Der Artikel Westdeutschland gehört zur Kategorie: Geschichte (Deutschland), Region in Europa, Region in Deutschland
Der Begriff Westdeutschland wurde und wird sowohl mit geographischem als auch politischem Hintergrund gebraucht.
Geografische Sichtweise
Geografisch gesehen ist Westdeutschland in einem engeren Sinne vor allem Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland.Politische Sichtweise
Politisch bezeichnet Westdeutschland das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland während der deutschen Teilung von 1949 bis 1990. Besonders das Ausland bezeichnete die Bundesrepublik der Einfachheit halber oft als Westdeutschland, Beispiel: Made in West Germany.Westdeutschland wurde im Sprachgebrauch oft in Abgrenzung zu West-Berlin benutzt. Wenn ein Westberliner in ein anderes Bundesland reiste, fuhr er erst einmal nach Westdeutschland. Das tatsächlich bereiste Bundesland war ein Unterbegriff für ihn. Auch Politiker verwendeten diese Terminologie gerne zur logischen Abgrenzung.
Gemäß Artikel 2, Absatz 1 der Verfassung von Berlin war Berlin auch vor 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland - also dem zu diesem Zeitpunkt als Westdeutschland politisch bezeichneten Teil Deutschlands - dieser Artikel konnte jedoch keine Wirkung entfalten, da er von den in Berlin maßgeblichen Alliierten zurückgestellt war. Aus Sicht der DDR war die so bezeichnete "Selbständige politische Einheit Westberlin" kein Bestandteil Westdeutschlands bzw. der Bundesrepublik Deutschland. Sowohl Berlin (West) als auch die Bundesrepublik betonten jedoch stets die engen Bindungen von Berlin (West) an die Bundesrepublik Deutschland.
Im westlichen Sprachgebrauch gab es neben Westdeutschland noch Mitteldeutschland, also das Gebiet der SBZ/DDR, und Ostdeutschland, die Gebiete jenseits von Oder und Neiße (Ostpreußen, Westpreußen, Hinterpommern, Neumark und Schlesien). Die DDR nach Ostdeutschland einzuordnen wurde mit Rücksicht auf die Heimatvertriebenen und ihre Organisationen vermieden, selbst dann noch, als zwischenstaatliche Verträge die Realitäten manifestierten und es östlich der Oder-Neiße-Linie kein Deutschland mehr gab. Der Begriff Mitteldeutschland wurde seit Beginn der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts offiziell nicht mehr und auch sonst kaum mehr verwendet. Erst nach 1990 fand der Begriff wieder Anwendung, diesmal als zusammenfassende Bezeichnung für die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.
Erst 1972 wurde die DDR von Westdeutschland durch den Grundlagenvertrag quasi namentlich anerkannt, eine eigene Staatsbürgerschaft der DDR wurde aber bis zum Ende der DDR nicht akzeptiert.
Bis zum Ende der 1960er Jahre sprach auch die DDR häufig von Westdeutschland, da bis dahin die DDR noch von einem zu vereinigenden Gesamtdeutschland ausging. Später vermied man im offiziellen DDR-Sprachgebrauch die Bezeichnung Westdeutschland als Umgehung des offiziellen Namens "Bundesrepublik Deutschland". Als Zwischenlösung konnte man auch Westdeutsche Bundesrepublik oder nur Deutsche Bundesrepublik hören.
Im heutigen Sprachgebrauch steht Westdeutschland meist als Synonym für die so genannten alten Bundesländer, erfährt aber im Zuge des Aufkommens neuerer geographischer Begriffe wie beispielsweise „Mitteldeutschland“ eine Umwertung in seine alte Bedeutung.
Siehe auch
Diskussion der Autoren über den Artikel: Westdeutschland
Was ist mit der DDR-Bezeichnung BRD? Soweit ich weiss, war dieses Kuerzel die typischer Ostkreation. Kku 12:10, 2. Dez 2002 (CET)
- Ist BRD nicht einfach die Abkuerzung von Bundesrepublik Deutschland, der offiziellen Bezeichnung Westdeutschlands? Warum soll diese Abkuerzung von Ostdeutschen kreiert worden sein? --Montauk 19:22, 25. Aug 2005 (CEST)
Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass bis zur Wende "Mitteldeutschland" ein offiziell gebrauchter Begriff war, da in seiner Verwendung implizit der Anspruch auf die ehemaligen ostdeutschen Gebiete mitschwingt. --Kurt Jansson 14:14, 2. Dez 2002 (CET)
Link geändert. "Bundesrepublik Deutschland" linkte auf Deutschland. Deutschland vor allem in seiner Spannung Ost-Westdeutschland immer unbesehen mit Bundesrepublik gleichzusetzen, führt (bedenke Anerkennung der DDR durch die Bundesrepublik als ein deutsches Völkerrechtssubjekt zu mehr historischen Unklarheiten. --Wst
Ganz so habe ich (Jahrgang 1964) die sprachlichen Regelungen nicht in Erinnerung. Zwar hieß es bei der Staatsbügerschaft wie auch heute prinzipiell "deutsch", die Abkürzung BRD war jedoch gang und gäbe, wurde auch in der Schule benutzt und passte auch zur internationalen (d.h. englischen) Form FRG (die DDR war die GDR). Mitteldeutschland habe ich nur ausnahmsweise gehört, Ostdeutschland für die DDR war normal und wurde auch in der Schule benutzt, in den früheren siebzigern sprach man z.T. noch von der Ostzone. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, aber ich glaube, dass irgendwann eine offizielle Sprachregelung sagte, man solle BR-Deutschland benutzten; allerdings hielt sich niemand daran. - Wo sind die Historiker? -- Karlscharbert 20:36, 8. Dez 2003 (CET)
- Dies trifft nicht zu. In meinem 7-Klasse-Deutschaufsatz (bei mir in Berlin (West) wurde 1987 die von mir verwendete Abkürzung BRD von der Lehrerin angestrichen. Begründung: "Vom Osten gegebene Abkürzung".--Berlin-Jurist 21:56, 25. Aug 2005 (CEST)
br Tags entfernt: Die benutzten br Tags waren eher "schlechter Stil", die Wikipedia soll ja eigentlich ohne große HTML Nutzung auskommen, ich habe sie daher durch Zeilenumbrüche ersetzt. DDR und BRD verlinkt: Erschien sinnvoll, da diese Artikel schon bestehen und auch zum Thema passen. Flotzin 13:16, 17. Mär 2004 (CET)
Ich finde eine Weiterleitung von "Westzone" zu Westdeutschland unpassend! Westzone war doch der Begriff VOR einem selbständigen Staat BRD - steht also in Bezug zu Besatzungszone! @SIG@

