Toplinks zu diesem Thema:
Geschenke, Kredite
Der Artikel Wang Anshi gehört zur Kategorie: Mann, Chinese, Politiker (China), Song-Dynastie, Geboren 1021, Gestorben 1086
Wang Anshi (王安石, *1021 / † 1086) war ein Reformer in der Blütezeit des alten China, zur Zeit der Song-Dynastie. Er bemühte sich um eine soziale Gerechtigkeit, ohne die Grundlagen der chinesischen Gesellschaft und der politischen Macht in Frage zu stellen.
![]() |
|
Wáng Ānshí Bildherkunft |
Weniger bekannt sind seine Beinamen Jiepu (介甫) und 半山老人 (Banshan Laoren = der alte Mann vom halben Berg).
Schon 1056 reichte er ein Reformprojekt ein. Unter Kaiser Shenzong (1068-1085) wurden 1069 die Reformen des Wang Anshi umgesetzt. Das Hauptanliegen Wang Anshis war es, durch seine Gesetze die Unterdrückung der Kleinbauern zu regulieren, welche die gesamte Last der direkten Steuern und der Frondienste trugen. Das gleiche betraf die kleinen Handwerker, die von sog. Verlegern und von Handelsgilden (hang) abhängig waren.
Konkret handelte es sich um die Herstellung eines (Preis-)Gleichgewichts auf dem Lebensmittelmarkt, um eine Reform der Grundsteuern nach dem Ertrag, veränderte Transportbestimmungen für Naturalsteuern, Umwandlung der Dienstleistungen (für den Staat) in Abgaben, zinsgünstige staatliche Darlehen für Bauern gegen Verpfändung der Ernte, eine Wehrverfassung, eine Beteiligung des Staates am Großhandel und vieles mehr. Die "Benachteiligten" waren die Großkaufleute, Wucherer und Großgrundbesitzer, die bis dato von den Schwächen der Gesetze profitiert hatten. Weil durch die Reformen die Privilegien der chinesischen Gentry angetastet wurden, unterliefen die Beamten, die meistens aus dieser Schicht stammten, seine Reformansätze. Die bekanntesten Gegenspieler Wangs waren die Literaten Ouyang Xiu und Su Dongpo.
Wang Anshi, dem heute gelegentlich das Etikett Staatssozialist angehängt wird, sah eine der Ursachen für die Misere des Staates in der ungeeigneten Beamtenschaft. Er schaffte sich viele Gegner, indem er in das Prüfungswesen eingriff und Sachfächer - wie zum Beispiel Medizin und Militärwesen - in den Prüfungskanon einführte. Bedenkt man, welche Privilegien auf dem Spiel standen, dann versteht man, weshalb viele der konfuzianisch gebildeten Beamten die Reformen derart erbittert bekämpften. In Wang Anshis Memorandum der zehntausend Worte heißt es, dass man statt sachkundiger, tüchtiger Beamter geschulte Literaten habe, die ein gutes Gedächtnis hätten und viele Texte aufsagen könnten, aber für Aufgaben verwendet würden, für die sie ungeeignet seien. Außerdem sei die Besoldung der Beamten so unzureichend, dass sie auf Geschenke und Erpressung angewiesen seien.
Die wichtigsten Reformen zielten darauf ab, die Lage der Bauern zu verbessern, denn in der Landwirtschaft sah Wang Anshi das Fundament des Staates. Mit staatlichen Krediten sollte z.B. der Zinswucher unterbunden werden. Doch die von ehrgeizigen Beamten den Bauern aufgezwungenen Kredite hatten ebenfalls nachteilige Folgen. Trotzdem gab es kaum Anhaltspunkte dafür, dass die Reformen insgesamt verfehlt gewesen wären. Die so genannten Neuen Gesetze waren fast zwanzig Jahre in Kraft und während dieser Zeit blieb das chinesische Reich ruhig, trotz der Warnungen der Gegner, die neue Politik würde einen Volksaufstand wie den von An Lushan herauf beschwören.
Wang Anshi konnte sich bei Hofe nicht halten, wurde 1076 verbannt und 1078 wieder eingesetzt. Seine Politik wurde bis zum Tode des Kaisers Shenzong 1085 weiterhin offiziell verfolgt, wenn auch weniger freudig als zuvor. Danach wurde er erneut entmachtet und musste noch die beginnende Zerstörung seines Lebenswerkes mit ansehen: An seine Stelle trat der Konservative Sima Guang († 1086), der die Großgrundbesitzer und reichen Kaufleute vertrat und die "neuen Gesetze" wieder rückgängig machte.
Nach dem Tod der beiden Rivalen 1086 setzte sich der Kampf ihrer Parteien fort. Erst 1093 kam Wang Anshis Partei wieder an die Macht, aber ihr fehlte jetzt die Rechtschaffenheit und der Weitblick, man trat nur noch dem Namen nach für die Reform ein und lieferte sich stattdessen Machtkämpfe. Trotzdem blieb der Staat noch eine einige Jahrzehnte innerlich stabil.
Literatur
- Williamson, H.R., Wang An Shih : A Chinese Statesman and Educationalist of the Sung Dynasty, 2 Vols., Arthur Probsthain, London 1935-1937.
{{Personendaten|
NAME=Wang Anshi
|ALTERNATIVNAMEN=王安石, 介甫 (Jiepu), 半山老人 (Banshan Laoren) |KURZBESCHREIBUNG=Chinesischer Reformer |GEBURTSDATUM=1021 |GEBURTSORT= |STERBEDATUM=1086 |STERBEORT= }}
Diskussion der Autoren über den Artikel: Wang Anshi


