen Waldtabak (N. sylvestris) und filzigem Tabak (N. tomentosiformis) hervorgegangen. Genetisch ist N. tabacum tetraploid, er verfügt also über vier Chromosomensätze.Virginischer Tabak hat rosarote Blüten mit fünf Blütenblättern, wobei sich die übrigen Formen zwischen zwei extremen Varietäten bewegen: Einerseits pyramidenförmig wachsende Pflanzen mit langen, gewinkelten und gewellten Blättern sowie langen Blütenkelchen, andererseits kugelförmig wachsende Varietäten mit breiten, ebenen Blättern und kurzen, glockigen Blütenkelchen. Die wichtigsten der heute über 600 angebauten Sorten können nach Verwendungsart im wesentlichen in folgende Grundtypen unterteilt werden:
- Virginia: Hochwachsende, breitblättrige Tabaksorten. Überwiegend werden die stark zuckerhaltigen hellen Virginiasorten als Fülltabak für Zigaretten- und Pfeifentabak angebaut. Sie werden heißluftgetrocknet und können somit vier Tage nach der Ernte verarbeitet werden. Der mit Hilfe von Röhren (engl. „flue“) getrocknete Tabak wird auch als Flue-Cured Virgina (FCV) bezeichnet.
- Burley: Brauner, pyramidenförmig wachsender Tabak mit vergrößerter Zellstruktur, die zu einer hohen Absorptionsfähigkeit für Aromastoffe führt. Diese Sorte wird vorwiegend für Zigaretten- und Pfeifentabak verwendet.
- Orient-Sorten: Kleinwüchsige, zumeist sehr zuckerhaltige und nikotinarme Varietäten, die an die kargen, trockenen Böden des östlichen Mittelmeerraums angepasst sind. Wegen ihres hohen Anteils an aromatischen Ölen und Harzen werden diese Tabake als Würztabak für Zigaretten- und Pfeifenmischungen verwendet.
- Dunkle luftgetrocknete Tabake (DLT): Alle Zigarrentabaksorten, die 2 bis 3 Monate in Trockenscheunen aufgehängt und anschließend fermentiert werden.
- Weitere Typen wie Maryland, Sumatra und verschiedene andere zur Verarbeitung zu Zigarren bestimmte Sorten.
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Bauerntabak (Rundblatt-Tabak) Bildherkunft |
Bauerntabak (Nicotiana rustica)
Der gelbblühende, strauchartig wachsende Bauern-Tabak wird heute nur noch in Russland und in einigen osteuropäischen Staaten angebaut. Bekanntestes Rustica-Produkt ist die russische Machorkazigarette. Wegen seines Geruchs wird er auch Veilchentabak genannt, der früher in Deutschland angebaute Rusticatabak hieß wegen der Blattform Rundblatt-Tabak.
Besonderes Merkmal ist der äußerst hohe Nikotinanteil in den Blättern, weshalb entsprechende Tabakwaren in der EU nicht vertrieben werden dürfen. Der seit dem Dreißigjährigen Krieg in Europa angebaute Bauerntabak ist aus der natürlichen Kreuzung der Arten N. paniculata und N. undulata hervorgegangen und existiert heute in zahlreichen Sorten.
Ziertabak
Tabakarten und -sorten werden auch als Schmuckpflanzen angebaut. Unter diesen gibt es Wildarten wie den bis zu 1,7 m hohen, nachts stark duftenden Wald-Tabak (Nicotiana sylvestris) mit langen weißen Blütenröhren oder die vielen Sorten des Ziertabaks Nicotiana x sanderae, einer Kreuzung aus dem rotblühenden N. forgetiana und dem weißblühenden N. alata. Aus dieser Kreuzung entstanden Nachkommen in vielen Farbtönen und in unterschiedlichen Wuchshöhen, teils immerduftend, teils nachtduftend oder auch ohne Duft. Der „Scharlachkönig“ ist eine dunkel scharlachrot blühende, etwa 60 cm hohe Sorte.
Anbau
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Staaten mit Rohtabakernten von über 100.000 Tonnen. Chinas Anteil an der Welttabakernte beträgt ca. 38 %. Bildherkunft |
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Tabakpflanzung im Valle de Viñales, Kuba Bildherkunft |
Der Tabakanbau ist der landwirtschaftliche Anbau von Tabak als Nutzpflanze zur Gewinnung von Rohtabak aus den geernteten und getrockneten Blättern, teilweise auch aus den ganzen Pflanzen. Wegen der großen Anpassungsfähigkeit der subtropischen Pflanze wird Tabak bis in die gemäßigten Zonen von 38° südlicher Breite bis 56° nördlicher Breite angebaut. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Nord-, Mittel- und Südamerika, China, Südostasien, Vorderasien/Balkan und Europa. In Deutschland wird Tabak unter anderem in der Vorderpfalz angebaut.
Der Tabakanbau führt in den afrikanischen Anbaugebieten zu verstärkter Abholzung von Wäldern, Auslaugung des Bodens und starker wirtschaftlichen Abhängigkeit der Tabakimporteure. Regenwald Report 1.Quartal 2003 Seite 4, Südwind-magazin 09/2004 Seite 27 und 34 sowie ZEIT vom 6.6.2005
Der Tabak unterscheidet sich von anderen Nutzpflanzen durch einen sehr hohen Arbeitsaufwand im Anbau. So wird nicht direkt auf das Feld gesät, sondern zunächst in gesonderten Saatbeeten zur Setzlingsanzucht. Dabei werden die Setzlinge nach etwa zwei Wochen pikiert und 6-8 Wochen nach Aussaat auf das Feld ausgepflanzt. Nach mehreren Pflegeschritten wie Hacken, Häufeln, Köpfen (Entfernen der Blütenstände) und Geizen (Entfernen der Seitentriebe) können drei Monate später die untersten 3-4 reifen Blätter geerntet werden. Dieser Vorgang wird über 4-6 Wochen wiederholt, bis alle verwendbaren Blätter abgeerntet sind.
Bis Ende der 60er Jahre war auch der private Tabakanbau in Deutschland recht gebräuchlich. Einige Jahrzehnte in Vergessenheit geraten wird dieser gerade mit steigenden Steuerlasten auf Tabakprodukte wieder aktuell. Dabei ist die Herstellung von rauchbarem Tabak arbeitsintensiv und eher als Liebhaberei (Hobby) attraktiv.
Der Tabakanbau in Europa wird von der EU mit Subventionen von 2 Milliarden Euro jährlich gefördert. Davon entfallen rund 150 Millionen Euro auf den Tabakanbau in Deutschland. Seit 2005 sollen jedoch 20 Prozent der bisher gewährten Subventionen gezielt dafür eingesetzt werden, die Tabakbauern zum Umsteigen auf andere Erzeugnisse zu ermuntern. In Österreich beispielsweise führte das dazu, dass laut einer Pressemeldung im Jahr 2005 alle etwa 70 verbliebenen Tabakbauern ihren Betrieb einstellten.
Welternte von Rohtabak
Die weltweite Rohtabakernte beträgt rund 7 Millionen Tonnen, davon 2,55 Millionen Tonnen in der Volksrepublik China.
Weitere bedeutende Tabakanbaustaaten sind:
Hauptimporteure sind die USA, Deutschland, Großbritannien, Russland und die Niederlande.
Geschichte des Tabakkonsums und seiner Verbreitung
Ursprung in Amerika
Ursprünglich stammt die Tabakpflanze aus Amerika. Anbau und Konsum waren in Süd- und Nordamerika bereits bekannt, lange bevor die europäischen Eroberer den Kontinent betraten. Die Tabakblätter wurden in Verbindung mit Kalk gekaut (Nordküste Südamerikas), ein Puder mit 50% Tabakanteil wurde geschnupft (karibische Inseln) und die Tabakblätter wurden zu einer Flüssigkeit verkocht (Guyana-Gebiet). Auch die Urform der Zigarre gab es schon. Geraucht wurden zusammengerollte kleine Tabakblätter umwickelt von großen (Brasilien, Zentralamerika, karibische Inseln) oder zerkleinerter Tabak in Schilfröhrchen (Mexiko). Pfeifen aus Ton, Holz, Stein, Schildpatt oder Silber wurden in Nordamerika benutzt.
Das Rauchen selber hat sich vermutlich aus der Räucherzeremonie der Priester und Medizinmänner entwickelt (vgl. Rauchopfer). Tabaksaft wurde bei Initiationsbräuchen gereicht und medizinische Verwendung fanden etwa Tabakblättern zur Versorgung von Hautverletzungen.
Europäer lernten Tabak bereits bei ihren ersten Begegnungen mit den Menschen Amerikas kennen. Als Christoph Columbus am 12. Oktober 1492 auf den Bahamas landete brachten die Inselbewohner ihm Präsente, darunter auch Tabakblätter. Mit diesem Geschenk konnte er erst etwas anfangen, als zwei seiner Männer auf der Insel Kuba die Eingeborenen sich die Blätter in den Mund stecken, diese anzünden und dann den Rauch „trinken“ sahen. 1499 lernten die spanischen Eroberer an Venezuelas Küste das Tabak-Kauen kennen, 1500 begegnete der portugiesische Seefahrer Pedro Álvares Cabral dem Pfeiferauchen. 1518 fanden Spanier in Mexiko eine sehr entwickelte Kultur des Rauchens vor.
Der französische Forschungsreisende Jacques Cartier berichtete 1536 von den Rauchgewohnheiten der Indianer Kanadas und dem dazugehörigen Utensil, welches er „pipe“ nannte – heute noch das französische und englische Wort für Pfeife. Das Wort Tabak stammt wahrscheinlich von den Antillen, wo das Rauchrohr „tobago“ genannt wurde.
Die Matrosen, Pendler zwischen alter und neuer Welt, fanden Gefallen am Tabak und brachten ihn in die süd- und westeuropäischen Häfen, von wo aus Händler ihn in der ganzen Welt verbreiteten. Schnell wurde die Sitte des Rauchens übernommen. Tabaks wurde rasch zum teuren und bedeutenden Handelsgut, wozu auch seine vermutete medizinische Wirkung beisteuerte.
Verbotsversuche im 16. und 17. Jahrhundert
Es gab auch damals schon Gegner des Tabakgenusses; sie prangerten unter anderem seinen Missbrauch als Genussdroge an. 1575 wurde für die Kirchen in Mexiko ein erstes Verbot gegen das Rauchen erhoben, da man in der „heidnischen Sitte“ des Rauchens eine Entweihung der Kirchen sah. Spätere Kontrollversuche wurden oft auf Grund von wirtschaftlichen und politischen Ideen angestrengt.
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Junger Mann mit Pfeife (Michel Gobin, 17. Jh.) Bildherkunft |
Die Verbreitung des Tabaks einerseits und diese Kontrollversuche andererseits führten im 17. Jahrhundert in Europa und auch in einigen asiatischen Ländern zu einer Krise. Etwa war London zu einem führenden Tabakhandelszentrum und das Pfeiferauchen in Großbritannien sehr schnell zur weit verbreiteten Sitte geworden. Tabak war ein teures Gut, um die Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert den zehnfachen Preis von Pfeffer wert. Jakob I., zu dieser Zeit König von England, veröffentlichte 1603 seine Schrift „Der Rauchgegner oder ein königliches Scherzstück über den Tabak“, eine Streitschrift gegen den Tabak. Der König brachte seine Abscheu dem Tabak und seine Verachtung den „ausschweifenden und liederlichen“ Rauchern gegenüber zum Ausdruck und bezweifelte dessen medizinische Wirkung.
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Der Raucher (Adriaen van Ostade, 17. Jh.) Bildherkunft |
Der erste Versuch eines Tabakverbotes geschah dann in Form von Erhöhungen des Einfuhrzolles um 4000 %. Die Auswirkung war, dass die Zahl der legalen Importe sank und mit ihnen auch die königlichen Einnahmen. Stattdessen wuchs der Schmuggel, die Ware wurde gestreckt, und der Konsum stieg weiter an. 1608 wurden die Zölle wieder gesenkt und die Steuer für den Tabak zu einer bedeutsamen königlichen Einnahmequelle.
In Deutschland wurde die neue Gewohnheit des Rauchens anfänglich mit Verwunderung begutachtet, weitete sich dann aber schnell aus. Die Soldaten des Dreißigjährigen Krieges machten sie in der gesamten Bevölkerung bekannt, bei jung und alt, Mann oder Frau. Um die Mitte des 17. Jahrhunderts gab es in Kursachsen, Bayern, den habsburgischen Erblanden in Österreich und vielen Kleinfürstentümern Verbote des Verkaufs von Tabak. Erlaubt war nur die Abgabe in Apotheken, wenn der Tabak als Medizin verkauft wurde. Jede Missachtung dieser Kontrollversuche wurde mit einer Geldstrafe (in Köln beispielsweise 50 Goldgulden), Arrest und Zwangsarbeit bestraft. Diese Kontrollversuche nützten jedoch wenig, sie wurden nie ernsthaft beachtet, da die Anzahl der Konsumenten zu groß war.
In Russland, China, Japan und der Türkei wurde mit härteren Mitteln gegen den Tabak und seine Verbreitung vorgegangen. Der Tabak wurde in diesen Regionen mit dem Einfluss der europäischen Kolonialmächte in Verbindung gebracht, die es zurückzudrängen galt. So gab es unter Sultan Murad IV. eine Raucherverfolgung. 1633 ließ er alle Tabakhäuser niederreißen und das Rauchen wurde mit der Todesstrafe geahndet. In Russland wurde in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts der Tabakkonsum vom Klerus als Todessünde angesehen und mit dem Aufreißen der Nase und dem Aufschneiden der Lippe bestraft.
Das Appalto-System
Die Regierenden und Händler erkannten, dass sich mit dem Tabakhandel enorme Geldmengen für den Staatshaushalt und Gewinne erzielen lassen. So wurden die anfänglichen Verbote bald durch eine gezielte Steuerpolitik ersetzt. Viele übernahmen das „Appalto-System“, das 1627 in Mantua und 1659 in Venedig entwickelt worden war: Ein- und Verkauf sowie Steuererhebung wurde dabei von privaten Pächtern durchgeführt. Diese mussten dafür festgelegte Summen bezahlen und versuchten wiederum, vom Käufer so viel Geld wie nur möglich zu erhalten. Der Tabakpreis stieg in der Folge immens an. Zur Unterdrückung des Schmuggels hatten die Pächter Informanten mit der Berechtigung zur Vergabe von Geldstrafen. Durch ihre Skrupellosigkeit waren die Tabakpächter und ebenso ihre Spitzel beim Volk nicht beliebt. In Frankreich wurden beispielsweise von den Agenten der Pächter rund 2500 Männer, 2000 Frauen und 6000 Kinder festgenommen, deren Richter von den Pächtern bezahlt wurden.
Doch keine noch so grausame Strafe konnte den illegalen Tabakhandel unterbinden. Überall gab es Schmuggelbanden, teilweise mit mehreren hundert bewaffneten Reitern; die Anführer wurden sogar zu Volkshelden. Den Herrschern wurde die Schuld an den immensen Tabakpreisen sowie dem skrupellosen Verhalten der Pächter zugeschrieben, was mit ein Grund für revolutionäre Unruhen wurde. Im Laufe der Französischen Revolution wurden 1794 die letzten Tabak-Pächter auf der Guillotine hingerichtet. Das Appalto-System wurde nach einiger Zeit durch staatliche Regie oder eine Verbrauchssteuer ersetzt. Dieses System überdauerte in seinen Grundzügen bis heute.
18. und 19. Jahrhundert: Tabakkonsumformen und deren soziale Bedeutung
Im 18. und 19. Jahrhundert war Tabak in Europa und Amerika vor allem als Genussdroge und als Quelle von Steuereinnahmen von Bedeutung. Der Konsum stieg stetig an; er war im Alltag, aber auch als Kunstobjekt gefragt. So fand man Tabakfeld und Tabakpflanze als Briefmarkenmotiv wieder, und der Tabak schmückte als Zierpflanze 1818 in Washington die Kapitelle der Säulen des Kapitols.
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Interieur mit Figuren (Marcellus Laroon d. J., frühes 18. Jh.) Bildherkunft |
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Hügel-Anführer mit Kindern (ind. Buchmalerei, um 1760) Bildherkunft |
Die damals gebräuchlichste Form des Rauchens war die Tabakspfeife. So wurden in Afrika hölzerne und irdene Pfeifen, in Persien und Indien Wasserpfeifen, in Europa Tonmodelle, Meerschaum- und Bernsteinpfeifen, bemalte Porzellankopf- und Heidekrautwurzelpfeifen hergestellt. Oft floss in die Gestaltung der Pfeifen auch die politische Ansichtsweise mit ein.
Trotz der starken Verbreitung des Pfeiferauchens besaßen zu damaliger Zeit auch Schnupftabak und die Zigarre eine große Popularität. Vor allem das 18. Jahrhundert gilt als Zeitraum des Schnupftabaks. Dieser gelangte aus Amerika nach Portugal, Spanien und Italien. In diesen Ländern zählten die Priester zu den stärksten Schnupfern. Das ständige Niesen in den Messen führte dazu, dass die Kirche ein Verbot des Tabakschnupfens erließ. Dieses war jedoch erfolglos, sodass 1725 das Schnupfen und Rauchen von Tabak von der Kirche wieder erlaubt wurde. Der Tabak wurde anfänglich eigens als kegelförmige Pressform gekauft und anschließend auf einer Reibe geraspelt. Zu späteren Zeiten gab es dann den Beruf des Rasplers, bei dem man den fertigen Schnupftabak kaufte.
Ludwig XIV. besaß eine Abneigung gegen das Rauchen, weswegen stattdessen am königlichen Hof das Schnupfen gängig wurde. Außerdem wollte sich die Aristokratie vom aufstrebenden Bürgertum durch eine gehobene Lebensführung abgrenzen. So wurde das Schnupfen zu einer regelrechten Kunstform entwickelt, die es zu zelebrieren galt. Bei einem echten Edelmann der Rokoko-Zeit durfte das passende Accessoire, die Tabakdose, nicht fehlen, die so kostbar wie nur möglich zu sein hatte, aus Porzellan oder Gold und mit Edelsteinen besetzt. Tabakdosen wurden auch als Diplomatenpräsent verschenkt.
Zeitgenössische Kritiker betonten aber auch die Nachteile des Tabakschnupfens: man bekomme „triefende und stinkende Nasen“ und einen schlechten Atem. Dennoch wurde das französische Tabakschnupfen vom restlichen Europa, vom Adel wie vom Volk, übernommen, und nicht nur die Männer schnupften Tabak, sondern auch Frauen. Zum Ende des 18. Jahrhunderts war in Deutschland und Frankreich 90% des verkauften Tabaks Schnupftabak. Über 200 Sorten waren im Handel. Der Konkurrenzkampf war enorm und so entstand die erste Tabakreklame. Der Tabakdose kam die Funktion des Politikums zu – es gab beispielsweise für das Volk Dosen mit den Gesichtern von Voltaire, für die Royalisten das Konterfei von Ludwig XIV. Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts ebbte das Schnupfen des Tabaks ab, da dem „Ancien Régime“ ein Ende gesetzt wurde und somit auch der Aristokratie mit ihrer Schnupfkultur. Das aufstrebende Bürgertum fand in der Zigarre eine Alternative.
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Je Fume en Pleurant mes Péchés (Napoleon-Karikatur, 1815) Bildherkunft |
Ihr Ausgangspunkt war Spanien, und bereits 1720 waren in der Zigarrenindustrie in Sevilla über 1000 Frauen tätig (vgl. Carmen). Nach 1814 verbreiteten französische und englische Soldaten, die sich während der Napoleonischen Kriege auf spanischem Boden befanden, die Zigarre in ihre Heimatländer. Auch in anderen europäischen Ländern steigerten sich Produktion und der Konsum der Zigarren. In Preußen betrachtete man die Angewohnheit des Zigarrenrauchens mit Argwohn, denn es galt zur Zeit vor der Märzrevolution als ein Symbol für „Volksverhetzer“. So war in Berlin das Rauchen der Zigarre auf der Straße verboten. Missachtung dieses Gesetzes wurde als „Auflehnung gegen die herrschende Staatsgewalt“ angesehen. Nach der Revolution wurde das Verbot 1848 als „Zugeständnis an die Revolutionäre“ aufgehoben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die Zigarre dann ein Symbol des Bürgerreichtums, die gehobene Gesellschaft richtete in ihren Häusern Rauchzimmer ein.
In den USA wurde zur Jahrhundertwende im Vergleich zu anderen Nationen viel Kautabak verbraucht. Tabak zu kauen galt als männlich, der dazugehörige Spucknapf durfte ebenfalls nicht fehlen. Im Jahr 1947 wurden 100 Millionen Pfund Kautabak verkauft. In Europa taten es nur die Seeleute und Bergmänner den Amerikanern wegen der Brandgefahr auf Schiffen und unter Tage gleich. Danach begann allerdings der Siegeszug der Zigarette.
Die Zigarette im 19. und 20. Jahrhundert
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Toreador (Mary Cassatt, 1873) Bildherkunft |
Um Abfälle der Zigarrenproduktion nutzbringend zu verwerten, wickelten Arbeiterinnen der Tabakmanufakturen Tabakreste in Papier. Diese papelitos wurden ab dem 18. Jahrhundert in Mexiko-Stadt zum Verkauf angeboten und kamen dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts über Spanien nach Frankreich. Hier erhielt die Zigarette ihren heute üblichen Namen – die französische Verkleinerungsform von cigare (Zigarre). Auch im Osmanischen Reich und in Russland war sie begehrt, da hier ein milderer als der europäische oder amerikanische Tabak angepflanzt wurde, wodurch die Zigaretten besser schmeckten.
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Mann mit der Pfeife (Paul Cézanne, 1890) Bildherkunft |
Im ersten Krimkrieg (1853-1856) rauchten die mit den Osmanen verbündeten englischen und französischen Soldaten Tabak in Zeitungspapier. Die „kosja noschka“, pfeifenähnlich gefaltetes und mit Tabak gefülltes Papier, und ebenso die „zirhaha“, eine Papierrolle in Zigarrenform, waren beide billiger als die Zigarre und kriegstauglicher als eine zerbrechliche Pfeife. Die Offiziere übernahmen diese Zigarettenvorformen und brachten sie in die Londoner und Pariser Clubs. Es entstanden Zulieferer-Märkte in Kairo, Konstantinopel, Moskau und Sankt Petersburg. Die erste Zigarettenfirma Deutschlands entstand 1862 in Dresden als Zweigstelle der Petersburger Firma Laferme mit anfänglich gerade einmal sieben Mitarbeitern. In den darauffolgenden Jahrzehnten gab es immer mehr Betriebe in Deutschland, Griechenland, Russland und anderen Ländern. Die Produktion in Deutschland stieg von 60 Millionen in den 60er Jahren des 19. Jahrhundert auf 11,5 Milliarden im Jahr 1912. Tabak und Zigaretten wurden auch importiert, vor allem russische, türkische und ägyptische.
Die Zigarette bekam Kultstatus und deren Utensilien, wie edle Etuis, wurden zu Statussymbolen. Man konnte sich mit der Zigarette vom gewöhnlichen Bürger abgrenzen und „weltmännische Überlegenheit“, Weltläufigkeit, elegante Lebenskunst, sowie eine Tendenz zur Verruchtheit demonstrieren. Im Gegensatz zur Zigarre, die eher für den langsamen Genießer stand, war die Zigarette der Schnelllebigkeit, dem Zeitgefühl der damaligen Zeit, zugeschrieben und passte somit besser als die zuvor beliebte Zigarre. Die Pfeife geriet aus der Mode, denn die Stopfvorgänge waren langwierig. Mit der Einführung der Zigarette gab es nun außerdem eine Rauchdroge, die auch für die Unterschichten bezahlbar war. Sie war nicht nur billiger, auch der Lebensstandard war gewachsen, zugenommen hatten aber auch Stress- und Leistungssituationen, Lust auf Anregung und Entspannung. Die Zigarette war milder als die anderen Tabakformen, es kam seltener zur Überdosis. Das Erlernen des Zigarettenrauchens war leichter als bei Pfeife und Zigarre. Im Ersten Weltkrieg, in der Weltwirtschaftskrise und im Zweiten Weltkrieg unterdrückte die Zigarette den Hunger der Bevölkerung.
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Karikatur mit rauchender emanzipierter Frau und schüchternem Mann (1890er-Jahre) Bildherkunft |
Frauen wurden mit der Zigarette als neuer Kundenstamm erschlossen, da Pfeife oder Zigarre als zu männlich betrachtet wurden. Die schlanke Zigarette passte zum damaligen Schönheitsideal, und so wurde das Zigarettenrauchen von emanzipierten Frauen populär gemacht.
Mit der aufkommenden Zigarettenwerbung versuchte die Industrie, die Nachfrage zu erhöhen und den Markt auszudehnen. 1910 gab es rund 20.000 Zigarettenhersteller, aber dann waren es die großen Zigarettenmarken, die eine Konzentration im Industriesektor vorantrieben.
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Reklame für türk. Murad-Zigaretten (1918) Bildherkunft |
In den USA wuchsen Produktion und Konsum stärker als in Deutschland. Dort wurde eine neue Tabakmischung erfunden, die „American Blend“, eine Mischung aus Virginia-, Burley- und türkischem Tabak. Deren Vorteil war, dass sie milder und billiger waren. Dazu wurde dieser Tabak mit einer neuen Methode getrocknet, mit Hilfe von durch Metallröhren geleiteter Hitze. Dabei entsteht eine Fermentation, die sauren Rauch ermöglicht. Saurer Rauch gelangt besser in die Lunge, und somit kann das Nikotin schneller ins Gehirn gelangen. 1913 kam die erste „Camel“-Zigarette auf den Markt. Die Marke erlangte bis 1918 einen Marktanteil von 40 % und blieb lange Zeit der Liebling der Amerikaner. 1939 kam die „Pall Mall“ auf den Markt und mit ihr die erste King-Size-Zigarette, 1954 die Winston als erste Filterzigarette.
Etwa gleichzeitig mit der Prohibition gegen den Alkohol wurden von 1895 bis 1921 in 14 Bundesstaaten der USA Gesetze gegen den Tabakkonsum erlassen, die jedoch wenig Erfolg zeigten.
In den 1930er Jahren war Deutschland der größte Tabakimporteur der Welt, pro Jahr wurden 100.000 t (aus Griechenland, der Türkei und Bulgarien) eingeführt. Dabei rauchten 80 % aller deutschen Männer (12,5 Zigaretten pro Tag) und zwanzig Prozent aller Frauen (7,2 Zigaretten pro Tag). Im August 1939, mit Beginn des zweiten Weltkriegs, wurde der Tabak rationiert; es gab nun Raucherkarten: für erwachsene Männer, denen pro Monat 40 Zigaretten zustanden, für Frauen im Alter von 25 bis 55 Jahren, die pro Monat 20 Stück erhielten.
Im Nachkriegsdeutschland wurden wegen des völligen Zusammenbruchs von Wirtschaft und Geldverkehr Zigaretten zu einer Zweitwährung, der Zigarettenschmuggel blühte.
Gesundheitsrisiken des Tabakkonsums
Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts erschienen erste Berichte über negative Klinikerfahrungen, doch es gab noch wenige medizinische Untersuchungen. Erst als Vergleiche und Langzeituntersuchungen zwischen Nicht-Rauchern und Rauchern durchgeführt wurden, wurden gesundheitsschädigende Folgen des Tabakrauchens festgestellt. Die ersten großen Untersuchungen wurden in den 1950ern durchgeführt, die Ergebnisse wurden vom amerikanischen „Surgeon General`s Advisory Committee“ zusammengefasst und veröffentlicht.
Die im westlichen Kulturkreis üblichste Form des Tabakkonsums ist das Rauchen. Die gesundheitlichen Auswirkungen des Konsums von Kau- sowie Schnupftabak sind weniger gut erforscht. Es ist allerdings bekannt, dass nur ein kleiner Teil der aus Tabakrauch extrahierten Karzinogene bereits in frischem, bzw. unverbrannten getrockneten/fermentiertem Tabak nachweisbar ist. Das Gros dieser Substanzen entsteht erst durch die Verbrennung. Andererseits weisen Kautabakkonsumenten höhere Cholesterinwerte als Raucher auf, und ein mindestens so hohes statistisches Risiko an Kreislauferkrankungen, sowie ein weit höheres Risiko, an Mundkrebs zu erkranken.
Die Gesundheitsgefährdung durch Rauchen wird ausführlich im Artikel Tabakrauchen behandelt, die stofflichen Ursachen im Artikel Tabakrauch.
Quellen
Siehe auch
Weblinks
- Tabak - Anbau, Verarbeitung - Kautabak, Schnupftabak, Zigaretten
- Kleines Tabaklexikon
- Verbreitung und Konsum des Tabaks
- WHO-Kollaborationszentrum für Tabakkontrolle
- Zusatzstoffe in Tabakprodukten
- „Früher haben wir Tabak geliefert…“ - Tabakanbau in der Uckermark 1993/94
- Fotoarchiv Reemtsma im Museum der Arbeit, Hamburg. Fotodokumente zu Tabakanbau und -verarbeitung von 1920 bis in die siebziger Jahre
- Seite der Newsgroup de.alt.fan.tabak
- kleine Kulturgeschichte und aktuelle Zahlen,PDF
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Diskussion der Autoren über den Artikel: Tabak
nördlichstes Tabakanbaugebiet
"Das nördlichste Tabakanbaugebiet Europas befindet sich in Mecklenburg-Vorpommern. (Siehe auch: Schwedt.)" ist falsch. Schwedt liegt in Brandenburg. --Acf 17:18, 2. Okt 2004 (CEST)
Kategorie Heilpflanze
Meiner Meinung nach wurde Tabak zuletzt vor ca. 500 Jahren als Heilpflanze verwendet. Ich habe die Kategorie gelöscht. --Matt1971 03:49, 27. Feb 2005 (CET)Teer und Tabak
Was ist mit dem Teer in Tabak? Wie kommt der da überhaupt rein? Danke, --Abdull 20:54, 19. Apr 2005 (CEST)
Antwort: Der Teer ist nicht darin, der entsteht erst bei der (unvollständigen) Verbrennung des Tabakkrauts. Er ist quasi die Schlacke.
Bei der Erhitzung und Verbrennung von organischen Verbindungen entsteht eine Vielzahl von Nebenprodukten. Einige davon kondensieren in einer dickflüssigen, öligen oder zäh-klebrigen dunkelbrauner Masse. Dabei handelt es sich um ein Gewirr von chemischen Substanzen, die nur sehr schwer zu trennen sind und somit nur aufwendig zu analysieren sind. Es ist eigentlich der Dreck einer Verbrennung oder Vermoderung. Es ist bekannt, dass zahlreiche Komponenten, welche in diesem Teer enthalten sind, Krebserkrankungen fördern oder sogar hervorrufen.
Anscheinend kann man mit die Zusammensetzung des Tabaks so variieren, dass bei der Verbrennung etwas weniger Teer entsteht (siehe Verpackungsangabe). Auch mit verschiedenen Zigarettenfiltern wurde diesbezüglich experimentiert. Am meisten Einfluss auf den Teergehalt hat aber die Luftzufuhr, während der Stängel glimmt. Dies beeinflusst der Raucher (meist unbewusst) mit seinem Zugverhalten, etc. mit.
Der Kampf für weniger Teer in der Zigarette ist übrigens ein Nullsummenspiel (vielleicht sogar noch schlimmer). Ein Reiz des Tabakkonsums ist ja gerade die stoffliche Vielfalt und Fülle (Aromen), welche bei der Erhitzung entstehen. Als Nebenprodukt gibt es eben auch Teere. Fährt man mit der Vielfalt oder Fülle herunter, sinkt auch der Genussfaktor. Vor allem, weil Nikotin schwer abhängig macht, lässt es der Raucher bei geringerem Genussfaktur nicht ganz bleiben (wäre ja auch eine Lösung), sondern er gönnt sich dann mehr.
Antwort zur Antwort: Totaler Blödsinn: "Nikotin macht schwer abhängig". Dies stimmt nicht, da Nikotin keine körperliche Abhängigkeit herbeiführen kann. In der Folge kommt es beim Absetzen des Stoffes auch nicht zu Entzugserscheinungen wie bei Drogen oder Alkohol, die möglicherweise schwerwiegende und lebensbedrohliche Verlaufsformen nehmen können.
Überarbeitung der Geschichte des Rauchens
Da der Abschnitt "Geschichte des Rauchens" derzeit komplett ohne interaktive Verlinkung ist und sich weiterhin auch durch seine Gliederung vom Rest des Textes unterscheidet, habe ich den Überarbeiten-Baustein eingefügt. Offensichtlich wurde hier ein externer Beitrag einfach hereinkopiert ... --Archaeomax 22:23, 14. Jul 2005 (CEST)
Verzehr von Tabak
Zitat "Tabak darf niemals durch Essen konsumiert werden: durch den hohen Nikotinanteil kann der Verzehr auch nur geringer Mengen zum Tod durch Atemlähmung führen."
Ist das wahr? Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube dieser Satz ist so nicht 100%ig richtig. Vielleicht weiß jemand etwas darüber aus einer sicheren Quelle! (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 194.127.218.23 (194.127.218.23 • Beiträge) 09:18, 4. Aug 2005)}
- Antwort: Da wird nichts dran sein. Wenn man bedenkt, dass dann die Suizidrate in die Höhe schnellen würde, falls dies Möglich wäre.
- Es ist allerdings richtig, dass wenn man das Nikotin konzentriet ( tabak in Wasser, stehenlassen, abschöpfen, verdampfen bis gelleartige Masse übrig ist) und dann zu sich nimmt - egal in welcher Form ( oral, intravenös, geraucht)- es innerhalb von 3 Stunden tötet - unter heftigfen Krämpfen und Schmerzen. (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 80.131.216.254 (80.131.216.254 • Beiträge) 12:07, 15. Nov 2005)}
- Doch, das stimmt so - Tabak ist bei Verzehr in der Tat hochgiftig, und der Nikotingehalt weniger Zigaretten für einen Menschen tödlich. Der Grund, warum diese Suizidmethode nicht häufiger zum Einsatz kommt, ist, dass a) die meisten Leute (Dich eingeschlossen ...) nicht wissen, wie giftig Tabak bei oraler Einnahme tatsächlich ist, und b) bei den meisten Menschen recht schnell nach dem Verzehr ein starker Brechreiz eintritt, der dazu führt, dass das meiste Nikotin wieder herausgewürgt wird, bevor es in den Körper aufgenommen wurde. Auch eine Rolle dürfte es spielen, dass ein Tod durch Nikotinvergiftung alles andere als kurz und quallos ist. Da greifen viele lieber zu Schlaftabletten. 83.236.158.129 22:38, 8. Dez 2005 (CET)
- Ja, es ist richtig. Nikotin ist ab Dosen von etwa 50mg für den durchschnittlichen Erwachsenen tödlich. Falsch ist die Behauptung, der Tod wäre nicht kurz und quallos. Der Tod tritt eher schnell durch Atemstillstand ein. Nikotin ist immerhin ein Nervengift.
- Das Problem beim Selbstmord durch Nikotin stellt sich eher so dar, wie unten angedeutet. 1.) schmeckt Rauchtabak beim Verzehr grauenhaft und sehr bitter, wodurch man es schlicht nicht schaffen wird, eine ausreichende Menge zu essen. 2.) wird Nikotin in der Tat recht zügig abgebaut. Durch einfaches, wegen des Geschmacks vermutlich langsames, Essen in Kombination mit dem schnellen Abbau wird man so leicht wahrscheinlich keine tödliche Dosis erreichen können. --172.179.223.119 01:14, 27. Sep 2006 (CEST)
Bemerkung: Eine sehr theoretische Diskussion, welche mich an völlig zwecklose und überholte Versuche erinnert (z.B. wie viele Mottenkugeln muss ich einer Population von Ratten unter Zwang einwürgen, bis die Hälfte davon innert x Stunden verreckt).
Offensichtlich ist es dem Menschen in der Praxis (auch unter obskuren Umständen) nicht möglich, innert nützlicher Zeit genügend Nikotin zu akkumulieren, zumal die Halbwertszeit von Nikotin im Blut extrem kurz ist.
Was sollen Diskussionen dieser Art überhaupt bezwecken? Drogen haben selbstverständlich eine Wirkung, sonst würden sie nicht als Drogen missbraucht. Und zumindest theoretisch kann man das natürlich soweit treiben, bis sie sehr akut giftig wirken.
Die schädliche Wirkung von Nikotin ist seinem hohen Suchtpotential und all den Nebeneffekten und Nebenprodukte, welche beim Konsum (beim Rauchen = unvollständige Verbrennung) entstehen, zuzuschreiben. Bei der organischen Chemie entstehen nun mal - gerade bei Hitzeeinwirkung - eine Unzahl von Nebenprodukte.
Reinstes Nikotin wäre vermutlich (gerade wegen seiner kurzen Halbwertszeit und seiner hohen Wirksamkeit) - so wie er in der Praxis eingesetzt wird - für den Organismus unbedenklich. Da sind Langzeitgifte (welche nur schlecht abbaubar sind und somit auch nicht spürbar auf den Organismus wirken) wesentlich problematischer.
Die Schädlichkeit des Rauchens ist 1001x bewiesen; auch die hohe Gewichtung dieses Schadens ist unbestritten. Deshalb...
...weshalb dieses Halbwahrheiten? ...weshalb diese Kurzschlüsse? ...weshalb diese Märchen? ...weshalb dieser Aberglaube? ...weshalb diese Polemik? ...weshalb dieses Pseudo-Wissen?
Coca-Cola soll schädlich sein, weil sich ein Fleischstück darin auflöst (das lässt sich mit viel Geduld wirklich nachprüfen). Die tatsächliche praktische Bedeutung dieses Experiments ist null. Mit etwas Ironie könnte man sagen, Coca-Cola hilft dem Magen beim Verdauen.
Kann es wirklich sein, dass eine ganze Generation von Chemie- und BiologielehrerInnen versagt hat? Was haben die den unterrichtet? Waren das NaturwissenschaftlerInnen oder haben die aus dem Bauch heraus doziert oder waren das sogar alte Pauker mit vielen Vorurteilen, unfähig zum selbständigen Denken?
Diese Art von Diskussionen scheint nicht auszurotten zu sein und ich frage mich weshalb. Ist es eine Verherrlichung von einfachem oder dualistischem Denken? (Das glaube ich eigentlich schon.) Ein Protest gegen zu selbstsichere Naturwissenschaftler? (ja, vielleicht.)
Eure Einschätzung und weitere Gründe, würden mich tatsächlich interessieren. (Vorstehender nicht signierter Beitrag stammt von 131.152.1.1 (131.152.1.1 • Beiträge) 13:47, 11. Jul 2006)}
Nikotin als Ungezieferschutz
Sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass die Tabakpflanze das Nikotin als Ungezieferschutz produziert?
Ja, nach dieser Information habe ich im Artikel gesucht.84.152.32.145 15:20, 24. Jul 2006 (CEST)
Lesenswert-Diskussion
Tabak (Nicotiana spp.) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), zu denen auch die Tomate, Kartoffel und Tollkirsche gehören. Heutzutage sind 65 Tabak-Arten bekannt. Sie unterscheiden sich stark in ihren Formen. Gemeinsames Merkmal ist das spezifische Gift Nikotin, das nur Tabakpflanzen in den Wurzeln produzieren; dadurch ist Tabak eine relativ starke Droge.- Pro
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Bildherkunft Der Artikel geht umfangreich auf die Geschichte der Pflanze ein. Da man sehr viel über die Pflanze erzählen kann wurde auch einiges wurde auch ausgelagert in Artikel wie Tabakrauchen und Tabakanbau. Der Artikel brauchte eine sprachliche Überarbeitung, ich hoffe das ist mir gelungen und ich stelle ihn hiermit als Kandidat auf. Und das als Nichtraucher. -- Mkill - ノート 23:15, 15. Okt 2005 (CEST)Pro
- Pro
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Bildherkunft . Ist dir gelungen. --Bender235 23:36, 18. Okt 2005 (CEST)Pro
- pro --Zahnstein 10:16, 19. Okt 2005 (CEST)
Biologie der Gattung Nicotiana
Wenn ich nach der Gattung Nicotiana suche werde ich weitergeleitet zu dieser Seite hier. Es gibt also offensichtlich noch keine ausreichenden Informationen zu Gattung Nicotiana. Hautpsächlich beinhaltet die Seite Informationen zum Tabak ansich, aber es fehlen wichtige Inhalte die darstellen welche Ökologie (ökologische Nische) diverse Nicotianaarten haben. Warum produzieren Nicotianaarten eigentlich so ein hochwirksames Gift? Die Abwehr von Herbivoren erscheint da wichtig, speziell angepasste Insekten oder mehr Generalisten unter den Herbivoren spielen da unterschiedliche Rollen. Warum oder vielleicht gerade deswegen sind einige Arten wie z.B. Nicotiana attenuata Modellorganismen bei der Erforschung der Pflanzenabwehr?! Auch fehlt was die Morphologischen Besonderheiten dieser Gattung gegenüber anderen Solanaceaen ausmacht. Blüten- und Blätteraufbau, Formen etc...
Einfach viel zu wenig Botanik.
Artikel: Defensive Function of Herbivore-Induced Plant Volatile Emissions in Nature, Science 16 März 2001 Silencing the Jasmonate Cascade: Induced Plant Defenses and Insect Populations, Scienceexpress 1 Juli 2004
- Lieber IP-Benutzer: Ich fürchte, es hat sich noch kein kompetenter Biologe gefunden, der hier entsprechende Informationen einstellt. Da du dich mit dem Thema auskennst, würde ich es gut finden, wenn du dir den Artikel vornimmst und die entsprechenden Informationen einfügst. Davon lebt die Wikipedia. Sei mutig! -- Mkill - ノート 14:19, 20. Okt 2005 (CEST)
Zumutbarkeit
Zur Kontroverse von Präventionsmaßnahmen noch eine Frage an Fachkundige: Gelten Jobs in der Gastronomie für Nichtraucher trotz Passivrauchs als zumutbar? Aragorn2 23:14, 8. Dez 2005 (CET)
Abgeschlossene Exzellent-Diskussion (abschlägig)
Artikel schon lange Lesenswert, aber denke, daß er inzwischen schon die Klasse der Exzellenz erreicht hat! (Auch für Nichtraucher/-innen... ;) )
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BildherkunftPro --Cascari 00:21, 22. Feb 2006 (CET)
- contra - ist mir für nen Pflanzenartikel viel zu wenig Pflanze (nahe Null). dafür viel zu viel Tabakkonsum. -- Achim Raschka 00:56, 22. Feb 2006 (CET)
- contra ich kann achim nur zustimmen. da fehlt so unglaublich viel im botanischen, daß ich es auch schon ein wenig leichtfertig finde, ihn hier überhaupt einzustellen. Denisoliver 01:29, 22. Feb 2006 (CET)
- contra - Dieser Artikel beschränkt sich auf das Produkt Tabak und die Folgen des Konsums. Man erfährt fast nichts über die Pflanze. Dabei ist sie DAS Modell für induzierte Fraßabwehr bei Pflanzen und auch ein Haustier der Genetiker. Und könnte mich jemand aufklären, seit wann die Gattung Nicotina heißt? Ich habe sie noch als Nicotiana kennengelernt. Auch neuere Literatur (Strasburger 2003, Österr. Flora 2005) nennt sie noch so. Sollte sie wirklich so heißen, muss das wohl erklärt werden. Die Geschichte ist zwar umfangreich, aber warum endet sie in der Nachkriegszeit? Kein Wort über staatliche Monopole, die lange galten. Und bei Kontroverse fehlen die rigorosen Rauchverbote, die in Irland und Italien erlassen wurden. --Griensteidl 02:49, 22. Feb 2006 (CET)
- Contra
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Bildherkunft Für das Attribut "exzellent" ist in meinen Augen noch viel zu wenig über die Tabakpflanze per se und deren Verwendung im Artikel - selbst beim Tabakkonsum im Sinne von "Rauchtabak" wären einige Differenzierungen und Informationen möglich, ganz abgesehen von Anwendungsmöglichkeiten abseits des Konsums . --Cdab Cdab 02:59, 22. Feb 2006 (CET)Contra
- Contra
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Bildherkunft Noch zu wenig über Botanik (es gibt ja viel mehr Arten). Es ist einfach noch ein Überblicksartikel. Vielleicht müßte man auch einen Artikel "Tabak (Gattung)" und einen Artikel "Kultur-Tabak" haben. Denn es wird sonst schwierig den Artikel klar zu gliedern und übersichtlich zu halten. Man muß ja die Pflanze besser beschreiben, man muß mehr Arten aufzählen, man muß den Anbau beschreiben, die Ernte und die Verarbeitung beschreiben. Tabakpflanzen werden auch in der Wissenschaft genutzt zu diversen Monitoring. Die Inhaltstoffe müssen genauer beschrieben werden. Also genug Material für zwei gute Artikel. insgesamt schon schöner überblick also lesenswert (Note befriedigend). auf keinen fall exzellent. --BotBln 20:35, 23. Feb 2006 (CET)Contra
- Contra
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Bildherkunft Klares Gattungs vs. Art vs. Erzeugnis Problem. --Tigerente 17:57, 25. Feb 2006 (CET)Contra
Tobacco??
Ich glaube im Abschnitt Geschichte muss tobacco durch Tobago ersetzt werden. Tobacco ist die anglisierte Version vom Wort Tobago, welches die Ureinwohner benutzten. Quelle: Das Handbuch des Pfeifenrauchers, Richard Carleton Hacker. --213.3.52.62 20:14, 20. Mär 2006 (CET)
Botanischer Teil
Der botanische Teil muss echt langsam mal ausgebaut werden! Wissenswertes über die Pflanze selbst macht den Artikel aus, da er nunmal Tabak und nicht Auswirkungen oder Geschichte des Tabaks heißt! -- Bgqhrsnog
Mehr Bilder?
Ich habe ein Bild vom Tabakanbau aus dem Rhein-Neckar Kreis gemacht. Leider weiß ich nicht welche Sorte das ist, aber die Bilder im Artikel haben ja eine sehr niedrige Auflösung, da könnte das ja was sein.
Rosa Blüten, spitze, wenig längliche Blätter: Das ist wohl eine helle Virginia-Sorte, kein Burley und kein dunkler luftgetrockneter wie Geuderteimer. Was anderes wird in der Region praktisch nicht angebaut. -- Lumi 23:15, 27. Jul 2006 (CEST)
- Ich finde dein Bild gelungen, ich hatte es in der Vorschau mal links oben bei "Beschreibung" eingebunden. So richtig hat mir die Optik des Artikels aber nicht gefallen. Vielleicht gibt's ne bessere Stelle. Hat jemand einen Vorschlag? --WodyS 21:16, 7. Aug 2006 (CEST)
Schwarzer Tabak
Frage an Experten: Der Artikel Gitanes (war kurz in QS erwähnt) spricht von „schwarzem Tabak“, ein Begriff, der hier im Artikel über Tabak aber nicht vorkommt. Kann man das in Übereinstimmung bringen? --Talaris 10:56, 10. Nov. 2006 (CET)
Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Tabak und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).



















