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Der Artikel Zur Farbenlehre gehört zur Kategorie: Goethe, Literatur (19. Jh.), Physiologie, Optik, Wahrnehmung, Sehen, Licht, Kunstliteratur
Zur Farbenlehre ist eine naturwissenschaftliche Schrift von Johann Wolfgang von Goethe, erschienen im Jahre 1810.
Es besteht aus einer Sammlung von Einzelarbeiten:
- Beiträge zur Chromatik
- Versuch, die Elemente der Farbenlehre zu entdecken
- Von den farbigen Schatten
- Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt
- Erfahrung und Wissenschaft
- Entwurf einer Farbenlehre
- Ergänzungen zur Farbenlehre. Entoptische Farben.
Das Werk
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Goethe (1749 –1832) Bildherkunft |
Dieses umfangreichste seiner Werke schätzte Goethe mindestens so hoch wie sein poetisches Werk und er bemühte sich zeitlebens intensiv um die Verbreitung und wissenschaftliche Anerkennung seiner Farbenlehre (etwa durch Arthur Schopenhauer). Doch während die Farbenlehre Goethes bei Künstlern durchaus anklang fand (etwa bei Philipp Otto Runge und William Turner), konnten sich Goethes Ansichten gegen Sir Isaac Newtons bereits etablierte Theorie des Lichtes in der Wissenschaft seiner Zeit nicht durchsetzen. Während Newton Farben als Bestandteile des weißen Lichtes verstand, versuchte Goethe zu zeigen, dass sich Farben aus einer Mischung von Hell und Dunkel ergeben.
Geistesgeschichtlich und wissenschaftshistorisch bedeutsam ist die Farbenlehre bis heute deshalb, weil sie Goethes ganzheitlichen Ansatz der Naturbetrachtung und seine Beobachtungsgabe dokumentiert, seine Bevorzugung der Anschauung gegenüber der Abstraktion. Aus dieser Anschauung und dem subjektiven Empfinden leitet er auch die psychologischen Wirkungen der Farben auf den Menschen ab und entwickelt damit eine Art Farbenpsychologie.
Neben der Entstehung der Farben beschäftigte sich Goethe auch mit Botanik (Versuch die Metamorphose der Pflanzen zu erklären, 1790), Anatomie (Über den Zwischenkieferknochen der Menschen und der Tiere, 1784) und Geologie (Neptunismus vs. Plutonismus). Sein Erkenntnisinteresse richtet sich dabei vornehmlich auf den Ursprung eines Phänomens; also die Frage nach der Entstehung von Granit etwa, der Gestalt der Urpflanze oder das Nachdenken über das sogenannte Urphänomen.
Goethe nahm an vielen naturwissenschaftlichen Entdeckungen seiner Zeit regen Anteil und befand sich mit vielen Forschern seiner Zeit in brieflichem oder persönlichen Kontakt. Für das naturwissenschaftliche Interesse Goethes ist der Einfluss von Johann Gottfried Herder (1744-1803) bedeutend.
Zum wissenschaftshistorischen Hintergrund
Während man sich zwar schon in der Antike mit dem Problem der Brechung beschäftigte, da deren Verständnis für die richtige Positionsbestimmung von Gestirnen in der Astronomie wichtig war, kann als Begründer der modernen Optik Johannes Kepler gelten mit seiner Schrift Paralipomena ad Vitllionem von 1604. Schon vor 1600 kam es zu vielfältigen Erklärungsversuchen zur Entstehung der Farben des Regenbogens durch Brechung, etwa bei Roger Bacon und Dietrich von Freiberg allerdings ohne eine exakte Formulierung des Brechungsgesetzes, dass erst durch Willebrord van Roijen Snell und René Descartes richtig formuliert wurde. Zur Erklärung des Sehens und des Lichtes existierten bis in das 17. Jahrhundert im wesentlichen drei verschiedene Modelle, die sich –je nach dem welches Phänomen es zu erklären galt, und obwohl sich widersprechend– immer wieder nebeneinander (etwa bei Descartes) herangezogen wurden:- Sehstrahlen die das Auge aussendet, tasten die Objekte ähnlich einem Blindenstock oder einem modernen Radar die Umgebung ab. Diese Auffassung war in der Antike verbreitet und wurde schon durch den bedeutenden arabischen Gelehrten Alhazen um 1000 n. Chr. widerlegt. Allerdings fanden dessen Erkenntnisse erst spät durch die Vermittlung Keplers und Witelos im Abendland Verbreitung. Auch die Herleitung der Prinzipien der Perspektive in der Renaissance fand teilweise noch am Modell der Sehstrahlen statt.
- Ein unendlich fluider Lichtäther erklärt die Welleneigenschaften des Lichtes, die sich vor allem bei Beugungsphänomen zeigen (s.a. Huygenssches Prinzip).
- Licht wird als eine Menge sehr schneller Teilchen verstanden, die von einer Lichtquelle emittiert werden, vergleichbar mit Kanonenkugeln (s.a. Korpuskeltheorie). Newton lieferte hier die im Prinzip richtige Erklärung der Aufspaltung des Lichtes im Prisma wie im Regenbogen mittels Dispersion.
Zu Newtons Zeiten war es noch Thema kontroverser Diskussionen, ob Licht nun korpuskularen oder wellenartigen Charakter besitze. Das Rätsel der überzähligen Bögen beim Regenbogen veranlasste 1801 Thomas Young zur Durchführung seines berühmten Doppelspaltexperimentes. Er wies damit die Wellennatur des Lichtes nach und konnte im Gegenzug 1804 das Geheimnis durch die Betrachtung von Interferenzerscheinungen lüften. Auf das Jahr 1800 datiert die Entdeckung des Infrarot durch William Herschel die Goethe nachweislich beachtete und 1802 der Ultraviolettstrahlung durch Johann Wilhelm Ritter den er in dieser Zeit persönlich kennenlernte. Nicht belegt ist, ob sich Goethe und Ritter über diese Entdeckung unterhielten, auch wenn es wahrscheinlich ist. Zumindest führten sie wohl verschiedene optische Experimente gemeinsam durch.
Vorarbeiten zur Farbenlehre
Goethe beschäftigt sich wohl zuerst während seiner Italienreise (1786-88) aus künstlerischem Interesse mit dem Kolorit in der Malerei - Goethe aquarelliert selbst und studiert die italienische Landschaftsmalerei. In der Farbenlehre schreibt er im Zusammenhang mit seiner Italienreise:- Ich hatte nämlich zuletzt eingesehen, daß man den Farben, als physischen Erscheinungen, erst von der Seite der Natur beikommen müsse, wenn man in der Absicht auf die Kunst etwas über sie gewinnen wolle. Wie alle Welt war ich überzeugt, daß die sämtlichen Farben im Licht enthalten seien; nie war es mir anders gesagt worden, und niemals hatte ich die geringste Ursache gefunden, daran zu zweifeln.[...]
Die Beiträge zur Chromatik
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Farbenkreis, aquarellierte Federzeichnung von Goethe, 1809, Original: Freies Deutsches Hochstift - Frankfurter Goethe-Museum Bildherkunft |
Erste wissenschaftliche Vorarbeiten zur späteren Farbenlehre stellen die Beiträge zur Chromatik dar, die 1791 und 1792 zunächst noch als Beyträge zur Optik im Verlag des Industrie-Comptoirs Weimar erschienen und in den Entwurf einer Farbenlehre dann eingang fanden.
Im Versuch, die Elemente der Farbenlehre zu entdecken, einem Manuskript aus dem Jahre 1794, eruiert Goethe die:
- Schwierigkeit, sich zu erklären und zu vereinigen, was man unter Weiß verstehe (2, 90). Newton sagt, die weißen und alle grauen Farben zwischen Weiß und Schwarz können aus Farben zusammengesetzt werden (2, 87).
- Wir haben aber noch auf einen merkwürdigen Umstand acht zu geben. Sobald wir alle Farben des Schemas in einer gewissen Proportion zusammenmischen, so entsteht eine Unfarbe daraus..., welche auf weißes Papier gestrichen, uns völlig den Begriff von Grau ergibt (2, 83) und widerspricht damit Newton: Ich darf dreist sagen: man erdenke sich Versuche, von welcher Art man wolle, so wird man niemals imstande sein, aus farbigen Pigmenten ein weißes Pigment zusammenzusetzen, das neben oder auf vollkommen reinem Schnee oder Pulver nicht grau oder bräunlich erscheine (2,86).
Der Aufsatz Von den farbigen Schatten, eine weitere Vorarbeit zur Farbenlehre, stammt wahrscheinlich aus dem Jahre 1792. Goethe führt uns in die Sache ein:
- Es erscheinen uns die Schatten, welche die Sonne bei Tag oder eine Flamme bei Nacht hinter undurchsichtigen Körpern verursacht, gewöhnlich schwarz oder grau, allein sie werden unter gewissen Bedingungen farbig, und zwar nehmen sie verschiedene Farben an (2, 97).
- Von der Reflexion der Farbe des reinen Himmels schreibt die blauen Schatten Leonard da Vinci her (2, 108). Und Für eine Mischung von Licht und Schatten hält Otto von Guericke den blauen Schatten wie auch die blaue Farbe des Himmels (2,109).
Vor allem sind es solche optischen Effekte und feinen Beobachtungen, die für die Erforschung der Farben für Goethe im Vordergrund stehen. Aber schon diese beiden Aufsätze zogen die Kritik der zeitgenössischen Physiker auf sich. Newtons Theorie des Lichtes in Optics, or a Treactise of the Reflections, Refractions, Inflections and Colours of Light von 1704 war allgemein etabliert.
Erkenntniswissenschaftliche Aufsätze
Als eine methodische und programmatische Vorarbeit im weiteren Sinne, kann der Aufsatz Versuch als Vermittler von Objekt und Subjekt gelten, der erst 1823 im Druck vorlag. Obwohl Goethe sich als schlechten Mathematiker bezeichnete, hat sein Vorgehen durchaus die methodische Strenge der Mathematik.
- Diese Bedächtlichkeit, nur das Nächste ans Nächste zu reihen, oder vielmehr das Nächste aus dem Nächsten zu folgern, haben wir von den Mathematikern zu lernen, und selbst da, wo wir uns keiner Rechnung bedienen, müssen wir immer so zu Werke gehen, als wenn wir dem strengsten Geometer Rechenschaft zu geben schuldig wären (2, 128/129).
- Die Elemente dieser Erfahrungen der höheren Art, welches viele einzelne Versuche sind, können alsdann von jeden untersucht und geprüft werden, und es ist nicht schwer zu beurteilen, ob die vielen einzelnen Teile durch einen allgemeinen Satz ausgesprochen werden können. Denn hier findet keine Willkür statt.
- Bei der anderen Methode aber, wo wir irgendetwas, das wir behaupten, durch isolierte Versuche gleichsam als durch Argumente beweisen wollen, wird das Urteil öfters nur erschlichen (2, 130).
- [...] was denn eigentlich bei seinen optischen Bemühungen seine Absicht sei? meine Absicht ist: alle Erfahrungen in diesem Fache zu sammeln, alle Versuche selbst anzustellen und Sodann die Sätze, in welchen sich die Erfahrungen von der höheren Gattung aussprechen lassen, aufzustellen und abzuwarten, inwiefern sich auch diese unter ein höheres Prinzip rangieren (2, 130/131).
Der Aufsatz Erfahrung und Wissenschaft aus dem Jahre 1798 will zum reinen Phänomen vordringen.
- Es kann niemals isoliert sein, sondern es zeigt sich in einer stetigen Folge der Erscheinungen. Um es darzustellen, bestimmt der menschliche Geist das empirisch Wankende, schließt das Zufällige aus, sondert das Unreine, entwickelt das Verworrene, ja entdeckt das Unbekannte (2, 133).
Entwurf einer Farbenlehre
Das Hauptwerk zu Goethes Farbenlehre stellt der Entwurf einer Farbenlehre von 1810 dar. Das Werk besteht im wesentlichen aus drei Hauptteilen: einem didaktischen, der seine eigenen Erkenntnisse präsentiert, einem polemischen, der sich gegen Newtons Farbenlehre wendet und einem historischen, der die verschiedenen historischen Theorien zu Farbe und Licht rekapituliert.Alle folgenden Zitate nach Ott/Proskauer, 1992 werden in diesem Artikel in der Form (Band, Seite) angegeben. Das Buch enthält 15, teilweise farbige Tafeln, die das Verständnis des Textes unterstützen (2, 231 - 276).
I. Didaktischer Teil
Goethe unterscheidet zunächst drei Arten von Farbe und Farbwirkung:
„Physiologische Farben“ werden nach Goethe bemerkt als flüchtige Wirkung und Gegenwirkung des Auges selbst (1, 250). Diese Farben, so schreibt er weiter, welche das Fundament der ganzen Lehre machen... wurden bisher... als Täuschung und Gebrechen betrachtet (1, 63). Zunächst werden Scheinfarben, Augentäuschungen, Gesichtsbetrug und pathologische Farben (1, 64) besprochen.
Begriffe wie Netzhaut des menschlichen Auges werden im Beispielkontext aufgeführt: Das Schwarze, als Repräsentant der Finsternis, läßt das Organ Sehsinn im Zustand der Ruhe, das Weiße, als Stellvertreter des Lichts, versetzt es in Tätigkeit (1, 68).
Goethe erforscht die Farben in der Natur:
- Am 19. Juni 1799, als ich zu später Abendzeit bei der in eine klare Nacht übergehenden Dämmerung mit einem Freunde im Garten auf- und abging, bemerkten wir sehr deutlich an den Blumen des orientalischen Mohns, die vor allen andern eine sehr mächtige rote Farbe haben, etwas Flammenähnliches, das sich in ihrer Nähe zeigte.
- Die Dämmerung ist Ursache, daß das Auge völlig ausgeruht und empfänglich ist, und die Farbe des Mohns ist mächtig genug, bei einer Sommerdämmerung der längsten Tage noch vollkommen zu wirken und ein gefordertes Bild hervorzurufen (1, 80/81).
- Wenn Taucher sich unter dem Meere befinden und das Sonnenlicht in ihre Glocke scheint, so ist alles Beleuchtete, was sie umgibt, purpurfarbig; die Schatten dagegen sehen grün aus. Ebendasselbe Phänomen, was ich auf einem hohen Berge gewahr wurde, bemerken sie in der Tiefe des Meers, und so ist die Natur mit sich selbst durchaus übereinstimmend (1, 90).
- daß wilde Nationen, ungebildete Menschen, Kinder eine große Vorliebe für lebhafte Farben empfinden, daß Tiere bei gewissen Farben in Zorn geraten, daß gebildete Menschen in Kleidung und sonstiger Umgebung die lebhaften Farben vermeiden und sie durchgängig von sich zu entfernen suchen (1, 103).
„Physische Farben“versteht Goethe als vorübergehende Wirkung farbloser, durchscheinender, durchsichtiger, undurchsichtiger Körper auf das Licht (1, 250). (heute Farbe als Erscheinung) Dergleichen Farben werden also in unserm Auge durch solche äußere bestimmte Anlässe erzeugt (1, 104) leitet er die Abteilung über physische Farben ein und erläutert seinen Begriff das Trübe - als unendlich viele Graustufen auf der Schwarz-Weiß-Skala. Eine Vielzahl von Experimenten wird beschrieben, die mit Pergamentpapier, Opalglas, konkaven und konvexen Linsen, Prismen - teilweise mit Wasserfüllung, schwarzen Scheiben, verschiedenen einfarbigen Vierecken und auch Öffnungen im Fensterladen sowie Seifenblasen bei reflektiertem oder auch durchfallendem Licht anzustellen sind.
„Chemische Farben“ (Körperfarben) herrschen nach Goethe vor, wo wir sie als dauernd, als den Körpern wirklich einwohnend zuversichtlich ansprechen können (1, 250).
- Das Gelb und Gelbrote Orange widmet sich den Säuren, das Blau und Blaurote Violett den Alkalien (1, 203). (Die beiden Farbnamen waren zu seiner zeit noch nicht üblich.)
- Reines Wasser zu Schnee kristallisiert erscheint weiß (1, 204). Kohle, der auch übrigens höchst merkwürdige Körper, zeigt uns die schwarze Farbe (1, 205). Damit analysiert er ideale Weiß- und Schwarzpigmente.
- Das Oxyd des Arseniks mit Schwefel Realgar verbunden, bringt eine Rubinfarbe hervor (1, 212).
- Es gibt Körper, welche fähig sind, ganz in Farbstoff verwandelt zu werden (1, 216). Dazu gehören Färberkrapp und Indigo, Goethe bezieht sich hier auf den Unterschied zwischen Pigment und Farbstoff.
- Die Farben der Mineralien sind alle chemischer Natur (1, 231). Goethe erkennt den Unterschied zwischen Körperfarbe und Interferenzfarben nicht.
- Die Samen, Bulben [Brutzwiebeln], Wurzeln und was überhaupt vom Lichte ausgeschlossen ist oder unmittelbar von der Erde sich umgeben befindet, zeigt sich meistensteils weiß (1, 233). Hierbei benennt er das Phänomen, nicht aber die Ursache.
Goethe spricht sodann über das allen drei oben genannten Aspekten von Farbe Gemeinsame. Zunächst wird die Entstehung der Farbe besprochen.
- Wenn das Licht einen farblosen Körper berührt, von ihm zurückprallt, an ihm her, durch ihn durch geht, so erscheinen die Farben sogleich (1, 251) und ebenso schnell verschwindet auch die Farbe wieder gänzlich (1, 257).
Zur Intensität wird gesagt: Die dunkle Natur der Farbe... ist das, wodurch sie den ernsthaften und zugleich reizenden Eindruck hervorbringt, und... so kann sie auch das Licht nicht entbehren (1, 252). Nach Goethe stellt das Licht die Gegenstände mit Gleichgültigkeit dar, die Farbe hingegen polarisiert zwischen hell und dunkel, gelb und blau (1, 253). Damit wird auf zwei der drei grundsätzlichen Eigenschaften zur Beschreibung von Farben, den Hell-Dunkel-Kontrast der Farbhelligkeit und den Kalt-Warm-Kontrast des Farbtons hingewiesen.
Die Farbenlehre Goethes unterhält ein nachbarschaftliches Verhältnis zur Philosophie:
- Indem sich der Beobachter, der Naturforscher... abquält, weil die Erscheinungen der Meinung jederzeit widersprechen, so kann der Philosoph mit einem falschen Resultate in seiner Sphäre noch immer operieren, indem kein Resultat so falsch ist, daß es nicht als Form ohne allen Gehalt auf irgendeine Weise gelten könnte (1, 260).
Zur Naturgeschichte:
- Indem die Farbe in ihrer größten Mannigfaltigkeit sich auf der Oberfläche lebendiger Wesen dem Auge darstellt, so ist sie ein wichtiger Teil der äußeren Zeichen, wodurch wir gewahr werden, was im Innern vorgeht (1, 266).
Und zur Physik: Goethe meint,
- daß die Farbe, obgleich unter eben den Gesetzen [der Physik]] stehend, sich doch viel höher erhebe und, indem sie für den edlen Sinn des Auges wirksam ist, auch ihre Natur zu ihrem Vorteil dartue (1, 270).
Zur Tonlehre: Farbe und Ton sind allgemeine elementare Wirkungen, nach dem allgemeinen Gesetz des Trennens und Zusammenstrebens , des Auf- und Abschwankens... auf verschiedene Weise... für verschiedene Sinne (1, 271).
Sowie zur Sprache: Goethe weiß, worauf er sich bei verbaler Beschreibung der Farben in der Natur einlässt.
- Jedoch wie schwer ist es, das Zeichen nicht an die Stelle der Sache, das Wesen immer lebendig vor sich zu haben und es nicht durch das Wort zu töten! (1, 273)
Goethe äußert sich auch zur psychologisch Farbwirkung: Ästhetisch gesehen,
- ist es der Erfahrung gemäß, daß das Gelbe einen durchaus warmen und behaglichen Eindruck mache (1, 276).
- gibt uns das Blaue ein Gefühl von Kälte (1, 280).
- gibt das Rot einen Eindruck sowohl von Ernst und Würde als von Huld und Anmut (1, 282).
- findet unser Auge in Grün eine reale Befriedigung. Deswegen für Zimmer, in denen man sich immer befindet, die grüne Farbe zur Tapete meist gewählt wird (1, 284).
- ist Blau und Grün eine charakterlose Zusammenstellung. Sie hat immer etwas Gemein-Widerliches, deswegen unsere guten Vorfahren diese letzte Zusammenstellung auch Narrenfarbe genannt haben (1, 291).
II. Gegen die Newtonsche Optik
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Isaac NewtonSarah K. Bolton: Famous Men of Science. Thomas Y. Crowell & Co., New York 1889 (1643 -1727) Bildherkunft |
Die grundlegende Frage war also: Ist das Farbspektrum ein zusammengesetztes Phänomen (also die Ursache von Licht, nach Newton) und Farbe ein Phänomen des Lichts – oder aber ein einfaches Phänomen (die Wirkung einer zugrundeliegenden Ursache, wie Goethe es vertrat) und Farbe ist ein Phänomen der Dunkelheit?
Goethe stellt die eigene Farbenlehre der Farbenlehre nach Newton im Kapitel Enthüllung der Theorie Newtons gegenüber (3, 208/209):
| Eigenschaft des weißen Sonnenlichts | Newton | Goethe |
|---|---|---|
| Homogenität | Das Licht ist zusammengesetzt (heterogen). | Das Licht ist nicht zusammengesetzt (homogen). |
| Spektrum | Das [weiße] Licht ist aus farbigen Lichtern zusammengesetzt. | Am allerwenigsten aus farbigen Lichtern. Das Helle kann nicht aus Dunkelheit zusammengesetzt sein. |
| Wechselwirkung mit Materie | Das Licht wird durch Refraktion, Inflexion und Reflexion dekomponiert. | Refraktion, Inflexion und Reflexion können ohne Farberscheinungen existieren. |
| Analyse | [Weißes Licht] wird in sieben [reine], vielmehr in unzählige Farben dekomponiert. | Es gibt nur zwei reine Farben, Blau und Gelb. Das übrige sind Stufen dieser Farben oder unrein. |
| Synthese | Wie es [das weiße Licht] dekomponiert worden, kann es wieder zusammengesetzt werden. | Weder aus apparenten [sichtbaren] Farben kann farbloses Licht, noch aus farblosen Pigmenten ein weißes zusammengesetzt werden. |
Über Newtons Persönlichkeit äußert sich Goethe wie folgt:
- Newton war ein wohlorganisierter, gesunder, wohltemperierter Mann, ohne Leidenschaft, ohne Begierden […] daher war die höhere Mathematik ihm als das eigentliche Organ gegeben, durch das er seine innere Welt aufzubauen und die äußere zu bewältigen suchte […] diesem unbiegsamen Charakter ist eigentlich die Lehre ihr ganzes Glück schuldig (3, 230/231).
Unter der Überschrift Konfession des Verfassers unterstreicht Goethe noch einmal die Absicht seiner Forschungen: die Kunst.
- Und so war ich, ohne es beinahe selbst bemerkt zu haben, in ein fremdes Feld gelangt, indem ich von der Poesie zur bildenden Kunst, von dieser zur Naturforschung überging, und dasjenige, was nur Hilfsmittel sein sollte, mich nunmehr als Zweck anreizte. Aber als ich lange genug in diesen fremden Regionen verweilt hatte, fand ich den glücklichen Rückweg zur Kunst durch die physiologischen Farben und durch die sittliche und ästhetische Wirkung derselben überhaupt. (3, 254/255).
Zur Methode sagt er in Bedeutende Fördernis durch ein einziges geistreiches Wort:
- […] daß mein ganzes Verfahren auf dem Ableiten beruhe. Findet sich in der Erfahrung irgendeine Erscheinung, die ich nicht abzuleiten weiß, so laß ich sie als Problem liegen […] wenn ich auch die Herkunft (die Ursache) und Verknüpfung (den Zusammenhang) irgendeines Phänomens lange nicht enträtseln konnte, sondern es beiseite lassen mußte, so fand sich nach Jahren auf einmal alles aufgeklärt in dem schönsten Zusammenhange. (3, 260/261).
III. Historischer Teil
Goethe hat die der gelehrten Welt seinerzeit greifbare Literatur zur Farbenlehre intensiv studiert und teilweise kommentiert. Darüber hinaus hat er die Arbeiten großer Naturwissenschaftler (Galilei, Kepler, Descartes...) zum Thema durchforscht und manchmal sogar Aussagen zum menschlichen Charakter des jeweiligen Wissenschaftlers gewagt. Nach unserem heutigen Wissenschaftsverständnis erscheint uns ein historisches Kapitel in einer naturwissenschaftlichen Abhandlung als überflüssig, wenn nicht gar als unwissenschaftlich. Tatsächlich aber war es lange üblich, dass – wenn ein Werk sich selbst als Grundlegend verstand– auf die Ansichten der maßgebenden Autoritäten Bezug zu nehmen und die Geschichte der Entdeckungen in einem Fach zu referieren – oft in der Antike beginnend. So wies sich der Autor zum einen als Fachmann seines Gebiets aus und zum anderen ermöglichte es ihm, seine Ansichten durch die Autorität anerkannter Forscher zu stützen.
Zur Geschichte der Urzeit:
- Und so ist alles, was wir in der früheren Zeit und bei den ungebildeten Völkern bemerken können, praktisch. Das Theoretische begegnet uns zuerst, indem wir nunmehr zu den gebildeten Griechen übergehen (4, 23).
Griechen:
- Pythagoras nennt die Augen Pforten der Sonne (4, 24).
- Die Pythagoreer nannten die Oberfläche der Körper Farbe (4, 25).
- Empedokles sagt, das Innre des Auges sei Feuer (4, 26).
- Bei Plutarch steht: Demokritus und Epikurus sagen, das Sehen geschehe dadurch, daß Bilder von den Gegenständen sich absondern und ins Auge kommen (4,29).
- Goethe bewundert die Griechen. So entzückt uns... am Plato die heilige Scheu, womit er sich der Natur nähert, die Vorsicht, womit er sie gleichsam nur umtastet und bei näherer Bekanntschaft vor ihr sogleich wieder zurücktritt, jenes Erstaunen, das, wie er selbst sagt, den Philosophen so gut kleidet (4, 101).
- Aristoteles: Einfache Farben sind diejenigen, welche die Elemente begleiten, das Feuer, die Luft, das Wasser und die Erde. Die Finsternis entsteht, wenn das Licht mangelt (4, 44/45).
Römer:
- Eingangs zitiert Goethe seinen Dichter-Kollegen Lukretius.
- Auf und vernehme du jetzt, was süßes Bemühen erforscht hat,
- Und ich dich lehre; daß nicht, was weiß dem Auge sich darstellt,
- Weiß erscheine deshalb, weil weiße Stoffe der Grund sind;... (4, 69)
- Ausführlich bespricht Goethe die Rolle der Farben bei den griechischen Malern. Dabei stützt er sich auf Plinius.
- Die Römer waren nach Goethe vielmehr Redner als Naturforscher: Ungeachtet der ausgebreiteten Herrschaft der Römer über die Welt stockten doch die Naturkenntnisse eher bei ihnen, als daß sie sich verhältnismäßig erweitert hätten. Denn eigentlich interessierte sie nur der Mensch, insofern man ihm mit Gewalt oder durch Überredung etwas abgewinnen kann. Trotzdem begegnet er den Alten mit liebevoller Hochachtung: Seneka war, wie er selbst bedauert, spät zur Naturbetrachtung gelangt... (4, 108)
Zwischenzeit:
- Roger Bacon: Das Licht ist eine der ursprünglichen, von Gott erschaffenen Kräfte und Tugenden, welches sein Gleichnis in der Materie darzustellen sich bestrebt. (4, 131)
- Augustinus: Wenn wir eine Zeitlang irgendein Licht anschauen und sodann die Augen schließen, so schweben vor unserm Blick gewisse leuchtende Farben, die sich verschiedentlich verändern und nach und nach weniger glänzen, bis sie zuletzt gänzlich verschwinden. (4, 137)
- Themistius: ...wenn jemand aus dem Sonnenschein sich ins Finstere begibt, sehen die vor großem Glanz irre gewordenen Augen nichts... (4, 137)
Sechzehntes Jahrhundert:
- Goethe lobt den etymologischen Teil Scaligers Schrift über die Farben wegen der vielen lateinischen Farbbennungen (4, 160).
- Den Ursprung der Farben schreibt Paracelsus dem Schwefel zu (4, 162).
- Wie Cardan die Farben behandelt, ist nicht ohne Originalität. Man sieht, er beobachtet sie und die Bedingungen, unter welchen sie entspringen. Doch tat er es nur im Vorübergehen, ohne sich ein eigenes Geschäft daraus zu machen, deshalb er auch allzuwenig leistet und Scaligern Gelegenheit gibt, sich über Flüchtigkeit und Übereilung zu beklagen (4, 173).
- Porta gibt sein Buch De magia naturali im Jahr 1560 heraus, eben als er das fünfzehnte seines Alters erreicht hatte... Was die Farben betrifft, so werden sie nur beiläufig angeführt, wenn verschieden gefärbte Blumen hervorgebracht, falsche Edelsteine verfertigt und die Tugenden natürlicher Edelsteine gerühmt werden sollen (4, 176/177).
- Goethe schätzt den erkenntnistheoretischen Wert der Arbeiten Francis Bacons, übersieht aber nicht die Schwächen. Auch halten wir es für einen großen Fehler Bacons, daß er die mechanischen Bemühungen der Handwerker und Fabrikanten zu sehr verachtete (4, 184).
Siebzehntes Jahrhundert:
- Goethe ist voll von Bewunderung für Galileo Galilei, doch bedauerlicherweise, sich über die Farbe zu erklären, lehnt er ab, und es ist nichts natürlicher, als daß er, geschaffen sich in die Tiefen der Natur zu senken, er, dessen angebornes eindringendes Genie durch mathematische Kultur ins Unglaubliche geschärft worden war, zu der oberflächlichen, wechselnden, nicht zu haschenden, leicht verschwindenden Farbe wenig Anmutung haben konnte (4, 191).
- Ganz anders erscheint ihm Johann Kepler. Da er die Sprache völlig in seiner Gewalt hat, so wagt er gelegentlich kühne seltsame Ausdrücke, aber nur dann, wenn der Gegenstand ihm unerreichbar scheint. So verfährt er bei Gelegenheit der Farbe, die er nur im Vorbeigehen behandelt, weil sie ihm, dem alles Maß und Zahl ist, von keiner Bedeutung sein kann. Er bedient sich so wunderbarer Worte, um ihrer Natur einigermaßen beizukommen, daß wir sie nicht zu übersetzen wagen, sondern im Original hier einschalten: Color est lux in potentia,... (4, 193)
- Goethe bedauert, dass Snellius bei der Behandlung der Lichtbrechung die doch damit verbundenen Farben außer Acht ließ (4, 196).
- Goethe freut sich über die sprachliche Ausdruckskraft des Forschers Franziskus Aguilonius. Er bedient sich dabei eines sehr artigen und unübersetzlichen Ausdrucks: penduli in medio diaphano oberrant, ceu extemporaneae quaedam Lucis affectiones (4, 205).
- Die Farbentheorie der Lichtkügelchen des genialen Cartesius beschäftigt Goethes wachen Geist. Die Theorie kann heute beinahe wie eine frühe Vorüberlegung Schrödingers zu seiner Quantenmechanik gelesen werden.
- Athanasius Kirchers, Nikolaus Malebranches und Robert Boyles Werk werden besprochen.
- Markus Marcis Werk über den Regenbogen zeuge nach Goethe von dem Ernst, Fleiß und Beharrlichkeit des Verfassers; aber es habe im ganzen etwas Trübseliges.
- Die Farbenlehre des Mathematikprofessors Franziskus Maria Grimaldi ist Goethes Wertschätzung sicher. Wenn Aguilonius sorgfältig und umständlich, Kircher heiter und weitläuftig ist, so muß man den Verfasser des gegenwärtigen Buchs höchst konsequent nennen. Es ist reich in Absicht auf Erfahrungen und Experimente, ausführlich und methodisch in seiner Behandlung, und man sieht wohl, daß der Verfasser in allen Subtilitäten der Dialektik sehr geübt ist (4, 239).
- Hookes Werk hat Goethe zwar auf dem experimentellen, nicht aber auf dem theoretischen Gebiet weitergeholfen (4, 251).
- Die Versuchsauswertung in Johann Christoph Sturms Farbenlehre kann vor Goethe nicht bestehen.
Achtzehntes Jahrhundert:
Goethe bespricht die Schriften zur Farbenlehre von Thomas Sprat, Edme Mariotte, Voltaire, Tobias Mayer, Johann Heinrich Lambert, Benjamin Franklin, Joseph Priestley, Jean-Paul Marat, Anton Raphael Mengs und Robert Blair.
Dem Jakobiner Marat bescheinigt er, die Lehre der Farben mit viel Scharfsinn und Beobachtungsgabe auf einen sehr zarten Punkt geführt (4, 460) zu haben.
Die Verteidigung der Farbenlehre Newtons durch den Physikprofessor Johann Theophilus Desaguliers (5, 356 - 362) und die Lobrede Bernard le Bovier de Fontenelles (5, 386 - 392) auf Newton werden erörtert.
Ergänzungen zur Farbenlehre. Entoptische Farben
Diese Arbeit stammt aus dem Jahre 1820. Goethe ersinnt raffinierte Versuchsanordnungen und beobachtet ...durch das höchst interessante Seebeckische Doppelspatprisma die entoptischen Farben bei der Doppelrefraktion des Sonnenlichts. Diese Farben wurden entoptische genannt, weil sie innerhalb gewisser Körper zu schauen sind (2, 167). Das allereinfachste Experiment zu dieser doppelten Strahlenbrechung wird, lapidar gesagt, so vorbereitet: Man zerschneide eine mäßig starke Spiegelscheibe in mehrere anderhalbzöllige Quadrate, diese durchglühe man und verkühle sie geschwind. Was davon bei dieser Behandlung nicht zerspringt, ist nun fähig, entoptische Farben hervorzubringen (2, 168). Die ganze Versuchsanordnung findet sich auf Seite (2, 217) skizziert. Äußere Grundbedingung ist eine reine, wolkenlose, blaue Atmosphäre (2, 169). Zu Johanni um die Mittagsstunde ist der hellste Moment. Bei Kulmination der Sonne erscheint ein weißes Kreuz rings um den Horizont (2, 174) Wie stellen wir uns dieses weiße Kreuz vor? Nun, Alle geistreiche, mit Naturerscheinungen einigermaßen bekannte Personen, sobald sie unsern entoptischen Kubus zwischen den Spiegeln erblickten, riefen jedesmal die Ähnlichkeit mit den Chladnischen Figuren, ohne sich zu besinnen, lebhaft aus (2, 199).
Literatur
- Gerhard Ott (Hrsg.), Heinrich O. Proskauer (Hrsg.): Johann Wolfgang Goethe: Farbenlehre. Mit Einleitungen und Kommentaren von Rudolf Steiner. Stuttgart 1992, ISBN 3-7725-0702-6 (Bd.1 - 3), ISBN 3-7725-0838-3 (Bd.4 - 5)
- Wolfgang Buchheim: Der Farbenlehrestreit Goethes mit Newton in wissenschaftsgeschichtlicher Sicht:[vorgetragen in der Sitzung am 7. März 1986]. Berlin 1991, ISBN: 3-05-501275-5 (Bd. 123, H. 1)
- Wilfried Liebchen: Goethes Farbenlehre. Sandberg-Kilianshof 1999, ISBN: 3-9802142-6-5
Einzelnachweise
Diskussion der Autoren über den Artikel: Zur Farbenlehre
Sekundärliteratur
(aus dem text hierher, laut --W!B: 15:18, 15. Aug 2006 (CEST))
Geordnet nach dem Erscheinungsjahr.
- Johann Baptist Porta: De magia naturali. Neapel 1560, (4, 176)
- Athanasius Kircher: Ars magna lucis et umbrae (Die große Kunst des Lichts und des Schattens). 1646, (4, 216)
- Markus Marci: Thaumantias, Liber de arcu coelesti, deque Colorum apparentium natura, ortu et causis... Prag um 1662, (4, 223)
- Robert Boyle: Experimenta et considerationes de coloribus - seu initium historiae experimentalis de coloribus a Roberto Boyle. London 1665, (4, 245)
- Franziskus Maria Grimaldi: Physico-Mathesis de Lumine, Coloribus et Iride. Bologna 1665, (4, 239)
- Edme Mariotte: Traité de la nature des couleurs. Paris 1688, (5, 349)
- Johann Christoph Sturm: Physica electiva sive hypothetica. Nürnberg 1697, (4, 256)
- Nikolaus Malebranche: Réflexions sur la lumière et les couleurs et la génération du feu par le Père Malebranche. Mémoires de l'Académie royale Paris 1699, (4, 253)
- Thomas Sprat: History of the royal Society of London. London 1702, (5, 306)
- Isaac Newton: Opticks or a treatise of the reflections, refractions, inflections and colours of light (Optik oder eine Abhandlung über die Reflexion, Brechung, Krümmung und die Farben des Lichtes). 1704.
- Voltaire: Elémens de la philosophie de Newton mis à la portée de tout le monde. Amsterdam 1738, (5, 399)
- Tobias Mayer: De affinitate colorum commentatio, lecta in conventu publico. Göttingen 1758, (5, 434)
- Johann Heinrich Lambert: Beschreibung einer mit dem Kalauischen Wachse ausgemalten Farbenpyramide. Berlin 1772, (5, 438)
- Joseph Priestley: The history and present state of discoveries relating to vision, light and colours. London 1772, (5, 448)
- Jean-Paul Marat: Découvertes sur le Feu, l'électricité et la lumière. Paris 1779, (5, 457)
- Jean-Paul Marat: Découvertes sur la Lumière. London und Paris 1780, (5, 457)
- Anton Raphael Mengs: Lezioni prattiche di pittura. Parma 1780, (5, 473)
- Jean-Paul Marat: Notions élémentaires d'Optique. Paris 1784, (5, 457)
- Robert Blair: Experiments and Observations on the unequal Refrangibility of Light. In: Transaktionen der Königlichen Sozietät zu Edinburgh, Vol. 3, 1794, (5, 484)
- G. Schatz (Hrsg.): Benjamin Franklin: Kleine Schriften. Zweiter Teil. 1794, (5, 441)
- Richard Friedenthal: Goethe – sein Leben und seine Zeit. S.363 - 370. R. Piper Verlag München 1963
- Gero von Wilpert: Goethe-Lexikon. S.300 - 302. Stuttgart 1998, ISBN 3-520-40701-9
- Karl Otto Conrady: Goethe - Leben und Werk. S.838 - 849. Düsseldorf und Zürich 1999, ISBN 3-538-06638-8
- Nicholas Boyle: Goethe. Der Dichter in seiner Zeit. Bd. 2: 1790 – 1803. S.320ff. Frankfurt a. M. 2004, ISBN 3-458-34750-X
was laut der vom Feinsten-Regel noch ins LIT kann, vermag ich nicht zu beurteilen, was als beleg zum text gehört, war sowieso nicht angegeben, was die nummern hinter den werken sollen, hab ich nicht verstanden.. --W!B: 15:53, 15. Aug 2006 (CEST)
- Die Quelle Ott/Proskauer, nach der ich die Erstfassung geschrieben habe, besteht aus den Bänden 1 - 5 (erste Zahl in runden Klammern), die zweite Zahl ist die Seite. Das hab ich in der Erstfassung erklärt. Das ist, weil in der Wikipedia manches munter zereditiert wird. Da kommt dann so etwas heraus. Wenn die Wikipedia mal etwas Gescheites werden soll, müsste m.E. die "Teamwork" ein bißchen reglementiert werden; zumindest der Anonymus sollte vom Ändern ausgeschlossen werden. Viele Grüße Hedwig Storch 13:14, 24. Aug 2006 (CEST)
Überarbeiten
Der Abschnitt "Kritik zu Goethes Zeit" ist wirklich ein Desaster. Es kann doch heute keiner mehr ernsthaft Newton als falsch ansehen. Die Formulierungen in diesem Abschnitt sind aber genauso gewählt ("behauptet" etc.). Der Autor scheint zudem nicht den Unterschied zwischen additiver und subtraktiver Farbmischung zu verstehen (und er unterstellt auch Newton, dass er das nicht verstand. Ob das so stimmt, kann ich nicht beurteilen, ich möchte es aber zumindest mal in Frage stellen).Leider weiß ich über die Details dieses Themas zu wenig um es selbst zu korrigieren, aber es ist offensichtlich, dass hier ganz prinzipiell was nicht stimmt.--Leere Menge 12:47, 21. Apr 2006 (CEST)
Ein weiterer Punkt: « Jegliches Auftreten vom farbigen Licht bedeutet eine von „Weiß“, als Normalverteilung, abweichende Häufigkeitsverteilung der Photonen verschiedener Energie auf das Spektrum. » Ich bezweifle, dass der Begriff Normalverteilung hier korrekt ist, denn dies ist ein fest stehender Begriff in der Mathematik; eine Kurve einer ganz bestimmten Form (darauf zeigt auch der Link hinter dem Wort). Was gemeint ist, ist wohl eher, "die Verteilung, die das Auge normalerweise erwarten würde. » Diese Verteilung dürfte weder eine Normalverteilung noch eine Gleichverteilung sein, sondern eine evolutionär geprägte "Irgendwie-Verteilung" die (mehr oder weniger) zur Intensitätsverteilung im Sonnenlicht passt. Ich bin mir nicht sicher, ob man das in einem Wort elegant ausdrücken kann; vermutlich wäre es am geschicktesten es einfach ausführlich hinzuschreiben.--Leere Menge 12:55, 21. Apr 2006 (CEST)
Und noch was: Die Quantenphysik wird hier wirklich vergewaltigt, um Goethe nachträglich recht zu geben. Jeder Physiker würde wiedersprechen.--Leere Menge 12:59, 21. Apr 2006 (CEST)
- Jein... Das ganze Problem hierbei ist, dass Goehte den Unterschied zwischen subtraktiver (Pigmente) und additiver (Lichtstrahlen) nicht erkannt hatte. Wenn Goehte dem Licht einen Teichchencharater zuspricht und sich dieser mittlerweile ja auch beweisen lässt heisst das noch lange nicht, dass er die Natur des Lichts verstanden hat. Er hat wohl glücklich geraten ;-). Der Welle-Teilchen-Dualismus in der QM ist auch heute noch nicht leicht zu verstehen. Da sich der ganze Artikel mit Goehtes Farbenlehre auseinandersetzt ist es klar, dass da nicht wirklich die "echte" Farbenlehre erklärt wird sondern das ganze aus Sicht von Goehte, der nun mal von Naturwissenschaften keine Ahnung hatte... --Lars73 18:39, 21. Apr 2006 (CEST)
- Ich zitere mal folgendes:
- "Dagegen wird Newtons These, dass zumindest weißes Licht alle Farben enthalte, weiterhin von der Physik offiziell vertreten, was auch heute noch mit der Methode der Überbelichtung bewiesen wird. Diese Überbelichtungen sind sehr verfeinert worden, sodass das Resultat schon „einleuchtet“, obwohl doch alle Farben in Wirklichkeit dunkler als weiß sind. Dazu bedenke man die Brechung und Schwächung durch das Prisma, sowie die Zerstreuung im Raum, was nicht zu so einem Farbeindruck führen kann."
- Da scheint der Autor ja tatsächlich der Meinung zu sein, Goethe habe auch heute noch recht, und die Physik irre sich. Das geht den ganzen hinteren Teil des Artikels über so, und sollte wirklich nicht sein. Wenn jemand keine Vorkenntnisse hat, könnte ihn das ernsthaft durcheinanderbringen.
- Was die meinen mit "alle Farben sind dunkler als weiß" ist mir auch ein Rätsel.--84.172.246.69 23:28, 24. Apr 2006 (CEST)
Der Abschnitt Kritik zu Goethes Farbenlehre (erstellt im Rahmen einer Belegarbeit) ist ja eher eine Inschutznahme der Farbenlehre vor ignoranten Physikern. Der Abschnitt wurde von Pmadaras erstellt (offenbar der Autor der Belegarbeit) und stellt dessen einzige Arbeit in der Wikipedia dar. Ich halte den Abschnitt für Theoriebildung und würde ihn schlichtweg wieder löschen. --Aegon 15:54, 28. Apr 2006 (CEST)
Der Artikel ist, so wie er ist, wenig hilfreich. Die Kritik hier allerdings geht noch viel weiter am eigentlichen Punkt vorbei. Das Entscheidende ist, das Goethes Farbenlehre fuer ihn vor allem das Vehikel war, um die Existenz einer nicht-naturwissenschaftlichen Wissenschaft zu testen und zu beweisen -- eine nicht analytisch zerlegende, sondern anschauende, ganzheitlich orientierte Wissenschaft. Das mag dem einen oder anderen gefallen oder nicht, es ist in jedem Fall wichtig, um Goethe und seine ganze nicht-rationale Epoche zu verstehen. Ein Hinweis darauf muesste in der Einleitung zu dem sonst viel zo langen und detaillierten Artikel stehen. Ich bin hier vorbeigekommen, weil ich wissen wollte, ob/wie Goethes Spezialfarbe Purpur, an der ja alles haengt, von der Naturwissenschaft aufgegriffen wurde (z. B. ob sie technisch auf einem Monitor darstellbar waere oder immer noch lediglich durch die Brechung im Prisma). So elementar wichtige Antworten sucht man hier aber - sowohl von der einen wie der anderen Seite - hier vergeblich.
- [...] dem sonst viel zo langen und detaillierten Artikel [...] – Die Länge und der Detailreichtum sind doch kein Mangel! Ich finde das Stichwortartig-ungeordnete hier eher störend - ausformulieren! Längere Zitate sollten eingerückt werden, die Einbindung der Überschriften in den laufenden Text ist totaler murcks. Das mit dem ganzheitlich-anschauenden sollte in die Einleitung. Das inhaltsverzeichnis verwirrt eher, als das es für Überblick sorgt und sollte vielleicht gestrafft werden. Eigentlich ist doch die Basis für einen guten Artikel da....? --Jazi 14:58, 26. Jul 2006 (CEST)
Ich habe den Artikel jetzt erstmal umgebaut und v.a. sprachlich bearbeitet. Das was da nicht stimmt ist ja der Absatz "Kritik zu Goethes Farbenlehre" (Könnte auch ersatzlos gestrichen werden!). Das mit den "zwei Lehren" geht noch hin, ist aber etwas rumpelig formuliert. LG --Jazi 16:55, 27. Jul 2006 (CEST)
überschriften
"Vorarbeiten zur Farbenlehre" ist nicht irgendeine WP-überschrift, sondern eine abschittsüberschrift des werkes (so stehts ja zumindest in Beiträge zur Optik) kann uns das irgendjemand mal genauer erklären, wie das werk aufgebaut ist? - wie wärs mit einer kleinen kapitelübersicht (oder sind alle überschriften die des originalwerkes, dann könnte uns das auch wer mitteilen) .. und entfetten/kursiven wär auch nett --W!B: 18:27, 28. Jul 2006 (CEST)diverse Details
- del:
- Der Leser muss Goethes Skizzen - wie in einem Lehrbuch der Optik - studieren und hernach probieren. Jedes Experiment gelingt auch nicht auf Anhieb. Wenn z.B. die Farberscheinung auf einer Glasplatte nach Anhauchen derselben und anschließend wiederholtem Abwischen mit dem Finger hervorgerufen werden soll, so benötigt man nicht nur eine kühle Versuchsumgebung, sondern auch Geduld. Aber Goethe hilft uns: Besonders lebhaft aber erscheinen die Farben, wenn sie einen dunklen Gegenstand zum Hintergrund haben. Wir möchten die Flinte ins Korn werfen. Goethe macht Mut:
- Da bei Vorträgen, die sich auf die Natur beziehen, doch alles auf Sehen und Schauen ankommt, so sind diese Versuche um desto erwünschter, als sie sich bequem und leicht anstellen lassen. Jeder Liebhaber kann sich den Apparat ohne große Umstände und Kosten anschaffen, ja wer mit Papparbeiten einigermaßen umzugehen weiß, einen großen Teil selbst verfertigen (1,151).
- So widerborstig die Materie in dieser Abteilung auch erscheinen mag, Goethes Begeisterung für die Sache ist mitreißend. Der spröde Stoff wird durch Beobachtungen der Natur aufgelockert: Die Farben der Spinneweben setzen wir denen, die von Stahlsaiten widerscheinen, völlig gleich (1, 174).
- fraglich:
- erläutert seinen Begriff das Trübe - als unendlich viele Graustufen auf der Schwarz-Weiß-Skala.
Also ich finde das ist jetzt ein Fortschritt ggüber den vorigen Versionen. Geschwurbel gibt's da noch, stimmt. Insgesamt wär es wünschenswert, wenn ein wenig mehr erläutert und weniger zitiert würde. Dann würde man besser verstehen was Goethe wollte. Die letzten beiden Abschnitte können immer noch weg, das ist nicht zu retten! --Jazi 20:13, 28. Jul 2006 (CEST)
- recht hat er (Du meinstest wohl die zweie..)
- del:
- Absatz #Wirkung: Über vierzig Jahre arbeitete Goethe mit bewundernswertem Werkwillen.. jaja, und verstarb nach langem kampfe..
- Absatz #Selbstzeugnisse: Um 6 Uhr Professor Riemer. Geschichte der Farbenlehre, sonstiges Wissenschaftliche. (Goethes Tagebuch, Eintrag vom 2. März 1832) - genau sowas möcht ich in der WP lesen..
- und auch sonst waren die ausgerwählten zitate goethes eher von der heutzutage nicht mehr so ruhmreichen seite.. --W!B: 15:17, 15. Aug 2006 (CEST)
Kritik zu Goethes Farbenlehre
Ich habe den gesamten Abschnitt Kritik zu... nun jelöscht. Wer der Meinung ist, das soll drinbleiben und man könnte was damit anfangen, der kanns ja wieder reintun, aber bitte auch mit Begründung. Sonst vgl.Pmadaras LG --Jazi 20:48, 28. Jul 2006 (CEST)Und kann jemand de Abschnitt Zum wissenschaftshistorischen Hintergrund überarbeiten der Ahnung davon hat? Etwas in dieser Art wäre sehr nützlich, aber ich bin fachlich da nicht firm... --Jazi 15:02, 29. Jul 2006 (CEST)
Wirkung in Kunst und Kultur
Hallo, der Artikel ist in letzter Zeit doch wesentlich besser geworden. Was aber noch fehlt ist was zur Wirkung. Interessant und hier passend sind auch näheres zu Goethes Bemühungen um Verbreitung seiner Farbenlehere und seine Rolle als "Anlaufstelle" nicht nur für die Literaten seiner Zeit, sondern auch für viele Naturforscher, seine Vortragstätigkeit im Weimarer Bürgertum, – also so etwas wie seine private Wissenschaftspolitik....?! --Jazi 15:50, 18. Aug 2006 (CEST)- recht hast Du, ich hab den gesamten abschnitt "Zwei Lehren" entsorgt, das war so tief, dass es offensichtlich noch gar nicht jemand gelesen hat, um es zu kritisieren, nur zwei sätze in der einleitung zu "Gegen die Newtonsche Optik" - jetzt glaub ich ist erst einmal der raum geschaffen für einen neuanfang, die rezeption des werkes darzustellen. (vorzugsweise bis ins einundzwanzigste jhd, offensichtlich gibt es auch heute noch immer eine diffuse intention, goethe gegen newton "verteidigen" zu müssen, wie dieser artikel vorher deutlich spüren liess..) --W!B: 09:37, 19. Aug 2006 (CEST)
Historischer Teil
der scheint ganz ansprechend zu sein..- Er bedient sich dabei eines sehr artigen und unübersetzlichen Ausdrucks: „penduli in medio diaphano oberrant, ceu extemporaneae quaedam Lucis affectiones“ - da stand die übersetzung "Schwebend irren sie - die sichtbaren Farben - inmitten des Durchscheinenden umher wie momentane Einwirkungen des Lichtes", del ..na wenn goethe sich nicht traut, wer sind wir denn.. ;-)
Farbenlehre nach Goethe
..dabei sollte zwischen dem werk und der lehre getrennt werden --W!B: 09:54, 19. Aug 2006 (CEST)Bild
haben wir kein bild vom titelblatt von goethes werk, das opticks-bild da find ich etwas komisch.. --W!B: 09:30, 19. Aug 2006 (CEST)




