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Rolle
Der Artikel Walter Rauff gehört zur Kategorie: Mann, Deutscher, NSDAP-Mitglied, SS-Mitglied, Kriegsverbrecher, Reichssicherheitshauptamt (Person), Geboren 1916, Gestorben 1984
Walter Rauff (andere Schreibweise: Walther) (* 19. Juni 1906; † 14. Mai 1984 in Chile) stieg in der Zeit des Nationalsozialismus zum SS-Standartenführer auf und war während des Zweiten Weltkriegs Gruppenleiter II D im Reichssicherheitshauptamt. In dieser Funktion war er für technische Ausrüstungen zuständig und maßgeblich an der Entscheidung beteiligt, Gaswagen zu bauen und zur Ermordung von Juden und anderen Häftlingen aus Konzentrationslagern einzusetzen.
Bisher unbekannt war seine Rolle im Afrikafeldzug. Das Einsatzkommando bei der Panzerarmee Afrika ( auch genannt Heeresgruppe Afrika unter Rommel) wurde Anfang Juli 1942 von ihm als SS-Obersturmbannführer aufgestellt und hatte das Ziel, nach einer deutschen Eroberung Palästinas die dortigen Juden zu ermorden (von denen ein Teil ja gerade vor den Nazis geflüchtet war). Zu dieser Zeit gab es etwa eine halbe Million Juden im Land. Die Rauff-Truppe war Ende Juli zunächst nach Athen gebracht worden, sollte zunächst bei der Eroberung Ägyptens helfen und dann nach Palästina gelangen. Mit Rauff stand den Deutschen ein (in den eroberten Ländern Sowjetunion und Serbien) präzis ausgebildeter Massenmörder zur Verfügung. Er entwickelte und kontrollierte etwa 35 Gas-Wagen. Die Richtlinien zur geplanten Vernichtung in Palästina entsprachen den in der SU und in Serbien entwickelten Vereinbarungen zwischen SS und Wehrmacht. Die wichtigsten Abschnitte wurden wörtlich übernommen. In einem Bericht vom Sommer 1942 schreibt die SS (Walter Schellenberg, Chef des Auslandsgeheimdienstes): Die außergewöhnlich deutschfreundliche Stimmung der Araber ist im wesentlichen darauf zurückzuführen, daß man hofft, daß Hitler kommen möge, um die Juden zu vertreiben. Arabischer Antisemitismus verband sich so mit der deutschen Judenvernichtung. Noch 1962 bemerkte Hannah Arendt beim Eichmann-Prozess den Vorwurf dieser Araber, dass die Hitler-Deutschen leider keine jüdischen Siedlungen bombardiert hätten, und die heftige Sympathie für Eichmanns Mordtaten: es sei bedauerlich, dass er sein Werk nicht zu Ende geführt habe (also alle Juden restlos vernichtet).
Nach dem Krieg konnte Rauff aus US-amerikanischer Haft nach Südamerika fliehen. Er lebte zunächst in Argentinien in San Carlos de Bariloche, ab 1958 bis zu seinem Tod dann in Chile, das zu der Zeit kein Auslieferungsabkommen mit Deutschland hatte. Die Regierung Allende verweigerte daher seine Verurteilung. Er arbeitete völlig unbehelligt u. a. als Militärberater der dortigen Regierung.
1972 machte Rauff freiwillig eine Aussage als Zeuge im Verfahren gegen einen anderen SS-Offizier, Bruno Streckenbach. Die Vernehmung erfolgte durch deutsche Richter in der deutschen Botschaft in Santiago de Chile. Rauff machte hierbei Angaben zum Einsatz der Gaswagen in Russland.
Literatur
- Mallmann, Klaus-Michael (und Cüppers, Martin) Beseitigung der jüdisch-nationalen Heimstätte in Palästina. Das Einsatzkommando bei der Panzerarmee Afrika 1942 in: Matthäus, Jürgen / Mallmann, K.-M. (Hgg) Deutsche, Juden, Völkermord. Der Holocaust als Geschichte und Gegenwart Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft WBG, 2006
Weblinks
- Aussage des Walter Rauff in Santiago de Chile
- Dokument: Vermerk ... Spezialwagen, Nummer im RSHA: II D 3 a (9) Nr. 214/42 g.Ra. - vom 5. Juni 1942
- Rauff-Brief vom 26.3.1942 (engl. und dt., Faksimile)
- SS-Mordkommando stand für Palästina bereit, Die Welt, 8. April 2006
{{Personendaten|
NAME=Rauff, Walter
|ALTERNATIVNAMEN=Rauff, Walther |KURZBESCHREIBUNG=SS-Obersturmbannführer während des 2. Weltkriegs |GEBURTSDATUM=1916 |GEBURTSORT= |STERBEDATUM=1984 |STERBEORT=Chile }}

