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Tirana

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Der Artikel Tirana gehört zur Kategorie: Ort in Albanien, Hauptstadt in Europa
Wappen Tiranas

Basisdaten
Fläche 31 km²
Einwohner 895.042
Bevölkerungsdichte >5.000 Einwohner/km²
Geografische Lage
110 m über NN
Zeitzone MEZ (UTC+1)
Vorwahl +355(0)4
Gründung 1614
KFZ-Kennzeichen TR
Spitznamen Tirona
Webseite http://www.tirana.gov.al/
Politik
Bürgermeister Edi Rama
Stärkste Fraktion Sozialistische Partei

Tirana (albanisch auch Tiranë []) ist die Hauptstadt der Republik Albanien, liegt am Fluss Ishm und hat 585.756 gemeldete Einwohner (Ende 2005). Es ist aber davon auszugehen, dass in Tirana und in den Vororten noch sehr viele nicht registrierte Menschen leben, so dass andere offizielle Quellen die Bevölkerungszahl mit 830.000 Personen (Ende 2004) angeben.

Die Hauptstadt ist das wirtschaftliche, kulturelle und politische Zentrum Albaniens. Sie besitzt eine Universität, Museen, einen Flughafen und vielfältige kulturelle Einrichtungen. Tirana ist zudem Hauptort der Präfektur Tirana (Qark) und des gleichnamigen Kreises (rrethi).

Geographie

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Stadtzentrum: Skanderbeg-Platz
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Geographische Lage

Die Stadt liegt am Fuße des Dajti-Berges (1613 m ü. d. M.) am Übergang von der Ebene in hügelige Landschaft auf 110 m ü. d. M. Bis zur Küste der Adria sind es etwa 30 Kilometer. Im Süden und Westen wird Tirana von Hügeln umgeben, die mit dem Dajti einen grünen Gürtel um die Stadt bilden. Im Nordwesten öffnet sich eine Ebene.

Am nördlichen Stadtrand verläuft der Fluss Tirana. Einige Kilometer südlich fließt der Erzen an Tirana vorbei. Das Stadtzentrum wird vom Flüsschen Lana durchquert. Ein kleiner künstlicher See befindet sich im Großen Park am Ostrand der Innenstadt.

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Klimadiagramm Tirana
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Klima

In Tirana herrscht Mittelmeerklima mit einer Jahresdurchschnittstemperatur von 16° C und einer Jahresniederschlagssumme von knapp 1200 mm vor. Im Juli liegt die Durchschnittstemperatur bei 24 °C, im Januar bei 7 °C. Zwei Sommermonate sind arid.

Bevölkerung

Die Einwohnerzahl Tiranas dürfte sich seit 1991 mehr als verdoppelt haben. Nach dem Zusammenbruch des Kommunismus setzte eine starke Landflucht vor allem aus dem ärmlichen Norden ein.

Zwischenzeitlich entwickelte sich ein eklatanter Unterschied zwischen Reichen und Armen. Während in den modernen Lokalen im Stadtzentrum die Preise weit über Landesdurchschnitt liegen und viele neue Villen und Hochhäuser für die Oberschicht entstanden sind, leben in Neubaugebieten am Stadtrand Zehntausende von Menschen in Siedlungen ohne jegliche Infrastruktur. Die Zuwanderer haben oft illegal Land besetzt und einfache Häuser errichtet, die weder über fließendes Wasser, Strom oder ordentlichen Zufahrtstraßen verfügen. Die Kinder, die in diesen Gegenden leben, können meist keine Schule besuchen, da diese nur in den älteren Stadtteilen existieren.

Konfessionen

Tirana ist traditionell muslimisch. Seit Tirana zur Hauptstadt bestimmt wurde, sind auch viele Bewohner anderer Konfessionen zugezogen. Tirana ist Sitz eines katholischen und eines orthodoxen Erzbischofs. In der Stadt befindet sich eine Medrese. Sie ist zudem das Weltzentrum des Bektaschi-Ordens.

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Panorama vom Dajti
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Minderheiten

Obwohl im Gebiet von Tirana keine Minderheiten sesshaft waren, leben heute in der Hauptstadt Angehörige aller in Albanien vertretenen Minderheiten. Die größte ethnische Minderheit dürften die Roma sein, die sich mit vielen dreckigen Arbeiten wie dem Einsammeln von Aluminiumbüchsen, aber auch mit Betteln über die Runden bringen.

Geschichte

Im 6. Jahrhundert ließ Justinian eine Festung errichten. Eine richtige Siedlung wurde erst im 17. Jahrhundert unter osmanischer Herrschaft gegründet: 1614 ließ ein lokaler Feudalherrscher an der Kreuzung zweier Handelswege eine Moschee, Bäder und einen Markt errichten und nannte den Ort "Tehran". Tirana blieb lange klein und unbedeutend, bis sie 1920 auf dem Kongress von Lushnja zur Hauptstadt bestimmt wurde.

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Bazar um 1923
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Darauf wurde schnell aus einem Ort mit wenigen tausend Einwohnern die größte und bedeutendste Stadt des Landes. König Zog ließ sich hier einen Palast erbauen und mit italienischer Hilfe wurden Ministerien und eine Prachtstraße angelegt.

Im Zweiten Weltkrieg kämpften Partisanen und die deutsche Wehrmacht mehrere Tage um die Stadt. Zahlreiche historische Gebäude wurden dabei zerstört, darunter auch die wichtigste Moschee, die nicht wieder aufgerichtet wurde. Die neue kommunistische Führung setzte den Ausbau der Hauptstadt fort. Neben Industrieanlagen (insbesondere Nahrungsmittel- und Maschinenfabriken) wurden auch zahlreiche Bildungseinrichtungen (Gründung der Universität 1956) und Kulturzentren (Oper, Museen, Filmstudio) errichtet.

Am 20. Februar 1991 stürzten Demonstranten die überlebensgroße Statue von Enver Hoxha auf dem Skanderbeg-Platz. Nach der Demokratisierung änderte sich das Stadtbild schnell. Überall wurden illegal Gebäude errichtet. Viele Bewohner der Landregionen ließen sich am Stadtrand nieder. Im Stadtzentrum entstanden Läden, Cafés und Restaurants. Ab 1999 wurden die illegalen Bauten im Stadtzentrum abgerissen und die Grünanlagen wiederhergestellt.

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Vom Bürgermeister farbenfroh bemaltes Haus
Bildherkunft

Siehe auch: Operation Libelle, eine Evakuierungsmaßnahme der Bundeswehr im März 1997.

Politik

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Die Bürgermeister von Tirana
Nr. Bürgermeister Amtszeit
01. Zyber Hallulli 1913-1914
02. Servet Libohova 1915-1916
03. Ismail Ndroqi 1917-1922
04. Ali Begeja 1922-1923
05. Ali Derhemi 1923-1924
06. Xhemal Kondi 1924-1925
07. Fuat Toptani 1925-1927
08. Izet Dibra 1927-1928
09. Rasim Kalakula 1928-1930
10. Rexhep Jella 1930-1933
11. Abedin Nepravishta 1933-1935
12. Qemal Butka 1936-1937
13. Abedin Nepravishta 1937-1939
14. Qazim Mulleti 1939-1940
15. Omer Fortizi 1940-1943
16. Halil Meniku 1943-1944
17. Keiner? 1944-1991
18. Tomor Malasi 1991-1992
19. Sali Kelmendi 1992-1996
20. Albert Brojka 1996-2000
21. Edi Rama seit 2000

Bürgermeister ist seit Oktober 2000 der ehemalige Basketballspieler, Maler und für kurze Zeit albanischer Kulturminister Edi Rama (PS, Sozialistische Partei). 2003 wurde er bei Kommunalwahlen, die in Tirana mit einigen Unregelmäßigkeiten verbunden waren, wiedergewählt. Seine Vorgänger waren nach dem Sturz des Kommunismus Sali Kelmendi (1992-96) und Albert Brojka (1996-2000) von der Demokratischen Partei PD.

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Mausoleum von Enver Hoxha
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Skanderbeg-Platz
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Farbenfroh bemaltes Haus am Stadteingang
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Partnerstädte

  • Abbildung
    Flag_of_Bosnia_and_Herzegovina.svg
    Bildherkunft
    Sarajewo, Bosnien-Herzegowina

    Kultur und Sehenswürdigkeiten

    Stadtbild

    Das Stadtbild ist teilweise orientalisch, teilweise aus der Zwischenkriegszeit italienisch, zum größten Teil aber durch kommunistische Plattenbauten und zahlreiche Slums geprägt. Die Fassaden ganzer Straßenzüge in der Innenstadt wurden in den letzten Jahren in schrillen Farben und wilden Mustern neu gestaltet. Zum Teil erinnern diese Häuser jetzt an Bauten von Hundertwasser. Durch diese "Mal-Aktionen" des Bürgermeisters und Künstlers Rama wurde die kommunistische Tristesse, die manchem Plattenbau und vielen unverputzen Häusern anhingen, gemildert.

    Neben zahlreichen Cafés und Restaurants sowie einigen wiederhergerichteten Grünanlagen lädt der Große Park im Süden zum Verweilen ein.

    Bauwerke

    Das Wahrzeichen der Stadt ist das Skanderbeg-Denkmal auf dem gleichnamigen Platz. Berühmt ist außerdem die Sulejman-Pasha-Moschee gleich daneben. Andere Überreste aus der Zeit vor der Unabhängigkeit des Landes sind rar. Erhalten blieben lediglich eine Türbe, eine alte Steinbrücke, Mauern der Festung aus osmanischer Zeit und der Uhrturm. In den dreißiger und vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden das Hauptgebäude der Universität und ein Ensemble mit Verwaltungsgebäuden im Stil des italienischen Faschismus errichtet. Die ebenfalls in dieser Zeit errichteten schönen Stadtvillen mussten in den letzten Jahren zum großen Teil modernen Hochhausbauten weichen. Baugrund ist in der Innenstadt von Tirana rar und teuer.

    Museen

    In Tirana finden befinden sich mit dem Historischen Museum, dem Archäologischen Museum und der Kunstgalerie die wichtigsten Museen des Landes.

    Wirtschaft und Infrastruktur

    Verkehr

    Tirana liegt 40 Kilometer vom wichtigsten albanischen Hafen Durrës entfernt. Seit dem Jahr 2000 verbindet eine Autobahn die beiden Städte. Von Tirana fahren täglich Busse in alle wichtigen Städte des Landes. Personenzüge der albanischen Eisenbahn verkehren über Durrës nach Vlora und Pogradec sowie nach Shkodra.

    Ungefähr 25 Kilometer nordwestlich liegt der internationale Flughafen Tirana-Rinas "Mother Teresa Airport". Verbindungen bestehen in die Metropolen Südosteuropas sowie einige wenige westeuropäische Städte.

    Der öffentliche Verkehr innerhalb Tiranas wird ausschließlich durch öffentliche Buslinien bewältigt. Der Bau einer S-Bahn zum Flughafen wird gerade geplant.

    Seit Sommer 2005 bringt eine Gondelbahn Besucher in kurzer Zeit auf den Hausberg Dajti. Die von einer österreichischen Firma errichtete Bahn soll das Ausflugsziel vor allzu viel Verkehr bewahren und den Besuchern eine schnelle und bequeme Anfahrt ermöglichen.

    Abbildung
    Die Lana im Stadtzentrum
    Bildherkunft

    Wirtschaft

    Tirana war während des Kommunismus ein Schwerpunkt der Industrie in Albanien. Es gab eine Zementfabrik, Maschinenbau, Schuh- und Textilindustrie, glasverarbeitende und Lebensmittelindustrie. Die Industrieanlagen sind - wie im ganzen Land - zwischenzeitlich zum Großteil stillgelegt. Die meisten Bewohner sind heute im Handel, als Staatsangestellte, im Bausektor und im Dienstleistungsbereich tätig.

    Sport

    In Tirana sind drei Fußballklubs der Ersten Liga zu Hause. FK Tirana und Dinamo Tirana gehören zu den erfolgreichsten Vereinen des Landes. Neben diesen beiden trägt auch Partizan Tirana seine Heimspiele im Selman Stërmasi Stadion aus, wo auch die meisten Länderspiele stattfinden.

    Für Hallensportarten wie Basketball und Volleyball verfügt Tirana über eine größere Arena, die während des Kosovo-Krieges im Jahr 1999 als Flüchtlingsunterkunft diente. Gleich genutzt wurde damals auch das große Freibad am Stadtrand. Im Stadtpark Parku i madh trifft man fast immer auf Jogger.

    Söhne und Töchter der Stadt

    Literatur

    • Beat Bieri, Velvet Creative Office Gmbh: Tirana in Farbe. Velvet Edition, Luzern 2003 [LINK] (Fotoband über Aktion der Stadt die Häuser knallbunt anzumalen, sowie Interview mit dem Bürgermeister Edi Rama)

    Weblinks

    als:Tirana roa-rup:Tirana simple:Tirana


    Diskussion der Autoren über den Artikel: Tirana


    Einwohnerzahl

    Sollte überprüft werden. Am 13. Jul. [LINK]: 830.000 in Einleitung/ca. 900.000 in Infobox, seitdem wurde sie mehrfach ohne Quellenangabe geändert (Vandalismus?). --Phrood 21:51, 26. Aug 2006 (CEST)

    Nome ufficiale: Tiranë Stato: Albania Distretto : Tirana Coordinate: Latitudine: 41° 19′ N Longitudine: 19° 49′ E Altitudine: 110 m s.l.m. Superficie: 31 km² Popolazione:

     - Totale
     - Densità ( )

    1.000.000 ca. ab.

      ab./km² 

    Prefisso tel: +355(0)4 CAP: 1614 Targa: TR Sito istituzionale Land & Leute


    Geographie und Bevölkerung Name und Lage

    Albanien heißt auf albanisch Shqipëri, "Land des Adlers". Ein zweiköpfiger Adler (auf rotem Grund) ist auch das Wappentier dieser Republik im Südosten Europas, die im westlichen Teil der Balkanhalbinsel liegt. Eingegrenzt wird es im Norden und Nordosten von Serbien und Montenegro (Provinz Kosovo), im Osten vom Makedonien und im Süden von Griechenland. Im Westen grenzt Albanien an die Adria.


    Zahlen

    Albanien ist mit einer Fläche von 28.750 km2 eines der kleinsten Länder in Europa, (345 km lang von Norden nach Süden, 145 km breit von Westen nach Osten) Das Land ist überwiegend gebirgig mit Spitzen, die rund 2100 bis 2400 Meter erreichen. Die Tiefländer beschränken sich auf einen Gürtel entlang der Adriaküste nördlich von Vlorë und einige Täler landeinwärts, und sie machen nur ein Viertel der Fläche des Landes aus. Die schroffen nordalbanischen Alpen sind eine Fortsetzung der Dinarischen Alpen, die Slovenien, Kroatien und Bosnien Herzegovina durchqueren. Dort liegt Albaniens höchster Berg (Korab, 2751 m). In der Mitte und im Süden des Landes werden die Gebirge von Hochplateaus und Becken unterbrochen. Die Tiefländer an der Küste besitzen gute Böden. Sie bilden die Hauptanbauflächen, obwohl sie oft sumpfig und schlecht entwässert sind. Sie machen ein Viertel der Fläche des Landes aus.


    Bunker Sie prägen das Landschaftsbild - ob als Betonpilze oder Riesenanlagen in ausgehöhlten Bergen. Enver Hoxha lebte mit einer panischen Angst vor einem Angriff aus dem Ausland. Aus diesem Grund ließ er im gesamten Land Bunker bauen; nicht unbedingt aber, um der Bevölkerung Schutz zu bieten, sondern nur für Soldaten im Guerillakrieg. Der Zement, der für einen solchen kleinen Bunker verbraucht worden ist, hätte auch für ein Einfamilienhaus gereicht. Die Schätzungen gehen auseinander, aber es gibt im ganzen Land rund 600.000 solche Bunker. Überall, sogar am Strand.

    Harald auf einem Bunker


    Vegetation und Tierwelt An der Küste findet man die typische mediterrane Vegetation mit trockenheitsunempfindlichen Sträuchern. Wälder bedecken fast 40% der gesamten albanischen Landfläche, aber dichte Bewaldung findet man nur auf höheren Erhebungen im Gebirge. Ein großer Teil des restlichen Bewuchses besteht aus Sträucherwäldern. Einige häufig vorkommende Bäume sind Eiche, Ulme, Kiefer, Buche und Birke. Wildlebende Tiere sind eher in den unzugänglichen Gebirgsregionen zu finden. Dazu gehören Steinadler und Lämmergeier, Wölfe, Rotwild und Wildschweine. Da die Albaner auch heute noch ein sehr ursprüngliches Verhältnis zur Jagd haben, ist das Großwild so gut wie ausgerottet. Wir sahen mehrere Male Schlangen, die aber ungiftig waren. Im Gebirge im Norden ist, wie in allen Mittelmeerländern, Vorsicht vor dem Biß der gehörnten Sandviper (Vipera amodytes) und der Wiesenotter (Vipera ursinii) geboten.


    Klima Die adriatische Küstenregion hat typisches Mittelmeerklima: Milde feuchte Winter und heiße trockene Sommer. Im Landesinneren überwiegt ein rauheres, kontinentales Klima mit ausgeprägten jahreszeitlichen Temperaturextremen. Der durchschnittliche jährliche Niederschlag reicht von 1000 mm an der Küste bis fast 2500 mm in den Bergen im Norden konzentriert sich deshalb auf den Winter. Im Sommer ist in allen Teilen des Landes der Niederschlag sehr gering.


    Wasser Die meisten der zahlreichen Flüsse Albaniens entspringen im gebirgigen Osten und fließen nach Westen in die Adria. Die drei größten sind der Drin, Shkumbi und Mat. Somit hat Albanien ein hohes Potential zur Produktion von Wasserkraft. Pro Jahr wurden Ende der 80er Jahre über 3.8 Mrd. kWh produziert, von denen mehr als 85% aus der Wasserkraft stammten. Es gibt drei große Seen, die alle an der Grenze liegen: Im Nordwesten den Shkodrasee und im Westen den Ohridsee und den Prespasee. In den Tälern gibt es mehrere Stauseen, die weniger zur Stromerzeugung als zum Speichern von Brauchwasser dienen, da es im Sommer praktisch nicht regnet.


    Bevölkerung Albanien ist eines der ethnisch homogensten Länder der Erde. Über 98% der Einwohner sind Albaner. Sie stammen wahrscheinlich von den Illyrern ab, einem indogermanischen Volk, das die Balkanhalbinsel während oder kurz nach der Bronzezeit (ca. 1000 vor Chr.) besiedelt hat. Zu den Minderheiten gehören Griechen, Zigeuner, Serben und Bulgaren. Die Albaner sind in zwei Bevölkerungsgruppen geteilt: Ghegas und Tosken. Die Grenze zwischen diesen Gruppen bildet ungefähr der Shkumbinfluß. Nördlich davon leben die Ghegas und im Süden die Tosken. Zu unterscheiden sind diese beiden Gruppen durch geringfügige Unterschiede der Gesichtszüge, Dialekte und Trachten.

    Details zur Bevölkerung Die gesamte Einwohnerzahl von Albanien wurde 1994 auf 3,37 Mio geschätzt. Diese Zahl dürft auch heute noch ungefähr gültig sein. Das Land hatte die höchste Wachstumsrate aller europäischen Nationen (1.9% pro Jahr in den späten 80er Jahren, 1.19% 1994). Diese kam durch die hohe Geburtenrate von über 22% zustande (1994). Die Rate der Kindersterblichkeit liegt bei 3 Prozent. Die Lebenserwartung beträgt 73 Jahre (Männer) und 76 Jahre (Frauen). Vor dem zweiten Weltkrieg war die Bevölkerung fast ausschließlich ländlich. Seit 1950 fand rasche Verstädterung statt und Ende der 80er Jahre wurden 35% als Städter klassifiziert. Nach den politischen Änderungen zeigte sich das geringe Vertrauen der Albaner in ihr eigenes Land sehr stark durch eine Massenflucht in die westlichen Nachbarländer. Der Westen wird auch jetzt noch als Ideal betrachtet, das es zu erreichen gilt. Viele Albaner versuchen immer noch die Emigration, oder sie arbeiten im Ausland, solange sie ein Visum bekommen können und kehren dann wieder zurück. Auch im Land ist alles was aus dem Westen kommt einfach wertvoller und höher angesehen.


    Sprache Die albanische Sprache ist eine indogermanische Sprache, die starke Unterschiede zu den anderen indogermanischen Sprachen aufweist. Während der 400 Jahre dauernden Herrschaft der Türken wurde die albanische Sprache und Kultur fast immer unterdrückt. Bis 1880 war keine albanisch-sprachige Schule erlaubt!

    Aussprache einiger Laute: c ... wie z in Zaun ë ... wie e in Latte dh ... wie englisches th in this x ... wie stimmhaftes ds xh ... wie dsch im englischen John zh ... wie stimmhaftes sch im franz. Journal

     Mini-Sprachkurs:

    Si je? - Wie geht's Dir? Mirë, po ti? - Gut, und Dir? Shumë mirë, faleminderit! - Sehr gut, Danke! Natën e mirë! - Gute Nacht! Mirë Mëngjes! - Guten Morgen! Të Bëftëm Mirë! - Guten Appetit! Keq! - Bitte

    Wenn man übrigens auf (ost-)österreichisch sagt: "Is ka Problem!", versteht das auch ein Albaner.


    Religion Weil man Albanien zu einem "Klein-China" am Mittelmeer machen wollte, hat 1967 die albanische Regierung alle religiösen Einrichtungen abgeschafft. Die Religion wurde noch weit rigoroser unterdrückt als in anderen kommunistischen Staaten. Staatschef Enver Hoxha erklärte Albanien 1967 zum ersten atheistischen Staat der Welt.

    Vorher war der überwiegende Teil der Bevölkerung moslemisch, 20% griechisch orthodox und 10% römisch katholisch. Trotz der Unterdrückung ging die Religion nie ganz verloren, sodaß heute noch dieselbe Verteilung gilt. Die Glaubensfreiheit wurde 1990 offiziell wiederhergestellt. Die drei Religionen existieren dort übrigens (noch) in einem friedlichen Nebeneinander ohne Fundalismus.


    Wichtige Städte Die Hauptstadt und wichtigste Stadt ist Tiranë mit über 1 Mio. Einwohnern (1987 noch geschätzte 225.700). Andere wichtige Städte sind die Industrie- und Hafenstadt Durrës, wo wir angekommen sind, das landwirtschaftliche Handelszentrum Elbasan, die antike Stadt Shkodër und der Meereshafen Vlorë. In der kommunistischen Zeit wurden viele Menschen vom Land in die Stadt übersiedelt. So entstanden die Einheitswohnblocks. Seit der Öffnung 1991 verstärkte sich die Landflucht noch.


    Bildung und kulturelle Aktivitäten Während der 400 Jahre dauernden Herrschaft der Türken wurden die albanische Sprache und Kultur fast immer unterdrückt. Bis 1880 war keine albanisch-sprachige Schule erlaubt! Nachdem die kommunistische Regierung an die Macht kam, wurde die albanische Kultur zuerst durch russische und dann durch chinesische Modelle beeinflußt. In der Mitte der 60er Jahre fand in Albanien eine Kulturrevolution statt, während der viele westliche Einflüsse eliminiert wurden. Schulpflicht gilt für alle Kinder von 7 bis 15 Jahren. Es gibt höherbildende Schulen und in Tiranë seit 1957 eine Universität. Auch Shkodër hat eine Universität, zu der die UNI-Graz enge Kontakte unterhält. Für Bildung auf dem Land hatte die Regierung allerdings weniger Interesse, und besonders heute ist die Versorgung bei weitem nicht ausreichend.

    Die kommunistische Regierung verknüpfte Bildung in höherbildenden Schulen und Hochschulen mit Arbeit in Fabriken oder Kollektiven und mit Militärdienst. Ziel jeder Ausbildung war im kommunistischen Regime die Schaffung eines "Neuen Menschen" nach chinesischem Muster.

    Die Emanzipation der Frau wurde gefördert, besonders durch die Teilnahme an höherer Bildung. Seit dem Ende des Druckes durch die Kommunisten hat diese Entwicklung allerdings aufgehört und Frauen werden wieder schlechter behandelt.

    Das Angebot an kulturellen Einrichtungen beschränkt sich auf die größten Städte - hauptsächlich auf Tiranë mit Nationalbibliothek, Theater, Oper, Ballett und Museen.


    Literatur: Neben einer lebendigen Volksliteratur an Märchen, Sprüchen, Totenklagen, Liebesliedern und Heldensagen (besonders über die Türkenkämpfe Skanderbegs) entfaltete sich nur schwer eine Buchliteratur. Die Sprache war noch uneinheitlich und vermischt, und erst 1908 wurde die lateinische Schrift eingeführt. Es gibt kirchliches und politisches Schrifttum, Neufassungen überlieferter Volksliteratur, Übersetzungen (Homer , Shakespeare, Ibsen ...) und lokalgefärbte Angleichungen an moderne europäische Literatur. Der bedeutendste Dichter Albaniens ist der Franziskanerpater Gjergi Fishta, der mit seinem Großepos "Die Laute des Hochlandes" die albanische Nationaldichtung schlechthin schuf. (Dazu gibt es eine Übersetzung ins Deutsche von G. Weigand. Von ihm kommt auch ein albanisches Lesebuch in deutscher Sprache.)

    Ismail Kadaré, der bis zur Wende 1991 in Albanien gelebt hat, findet man sehr einfach deutsche Übersetzungen. Er soll übrigens als 13. Mitglied in die Académie Française aufgenommen werden. Seine Bücher sind sehr zu empfehlen, wenn man Albanien von außen kennenlernen möchte, denn der Großteil handelt von den Menschen in der Geschichte seines Landes.


    Bildende Kunst "Griechische, römische, byzantinische, islamische, bulgarische, serbische und venezianische Kunst haben in Albanien ihre Spuren hinterlassen. Auf die Architektur im Süden haben hauptsächlich byzantinische Vorbilder gewirkt. Im Norden, wo die Bevölkerung hauptsächlich katholisch war, ist der Einfluß der europäischen Romanik im Mittelalter an zahlreichen Kirchenbauten festzustellen. Seit dem 15. Jahrhundert, als fast ganz Albanien sich zum Islam kehrte, gibt es Moscheen und Häuser im islamischen Stil mit typisch orientalischen Schmuckformen. Durch den byzantinischen Einfluß wurde bis ins 20. Jhd. die Tradition der Ikonenmalerei gepflegt."

    Diese Beschreibung weckt leicht große Erwartungen. Man sieht am Land ausschließlich einfache Häuser, und in den Städten haben währen der Zeit des Kommunismus Motive aus der jüngeren Geschichte in einem vorgeschriebenen heroischen Realismus einen großen Teil der alten Werke verdrängt.

    Nationalmuseum in Tiranë


    Musik Die ursprüngliche Volksmusikkultur ist in Albanien trotz jahrhundertelanger türkischer und italienischer Besetzung noch äußerst lebendig. Als älteste Musikäußerung gilt das Ojkanje, der Oj-Gesang. Hauptmusikinstrumente sind die Oboe Surla, die Roga, eine Dudelsackart und die große Trommel Tupan. In der Tonreihe der elftönigen Roga folgen regelmäßig ganze und halbe Töne aufeinander. Sie gehört daher weder dem Dur-Moll-System noch den Kirchentonarten an. Der Rhythmus der zweifelligen Trommel Tupan ist selbständig, er stimmt nicht mit dem der Melodie überein, gehorcht aber strengen Gesetzmäßigkeiten. Eine weitere Besonderheit der albanischen Volksmusik ist der Gebrauch der Fünftonleiter mit Ganz-, Halb- und Anderthalbtonschritten. Dabei ist nicht der Einzelton, sondern die Anordnung der Melodielinie wesentlich. Diese Musik beruht auf lebendiger Improvisationskunst.Volksmusik und Tanz werden heute wieder gepflegt.


    Kommunikation Während der Kommunistischen Regierungsperiode wurden alle Kommunikationsmedien streng von der Regierung überwacht. Es war zwar erlaubt und sogar erwünscht, Kritik zu üben, nur mußte diese den richtigen Inhalt haben: Das gesamte Denken eines Einzelnen sollte darauf ausgerichtet sein, der Gesamtheit zum Wohl zu gereichen. Alles war darauf ausgerichtet, die Meinungen der Menschen zu kontrollieren. So gab es für Privatpersonen kaum erlaubte Transportmittel, sodaß untereinander möglichst kein Austausch von Ideen stattfinden sollte.

    Die Verbreitung der vorgeschriebenen öffentlichen Meinung wurde dagegen forciert. In den späten 80ern gab es über 500.000 Radios und rund 250.000 Fernsehgeräte. Das Land hatte zwei Tageszeitungen, eine davon, "Die Stimme des Volkes" war das offizielle Parteiorgan des Zentralkomitees der Albanischen Arbeiterpartei.


    © 1997 Peter Beck

    Tirana ist nicht traditoniell muslimisch.



    Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Tirana und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).