Wikipedia GNU FDL Artikel anzeigen Artikel bearbeiten
 
Wochenschau

Toplinks zu diesem Thema:
Gmbh, Rolle



Der Artikel Wochenschau gehört zur Kategorie: Film
Eine Wochenschau ist eine ursprünglich für das Kino produzierte, wöchentlich neu erstellte Nachrichtensendung. Die Kino-Wochenschauen, die meist vor dem eigentlichen Hauptfilm ausgestrahlt wurden, gelten als Vorläufer der heutigen Fernsehnachrichten.

Geschichte

Als erste eigenständige Wochenschau gilt das französische „Eclair-Journal“ (Frankreich im Jahr 1907). Vorläufer des Wochenschau-Formats waren die „Aktualitäten-Filme“, die seit 1896 aus Frankreich nach Deutschland importiert wurden und sehr populär waren. Erst seit 1911 wurden in Deutschland eigene derartige Filme produziert. Als erste größere deutsche Wochenschau gilt die „Messter-Woche“, die erstmals am 23. Oktober 1914 gezeigt wurde. Die erste Wochenschau in Österreich erschien im September 1914 mit dem „Kriegs-Journal“ der Wiener Kunstfilm-Industrie (siehe auch: Geschichte der Wochenschau in Österreich).

International haben sich vergleichbare Sendungen etabliert. Es bestand ein internationaler Austausch von Bildmaterial zwischen den verschiedenen nationalen Wochenschauen.

In Deutschland gab es bis 1940 vier jeweils privat produzierte, konkurrierende Wochenschauen, die dann seit 1940 in der von der UFA produzierten „Deutschen Wochenschau“ von den nationalsozialistischen Machthabern zentralisiert und gleichgeschaltet wurden.

In den 1950ern existierten in vielen deutschen Städten spezialisierte Kinos, die von Morgens bis in die späte Nacht Wochenschauen und Trickfilme spielten. Bei kontinuierlichem Betrieb konnte man sich beliebig lange im Kino aufhalten, also die Filme und Wochenschauen mehrfach sehen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Kino-Wochenschauen nach und nach durch das neue Medium Fernsehen abgelöst, wo vergleichbare Sendungen erschienen. Ersetzt wurden sie vor allem durch tägliche Nachrichtensendungen wie hierzulande die „Tagesschau“ oder die „Tagesthemen“.

Format

Das inhaltliche Angebot der Wochenschauen war breit gefächert, allerdings spielten Kriegshandlungen meist eine übergeordnete Rolle. Vor allem in Kriegszeiten sowie unter diktatorischen Regimes waren Wochenschauen ein wichtiges Medium der Propaganda.

Die durchschnittliche Filmlänge einer Wochenschau-Sendung betrug ca. 300 Meter, was (bei 1 Minute = 28,5 Meter) einer Dauer von ca. 10 Minuten entspricht. Die bis 1940 ausgestrahlte „UFA-Tonwoche“ hatte jedoch zumindest während des Zweiten Weltkriegs für gewöhnlich jedoch eine Länge von 600 bis 800 Metern, was einer Abspiellänge von 20 bis 30 Minuten entspricht.

Überblick über einzelne Wochenschau-Formate

Deutschland

Österreich

Hauptartikel: Geschichte der Wochenschau in Österreich

Während der Zugehörigkeit zu Deutschland zwischen 1938 und 1945 wurde auch die „UFA-Tonwoche“ gezeigt, ab 7. September 1939 durfte nur noch die UFA-Tonwoche gezeigt werden, bis diese in „Die Deutsche Wochenschau“ aufging. Die erste österreichische Wochenschau nach dem Zweiten Weltkrieg war die „Österreichische Wochenschau“, die im Mai 1945 gezeigt wurde, und mehrere Ausgaben, die mit bereits vorhandenem Material produziert wurden, dann aber verboten wurden. Es folgte die „Welt im Film“, eine Gemeinschaftsproduktion der englischen und US-amerikanischen Besatzungsmächte. Diese Wochenschau erschien bis 1949.

  • Wochenschau der Wiener Kunstfilm-Industrie (circa 1911 - ?)
  • „Kriegs-Journal“ (1914 - 1918, Wiener Kunstfilm-Industrie)
  • „Österreichischer Kino-Wochenbericht vom nördlichen und südlichen Kriegsschauplatz“, ab 1915 „Kinematographische Kriegsberichterstattung“ und dann „Sascha-Kriegswochenbericht“ (1914 - 1918, Sascha-Film)
  • „Sascha-Meßter-Woche“ (1914 - 1918, auch: „Sascha-Meßter-Film“)
  • „Steiermärkische Filmjournal“ (1920 - ?)
  • „Selenophon-Woche“ (1931 - 1934, Selenophon Licht- und Tonbildgesellschaft und Hugo Engel)
  • „Österreich in Bild und Ton“ (1933 - 1938, Selenophon Licht- und Tonbildgesellschaft im Auftrag der austrofaschistischen Regierung)
  • „Austria Wochenschau“ (1949-1994)
  • ORF-Sendung „Wochenschau“

Literatur

  • Ulrike Bartels: Die Wochenschau im Dritten Reich. Entwicklung und Funktion eines Massenmediums unter besonderer Berücksichtigung völkisch-nationaler Inhalte, Frankfurt a.M: Lang 2004

Weblinks


Diskussion der Autoren über den Artikel: Wochenschau


Habe mir erlaubt, diese mehrfach verlinkte Seite mit Inhalt zu füllen. Quellen waren "Der Große Brockhaus in zwölf Bänden" aus dem Jahr 1957, die Website der Firma "Deutsche Wochenschau GmbH" und die Website http://gonline.univie.ac.at...

Ich bitte um fachkundige Ergänzungen/Korrekturen.

[Marian]

Den Satz "Berichte über Gefechtsniederlagen der Deutschen Wehrmacht wurden mit Durchhalteparolen durchsetzt, wenn sie überhaupt gezeigt wurden" gelöscht ! Der Artikel behandelt den begriff "Eine Wochenschau", nicht "Die (deutsche) Wochenschau". daher hat o.g. Satz hier nichts zu suchen. Würde höchstens in den (noch nicht vorhandenen) Artikel "Die deutsche Wochenschau" gehören.



Diese Definition bzw. Erklärung des Begriff Wochenschau und dessen Bedeutung wurde zuletzt am 25.7.2007 aktualisiert (Glossar Lexikon Enzyklopädie).