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Volkstum

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Der Artikel Volkstum gehört zur Kategorie: Ethnologie, Volkskunde, Nationalismus, ideologie
Volkstum bezeichnet die gesamten Lebensäußerungen eines Volkes als Ausdruck eines angeblichen gemeinsamen „Volkscharakters“. Der Begriff wurde von deutschen Nationalisten im Kontext der Freiheitskriege bewusst als Gegensatz zu den Idealen der Französischen Revolution, den universalen Menschenrechten und dem demokratischen Prinzip der Volkssouveränität, geprägt.

Herkunft

Im Zeitalter der Aufklärung bezeichnete das Adjektiv volkstümlich meist die Kulturleistungen ungebildeter Deutscher sowie das Populäre. Die „Volksdichtung“ z.B. wurde damit von „gehobener“ Literatur, von der Kultur der Gebildeten unterschieden und teils elitär abgewertet, teils idealisiert. Der Begriff war also noch nicht an eine bestimmte Nation und bestimmte ihr zugeschriebene Eigenarten gekoppelt.

Bei Justus Möser (1720-1794), Johann Gottfried von Herder (1744–1803), Johann Georg Hamann (1730–1788) und anderen deutschen Romantikern wurde der Begriff allmählich immer stärker mit Vorstellungen von einem urwüchsigen, organischen, personhaft geschlossenen und ewigen „Volkscharakter“ aufgeladen. Dabei grenzte schon Möser als „Vater der Volkskunde“ das Deutschtum gegen den Kosmopolitismus der Aufklärung und gegen die Französische Revolution ab.

Friedrich Ludwig Jahn (Deutsches Volksthum 1810) gilt als Erfinder des Substantivs. Er übersetzte das Fremdwort Nation damit und bezog es auf ein „unnennbares Etwas“ in jedem Volk. Das deutsche Volkstum galt ihm wie auch Ernst Moritz Arndt (1769-1860) und Johann Gottlieb Fichte (1762-1814) nun als revolutionäre Quelle der Erneuerung gegen die Fremdherrschaft von Franzosen, aber auch Adel und Kirche. Dies hatte mit dem aufklärerischen Wortgebrauch kaum noch etwas gemein.Wolfgang Emmerich, Zur Kritik der Volkstumsideologie S. 98

Bei allen drei Denkern war die antiaufklärerische Vorstellung vom einheitlichen Volkstum bereits mit Antisemitismus verbunden. So schrieb Arndt in Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze 1813:

Verflucht aber sei die Humanität und der Kosmopolitismus, womit ihr prahlet! Jener allweltliche Judensinn, den ihr uns preist als den höchsten Gipfel menschlicher Bildung!
Fichte, der die Jüdische Emanzipation strikt ablehnte, sah es zugleich als natürliches Ziel und Recht jedes, besonders des deutschen Volkes an, das ganze Menschengeschlecht sich einzuverleiben. Er fasste den Begriff also nach innen ausgrenzend, nach außen vereinnahmend und expansiv auf. zitiert nach Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 105

Kaiserreich

Die Gründung des Deutschen Reichs 1871 erfüllte als kleindeutsche Lösung unter Vorherrschaft Preußens nur einen Teil der Träume deutscher Nationalisten, die sich die Einigung aller Deutschsprachigen in einem gemeinsamen Nationalstaat gewünscht und dafür gekämpft hatten.

Umso mehr wurde der Volkstumsbegriff nun Bestandteil einer nationalistischen Ideologie und politischen Propaganda. Er diente vielfach als patriotisches Bindemittel, um die realen Gegensätze innerhalb wie außerhalb des Kaiserreichs zu überdecken oder visionär zu überwinden: etwa indem ein Volkstumkampf, ein agrarisch-korporativer Volkskörper oder eine ideale Volksgemeinschaft beschworen wurden, die es tatsächlich nicht gab. Damit wurde der Begriff zum einen von jeder begrifflichen Bestimmung zu einem irrationalen, vorbewussten Einheitsgefühl, zum anderen konnte er so nicht nur gegen äußere, sondern auch „innere Reichsfeinde“ gewendet werden.Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 98ff

Als entscheidendes Merkmal des Volkstums hoben die Vertreter des Begriffs nun die Volksgemeinschaft hervor. Während die Gebrüder Grimm Gemeinschaft und Gesellschaft noch nicht unterschieden hatten, stellte Ferdinand Tönnies (1855-1936) beide Begriffe 1887 in einen ausschließenden Kontrast: Er fasste die Volksgemeinschaft als „das dauernde und echte“ gegenüber dem „vorübergehenden und scheinbaren Zusammenleben“ der Gesellschaft auf. Erstere sei ein „lebendiger Organismus“, naturhaft gewachsen aus Familie über bündische Vereinigungen bis hin zum Volksganzen, letztere nur ein „mechanisches Aggregat und Artefact“. Dies richtete sich gezielt auch gegen den Marxismus der Sozialdemokratie mit ihrem „wissenschaftlich“ begründeten Ideal der klassenlosen Gesellschaft.Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 100

Im Kontext des wilhelminischen Militarismus und Imperialismus im Vorfeld des 1. Weltkriegs unterstrich Heinrich Claß, Vorsitzender des Alldeutschen Verbandes, den Gegensatz von Volkstum als nationaler Selbstbehauptung und Menschlichkeit:

Die sogenannte 'Humanität' mag wieder gelten, wenn wir politisch, sittlich, gesundheitlich und kulturell reformiert sind, und danach wird sie ihre Grenzen immer finden müssen an dem Gesetze, dass der Gesundheit des Volkes jedes Opfer gebracht werden muss.
Auch er fand die „deutsche Krankheit“ in der Minderheit deutscher Juden, die für ihn den alle sittlichen Werte und ethnischen Wurzeln „zersetzenden" Internationalismus verkörperten.Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 105

Während des Krieges wurde das „deutsche Volkstum“ bzw. „Deutschtum“" dann besonders an den Hochschulen nochmals im Sinne eines Chauvinismus übersteigert. In den Deutschen Reden in schwerer Zeit von 35 Berliner Professoren war viel von Entartung und „Ausländerei“ die Rede; der Weltkrieg wurde als „Reinigungsbad" und „Brunnenstube einer neuen Kultur“ gedeutet. Gustav Roethe z.B. sah aus dem Massenmorden die „Flamme heiligen Glaubens an die weltgeschichtliche Sendung des deutschen Volkes gegen Barbarei und Überkultur“ aufsteigen.

Weimarer Republik

Nach der Kriegsniederlage und der mit blutigem Bürgerkrieg beendeten Novemberrevolution gewann der Volkstumsbegriff den Charakter einer Utopie, die die Sehnsucht nach einer vermeintlichen ursprünglichen, nun zerstörten Einheit ausdrückte.

So trauerte der Österreicher Hugo von Hofmannsthal in seinen Aufzeichnungen darüber, dass das deutsche Volkstum seine Ganzheit und die Geisteselite ihre Nähe zum Volk ebenso endgültig verloren habe wie das Paradies. Paul de Lagarde, der deutsches Volkstum bereits seit 1890 mit einer angeblichen arischen Rasse verknüpft hatte, klagte nach 1918: Das deutsche Volk, welches wir lieben und zu sehen begehren, hat nie existiert und wird vielleicht nie existieren.

In der Jugendbewegung der 1920er Jahre fand das Volkstumsideal einen apolitischen Ausdruck unter Rückgriff auf romantische Traditionen. Das Gemeinschaftserlebnis sollte die Zerrissenheit und Differenzierung der industriellen Massengesellschaft und ihrer anonymen Staatsinstitutionen, auf die man kaum Einfluss zu haben glaubte, kompensieren.

Im entstehenden deutschen Faschismus wurde das einheitliche, die individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung aufhebende Volkstum dann erneut zur politischen Aktionsforderung mit dem Ziel einer Nationalen Revolution. Hans Freyer schrieb 1925 in Revolution von Rechts:Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 102

Hier wird Volk mehr als das große unmittelbare Dasein, aus dem die Bildungen der Geschichte aufsteigen, mehr als der geheimnisvolle Grund, in dem wir alle wurzeln. Hier wird Volk zu einer Auslese und zu einem kategorischen Imperativ. Es wird zur Front aller wahrhaft revolutionären Kräfte, zur Front gegen das Prinzip der industriellen Gesellschaft.
Er verband dies mit dem Ruf nach dem Führerprinzip:
Der Führer schafft das eine klassenlose, aber vielschichtige, herrschaftsfreie, aber streng gefügte Gebilde des Volkes. Volk sein heißt Volk werden, unter des Führers Hand.

Wilhelm Stapel erklärte die Ansicht Hegels, wonach die Menschen ihr Volkstum allmählich zugunsten der Einigung in der gemeinsamen Menschheit überwinden müssten, in Antisemitismus und Antigermanismus 1928 für „wunderliches Fehldenken, vor welchem nur der gesichert ist, der Sinn für Wirklichkeit hat“.Wolfgang Emmerich, a.a.O. S. 105

Der Versailler Vertrag schloss deutsche Ansprüche auf durch den Krieg verlorene Gebiete zunächst aus. Doch in der Leipziger Stiftung für Volks- und Kulturbodenforschung fanden „völkische“ Nachwuchshistoriker wie Walter Frank, Hermann Aubin, Hans Rothfels, Werner Conze, Wolfgang Schieder, der Agrar- und Bevölkerungswissenschaftler Theodor Oberländer u.a. ein Betätigungsfeld. Sie konstruierten abseits der Universitäten, wo solche Versuche kaum Interesse fanden, eine „Volksgeschichte“, die sich Fragen der ethnischen Zugehörigkeit von „Volksdeutschen" widmete und damit aktiv an der Revisionspolitik bereits der Weimarer Zeit teilnahm. Hier wurden Konzepte von „Volkstum" mit „Volksboden" und „Lebensraum" verbunden, „Umsiedlungs"- und „Eindeutschungs"-Pläne entwickelt.

Seit 1929 traten dieser Forscherkreis auch offen für die „Nationale Revolution“ und für einen Politikwechsel zur ethnischen Neuordnung Europas ein. Dabei bestimmten sie - auch auf zwei Historikertagen - weite Teile Osteuropas als Zone germanisch-deutscher Kulturausstrahlung.

Zeit des Nationalsozialismus

Im Nationalsozialismus wurde Volkstum aggressiv gedeutet. Adolf Hitler setzte in Mein Kampf Volkstum mit Rasse gleich: da das Volkstum, besser die Rasse, eben nicht in der Sprache liegt, sondern im Blute.

Nach der Machtergreifung verbanden sich verschiedene völkisch und volkstumspolitisch orientierte inner- und außeruniversitäre Fachbereiche zu fächerübergreifenden „Forschungsgemeinschaften“. Besonders die „Nord- und Ostdeutsche Forschungsgemeinschaft", in der auch die „Volksgeschichte" und die „Ostforschung“ integriert waren, verband sich eng mit NS-Staat und NSDAP. Ihre zuvor als Spezialdisziplinen betrachteten Programme bekamen staatliche Rückendeckung und Entfaltungsmöglichkeiten. Der Begriff des „eigenständigen Volkstums" wurde in „Volksgenossen" und zu entfernende „Volksfeinde" unterteilt; damit wurde die zuvor konzipierte Revisionspolitik stärker auf rassistische und kriegerische Lösungen hin orientiert.

Vor allem der preußische Archivar Albert Brackmann befürwortete und leitete die Gleichschaltung der Nordostdeutschen Forschungsgemeinschaft. Diese lenkte zentral die ostdeutsche Geschichtswissenschaft und kontrollierte zahlreiche Projekte zu Fragen der Grenzziehung und Bevölkerungspolitik. Die Königsberger Nachwuchshistoriker unterstützten die Ostpolitik der NSDAP, die selber noch keine akademische Elite herausgebildet hatte. Nach 1937 wurde die vereinte Nord- und Ostdeutsche Forschungsgemeinschaft endgültig als Großforschungseinrichtung staatlich gefördert. Denn für die nationalsozialistische Volksgruppenpolitik in den ab 1939 eroberten Gebieten Osteuropas waren die Fachkenntnisse der Volkstumshistoriker maßgebend. Diese verfassten in staatlichem Auftrag zahlreiche Karten und Statistiken, die dem NS-Planungsstab als Grundlage seiner Siedlungs- und Bevölkerungspolitik in Polen, dem Baltikum, der Ukraine und Weißrussland dienten.

Die von den Volkstumshistorikern propagierte und legitimierte Politik der „Eindeutschung", die sogenannte Deutschstämmige als kulturell und ethnisch überlegen ansah, begünstigte auch den Holocaust, auch wenn sie diesen nicht konzipierten und daran nicht direkt beteiligt waren.Neue Zürcher Zeitung: Forschung für den «Volkstumskampf»: Rezensionen zu Ingo Haars Buch Historiker im Nationalsozialismus

Seit 1945

Nach 1945 wurde der Begriff als Ausdruck nationalistischer Ideologie vermieden und durch neutrale Worte wie „Bevölkerung“ ersetzt. Bertolt Brecht formulierte diese Abkehr so: Das Volk ist nicht tümlich. In der DDR sollte der Begriff "Volk" - nicht "Volkstum" - die angebliche Übereinstimmung von DDR-Bevölkerung mit der Einheitspartei und dem Staat ausdrücken, z.B. in den Kombinationen "Volksdemokratie", "Volkspolizei", "Volksarmee".

Im volkskundlichen Sinn erschien der Begriff gelegentlich weiterhin für Regionalgruppen (Volkstum der Donauschwaben, Sorben o.ä.). Heute verwendet die Neue Rechte ihn wieder mit ideologischen und propagandistischen Absichten.

Referenzen

Literatur

  • Wolfgang Emmerich: Zur Kritik der Volkstumsideologie. Suhrkamp-Verl., Frankfurt am Main 1971 (Edition Suhrkamp Bd. 502)
  • Hermann Bausinger: Volksideologie und Volksforschung. In: Zeitschrift für Volkskunde 61, 1965, S. 177-204
  • Hermann Bausinger: Volkskunde und Volkstumsarbeit im Nationalsozialismus. In: Helge Gerndt (Hrsg.): Volkskunde und Nationalsozialismus, München 1987
  • Hermann Bausinger: Volk und Volkstum. 1. Soziologisch. In: Kurt Galling (Hrsg.): Die Religion in Geschichte und Gegenwart. VI. Band (3. Auflage), , J. C. B. Mohr, Tübingen 1962 (Spalte 1434 f)
  • Hans Hohlwein: Völkische Bewegung. In: Kurt Galling (Hrsg.): Die Religion in Geschichte und Gegenwart. VI. Band (3. Auflage), J. C. B. Mohr. Tübingen 1962 (Spalte 1424 ff)
  • Ingo Haar: Historiker im Nationalsozialismus. Vandenhoeck & Ruprecht, 2. Auflage 2002, ISBN 352535942X

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Volkstum


Das Zitat war meines Erachtens kenntlich gemacht und ging nur über wenige Zeilen und ist daher keine URV. Der Rest des Artikels (der weitaus größere Teil) ist ohne Frage keinem Fremdwerk entnommen, da er zu schlecht ist. Es gibt aber keine Rechtfertigung den Artikel deshalb zu sperren.--85.73.25.46 10:35, 12. Jan 2006 (CET)

Löschdiskussion vom 12. Januar 2006

Volkstum (Bleibt)

Der enzyklopädische Teil des Artikels ist wortwörtlich aus dem Brockhaus übernommen, der Rest nur Geschwurbel - Theoriefindung bis Falschausagen. Weder die Negeativbesetzung von volkstümlich, noch die von Volkstum ist im deutschen Sprachraum heutzutage manifestiert. Hier wird Volkstum und und volkstümlich mit Volkstümelei und volkstümeln verwechselt (oder gar Volkstum mit Volksturm). --85.73.25.46 09:53, 12. Jan 2006 (CET)

Wenn es wörtlich aus dem Brockhaus ist, dann ist es eine und gehört dorthin. --Taxman Taxman 10:02, 12. Jan 2006 (CET)

Brockhaus-Def. ist als Zitat kenntlich gemacht (und daher OK), der LA bezieht sich auf den Rest des Artikels, daher hier nicht erledigt sonder zu diskutieren, sorry, wenn ich mich evtl unklar ausgedrückt habe, aber ein genauerer Blick auf den Artikel hätte genügt, dies nicht mißzuverstehen. Ich bitte um wiederherstellung des LA. --85.73.25.46 10:31, 12. Jan 2006 (CET)
ok, hast Recht, aber ein mittelmäßig gekennzeichnetes Zitat als Definition zu verwenden ist an sich schon ein Grund, es zu löschen --Taxman Taxman 10:46, 12. Jan 2006 (CET)
noch dazu wenn es 2 Jahre vor ablaufen des Urheberrechts ist (dann sollte man schon lieber gleich den Brockhaus von 1936...) Trotzdem Danke für die Wiederherstellung! Es soll ja darum gehen, ob der ganze Artikel wirklich "treffend" den Begriff beschreibt - ich bezeweifle dies stark. --85.73.25.46 10:55, 12. Jan 2006 (CET)
Ich ergänze noch ein paar Argumente: Das Wort Volkstum ist ausschließlich in die Kategorie Rassismus einsortiert, und der Artikelinhalt erlaubt auch kaum weitere Einordnungen. Es gibt aber m.E. kein deutsches Wörterbuch, dass die Wortbedeutung auch nur im enferntesten so sieht. Volkstum und volkstümlich werden teilweise sogar ganz im Gegensatz zum Artikel für Dinge, die sich besonderer Beliebtheit innerhalb eines Volks erfreuen und das hat ja wohl gar nichts mit Rassismus zu tun. Da der Artikel das Wort Volkstum zur Zeit nur aus einer nicht objektiven, abwertenden - vor allem unausgewogenen - Sichtweise heraus beleuchtet, scheint er mir nicht zu retten (würds ja gern!). Da wäre ein Neuanfang m.E. das Richtige! --85.73.39.50 14:22, 13. Jan 2006 (CET)
Habe eine Rettung durch Ausgewogenheit versucht. Man kann es ausführlicher-besser machen, klar. Aber so kann man ihn vielleicht behalten? -- €pa 16:22, 13. Jan 2006 (CET)
Der Rettungsversuch ist aller Ehren wert, zeigt aber, wie schwierig es ist, die Grundtendez des Artikles, dass die Bedeutung des Begriffs Volkstum und volkstümlich aus heutiger Sicht völlig überbewertet wird, zu ändern. Es bleibt eine sehr verschobene Darstellung der Begriffsbedeutung (allenfalls irgendwann mal innerhalb eines neu angefangenen Artikels zum Thema in einem Abschnitt "Geschichte des Begriffs" zu verwenden, wobei vieles nicht mal stimmt (volkstümlich war ungeachtet Brecht auch nach dem Krieg ein gernbenutztes Wort, um beim Volk beliebtes zu beschreiben). Aber vielleicht gibt es nach der Überarbeitung weitere Stimmen, die mir widersprechen? --85.73.11.132 10:44, 16. Jan 2006 (CET)
Der Artikel beschreibt in knapper Form den Begriff des Volkstums im Hinblick auf Nationalismus und Rassismus, wobei dieser Teil durchaus zutreffend ist, aber natürlich die Entwicklung unter diesen Aspekten nicht umfassend beschreibt:
"Der Begriff wurde ab 1871 mit der Gründung des Deutschen Reiches immer propagandistischer und inflationierte."
Dies ist natürlich weder sprachlich noch wissenschaftlich ein schöner Satz, und von 1871 direkt bis zum Nationalsozialismus zu springen, halte ich für gewagt. Würde man die anderen, neuzeitlicheren Bedeutungen des Begriff des Volkstums ergänzen und ggf. URV-Probleme (der Brockhaus von 1938 ist nur aus kritischer Distanz eine nützliche Quelle?) lösen, bin ich fürs Behalten!. --Samweis 07:14, 17. Jan 2006 (CET)
Sinn und Zweck dieses Nachschlagewerks ist ja wohl eine möglichst umfassende Sammlung. Deshalb fänd ich es schon sehr sinnvoll, wenn auch das Wort "Volkstum" hier bliebe. Aber wie an anderer Stelle gefordert, plädiere ich dafür, dass Autoren ihre Quellen oder Fachkenntnis prinzipiell mit aneben. [Angelika Oberhof, 17.1.2006, 15:38]

 Bleibt, sicherlich verbesserungswürdig, aber ein Anfang --Uwe Gille  Uwe Gille 01:49, 21. Jan 2006 (CET)

Volkstum heute

Die Behauptung, dass der Begriff des Volkstums heute tunlichst vermieden werde, ist Unsinn. Das deutsche Staatsbürgerrecht verwendet den Begriff des Volkstums weiterhin zur Konkretisierung der Volkszugehörigkeit ("Bekenntnis zum deutschen Volkstum), ließ §6 Bundesvertriebenengesetz

Lenin

Seine Schrift: Was sind die "Volksfreunde" und wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokraten, die er in jungen Jahren schrieb, beschäftigte sich eingehend mit den Volkstümlern in Rußland Ende des 19ten Jahrhunderts. Eine Anmerkung im Artikel wäre das wohl wert. Giro 22:43, 15. Sep 2006 (CEST)

Einleitung

"Volkstum bezeichnet die gesamten Lebensäußerungen eines Volkes als Ausdruck eines angeblichen gemeinsamen „Volkscharakters“. Der Begriff wurde von deutschen Nationalisten im Kontext der Freiheitskriege bewusst als Gegensatz zum französischen Begriff der Nation, zu den universalen Menschenrechten und dem demokratischen Prinzip der Volkssouveränität geprägt." - Gibt es dafür auch eine Quelle? Was ist denn mit dem "französischen Begriff der Nation" gemeint? -- WR/Benutzerseite WR/Benutzerseite 18:09, 21. Okt. 2006 (CEST)

Quelle siehe "Herkunft", Jahn Deutsches Volksthum 1910.
Französischer Nationbegriff: politische Teilhabe an demokratischen Rechten, siehe Def. Müsste unter Nation ausgeführt sein. Falls nicht, dort bemängeln. Jesusfreund 18:12, 21. Okt. 2006 (CEST)

Aus Jahn ist der Satz doch sicher nicht unmittelbar entnommen. "Französischer Begriff der Nation" ist zumindest mißverständlich, schließlich kommt "Nation" auch in anderen Sprachen vor. Und in ideologischer Hinsicht ist der französisch geprägte Begriff der Nation auch nicht so eindeutig, weshalb eine so verkürzte Darstellung äußerst fragwürdig ist. -- WR/Benutzerseite WR/Benutzerseite 18:22, 21. Okt. 2006 (CEST)

Welcher Satz? Die Def enthält ja kein Zitat, sondern eine sinngemäße Wiedergabe der Auffassung von Jahn, Fichte, Arndt, die den Begriff als Entität aufbrachten.
Eben weil Nation vieldeutig ist, ist die Näherbestimmung "Französischer Begriff" (nicht bloß: französisches Lehnwort) notwendig und richtig.
Wenn dir die Gegenüberstellung des deutschen Volkstumsbegriffs zum französischer Nation-Begriff nicht eindeutig genug ist, was fehlt dir denn? Jesusfreund 18:31, 21. Okt. 2006 (CEST)

Auch der "französische Begriff der Nation" ist nicht eindeutig. Der Begriff war auch in Frankreich umstritten und hat sich im Lauf der Zeit gewandelt. -- WR/Benutzerseite WR/Benutzerseite 18:34, 21. Okt. 2006 (CEST)

Wie gesagt, das wäre dann unter Nation auszuführen. Hier geht es um den deutschen Volkstumsbegriff. Dieser wurde anti-aufklärerisch, anti-menschenrechtlich, anti-demokratisch, anti-kosmopolitisch und anti-rational in Abgrenzung zu den Idealen der Frz. Revolution entwickelt. Das ist alles drin und ich weiß nicht, was man da noch klarer ausdrücken soll. Jesusfreund 18:43, 21. Okt. 2006 (CEST)

Wenn man einen Begriff nicht erklären will, sollte man das besser weglassen und vielleicht auf den entsprechenden Artikel verweisen. Verkürzungen sind dagegen nicht sachgerecht. "Dieser wurde anti-aufklärerisch, anti-menschenrechtlich, anti-demokratisch, anti-kosmopolitisch und anti-rational in Abgrenzung zu den Idealen der Frz. Revolution entwickelt." ist ein bißchen was anderes als in der Einleitung steht. Außerdem fehlt dafür eine Quelle. -- WR/Benutzerseite WR/Benutzerseite 18:50, 21. Okt. 2006 (CEST)

Tut mir leid, ich verstehe dich nicht. Ich will den Begriff erklären, dir genügt irgendwas nicht, ich frage was und kriege als Antwort, ich wollte ihn nicht erklären. Hmh. Im Aneinandervorbeireden hast du echt Talent. Einleitung wurde bereits präzisiert. Wieso du das nicht selber kannst oder willst, ist immer noch merkwürdig. Du tauchst immer erst dann auf, wenn andere was recherchiert und beigetragen haben. Jesusfreund 18:55, 21. Okt. 2006 (CEST)

Ich habe nachgefragt, wie der Einleitungsabschnitt zu verstehen ist, weil ich den SO nicht verstanden habe (bzw. nicht einverstanden war). Ich wollte das wissen, BEVOR ich selber da etwas ändere. Mit der Tilgung der Formulierung "französischer Begriff der Nation" bin ich einverstanden; eine andere Möglichkeit wäre, zusätzliche Erklärungen anzubringen. -- WR/Benutzerseite WR/Benutzerseite 19:06, 21. Okt. 2006 (CEST)

Wenn du nicht einverstanden bist, kannst du gern selber nachrecherchiern und andere reputable Quellen anfügen. Nur herummäkeln und nach eigenem Gusto jeden recherchierten Beitrag anderer anzweifeln ist kein konstruktives Mitarbeiten. Und es hängt auch nicht von deinem Einverständnis ab, was letztlich richtig ist. Jesusfreund 22:03, 21. Okt. 2006 (CEST)


Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Volkstum und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).