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Villa

Der Artikel Villa gehört zur Kategorie: Villa, Stadtbaugeschichte, Wohngebäude

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Villa Gerloff in Braunschweig
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Eine Villa (lat.) bezeichnete ursprünglich ein Haus auf dem Land. Der Begriff wird heute für elegante Wohngebäude aus verschiedenen Epochen genutzt.

Allgemeines

Der Begriff "Villa" steht ursprünglich für ein vornehmes Haus auf dem Lande. Im Gegensatz zu Bauernhöfen dienten Villen allerdings nur selten landwirtschaftlichen Zwecken, und deren Besitzer hatten ihren Hauptwohnsitz häufig in einem Stadthaus. Die italienischen Villen der Antike und Renaissance bildeten als Landsitze des Stadtadels ein Pendant zu deren Stadtpalästen.

Eine Villa galt bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts als Ausdruck repräsentativer Wohnkultur und verfeinerter Lebensart und der Begriff war weltweit positiv besetzt. Mit dem Verschwinden der mit diesem Haustypus verbundenen Lebenskonzepte werden Villen allerdings heutzutage oftmals als eher rückwärts gewandter Bautyp angesehen.

Der Ausdruck "Villa" wird oft als Synonym für andere Gebäudeformen verwendet: So werden Mehrfamilienhäuser mit gehobener Ausstattung, Herrenhäuser als Mittelpunkt von landwirtschaftlichen Gütern sowie kleinere Schlösser nicht selten als Villa bezeichnet.

Kretisch-Minoische Kultur

In der kretisch-minoischen Kultur bezeichnet man als Villa ein großes, prunkvoll ausgestattetes Landhaus, das einem hohen Würdenträger oder einem reichen Bewohner gehörte; siehe auch Herrenhaus.

Römisches Reich

Auf den Gütern der reichen Römer hieß das nach städtischer Art gebaute, später meist mit verschwenderischem Luxus ausgestattete und für alle Jahreszeiten eingerichtete Herrenhaus Villa urbana (städtische Villa) oder, wenn es in der Nähe der Stadt gelegen war, Villa suburbana (vorstädtische Villa). An diese reihte sich die Villa rustica (ländliche Villa), welche die oft sehr zahlreichen Wirtschaftsgebäude, Gemüse-, Obst-, Oliven- und Weingärten in sich schloss. Durch besondere Pracht ausgezeichnete Villen waren die des Lucullus, Augustus, Pompeius, Cicero, Hortensius Hortalus, Plinius, Caligula, Nero, Hadrian etc. und die keinem Eigentümer zuzuordnende Villa Romana del Casale auf Sizilien. Gewöhnlich hatte ein reicher Römer mehrere Villen.

Mittelalter

Zur Zeit der Karolinger hießen Villae regiae die königlichen Meiereien oder Domänen, auf denen häufig die Könige ihren Aufenthalt nahmen. Der römische Villenbau wurde seit dem Anfang des 14. Jahrhundert von den Italienern aufgenommen und in denselben Abarten gepflegt.

Renaissance

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La Rotonda, Villa Palladios bei Vicenza
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Seine höchste Blüte erreichte er in der Renaissance- und Barockzeit, und die berühmtesten Architekten haben miteinander in den reizvollsten Villenanlagen gewetteifert.

1452 schrieb Leon Batista Alberti in seinen 10 Büchern über die Architektur ein ausführliches Kapitel über Herrenhäuser. Andrea Palladio wird zu einem der bekanntesten Villenbaumeister, seine Villa Almerico bei Vicenza, bekannt als La Rotonda ist die idealtypische Realisierung einer Villa der Renaissance.

Weitere künstlerisch oder geschichtlich bedeutende italienische Villen sind die Mediceische Villa Careggi bei Florenz, die Villa Farnesina von Peruzzi, Villa Madama von Raffael, Villa Lante von Giulio Romano, Villa Borghese, Villa Mattei, Villa Medici und Villa Albani in und bei Rom, die Villa d'Este bei Tivoli, die Villa Aldobrandini und Villa Mondragone bei Frascati, die Villa Doria bei Genua und die Villa Maser bei Treviso.

19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert hatte der Villenbau eine solche Ausdehnung erreicht, dass die Vorstädte aller größeren Städte fast ausschließlich aus Villen bestanden. Vororte entstanden, bei denen meist je eine Familie ein Haus mit villenartigem Charakter bewohnte, zum Teil wurden ganze Villenkolonien auf dem Reisbrett entworfen. Der Villenbau ist dadurch zu einem besonderen Zweig der modernen Baukunst des 19. Jahrhunderts geworden. Als klassische Beispiele der Villa und des villenartigen Wohnhauses aus dem 19. Jhdt. gelten Schloss Charlottenhof bei Potsdam von Schinkel, die Villa Berg in Stuttgart-Berg von Christian Friedrich von Leins, die Villa Carlotta am Comer See und die Villa Pallavicini-Durazzo in Pegli bei Genua. Vorgärten, Veranden, offene Balkone, Erker und Türmchen in möglichst malerischer Komposition sind die charakteristischen Eigenheiten der städtischen Villen in der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Als Villenkolonien sind bis heute beispielsweise Lichterfelde-West in Berlin (ab 1860, heute großflächig unter Denkmalschutz) und Marienthal in Hamburg (ab 1854) erhalten.

20. Jahrhundert

In den 20er und 30er Jahren entstanden viele repräsentative Villen, die die Ideen der Moderne beispielhaft umsetzten. Ein Beispiel ist die Villa Savoye von Le Corbusier.

In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts entstand in Deutschland die Wortprägung Stadtvilla, dabei handelt es sich um eine werbende Umschreibung für repräsentativ gestaltete, freistehende Mehrfamilienhäuser.

Weitere Beispiele

Siehe auch

Quellen


Diskussion der Autoren über den Artikel: Villa


Fast jeder kann sich unter dem Begriff VILLA etwas vorstellen.

Was aber ist die genauere Definition einer VILLA? Die m2 allein können es nicht sein, denn es gibt auch größere Häuser,ohne daß sie einer VILLA entsprechen würden. Ebenso kann es nicht der m3 umbaute Raum, oder die Anzahl der Zimmer sein - oder doch?

Ich wurde danach gefragt und konnte keine genauere Auskunft geben. Auch in der Fachliteratur habe ich keine genauere Auskunft erhalten. Kann da einer weiterhelfen und den entsprechenden Text bei wikipedia erweitern.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Villa und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).